Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 04.06.2012

  1. Susi sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    zuerst einmal vielen Dank, dass Sie sich wieder Zeit für unsere Fragen nehmen!

    Ich habe seit Februar eine neue Arbeitsstelle; seitdem ist die Anzahl meiner Migräneattacken sprunghaft angestiegen. Inzwischen bin ich wieder im MÜK gelandet (7 schmerzfreie Tage im Mai, fast tägliche Triptaneinnahme).

    Nun meine zwei Fragen dazu:
    Ich werde – hoffentlich im September – nochmals zu Ihnen in die Klinik kommen. Macht es Sinn, jetzt trotzdem einmal eine Attacke ohne Triptane durchzustehen, oder ist das unnötige Quälerei? Mitte Juni habe ich eine Woche Urlaub, da könnte ich das einmal wagen. Mehr als eine Attacke kann ich allerdings nicht aushalten, da ich auch dringend erholungsbedürftig bin…
    Mein Arzt hat mir für solche Fälle Melperon verschrieben (das bisher noch nicht zum Einsatz kam). Als Prophylaxe nehme ich zur Zeit je 100 mg Metoprolol und Trazodon. Darf ich diese Medikamente mit Melperon kombinieren? Muss ich einen zeitlichen Abstand zwischen der Einnahme von Melperon und den Prophylaxen einhalten?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe, viele Grüße
    Susi

    • Liebe Susi,

      wenn Sie sowieso zu einer stationären Behandlung kommen, brauchen Sie in der Zeit bis dahin keine Attacke unbehandelt durchstehen. Es wird die Behandlung dann sowieso grundlegend durchgeführt, deshalb ist die Übergangszeit nicht von besonderer Relevanz.

      Melperon kann mit Metoprolol kombiniert werden. Ein zeitlicher Abstand ist nicht erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Piggy1963 sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    vor zwei Jahren haben Sie einmal die Frage, ob die tägliche Einnahme von 100 mg ASS zur Sekundärvorbeugung des Schlaganfalls einen MÜK begünstigt, mit “Nein” beantwortet. Mir wurde jetzt die Einnahme vom Internisten empfohlen, mich interessiert nur, ob die Aussage von damals immer noch Gültigkeit hat.

    Vielen Dank und freundliche Grüße
    Johanna

  3. mayamove sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    Vielen Dank für die sehr Hilfe in Ihrer Klinik. Ich bekomme seither in der Nacht keine Migräne mehr und nur zwei leichte bis mittelschwere Migräne-Anfälle im Monat. Leider drückt mir das Mirtazapin 15mg tägl. sehr auf das Gemüt. Bei Erhöhung auf 1,5 Tabl. verstärken sich die Symptome sehr. Ich habe das Medikament Metroprololsuccinat bereits zu Hause. Wie kann ich es eindosieren ? Kann ich es noch eine Weile parallel einnehmen? Morgens Metropro.und abends Mirtazap.für einen tiefen Schlaf ?
    Viele Grüße aus dem Odenwald sendet Ihnen
    Maya

    • Liebe Maya,

      die Kombination von Metoprolol und Mirtazapin ist möglich. Bei der zusätzlichen Gabe von Metoprolol kann man mit 2 x 1/2 Tablette (ca. 25 mg) starten. Nach einer Woche kann man auf 2 x 1 Tablette (ca. 50 mg) aufdosieren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. mayamove sagt:

    Sorry für den Tippfehler ! Vielen Dank für die sehr erfolgreiche Hilfe in Ihrer Klinik !
    Viele Grüße nochmals
    Maya

  5. Tine sagt:

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    jede Veränderung verändert für eine gewisse Zeit die Häufigkeit und Schwere meiner Migräne. Im letzten Jahr habe ich einige Monate lang Opipramol genommen, da zur Migräne noch eine Angsterkrankung hinzukam. Die Anfälle wurden weniger und schwächer. Nach einigen Wochen der Gewöhnung wurde die Migräne wieder häufiger und schwerer. Ich setzte das Medikament ab und es passierte wieder das gleiche. Erst Verbesserung, dann Verschlechterung. Seit einigen Monaten habe ich Opipramol abgesetzt. Könnte ich es jetzt wieder nehmen, es quasi als” On Off “Medikament nehmen, oder würden Sie davon abraten?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe
    Tine

    • Liebe Tine,

      bei dem beschriebenen Verlauf kann eine erneute Eindosierung erfolgen. Wahrscheinlich ist jedoch die konstante Behandlung ohne Absetzen für einen kontinuierlichen guten Verlauf zu bevorzugen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. aboil sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor,
    auch meine Frage zielt in die gleiche Richtung. Seit ca. 2Monaten hat sich zu meiner Migräne, an der ich jetzt schon 30Jahre leide,eine Angsterkrankung eingestellt. Ich nehme nun seit 1Monat Opipramol 50mg zum Abend, was ich gut vertrage.
    Meine Frage nun: Ist Opipramol als Prophylaxe einsetzbar und wie hoch muss es dosiert sein, damit die Migränehäufigkeit abnimmt? Zur Zeit habe ich etwa 10-12 Schmerztage im Monat und alle anderen Antidepressiva zur Prophylaxe habe ich leider nicht vertragen. Zusätzlich nehme ich noch 300mg Magnesium. Bis jetzt hat sich an der Häufigkeit der migräne nichts geändert, sodaß ich etwa 7-8 triptane im Monat benötige.
    Vielen Dank für ihre Antwort
    Aboil

    • Liebe Aboil,

      Opipramol kennzeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit. Gerade auch bei Angsterkrankungen kann es zielführend eingesetzt werden. Bei dieser Konstellation kann auch ein positiver Effekt auf den Migräneverlauf erwartet werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Ulrike sagt:

    Lieber Herr Göbel,

    ich habe lange Zeit Ergotamin genommen. Das wirkt jetzt nicht mehr. Allerdings nicht wegen Übergebrauch, sondern aus anderen unerfindlichen Gründen. Ich nehme jetzt wieder Triptan (relpax) ,habe aber schon die Erfahrung gemacht, daß sich mein Körper schnell daran gewöhnt. Macht es Sinn, verschiedene Triptane, die wirken (muß ich erst noch testen) abwechselnd zu nehmen, um diesen Effekt nicht zu haben?
    Danke und viele Grüße aus dem herbstlichen Stellenbosch.
    Ulrike

    • Liebe Ulrike,

      eine Gewöhnung an die Triptane erfolgt in aller Regel nicht, wenn man sie an weniger als 10 Tagen im Monat verwendet. Daher ist der abwechselnde Einsatz im Allgemeinen nicht erforderlich.

      Besser ist daher, die Triptane richtig zu dosieren, sie zeitlich früh im Anfall einzusetzen, mit einem NSAR und/oder Antiemetikum zu kombinieren und gegebenenfalls ab und zu eine kurze Triptanpause durchzuführen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Freddie sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich bin männlich, 20 Jahre, bei gutem Allgemeinzustand.
    meine Diagnosen: 1) Migräne ohne Aura (seit Alter 11) 2) chron. KS vom Spannungstyp 3) myofasz. Schmerzsyndrom im Schulternackenbereich und der rechten Körperhälfte (beides seit ca. 1,5 Jahren)

    Meine Frage: Könnte eine HC oder chron. Migräne vorliegen (MÜK spielt keine Rolle), denn in der Hauptsache sind die starken rechtsseitigen Schmerzen (immer dumpf-drückend, regelmäßig stechend-brennende Attacken obendrauf) im Kopf (Druck hinter dem Auge, Schmerzen im Augen- und Stirnbereich) vorhanden. Keine bisher ausprobierten Schmerzmittel sprechen darauf an, lediglich während eines Kortisonschemas aufgrund Hörsturz bieben die rechtsseitigen Kopf- und Körperschmerzen sowie die Migräne weg. Auf der rechten Kopfseite außerdem dauerhaft erhöhte Schleimproduktion, gereiztes Auge, Missempfindungen. Dies tritt gelegentlich verstärkt bei (Migräne-)Attacken (6-10 im Monat) auf, aber nicht immer, wobei bis auf sehr wenige Ausnahmen Triptane bei den (Migräne-)Attacken helfen.
    Medikation (Neurologe): Gegen die Migräne wird gerade von Dociton auf Topiramat umgestellt, sonst Amitriptylin als allg. Schmerzprophylaxe und Mg+Riboflavin. Cymbalta als Erhaltungsdosis wg. früherer Depression.

    Vielen Dank für Ihre unermüdliche Hilfe!
    MfG Freddie

  9. Anna2104 sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich nehme nun seit einem Jahr Trimipramin 50 mg zum Abend. Zur Zeit bin ich bei 10 Migräne Tage + im Monat. Ich fühle mich immer müde und erschöpft. Gerade morgens habe ich Probleme mit dem aufstehen. Das Trimipramin nehme ich gegen 21 Uhr zum Abend. Ich achte auf genügend Schlaf kann die Müdikeit von Trimipramin kommen?
    Venlafaxin habe ich nicht vertragen und musste wieder absetzen.

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      die Müdigkeit kann mit Trimipramin zusammenhängen. Eine Halbierung der Dosis wäre zu überlegen. Alternativ könnte die eine Hälfte gegen 19 Uhr und die zweite Hälfte um 21 Uhr eingesetzt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Urtica sagt:

    Guten Tag Herr Prof. Göbel,

    ich leide an chronischer Migräne (kein MÜK) sowie an einem Dauerschmerz zwischen den Attacken. Dieser Dauerschmerz, der medikamentös bisher leider nicht behandelbar ist, ist in den letzten Monaten zunehmend stärker geworden. Der Schmerz ist im Gesicht lokalisiert, hauptsächlich auf den Knochen oberhalb der Augen, aber auch das Auge selbst ist betroffen, und manchmal strahlt der Schmerz bis zu den Zähnen aus. Der Schmerz fühlt sich “neuralgisch” an.
    Bezüglich der Migräne möchte ich eine Prophylaxe mit Valproinsäure beginnen. Andere Prophylaxe-Medikamente waren nicht wirksam oder nicht verträglich.
    Kann die Valproinsäure sich auch günstig auf den Dauerschmerz auswirken bzw. gibt es ein anderes Medikament (z.B. Lamotrigin?) das geeigneter sein könnte und mit Valproinsäure kombinierbar ist?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Urtica

    • Liebe Urtica,

      Ihre Schilderungen geben die komplexe Situation bei chronischer Migräne wieder. Eine Vorbeugung mit Valproinsäure kann eine Besserung ermöglichen. Andere Optionen schließen Topiramat oder Botox ein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Jasmin sagt:

    Sehr geehrter Hr. Prof. Göbel,
    wg. Zunahme meiner Migräneattacken sowohl an Häufigkeit als auch Dauer seit Absetzen von Prednisolon, mit dem ich zwei Wo. kaum Schmerzen hatte, habe ich mit meiner Schmerztherap. einen Wechsel der Prophylaxe überlegt, da es auch drei Wo. nach Absetzen des Predn. nicht besser wurde.

    meine erste Frage: Kann die Kortisonkur diese Verschlechterung gegenüber vorher ausgelöst haben (vllt. zu starke systemische belastung?)? Ich war auch längere Zeit nach Absetzen noch kurzatmig.

    2. Vorher habe ich nur noch 7,5mg Mirtazapin genommen bis zum verg. Wochenende. Darf ich nun nach einem Tag Pause mit der neuen Prophylaxe beginnen (and. Antidepr.)?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe!
    Mit herzlichen grüßen
    Jasmin

    • Liebe Jasmin,

      das Kortison-Schema ist kaum für die Verschlechterung verantwortlich zu machen. Es ist eher anzunehmen, dass die Grundhäufigkeit der Migräne spontan sehr hoch ist, was für eine chronische Migräne sprechen könnte.

      Nach Absetzen von Mirtazapin kann gleich mit einer neuen Prophylaxe begonnen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Jasmin sagt:

        Lieber Hr. Prof. Göbel,
        danke für Ihre Antwort.
        Der Begriff “chronisch” ängstigt mich da etwas. Heißt das, dass es nun so bleiben wird?

        Liebe Grüße
        Jasmin

  12. venus sagt:

    Lieber Prof. Goebel,

    ich bin 50 Jahre alt und habe seit ca. 20 Jahren Migräne. In den letzten Monaten ist es schlimmer geworden.
    Ich hatte folgende Triptaneinnahmen dieses Jahr (Relpax):
    Januar: 5 stück und einen Anfall ausgehalten ohne Medis
    Febr. 5 Stück, 4 davon hatte ich für einen Anfall gebraucht, der von der rechten Seite zur linken wechselte und ich das Triptan zu spät genommen hatte.
    März: 3 Stück
    April: 5 Stück und einen Anfall durchgestanden mit vomex
    Mai: 7 Stück. Um nicht noch mehr Anfälle aufgrund Triptaneinnahme zu bekommen habe ich nach dem 5. Triptan einen Anfall ausgehalten, der aber 5 Tage dauerte, immer wechselnd von re nach links und dann wieder nach rechts. Am 5. Tag nahm ich dann doch eine Relpax. Gedämpft habe ich das Ganze mit 2 Vomex an unterschiedlichen Tagen. Ich habe mir einfach davon versprochen, dass ich dann länger kein Triptan nehmen muss.

    Ich muss noch dazu sagen, ein nicht mit einem Triptan behandelter Anfall dauert normalerweise zwei Tage mit Erbrechen. Am 2. Tag kann ich normalerweise wieder etwas essen, der Kopf tut immer noch weh. Erst am 3. Tag schmeckts mir dann so richtig wieder und die Migräne ist vorbei.

    Ich begann am 13.05. eine Prophylaxe mit Migravent Classic und nahme nach einigen Tagen die Gesamtdosis von 8 Kapseln.
    Vor einer Woche bemerkte ich ein Fremdkörpergefühl im Hals. Das fühlt sich so an, wie vor Jahren bevor eine Speiseröhrenentzündung bei mir festgestellt worden ist. Mein Hausarzt hat mir Pantoprazol 40 und Iberogast verschreiben. Ich nehme das Ganze jetzt schon mehrere Tage, aber so eine Besserung ist nicht erkennbar.

    Meine Frage ist nun: Kann ich die Prophylaxe mit Magnesium/VitB2 weitermachen, in welcher Dosis? Welche Präparate sind am magenfreundlichsten? Gott sei Dank habe ich jetzt seit einer Woche keine Migräne

    Einen ersten Termin bei einem Neurologen habe ich erst Anfang Juli. Mein Hausarzt hat diese Woche Urlaub. Nächste Woche werde ich nochmals hin zu ihm, falls es nicht besser wird. Er versteht leider von Migräne und Schmerzen nicht sehr viel.

    Darum bin ich ich froh, wenigstens im Netz Auskunft zu bekommen. Danke nochmals.

    • venus sagt:

      Ich hab noch vergessen zu schreiben, dass ich
      – das Relpax gut vertrage
      – es normalerweise schnell hilft
      – ich meistens beim Aufwachen, nach dem Aufstehen oder auch während der nacht Migräne bekomme. Seltener beginnt eine Attacke während des Tages.

    • Liebe Venus,

      dass das Fremdkörpergefühl im Hals mit Migravent Classic zusammenhängt, ist nicht wahrscheinlich. Die Behandlung mit Pantoprazol sollte innerhalb von 10 – 14 Tagen eine Besserung erbringen. Ansonsten sind weitere Untersuchungen erforderlich.

      Die Umstellung der Prophylaxe auf 2 x 300 mg Magnesium und 2 x 250 mg Vitamin B2 ist möglich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Sunny sagt:

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    ich habe im Oberkiefer eine neue Teleskopprothese bekommen. Schon die Haftspannung an den Zähnen hat mir solche Schmerzen im Oberkiefer verursacht, dass ich sie lockern lassen musste. Eigentlich ist sie jetzt etwas zu locker, aber besser als Schmerzen. Es lag eindeutig an meiner Schmerzempfindung, die Arbeit war perfekt. Ich habe auch immer wieder Probleme mit Zähnen, die z.B. nach einer Wurzelbehandlung oder nach einer Füllung nicht mehr zur Ruhe kommen oder ewig brauchen bis die Schmerzen weg sind, obwohl nachweislich alles in Ordnung ist. Wenn sie gezogen werden, dann ist aber der Schmerz endgültig weg. Es liegt nur eine CMD vor, eine Schiene trage ich. Ich habe seit Jahren chronische Schmerzen ( Migräne, Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen etc.). Kann das an der Schmerzverarbeitung liegen? Kann man da überhaupt etwas tun, wenn es um die Zähne geht oder ist das aussichtslos? Gibt es eigentlich spezielle Zahnärzte für chronische Schmerzpatienten?
    Vielen Dank für Ihre Mühe!

    Herzliche Grüße
    Sunny

    • Liebe Sunny,

      bei chronischen Schmerzkrankheiten kann häufig eine hohe Sensivität im Gesichtsbereich bestehen. Das Gehirn registriert minimale Veränderungen. Häufig treten daher Parafunktionen wie Pressen, Knirschen etc. auf. Wird eingeschliffen oder werden Schienen angepasst, können die neuen Veränderungen die Sensitivität unterhalten. Entscheidend ist daher eine gleichzeitige effektive Behandlung der primären Kopfschmerzen. Auch Zahnärzte haben sich für die Schmerztherapie spezialisiert.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Sunny sagt:

        Wo finde ich denn Zahnärzte, die sich auf Schmerztherapie spezialisiert haben? Beim Googeln und auf der Liste der Schmerztherapeuten habe ich nichts gefunden. Danke!

  14. utka sagt:

    Guten Tag, Herr Prof. Göbel,
    im Nov. 2010 war ich in Ihrer Schmerzklink und war sehr begeistert vom KH-Team. Ich finde es ganz toll, daß Sie sich Zeit für die Patienten im Chat nehmen.
    Seit ca 8 Jahren leide ich an chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Beim KH-Aufenthalt wurde noch eine Migräne ohne Aura diagnostiziert. Mir wurde das Medikament : Trimipramin 100 mg von Fr. Vayni verordnet. Das brachte leiden keine Besserung. Inzwischen habe ich lt. R. mit Fr. Vayni schon das vierte Medikament z. Zt. Venlafaxin 150 mg ohne Erfolg. Im Moment habe ich sehr starke Gesicht- und Kopfschmerzen mit Schwindel, sowie Konzentrationschwächen – vor allem Nacken-,Augen-, Kiefer- und Ohrenschmerzen. Gibt es neue Erkenntnisse? Morgen habe ich einen Termin beim Schmerzarzt Dr. Taubert aus Neubrandenburg. Ich möchte gerne nocheinmal zur Diagnostik bzw. Medikamenteneinstellung in die Klink kommen. Wie lange dauert die Terminvergabe? In diesem Jahr habe ich kaum gearbeitet – nach Urlaub oder Krankschreibung mit Wiedereingliederung bin ich nach drei Tagen wieder außer Gefecht.

    Vielen Dank für Ihre Antwort
    Mit freundlichen Grüßen von Utka

    • Liebe Utka,

      ich bedaure sehr, dass der Verlauf sich so hartnäckig gestaltet. Leider muss man beim chronische Kopfschmerz vom Spannungstyp oft lange Geduld haben, bis sich eine Besserung einstellt. Es ist zu erwägen, die medikamentöse Einstellung nochmals neu vorzunehmen. Aufgrund der langen Arbeitsunfähigkeit sollte auch nochmals eine stationäre Behandlung erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Manuela sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    mit Beginn der Wechseljahre hat sich meine Migräne stark verschlimmert, von ca. 6 x pro Monat auf 12-15xpro Monat. Nun nehme ich seit Januar als Prophylaxe Topiramat, seit April bin ich bei 60 mg, und die Migräneanfälle haben sich seitdem lediglich auf 8-10 pro Monat reduziert. Gleichzeitig wurde aber auch festgestellt, dass mein Hormonlevel extrem niedrig ist. Meine Frage lautet nun: Kann man zusätzlich zu dem Topiramat, welches ich ab Juli nach meinem nächsten Neurologen-Termin ev. höher dosieren werde, auch noch Hormone nehmen, falls das Topiramat nicht besser wirken wird, oder sollte man erst das Topiramat dann absetzen? (Meine Gynäkologien meinte allerdings, dass Hormone für Migränikerinnen eher kontraproduktiv sind – die Gynäkologin einer Migränefreundin sieht das anders. Was ist richtig?)
    Vielen Dank,
    Manuela

    • Liebe Manuela,

      Topamax reduziert in der Regel die Intensität der Attacken und weniger die Häufigkeit. Der Hormonspiegel hat keinen Effekt auf die Migräne. Eine spezielle Hormon-Ersatztherapie ist daher nicht zielführend.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Sunny sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    seit meinem Medikamentenentzug 2003 bei Ihnen in der Klinik wirken bei mir keine Schmerzmittel mehr, egal gegen welche Schmerzen und was für Medikamente (wie in Ihrem Buch angegeben). Früher haben sogar schon zwei Aspirin bei klopfenden Kopfschmerzen schnell für Schmerzfreiheit gesorgt. Wie kommt sowas zustande? Kann man etwas dagegen tun oder hilft nur Prophylaxe, die natürlich nicht möglich ist, wenn man z. B. einen Zahn gezogen bekommt :-( ? Migräneattacken stehe ich mit Eispacks durch. Vielen Dank!

    Herzliche Grüße Sunny

    • Liebe Sunny,

      einen Medikamentenentzug verbessert in aller Regel die Wirkung der Attackentherapie. Die von Ihnen beschriebene Situation muss auf andere Bedingungen zurückgeführt werden, z.B. die Migräne wurde aggressiver.

      Wenn wegen Zahnschmerzen ein Schmerzmittel genommen werden muss, beeinträchtigt dies die Prophylaxe nicht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Sunny sagt:

        Leider hilft bei mir auch kein Schmerzmittel gegen Zahnschmerzen, auch nicht gegen Wundschmerzen nach dem Ziehen. Auch gegen ganz normale Spannungskopfschmerzen wirkt kein Schmerzmittel. Normalerweise würde ich da auch nichts nehmen, aber es könnte ja mal sein, dass man etwas Wichtiges vor hat.

  17. martin sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    inwiefern können psychische Ängste wie z.B. eine Sozialphobie oder Zwänge eine Migräne auslösen oder beeinflussen? Ist in dieser Richtung was bekannt und wenn ja, lässt es sich durch eine mögliche Kombinationstherapie (medikamentös und therapeutisch) beheben?

    Danke und viele Grüße

    Martin

    • Lieber Martin,

      Ängste können Migräneattacken auslösen. Eine effektive Behandlung muss daher sowohl die Migräne, als die Angsterkrankung berücksichtigen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Piggy1963 sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    im November 2011 wurde mir in Kiel Tizanidin verordnet, ich habe täglich 4 mg genommen und im Februar ausgeschlichen. Seitdem nehmen meine Nackenbeschwerden wieder kontinuierlich zu. Könnte man jetzt schon wieder Tizanidin nehmen oder gäbe es eine Alternative für den “Dauergebrauch”.

    Nochmal freundliche Grüße
    Johanna

    • Liebe Johanna,

      die weitere Einnahme von Tizanidin ist möglich. Alternativ könnte auch hochdosiertes Magnesium erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Hallo Herr Prof. Göbel,

    ich mache zur Zeit auf eigene Faust einen Medikamentenentzug da ich Verdacht auf MÜK hatte. Die Spannungskopfschmerzen sind besser geworden aber die Migräne ohne Medikamte auszuhalten ist ziemlich hart. Heute endet meine 5te Woche. Reicht das aus, oder muss ich mind. die viel besagten exakt 8 Wochen einhalten um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen?

    Danke und viele Grüße
    Nadine

  20. Liebe Nadine,

    8 Wochen sollte man durchhalten, wenn innerhalb der Pause keine kopfschmerzfreien Tage auftreten. Man wartet dann die 8 Wochen ab. Sehr häufig kann sich auch noch in der 6. bis 8. Woche Kopfschmerzfreiheit einstellen. Tritt diese jedoch schon früher ein, muss die Pause nicht weitergeführt werden. Die Regel sagt, dass nach 3 kopfschmerzfreien Tagen die Pause beendet werden kann.

    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel

  21. steffikim sagt:

    Gutten Abend falls es noch nicht zu spät ist,
    sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    wie hoch kann Candesartan als Prophylaxe dosiert werden?

    Lieben Gruss und danke

    Steffikim

  22. Liebe Steffikim,

    üblicherweise wird eine Dosierung von 4 – 8 mg verwendet.

    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel

  23. paula sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    leide seit vielen Jahren unter Migräne, z.Zt 2-3 Anfälle die Woche, totale Gewichtsabnahme seit Dez. Schwäche, Kopfschmerzen die sich manchmal von null auf 100 steigern dauern ca. 15-20 min ist dann wieder ruhe für ein paar Stunden.(kann man fast nicht aushalten ) aber man gewöhnt sich an vieles. Hoffentlich bekomme ich bald einen Termin in Ihrer Klinik, Nehme z.zt Ibu 800, Paracetamol Supp, MCPtropf, Venlafaxin 150. Die ganze Familie leidet darunter kann auch schon seit langer Zeit nicht arbeiten. Tschau bis bald

  24. Liebe Paula,

    Ihre Migräne ist sehr aggressiv und eine baldige Behandlung ist erforderlich. Über die Anmeldemöglichkeiten können Sie sich unter http://www.schmerzklinik.de informieren.

    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel

  25. paula sagt:

    Hallo, habe mich schon per email sowie auch schriftlich beworben für ihre Klinik, hoffe bald die Info zu bekommen ob ich angenommen werde das war alles schon Anfang Mai.
    Habe Heilpraktiker hinzugezogen der mich mit Ozontherapie, Vitamininfusionen sowie Fettinfusionen aufpäppelt. Bis hoffentlich bald in ihrer Klinik

  26. Piggy1963 sagt:

    Ich melde mich jetzt ab, habe einen Termin. Tausendmal Danke für alles!!! Viel Erfolg morgen für den Aktionstag wünscht Johanna

By | 2016-12-20T17:55:30+00:00 Juni 4th, 2012|Livechat|0 Kommentare

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