1. Anna Neumann sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich habe schon seit vielen Jahren sehr häufig Kopfschmerzen und Migräne, die Anfallshäufigkeit und Intensität hat sich im Laufe der Jahre stetig gesteigert. Seit einigen Monaten nehme ich – trotz sehr unangenehmer Nebenwirkungen – Flunarizin ein, was in puncto Intesität auch wirklich hilfreich ist. Spannungs-, Stress- und ohne-ersichtlichen-Grund-Kopfweh treten seitdem auch seltener auf. Gegen einen meiner größten Kopfschmerzauslöser konnte Flunarizin jedoch nichts ausrichten: Seit einigen Jahren bekomme ich auch von körperlicher Anstrengung Kopfweh (hochroter Kopf, der sich nciht mehr beruhigt), wenn dagegen nicht sofort medikamentös vorgegangen wird, wird daraus auch Migräne. Dieses Phänomen hat sich in den letzten Jahren und Monaten stetig verschlimmert, mittlerweile kann ich manche (mir sehr wichtige) Sportarten gar nicht mehr ausüben, auch bei Umzügen kann ich nicht mehr helfen o. Ä.. Beispielsweise konnte ich noch vor wenigen Monaten mindestens 35 Minuten am Stück langsam joggen, mittlerweile ist schon bei 20 Min. im Schneckentempo schluss bevor ich richtig ins Schwitzen komme.Diese Art von Kopfweh schränkt meine Lebensgestaltung dadurch mittlerweile stark ein. Flunarizin hilft hier nicht, ev. hat sich die Situation dadurch sogar verschlimmert. Haben sie eine Erfahrungen, welche medikamentösen oder anderen Therapien gegen eine solche Art von Kopfschmerzen in Frage kommen könnten?
    Vielen Dank und viele Grüße,
    Anna Neumann

    • Liebe Anna,

      Sie beschreiben einen Kopfschmerz, der von körperlicher Aktivität ausgelöst, oder verstärkt wird. Solche Kopfschmerzen können sekundär bei erhöhtem Blutdruck auftreten. Dafür spricht, dass Sie während der Kopfschmerzen einen hochroten Kopf bekommen. Aber auch sog. gutartige Anstrengungskopfschmerzen können entsprechend ausgelöst werden.

      Flunarizin hilft bei diesen Kopfschmerzen meist nicht gut. Wirksame Optionen können Betablocker oder ACE-Hemmer sein. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt auch auf Bluthochdruck untersuchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

    • Saphira78 sagt:

      Lieber Herr Prof. Göbel,

      ich habe seit vielen Jahren Migräne mit Aura. Nach 3 Schwangerschaften hat die Migräne einen gewissen Höhepunkt bei mir erreicht gehabt und ich wurde auf Topiramat eingestellt. Mittlerweile bin ich bei 75mg angekommen und vertrage es soweit ganz gut. Ich habe nur, seit der ca. 50mg Dosierung, extreme Muskelkrämpfe die sich nicht nur auf die Waden beschränken sondern auch in Armen, Händen, Kiefermuskeln und allen möglichen Muskelgruppen vorkommen (beim husten, niesen usw.). Das ist sehr schmerzhaft und lässt sich leider auch durch hochdosierte Mg-Gabe nicht wirklich ändern, ich bin bei mittlerweile 1050mg am Tag. Was kann ich noch tun? Und lassen diese Krämpfe evtl. noch nach, denn ich möchte ungern das Topi absetzen denn es hilft mir sehr gut gegen die Migräne. Meine schweren “Tsunamis” mildert es ungemein ab und ich bin heute schon seit 9 Tagen migränefrei… (dafür hatte ich bis zum 18.7. insgesamt 8 mal)
      Dann habe ich noch eine Frage zu den Auren die ich oft habe und die nicht nur vor einer Migräne auftreten, sondern an manchen Tagen auch so gehäuft mit neurolog. Ausfällen wie Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen, Schwindel und Gangstörungen. Ich bin an einem “Auratag” abends meist nicht mehr in der Lage mich verständlich zu artikulieren, ich lalle, denke die richtigen Worte, spreche aber ein falsches aus, was ich aber auch sofort merke. Nur wenn ich versuche das Wort wieder richtig zu sprechen, kommt wieder ein falsches heraus. Das ist mit 3 Kindern von denen mindestens 1 ADS hat und konkrete Aufforderungen braucht um in ihren Abläufen zu bleiben, sehr schwierig für mich und wenn ich nicht richtig sprechen kann, einfach nur zum verzweifeln. Was ist das, was kann ich tun? In der neurolog. Praxis in der ich einige Jahre in Behandlung war, wurde ich mit den Worten abgespeist: das ist ganz normal bei Migräne, damit müsse ich mich abfinden, das müsse ich akzeptieren, das wäre nunmal mein Leiden.
      Ich muss aber irgendwie funktionieren auch mit Migräne und mit diesen Auren, verstehen Sie das? Kann man denn da gar nichts machen?

      Ich danke Ihnen vielmals für alles was Sie für uns tun, Danke das es auch Ärzte wie Sie gibt, Sie lassen mich den Glauben an die Ärzte nicht ganz verlieren.
      Viele Grüße, Sandy Klotzek

  2. Heiko59 sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich bin seit dem Aufenthalt in Ihrer Klinik im Mai diesen Jahres, bestens auf meine Basilarismigräne eingestellt. Eine für mich gesunde und passende Mischung aus Amlodipin/2,5mg- 1-0-0, Metoprolol/ 47,5mg-1- 0-2, Diasporal- Magnesium/300mg- 1-0-1 und natürlich Topiramt/ 100mg- 0-0-1
    Ich habe von Anfang an keinerlei Nebenwirkungen bemerkt. Keine Schlafprobleme, keine Gewichtsprobleme, keine Defizite der Gedächnisleistung oder Sonstiges. Die Umstellung der Medikamente bekommt mir bisher sehr gut. Meinen letzten stärkeren Migräneanfall mir Aura hatte ich MITTE JUNI!! (HAMMER :-) )
    Ansonsten zweimal zwischendurch ein kurzes Aufflackern, das aber genau so schnell verschwand,(30min) wie es erschienen ist, und ohne Aura. Habe dafür auch keine Schmerzmittel gebraucht.
    Jetzt Interessiert mich natürlich brennend, wie lange diese Positive Wirkung in etwa anhalten wird, bis der Körper sich an die Medikamente gewöhnt, und der Zustand sich wieder verschlechtert. Und auch ob es sein kann, das sich noch spätere Nebenwirkungen einstellen, wie zB. Leberprobleme oder Nierenleiden? Und wie man dann evtl. weiter vorgehen kann, und die weitere Behandlung aussieht.
    Vielen Dank für die Antworten
    Mit freundlichen Grüßen
    Heiko

    • Lieber Heiko,

      ich freue mich sehr, dass Sie eine gute Besserung verzeichnen können. Die Wirkung wird mit großer Wahrscheinlichkeit bestehen bleiben, eine Gewöhnung an die Medikamente ist nicht zu erwarten. Spätere eventuelle organische Probleme sind sehr unwahrscheinlich. Vierteljährliche Laborkontrollen sollten prinzipiell veranlasst werden. Bei Auffälligkeiten kann dann gegengesteuert werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Siri sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich habe schon seit Jahren Migräneanfälle, die in Dauer und Intensität sehr unterschiedlich sind. In letzter Zeit treten sie aber häufiger auf und halten oft bis zu 3 Tagen an, dann allerdings nicht ganz so heftig, so dass ich gerade noch arbeiten kann.
    Mir ist aufgefallen, dass sich die Anfälle jetzt oft mit permanentem unkontrollierbarem Gähnen ankündigen. Ich bin bis vor zwei Jahren wegen einer Angsterkrankung und Depressionen in psychotherapeutischer Behandlung gewesen und habe in dieser Zeit auch Antidepressiva ( Paroxetin ) genommen. Die Migräneanfälle sind in dieser Zeit zurück gegangen. Seit zwei Jahren bin ich aber medikamentenfrei. Ich mache Sport, achte auf regelmässige Mahlzeiten und Entspannung, versuche genug zu schlafen. Bei Anfällen versuche ich mit so wenig Schmerzmitteln als möglich auszukommen. Für eine Einschätzung Ihreseits oder einen Tipp wäre ich sehr dankbar.
    Mit freundlichen Grüssen,
    Siri

    • Liebe Siri,

      es besteht eine enge Verbindung zwischen Migräne und Depressionen. Bei schweren Migräneverläufen kann auch die Stimmung in Mitleidenschaft gezogen werden. Für die vorbeugende Behandlung empfiehlt sich tatsächlich ein Antidepressivum. Sie achten auf ein sehr vernünftiges Verhaltensprogramm und wissen, wie man durch Tagesplanung die Migränewahrscheinlichkeit reduzieren kann.

      Sollten an mehr als 7 Tagen im Monat Attacken auftreten, wäre eine zusätzliche medikamentöse Behandlung zu erwägen. Die Auswahl richtet sich nach den Gesamtumständen. Sollte Stimmung und Schlaf beeinträchtigt sein, ist ein trizyklisches Antidepressivum möglich, stehen Stiummung und Angst im Vordergrund, kann ein angstlösendes Antidepressivum erwogen werden.

      Das Gähnen ist ein häufiges Hinweissymptom der Migräne und kann als Schutzreflex bei Sauerstroff- und Energiemangel im Nervensystem aufgefasst werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Martin E. sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich beziehe mich auf einen Artikel in der Ärztezeitung vom 20.07.2011 mit dem Titel “Wege aus dem Spannungskopfschmerz” von Andreas Häckel. Hier werden Sie zitiert von einer Veranstaltung von CT Arzneimittel in Berlin, indem Sie über Spannungskopfschmerzen berichten und deren Auswirkungen auf das körpereigene Schmerzsystem. Ferner wie diese Schmerzen chronifizieren durch Schlafstörungen, chronische Erschöpfung oder den Übergebrauch von Schmerzmitteln als Akuttherapie über mehr als zehn Tage pro Monat. Als mögliche Lösung berichten sie über die Substanz Flupirtin (z.B. Katadolon® S long) die bei längerer Anwendung u.a. die Schmerzchronifizierung hemmen oder sogar rückgängig machen kann.

    Worauf dieser Artikel nicht eingeht, was auch gleichzeitig meine Frage wäre
    a) in welcher Dosierung das Medikament verabreicht wurde?
    b) ob diese Therapie eine mögliche Prophylaxe darstellt? (Spannungskopfschmerzen können ja wiederum Migräne auslösen)
    c) über welchen Zeitraum man dieses Medikament optimalerweise nehmen soll?
    d) In einem früheren Beitrag (ich glaube 2006) haben Sie ausgeführt, das bei einem bestehenden Medikamentenübergebrauch das Katadolon nicht gegeben werden soll. Welche Faktoren führten zu dem neuen Erkenntnisstand?

    Ich bin nicht abgeneigt, diese Therapieform auszuprobieren, da ich eine Mischform von Spannungskopfschmerz und Migräne habe, mit dem Ziel den Spannungskopfschmerz zu vermindern um damit auch die Migräne bzw. vermeintliche Migräne zu verringern.

    Vielen Dank im voraus für die Antworten
    Mit freundlichen Grüßen
    Martin E.

    • Lieber Martin,

      der Artikel berichtet über einen Vortrag zur Behandlung von spannungsbedingten Schmerzen im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich. Die Behandlung mit Katadolon S long, eine Tablette zur Nacht, kann bei solchen sekundären, spannungsbedingten Schmerzen wirksam sein. Die Behandlung erfolgt typischerweise über Tage bis mehrere Wochen.

      Anders ist es, wenn ein primärer Kopfschmerz, wie Migräne, oder Kopfschmerz vom Spannungstyp vorliegt. Auch hier sollte die 10/20-Regel eingehalten werden. Bei Migräne ist eine Wirkung von Katadolon nicht zu erwarten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Martin E. sagt:

        Lieber Herr Prof. Göbel,

        ist es nicht so dass beim Ablauf von Migräne oder Spannungskopfschmerz sich Nacken, Schultern schmerzhaft verspannen, je öfter desto mehr. Hier entsteht dann doch ein sekundärer spannungsbedingter Schmerz. Begünstigt das dann nicht auch wieder primäre Schmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz)?

        Mit freundlichen Grüßen
        Martin E.

  5. vin sagt:

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel,

    ich habe eine Frage zur Wirksamkeit und zu Erfahrungen von intravenös gegebenen Procain. Es gibt viele Berichte, wo nach 10 Behandlungen die Migräne sehr stark zurückgeht oder ganz verschwindet.
    Was halten Sie davon, kennen sie einen Arzt der das seriös durchführt.

    Vielen Dank für Ihre Antwort

    • Liebe Vin,

      leider gibt es zu dieser Behandlung keinen Wirkungsnachweis. Die Therapie wird bei vielen Erkrankungen versuchsweise durchgeführt. Es handelt sich um eine sog. unkonventionelle Therapie. Solche Berichte basieren auf Einzelverläufen, ohne Langzeitkontrolle und ohne Vergleich mit einer Scheinbehandlung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Rose11 sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Göbel,
    ich leide an chronischen Clusterkopfschmerzen seit Jahren. Habe alle Medikamente lt. den DGN Richtlinien ausprobiert ohne jeglichen Erfolg, aber zum Teil mit heftigsten Nebenwirkungen. Seit 1.9.10 sind bei bestimmten Triptanen eine hohe Zuzahlung zu leisten. Das Medikament, das ich einnehme ist AscoTop 5mg als Schmelztablette. Auf die nasale Form kann ich leider nicht ausweichen. Ich habe sehr empfindliche Schleimhäute und bekomme auch Nasenbluten bei AscoTop Nasal. Leider habe ich auch mit AscoTop nasal zudem keinen Erfolg bei den Attacken.
    Haben Sie eine Erklärung, warum die Schmelztablette eine Wirkung zeigt.
    (ich habe lange Attacken) und in der nasalen Form keine Wirkung.
    Vielen Dank.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rose11

    • Liebe Rose,

      sowohl Nasenspray, als auch Schmerztablette beinhalten den gleichen Wirkstoff. Es kann daher nicht an der Wirksubstanz liegen. Der Grund dafür, dass das Nasenspray nicht wirkt, ist wahrscheinlich eine reduzierte Aufnahme in der Nasen- und Rachenregion.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Diana sagt:

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel,

    ich hätte eine Frage zu meiner Migräneaura.
    Ich hatte seit ich etwa 22 Jahre alt bin, ab und zu, vielleicht 5-6 mal eine richtige Migräneattacke ohne Sehstörungen.
    Seit Dezember 2009 leide ich in unregelmäsigen Abständen unter Flimmerskototmen, manchmal mit Taubheitsgefühlen im jeweiligen Gesichtsbereich. Letzten Sommer hatte ich 5 Monate Ruhe und im Oktober letzten Jahres, nach einer stressigen Zeit fingen sie wieder an. Manchmal nur einmal im Monat und einmal war es 3 mal die Woche.
    Seit letzter Woche, wieder eine ziemlich stressige Phase, kamen sie nun schon 4 mal in 6 Tagen, seit Beginn letzter Woche habe ich auch oft im Hintergrund, leichte bis mittleschwere Kopfschmerzen, ohne Übelkeit.
    MRT im letzten November, EEG letztes Jahr, auch im letzten Jahr Dopplersonografie der Halsschlagadern brachten keine Befunde bis auf das im MRT des Kopfes, irgendwo leichte Verkalkungen festgestellt wurden. Diese hätten aber, laut eines Arztes der Uniklinik in Bonn, wo ich mich in meiner Verzweiflung vorgestellt habe, nichts mit den Flimmerskotomen zu tun.
    Ich habe aber jetzt sehr große Angst wegen dem momentan vermehrten Auftretens der Flimmerskotome und achte besonders genau auf alles was in meinen Augen vorgeht.
    Muss dieses vermehrte Auftreten der Flimmerskotome und den Kopfschmerz den ich täglich immer mal wieder habe was schlimmes bedeuten?

    Vielen Dank für ihre Antwort, Diana Brockmann

    • Liebe Diana,

      bei einer Migräne können Auren in unterschiedlicher Häufigkeit auftreten. Wenn dies über mehrere Jahre bereits geschieht, der neurologische Untersuchungsbefund und das MRT regelrecht sind, sind “schlimme” Erkrankungen nicht wahrscheinlich, bzw. sogar auszuschließen. Konzentrieren Sie sich daher auf eine effektive Migränetherapie.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Guten Abend Herr Prof. Göbel,

    ich habe chronischen CKS. Die Prophylaxen, auf die ich in den letzten Jahren eingestellt wurde, waren:
    Verapamil (bis 940 mg), Lithium (900mg), Topamax (250mg), Cortison (100mg oral, dann ausschleichen), Gabapentin, Ergotamin, ONIs, Indometacin, Valproinsäure und langwirkende Triptane – jeweils einzeln als auch in Kombination untereinander.
    Topamax zusammen mit Verapamil und Ergotamin war die einzige Attackenvorbeugung, die einen spürbaren Effekt hatte. Jedoch musste ich zuerst das Ergotamin aufgrund von starken Durchblutungsstörungen und Krämpfen und dann das Topamax wegen Nierenproblemen absetzen. Zur Zeit habe ich überhaupt keine Prophylaxe und die Schmerzen treiben mich in den Wahnsinn. Mein Neurologe wusste nicht, was er mir noch verschreiben sollte.
    Ich wäre Ihnen überaus dankbar, wenn Sie mir einen Rat geben könnten, was ich noch tun kann!

    Vielen Dank im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Gretchen

    • Liebes Gretchen,

      Sie haben nach Ihrer Schilderung einen sehr schweren Verlauf eines Clusterkopfschmerzes. Viele sonst bewährte Therapieverfahren haben Sie bereits eingesetzt. Daher kann ein Standardvorgehen wahrscheinlich nicht weiterführen. Es muss daher für Ihren Einzelfall ein Weg gefunden werden. Dafür stehen mehrere Alternativen zur Verfügung, die je nach individueller Situation ausgesucht werden müssen.

      Ich rate Ihnen zu einer stationären Einstellung in einer spezialisierten Klinik.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Florian sagt:

    Guten Abend Prof. Göbel,
    aus aktuellem Anlass hab ich ein paar Fragen zur CKS Thematik. Mein Bruder ( 18 Jahre) hat momentan seine allererste Episode. Leider hat diese solch eine Intensität das er heute Nacht mit Notarzt und Rettungstransportwagen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dort angekommen gab es 500mg Methylprednisolon mit einer NaCl i.v. . Leider brachte dies überhaupt keine Linderung, nicht im geringsten!

    Kann es sein das man als Clusterkopf auf O2 & Imigran & Kortision nicht anspricht?
    Er hat im Akut Fall die komplette CKS-Symptomatik.

    Wäre es in diesem Fall ratsam eine Unterbringung in der Schmerzklinik Kiel anzustreben?

    Ich bin selber seit einem Jahr ein Clusterkopf und habe auch viel Erfahrung mittlerweile, aber sein Cluster ist weitaus bösartiger als das was ich kenne.

    Ich danke Ihnen schonmal im vorraus für Ihre Mühe!

    MfG

    • Lieber Florian,

      Methylprednisolon hilft bei Clusterkopfschmerzen nicht akut. Bei entsprechender Dosierung kann es nach ein bis zwei Tagen die folgenden Attacken stoppen. Im akuten Anfall jedoch tritt keine Wirkung ein.

      Für den Akutanfall helfen am zuverlässigsten Sumatriptan s.c. und Sauerstoff. Dieses Vorgehen jedoch sollte nur für ein bis zwei Tage notwendig sein. Wichtig ist, dass sofort eine effektive Vorbeugung aufgebaut wird, die dann weitere Attacken verhindert.

      Wenn eine ambulante Einstellung nicht wirksam ist, ist eine stationäre Therapie ratsam.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Diana sagt:

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel,

    ich hoffe es macht ihnen nichts aus wenn ich noch eine Frage stelle, die ich leider gerade vergessen habe.
    Können die Augenschmerzen, die ich auch in “Flimmerfreien” Zeiten oft habe, in “Flimmer vermehrten” aber stärker, auch damit zusammenhängen?

    Nochmals vielen lieben Dank, Diana Brockmann

    • Liebe Diana,

      Stress aus dem Augenbereich, wie z.B. trockene Augen, oder Brechungsfehler, können sich ungünstig auswirken. Allerdings ist ein direkter Zusammenhang mit den Auren nicht wahrscheinlich. Lassen Sie sich jedoch einmal augenärztlich untersuchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ist es sinnvoll beim chronischen Cluster-Kopfschmerz neben bestehender Prophylaxe zusätzlich hochdosiertes Magnesium und Vitamin. B 2 einzunehmen? Oder kann man sich das sparen?

    Herzlichen Dank und alles Gute

    Harald Rupp

    • Lieber Herr Rupp,

      eine Wirkung erwarte ich von der zusätzlichen Medikation nicht, daher kann man sie sich sparen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Mara sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    seit fast zwei Jahren nehme ich sehr viele Triptane gegen Migräne (ohne Aura), mittlerweile fast täglich ein Sumatriptan 100mg. da die Migräne ansonsten nicht auszuhalten ist. Zahlreiche Prophylaxe-Versuche sind fehlgeschlagen, ein Aufenthalt in der Schmerzklinik Kiel brachte nur kurze Besserung.

    Zwar kann ich an der Dosierung leider nichts ändern, dennoch macht mir der Medikamentengebrauch auf Dauer große Sorgen. Sind Langzeitfolgen bei einer derartig hohen Einnahme von Triptanen bekannt?

    Herzlichen Dank
    Mara

    • Liebe Mara,

      wenn Sie die 10/20-Regel überschreiten, wird leider keine vorbeugende Behandlung nachhaltig wirksam sein. Es muss eine erneute Medikamentenpause erfolgen. Es ist dann zu hoffen, dass Sie die 10/20-Regel einhalten können. Besteht jedoch eine chronische Migräne mit mehr als 15 spontanen Migränetagen pro Monat, hilft leider auch die Medikamentenpause nicht richtig weiter: Denn auch dann treten bei Beachtung der 10/20-Regel an mehr als 15 Tagen im Monat Migräneattacken auf.

      Sie sollten noch einmal den Verlauf anhand Ihres Schmerzkalenders in der Kopfschmerzsprechstunde klären lassen. Anhand des Ergebnisses kann dann eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Bepe sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    seit 3 Jahren nehme ich im Schnitt 5 mal monatlich eine Relpax (40mg). Sie helfen meistens schnell und nur ab und zu benötige ich für einen Migräneanfall 2 Tabletten.
    Aufgrund der hohen Zuzahlung versuche ich aktuell das Medikament Maxalt (10 mg). Bisher habe ich nur 1 Tablette eingenommen, stelle aber fest, dass sie wesentlich weniger Wirkung zeigt, als eine Relpax.
    Kann ich dies ausgleichen, in dem ich am Anfang der Attacke gleich 2 Tabletten nehme, also 20 mg?
    Ist der Wirkstoff von Maxalt gleichzusetzen mit dem Wirkstoff von Relpax?

    Gibt es anstelle von Maxalt noch ein anderes günstiges Medikament, dass Relpax ersetzen könnte?

    Viele Grüße

    • Liebe(r) Bepe,

      es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man hier vorgehen kann:

      In der praktischen Anwendung zeigt sich, dass sich die individuelle Wirksamkeit und Verträglichkeit von Triptan zu Triptan ausgeprägt unterscheiden kann und klinische Vergleichbarkeit nicht besteht. Patienten können folgende Schritte in Betracht ziehen:

      Nochmals einen neuen Anlauf unternehmen und die beiden günstigen Triptane Sumatriptan und Rizatriptan (Maxalt-Tabletten) austesten. Das Rizatriptan weist dabei im Vergleich eine etwas stärkere und schnellere Wirkung auf. Die meisten Sumatriptan-Generika kosten noch nicht einmal die 10%ige Zuzahlung.
      Bei nicht ausreichender Wirkung richtige Dosierung beachten, ggf. die Dosis erhöhen (Sumatriptan 100 mg statt 50 mg, Rizatriptan 10 mg statt 5 mg).
      Möglichst frühe Einnahme im Migräneanfall anstreben.
      Durch eine solche Triptanrotation den bisherigen Anbieter zum Preiswettbewerb ermuntern.
      Wenn früher ein anderes Triptan nicht geholfen hat (oder schlechter verträglich war), kann dies zu einem späteren Zeitpunkt ohne weiteres möglich sein, daher nicht auf frühere Erfahrungen verlassen.
      Resorptionsverbesserung durch Zugabe eines Mittels gegen Übelkeit wie MCP oder Domperidon erzielen.
      Beim Zolmitriptan kann anstelle der Tablette und Schmelztablette auf das Nasenspray ausgewichen werden, das von der Festbetragsregelung nicht betroffen ist.
      Wirksamkeitsverbesserung und vor allem auch Reduktion von Wiederkehrkopfschmerzen durch Zugabe eines langwirksamen NSAR wie Naproxen 500 mg testen.
      Vorbeugung mit Medikamenten neu einstellen.
      Vorbeugung durch Verhalten intensiv beachten.

      Zu Ihrer konkreten Frage: Es ist grundsätzlich möglich, im Einzelfall auch 2 Tabletten Maxalt initial im Anfall zu nehmen. Dies kann aber nur durch den behandelnden Arzt im Einzelfall entschieden werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Julia sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel!

    Ich leide seit August 2010 unter Clusterkopfschmerzen. Im Februar diesen Jahres wurde die Diagnose gestellt und ich bin seitdem in Behandlung bei einem Neurologen und einem Schmerztherapeuten.

    Seit dem 19.07. bin ich in einer Rehaklinik. (wurde von der Krankenkasse gezwungen eine Reha zu beantragen…) Hier wurde mir im Anschluss an das Erstgespräch direkt gesagt, dass man mir hier nicht helfen kann. Weiterhin teilte man mir mit, dass ich abhängig von Medikamenten bin (täglich Topiramat 75mg, im Notfall zur Attackenbehandlung Imigran inject, Ascotop nasal oder Sumatriptan-Tabletten). Seit ich in dieser Klinik bin bekomme ich nachts meist 3 Attacken. Meine Notfallmedikamente hat man mir allerdings abgenommen. Wenn mich nun eine Attacke heimsucht, soll ich nach der Nachtschwester klingeln. Dazu bin ich aber nicht in der Lage. (Selbst wenn würde es viel zu lange dauern bis die Schwester bei mir im Zimmer ist!)

    Ich habe den Eindruck, dass man hier keine Ahnung von meiner Krankheit hat, was man aber nicht zugeben möchte. Ich bin für die Ärzte hier einfach nur abhängig von Triptanen und mehr bekomme ich hier nicht zu hören.

    Haben Sie eine Idee, wie ich mich hier in der Klinik durchsetzen kann? Schliesslich sind Notfallmedikamente für den Notfall gedacht. Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt….

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Julia

    • Liebe Julia,

      aus Ihrer Schilderung muss ich schließen, dass hier von Anfang anscheinend Fehlentscheidungen die Regel sind. Stellen Sie sich möglichst schnell in einer spezialisierten Kopfschmerzsprechstunde, oder Klinik vor.

      Akute Clusterkopfschmerzen sind keine Indikation für eine Reha-Behandlung. Sie gelten als Notfall und bedürfen einer hochspezialisierten Behandlung.

      Informieren Sie sich bitte auch auf http://www.clusterkopf.de.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Rose11 sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof.Dr. Göbel,
    seit 1.9.10 ist die hohe Zuzahlung bei den Triptanen. Leider hat sich bis jetzt die Pharmaindustrie bei bestimmten Medikamenten wie Relpax u.AscoTop 5mg Schmelztablette nicht die Preise gesenkt. Wenn man alle Triptane noch einmal ausprobiert hat und keinen Erfolg hat, was kann man noch tun.? Jeder Patient sollte doch sein Triptan bekommen, das er benötigt. Es kann definitiv nicht sein dass man als chronischer Schmerzpatient von den Krankenkassen so im Stich gelassen wird. Es gibt Unterschiede bei den Triptanen. Bei manchen hat man heftigste Nebenwirkungen.
    Wie kann man die Poltik dazu bewegen, dass endlich jeder Schmerzpatient, sein Triptan, dass er dringend benötigt ohne Zuzahlung bekommt.?
    Vielen Dank.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Liebe Rose,

      denken Sie bei der nächsten Bundestagswahl an dieses Thema und wählen Sie “richtig”. Fragen Sie auch einmal Ihre Wahlkandidaten zu ihren Einstellungen dazu.

