1. Susi sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich war im September bei Ihnen in der Klinik und bekam dort als neue Migräneprophylaxe Anafranil (75 mg). Leider stellte sich nun als Nebenwirkung ein ziemlich starkes Zittern ein, das extrem lästig ist. Besteht die Chance, dass diese Nebenwirkung nach ein paar Wochen wieder verschwindet?

    Vielen Dank und Grüße nach Kiel
    Susi

    • Bambinie83 sagt:

      Hallo Herr Prof. Göbel,
      seit Juli hat sich zu meinem Migräneschmerz ein Dauerschmerz dazugesellt. Vorwiegend zwischen den Augen, die Nase betreffend und die Nebenhöhlen. Der Schmerz ist immer an einer anderen Stelle und nicht lokalisierbar. Wenn dann Migräne dazukommt, wirken die Triptane (mal mehr mal weniger) bei der Migräne, aber leider nicht gegen den anderen “Gesichtschmerz”. Mein Neurologe hat einen Trigenimusschmerz ausgeschlossen, da der Schmerz eher dauerhaft, drückend, bohrend und brennend ist.
      Am Wochenende war ich im Krankenhaus, da ich die Schmerzen nicht mehr ausgehalten hatte. Dazu kam noch Migräne, die auch mit Triptanen nicht zu behandeln war. Habe Aspisol, Paracetamol, Vomex und dann noch eine Cortisoninfusion bekommen und der Schmerz war weiterhin vorhanden…..
      Habe mir mal die Merkmale eines athypischen Gesichtsschmerzes durchgelesen und sehr vieles trifft zu. Da ich auch an Angst- und Panikattacken leide. Meinen Sie, es könnte sich um so einen Gesichtsschmerz handeln? Wie würden sie weiter vorgehen?
      War heute nochmal bei meinem Neurologen. Da ich derzeit allgemein sehr angespannt bin, hat er mir einen Versuch mit Amitryptilin 25 mg Abends vorgeschlagen. Was halten sie davon?
      Vielen Dank für Ihre Antwort.
      Viele Grüße Bambinie

    • Liebe Susi,

      Zittern kann bei dieser Medikamentengruppe auftreten. Zunächst sollte eine Reduzierung der Dosierung versucht werden. Oft klingt das Zittern dann ab.

      Alternativ kann umgestellt werden, z.B. auf Doxepin oder Amitriptylin.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Anna2104 sagt:

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich habe vor zwei Wochen mit einer neuen Prophylaxe begonnen. Ich starte zum zweiten mal den Versuch mit einem Betablocker diesmal mit Atenolol. Was ist die Zieldosis für eine Migräneprophylaxe? Ich bin im Moment noch bei 25 mg wollte aber in der nächsten Woche auf 50 mg gehen 25 mg morgens und 25 mg zum abend. Der Versuch mit Metoprolol hatte ich bis 47,5 mg geschafft aber dann wegen Müdigkeit abgebrochen was aber zu früh war.

    Vielen Dank und Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      Atenolol ist ein älterer Betablocker, es liegen nur wenige und lückenhafte Daten für die Wirksamkeit in der Migränevorbeugung vor. Eine wahrscheinlich effektivere Alternative zu Metoprolol wäre Propranolol oder Bisoprolol. Müdigkeit verschwindet meist nach einigen Tagen der Behandlung.

      Eine Zieldosis für Atenolol ist nicht allgemein anzugeben. Typischerweise behandelt man mit 50 – 100 mg.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Katharina sagt:

    Sehr geehrte Herr Prof. Göbel, seitdem ich die Prophylaxe Topiramat nach halbjährlicher Einnahme abesetzt hatte, (auf Anraten meines Neurologen), wirkt bei mir kein Triptan mehr. ( während der topiramat Einnahme hatte ich keine Triptane genommen, da ich fälschlicherweise dachte, das darf man nicht…..) Davor hatte bei mir meistens Sumatriptan 100 geholfen, jetzt hatte ich, nachdem ich überhaupt keine Wirkung mehr merke, Ascotop und Ascotop nasal, Relpax und Sumatriptan inject probiert, und merke überhaupt keine Wirkung mehr. Kann das durch die Prophylaxe sein und lohnt es sich dann noch weiter Triptane auszuprobieren und wenn ja welche?
    Danke und MfG, Katharina

    • Liebe Katharina,

      Ihre Erfahrung ist sehr ungewöhnlich. Normalerweise wirken die Triptane unter Topiramat häufig besser. Warum Sie jetzt nicht mehr gut wirken, sollte daher nicht alleine nur auf Topiramat zurückgeführt werden. Kann es vielleicht sein, dass Sie sehr häufig Triptane verwenden und daher ein MÜK entstanden ist? Oder bestehen bei Ihnen Wiederkehrkopfschmerzen? Möglicherweise lässt sich das Problem auch beheben, indem Sie eine andere Vorbeugung versuchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Katharina sagt:

        Nein, ich habe ja mindestens ein halbes Jahr keine Triptane verwendet und dann wirkten sie nicht mehr ab dem ersten Versuch. Allerdings nehme ich an bis zu Zehn Tagen Novalgin und auch MCP Tropfen, letztere evtl. Sogar häufiger, vielleicht liegt es daran? MfG, Katharina

  4. venus sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich stelle immer öfter vor einer Migräneattacke fest, dass zu erst ein “Schlechtheitsgefühl” vom Magen da ist (das äußerst sich auch, dass ich dann schwer arbeiten kann und mich am liebsten hinlegen würde), das stärker wiegt als das leichte Anzeichen im Kopf. Mir ist es auch öfters jetzt gelungen, durch die Einnahme von Domperiodon Tabl. den Magen wieder in Ordnung zu bringen und auch das Antriebsgefühl wieder zu haben und dannach verschwindet der Schmerz.

    Mich beeinträchtigt also mehr, dass ich keinen Antrieb habe, ein Schlechtheitsgefühl und dann erst die Schmerzen habe.

    Meine Frage kann es sein, dass etwas mit meinem Magen nicht in Ordnung ist und dadurch die Migräne ausgelöst wird. Ich war im Juli bei einer Spiegelung der Speiseröhre. Es war aber alles in Ordnung.
    Wie oft und und wie lange kann ich denn Domperidon nehmen?

    • Wenn ich da mal was anmerken darf, liebe Venus – Deine Fragen sind alle schon in Headbook beantwortet worden. Was Du beschreibst, sind eindeutige Vorboten der Migräne und Domperidon sollte man, ebenso wie Schmerzmedikamente, nicht öfter als 10 x im Monat einnehmen, da es sonst die Wirkung verlieren könnte und man hochdosieren muss.

      Headbook ist dafür da, solche grundsätzlichen Probleme untereinander zu diskutieren. Ergeben sich schwerwiegende Probleme, die man im Austausch untereinander nicht lösen kann, ist der Live-Chat mit Prof. Göbel dafür da.

      Liebe Grüße
      Bettina

      • Liebe Venus,

        es ist genau so, wie oben beschrieben. Es handelt sich um typische Ankündigungssymptome der Migräne.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  5. Astrid sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof Göbel,
    ich möchte Sie um einen Rat bitten in Sachen Amitriptylin, ich nehme es jetzt seit 2 Monaten ca. mit ganz gutem Erfolg. Zur Zeit nehme ich etwa 40 mg.

    1. Ich schlafe viiieeel besser, wenngleich ich öfter schlecht träume. Ob es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Amitriptylin und schlechtem Träumen, weiß ich nicht.

    2. Die Schmerzattacken sind immerhin etwas seltener geworden und nicht ganz so schlimm. 10 pro Monat sind es aber noch etwa. Schmerzmitteleinahme an etwa 10-12 Tagen.

    Was mich sehr stört, ist die Gewichtszunahme und die Trägheit, die mit der Amitriptylin-Einnahme einhergeht. Ich habe etwa 3 kg zugenommen, das ist immerhin eine Kleidergröße.
    Der Appetit ist auch deutlich mehr. Vor allem aber kann mich nur schwerst zu Sport motivieren, die Beine sind unendlich schwer “geworden”.

    Nun deshalb meine Frage:
    Ich weiß nicht, auf welchem Wirkmechanismus die positive Wirkung des Amitriptylin beruht; was mir gut tut, ist die Entspannung nachts, ich kann wieder schlafen. Auch bin ich insgesamt etwas weniger nervös und ruhiger.

    Falls die Sedierung der Faktor ist, der eine Besserung bewirkt, könnte man dann nicht umstellen auf ein niederpotentes NL, zum Beispiel auf Chlorprothixen? Nach meinem Informationsstand führt das nicht zu einer permanenten Gewichtsszunahme.

    Wäre das eine Möglichkeit? Welche Alternativen könnte ich noch versuchen?

    Herzliche Grüße und vielen Dank im Voraus,

    Astrid

    • Liebe Astrid,

      positiv ist die Besserung der Migräne und die Verbesserung des Schlafes. Leider gibt es keine Behandlung ohne Nebenwirkungen. Amitriptylin hat einen nachweislichen Effekt, es ist nicht alleine die Sedierung. Vielleicht ist die Gewichtszunahme und auch die Müdigkeit durch körperliches Training auszugleichen. Ansonsten gäbe es auch Alternativen zu dem Medikament.

      Chlorprothixen ist in sehr alten Studien untersucht worden. Ob es vorbeugend wirkt, ist offen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. malaya sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    meine Migräneanfälle sind zu 80% zyklusbedingt (vor u. während Regel u. Eisprung). Die Anfälle sind sehr lange und heftig. Akutmedikation (Ibu, Triptane, Phenazon) hilft nur ungenügend.
    Als Prophylaxe habe ich Petasites u. ß-Blocker erfolglos versucht und nehme jetzt seit ca. 8 Mten Amitriptylin 75mg. Es hat meine Migräne nicht gelindert, ich möchte es aber weiternehmen, da es den Schwindel nach Akustikusneurinom-OP lindert u. mich psychisch stabilisiert.

    Nun überlege ich, welche Migräneprophylaxe ich zusätzlich nehmen könnte. Welches Medikamente wäre da aus Ihrer Sicht erfolgversprechend und kann zusammen mit Ami eingenommen werden?
    (Verhaltensmaßnahmen etc. beherzige ich schon lange sehr konsequent)

    Herzlichen Dank für Ihren Rat

    Malaya

    • Liebe Malaya,

      Amitriptylin lässt sich nahezu mit allen vorbeugenden Medikamenten kombinieren. Möglicherweise wäre es jedoch besser, die Dosis von Amitriptylin zu erhöhen und zu beobachten, wie die Wirkung ist. Erreicht man die Verträglichkeitsgrenze, kann ein zweites Medikament erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Pearly sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel!
    Ich bin in der 21. Ssw und habe sehr starke Migräne mit Aura, tw. 3 Attacken pro Woche. Was würden Sie als Therapie empfehlen?
    Eine weitere Frage wäre, ob von einem Migräneanfall etwas zurückbleiben kann? – Ich sehe tw. Flecken oder verschoben.
    Über eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar!
    Mit freundlichen Grüßen, Pearly

    • Liebe Pearly,

      erstmals Glückwunsch zur Schwangerschaft! In der Schwangerschaft sollte auf eine ausreichende kohlenhydratreiche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Medikamentös kann hochdosiert Magnesium gegeben werden. Weitere Medikamente sind sehr begrenzt.

      In aller Regel klingen Migräneanfälle folgenlos ab. Jedoch kann ein migränöser Infarkt in seltenen Fällen auftreten. Im Langzeitverlauf können auch Begleiterkrankungen der Migräne entstehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. ivitho sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel, meine Neurologin hat mich dringend an Sie als Fachspezialist verwiesen. Bin seit ca. 20 Jahren Migränepatientin. Derzeit bin ich auf Sumatriptan 100 eingestellt. Leider lässt die Wirksamkeit sehr nach & die Nebenwirkungen bei der Einnahme nehmen zu. Nehme noch Pantoprazol dazu, ist aber auch eher schwach in der Wirkung. Mit Amitriptilin vorbeugend gab es keine guten Erfolge. Gibt es noch ein anderes Akut-Schmerzmittel, das ich nehmen kann außer Sumatriptan 100? Leide oft (fast immer) am Kombi-Kopfschmerz, extreme Spannungskopfschmerzen mit gleichztg. Migräne, hatte auch schon Clusterkopfschmerz. Gegen die Spannungskopfschmerzen, die ich fast täglich habe, hilft kein Medikament (Aspirin, ASS, Ibu 800). Was kann ich da nehmen als Akut-Medikament? Bin gerade in einer Hormonbehandlung und habe jetzt noch mehr Anfälle & brauche dringend eine neue Medikamenteneinstellung, aber meine Neurologin vor Ort verweist mich an Sie!!! Scheint, sie weiß nicht weiter, was für mich eine extreme Belastung darstellt. (Bin bereits seit 1 Jahr krankgeschrieben & habe eine Reha hinter mir, die aber auf die Migräne nicht spezialisiert war). Für ihren Rat wäre ich sehr dankbar, da eine ambulante Sprechstunde ja leider nicht möglich ist & auch stationär eine zu lange Wartezeit vorliegt wie man mir mitgeteilt hat. Vielen Dank im Voraus für Ihren Rat!

    • Liebe Ivitho,

      Sie stellen sehr viele Fragen, die auch teilweise ineinander verflochten sind. Insgesamt scheint die Kopfschmererkrankung sehr komplex, es liegen verschiedene Kopfschmerzformen vor. Darüber hinaus wird auch noch eine Hormonbehandlung durchgeführt. Trotz ambulanter neurologischer Behandlung ist eine Besserung nicht zu erreichen. Ich würde Ihnen daher nahelegen, mit Ihrer Neurologin über einen stationären Aufenthalt zu sprechen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Hallo Prof.Dr.Göbel,

    ich leide unter Migräne mit Aura, in meinem Fall, sind es Sehstörungen, aber woher weiß man denn ob es nicht vielleicht doch ein Schlaganfall ist? In manchen Fällen sind die Symptome ja gleich wie ein Schlaganfall, und da zählt ja bekanntlich jede Minute.

    Vielen Dank im vorraus

    • Liebe Mullemaus,

      der Unterschied bei der Migräne zum Schlaganfall: Die Aura beginnt bei der Migräne langsam und breitet sich zunehmend aus. Anschließend klingt sie typischerweise innerhalb von 60 Minuten wieder ab. Dann folgen die Kopfschmerzen. Die Symptome sind sog. Plus-Symptome, es werden neue Sinneseindrücke provoziert.

      Beim Schlaganfall treten die Symptome schlagartig auf, sie klingen nicht ab. Meistens sind die Symptome durch einen Ausfall einer Sinnesfunktion gekennzeichnet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Freddie sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    im November 2011 hatte ich einen Aufenthalt in Ihrer Klinik, an den ich gerne zurück denke. Ich bin 20 Jahre alt, männlich und mache FSJ.
    Derzeit nehme ich als Migräneprophylaxe 300-0-450mg Valproat. Damit ist die Anzahl der Migränetage nach 3 Mo. von 21 auf 13 Tage im Monat zurückgegangen. Jedoch bin ich extrem müde und habe Erinnerungslücken. Würden Sie den Nutzen als so gut einschätzen, die Nebenwirkungen weiter zu tolerieren?

    Außerdem habe ich chronische Spannungskopf- und Körperschmerzen, die sich bisher nur durch Cortison merkbar beeinflussen ließen (jedoch rheumatologisch unauffällig, auch keine Fibromyalgie). Amitriptylin, Doxepin, Duloxetin hatten keine Verbesserung erreicht. Ich mache regelmäßig Sport und Entspannungsübungen sowie Psychotherapie. Haben Sie eine Idee für einen weiteren Behandlungsversuch?

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung,

    Mit freundlichen Grüßen,

    Freddie

    • Lieber Freddie,

      die Wirkung scheint recht bedeutsam zu sein. Wenn es keine besseren Alternativen gibt, müssten ein Teil der Nebenwirkungen hingenommen werden. Eine Reduktion der Tagesdosis, z.B. auch 2 x 300 mg, kann die Nebenwirkungen reduzieren.

      Die komplexen Körperschmerzen werden eine längerfristige Behandlung erfordern, eine Verbesserung wird nur in kleinen Schritten möglich sein. Neben den genannten Medikamenten kann auch Opipramol u.a. erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. anedli sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    Meine Frage richte ich heute an Sie als Neurologen.
    Seit einem Hörsturz habe ich einen Tinnitus, mit dem ich im allgemeinen sehr gut umgehen kann , der sich im Zusammenhang mit einer Migräne verstärkt.
    Mein HNO-Arzt drängt, eine “akustische Neuromodulation” anzuwenden und verweist auf Studien der Unis Köln und Jülich. Ich sträube mich innerlich noch gegen weitere Behandlungsversuche.
    Wie bewerten Sie als Neurologe die “ANM” allgemein und in Bezug auf meine persönliche Situation.
    Herzlichen Gruß und vielen Dank für Ihre Mühe.

    • Liebe Anedli,

      die akustische Neuromodulation ist ein sehr neues Verfahren. Da Sie, wie Sie schreiben, sehr gut mit Ihrem Tinnitus zurecht kommen, scheint mir kein großer Behandlungsdruck zu bestehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Maria sagt:

    Lieber Herr Prof. Dr. Göbel,

    vor 11 Wochen habe ich zum zweiten Mal 150e Botox gegen meine chronische Migräne gespritzt bekommen. Anfangs (die ersten 6 Wochen) hatte ich oft Nackenschmerzen und -verspannungen und dadurch entstand häufig auch Migräne. Ich dachte schon, Botox würde (diesmal) bei mir nicht wirken. Seit einem Monat nun ist die Migräne fast ganz verschwunden bzw. nur noch ganz leicht aufgetreten. Auch beim ersten Mal ging es mit gegen Ende der 3 Monate besonders gut. Meine Frage: Kann ich mit der nächsten Botoxbehandlung warten bis die Migräne wieder häufiger bzw. schlimmer wird oder soll ich mich (wegen der verzögerten Wirkung von Botox) an die übliche Dreimonatsfrist halten.

    Herzlichen Dank für Ihren Rat und liebe Grüße

    Maria

    • Liebe Maria,

      die Behandlung sollte in einem möglichst festen Rhythmus erfolgen, damit die Wirkung möglichst anhaltend bestehen bleibt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. schachgigant sagt:

    Lieber Herr Prof. Dr. Göbel,

    ich war von Mitte bis Ende Februar 2012 wegen meiner Migräne in der Schmerzklinik.

    Als Prophylaxe sollte ich sechs Monate Trimipramin zum Abend hin mit 75 mg einnehmen. Ich habe einen Monat dran gehängt, weil ich nicht im Spanienurlaub anfangen wollte mit der Herabdosierung. Die Prophylaxe hat übrigens gut geholfen!

    Meine Frage: Heute bin ich zurückgekehrt aus dem Urlaub und möchte jetzt nur noch 50 mg nehmen. In welchen Abständen soll ich von 50 mg herunterdosieren und dann auf 25 mg und schließlich auf null. Ich bin mir nicht sicher, in welchen Schritten ich vorgehen soll. Meinem Arztbrief konnte ich nichts entnehmen.

    Vielen Dank und ganz liebe Grüße an Sie und alle Mitarbeiter der Schmerzklinik.

  14. Sanni sagt:

    Lieber Herr Prof. Dr. Göbel

    vielen Dank wieder einmal für diesen Chat !!!

    Ich habe vor kurzem gehört, dass bei chronischen Schmerzen ( Fibromyalgie ) das Amitriptilin NICHT niedrig dosiert werden solle. Also nicht 25 mg sondern mindestens 100 mg am Tag. Was ist Ihre Erfahrung ? Bringen 100 mg evtl Hilfe wenn 25 mg garnicht helfen ? Überall ist zu lesen von niedriger Dosierung bei Fibromyalgie. Allerdings habe ich ja chronische Spannungskopfschmerzen wiederum. Welche Dosierung würden sie wählen . Lieben Dank für Ihre Antwort und Grüße
    Sanni

    • Liebe Sanni,

      eine generelle Standard-Dosierung gibt es nicht. Bei einem können 25 mg ausreichend sein, beim anderen reichen nicht mal 150 mg. Eine individuelle Eindosierung ist erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Bambinie83 sagt:

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    seit Juli hat sich zu meinem Migräneschmerz ein Dauerschmerz dazugesellt. Vorwiegend zwischen den Augen, die Nase betreffend und die Nebenhöhlen. Der Schmerz ist immer an einer anderen Stelle und nicht lokalisierbar. Wenn dann Migräne dazukommt, wirken die Triptane (mal mehr mal weniger) bei der Migräne, aber leider nicht gegen den anderen “Gesichtschmerz”. Mein Neurologe hat einen Trigenimusschmerz ausgeschlossen, da der Schmerz eher dauerhaft, drückend, bohrend und brennend ist.
    Am Wochenende war ich im Krankenhaus, da ich die Schmerzen nicht mehr ausgehalten hatte. Dazu kam noch Migräne, die auch mit Triptanen nicht zu behandeln war. Habe Aspisol, Paracetamol, Vomex und dann noch eine Cortisoninfusion bekommen und der Schmerz war weiterhin vorhanden…..
    Habe mir mal die Merkmale eines athypischen Gesichtsschmerzes durchgelesen und sehr vieles trifft zu. Da ich auch an Angst- und Panikattacken leide. Meinen Sie, es könnte sich um so einen Gesichtsschmerz handeln? Wie würden sie weiter vorgehen?
    War heute nochmal bei meinem Neurologen. Da ich derzeit allgemein sehr angespannt bin, hat er mir einen Versuch mit Amitryptilin 25 mg Abends vorgeschlagen. Was halten sie davon?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Viele Grüße Bambinie

  16. Liebe Bambinie,

    Ihre Schilderung geht weit über eine Migräneerkrankung hinaus. Möglicherweise besteht eine allgemeine Hypersensitivität, die die komplexen Schmerzen erklären kann. Dazu kann man auch atypischer Gesichtsschmerz sagen. Die Angst- und Panikattacken können in dieses Krankheitsbild gehören. Amitriptylin kann dabei eine effektive Behandlungsoption sein.

    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel