Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 20.06.2011

  1. Frage von Bea:

    Hallo Professor Göbel,
    ich habe seit 20 jahren Migräne und seit 10 Jahre sehr stark. Seit 6 Jahren kenne ich Triptane und habe auch schon Allegro, Naramig, Asco Top kennengelernt. Flunarizin hatte ich als Prophylaxe schon einmal wodurch ich 15 kg zugenommen habe, was nicht sonderlich schlimm wäre, da ich eh schlank war, nur hatte ich mit dem schnaufen und bewegen immer mehr Probleme so dass ich nach einem halben Jahr aufhörte. ( was aber auch empfohlen wurde.) 2 Monate Später begann ich mit Topamax war auch nicht schlecht, aber ich nahm trotzdem noch immer 10- 13 Triptane im Monat ( die wirkten aber dann ganz gut, so nach 3-4 Std.) So geht das jetzt die ganzen Jahre so. Meine Dosierung liegt gerade bei morgens 50 mg Topamax, 10- 13 x mtl. Sumatriptan (teilweise 3-5 Tage am Stück hintereinander ( Allegro bekäme ich nur als Privatrezept) und am Abend gegen die Stimmungsschwankungen, Valdoxan. Ganz nebenbei habe ich noch Colitis Ulceosa und muß tgl Claversal nehmen. Daher meint meine Arztin,
    ist meine Migräne auch nicht in den Griff zu bekommen. Stimmt das? Oder hätten Sie noch einen Rat?. Für Ihre Hilfe schon ein herzliches Dankeschön im Voraus. lg Bea”

    • Liebe Bea,

      der Verlauf ist sicherlich nicht zufriedenstellend. Es treten noch zu viele Anfälle auf und mit ca. 13 Tagen Sumatrioptan und Anfällen über 5 Tagen am Stück ist die Migräne noch zu aggressiv im Verlauf.

      Die Behandlung müsste mehrere Schritte beinhalten. Der Versuch einer Schmerzmittelpause soll dazu führen, dass ein möglicher Medikamentenübergebrauchskopfschmerz abklingt. Es ist dann möglich, dass die Vorbeugung wieder wirkt und weniger als an 10 Tagen Akutmedikamente erforderlich werden. Dann muss auch eine effektive Vorbeugung gefunden werden. Topamax in der Dosierung von 50 mg scheint nicht ausreichend zu wirken. Sicherlich ist es von Nachteil, dass zusätzlich noch eine Colitis Ulcerosa besteht, dies erschwert die Behandlung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Frage von Susisonne:

    Hallo Prof. Göbel,
    nach ca. 10 Wochen Einnahme von Topiramat (maxim. erreichte Dosis: 50 mg) ”musste” ich die Prophylaxe abbrechen, weil meine Stimmung zunehmend schlechter wurde. (Ich hatte den Eindruck, dass es mit 50 mg schlechter wurde; 25 mg hatte ich wohl ganz gut vertragen.) Ich habe eh eine leichte Depression, die aber ansonsten zurzeit medikamentös nicht behandelt wird. Nun meinte der Neurologe, dass weil ich mit Depressionen reagiert hätte, nun auch Betablocker u. Fluranizin nicht in Frage kämen (Amitriptylin 25 mg hatte auch keine Wirkung gezeigt, die hatte ich damals/seinerzeit noch wegen der leichten Depression genommen und vom Psychiater verschrieben bekommen). Der Neurologe meinte, dass einzige was jetzt noch in Frage käme wäre Valproinsäure.
    Nun möchte ich Sie fragen: Ist es zwangsläufig so, dass wenn man unter Topiramat mit Depressonen bzw. verstärkten Depressionen reagiert, dass man dann unter Betablocker (oder Flunarizin) auch Depressionen bzw. verstärkte Depressionen bekommen würde?
    Viele Grüße!
    Susisonne

    • Liebe Susisonne,

      tatsächlich kann unter Topiramat, Betablocker und auch unter Flunarizin eine bestehende Depression verstärkt werden. Die Wahrscheinlichkeit ist bei allen 3 Medikamenten erhöht, es ist jedoch nicht möglich, von vornherein vorherzusagen, ob dies auch individuell so eintritt. Daher ist es durchaus sinnvoll, bei limitierten Alternativen einen Therapieversuch zu machen und den Verlauf engmaschig zu kontrollieren. Sollte dann tatsächlich die Stimmung negativ verändert werden, muss abgesetzt werden.

      Alternativen sind trizyklische Antidepressiva oder sog. SSRIs, die man gegebenenfalls in Kombination oder als eigenständige Behandlung einsetzen kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Frage von Susisonne:

    Hallo Prof. Göbel,
    weil ich seit vielen Jahren immer wieder heftige Unterleibsschmerzen habe, soll nun eine Untersuchung bzgl. Endometriose gemacht werden (zunächst noch Vorgespräch im Krankenhaus). Nun ist mir der Gedanke gekommen (”man” sucht ja immer wieder nach einer Ursache), ob – falls eine Endometriose vorliegt – hier ein Zusammenhang mit der Migräne bestehen könnte. – Haben Sie hierzu Erkenntnisse?
    Viele Grüße!
    Susisonne

    • Liebe Susisonne,

      auch eine Endometriose kann als Stressfaktor Migräneattacken triggern. Die dadurch bedingten Schmerzen können Anfälle auslösen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Frage von sunshine:

    Lieber Prof. Göbel.

    Dank meinem Aufenthalt in Kiel und dem erlernten Verhalten bei Kopfschmerz und Migräne und die vielen hilfreichen Tipps, die erlernten Entspannunsübungen und dem riesen großen Wissen geht es mir viel besser . Die Schmerzstärke der täglichen Kopfschmerzen hat sich sehr verringert. Ich habe nur noch leichte Schmerzen und die migräne kommt kaum noch. DANKE für Ihre Hilfe, ich bin überglücklich das es mir besser geht.
    Der Aufenthalt in Kiel hat mein ganzes Leben verändert, dank der positiven Erlebnisse, der positiven Energie der Klinik und vor allem dem extrem großen Wissen.

    Nun zu meiner Frage.
    Die Kopfschmerzen, sowie Migräne und auch die Depression sind dank dem Doxepin viel besser geworden. Das einzige womit ich noch sehr zu kämpfen hab ist mein Borderline Syndrom. Leider suche ich schon seit ewigkeiten nach einem Therapeuten bei uns der auch DBT Therapie (mir wurde in kiel gesagt dass es wichtig wäre das der therapeut nach der methode arbeitet) . Ich war bei zahlreichen Therapeuten, doch leider kann mir niemand im Umgang mit Borderline und erlernen von Skills usw helfen. Nun wäre meine Frage, ob Sie einen Therapeuten aus Österreich kenne der diese Therapie anbietet oder eine Kilink die sie mir empfehlen könnten.
    Ansonsten würde ich gerne wissen, ob ein zweiter Stationärer Aufenthalt in Kiel möglich wäre. Kiel hat mir damals so extrem gut getan, auch im bezug auf borderline. Ich weiß dass es eine Schmerzklinik ist. Nach dem aufenthalt in der schmerzklinik ging es mir um welten besser, ich hatte auch mein borderline im griff. Dank der Therapie und den RAtschlägen die ich bekomen habe, ging es mir auch im Bezug auf Borderline wieder sehr gut und ich hatte alles im Griff. Ich habe damals einen großen Fortschritt, der durch Sie, durch ihre Ratschläge und ihr wissen und auch dem wissen meiner therapeutin in kiel sowie die hilfe der ärzte und schwestern erlangen konnte.

    Leider konnte mir, seitdem ich wieder zuhause bin niemand auch nur irgendwie weiterhelfen. Viell können Sie mir da irgendwie weiterhelfen. Oder viell kennen Sie da jemanden.
    Oder ein 2. stationärer aufenthalt wäre möglich ( das wäre toll, denn der aufenthalt damals hat mir sehr sehr sehr sehr geholfen)

    am 8. juli steht dann die große aufnahmprüfung für medizin bevor, wo sich dann herausstellen wird ob ich ab herbst medizin studieren darf :)

    und im August komme ich dann zu einem ambulanten Termin, viell können wir das dann dort genauer besprechen.

    liebe grüße
    Monika Hütter

    • Liebe Monika,

      schön, dass es Ihnen in einigen Bereichen schon besser geht. Leider bin ich nicht kundig, wer in Österreich für die genannten Behandlungen zur Verfügung steht. Einzelheiten können wir dann ja gegebenenfalls während des ambulanten Termins besprechen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Elke sagt:

    Hallo Herr Professor Göbel,
    danke, dass Sie sich die Zeit für uns und unser Forum nehmen.
    Meine Fragen:
    1. Ich benötige nun eine Brille für die die Ferne und die Nähe und werde mich für eine Gleitsichtbrille und eine separate Lesebrille entscheiden. Ich habe starke und oft lang anhaltende Migräne ohne Aura. Gibt es Bedenken, die gegen eine Gleitsichtbrille bei Migräne sprechen? Kann diese Brille die Schmerzen verstärken?
    2. Gibt es einen konkreten Termin der Botoxfreigabe für chronische Migräne in Deutschland?
    Vielen Dank für Ihre Antworten.
    Herzliche Grüße
    Elke

    • Stephanie sagt:

      Bin ich gestern drauf gestoßen ;)

      Hartmut Göbel sagte:
      25. April 2011 um 18:32
      die Wirksamkeit von Botulinum-Toxin ist bisher nur für die chronische Migräne belegt. Die chronische Migräne nach der Definition dieser Studien, äußert sich in mindestens 8 Migränetagen pro Monat und zusätzlich mindestens 7 weiteren Kopfschmerztagen, die auch in Form von Spannungskopfschmerzen ablaufen können. Eine ähnliche Situation scheint ja bei Ihnen zu bestehen. Aus diesem Grunde könnte eine Behandlung eine Verbesserung erbringen. Das Arzneimittel wird jedoch erst voraussichtlich ab September des Jahres 2011 auch in Deutschland zugelassen sein und von den gesetzlichen Kassen übernommen werden.

      Hoffe ich konnte helfen
      Liebste Grüße Stephanie

      • Elke sagt:

        Danke Stephanie,
        diesen Termin habe ich auch im Hinterkopf gehabt. In der Presse (wo ?) habe ich vor kurzem jedoch gelesen, dass die Einführung sich verschieben bzw. ganz erübrigen könnte, da in England extrem viele Komplikationen aufgetreten sind. Da ich laut Dr. Heinze für die Botoxbehandlung geeignet bin, warte ich natürlich dringend auf die Zulassung, da eine private Kostenübernahme unmöglich ist.
        Herzliche Grüße
        Elke

    • Liebe Elke,

      im Einzelfall kann man leider nicht voraussagen, ob eine Gleitsichtbrille vertragen wird oder nicht. Man muss es individuell ausprobieren. Grundsätzliche Bedenken gibt es nicht. Die Schmerzen werden dadurch nicht verstärkt. Es gibt heute Optiker, die eine Brille anpassen und bei Nichtverträglichkeit problemlos umtauschen. Das sollte man sich vorher auch bestätigen lassen.

      Der genaue Zulassungstermin für Botox ist noch nicht bekannt, er wird weiterhin für den Herbst erwartet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Susi sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich werde ab dem 11.7. bei Ihnen in der Klinik sein und dort vermutlich einen Schmerzmittelentzug machen müssen. Wenn ich es richtig verstanden habe, sollte man auch nach dem Klinikaufenthalt möglichst lange auf Schmerzmittel verzichten. Vom Kopf her wird das bei mir schon irgendwie funktionieren, nur habe ich noch ein anderes Problem: ich leide unter unerträglichen Regelschmerzen, die sich nur mit Hilfe von Ibuprofen in den Griff bekommen lassen. Zum Glück ist es nur am ersten Tag so schlimm – nach der Einnahme von 1200 mg Ibuprofen sind die Schmerzen nach einer Stunde weg (meist muss ich nach einigen Stunden nochmal 600 mg “nachschieben”, dann ist aber alles ok).
    Nun wollte ich wissen, was ich dann während der Schmerzmittelpause tun soll? Die Schmerzen lassen sich wirklich nicht ohne Tabletten ertragen – ich habe es ein Mal probiert, mit dem Ergebnis, dass ich beinahe kollabiert bin, nach zwei Stunden doch Tabletten genommen habe und dann drei Tage lang mit den Schmerzen kämpfen musste. Hausmittel wie Wärmflasche, Schafgarbentee etc. bringen leider nichts. Gibt es andere, für den Entzug nicht relevante Schmerzmittel, die ich nehmen dürfte? Buscopan habe ich schon probiert, wirkt leider auch nicht.

    Vielen Dank und Grüße aus dem Süden,
    susi2

    • Liebe Susi,

      eine Schmerzmittelpause kann sehr individuell gestaltet werden. Die einmalige Gabe von Ibuprofen bei Regelschmerzen ist auch individuell in einem Gesamtkonzept denkbar. Aus diesem Grunde dürfte dieses Problem die Gesamtbehandlung nicht irritieren.

      Unabhängig von der sympthomatischen Therapie würde ich auch raten, den Grund für die schweren Regelschmerzen gynäkologisch abklären zu lassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. andrea sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    nachdem unser 2. Kind geboren wurde, bin ich auf der Suche nach einer längerfristigen Verhütungsmethode. Da ich unter Migräne mit Aura leide, hat mir mein Neurologe vor einigen Jahren von der Pille wegen des Schlaganfallrisikos abgeraten.
    Gilt dieser Rat nur für die Pille oder alle hormonhaltigen Methoden, also auch die Hormonspirale (z. B. Mirena)?
    Bei meiner Migräne konnte bislang kein Zusammenhang mit hormonellen körperlichen Veränderungen (Periode, Schwangerschaft, momentane Stillzeit) festgestellt werden.
    Zu welcher (längerfristigen und sicheren) Möglichkeit würden Sie mir raten? (Ich bin 37 J. alt, Nichtraucherin, normalgewichtig, habe niederen Blutdruck und bin nicht unbedingt sehr sportlich).
    Sollte ich mich für die Hormonspirale entscheiden, gibt es Erfahrungswerte bzgl. der Zunahme von Migräne als Nebenwirkung?
    Vielen herzlichen Dank! – Ich habe hier schon viele wertvolle Ratschläge, Hinweise und auch Trost bekommen!
    Andrea

    • Liebe Andrea,

      Migräne mit Aura kann das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt leicht erhöhen. Da dies auch für die Pille gilt, ist man vorsichtig bezüglich der Einnahme. Dies gilt umso mehr, wenn weitere Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht vorliegen. Es hängt von der individuellen Gesamtkonstellation ab: Welche Auren treten auf, in welcher Stärke, in welcher Dauer und Häufigkeit usw. Die Vorsichtsmaßnahme gilt auch für andere hormonhaltige Methoden.

      Grundsätzlich ist es möglich, auch bei Migräne mit Aura die Pille zu nehmen. Sollten kurze Auren auftreten, wie z.B. leichte Sehstörungen, die nur ein bis zweimal im Monat bestehen, ist das Risiko überschaubar, bei schwereren Auren wäre man mit der Empfehlung zur Pille zurückhaltender.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • andrea sagt:

        Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
        ich muss nochmals kurz etwas konkreter nachhaken, da ich nicht weiß, wo ich sonst zu diesem Thema eine Antwort bekommen könnte:
        Meine Gynäkolgin hat mir die Hormonspirale Mirena empfohlen (ich habe den Eindruck, was Migräne mit Aura betrifft, weiß sie nicht so detailliert Bescheid). In deren Beschreibung besteht, dass die Hormone lokal wirken (Gebärmutter). “Mirena kommt ohne Östrogene aus, es wird langsam und regelmäßig eine sehr geringe Menge Gestagen freigesetzt”.
        Ist dies von Vorteil gegenüber der Pille? Meine Aura beschränkte sich bisher auf beidseitige ca. halbstündige Sehstörungen (während beiden Schwangerschaften auch mit Taubheit in Hand und Gesicht) und kommt in manchen Monaten gar nicht, manchmal aber auch wöchentlich.

        Vielen herzlichen Dank!
        Andrea

        • Liebe Andrea,

          leider setzt auch die Hormonspirale Wirkstoffe frei, die im gesamten Körper wirken. Die Fachinformation ordnet die Migräne, insbesondere die mit neurologischen Ausfällen, unter Anwendungsbeschränkungen ein:

          Die intrauterine Kontrazeption kommt bevorzugt
          bei Frauen, die bereits geboren haben,
          zur Anwendung. Sie ist bei Nulliparae nicht
          als die Methode der ersten Wahl anzusehen
          und sollte nur dann in Betracht gezogen
          werden, wenn andere zuverlässige Methoden
          nicht eingesetzt werden können.
          MIRENA sollte nur unter strenger Indikationsstellung
          angewendet oder ggf. entfernt
          werden, wenn folgende Erkrankungen vorliegen
          oder erstmals auftreten:
          – Gelbsucht,
          – venöse und arterielle thromboembolische
          Erkrankungen, z. B. tiefe Beinvenenthrombose,
          Lungenembolie, Schlaganfall,
          Herzinfarkt, Retinathrombose,
          – deutliche Blutdrucksteigerung,
          – Migräne, Verstärkung einer Migräne, fokale
          Migräne mit asymmetrischem Sehverlust
          oder andere Symptome, die auf
          eine vorübergehende zerebrale Ischämie
          hindeuten,
          – außergewöhnlich starke Kopfschmerzen.

          Es besteht also die Möglichkeit, die Spirale zu verwenden, allerdings muss ganz sorgfältig der Verlauf kontrolliert werden. Verändert sich die Migräne, nimmt die Häufigkeit zu und verändern sich insbesondere die Auren, sollte die Entfernung erwogen werden.

          Freundliche Grüße
          Hartmut Göbel

  8. Stephanie sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich habe vor ein paar Tagen mal in dem Live-Chat-Verlauf vom 25. April 2011 gestöbert und bin, nicht zum ersten mal, auf das “Alice im Wunderland-Syndrom” gestoßen. Dieses mal ist mir allerdings aufgefallen, dass gerade wenn ich in entspannten Situationen bin z.B. vor dem Einschlafen oder in Tagträumen es mir so vor kommt als kämen die gegenstände und Wände immer näher und werden riesen groß bis ich manchmal das Gefühl habe ich muss nur meine hand ausstrecken um eine, eigentlich, 2m weit entfernte Wand berühren zu können. Manchmal war ich sogar so perplex das ich meine Hand ausgestreckt hab und es probiert hab. Das was mich jetzt so verwirrt ist das ich diese Situationen nicht mit Kopfschmerzen verbinden kann. Ich hab zwar jeden Tag Kopfschmerzen aber hatte in diesen Momenten keine Migräne attacke.
    Meine Frage ist jetzt, ob dies das “Alice im Wunderland-Syndrom” ist oder nur eine optische Täuschung durch die tiefe Entspannung?

    Außerdem hab ich noch eine zweite Frage und zwar wache ich auch fast immer mit deutlich größeren Kopfschmerzen auf wie ich sie normalerweise habe. Das trifft auch ohne irgendwelche Träume oder ähnliches auf. Meine Frage ist jetzt was man dagegen tun kann. Von der Schlaflage her ist nämlich alles in bester Ordnung mit angepasster Matratze + Kissen und Frischluft Zufuhr.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stephanie

    • Liebe Stephanie,

      Sie haben Ihre Beobachtung sehr gut beschrieben, sie ist daher sehr gut nachzuvollziehen. Ihre Erlebnisse könnten tatsächlich einen sog. Alice-im Wunderland-Syndrom entsprechen. Sie beschreiben eine Verzerrung der Perspektive und ein Teleskop-Gefühl im Bereich der Arme. Das Nervensystem reagiert mit einer Wahrnehmungsänderung, wie sie auch bei Migräneattacken möglich ist. Solche Phänomene sind auch ohne Kopfschmerzen möglich, als Migräneaura ohne Kopfschmerz.

      Bei sehr häufigen Kopfschmerzen oder bei Dauerkopfschmerzen können Kopfschmerzen aus dem Schlaf heraus oft verstärkt auftreten. Eine allgemeine Empfehlung ist leider nur schwer möglich. Es hängt sehr von den zugrundeliegenden Kopfschmerzformen ab. Häufige Gründe schließen Kohlenhydratmangel (vor dem Schlafengehen noch etwas essen), Wassermangel und Sauerstoffmangel ein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Andrea sagt:

    Sehr geehrter Herr Göbel,

    seit 1999 habe ich Spannungskopfschmerzen und Migräne. Zwei Jahre habe ich vergeblich nach einem Arzt gesucht, der mir helfen konnte. In dieser Zeit habe ich vorwiegend Thomapyrin (bis zu acht Stück pro Tag) zu mir genommen, woraus sich ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz entwickelt hat. 2001 habe ich dann in Hamburg eine Schmerztherapeutin gefunden, die mir helfen konnte. Nach einem Medikamentenentzug (selbständig zu Hause) bin ich auf Aspirin und Triptane umgestiegen. Seitdem “wurschtel” ich mich so durch, habe mal mehr, mal weniger Kopfschmerzen und Migräneanfälle (zwischen 8 und 15 Schmerztagen, manchmal noch mehr). Verhaltenstherapie, Akupunktur, Massagen, etc. habe ich auch schon alles hinter mir. Leider habe ich in der Vergangenheit kaum regelmäßig den Kopfschmerzkalender geführt bzw. habe ihn nach Gedächtnis erstellt/teilweise auch geschönt. Im letzten Jahr wurde es wieder sehr schlimm, so dass ich ins UKE gegangen bin. Dort sagte man mir, dass ich wieder einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz entwickelt hatte (diesmal durch Aspirin). Ich hab es zeitweise reduziert, komme aber immer wieder in die Situation, über längeren Zeitraum große Mengen Schmerzmittel zu mir zu nehmen. Mittlerweile reduziert sich das nicht mehr nur auf Kopfschmerzen/Migräne und Aspirin/Triptane, sondern bei jedem “Zipperlein” nehme ich je nach Beschwerden Paracetamol und Ibuprofen, zur Zeit fast täglich. Schmerzen halte ich selten aus. Meine Migräne scheint familienbedingt zu sein (Großmutter, Mutter, 2 Cousins leiden/litten darunter). Seit Anfang Februar dieses Jahres nehme ich zusätzlich MetoHexal Succ 142,5 mg, eine Tablette am Tag, als Triptan nehme ich Maxalt 10 mg. Der Betablocker hilft mir sehr, die Spannungskopfschmerzen haben sich erheblich reduziert. Schmerztabletten nehme ich allerdings nach wie vor, jedoch viel weniger Aspirin als in den Jahren zuvor. In psychotherapeutischer Behandlung bin ich auch seit geraumer Zeit, in der mir jetzt in der letzten Sitzung klar geworden ist, wie viel ich eigentlich an Schmerzmitteln wirklich zu mir nehme bzw. mir es persönlich auch eingestehe.
    Dass mein Verhalten nicht gesund ist, ist mir klar und ich würde es gerne ändern, da ich Angst habe, mich damit eines Tages umzubringen. Was raten Sie mir?

    • Liebe Andrea,

      mithilfe Ihrer Ärzte/Psychologen haben Sie bereits ein großes Verständnis für die Problematik aufgebaut. Ihre Schilderung verdeutlicht, dass Sie das Problem verstehen und einen Weg suchen. Dieser könnte so aussehen, dass Sie ganz gezielt den Medikamentenübergebrauch angehen und in Begleitung Ihrer Therapeuten eine ambulante oder stationäre Schmerzmittelpause einlegen. Nur über diesen Weg wird eine Besserung zu erzielen sein. Versuchen Sie, einen entsprechenden Zeitraum zu organisieren. dieses Vorgehen ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Besserung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Andrea sagt:

        Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Gibt es außer der Schmerzklinik Kiel noch eine Klinik in Norddeutschland, die sie für eine stationäre Schmerzmittelpause empfehlen würden und wie lange muss ich durchschnittlich auf einen Termin in Kiel warten?

        LG

        Andrea

  10. sanni sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel

    Vielen Dank erst einmal für Ihren Chat !

    Ich möchte mal nachfragen ob Sie schon mal Patienten haben die sehr starke Wärmeunverträglichkeit haben und ab ca. 24 Grad sich im Kopf ständig ein anhaltendes Hitzegefühl entwickelt. Es ist wie Fieber aber nur im Kopf. Es ist mir dann kaum möglich etwas zu machen weil bei kleinster Belastung diese Hitze zunimmt. Ich habe tägliche Spannungskopfschmerzen mit unterschiedlicher Intensität die die Begleitsymptome von Migräne haben wie Übelkeit, Licht und Lärmscheu.
    Vielen Dank für eine Antwort und Grüße
    Sanni

    • Liebe Sanni,

      Ihre Schilderung legen nahe, darüber nachzudenken, dass Ihre Kopfschmerzen vielleicht auch andere Ursachen haben könnten. Möglich ist z.B. eine chronische Migräne oder ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch. Dies muss durch eine genaue ärztliche Untersuchung geklärt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ist Ihnen bekannt, daß Cluster-Kopfschmerz Patienten durch regelmäßigen Einsatz von Imigran inject eine “Triptanabhängigkeit” entwickeln können?

    Sind Ihnen Cluster-Kopfschmerz Patienten bekannt, bei denen Tramal wirkt?

    Vielen Dank für Ihren Engagement.

    Alles Gute aus Nürnberg

    Harald Rupp

    • Lieber Herr Rupp,

      häufig müssen Clusterkopfschmerzpatienten über längere Zeit Triptane täglich einnehmen. Ist dann die aktive Clusterperiode um, können die Betroffenen ohne weiteres mit der Anwendung aufhören, Umstellungskopfschmerzen oder Rebound-Kopfschmerzen sind nicht vorhanden. Dies ist anders, wenn neben dem Clusterkopfschmerz noch eine Migräne besteht. Dann kann sich aus der Migräne ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entwickeln.

      Bei Clusterkopschmerz kann zwischen den Attacken auch ein Dauerkopfschmerz bestehen. Dieses Phänomen beobachten wir sehr häufig, ist aber in der aktuellen Kopfschmerzklassifikation nicht berücksichtigt.

      Bei schweren Kopschmerzen zwischen den Anfällen kann man retardiertes Tramadol zur Linderung einsetzen. Dies ist im Einzelfall als Therapieversuch möglich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. sunshine sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich leide seit mind. 13 Jahren an chronischem Spannungskopfschmerz, kombiert mit dem Eispickelkopfschmerz und MÜK!
    Anfang des Jahres habe ich erneut alleine meinen Medikamentenentzug (30 Tage im Monat Schmerzmittel u.a.) durchgezogen und im April hatte ich meinen Aufenthalt in Kiel! Nachdem ich meine Medikamentenpause recht gut überstanden habe und es mir nach dem Aufenthalt besser ging – bin ich mittlerweile leider wieder im stressigen Alltag gelandet! Heute war wieder so ein Tag, an dem es mir überhaupt nicht gut ging und ich meine Arbeit nicht ausüben konnte! Ich versuche mich an die 10-Tage-Regelung zu halten – aber es ist sehr schwer, da ich leider in der letzten Zeit zusätzlich einige körperliche Probleme hatte!:-(
    Bei mir kommt leider immer wieder die Hoffnungslosigkeit hoch und ich weiß nicht so recht, was ich machen soll/kann!? Ich habe mir einige Ziele für meine Zukunft vorgenommen – aber diese heftigen KS-Tage lassen die Verzweifelung immer wieder durchblicken…
    Haben Sie noch einen guten Tip für mich – ausser die üblichen Methoden, wie z.B. Entspannungsübungen?

    Vielen Dank und herzliche Grüße…
    Sunshine

    • sunshine sagt:

      Können Sie mir eine Prophylaxe empfehlen, bei der keine Gewichtszunahme vorprogrammiert ist? Seitdem ich in Kiel war, nehme ich Stangyl-Trimipramin…

      • Liebe Sunshine,

        danke für Ihren Verlaufsbericht. Chronische und aggressive Kopfschmerzen kann man leider oft nur teilweise reduzieren und lindern. Dies ist für den Alltag immer wieder eine Herausforderung und fordert Anstrengungen und Entbehrungen.

        Es wird auch manchmal besser gelingen und dann auch wieder nicht so gut. Entscheidend ist jedoch, ständig bemüht zu sein und die richtigen Regeln umzusetzen. Auf die Dauer wird man dann mit einem stabilen Verlauf und einer Besserung belohnt.

        Trizyklische Antidepressiva können zu einer Gewichtszunahme führen, dies muss aber nicht zwingend so sein. Alternativen sind z.B. Antidepressiva wie Venlafaxin oder Antiepileptika wie Topiramat. Die Anwendung muss jedoch im Einzelfall geklärt werden.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  13. Daniela sagt:

    Lieber Prof Göbel ich habe für mich gemerkt da ich 2mal die woche lympfdrenage habe das sich das positiv auf meine Migräne ausgewirkt hat ausderdem habe ich gemerkt das sich ein Klimawechsel positiv bei mir ausgewirkt habe nur da ich Psychopharmaka nehmen muß setralin kann ich kein Allegro als Triptan nehmen giebt es da altanativen habe Migräne Mit Aura sonst lg Daniela merschmeier

    • Liebe Daniela,

      schön, dass Sie die Erfahrung gemacht haben, dass Physiotherapie sich positiv auf Ihre Migräne auswirken kann. Antidepressiva sind nicht unbedingt ein Hinderungsgrund für die Triptaneinnahme. Diese werden sehr häufig mit Triptanen kombiniert, unabhängig davon gibt es auch andere medikamentöse Möglichkeiten für die vorbeugende Behandlung.

      Im Hinblick auf die Erfahrungen mit Physiotherapie und äußere Faktoren wie Wetter, sollten Sie intensiv versuchen, durch Verhaltensmaßnahmen, Ausdauersport und Ernährung den Migräneverlauf positiv zu beeinflussen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Heiko59 sagt:

    Sehr geehrter Herr Göbel,
    ich war vom 12.5.11- 26.5.11 Gast in Ihrem Hause in Kiel. Dort wurde bei mir, von Fr. Dr. Petersen, Migräne vom “Basilaristyp” (10 tage/ Monat) festgestellt. Meine Medikation wurde umgestellt,keine Triptane mehr, und ich bekam anstelle von Amitiptilyn nun Topiramat. Ab dem 9.6. bin ich damit bei der Zieldosis von 100mg, 50- 0- 50 , und vertrage es bis jetzt recht gut, ohne spürbare Nebenwirkungen. Die Attaken sind auch deutlich zurückgegangen, ca. 40%. Sie empfahl mir auch, eine erneute stationäre Abklärung mittels Schlafentzugs- EEG in der Klinik für Neurologie des Vivantes Klinikum Spandau, zum Ausschluss von cerebralen Krampfanfällen. Dieses ist letzte Woche geschehen, 16.6.11, und es gibt keinen Anhalt für eine cerebrale Erregungssteigerung.
    Meine Frage wäre jetzt zum Thema “Foramen Ovale”
    Ich habe verschiedene Studien zu diesem Thema gelesen, und bin nicht wirklich Schlau aus den verschiedenen Meinungen, pro/ contra, geworden. Vielleicht können Sie mir einen Ratschlag geben. Ist es in Erwähgung zu ziehen, diese Untersuchung machen zu lassen, oder würden Sie davon abraten?
    Eine zweite Frage noch, die Ärzte in der Vivantes Klinik sagten mir, wenn ich die Topiramat so gut vertragen würde, ohne Nebenwirkungen, könne ich die Dosis bei Bedarf noch erhöhen. Evtl. bis auf 200mg, um die Wirkung zu steigern. Trifft diese Aussage zu?

    Vielen Dank für Ihre Mühe

    • Lieber Heiko,

      schön, dass der Migräneverlauf sich positiv gewendet hat. Es ist auch erfreulich, dass Sie Topiramat gut vertragen. Tatsächlich kann eine Steigerung auf 200 mg erfolgen. Eine langsame Dosissteigerung ist anzuraten. Das wäre der zunächst sinnvollste Weg, da Sie ja die Behandlung bereits begonnen haben.

      Die Untersuchung auf ein offenes Foramen ovale ist unabhängig davon natürlich möglich. Ob ein Verschluss eine Besserung erzielt, kann aufgrund der aktuellen Studienlage nicht vorausgesagt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. vin sagt:

    Sehr geehrter Prof.Dr. Göbel, ich bin 37 Jahre und seit 20 Jahren Migräne Patienten mit 10- 15 Migränetage im Monat. Aufgrund der enormen Einschränkung der Lebensqualität durch diese Erkrankung habe ich eine Tendenz zu Depressionen. Ich finde, dass viele prophylaktische Medikamente, wie Betablocker, Kaliziumantagonisten und Topimarat eben genau diese Tendenz enorm verstärken, so dass ich sie nicht gut vertrage. Ich nehme Amineurin 25 mg am Abend, doch wenn ich mehr nehme finde ich, gibt es starke Nebenwirkungen. Haben andere besser verträgliche Antidepressiva wie z.B. Fluoxetin auch eine schmerzdistanzierende Wirkung?
    Dann gibt es das Antiepeleptikum Lamotrigin, was für eine stimmungsaufhellende „Nebenwirkung“ bekannt ist. Wissen sie ob es auch eine positive Wirkung auf die Migräne hat??
    In den Medien gibt es ja immer wieder Heilungsversprechen was die Migräne angeht.
    So z.B. dieses „Die Endokrine Migräne Therapie führt zu einer Regulierung des gesamten Hormonhaushalts, einem Hormonhaushalt in dem alle hormonproduzierenden Drüsen adäquat zusammen arbeiten, so dass alle physischen und psychischen Funktionen im Körper optimal ablaufen können.
    Wir wissen, dass die Migräne durch eine erhöhte Hirnaktivität verursacht wird. Diese Aktivität wird stimuliert durch den Hormonhaushalt, wodurch verschiedene Reaktionen im Körper ausgelöst werden. Durch die EMT entsteht ein Gleichgewicht im Hormonhaushalt, was wiederum dazu führt, dass die erhöhte Hirnaktivität verschwindet. „
    Was halten sie davon ??

    Vielen Dank für ihre Antwort.

    • Liebe Vin,

      auch andere Antidepressiva, als aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva können in der Migränevorbeugung wirksam sein. Dies gilt z.B. für Fluoxetin, Venlafaxin oder Clomipramin.

      Lamotrigin kann im Einzelfall ebenfalls positive Wirkung ausüben. Bezüglich der “endokrinen Migränetherapie” sind mir keine Wirksamheitsnachweise bekannt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Sunny sagt:

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    ist es bei der Behandlung von Migräne oder Spannungskopfschmerzen zuerst einmal egal welche Ursachen denen zugrunde liegen? Geht man immer nach dem gleichen Schema vor? Vielen Dank !

    Herzliche Grüße von Michaela

    • Liebe Sunny,

      Migräne und Spannungskopfschmerz werden in weiten Bereichen ganz unterschiedlich behandelt. Sie haben auch unterschiedliche Ursachen. Nach dem gleichen Schema geht man daher nicht vor.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. charlotte sagt:

    Sehr geehrter Prof. Göbel, seit einigen Wochen benutze ich Topiramat 50mg zur Migräneprophylaxe. Da ich noch auf der Suche nach einer geeigneten Verhütungsmöglichkeit bin, hat mir mein Frauenarzt die Drei-Monats-Spritze Depo-Provera vorgeschlagen. In mehreren Internetseiten (u. a. Arznei-Telegramm) habe ich jetzt allerdings gelesen, dass auch eine Wirkungsverminderung nicht nur östrogenhaltiger oraler Kontrazeptiva sondern auch von Medroxyprogesteronazetat-Depot möglich ist. Da ich auf eine sichere Verhütungsmethode angewiesen bin (ich bin 40 Jahre und habe bereits 2 Kinder) ist meine Frage, ob die Drei-Monats-Spritze in Kombination mit Topiramat sicher ist oder in meinem Fall eine andere Verhütungsmethode (z. B. die Kupferspirale) besser geeignet bzw. sicherer wäre. Würde mich über eine verbindliche Aussage freuen. MfG

    • Liebe Charlotte,

      eine Sicherheit gibt es in diesem Bereich leider nicht. Eine verbindliche Aussage muss ich daher schuldig bleiben. Eine genaue Auskunft zu diesem Thema kann eigentlich nur der Hersteller geben, der dazu eine Datensammlung vornimmt. Bitte wenden Sie sich direkt an den Hersteller.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Sunny sagt:

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    nachdem ich einfach ohne Medikamente nicht mehr weiter komme bei der Behandlung meiner Schmerzen, möchte ich ein vorbeugendes Medikament nehmen. Ich habe chronische Nacken- und Spannungskopfschmerzen. Daraus entwickelt sich auch oft mal Migräne. Ich habe zusätzlich das Problem, dass mir gar kein einfaches Schmerzmittel hilft. Triptane habe ich allerdings nur zwei veschiedene Sorten probiert. Diese sind mir hier aber beim Schmerztherapeuten auch nie mehr vorgeschlagen worden, evtl. deswegen weil mehr auf die chronischen Nacken- und Spannungskopfschmerzen eingegangen wurde. Ich leide unter einer starken BWS-Kyphose mit leichter Skoliose und Hyperlordose der LWS und einer CMD. Dementsprechend sind Nacken und Schultern immer verspannt. Meine hormonelle Migräne ist mit Eintritt der Wechseljahre so gut wie verschwunden . Aponal hat mir eine zeitlang jedenfalls ein wenig geholfen. Leider habe ich davon stark zugenommen und nach einem Jahr die Einnahme beendet. Dann habe ich es später nochmal mit einer niedrigeren Dosis probiert. Auch da habe ich schnell wieder zugenommen. Mit Saroten war es das gleiche, auch mit Stangyl. Durch die Wechseljahre sind dann auch noch ein paar Kilo dazugekommen. Da ich einen BMI von 30 habe, sollte ich auf keinen Fall weiter zunehmen. Welches Medikament könnte ich denn nehmen? Ich habe in Ihrem Buch gelesen, dass sich Topamax empfiehlt. Wäre das auch was für mich oder ist es nur bei Migräne geeignet? Muskelentspannend wirkt das Medikament ja nicht, oder? Das wäre bei mir auch sehr wichtig. Vielen Dank!

    Herzliche Grüße von Michaela

    • Sunny sagt:

      Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass ich es auch schon mit Magnesium und Pestwurz probiert habe. Magnesium hat nichts gebracht, trotz hoher Dosierung und Pestwurz vertrage ich leider nicht.

      • Liebe Sunny,

        eine allgemeine Aussage ist aufgrund der Ausführungen nicht möglich. Die Wirksamkeit für Topiramat ist nur für die Migräne belegt. Bei Schulter- und Nackenschmerzen ist keine Wirkung zu erwarten.

        Alternativen für Saroten wäre z.B. Venlafaxin, falls zusätzlich eine depressive Reaktion besteht. Zu klären ist überhaupt, ob bei Ihnen die Definition einen Kopfschmerzes vom Spannungstyp erfüllt ist, oder doch eine chronische Migräne besteht. Im letzteren Falle haben sich Topiramat und Botulinumtoxin als wirksam erwiesen. Beide führen nicht zur Gewichtszunahme. Unabhängig von der medikamentösen Therapie sind Verhaltensmaßnahmen ganz im Vordergrund.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  19. Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich war vergangenen September bei Ihnen in der Schmerzklinik wegen starker chronischer Migräne und Spannungskopfschmerzen. Damals wurde ich auf Trimipramin als Prophylaxe eingestellt, was aber leider kaum Auswirkungen auf die Kopfschmerzen gezeigt hat bzw. im Endeffekt die Nebenwirkungen nach einem dreiviertel Jahr kontinuierlicher Einnahme deutlich überwogen. Ich habe dann nach telefonischer Rücksprache mit Ihnen, wie Sie sich vielleicht erinnern, das Mittel langsam ausgeschlichen und auf Anraten meines Neurologen vor Ort mit der Einnahme von Sertralin begonnen. Das wiederum bekam mir leider so schlecht, dass ich es ebenfalls nach ca. zwei Monaten wieder absetzen musste. Ich bin seit jeher sehr zierlich und nehme nur sehr schwer zu, dafür umso leichter an Gewicht ab. Durch das Trimipramin konnte ich aufgrund der appetitsteigernden Wirkung ein paar Kilos dazugewinnen, leider erging es mir mit dem Sertralin eher wieder gegenteilig. Ich litt unter starken morgendlichen Kreislaufproblemen und andauernder Übelkeit, was es mir sehr erschwerte mein Gewicht zu halten.
    Da mich die beiden medikamentösen Prophylaxen bzw. in der Vergangenheit schon ausprobierte Präparate wie Petadolex und Metoprolol nicht weiterbrachten, habe ich mir vor sechs Wochen eine Botoxinjektion in die Stirn setzen lassen. Es war für mich bei momentan immernoch bis zu drei Migräneanfällen in der Woche und weiterhin anhaltenden Spannungskopfschmerzen noch ein möglicher “Rettungsanker”, den ich zumindest ausprobieren wollte. Die ersten beiden Wochen danach ging es mir plötzlich deutlich besser, aber dann stellte sich aufgrund der Regelblutung wieder eine unerträgliche tagelange Migräne ein, die sich durch die Einnahme von AscoTop und Domperidon, kaum eindämmen ließ. Seitdem ist nun wieder alles beim Alten, d.h. genau so starke und häufige Anfälle wie vor der Botoxinjektion.
    Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt, da ich nun seit meinem Aufenthalt in Kiel arbeitsunfähig bin und es für mich mit den Schmerzen in dieser Form auch undenkbar ist eine neue Arbeitsstelle anzutreten.
    Es ist mir nun allerdings wieder eingefallen, dass Sie während meines Aufenthalts bei Ihnen noch von der möglichen Option sprachen, einen Versuch mit Pizotifen zu starten. Sie waren damals zunächst wieder davon abgekommen, da dieses Medikament anscheinend in Deutschland nicht mehr verfügbar ist. Nun hätte ich gerne gewusst, ob Sie in Anbetracht des geschilderten Verlaufs doch noch eine Möglichkeit bei diesem Mittel sehen und wenn ja: auf welche Weise kann ich das Präparat beziehen? Oder hätten Sie sonst noch eine möglichst nebenwirkungsarme Alternative für mich?
    Ich wäre Ihnen um einen Rat sehr dankbar.
    Vielen Dank für Ihre Mühe!

    Mit freundlichen Grüßen,

    Lena K.

    • Ach ja: mein Neurologe hat mir vorgeschlagen an den besonders schlimmen Tagen vor der Menstruation ca. fünf Tage lang Naproxen einzunehmen. Habe aber etwas Bedenken mit NSAR, da ich zusätzlich unter chron. Gastritis leide. Was halten Sie davon?
      Vielen Dank nochmals!

    • Liebe Lena,

      aufgrund der komplexen individuellen Situation ist mir eine persönliche Antwort hier nicht möglich. Sehr gerne können wir dieses im persönlichen Gespräch vertiefen.

      Grundsätzlich ist Pizotifen in der Migränevorbeugung bewährt. Bei Appetitmangel und niedrigem Körpergewicht kann es sich positiv auswirken. Das Medikament ist über die Auslandsapotheke (Schweiz, Holland, Spanien) zu beziehen. Alternativ kann auch Flunarizin erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Liebe Lena,

        die Einnahme von Naproxen über 5 Tage bei Migräne ist aus unserer Sicht nicht zu empfehlen. Dies führt sehr schnell zum MÜK und zu Nebenwirkungen im Magen- und Darmbereich.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  20. torsten07 sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich habe meine Clusterkopfschmerz im Griff bzw. bin völlig schmerzfrei seit ich 3x80mg Verapamil nehme. Da es sich bei mir um einen episodischen Cluster handelt, habe ich folgende Frage. Gibt es Erfahrungen, ob im Laufe der Zeit Verapamil stets mit der Dosis erhöht werden muss oder ob es nach einer bestimmten Zeit gar nicht mehr wirkt ?

    Viele Grüße

    Torsten Göbel

    • Lieber Torsten,

      bei einem episodischen Clusterkopfschmerz ist es möglich, nach einer gewissen Zeit ohne Attacken Verapamil abzusetzen. Ein Sicherheitsabstand von z.B. 6 Wochen hat sich dabei bewährt. Sollten dann jedoch wieder Clusterattacken erneut auftreten, ist eine Weiterführung erforderlich. Das hängt ganz vom individuellen Verlauf ab, eine Steigerung in jedem Einzelfall ist dabei nicht zu erwarten, auch kein Wirkungsverlust.

      Es gibt Betroffene, die aufgrund erneuter aktiver Perioden in kurzen Abständen, es bevorzugen, eine dauerhafte Einnahme durchgehend vorzunehmen. Hier muss man im Einzelfall prüfen, wie sich der Verlauf gestalten

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. susisonne sagt:

    … zunächst: Danke Bettina für das Einstellen der zwei Fragen! – Du kümmerst Dich immer total toll – vielen Dank!
    Jetzt habe ich es doch noch geschafft und lese gerade schon die vielen anderen Fragen, da fällt mir auch noch eine ein:

    Hallo Prof. Göbel,

    früher, das heißt über 10 Jahre lang bis Oktober 2010, hatte ich ca. 4 Migräne-Attacken im Monat; wenn ich nach einer Attacke am nächsten Tag wieder Migräne hatte habe ich spätestens am 3. Tag “ausgehalten” und hatte so meist mindestens 1 Woche Ruhe. Seit ich beim Neurologen bin nehme ich nun mehr Triptane (auch weil es bei ihm nicht so das Problem ist mit den Rezepten, beim Hausarzt wurde ich “schief angeguckt” und bin nachher zu 2 verschiedenen Hausärzten gegangen).

    Ich hatte viele Jahre Maxalt 10 mg genommen; seit ich beim Neurologen bin zusätzlich Naproxen. Durch durch das weniger Aushalten habe ich aber generell mehr Attacken. Seit März 2011 veordnet mir der Neurologe Sumatriptan 100 mg plus Naproxen. Ich habe den Eindruck, dass ich seitdem noch mehr Migräne habe bzw. einen Tag später kommt die Migräne erneut. (Ich kann nicht 100%ig sagen, dass es am Sumatriptan liegt, da ich in den letzten Wochen eine stressige Zeit hatte.)

    Meine Frage nun: Kann es sein, dass ich durch das Sumatriptan (gegenüber Maxalt zuvor) häufiger einen Wiederkopfschmerz habe?

    Viele Grüße!
    Susisonne

    PS: Ich habe diese Woche einen Termin beim Neurologen und hoffe, dass wir den Klinikaufenthalt auf die Wege bringen. Ich habe mich nun mit dem Gedanken angefreundet. (Schon 2002 hatte mir ein Arzt, der bei mir Akupunkur anwandte, die bei mir aber keinen positiven Effekt zeigte – ich wäre eine von 3 Patienten, wo das der Fall wäre, meinte seinerzeit der Arzt -, empfohlen nach Kiel in die Klinik zu gehen.) Aber ich dachte wohl, ich hätte es nicht schlimm genug :(

    • Liebe Susisonne,

      der geschilderte Verlauf könnte der Entwicklung eines Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch entsprechen. Hier ist eine komplexe Therapieeinstellung mit Vorbeugung durch Verhaltensmaßnahmen und Medikamenten zu erwägen. Hinsichlich der Attackentherapie ist nicht die Substanz, als vielmehr die Häufigkeit der Einnahme für die Attackenfrequenz verantwortlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. snoopy sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr.Göbel: Nachdem ich gestern im Forum meine persönliche Geschichte bzgl. der Migräne eingestellt habe, bin ich ein wenig stutzig und würde Sie gerne um ihre Meinung dazu bitten: Während der Stillzeit unseres Sohnes bekam ich Procain in den Kopf und Nackenbereich gespritzt und das immer mal wieder in bestimmten Abständen zur Prophylaxe, aber auch in Akutsituationen. Zum esten Mal am dritten Tage nach der Geburt, als ich einen sehr schweren Migräne Anfall erlitten habe. Mir hat das in dem Moment geholfen und ich bin auch überzeugt, dass ich die Stillzeit durch die Therapie besser ertragen konnte. Nun bekam ich gestern im Forum die Antwort, dass dieser Einsatz von Lokalanästhetikum , sprich die Neuraltherapie keine erwiesene Effektivität bei Migräne hat. Ich bin mir aber sicher, dass ich mir das nicht eingebildet habe, ich habe jahrelange Migräne und schon vieles probiert und damit konnte ich die Stillzeit (wenn auch nicht ganz beschwerdefrei) fast neun Monate lang weitestgehend genießen. Ich muss allerdings dazu schreiben, dass ich einen Mischkopfschmerz habe , oft entwickelt sich eine Migräne aus Spannungskopfschmerzen…vielleicht ist das hilfreich…ich freue mich sehr, dass ich ab dem 21. Juli in Ihre Klinik kommen kann, mein Zwilling wurde im April auch erfolgreich bei Ihnen behandelt…Herzlichen Dank auch jetzt schon für Ihre Mühe. Es ist wirklich phantastisch, eine solche Möglichkeit wie diesen Austausch zu erhalten, das macht wieder Mut!!!

    • Liebe Snoopy,

      danke für Ihre netten Zeilen. Die Behandlung mit Lokalanästhetika kann im akuten Anfall hilfreich sein. Die Schmerzempfindlichkeit im Bereich des Kopfes kann reduziert werden. Das haben Sie ja direkt selbst erlebt. Allerdings kann die Häufigkeit der Migräne nicht bedeutsam beeinflusst werden.
      Daher ist eine grundlegende Therapieeinstellung erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Doreen sagt:

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    ich leide seit 2001 an einem Gesichtsschmerz.
    Ich habe einen Dauerschmerz im linken Oberkiefer. Bei ansteigendem Schmerz breitet dieser sich auf die Zähne und manchmal bis zum Auge aus.
    Der Dauerschmerz im Kiefer fühlt sich dumpf und drückend an, und bei zunehmender Stärke ist es so, als würde jemand mit der Faust reindrücken. Wenn er sich auf die Zähne ausbreitet, verspüre ich ein starkes Brennen im Zahnfleisch und ein starkes ziehen direkt in den Zähnen.
    Auslöser für die Zunahme des Schmerzes sind meiner Beobachtung nach vor allem Lachen, Reden, Kauen, Kälte und Zähneputzen.
    Ich hatte bereits mehrere Zahnbehandlungen (ein Zahn gezogen, eine Wurzelresektion); mein Zahnarzt sagte jedoch, die Schmerzen seien nicht auf Zahnprobleme zurückzuführen.
    Mein behandelnder Neurologe attestierte mir dann eine chronische Trigeminusneuralgie und verschrieb mir zunächst Gabapentin, dessen Dosierung ich innerhalb von drei Jahren immer weiter steigerte. Anfänglich schien das Medikament zu wirken, brachte mir am Ende aber auch keine Linderung mehr.
    Nun werde ich auf Lyrika umgestellt, wobei ich derzeit bei 150-0-150 bin. Ebenfalls nehme ich noch 120 mg Cymbalta ein. Aber der Zustand hat sich immer noch nicht gebessert. Bei akutem Schmerz nehme ich zusätzlich Ibuprofen 800 mg oder Diclofenac 100 mg.
    Was wäre aus Ihrer Sicht die richtige Behandlung? Können Sie mir in Ihrer Klinik helfen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Doreen

    • Liebe Doreen,

      Ihre Schilderungen lassen keine sichere Diagnosestellung zu. Vieles spricht jedoch für eine Trigeminusneuralgie. Hier ist eine individuelle Therapieeinstellung erforderlich. Diese kann innerhalb einer stationären Behandlung erfolgen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. susisonne sagt:

    Hallo Prof. Göbel,

    ich hatte weiter oben im CHAT schon eine Frage zum Wiederkopfschmerz gestellt. Nun will ich noch mal konkreter nachfassen:

    Im Forum hatte ich auch schon nach Wiederkopfschmerz gefragt (in der letzten Zeit bekomme ich nach Sumatriptan-Einnahme und Naproxen so ca. nach 20-24 Std. wieder Migräne und das teils an 3 Tagen hintereinander, so dass ich schon wegen der 10-20-Regel unruhig werden) und ein Forumsmitglied war so nett (!Lieben Dank!) die Halbwertszeiten verschiedener Triptane zu notieren.
    Für Sumatriptan hatte sie eine Halbwertszeit von 2 Stunden notiert.

    Nun will ich fragen, was das denn für ein Kopfschmerz ist, wenn er nach 20-24 Std. wiederkommt? Ist das ein Wiederkopfschmerz? Denn wenn Sumatriptan eine Halbwertszeit von 2 Std. hat, müsste ich dann nicht schon nach 4 Std. wieder Schmerzen haben oder ist das dann eine neue Attacke und die erste ist erfolgreich gestoppt worden?

    Auch ich will mich für Ihren Einsatz bedanken und auch für das wirklich sehr gut betreute und informative Forum!

    Viele Grüße
    Susisonne

    • Liebe Susisonne,

      die Halbwertszeit des Medikamentes im Blut kann nicht die Wirkung direkt im Nervensystem reflektieren. Die Rezeptoren an den Nerven werden z.T. deutlich länger aktiviert. Wiederkehrkopfschmerzen nach 20-24 Stunden sind daher ganz typisch für die Triptanbehandlung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. steffikim sagt:

    Guten Abend Herr Prof. Göbel,

    zur Zeit habe ich eine erfreuliche Phase mit wenig Migräne (nur mit Magnesium), stelle aber dafür eine hohe vergesslichkeit im Kurzzeitbereich fest. Bsp. gehe in das Zimmer von meinem sohn und möchte das bett machen, sehe was anderes (lego auf dem Boden was ich aufhebe) und vergesse was ich ursprünglich wollte. Es fällt mir dann auch beim nachdenken wieder ein, aber es ist auffällig. gibt es da mit der migräne einen zusammenhang oder kann das an meiner letzten Not-op liegen wo mein HB auf 5.8 runter ist mit Bluttransfusion etc….?
    Bin nur etwas besorgt,

    lieben Gruss und vielen Dank

    steffikim

  26. Liebe Steffikim,

    bei viel beschäftigen Menschen ist leider Ihre Beobachtung sehr häufig anzutreffen. Wenn zuviel im Kopf herumschwirrt, dann fällt das Auffinden der einzelnen Gedanken etwas schwerer. Da Sie das vermeintlich Vergessene ja wieder erinnern, sind strukturelle Erkrankungen kaum wahrscheinlich. Entspannung und ausreichend Schlaf wäre der erste Schritt für die Behandlung.

    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel

By | 2016-12-20T17:55:30+00:00 Juni 20th, 2011|Livechat|0 Kommentare

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