      Kopfschmerzpatienten stellen die absolute Mehrheit in Deutschland, 54 Millionen sind betroffen. Die Bürger haben es selbst in der Hand und entscheiden, welche Politik greifen soll.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Muschel sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ist das Medikament Cipralex verträglich mit Imigran T 100 und Topamax?

    Ist Sisare-Gel (Estradiol-Hemihydrat)- Ötrogen-Gel bei Wechseljahrsbeschwerden trotz Migräne zu empfehlen oder ist eher abzuraten?

    Vielen Dank.

    Gruß
    Muschel

    • Liebe Muschel,

      in der Regel ist die Verträglichkeit gegeben.

      Eine Östrogen-Therapie für Wechseljahrsbeschwerden wird heute aufgrund des erhöhten Brustkrebsrisikos sehr zurückhaltend angesetzt. Der Einfluss auf die Migräne ist leider nicht vorherzusagen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich war vergangenes Jahr im September bei Ihnen in Kiel wegen meiner schwer verlaufenden chron. Migräne. Da mir das damals von Ihnen verordnete Trimipramin nicht weiterhalf, hatte ich mehrmals mit Ihnen telefonischen bzw.- E-Mailkontakt aufgenommen bezüglich Alternativen. Inzwischen habe ich einen Versuch mit Sertralin hinter mir, sowie vor drei Monaten eine Botoxinjektion – leider ebenso erfolglos.
    Ich hatte Sie bereits im letzten Live-Chat im Juni auf eine Prophylaxe mit Pizotifen angesprochen, da Sie mir dies damals in Kiel als weitere Möglichkeit genannt hatten.
    Sie hatten mir dann im Chat angeboten, dies wiederum im persönlichen Gespräch zu vertiefen, da der bisherige Kopfschmerzverlauf mit zu beachten sei.
    Leider konnte ich Sie seitdem weder telefonisch noch per E-mail erreichen. Vielleicht könnten Sie mir einen Zeitpunkt nennen, wann und wie ich Sie persönlich sprechen kann. Da ich am Bodensee wohne, ist mir eine Anreise nach Kiel leider nicht so einfach möglich.
    Ich bräuchte allerdings sehr, sehr dringend Ihren Rat, da es mir mit bis zu drei Migräneanfällen in der Woche plus täglichem Dauerkopfschmerz gar nicht gut geht und ich zudem seit Absetzen des Trimipramin an starken Zyklusstörungen leide.
    Ich wäre Ihnen um eine Rückmeldung sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Lena K.

    • Liebe Sternenelfe,

      melden Sie sich doch bitte direkt in meinem Sekretariat bei Frau Fromm, um einen Telefontermin zu erhalten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Louise sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich habe gesehen, dass die Schmetterlingsdame ihren Beitrag versehentlich unter einem anderen Datum eingestellt hat, deshalb habe ich ihn hier her kopiert:
    Mit freundlichen Grüßen Louise

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel

    Ich habe seit ca. 17 Jahren chronische Migräne und bin ja seit ca. 9 Monaten im Status Migränikus. Seit dem 11. Juli werde ich endlich mit Cortison behandelt. Für dies bin ich soooo dankbar. Ich nahm mit Absprache von diesem Forum und meinem Hausarzt (der sich als Anfänger auf diesem Gebiet betitelt) 10 Tage 100 mg Cortison. Die Schmerzen waren dann in einem Mass das sich wieder aushalten lässt. Also ich komme auch mal auf die 4 oder 5 runter in der Schmerzskala. Ich habe nach 10 Tagen mit 50mg Cortison angefangen. Der erste Tag blieb mit den Schmerzen gleich heftig, der Zweite war wieder sehr stark, so dass ich mich fragte ob ich nochmals einen Schub 100mg nehmen dürfte, dies war dann aber über das Wochenende und es war dann auch nicht so schlimm und ich blieb auf den 50mg. Also ich nehme jetzt nach den 10 Tagen 100mg Cortison den 5. Tag 50mg und es sind nochmals 5 Tage mit 50mg geplant. Ist das gut so? Und wie würden Sie empfehlen dann weiter zu fahren? Ich bin noch nicht schmerzfrei. Ich hatte aber heute im Schnitt ca. die Schmerzskala 4 und etwa 4 mal am Tag eine Stunde die Schmerzskala 7 für jeweils eine Stunde. Wie würden Sie nach diesen 10 Tagen 50mg reduzieren? Auch nehme ich von der Schmerzklinik verordnet Topiramat-Teva morgens 25mg und abens 50mg, was auf 100mg pro Tag nächste Woche hoch dosiert werden sollte. Das denke ich, ist eine gute Profilaxe, die ich bestimmt weiter nehmen sollte, oder? Ich nehme wegen den starken Monatsblutungen eine Antibabypille. Habe jetzt aber letzte Nacht eine Blutung eine Woche zu früh bekommen. Dies ist kann eine harmlose Nebenwirkung vom Cortison sein, oder? Vielen herzlichen Dank für Ihre Antworten die Schmetterlingsdame aus der Schweiz

    • Vielen Dank, Louise, aber die Schmetterlingsdame hat es doch noch selbst geschafft, den Beitrag richtig einzustellen. Ich werde daher direkt unter ihrem Beitrag antworten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Christine sagt:

    Hallo Prof. Göbel,

    ich bin das erste mal im Live-Chat, finde ich total klasse, dass es diese Möglichkeit gibt. Ich habe auch eine Frage. Ich war letzten Dezember bei Ihnen in der Klinik, da ich seit 13 Jahren an chronischen Spannungskopfschmerzen leide. Mir wurde Venlafaxin 75 mg, verschrieben. Diese nehme ich immer noch, leider kann ich noch keine Veränderung feststellen. Nun weis ich nicht, was ich tun soll ob noch ein bisschen “abwarten” oder langsam ausschleichen. Davor habe ich wiederrum “Angst”, da ich bereits das Amytriptelin genommen habe und bei der Absetzung sehr große Problem hatte. Es fühlte sich an wie ein “Entzug”. Wenn ich jetzt mal eine Tablette vergesse, merke ich es gegen Mittag sofort, da ich innerlich sehr unruhig werde, Übelkeit und Schwindelgefühle habe. Ich möchte ungern noch mehr Medikamente ausprobieren.

    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus und viele Grüße aus Dresden!
    Christine

    • Liebe Christine,

      wenn Venlafaxin gut vertragen wird und der chronische Spannungskopfschmerz noch weiter besteht, ist es erwägenswert, die Behandlung noch für 3 – 6 Monate weiterzuführen. Manchmal kann es länger dauern, bis die Therapie greift. Das Absetzen sollte in jedem Fall sehr langsam erfolgen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. venus sagt:

    Ich habe seit 20 Jahren Kopfschmerzen, die sich im Laufe der Zeit zu einer starken Migräne entwickelt haben (ohne Triptaneinnahme Dauer bis zu 48 Std.). Ich nehme so zw. 3 und 5 Triptane im Monat ein. Ab und zu halte ich einen Anfall aus. Seit einiger Zeit merke ich, dass ich oft sehr niedergeschlagen bin, keine richtige Freude verspüre und vor allem bin ich nicht mehr so leistungsfähig. Von Natur aus bin ich mehr der Pessimist, der sich auch schwer mit Veränderungen und Loslassen tut.

    Jetzt bin ich am Überlegen, einen Neurologen zwecks Abklärung einer Depression und evtl. Psychotherapie zu gehen. ich habe aber Angst Triptane und gleichzeitig Antidepressiva zu nehmen, weil ich nicht weiß, wie diese Tabletten sich bei mir und speziell bei Migränikern auswirken.
    ich bin 49 Jahre und noch nicht in den Wechseljahren.

    • Liebe Venus,

      Migräne und Depressionen können häufig gemeinsam auftreten. Ihre Überlegung, eine neurologische und psychotherapeutische Behandlung anzustreben, kann ich nur unterstützen. Sehr viele Menschen nehmen Triptane und Antidepressiv gleichzeitig, die Vertäglichkeit ist dabei gut.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Hannana sagt:

    Sehr geehrter Herr Göbel,

    ich habe seit 4 Jahren einen chronischen Spannungskopfschmerz, der wohl durch eine instabile HWS kommt. Dieser kann migräneartige Schmerzen auslösen. Nach einer ersten Behandlung mit Clomipramin war ich immer wieder schmerzfrei.
    Seit 6 Monaten (nach einer Infektion) habe ich täglich Schmerzen die momentan ihren Höhepunkt erreichen. 2 Tage Klinikaufenhalt erbrachten keine Ergebnisse, ich bin also kerngesund. Aber auch die Klinik hat es mit Schmerzmitteln nicht geschafft den Kopfschmerz überhaupt einzudämmen. Seit einem Jahr nehme ich Amitryptillin. Seit 5 Monaten eine höhere Dosierung. Es verändert sich leider gar nichts. Einzig während einer Antibiotika behandlung war ich schmerzfrei (was für mich keinen Sinn ergibt). Sprich 15 Tage ohne Schmerzen. Ich bin 26, nicht mehr fähig meinen Haushalt zu machen bzw. mein Studium fortzuführen. Katadolon, Ibruprofen, Sumatriptan – alles ausprobiert, nichts hilft. Was kann ich noch tun? Die Schmerzen sind beidseitig, sehr scharf manchmal stechend, manchmal pulsierend. Migräne ist es aber wohl keine. Oder kann diese auch täglich bestehen? Was wäre ihr Tipp bezüglich Medikamenten?

    Viele Grüße aus Stuttgart,
    Johanna

    • Liebe Johanna,

      Sie schildern einen sehr komplexen Verlauf. Möglich sind Kombination aus einer häufigen Migräne und einem chronischen Spannungskopfschmerz, oder jedoch eine chronische Migräne. Dies kann nur individuell in einer Kopfschmerzsprechstunde anhand Ihres Kopfschmerzkalenders und Behandlungsdaten geklärt werden.

      Warum Sie während Ihrer Antibiotikabehandlung schmerzfrei waren, lässt sich so nicht erschließen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Sehr geehrter Herr Professor Göbel

    Ich habe seit ca. 17 Jahren chronische Migräne und bin ja seit ca. 9 Monaten im Status Migränikus. Seit dem 11. Juli werde ich endlich mit Cortison behandelt. Für dies bin ich soooo dankbar. Ich nahm mit Absprache von diesem Forum und meinem Hausarzt (der sich als Anfänger auf diesem Gebiet betitelt) 10 Tage 100 mg Cortison. Die Schmerzen waren dann in einem Mass das sich wieder aushalten lässt. Also ich komme auch mal auf die 4 oder 5 runter in der Schmerzskala. Ich habe nach 10 Tagen mit 50mg Cortison angefangen. Der erste Tag blieb mit den Schmerzen gleich heftig, der Zweite war wieder sehr stark, so dass ich mich fragte ob ich nochmals einen Schub 100mg nehmen dürfte, dies war dann aber über das Wochenende und es war dann auch nicht so schlimm und ich blieb auf den 50mg. Also ich nehme jetzt nach den 10 Tagen 100mg Cortison den 5. Tag 50mg und es sind nochmals 5 Tage mit 50mg geplant. Ist das gut so? Und wie würden Sie empfehlen dann weiter zu fahren? Ich bin noch nicht schmerzfrei. Ich hatte aber heute im Schnitt ca. die Schmerzskala 4 und etwa 4 mal am Tag eine Stunde die Schmerzskala 7 für jeweils eine Stunde. Wie würden Sie nach diesen 10 Tagen 50mg reduzieren? Auch nehme ich von der Schmerzklinik verordnet Topiramat-Teva morgens 25mg und abens 50mg, was auf 100mg pro Tag nächste Woche hoch dosiert werden sollte. Das denke ich, ist eine gute Profilaxe, die ich bestimmt weiter nehmen sollte, oder? Ich nehme wegen den starken Monatsblutungen eine Antibabypille. Habe jetzt aber letzte Nacht eine Blutung eine Woche zu früh bekommen. Dies ist kann eine harmlose Nebenwirkung vom Cortison sein, oder? Vielen herzlichen Dank für Ihre Antworten die Schmetterlingsdame aus der Schweiz

    • Liebe Schmetterlingsdame,

      die Kortisonbehandlung kann bei einem Status migraenosus für ein bis drei Tage, oder bei einer Medikamentenpause für ca. 8 – 14 Tage erwogen werden. Die langwährende, relativ hoch dosierte Dauerbehandlung mit Kortison, wie Sie sie jetzt schildern, ist keine zielführende Lösung und bedenklich.

      Kortison sollte vorübergehend eingesetzt werden. Wichtiger ist eine Prophylaxe für die Langzeittherapie zu finden. Topiramat ist eine entsprechende Möglichkeit. Regelanomalien können unter einer Kortisonbehandlung auftreten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Saphira78 sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich habe seit vielen Jahren Migräne mit Aura. Nach 3 Schwangerschaften hat die Migräne einen gewissen Höhepunkt bei mir erreicht gehabt und ich wurde auf Topiramat eingestellt. Mittlerweile bin ich bei 75mg angekommen und vertrage es soweit ganz gut. Ich habe nur, seit der ca. 50mg Dosierung, extreme Muskelkrämpfe die sich nicht nur auf die Waden beschränken sondern auch in Armen, Händen, Kiefermuskeln und allen möglichen Muskelgruppen vorkommen (beim husten, niesen usw.). Das ist sehr schmerzhaft und lässt sich leider auch durch hochdosierte Mg-Gabe nicht wirklich ändern, ich bin bei mittlerweile 1050mg am Tag. Was kann ich noch tun? Und lassen diese Krämpfe evtl. noch nach, denn ich möchte ungern das Topi absetzen denn es hilft mir sehr gut gegen die Migräne. Meine schweren “Tsunamis” mildert es ungemein ab und ich bin heute schon seit 9 Tagen migränefrei… (dafür hatte ich bis zum 18.7. insgesamt 8 mal)
    Dann habe ich noch eine Frage zu den Auren die ich oft habe und die nicht nur vor einer Migräne auftreten, sondern an manchen Tagen auch so gehäuft mit neurolog. Ausfällen wie Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen, Schwindel und Gangstörungen. Ich bin an einem “Auratag” abends meist nicht mehr in der Lage mich verständlich zu artikulieren, ich lalle, denke die richtigen Worte, spreche aber ein falsches aus, was ich aber auch sofort merke. Nur wenn ich versuche das Wort wieder richtig zu sprechen, kommt wieder ein falsches heraus. Das ist mit 3 Kindern von denen mindestens 1 ADS hat und konkrete Aufforderungen braucht um in ihren Abläufen zu bleiben, sehr schwierig für mich und wenn ich nicht richtig sprechen kann, einfach nur zum verzweifeln. Was ist das, was kann ich tun? In der neurolog. Praxis in der ich einige Jahre in Behandlung war, wurde ich mit den Worten abgespeist: das ist ganz normal bei Migräne, damit müsse ich mich abfinden, das müsse ich akzeptieren, das wäre nunmal mein Leiden.
    Ich muss aber irgendwie funktionieren auch mit Migräne und mit diesen Auren, verstehen Sie das? Kann man denn da gar nichts machen?

    Ich danke Ihnen vielmals für alles was Sie für uns tun, Danke das es auch Ärzte wie Sie gibt, Sie lassen mich den Glauben an die Ärzte nicht ganz verlieren.
    Viele Grüße, Sandy Klotzek

  24. Liebe Sandy,

    danke für die freundlichen Worte!

    Leider können unter Topiramat Muskelsteifheit, Muskelkrämpfe und Spasmen auftreten. Man könnte versuchsweise die Dosis um 25 mg reduzieren. Möglicherweise bleibt der vorbeugende Effekt erhalten und die Krämpfe werden weniger. Eine Besserung in der Langzeittherapie ist möglich. Es sollte eine sorgfältige endokrinologische Untersuchung veranlasst werden. Ebenfalls sollten die Elektrolyte überprüft werden.

    Ihre Beschwerden sprechen für eine schwerwiegende Aurasymptomatik. Ich gehe davon aus, dass diese bereits vor der Topiramattherapie bestanden. Es ist möglich, dass Topiramat die Symptome verbessert.

    Bei solchen schweren Ausfällen und häufigen Attacken sollten Sie, wenn die ambulante Behandlung nicht weiterführt, eine stationäre Behandlung erwägen.

    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel