Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 23.01.2012

  1. Heiner sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    darf ich ihnen hier meinen Krankheitsverlauf vorstellen und vielleicht um Ihre Einschätzung bitten.

    Ich heiße Heiner und bin fast 49 Jahre alt.

    Verlauf:

    Januar 2011 beim spazieren für den Bruchteil einer Sekunde schwarz vor Augen und das Gefühl umzukippen / Ohnmächtig zu werden. Normaler Gesundheitscheck, EKG, Blut ohne Befund, platt und schlapp über Monate, anfangs extrem, bis es langsam etwas besser wurde.

    9. September 2011 wieder den Bruchteil einer Sekunde schwarz vor Augen und das Gefühl umzukippen, wieder total platt. Nach 3 Tagen zum Arzt, da Taubheitsgefühl im rechten Bein, kleiner Check mit EKG, Blutabnahme u.s.w., erste Vermutung vom Hausarzt sind Kreislaufprobleme.

    19. September Blutergebnisse ok, Leber und Kolesterin ganz leicht erhöht. Als der Hausarzt hörte das mitlehrweile die Taubheitsgefühle auch im rechten Arm und der Zunge waren, weiterhinn platt und Konzentrationsprobleme, sofort Einweisung ins Krankenhaus mit Verdacht auf Schlaganfall.

    Dort Befragung, Motorische Tests, Blut, CT, EEG, Lumbal Punktion, Schädel MRT ohne Kontrastmittel dabei wurden 3 unspezifische supatentoielle Glioseherde (hieß es glaube ich), festgestellt wo der Arzt vermutet das sie älter sind („so etwas hätte fast Jeder“) meinte der Arzt, Ultraschall von Halsadern seitlich, im Nacken und an den Schläfen.
    Empfohlen wurde ein weiteres MRT vorsichtshalber nach einem Jahr zur Kontrolle.
    Befund: Verdacht auf Basilaris Migräne. Medikation 300 mg Eufiril als Profilaxe.

    10.10. 2011 Einlieferung auf Intensivstation mit Fieber bis 41 Grad und Entzündungswert CRP 15,3.
    Ein Grund wurde dafür nicht gefunden, Bericht Septisches Fieber nach Eufiril , ist aber Vermutung, ob da ein Zusammenhang besteht weiß man nicht.

    Letzte Diagnose vom Neurologen ambulant vom 18.1. 2012, Migräne und Depresion wobei die Depresion Hauptsächlich die Beschwerden ( auch die Körperlichen) und Symtome machen soll, das eine Depresion vorliegt halte ich auch auf Grund einer anderen länger zurückliegenden mißglückten OP mitlehrweile für wahrscheinlich, ob die aber da hinter steckt?

    Meine Symtome sind seit September 2011 mehr geworden und können im Minutentackt wechseln, kurz oder auch mal für 1, 2 oder einige Stunden da sein, zusammen oder auch einzeln da sein, auch die Stärke schwank, aber irgendwas ist immer da, am wenigsten beim liegen, SEIT SEPTEMBER 2011 IST IRGENDWAS IMMER DA, ALSO PRAKTISCH NIE OHNE BESCHWERDEN :

    Kopfschmerzen wechselnd, stechend, drücken, an wechselnden Stellen wie Schläfen, Stirn, oben auf dem Kopf, am Hinterkopf , manchmal wechselnd innerhalb von Sekunden oder länger anhaltend, die Dauer an den einzelnen Stellen variiert von weniger als1 Minute aufwärts, meistens aber nicht über Stunden an einer Stelle, dabei sind die schmerzenden Stellen manchmal berührungsempfindlich ( leicht schmerzhaft)

    Taubheitsgefühl im re. Bein, re. Arm, Zunge, Kiefer, re. Ohr

    Manchmal als wenn das rechte Auge, der rechte Mundwinkel und die rechte Gesichtshälfte, re. Arm, re. Bein etwas schwerer / verzögert reagiert, die Motorik nur zu 95% da ist

    Manchmal leichter Schwankschwindel

    Manchmal Druck hinter dem rechten Auge verschieden stark

    Stirn und re. Auge schmerzen bei Kälte oft

    Ein Gefühl der schwummerigkeit im Kopf ähnlich wie bei einer Grippe

    Konzentrationsprobleme

    Das Gefühl Sprachstörungen zu haben, was meistens aber nicht zu hören ist, beim sprechen muß ich mich aber oft konzentrieren

    Oft Augenschmerzen

    Manchmal Lichtempfindlich

    Manchmal sehr empfindlich auf schnelle Visuelle Reize (z.b. mit den Armen vor mir rumfuchteln)

    Oft brennendes heißes Fiebriges Gefühl im Gesicht

    Oft das Gefühl Fieber zu haben

    Oft Gliederschmerzen wie bei einer Grippe

    Körperlich schlapp und nicht leistungsfähig, dabei manchmal als wenn der Kreislauf Probleme macht das ich fast umkippe (vom Gefühl)

    Ab und zu starkes Zittern z.b. bei Aufregung

    Manchmal Sozialeangst /Depression

    Medikation:
    Ab 26.10.2011 Metoprolol 47,5mg
    Ab 30.11.2011 Metopolol 71mg
    Ab 19.1.2012 Metopolol 71mg, plus Paroxetin 20mg

    Über eine Einschätzung von Ihnen würde ich mich sehr freuen,
    viele Grüße und vielen Dank

    Heiner

    • Lieber Heiner,

      wenn ich richtig verstehe, konnte bisher bei den neurologischen Untersuchungen kein die Beschwerden erklärender Befund erhoben werden. Das ist zunächst einmal eine positive Situation, da schwerwiegende neurologische Erkrankungen mit den heutigen Untersuchungsverfahren präzise aufgedeckt werden können.

      Die mannigfaltigen und in kurzen Abständen sich ändernden Symptome und der zeitliche Verlauf, könnten auf eine nervale Übererregbarkeit hindeuten. Eine solche Situation findet sich z.B. bei Angsterkrankungen, Depressionen oder sog. somatoformen Störungen. Ihre Medikation scheint auch auf diese Diagnosen abzuzielen. Es ist wichtig, den Verlauf weiter zu kontrollieren und die Therapie konsequent durchzuführen.

      Für die Basilaris Migräne scheinen mir Ihre Beschwerden nicht spezifisch.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Anna sagt:

    Wann kann man damit rechnen, dass sie Zuzahlung auf Ascotop Tabletten reduziert
    wird, ich brauche von Maxalt pro Anfall deutlich mehr Tabletten (3), als von Ascotop.
    Alle anderen Triptane wurden erfolglos ausprobiert.

  3. beate1962 sagt:

    Lieber Prof. Göbel,
    ich nehme jetzt seit August Topamax und bin seit Anfang Oktober bei 100 mg. Mit grandiosem Erfolg. Bin auf max. 3 – 4 Anfälle im Monat runter und sehr glücklich damit. Nach anfäglich starken Schwierigkeiten vertrage ich Topamax jetzt sehr gut auch werden die Blutwerte regelmäßig kontrolliert und sind unverändert gut. Nun meine Fragen, wie lange kann und darf ich Topamax so weiter einnehmen, denn immerhin ist es ja ein Antiepileptikum und meine Sorge was macht das Medikament mit den Organen. Aber es hilft mir im umkehrschluß so sehr gut, das ich nicht darüber nachdenken mag es überhaupt je absetzen zu müssen. Oder kann man Topamax auch über Jahre einnehmen?
    Ich möchte mich ganz herzlich bedanken für all das was Sie für uns tun, für ihre Zeit die Sie sich nehmen. Vielen vielen Dank.
    Lg Beate

    • Liebe Beate,

      Antiepileptika müssen bei vielen Patienten ein Leben lang eingenommen werden. Sie sind für diese Langzeittherapie konzipiert. Natürlich müssen Sie regelmäßige Verlaufskontrollen durchführen lassen. Das gilt übrigens auch für alle anderen vorbeugenden Medikamente. Ist die Verträglichkeit gut, kann in aller Regel das Arzneimittel langfristig verwendet werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Anna2104 sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich habe eine Frage zu der Prophylaxe Venlafaxin. Ich habe diese neue Prophylaxe um 8 Uhr morgens eingenommen gegen 20 Uhr am abend habe ich starke Sehstörungen bekommen die bis zu 1 Stunde anhielten. Es war ein stark verschwommenes sehen mit flackern auch bei schließen der Augen habe ich ein starkes Farbengebilde gesehen. Da ich zu dem Zeitpunkt wegen eines sehr langen Migräneanfalls Kortioson bekommen habe, dachte mein Neurologe es kommt vom Kortison. Ich habe die einnahme von Venlafaxin unterbrochen und erst nach absetzen des Kortisons mit dem 2. Versuch Venlafaxin begonnen. Am Samstag nach einnahme der Tablette um 9 Uhr morgens habe ich am abend die gleichen Sehstörungen bekommen diesmal länger als 1 Stunde. Im Beipackzettel steht diese Nebenwirkung als schwerwiegend, kann das alles durch Venlafaxin ausgelöst worden sein? Ich habe die Einnahme sofort unterbrochen….

    Mit freundlichen Grüßen

    Anna Bäuerlein

    • Liebe Anna,

      Sie beschreiben Sehstörungen, die mit Verschwommen- und Farbensehen einhergehen. Dies könnte eine Migräneaura sein. Dieses ist dann ein Symptom der Erkrankung und nicht eine Reaktion auf das Medikament.

      Wenn die Sehstörungen graduell über mehrere Minuten zugenommen und sich ausgebreitet haben, wäre dies ein Argument für die Migräneaura. Sehstörungen als Medikamentennebenwirkungen können in Form von Schwierigkeiten bei der Scharfeinstellung und Schwindelempfindungen auftreten. Mir scheint es daher unwahrscheinlich, dass die geschilderten Beschwerden durch das Venlafaxin bedingt sind.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Röcker sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel

    Seit ca 40 Jahren leide ich an Migräne. Alle möglichen Therapien habe ich hinter mir.
    2 Kuren ( 2000 bei Ihnen an der Schmerzklinik Kiel, 2009 Berolina Klinik in Bad Oeynhausen) haben keine entscheidende Verbesserung gebracht.

    Die vor ca 1/4 Jahr von einem Therapeuten durchgeführte LNB (Schmertherapie nach Liebscher & Bracht) und auch die von mir anschließend regelmäßig durchgeführten Übungen zeigten bisher keine Wirkung.

    Die prophylaktisch eigenommenen Medikamente hatten ebenfalls keinen spürbaren Effekt. Betablocker schieden wegen des niedrigen Pulses aus. 2009 habe ich ca ½ Jahr Topiramat eingenommen (vom Neurologen verschrieben). Die Folge waren starke depressive Verstimmungen und es ging mir noch wesentlich schlechter wie vorher. Dieses Medikament werde ich nie wieder anpacken!!

    Seit ca 1 1/2 Jahren nehme ich bei Migräneattacken in der Regel 1 Tablette „Voltaren Migräne 50 mg“ ( alternativ gelegentlich Naproxen 750mg) die mir meistens auch ganz gut helfen. Triptane versuche ich so gut es geht wegzulassen (Almogran nur noch bei extrem starken Attacken), da hier häufig nach 1 Tag ein Wiederkehrkopfschmerz eintritt. Ergänzend nehme ich noch von einem homöopathischen Arzt verordnete Tropfen (Causticum). Insgesamt sind zumindest die Attacken schwächer geworden gegenüber früheren Jahren.

    Monatlich liege ich bei der Schmerzmitteleinnahme z.Zt. bei ca 5-8 Fällen. Die Zahl 10 erreiche ich nicht. Die Blutwerte bei regelmäßigen Untersuchungen sind bisher in Ordnung.

    Meine Frage:

    Besteht bei der regelmäßigen Einnahme in ca 5-8 Fällen pro Monat die Gefahr dass die Schmerzmittel die Kopfschmerzen auslösen. Haben Sie sonst noch eine Empfehlung für mich ?
    Ich bin 70 Jahre alt, treibe viel Sport ( Rad fahren, wandern, Fitnessstudio 2x pro Woche).

    Nach meinen Beobachtungen besteht bei mir eine extreme Wetterfühligkeit, da die Kopfschmerzen meistens bei Wetterwechsel auftreten. Gerade in letzter Zeit bei diesen häufigen Witterungsschwankungen ist es wieder schlimmer. Im Sommer bei längerfristigen Schönwetterperioden fühle ich mich am besten. Besonders vorsichtig muss ich auch bei Rotwein sein.

    Vielen dank im voraus für Ihre Antwort

    Mit freundlichen Grüssen

    • Lieber Günter,

      bei einer Einnahmehäufigkeit von 5 – 8 Tagen pro Monat ist nicht davon auszugehen, dass ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MÜK) entsteht. Migräne ist eine lebenslange spezielle Fähigkeit des Gehirns, mit Migräneattacken zu reagieren. Ziel der Behandlung ist primär, die Attackenhäufigkeit niedrig zu halten und Komplikationen, wie z. B. den MÜK zu verhindern. Dies scheint Ihnen gut zu gelingen. Aus dieser Sicht scheinen mir Ihre bisherigen Bemühungen doch zumindest meistens zielführend zu sein.

      Alle plötzlichen Änderungen (dazu zählt auch das Wetter) können Attacken auslösen und sollten nach Möglichkeit durch ein regelmäßigen Tagesrhythmus entgegengewirkt werden.

      Mit freundlichen Grüßen
      Hartmut Göbel

  6. Sehr geehrter Herr Professor Göbel!
    Ich bin 70 Jahre.Seit über 30 Jahren begleitet mich die Migräne wie ein böser Schatten. Seit es die Triptane gibt fühle ich mich einigermaßen gerettet.In letzter Zeit nehme ich wöchentlich 1-2 mal Relpax 20mg.Dazu täglich Amitriptylin 20mg und Diovan 80mg nehmen. Leider habe ich einen hohen Blutdruck (ich bin ein Leichtgewicht bei gesunder Ernährung) Letztes Jahr habe ich Amitriptylin einmal abgesetzt. Mein Blutdruck normalisierte sich aber die Migräne wurde wieder heftiger
    und die längst vergessenen Spannungskopfschmerzen stellten sich wieder ein.Gibt es da einen Zusammenhang und was gibt es in meinem Alter für Alternativen?
    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar
    mit freundlichen Grüßen Gesi
    dazu öfter Herzschmerzen

    • Liebe Frau Simstich,

      für die Migräneprophylaxe gerade bei hohem Blutdruck im Alter könnte besonders ein ACE-Hemmer, wie z.B. Micardis, oder auch ein Betablocker geeignet sein. Die Blutdruckregulation ist insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Triptanen notwendig. Dies gilt speziell ab dem Alter von 65, denn darüber liegen keine Sicherheitsdaten für die Einnahme vor.

      Bei entsprechender Regulation des Blutdruckes kann z.B. Amitriptylin weiter verwendet werden, um den Spannungskopfschmerz ebenfalls zu behandeln.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. railwaycom sagt:

    Sehr geehrter Herr Porf. Göbel,
    mein Pflegesohn ist fast 6 Jahre, hat die Alkoholembryopathie (wurde in der 26 Woche geboren), ADHS, Asthma, Epilepsie mit 3 Anfallsformen, Absencen, Komplex fokale Anfälle, Sturzanfall, sowie eine Überintelligenz, er wiegt 16 kg und ist 1,02 Meter (klein).
    Er bekommt 225 mg Valproat pro Tag – 75 -0- 150 mg.
    Er Inhalieren Salbutanol, Atrovent, Kochsalz bis zu 6x am Tag und 2x die Nacht. Davon 2x in der Schule (Vorschule für solche begabten Kinder) per Medihaller, Rest mit Paryboy.
    Er hat eine auffalend hohe Schmerzgrenze. Es tut ihm meist nur dann etwas weh, wenn er es auch sieht.

    Er hat ca. 2x im Monat für 3 bis 4 Tage – er nennt es einen platzenden Kopf. Dabei ist er sehr Geräuscheempfindlich, sehr gereizt und sehr weinerlich.
    Er war wegen einer Verletzung gerade im Krankenhaus. Dort zeigte er auch über das re. Auge, das im weh tut, wenn er solchen platzenden Kopf hat.
    Kann das Migräne sein? Wer kann das abklären?. Von einer Kinder -Psychiaterin wurde er schon Untersucht, da kam nur das ADHS raus.

    Liebe Grüße
    rail.

    • Liebe Rail,

      Ihre Schilderungen könnten auf eine Migräne hindeuten. Kinder im 6. Lebensjahr sind häufig nicht in der Lage, die genauen Symptome zu beschreiben. Für vieles fehlt ihnen noch das entsprechende Vokabular. Für Migräne spricht der episodische Verlauf, die Dauer von rund 3 Tagen, die Geräuschüberempfindlichkeit. Sind dann die Schmerzen stark und sucht er am liebsten Bettruhe auf, besteht auch noch vielleicht Übelkeit, dann kann bei regelrechtem neurologischem Befund eine Migräne diagnostiziert werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. railwaycom sagt:

    Sehr geehrter Herr Porf. Göbel,
    seid November nehme ich Anafranil (Clomipamin 75mg) und bei Schmerzen Voltaren K. Seid kurzem nehme ich noch 150 mg Valproat zur Nacht, wegen Epilepsie.

    Ich weis das ich eine vorübergehende Depression habe. Irgendwann hat mich die Vergangenheit dann doch eingeholt. Daran wird auch bald Stationär gearbeitet, damit lebe ich schon lange.
    Seid einigen Wochen überkommen mich aber heftige Schwankungen, die mich ganz schön runter ziehen, sobald ich mit echten Problemen (Kinder wieder krank oder Migräne wird zu stark) konfrontiert werde. Meine Gedanken sind inetwa – aufgeben, ganz weg laufen, nicht mehr zu leben, schlußstrich machen, totales Grübeln, etc.
    Gibt es entwarnung, Kinder wieder gesund oder das Ende dess Problems ist in sicht, bin ich wieder normal, föhlich, frech. Bis dahin drehe ich fast durch.
    Die Migräne wird sehr schlimm, neuerdings habe ich auch eine starke Aura.
    Das Voltaren K habe ich gegen Triptan ausgetauscht bekommen.

    Könnte es sein, das diese Seelischen Schwankungen mit den Medikamenten zusammen hängen, die ich seid November nehme?
    Sollte ich lieber von dem Anafranil mehr nehmen?

    Liebe Grüße
    rail.

    • Liebe Rail,

      die beschriebenen Stimmungsschwankungen könnten mit der Einnahme von Anafranil zusammen hängen. Sicher ist dies jedoch leider nicht zu sagen. Am einfachsten wäre ein Auslassversuch zu erwägen. Man dosiert das Medikament langsam ab und kann dann beobachten, ob sich die Symptome ändern. Gegebenenfalls kann dann ein Ersatzmedikament gesucht werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. joshi sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich bin seit 30 Jahren chronische Migränepatientin und leider hat bisher keine Prophylaxe-Maßnahme Erfolg gebracht. Ich nehme Lyrika wegen einer anderen Erkrankung und wollte Sie nun fragen, ob es richtig ist, dass Lyrika und Topamax nicht zusammen eingenommen werden können ? Topamax ist das einzige Medikament dass ich noch nicht genommen habe.
    Vielen Dank für Ihre Mühe und viele Grüße

    • Liebe Joshi,

      in der Regel werden Lyrika und Topamax nicht zusammen eingenommen, da sie eine ähnliche Wirkung besitzen. Es gibt jedoch mögliche Konstellationen, wo die beiden Wirkstoffe gezielt kombiniert werden müssen, z.B. bei Nervenschmerzen und chronischer Migräne.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Thomas sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    kann Rivotril einen NDPH Kopfschmerz auf Dauer oder nur für ein paar Monate lindern? (Benzo: Toleranz, Abhängigkeit) Wie lange muß man Rivortil abgsetzt haben, damit es bei neuer Aufdosierung wieder wirkt? Andere Medikamente wie trizyklische Antidepressivas, Topomax, Gabapentin, Tramadol, Botox und viele mehr hatte keine oder nur sehr geringe Wirkung.
    Liebe Grüße
    Thomas

    • Lieber Thomas,

      ein Wirkung von Rivotril bei NDPH (New daily persitent headache) ist nicht gesichert. Leider gibt es für diese Kopfschmerzform nur sehr limitierte Therapieoptionen. Im Vordergrund stehen verhaltenstherapeutische und sporttherapeutische Maßnahmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Jolly46 sagt:

    Sehr geehrter Prof.Göbel, Migräne seit 45 Jahren,mit 18 nach der Geburt meiner Tochter das erste mal, überall die Jahre permanente Steigerung Häufigkeit der Attacken,alles ausprobiert, Prophylaxe, Schmerzklinik, x-Medikamente,Massagen usw.,seit 15 Jahren nehme ich Imigran injekt( ausschliesslich), in 10 Minuten ist der Schmerz weg ebenso alle Begleiterscheinungen, hilft heute noch genau so wie am ersten Tag , allerdings mache ich alle 2 Jahre einen Entzug. Laut meines HA den ich regelmässig konsultiere wurden bis jetzt keine Nebenwirkungen festgestellt, alle Werte sind in Ordnung. Im Moment spritze ich täglich Imigran, im Jahr 2011 hatte ich 270 Attacken. Mein Frage : Was macht “Imigran injekt” mit mir . Vielen Dank für eine Auskunft Freundliche Grüsse Jolly

    • Liebe Jolly,

      Imigran Inject macht mit Ihnen einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz. Die Verträglichkeit und Sicherheit kann Ihnen niemand garantieren, sie ist bei dieser Einnahmehäufigkeit nicht untersucht. Sie müssen versuchen, bei Ihrer nächsten Medikamentenpause auch eine wirksame Vorbeugung zu finden. Diese muss Verhaltensmaßnahmen und gegebenenfalls auch Medikamente einschließen. Gelingt es nicht, wird die Attackenhäufigkeit wieder eskalieren und es geht immer so weiter, wie Sie es beschrieben haben.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Urtica sagt:

    Guten Tag Herr Prof. Göbel,

    ich leide bereits seit meiner Kindheit an schweren Migräneanfällen. Inzwischen habe ich seit Jahrzehnten Migräneanfälle. Aus einer episodischen Migräne ist schon längst eine chronische Migräne geworden. Auch zwischen den Migräneanfällen bin ich nicht völlig schmerzfrei. Ein MÜK besteht nicht.
    Ich habe nahezu sämtliche Prophylaxe-Medikamente ausprobiert. Entweder zeigten sie keine Wirkung oder sie mussten aufgrund nicht tolerierbarer Nebenwirkungen abgesetzt werden. Lediglich Topamax zeigte beim 1.Versuch eine gewisse Anfallsreduktion, die aber nach 8 Monaten nachließ. Eine weitere Dosissteigerung habe ich nicht vertragen, und bei einem 2. Versuch nach 1 Jahr hatte ich Topamax von Anfang an nicht vertragen.
    Meine Frage ist nun, ob ein Versuch mit Lamotrigin sinnvoll sein könnte, und wenn ja, in welcher Dosierung?
    Wie ich gelesen habe, wird Lamotrigin in der Migränebehandlung hauptsächlich gegen die Migräneaura eingesetzt?
    Gibt es Erfahrungen, dass es auch als Prophylaxe-Medikament gegen die Schmerzen wirkt?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Urtica

    • Liebe Urtica,

      Lamotrigin kann bei häufigen kurzen Auren, ähnlich wie in der Epilepsie-Behandlung, eingesetzt werden. Die Wirkung gegen die Kopfschmerzphase der Migräne ist nicht belegt. Bei chronischer Migräne zeigten bisher nur Topamax und Botulinum-Toxin eine gesicherte Wirkung in Studien.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Doro sagt:

    Guten Abend Prof. Göbel,
    speziell nach den sehr intensiven und langfristigen *Wandermigräneattacken*, die sich immer über 3-4 Tage mit Übelkeit und Erbrechen erstrecken, bleibt über Tage ein *Restschwindel*. Wie kann ich diesem Schwindel begegnen? Sport trau ich mich danach auch nicht auszuüben. Was erstaunlicher Weise nach dieser *Wandermigräne* jedes mal verschwunden ist, sind die Schmerzen beim Auftreten in den Füßen. Diese sind vor der Attacke meist verstärkt.
    Vielen Dank für Ihre Zeit, Ihr Verständnis und Ihre Kompetenz, die Sie uns allen hier entgegenbringen.
    Herzliche Grüße
    Doro

    • Liebe Doro,

      in erster Linie sollten Sie versuchen, eine wirksame Attackenmedikation zu finden. Diese sollte möglichst die Migräne gleich initial kupieren, damit sie nicht so lange, wie bei Ihnen, anhält. Der Schwindel kann durch die Länge der Attacke, Wassermangel und Energiedefizit bedingt sein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    bei meinem chronischen CKS ist eine Veränderung aufgetreten. Auf dem Auge der betroffenen Seite drückt sich der Augapfel spürbar – und nun auch sichtbar – nach vorne. Daraufhin wurde meine Schilddrüse untersucht, die aber keine Funktionsstörung aufweist. Im weiteren Verlauf kam es immer wieder vor, dass ich auf dem Auge zeitweise nichts mehr sehen konnte. Und jetzt ist auf diesem Auge die Hälfte des Sichtfeldes (nicht außen, sondern mittig) dauerhaft schwarz und wenn ich nach oben bzw. zur Seite schauen möchte, spüre ich jedes Mal einen sehr starken, stechenden Schmerz. Daneben bestehen die ,,normalen” Clusterattacken und ein Dauerschmerz auf der Clusterseite. Mein Neurologe war sich nicht sicher, ob die Symptome vom Cluster kommen könnten oder nicht. Wäre das möglich und gibt es etwas, das man dagegen tun kann?
    Vielen lieben Dank im Voraus!
    Viele Grüße, Grete

    • Liebe Grete,

      Ihre Schilderung erfordert eine eingehende Diagnostik, insbesondere eine MRT-Untersuchung der Augenregion und des Gehirns. Falls dies noch nicht durchgeführt wurde, sollte dies dringend geschehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Josephine sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Gobel,

    ich habe Clusterkopfschmerzen. Sehr gut eingestellt mit Topamax. Im Herbst hatte ich Probleme mit der HWS / dem Kiefergelenk auf Grund meiner Rheuma-Erkrankung. Es blieben starke Verspannungen als Folge (noch).
    Seit wenigen Wochen habe ich nun einen “neuen” Cluster”, der im Hinterkopf beginnt, sich zunächst wie extrem starke Nackenschmerzen anfühlt, dann aber sehr schnell und mit intensivsten Schmerzen in einen Cluster übergeht. Der Schmerz im Nacken bleibt, auch bleiben bestimmte Punkte am Hinterkopf (Ansatz zur HWS) sehr schmerzempfindlich (kein Liegen, keine Berührung möglich). Sumatriptan hilft. Dann sind auch die Nackenschmerzen weg (bis auf einen dumpfen Rest). Kann ein “Nerv gereizt sein”? Dieser Schmerz tritt nur nach Belastung/Überbelastung auf und erst seit dem letzten RheumaSchub.

    Grüße von
    Josephine

    • Liebe Josephine,

      auch bei Clusterkopfschmerzen können Begleitschmerzen zwischen den einzelnen Attacken auftreten. Diese werden unter anderem im Kieferbereich und auch im Nacken-Hinterkopfbereich verspürt. Vielleicht handelt es sich bei den von Ihnen geschilderten Symptomen um diese Begleitcharakterisika.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Sunny sagt:

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    in meiner Nähe gibt es keinen Schmerztherapeuten. Ein von der Krankenkasse empfohlener Arzt wohnt ca. 1 1/2 Stunden von mir entfernt. Ist es trotz der Entfernung sinnvoll dort in Therapie zu gehen?
    Vielen Dank!

    Herzliche Grüße von Michaela

    • Liebe Sunny,

      seien Sie glücklich, dass Ihr Schmerztherapeut nur 1 1/2 Stunden entfernt wohnt. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, diese Therapie anzutreten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. jasmin sagt:

    Sehr geehrter Hr.Prof. Göbel,
    im Juli 2010 war ich Ihre Patientin in der Kieler Klinik, nachdem kurz zuvor mein Ehemann verstorben war. Dank der Behandlung mit Antid. entwickelte sich eine erträgliche Schmerzsituation, immerhin noch mind.10 Schmerztage/Monat, aber weniger starke Schmerzen etc. Begleitet werde ich von Ihrer Kollegin in Essen, da mir eine Fahrt nach Kiel kräftemäßig nicht möglich war. Mittlerweile konnte ich Mirtazapin auf 7,5mg reduzieren, ganz ohne Mirt. starke Verschlimmerung der Schmerzen. Emotional kann ich von einer Stabilisierung sprechen.

    Nun habe ich seit Wochen das Problem, dass mein Atlaswirbel und teils weitere Halswirbel blockiert sind. Ich habe eine Ärztin, die mir diese ganz soft mobilisieren kann (kein “Einrenken”), was mehrmals schon eine beginnende Migräneattacke stoppte. Allerdings blockieren die o.g. Wirbel immer wieder, oft schon am nächsten Tag. Besonders der Atlaswirbel scheint eine starke Auswirkung auf Migränehäufigkeit und -stärke zu haben. Gibt es hier aus Ihrer Erfahrung eine Lösung?

    Mit herzlichen Grüßen
    Jasmin

    • Liebe Jasmin,

      es ist gut, dass Sie sich nachhaltig mit professioneller Hilfe bemühen, Ihre Situation zu verbessern und zu stabilisieren.

      Bei Migräne besteht eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit im Kopf- und Nackenbereich. Dies führt häufig zu lokalen Schmerzen und Verspannungen. Sog. Blockadetherapien können diese leider unterhalten und verstärken. Primäres Ziel muss sein, die Kopfschmerzen zu verbessern, dann lösen sich auch die reflektorischen “Blockaden”. Umgekehrt lässt sich das Problem leider nicht beheben.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Sunny sagt:

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    aufgrund meines Hohlrundrückens habe ich immer starke Verspannungen und Rückenschmerzen. Ich soll regelmäßig Gymnastik machen. Leider habe ich oft das Problem, dass ich sofort oder danach Migräne bekomme. Ich vertrage eigentlich nur Dehnungsübungen. Woran kann das liegen und was kann ich dagegen tun?
    Vielen Dank!

    Herzliche Grüße von Michaela

    • Liebe Michaela,

      versuchen Sie vor der Gymnastik ausreichend Flüssigkeit und Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Gestalten Sie Ihre Übungen sanft und auf mittlerem Niveau. Das könnte helfen, diese als Auslöser zu verhindern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. seepferdli sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel

    Erstmal Chapeau, dass Sie sich so viel Zeit nehmen.
    Nun zu meiner Frage;
    Leider hab ich schon alle medikamentösen Therapien durch, ohne je einen Erfolg zu haben. Das einzige was für ca. 2Wochen Linderung bringt, ist Botox und Occipitalnervinfiltatrionen. Kennen sie eine alternative zu diesen Methoden, die auch länger hält? Zu sagen ist, noch, dass eine Radiofrequenztherapie nicht in Frage kommt, da die Test’s mir Bupivacain keine Wirkung zeigten. Eine ONS kommt aus berufliche gründen nicht in Frage. (Es gibt keinen Stimmulator der bis 3T safe ist).
    Eine eindeutige Diagnose konnt mir noch niemand geben, am ehrsten wird sie im bereich der trigeminoautonomen Kofschmerzen zu finden sein. Eine sekundäre Ursache ist bis jetzt ausgeschlossen.
    Falls Sie irgend eine Idee hätten, wäre ich sehr dankbar.

    Freundliche Grüsse und herzlichen Dank
    seepferdli

    • Liebe Seepferdli,

      ohne eindeutige Diagnose ist von den den speziellen beschriebenen Therapieverfahren keine zuverlässige Wirkung zu erwarten. Daher mein Vorschlag: Lassen Sie sich eine gezielte Diagnose erarbeiten und beginnen Sie dann den Weg von dort aus neu.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • seepferdli sagt:

        Leider ist dies mit der Daignose nicht so einfach. Schon mehrer erfahrene Neurologen hatten sich schon daran versucht. Leider ohne Erfolg. Es wurden Diagnosen von Migräne, Clusterähnlichen Schmerzen, CPH, atypischer Gesichtsschmerz oder v.d.a. opticusneuraligie gestellt. Leider hatten alle für diese Diagnosen typschen Therapiene keinen Erfolg. Daher bin isch bei den speziellen Verfahren angelant.

        Freundliche Grüsse
        seepferdli

        • Vielleicht sollten Sie sich zu einem speziellen Kopfschmerzzentrum überweisen lassen oder eine stationäre Aufnahme erwägen.

          Freundliche Grüße
          Hartmut Göbel

          • seepferdli sagt:

            Die oben genannten Diagnosen wurden schon von Neurolgen gestellt, welche sich speziell nur mit Kopfschmerzen befassen. Auch die stationäreren Behandlungen ergaben keine genauere Diagnose oder Therapie.

            Freunldiche Grüsse
            seepferdli

  20. Gotwald1 sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel

    ich bin 39 Jahre alt, und leide seit meinm 15. Lebensjahr an Migräne. Anfangs nur mit Kopfschmerzen, seit ca. 15 Jahren mit Aura. Dies wurde mir damals nach Einlieferung ins Krankenhaus mit Verdacht auf Schlaganfall Diagnostiziert (EEg,EKG,MRT,u.s.w.). Damals wurde ich mit dem Tip entlassen, bei Vorzeichen (Aurabeginn oder vorher) 2x 500mg Aspirin zu nehmen. Es gelang mir lange Zeit durch eine lange Vorlaufzeit diese rechtzeitig zu nehmen, so dass ich den Migräneanfall damit rechtzeitig unterdrücken konnte.
    Seit 2011 wird es aber immer schlimmer. Vorerst hatte ich seit April 2011 bis September 2011 keine Migränanfälle mehr. Ich erklärte mir das mit meine Rückkehr zum Mountainbiken. Kein einziger Kopfschmerztag war ein HIT…..dann im September der Schrecken. Extrem schnelles Eintreten der Aurasymptome (1. Flimmern wahlweise links oder rechts – 2. was mich im Job sehr behindert sind die Sprachstörungen – gefolgt von 3. Gefühlsstörungen).
    Währen dem Autofahren kann es von Innerhal 20 secunden zu extremen Sehstörungen kommen. Im Krankenhaus wurden mir vom Neurologen Schmerzmittel angehängt – Botox gespritzt und bei rechtzeitiger Einnahme Eumitan verschrieben. Funktioniert zeitweise, hilft aber nicht wirklich! Feber bis April 5 Kopfschmerztage – September bis November 12 KS Tage. Jetzt im Jänner innerhalb 1 Woche wieder 2 KS Tag. Eine Therapie mit Beta-Blocker wurde empfohlen, wobei ich zur Zeit aber zu wenige Migränetage hätte. Vorab sollte ich bei Eumitan bleiben, Entspannungsübungen nach Jakobsen machen, und Jobmässig kürzer treten (in der heutigen Zeit ja das einfachste).Ich bin mehr oder weniger verzweifelt, da mich die Attacken in meinem Job als GF einer Handelsfirma doch recht beeinträchtigt. Längere Autofahrten verunsicher mich total – Angespannte Sitzungen sind ein Problem, ich bin weinger belastbar und teilweise extrem gereitz gegenüber Kunden Chef und Personal. So kanns auf dauer nicht weitergehen.
    Es ist vermessen zu denken hier DIE ultimative Hilfe zu erhalten, und doch hoffe ich auf Ihre Kompetenz zu meinem Problem.
    Mit den besten Grüßen
    Sam

    • Lieber Sam,

      bevor Sie spezifische Medikamente erwägen, müssen Sie sich einmal fragen, ob Sie die essentiellen Verhaltens- und Ernährungsregeln umsetzen. Gerade plötzlich einsetzende Auren können durch ein Flüssigkeits- und Kohlenhydratdefizit im Nervensystem bedingt werden. Achten Sie daher auf einen regelmäßigen Ernährungsrhythmus und ausreichenden Schlaf. Im Hinblick auf die sehr schnell einsetzenden Anfälle können Sie auch alternativ ein schnell wirksames Triptan, wie z.B. Rizaptriptan, nach Abklingen der Aura, ausprobieren. Wenn darüber hinaus die Auren sehr störend sind, kann auch bei geringerer Attackenfrequenz ein vorbeugendes Medikament, wie z.B. ein Betablocker, eingesetzt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Manuela sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    aufgrund meiner seit Monaten zunehmenden Migräneattacken – ca. 12-15 pro Monat – (seit Beginn der Wechseljahre) nehme ich nun seit 10 Tagen Topiramat, allerdings nur 15mg abends, da ich erhebliche Angst vor den Nebenwirkungen hatte. Diese hielten sich – wahrscheinlich aufgrund der geringen Dosierung – in Grenzen (ein bißchen wuselig im Kopf), dafür habe ich aber seitdem erst eine Attacke gehabt, die so leicht war, dass ich sie mit 600mg Ibuprofen bekämpfen konnte – und sie kam nicht wieder! Nun zu meinen beiden Fragen:
    – Kann es sein, dass ich schon bei der geringen Dosis von Topiramat profitiere und muss ich dann überhaupt höher dosieren? (Ich bin Migränepatientin in der Charité Berlin und habe erst am 3.2. wieder einen Termin.)
    – Wie oft muss ich meine Blutwerte checken lassen. Mein Hausarzt (Internist) weiß Bescheid, und ich muss morgen sowieso ins Labor, da mein Gesundheitscheck wieder ansteht.
    Vielen Dank schon einmal im voraus für Ihre Zeit und Mühe.
    Grüße aus Berlin,
    Manuela W.-S.

    • Liebe Manuela,

      der jetzige kurzfristige Verlauf ist wahrscheinlich nicht mit der Topiramat-Einnahme zu erklären. Man kann die Dosis sehr niedrig halten und nach 4 Wochen erst entscheiden, ob man höher dosiert, oder nicht. Sind die Attacken immer noch sehr häufig, kann dann die Dosis langsam nach oben angepasst werden. Die Überprüfung der Blutwerte muss individuell erfolgen. In der Regel geschieht dies im Abstand von 6 – 12 Wochen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Ronja sagt:

    Lieber Herr Professor Göbel,

    ich nehme in der Migräneattacke häufig das Sumatriptan Inject oder auch das Imigran-Inject. Häufig, also nicht immer, tritt an der Einstichstelle eine flächige unscharf begrenzte, nicht juckende Quaddel auf, die nach einigen Stunden wieder abklingt. Jetzt hatte ich zuletzt nach Abklingen der Quaddel den ganzen Tag eine lokale Verhärtung und leicht Schwellung. Ist das eine Unverträglichkeitsreaktion? Insgesamt neigt mein Körper leider sehr zum Auftreten von Nebenwirkungen.
    Wäre es besser, vielleicht eher ins Fettgewebe einstechen, z.B. Bauchspeck, die Beine und Arme sind relativ dünn bzw. natürlich muskulös. Welche Erfahrungswerte gibt es dafür bzgl. der lokalen Verträglichkeit.

    Herzlich Danke und herzliche Grüße
    Ronja

    • Liebe Ronja,

      die Einstichreaktion deutet nicht auf eine Unverträglichkeit hin. Die lokale Verträglichkeit ist in aller Regel sehr gut. Sie können das Medikament am Hüftbereich, oder auch im Bauchbereich anwenden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Ronja sagt:

        Lieber Herr Professor Göbel,

        herzlichen Dank für Ihre Antwort, für die Entwarnung. Nun kann ich der hoffentlich erst wieder tief im Februar auftretenden Attacke ruhig entgegen sehen, da ich aus Ihrer Sicht weiterhin das Sumatriptan Inject benutzen kann.
        DANKE !

        Ganz herzlich grüßt Ronja

  23. Happy sagt:

    Lieber Herr Professor Göbel,

    seit September nehme ich Venlafaxin. Zunächst 75 mg. Im Oktober habe ich erhöht auf 150 mg. Die Stärke und Dauer meiner Migräneanfälle (15 – 22 Tage pro Monat) ist eher gestiegen. Da ich auch starke Nebenwirkungen unter Venlafaxin hatte (sehr starkes Schwitzen vor allem am ganzen Körper), habe ich vor kurzem wieder auf 75 mg reduziert und seit 3 Tagen auf eine halbe 75 mg-Tablette. Die Migräne ist nach wie vor unbeeinflusst, aber ich schwitze nicht mehr viel, nur noch bei Anstrengung, keine Hitzewallungen, und es ist auch nicht mehr so unangenehm, wenn ich mal eine Tablette zu spät eingenommen habe. Meine Tendenz ist, das Medikament komplett abzusetzen, da ich keinen Nutzen bisher erfahren habe. Ich habe das Mittel nur zur Migräneprophylaxe genommen. Oder hätte ich dem Medikament länger Zeit geben sollen für eine wirksame Prophylaxe?

    Vielen Dank für eine Antwort und Ihre wertvolle Arbeit.

    Herzliche Grüße
    Christiane

    • Liebe Christiane,

      das Medikament scheint bei Ihnen weder zu wirken, noch vertragen Sie es gut. Nach 4 Monaten waren Sie lange genug geduldig und das Absetzen kann erwogen werden. Allerdings sollte das Arzneimittel sehr langsam über mind. 3 – 4 Wochen ausgeschlichen werden. Bei 22 Migränetagen ist eine medikamentöse Prophylaxe in der Regel erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

By | 2016-12-20T17:55:30+00:00 Januar 23rd, 2012|Livechat|0 Kommentare

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