Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 06.05.2013

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2013-05-06T21:14:32+00:00 April 22nd, 2013|Livechat|62 Comments

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Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin

62 Kommentare

  1. Profilbild von Franzi
    Franzi 6. Mai 2013 um 08:51 Uhr

    Hallo lieber Hr. Dr. Göbel,
    habe Unterlagen vom Schmerztherapiezentrum Baden-Baden (Dr. Strackharn) vorliegen, die eine Migränebehandlung durch tägliche Injektionen im Genickbereich (Trigger: Entzündungen im Gewebe durch verdrehten bzw. blockierten Atlas und Axxis) mit Lidocain über 3-4 Wochen
    anbieten. Was ist davon zu halten, bzw. hat jemand damit schon Erfahrung gemacht???.
    Habe selbst schon diverse Prophylaxen durch, nehme 6-10 Triptane im Monat plus Citalopram (leider etwas schlechte Kombination).
    Vorerst liebe Grüße
    Franzi

    • Profilbild von georgine
      georgine 6. Mai 2013 um 15:10 Uhr

      Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
      ich war im Okt. 12 in Ihrer Klinik. Danach ging es mir 3 Monate deutlich besser. Inzwischen habe ich wieder täglich Kopfschmerzen, hauptsächlich an der Stirn und extreme Verspannungen im Nacken. Migräne habe ich ca. alle 10 Tage, meistens nach Wetterumschwüngen. Gemäß Ihrer Empfehlung nehme ich seit ca. 3 Monaten die Höchstdosis Opipramol (200 mg), außerdem 300 mg Diasporal täglich (mehr vertrag ich nicht). Außer, dass meine Stimmung dank Opipramol insgesamt besser ist als letztes Jahr, habe ich leider auch wieder Schlafprobleme. Ich habe Angst, vor lauter Schmerzen wieder depressiv zu werden. Was kann ich tun?

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:50 Uhr

        Liebe Georgine,

        die von Ihnen geschilderten Symptome müssen hinsichtlich der Entwicklung einer chronischen Migräne geprüft werden. Entsprechend sollte dann überlegt werden, ob eine Umstellung der Vorbeugung erfolgen sollte. Dies betrifft auch die Medikation hinsichtlich der Stimmung. Aufgrund der sehr komplexen individuellen Situation kann eine solche Neueinstellung und Therapieanpassung nur durch ein persönliches Beratungsgespräch und durch weitergehende Untersuchungen erfolgen.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

        PS: Sie hatten nicht ins neue Fenster geschrieben, sondern auf Franzis Beitrag geantwortet. Daher sind die Antworten jetzt nicht exakt zugeordnet. Bitte beim nächsten Mal nicht auf „Antworten“ klicken, sondern in das Beitragsfenster.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:48 Uhr

      Liebe Franzi,

      tägliche Injektionen im Nackenbereich zur Behandlung der Migräne entsprechen nicht den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Entstehung der Migräne. Sie entsprechen auch nicht den Therapieempfehlungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften sowie der nationalen und internationalen Experten. Die Behandlung wird auch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Eine Wirksamkeit dieser Behandlung ist nicht nachvollziehbar belegt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Profilbild von Pascale
    Pascale 6. Mai 2013 um 10:07 Uhr

    Hallo Dr.Göbel,

    ich war letztes Jahr im Sommer in Ihrer Klinik.
    Ab diesem Zeitpunkt nehme ich jeden Abend 50mg Trimipramin, was mir auch ganz gut tut. Mein Problem ist aber, dass ich in den lezten Monaten unheimlich viel zugenommen habe. Meine Therapeuthin meinte ich sollte es deshalb mal mit Valdoxan versuchen. Was hatten Sie davon ?
    ( ist es auch bei Migräne anzuwenden ?
    Viele liebe Grüße nach Kiel.
    Pascale K.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:47 Uhr

      Liebe Pascale,

      die Gewichtszunahme muss nicht durch Trimipramin bedingt sein. Eine Gewichtszunahme ist jedoch bei trizyklischen Antidepressiva möglich. Eine Umstellung auf Valdoxan ist möglich. Es hat jedoch einen anderen Wirkmechanismus und auch ein anderes Wirkspektrum. Hinsichtlich der Wirksamkeit bei Kopfschmerzen liegen noch keine ausreichenden Daten vor. Trotzdem ist bei Vorliegen der entsprechenden Indikation (Depression) ein Einsatz denkbar. Ob und wie gut es bei Migräne wirkt, ist bisher nicht ausreichend untersucht. Es gibt dafür jedoch einzelne Hinweise.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Profilbild von malaya
    malaya 6. Mai 2013 um 10:09 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    danke für Ihre Zeit, die Sie sich auch heute wieder für uns nehmen!

    Ich (weibl., Mitte 40, Migräne ca. 8 Tg./Mt. und dauer-seekrank + Oszillopsien nach Vestibularisschwannom-OP vor einigen Jahren) musste Amitriptylin (was eine Erlösung bezügl. des Schwindels war!) aufgrund stark erhöhter QTc-Zeit absetzen.

    Calciumkanalblocker wie Flunarizin sind sicherlich eine mögliche Alternative, machen mir aber etwas Angst wegen der NW Parkinsonoid. Sollte ich ein Kopfzittern bekommen, hätte ich immense Probleme wegen der o.g. Oszillopsien. Oder ist ein Parkinsonoid immer reversibel?

    Welches Medikament gg. den Schwindel – mit möglichst wenig Nebenwirkungen- würden sie als nächstes in Erwägung ziehen?
    (Cyclandelat, Arlevert, Verapamil, Pizotifen, Carbamazepin…?)

    Herzlichen Dank
    malaya

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:52 Uhr

      Liebe Malaya,

      Sie können mit Ihrem Arzt besprechen, ob nicht ein anderer Wirkstoff aus der Familie der trizyklischen Antidepressiva eingesetzt werden kann. So ist z.B. Trimipramin oder auch Doxepin häufiger besser hinsichtlich der Herzverträglichkeit einzusetzen. Auch kann Opipramol oft mit guter Verträglichkeit und ohne Einfluss auf die QT-Zeit verwendet werden.

      Ein Parkinsonoid nach Flunarizin ist sehr selten und kann im Einzelfall auftreten. Ein Parkinsonoid ist häufiger irreversibel, bedauerlicherweise kann dies jedoch nicht im Einzelfall sicher gesagt werden.

      Besprechen Sie mit Ihrem Arzt daher, ob es in Ihrem speziellen Fall möglich ist, zunächst ein anderes trizyklisches Antidepressivum auszuprobieren. Auch Opipramol ist eine gut verträgliche Option. Die von Ihnen in der Klammer angegebenen Medikamente sind ohne zuverlässigen Effekt auf Schwindelprobleme nach entsprechenden operativen Eingriffen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Profilbild von Beate
    Beate 6. Mai 2013 um 10:59 Uhr

    Sehr geehrte Prof.Dr.Göbel ich freue mich sehr dass ich mit Ihnen wider schreiben kann. Ich habe auch noch ein paar Fragen an sie und zwar soll ich am 08,05,2013 zu Ihnen in die Klinik kommen und auf dem schreiben steht das Mann bei euch nur wegen Schmerzen behandelt wird nur beim letzten chatten haben sie mir geschrieben das ich unbedingt zu ihnen kommen soll weil bei mir auch mehrere Faktoren zur meine Erkrankung führen also nicht nur die schmerzen was ich im Kopf habe .Deswegen wollte ich sie fragen ob sie mir auch neurologisch helfen können ,da ich mit meinen gesamten körperlichen Bewegung Abläufen Probleme habe .
    Mit freundlichem Gruß
    Beate Hanslik

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:53 Uhr

      Liebe Beate,

      wir sind eine neurologisch-verhaltensmedizinische Klinik. Unser Schwerpunkt sind neurologische Schmerzerkrankungen. Bei der Behandlung der Schmerzen berücksichtigen wir entsprechend auch die neurologischen Grunderkrankungen. Die Neurologie ist jedoch mittlerweile ein sehr umfangreiches und komplexes medizinisches Fachgebiet. Entsprechend muss je nach individueller Situation eine Behandlung in jeweils spezialisierten Kliniken erfolgen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Profilbild von Rmot
    Rmot 6. Mai 2013 um 11:07 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Göbel, ich wüßte gerne, was Sie von der Methode der Vagus-Nerv-Stimulation mit „GammaCore“ halten! Von meinem Neurologen in München wurde mir ein solches Gerät angeboten. Angeblich hat es keine Nebenwirkungen und Risiken. Ich habe es seit 3 Tagen angewendet, aber noch keine Veränderung meiner sehr starken chronischen Migräne gespürt. Übrigens, sämtliche Prophylaxen waren bisher erfolglos.
    Ich habe bitte noch eine Zusatzfrage: Was halten Sie von einer Behandlung mit Prednisolon?
    Herzlichen Dank
    Robert

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:54 Uhr

      Lieber Rmot,

      die Vagus-Nerv-Stimulation mit „Gamma-Core“ ist hinsichtlich der Wirksamkeit zur Vorbeugung der Migräne nicht nachvollziehbar wissenschaftlich untersucht. Kontrollierte Daten zur Wirksamkeit sind nicht bekannt. Gleichzeitig bewirbt die Herstellerfirma das Gerät als einen Durchbruch in der Migränebehandlung. Dafür sehe ich keine Grundlage.

      Prednisolon kann beim Status migraenosus zur Behandlung einer langdauernden Migräneattacke, die über drei oder mehr Tage anhält, erwogen werden. Es hat sich dabei als wirksam erwiesen. Prednisolon ist jedoch kein Medikament, das sehr häufig oder länger anhaltend in höheren Dosierungen eingesetzt werden sollte. Es bedarf immer einer individuellen Verordnung durch den behandelnden Arzt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von Rmot
        Rmot 6. Mai 2013 um 20:03 Uhr

        Sehr geehrter Herr Dr. Göbel,
        vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe noch eine Zusatzfrage: Meine Migräneanfälle dauern immer bis zu 3 Tage. Ca. 20 – 30 Std. davon muß ich mich permanent erbrechen (alle 15 min.). Vomex, MCP, Domperidon etc. helfen alle nicht. Haben Sie eine Idee, was man gegen das äußerst belastende und quälende Dauererbrechen tun kann?
        Vielen Dank
        Beste Grüße
        Robert

        • Profilbild von Hartmut Göbel
          Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:49 Uhr

          Lieber Rmot,

          im Falle von schwerem Dauererbrechen könnten Sie Sumatriptan s.c. einsetzen.

          Freundliche Grüße
          Hartmut Göbel

  6. Profilbild von Conny
    Conny 6. Mai 2013 um 11:13 Uhr

    Sehr geehrter Prof.Dr Göbel
    Danke für die erneute Möglickeit mit Ihnen in Kontakt zu treten.

    Nach einer 9wöchigen Medikamentenpause und dem Aufenthalt in der Schmerzklinik im März 2013 leide immer noch an fast täglicher Migräne.
    Ganz langsam zeichnet sich die letzten Tage ein minimale Besserung durch die Prophylaxe 2,5mg Bisoprolol ,50 mg Topamax und 25 mg Anafranil ab.
    Ich hoffe das dies noch besser wird.

    Mein Problem .Seit der Medikamentenpause wirkt kaum mehr ein Triptan richtig.Ich habe Relpax 80 mg ..Naratriptan 10 mg ,Zolmitriptan 10 mg ,Maxalt 20 mg innerhalb 24 Std. und nun Sumatriptan das nur in 200 mg Stärke und mit Novamin etwas wirkt ….probiert.
    An was kann das liegen und wird das wieder besser im Laufe der Zeit?
    Ich nehme Domperidon vorher und auch Naproxen hinterher ein.

    Viele Möglichkeiten bleiben nicht mehr zur Schmerzlinderung .Was kann ich tun ?

    Vielen Dank für die Zeit die Sie sich nehmen
    Liebe Grüße Conny Böhm

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:55 Uhr

      Liebe Conny,

      Ihre Verlaufsschilderung weist viele Hinweise auf, dass bei Ihnen eine chronische Migräne bestehen könnte. Dabei müsste in erster Linie zunächst die medikamentöse Vorbeugung angepasst werden. Sie verwenden eine Dreierkombination von vorbeugenden Medikamenten. Dabei sind die einzelnen Substanzen niedrig dosiert. In erster Linie bietet sich an, die von Ihnen genannten Medikamente jeweils individuell im Rahmen einer Einzelanwendung auszudosieren. Erst dann sollte eine Kombination eingesetzt werden. Schließlich sollte erwogen werden, ob speziell für die chronische Migräne sich als wirksam erwiesene Therapieverfahren eingesetzt werden. Diese schließen Topiramat, Botulinumtoxin sowie ggf. auch Neuromodulation in Form der Occipitalis-Nervenstimulation ein.

      Unter diesen Voraussetzungen ist es häufig zu beobachten, dass dann auch die Akutmedikamente wieder ausreichend wirken. Es müsste also entsprechend noch einmal ein Anlauf unternommen werden, um die Vorbeugung zu optimieren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Profilbild von Julia
    Julia 6. Mai 2013 um 12:03 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    wie schön, dass Sie heute wieder einen Chat für uns veranstalten.

    Ich habe seit Jahrzehnten sehr heftige Dauerprobleme mit dem linken Trigeminusnerv durch diverse Zahngeschichten. (Keine typische Trig.-Neuralgie)

    Nachdem ich den Nerv mit Baclofen über 6 Wochen ( erst 15 mg dann 7,5 mg/die) zur Ruhe gebracht habe ( gute Wirkung ab dem 3. Tag), habe ich mich entschieden, auf Gabapentin umzusteigen.
    Meine Hoffnung ist, mit Gabapentin gleichzeitig auch die Migräne etwas zu beruhigen. Bin noch bei 600 mg/die mit Ziel 900 mg und der Nerv meldet sich schon wieder.

    Da ich in dieser Woche 3 Wurzelbehandlungen haben werde, ist meine Frage, ob es möglich wäre, falls nötig, zum Gabapentin noch das Baclofen, für einige Tage dazuzunehmen?
    Gäbe es Bedenken wegen zu viel GABA? ( ich nehme ja jeweils nur geringe Dosen).

    Für eine kurze Antwort wäre ich sehr dankbar, da ich damit dann Schmerzmittel sparen könnte.
    Ein Ja oder Nein würde mir reichen 😉

    Ganz herzlichen Dank und liebe Grüße
    Julia

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:56 Uhr

      Liebe Julia,

      bei neuropathischen Schmerzen hat sich die Anwendung von Gabapentin oder alternativ auch von Lyrica bewährt. Die Kombination mit Baclofen ist möglich. 15 bis 7,5 mg pro Tag sind jedoch sehr niedrig. Üblicherweise setzt man die Substanz 3x am Tag mit 10 mg ein und dosiert dann allmählich bis auf 3×30 mg hoch. Häufig ist die kombinierte Therapie deutlich wirksamer bei neuropathischem Schmerz als die Gabe der einzelnen Substanz.

      Feundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Profilbild von Maria
    Maria 6. Mai 2013 um 12:39 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,
    im J
    uni ´12 war ich in Ihrer Klinik. Als Migr.prophylaxe nahm ich bis vor kurzem 150 mg Venlafaxin und 2,5 mg Bisoprolol ein. Wie empfohlen, nehme ich derzeit nach 6 – 9 Monaten einen Absetzungsversuch vor. Die Schwitzattacken waren sehr heftig und raubten mir Schlaf, ansonsten habe ich die Med. gut vertragen. Seit 10.04. Venlafaxin 112,5 mg und 2,5 mg Bisoprolol, seit 01.05. Venlafaxin 75 mg und 2,5 Bisoprolol. Am 02.05. bekam ich eine 4-tägige Migräneattacke, die ich mit Maxalt 10 mg (3 Tabletten insgesamt) in den Griff bekam. Auch heute früh beim Aufwachen hatte ich Migräne. Nach einem Kaffe (ich trinke wenig Kaffee und auch sehr dünn) ist die beginnende Migräne weg. Ich bin etwas verunsichert, ob ich den Absetzungsversuch fortführen soll. Evtl. ist der Trigger für die Migräne auch das derzeit warme Wetter (Wetterumschwung). Was raten Sie mir?
    Viele Grüße Rabea

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:57 Uhr

      Liebe Rabea,

      nach der beschriebenen Zeitdauer ist ein Absetzversuch der Vorbeugung sinnvoll. Sie setzen auch, wie ich Ihre Zeilen verstehe, langsam ab. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen, wenn ein Anfall auftritt. Das kann jederzeit geschehen und würde auch mit Weiterführung der Vorbeugung auftreten können. Wenn Sie jetzt den Entschluss zur Dosisreduktion und zum Absetzen getroffen haben, spricht vieles dafür, dies jetzt durchzuziehen. Sie können dann für einen Zeitraum von zwei Monaten den Verlauf beobachten und dann ein Fazit ziehen, ob es auch ohne Vorbeugung gut weitergeht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Profilbild von Tessa
    Tessa 6. Mai 2013 um 12:47 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Goebel,

    Ich nehme seit fast 3 Wochen 40 mg micardis zur Prophylaxe. Könnte ich die Dosis erhöhen um eiine bessere Wirksamkeit zu erzielen ? Oder sollte man noch ein anderes Medikament dazu einnehmen ?
    Was würden sie empfehlen?
    Ich habe seit längerem 10 Anfälle pro Monat und im April war es besonders schlimm, da ich 11 Anfälle inerhalb der ersten Hälfte des Monats hatte. Danach habe ich 8 Tage kein Medikament genommen und mit der Einnahme von micardis begonnen. Seit dem hatte ich erst 3 mal Migräne.

    Vielen Dank für ihre Antwort ,
    Viele Grüße
    Tessa

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:58 Uhr

      Liebe Tessa,

      die Dosierung von Micardis 40 mg 1x pro Tag ist in der Regel die anzustrebende Menge. Grundsätzlich wäre bei guter Verträglichkeit eine Erhöhung auf 80 mg 1x pro Tag möglich. Auch für dieses Medikament gilt, dass die Vorbeugung individuell ausgetestet werden muss und eine sichere Wirksamkeit aufgrund nicht ausreichender Daten offen ist. Allerdings gibt es mittlerweile viele Erfahrungen und auch einzelne Untersuchungen, die die Wirksamkeit nahelegen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Profilbild von dschenny
    dschenny 6. Mai 2013 um 13:03 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Göbel, seit nunmehr 35 Jahren leide ich an Migräne, seit 10 Jahren haben die Attacken an Häufigkeit und Schwere deutlich zugenommen. Waren sie anfangs noch mit Imigran nasal gut behandelbar, benötige ich nun Maxalt, Imigran nasal, Ibuprofen 800, Tetrazepam pro Anfall. Prophylaktisch setze ich Topimarat 50 mg ein, höhere Dosierungen führten zu Wortfindungsstörungen. Seit ein paar Monaten spritzt mein Neurologe mir Botox, mitunter in den Kopf-, Nacken-, Rückenbereich. Autogenes Training, Yoga, Muskelrelaxion n. Jacobson..Migravent…alles versucht. Hormone spielen mit Sicherheit eine Rolle, Stress, Änderungen im Schlafrhytmus, 40 Stunden Arbeitswoche am Computer. Verabredungen treffe ich seit Jahren unter Vorbehalt. Wie können Sie mir helfen? Beste Grüße dschenny

    • Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
      Bettina Frank - Moderatorin 6. Mai 2013 um 18:52 Uhr

      Liebe Dschenny, bitte in Zukunft nur eine Frage einstellen, worum in der Chatankündigung gebeten wurde. Danke für Dein Verständnis und liebe Grüße
      Bettina

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 19:59 Uhr

        Liebe Dschenny,

        Ihre Schilderungen legen nahe, dass bei Ihnen eine chronische Migräne diagnostiziert worden ist. Aus Ihren Ausführungen kann ich nicht entnehmen, an wie viel Tagen im Monat bei Ihnen Migräneattacken bestehen. Bezüglich der Behandlung ist zu fragen, ob die vorbeugenden Medikamente ausdosiert worden sind. Erst dann kann im Einzelfall oft eine ausreichende Wirksamkeit erwartet werden. Schließlich geben Sie auch Hinweise auf Ihren Alltag und Ihre Arbeitsbelastung. Darauf muss sicherlich auch ein Schwerpunkt gelegt werden. Häufig kann eine Migränetherapie erst dann erfolgreich sein, wenn das familiäre, berufliche und soziale Leben umgestellt wird. All dies kann sicherlich nicht hier über das Forum geklärt werden, sondern erfordert eine individuelle, ggf. auch stationäre multimodale Behandlung.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  11. Profilbild von Sanni
    Sanni 6. Mai 2013 um 13:03 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel

    Vielen Dank für den Chat und das neue Headbook 🙂

    Ich würde gerne erfahren ob Sie wissen davon , dass die Krankenkasse / n
    Nur 150 Einheiten Botox zahlen bei entsprechender Indikation und wann die
    195 Einheiten ?
    Gibt es Beschränkungen in der ambulanten Behandlung bei einem Neurologen ?

    Vielen lieben Dank
    Sanni

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:00 Uhr

      Liebe Sanni,

      Botox ist für die Behandlung der chronischen Migräne zugelassen. Die Dosierung nach der Zulassung ist minimal 155 Allergan-Einheiten und kann je nach individueller Situation bis zu 195 Allergan-Einheiten im Einzelfall betragen. Für die Durchführung der Behandlung müssen über die Apotheke immer 200 Allergan-Einheiten bezogen werden. Dies ist die Menge, die rezeptiert werden muss, damit die entsprechende Dosierung zur Verfügung steht. Mir ist nicht bekannt und es wäre auch nicht sachgerecht, wenn die rezeptierte Menge von 200 Allergan-Einheiten nicht übernommen würde. Beschränkungen in der ambulanten Behandlung bei einem Neurologen sind durch die Zulassungen vorgegeben. Diese schließen ein, dass der Neurologe in der Behandlung der chronischen Migräne spezialisiert sein muss, die Indikation einer chronischen Migräne belegt sein muss sowie keine Ausschlussdiagnosen bestehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Profilbild von escada
    escada 6. Mai 2013 um 13:06 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich bin 50 Jahre alt, weiblich, lebe in Ö, habe seit über 30 Jahren Migräne, seit einigen Jahren chron. Migräne mit 10-14 Migtagen/Monat u ca. ebensoviele cervikogene Kopfschmerztage (2HWS-BS-Vorfälle). Dauer, Häufigkeit, Intensität steigen kontinuierlich. Auf Triptane spreche ich von befriedigend bis gar nicht an, völlig unvorhersehbar. Seit ca. 1 Jahr komme ich immer wieder in einen stat. migr. der anfangs in der Klinik mit Fortecortininfusionen behandelt wurde, mittlerweile nehme ich im Notfall zuhause Aprednisolon Tbl. ein. Bisher kam ich mit 50-75mg Tagesdosis über max. 3 Tage aus.Leider brauche ich diese Therapie fast jedes Monat einmal und möchte Sie fragen, ob ich bei der Dosis mit unerwünschten NW rechnen muss?
    Meine Lebensqualität beläuft sich gegen Null, ich musste meine Arbeit aufgeben und bin total verzweifelt. Als med. Prophylaxen wurden Botox (allerdings mit weniger Punkten als in D), Topamax, Cymbalta u dzt. Inderal versucht. Keine war erfolgreich. Inderal nehme ich dzt. 50-0-50mg, da trotz langsamen Aufdosieren eine höhere Dosis den Puls unter 50 brachte. Ist 100mg/d eine Dosis, die eigentlich schon helfen sollte, wenn man anspricht, oder sollte ich einen neuerlichen Aufdosierungsversuch unternehmen. Wäre alternativ Micardis einen Versuch wert? MÜK besteht keiner, ich halte mich an die 10/20 Regel.
    Entschuldigung, dass ich mehr als 1 Frage gestellt habe, aber in Ö bekomme ich auf viele Fragen leider unzureichende Antworten.
    Vielen Dank im vorhinein und liebe Grüße
    Escada

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:08 Uhr

      Liebe Escada,

      ich bitte um Verständnis, dass ich eine solch komplexe Frage nicht adäquat beantworten kann. Für eine individuelle Therapie müssen vielfältige Informationen vorliegen. Es ist daher nicht möglich, einen individuellen Rat zum Behandlungsablauf zu formulieren. Allgemein kann ich Ihren Ausführungen entnehmen, dass bei Ihnen eine hochfrequente Migräne besteht. Immer wieder treten die Komplikationen eines lang anhaltenden Migräneanfalls über mehr als drei Tage auf, der Notfallbehandlungen u.a. auch mit Kortikoidinfusionen erfordert. Der regelmäßige Einsatz über drei Tage pro Monat ist aus meiner Sicht auf die Dauer unbefriedigend. Eine wirksame Prophylaxe müsste gefunden werden, damit solche langen Anfälle in so großer Häufigkeit möglichst vermieden werden. Die bisher von Ihnen eingesetzten Prophylaktika sind aufgrund der Angaben nicht gut zu beurteilen, da weder Zeitdauer noch die eigentliche Enddosierung ersichtlich sind. Darüber hinaus muss die Vorbeugung auch je nach individueller Situation erfolgen. Was für den einen Patienten gut sein kann, kann bei dem anderen Patienten genau das Gegenteil bewirken. Gut ist in jedem Fall, dass Sie auf die Entstehung eine MÜK achten und sich an der 10-20-Regel orientieren. Insgesamt wird deutlich, dass eine sehr individuelle Behandlung bei Ihnen erforderlich ist. Ich möchte Ihnen empfehlen, mit Ihren Ärzten zu besprechen, ob Sie sich nicht in einem spezialisierten Zentrum für Migräne und Kopfschmerzen vorstellen können, um dort eventuell auch stationär eine Behandlung neu aufzubauen.

      Feundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Profilbild von dschenny
    dschenny 6. Mai 2013 um 13:11 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Göbel, was halten Sie von TENS Anwendungen? Auf der Medica in Düsseldorf habe ich mir einen Kopfbügel namens Cefaly http://www.cefaly.com/ gekauft. Das Prinzip beruht auf der Technik der Transkutanen Nervenstimulation. Nachdem ich dieses mehrere Hundert Euro teure getestet habe, habe ich mir nun auch noch ein normales TENS Gerät mit 4 Elektroden zugelegt. Können Sie mir und den Mitpatienten Tips zur Anwendung geben? Vielen Dank im Voraus dschenny

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:11 Uhr

      Liebe Dschenny,

      die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) hat sich bei der Behandlung von vielen Schmerzerkrankungen als zusätzliche Maßnahme bewährt. Mittlerweile bietet auch ein belgischer Hersteller ein sehr schickes Gerät unter dem Namen Cefaly kommerziell an. In einer belgischen Studie zeigte sich, dass bei episodischer Migräne eine leichte Besserung erzielt werden kann. Grundsätzlich arbeitet dieses Gerät nicht anders als die seit vielen Jahrzehnten bekannten TENS-Geräte. Diese lassen sich häufig schon für überschaubare Beträge auch in Deutschland erwerben. Die Geräte variieren individuell sehr. Wir bevorzugen Geräte, bei denen über ein eingebautes Programm verschiedenste Stimulationsformen eingesetzt werden, aus denen die Patienten je nach Anwendungsort und Schmerzsituation wählen können. Die TENS-Behandlung kann als zusätzliche Therapie wirksam sein, allerdings ist es auch hier typisch, dass manche Patienten sehr gut ansprechen, andere Patienten jedoch überhaupt nicht. Man muss also individuell die Wirksamkeit austesten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Profilbild von Katharina
    Katharina 6. Mai 2013 um 13:18 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    als ich im November 2012 aus Ihrer Klinik mit 25 mg Saroten entlassen wurde, hatte ich vom Hausarzt noch 2.5 Bisoprolol dazubekommen, da mein Puls so hoch war. Jetzt umgestellt auf Valdoxan ist der Puls wieder im normalen Bereich, soll ich Bisoprolol trotzdem so belassen oder absetzen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort, MfG, Katharina

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:12 Uhr

      Liebe Katharina,

      unter Saroten kann die Herzfrequenz ansteigen, die zusätzliche Behandlung mit Bisoprolol ist dann sinnvoll, da einerseits die Herzfrequenz reduziert wird und andererseits nach zusätzlich eine vorbeugende Wirkung bezüglich der Migräne erreicht werden kann. Valdoxan erhöht nicht die Pulsfrequenz. Die zusätzliche Behandlung aus diesem Grunde mit Bisoprolol ist daher nicht erforderlich. Sie kann jedoch in Hinblick auf die Migräneprophylaxe weiter sinnvoll sein. Die kombinierte Therapie hängt also davon ab, welche Wirksamkeit man erzielen möchte. Besteht eine depressive Grundstimmung, spricht einiges dafür, den Betablocker abzusetzen, da Betablocker auf depressive Stimmungen häufig ungünstig wirken.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Profilbild von choir
    choir 6. Mai 2013 um 13:49 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Dr. Goebel,
    die Angst, dass ich vielleicht wieder auf einen MÜK zusteuere bringt mich zur Teilnahme am heutigen Chat, danke für diese Möglichkeit. Die Situation ist momentan so: Seit Nov. ging es mit so etwa 6-8 Einnahmetagen mtl. ganz gut (allerdings Tendenz: steigend). Letzten Monat (April) hatte ich dann schon 10 Einnahmetage, mit jeweils 1Zolmitriptan 5 mg + dazu Naproxen 500 mg und Vomex A 1-3; die letzten drei Male habe ich allerdings nur das Triptan genommen, weil ich festgestellt habe, dass es eigentlich keinen Unterschied macht in der Wirkung. Dieser Monat nun (Mai) fängt sehr schlecht an, schon gestern, am 5. Mai, hatte ich drei Einnahmetage hinter mir. Ich wage es nicht, bei Beginn einer Attacke erstmal abzuwarten, d.h. ich nehme immer sehr früh ein Triptan ein, meine Erfahrung spricht dafür, es so zu tun. Jetzt meine Frage: Kann ich dem Ganzen noch irgendwie anders begegnen? Zolmitriptan vertrage ich gut und die Wirkung ist halt auch sehr gut! Meine regelmäßige Prophylaxe ist eine Doxepin abends 50 mg. Außerdem hatte ich aufgrund von einigen Beiträgen im Forum angefangen, jeden Tag 600 mg Magnesium einzunehmen (seit 3 Wochen etwa). Soll ich das vielleicht doch besser lassen? Oder ist das egal und ich sollte vielleicht etwas anderes ändern? Z.B. mehr Doxepin? Die Sache ist auch noch die, dass ich fast nie nur einen Tag Migräne habe. Nach Aufhören der Wirkung der Triptane, also 24 Stunden später, kommt die Attacke immer wieder hoch, bis zu drei oder sogar manchmal vier Tage hintereinander. Und kann es jetzt passieren, dass ich quasi in eine „Welle“ herein gerate, also jeden zweiten Tag meine „Zolmis“ brauche? Das kommt mir dann sehr in die Nähe einer Sucht. Wie komme ich wieder heraus?
    Ihre choir

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:17 Uhr

      Liebe Choir,

      Sie beschreiben sehr eindrücklich den Konflikt, der entsteht, wenn die Migräneattackenfrequenz ansteigt und man aufpassen muss, dass unter der Therapie kein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entsteht. Besonders schwierig ist es, wenn bereits ein Monat mit vielen Attacken und Kopfschmerztagen beginnt und man schon in der ersten Woche den Vorrat an „Einnahmetagen“ stark aufbraucht. Hinzu kommt noch, dass Sie aus Erfahrung wissen, dass Sie sehr früh im Anfall ein Triptan einnehmen müssen, damit überhaupt eine Wirkung entsteht.

      In erster Linie ist in einer solchen Situation anzuraten, dass man die vorbeugende Behandlung weiter optimiert. Sie schreiben, dass Sie zur Vorbeugung Doxepin 50 mg am Abend einnehmen. Falls die Verträglichkeit gut ist, spricht vieles dafür, dass man diese Medikation ausdosiert, z.B. auf 75 mg oder 100 mg steigert. Die zusätzliche Behandlung mit 2×300 mg Magnesium kann die Wirksamkeit verbessern. Bei Ihnen kommt noch hinzu, dass regelmäßig ein Wiederkehrkopfschmerz auftritt und am nächsten Tag nach der Triptaneinnahme erneut die Attacke weiterschwelt. Hierbei kann man versuchen, durch die zusätzliche Gabe eines weiteren Medikamentes die Nachhaltigkeit der Akutbehandlung zu verbessern, geeignet dafür sind z.B. Naproxen 500 mg oder Arcoxia 90 mg. Auch die Rotation des Triptans kann hier hilfreich sein. Eine langanhaltende Wirkung mit wenig Wiederkehrkopfschmerzrate haben z.B. Relpax 40 mg, Allegro 2,5 mg oder Naratriptan 2,5 mg.

      In jedem Fall hat all das nichts mit einer Sucht zu tun. Hier geht es um Schmerzlinderung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Profilbild von Zuckerschaukel
    Zuckerschaukel 6. Mai 2013 um 13:53 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,
    vielen Dank für dieses Forum, denn es hilft mir, mich zu sortieren bei widersprüchlichen Arztmeinungen. Ich habe zwei Fragen an Sie:
    Bei mir ist seit kurzem eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung diagnostiziert worden neben meiner bestehenden chronischen Migräne seit 25 Jahren. Der Arzt vermutet, dass sich die Bauchspeicheldrüsenentzündung durch die kontinuierliche Medikamenteneinnahme entwickelt hat. Diese Nebenwirkung wird jedoch in keinem Beipackzettel wird aufgeführt. Ich habe Belok zok 190mg (13 Jahre) und Venlafaxin 50m (6 Monate), sowie Botox als Prophylaxe genommen und im Anfall MCP, Naproxen und Naramig.
    Der Arzt rät zur Reduktion; ich habe auch die Prophylaxe abgesetzt aber seitdem extrem starke Anfälle. Alternativ habe ich Sumatriptan in Pen und nasal probiert, aber beides hat eine zu geringe Wirkdauer, denn meine Anfälle gehen immer 72 Stunden. Haben Sie noch eine Idee für mich? Der Arzt ist kein Migränespezialist und ich halte die Schmerzen so nicht aus. Kann es tatsächlich so sein, dass die vermutete Wechelwirkung besteht und welches Medikament könnte es sein?
    Vielen Dank Ihnen!
    Mit Freundlichen Grüssen, Eva

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:24 Uhr

      Liebe Evae,

      ob eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung durch die Migräneprophylaxe bedingt ist, sollte man tatsächlich nicht vorschnell festlegen. Bei einer schweren chronischen Migräne ist es auch problematisch, die gesamte Vorbeugung abzubauen. Man sollte zunächst das Medikament absetzen, das am ehesten aufgrund des zeitlichen Zusammenhanges und mit den Symptomen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung im Zusammenhang gebraucht werden kann. Dies scheint aufgrund Ihrer Schilderung Venlafaxin zu sein. Sie können so vermeiden, dass Sie völlig ohne Schutz gegen die chronische Migräne sind. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Botox oder Beloc solche Nebenwirkungen bedingen. Auch die Behandlung mit Triptanen, Naproxen oder MCP ist nur sehr unwahrscheinlich mit Dieser entsprechenden Nebenwirkung in Zusammenhang zu bringen. Schlagen Sie Ihrem Arzt vor, dass er Sie in einem speziellen Kopfschmerz- und Migränezentrum vorstellt, dort könnte die Medikation noch einmal durchgegangen und Ihnen ein Behandlungsvorschlag gemacht werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Profilbild von bergdirndl
    bergdirndl 6. Mai 2013 um 14:26 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Göbel,
    nehme seit meiner Entlassung aus der Schmerzklinik Kiel 2008 Metroprolol 95 mg und Trimipramin 50 mg. Habe im Dezember 2012 das Trimipramin erstmalig abgesetzt, das Metroprolol nehme ich weiter. Es ging mir 3 Monate gut, hatte keine Zunahme der Migränetage Erst seit Ende März merke ich eine Veränderung, d.h. wieder auffallend mehr Migräneanfälle und deswegen auch mehr Verspannungen im Nacken. Der gute Nebeneffekt für mich ist, dass ich nicht mehr so antriebslos und müde bin. Meine Fragen: Ist es ratsam das Trimipramin o.ä. wieder zu nehmen? Haben Sie eine Empfehlung, wie ich das ganze wieder in den Griff bekomme, evtl. auch ohne Trimipramin?
    Vielen Dank im voraus für Ihre Tipps!

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:26 Uhr

      Liebe Bergdirndl,

      es ist möglich, dass die Zunahme der Migräne durch das Absetzen von Trimipramin erklärt werden kann. Gleichzeitig scheint jedoch als unangenehme Nebenwirkung Antriebslosigkeit und Müdigkeit aufgetreten zu sein. Es wäre möglich, dass Sie Trimipramin in einer geringeren Dosierung von z.B. 25 mg wieder starten und es bei dieser Dosis bestehen lassen. Es ist gut denkbar, dass dann die Wirksamkeit bei weniger Nebenwirkungen erhalten bleibt. Als Alternative können andere Medikamente aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva erwogen werden, die weniger müdemachend sind, z.B. Anafranil oder Amitriptylin.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von bergdirndl
        bergdirndl 6. Mai 2013 um 20:35 Uhr

        Sehr geehrter Professor Dr. Göbel,
        vielen Dank für Ihre Antwort, die mir sehr weiterhilft. Kann man unter Trimipramin eine Persönlichkeitsveränderung durchmachen. Fühle mich ohne das Medikament wie ein anderer Mensch, im absolut positiven Sinn.
        Herzliche Grüße

  18. Profilbild von anni1976
    anni1976 6. Mai 2013 um 14:51 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel!
    Ich war im Februar 2012 bei Ihnen in Kiel und bin seitdem endlich ohne MÜK! Vielen Dank dafür. Meine Kopfschmerzen sind viel weniger geworden bzw. ich kann besser auch damit umgehen…
    Nun aber zu meiner Frage, die meinen Partner betrifft. Dieser leidet unter Migräne und war zur Therapie auch schon mal im Großklinikum Hadern. Er nimmt, wenn er den Anfang der Migräne merkt, Naproxen, und wenn er erst morgens mit Migräne bereits aufwacht Allegro. Er ist sehr diszipliniert, was die Schmerzmitteleinnahme betrifft und achtet sehr auf die 10/20er Regel, die er auch sehr gut einhält. Jetzt war er seit September ohne Migräne. Vor zwei Wochen allerdings hat eine heftige Migräne angefangen. Fast zwei Tage hatte er Ruhe, dann ging es wieder los. Da wir einen Status vermuteten hat er vergangenen Donnerstag + Freitag Prednisolon genommen. Da war er schmerzfrei. Und seit gestern abend ging es wieder los. Er hat dann Naproxen genommen, die aber wohl kaum hilft. Wir sind schon echt verzweifelt. Als Prophylaxe nimmt er im übrigen Venlafaxin, und als Blutdruckmittel Dociton und Enalapril. Haben Sie noch eine Idee, was wir machen können? Er kann ja auch nicht dauernd in der Arbeit fehlen. Abends sind die Kopfschmerzen im übrigen besser, aber nicht ganz weg… Vielen lieben Dank schon mal und Grüße nach Kiel! Annette Huß

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:28 Uhr

      Liebe Annette,

      es freut mich sehr zu lesen, dass Sie seit der Behandlung ohne einen weiteren MÜK sind. Bei Ihrem Partner scheint ebenfalls eine komplexe Migräneproblematik zu bestehen. Bezüglich der Attackenbehandlung müsste eine Besserung zu erzielen sein. Zu empfehlen ist eine frühzeitige Einnahme eines stärker wirkenden Triptans, z.B. Sumatriptan, Rizatriptan oder Zolmitriptan. Es wäre auch ratsam, nicht erst mit Naproxen die Attackenbehandlung zu starten, sondern sogleich mit dem Triptan zu beginnen, ggf. in Kombination mit Naproxen. Häufig ist es wesentlich sinnvoller, sofort am Anfang die Attacke in den Griff zu bekommen, als zögerlich zunächst mit einem schwach wirkenden Medikament zu starten, um dann später doch mehr Medikamente zu brauchen und insbesondere einen Wiederkehrkopfschmerz dann über mehrere Tage zur Not als Problem behandeln zu müssen. Ihr Partner sollte dies einmal mit Ihrem behandelnden Arzt diskutieren, um sich ein individuelles Vorgehen anpassen zu lassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Profilbild von Yvonne
    Yvonne 6. Mai 2013 um 15:59 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    in Ihrer Klinik wurde ich auf Doxepin eingestellt, das für die Behandlung der Migräne und Spannungskopfschmerzen sehr gut geholfen hat. Allerdings kam es zu einer Gewichtszunahme von 14kg in 8 Wochen (trotz sehr kontrollierter Ernährung und Sport)
    Danach versuchte ich (nach Absprache) Trevilor, was aber lange nicht so gute Erfolge brachte. Frage: Kann ich wieder auf Doxepin wechseln in der Hoffnung, dass die Gewichtszunahme irgendwann ein Ende hat? Oder geht das immer so weiter, Ende auf der Waage nach oben offen?
    Vielen Dank für Ihre Mühe,
    Yvonne

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:29 Uhr

      Liebe Yvonne,

      die Zunahme von 14 kg in acht Wochen trotz kontrollierter Ernährung und Sport ist ein Phänomen. Es ist nur sehr schwer vorzustellen, dass dies mit der Gabe von Doxepin zu erklären ist. Ich möchte Ihnen vorschlagen, dass Sie sich bei Ihrem Internisten untersuchen lassen, ob möglicherweise andere Störungen bestehen, die einen solchen Gewichtsanstieg erklären. Unabhängig davon gibt es eine Reihe von Alternativen zu Doxepin, die je nach Einzelfall erwogen werden können. Solche Möglichkeiten stellen z.B. Venlafaxin oder Valdoxan dar. Eine Einstellung erfordert jedoch eine individuelle Untersuchung und Beratung, dies können Sie mit Ihrem behandelnden Neurologen vor Ort erörtern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Profilbild von Lilly
    Lilly 6. Mai 2013 um 16:02 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Göbel,
    Seit Sommer 2008 leide ich unter chronischen therapieresistenten Schmerzen. Es handelt sich dabei um:
    • Spannungskopfschmerzen
    • durch Arthrose und eine CMD bedingte Schmerzen im Kiefergelenk und Umgebung
    • neuropathische Schmerzen im Oberkieferbereich, den entsprechenden Zähnen und im
    Bereich des Scheitels
    • und Migräne, die teilweise durch die Stärke der erstgenannten Schmerzen getriggert wird
    Die Schmerzen sind permanent vorhanden, wobei die Schmerzstärke auf einer Scala von 1-10 im Durchschnitt bei Werten von 5-9 liegt. Keine der gängigen Behandlungs- oder Verhaltensmaßnahmen haben bisher zu einer Reduzierung der Schmerzen geführt. Auch Akutmedikamente erzielen so gut wie keine Wirkung. Ein Schmerzmittelübergebrauch ist ausgeschlossen. Meine Schmerztherapeutin hat mir nun die längerfristige Einnahme von Tilidin retard (tägl 3mal 50mg) empfohlen, wodurch sie sich eine Wirkung auf die Arthrose- und neurophatischen Schmerzen erhofft. Laut meiner Ärztin handelt es sich bei dieser Behandlung dann um eine Prophylaxe und das Risiko eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes wäre deshalb nicht gegeben. Obwohl ich vollstes Vertrauen zu meiner Ärztin habe, möchte ich Sie fragen, ob Sie aufgrund Ihrer Erfahrung diese Aussage bestätigen können. Ich möchte auf keinen Fall meinen Krankheitsverlauf noch schwieriger gestalten.
    Außerdem würde ich gerne wissen, ob diese Tilidinprophylaxe wirksam sein kann, obwohl Tilidin Tropfen als Akutmedikament keine Wirkung erzielt haben und ob ggf. noch ein anderes Opioid als Akkutmedikament oder Prophylaxe in Frage kommen würde, falls die Prophylaxe mit Tilidin nicht anschlägt.
    Entschuldigen Sie die Länge. Im Voraus schon einmal vielen Dank für Ihre Antwort

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:32 Uhr

      Liebe Lilly,

      Sie beschreiben eine komplexe chronische Schmerzerkrankung. Wenn ich richtig verstehe, stehen im Vordergrund Spannungskopfschmerzen, Schmerzen im Bereich des Kiefergelenkes und Migräne. Bei Ihnen wird eine Behandlung mit Tilidin retard in einer Dosierung von 3×50 mg vorgenommen. Mittelpotente Opioide wie Tilidin sind typischerweise bei den von Ihnen genannten Schmerzen nicht wirksam. Auch die Gabe von 3×50 mg ist ungewöhnlich. Üblicherweise hält Tilidin retard über eine Zeitdauer von 12 Stunden an, so dass man die Behandlung auf zwei Tagesdosen einstellen würde. Schließlich sollte auch eine Besserung durch die Gabe erzielt werden, falls nicht, würde man eine Dosisanpassung zunächst vornehmen und dann bei mangelnder Wirksamkeit und Verträglichkeit wieder abdosieren. Aus diesem Grunde würde ich Ihnen vorschlagen, noch einmal mit Ihrer behandelnden Ärztin zu sprechen, ob nicht eine Alternative zu der jetzigen Einstellung gesucht werden könne. Tatsächlich schreiben Sie ja, dass damit keinerlei Wirkung zu erzielen ist. Es macht daher aus meiner Sicht nur wenig Sinn, diese Behandlung weiterzuführen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Profilbild von Gabriella
    Gabriella 6. Mai 2013 um 16:09 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Goebel,

    ich wollte mich nochmals bedanken für die Hilfe die ich von der Schmerklinik erhalten habe. Habe viel gelernt und hoffe meine Migräne in Griff zu bekommen.

    Seit meiner Entlassung am 26.03.2013 nehme ich Opipramol 50mg. Ich habe in der Klinik erst ein paar Tage 25mg eingenommen und fühlte mich gut, deswegen hat Frau Dr. Bressler, die Dosis erhöht auf 50mg.

    Aber, seit dem ich wieder mein normales Leben führe (Beruf, Haushalt, usw), merke ich allerdings dass ich sehr sehr müde und schlapp bin, und dass ich morgens sehr schlecht aus dem Bett komme. Fühle mich ziemlich benommen und am liebsten würde ich nur schlafen und essen. Mein Appetit hat sich inzwischen noch mehr gesteigert. Brauche jede 2 Stunden etwas zu essen, sonst knörrt mein Magen. Das macht mir allerdings Angst weil ich möchte nicht noch mehr zunehmen (+4kg…die für meine Grösse 1,58m recht viel sind).

    Soll ich weiterhin 50mg nehmen, oder ist es besser wenn ich doch nur 25mg nehme damit ich mich nicht so schlapp fühle?

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüsse nach Kiel.

    Gabriella

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:34 Uhr

      Liebe Gabriella,

      in der vorbeugenden Behandlung ist es immer wichtig, auf eine gute und langfristige Verträglichkeit zu achten. Wenn bei Ihnen die Gabe von 50 mg im Alltag nicht ausreichend adäquat ist, können Sie die Behandlung wieder auf 25 mg reduzieren. Verträglichkeit und Wirksamkeit müssen jeweils individuell eingestellt werden. Sie können dann mehrere Wochen beobachten und sorgfältig den Schmerzkalender führen, dann kann abgesehen werden, ob die Dosierung ausreichend ist oder entsprechend angepasst werden muss.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Profilbild von birgit d
    birgit d 6. Mai 2013 um 17:23 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Gobel,
    ich habe immer wieder das Problem, dass ich bei „Zugluft“, d.h. bei Wind, Klimaanlage im Auto, geöffnetem Fenster u.s.w, am nächsten Tag, erst sehr starke Kopfschmerzen habe, die dann in eine heftige Migräne übergehen ( mit Übelkeit und starkem Erbrechen).
    Der Schmerz beginnt im Nacken, zieht dann nach oben in den Kopf und setzt sich, entweder in der rechten oder linken Schläfe, „fest“.

    Selbst bei warmen Wetter, mit Wind, muß ich eigentlich immer Mütze und Schal tragen.
    Ich gehe regelmäßig mit meinem Hund morgens und nachmittags spazieren, setze mich also auch jeder Witterung aus.

    Kann es sein, dass ich „überempfindliche Kopf- oder Nackennerven (hört sich jetzt komisch an) habe?
    Kann man das mit Medikamente behandeln, z.B. mit Botox?
    Entschuldigung, nun ist es doch noch so lang geworden!

    Vielen Dank, dass Sie sich immer die Zeit nehmen, uns zu Antworten und uns nicht mit unserem Schmerz allein lassen.
    Liebe Grüße, Birgit D.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:35 Uhr

      Liebe Birgit,

      bei Migräne besteht sehr häufig eine Überempfindlichkeit der Kopfhaut. Viele Patienten geben an, dass das Kämmen schmerzt oder auch kalter Wind sehr unangenehm ist. Dies scheint ja auch bei Ihnen der Fall zu sein. Man geht davon aus, dass die Nervenfasern des Nervus trigeminus hochsensitiv sind und entsprechende Phänomene bestehen. Auch das Auftreten von spontanen Schmerzen, wie z.B. der Eispickelkopfschmerz, ist ein Symptom dieser Übererregbarkeit. Diese Überempfindlichkeiten können häufig durch die üblichen Medikamente, die man zur Migräneprophylaxe einsetzt, reduziert werden. Dabei würde man zunächst mit den gängigen Medikamenten, wie z.B. Betablocker, beginnen. Botox ist nur für die chronische Migräne mit mehr als 15 Kopfschmerztagen pro Monat und davon mindestens 8 Migränetagen zugelassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Profilbild von Jasmin
    Jasmin 6. Mai 2013 um 17:34 Uhr

    Sehr geehrter Hr. Prof. Göbel,
    nach dem Tode meines Ehemannes vor 3J. mit vorangegangener langer, schwerer Erkrankung und Pflege meinerseits erlitt ich eine Verschlimmerung meiner Migräneerkrankung, sicher mitbedingt durch die enorme Anspannung vorher und Umstellung auf mein neues Leben mit Kindern, zunehmend pflegebed. Eltern etc,. Im Sommer 2012 war die Migräne fast chronisch zus.mit einem totalen Erschöpfungszustand trotz regelm.psychol.Begleitung. Zum Glück konnte ich mich in einem 4-wöch.Klinikaufenthalt in Königstein erholen und eine Besserung mit der Proph.Doxepin (10-10-50) erreichen, meist kommt es noch zu 8-10Migr.tagen/Monat. Bereits in meiner Kindheit stand ich unter einer Art Dauerspannung durch Übergriffe versch.Art. Denken Sie, ich kann nach den vielen anstrengenden Jahren irgendwann diese Dauererregung noch verlieren, die sicher für die Schwere der Migräne verantwortlich sein kann und hätten Sie Tipps
    dazu?
    Mit herzlichen Grüßen nach Kiel,
    Jasmin

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:37 Uhr

      Liebe Jasmin,

      es tut mir leid, dass Sie so schwere Zeiten erleben mussten. Es ist bewundernswert, dass Sie trotzdem Ihren Mut nicht verloren haben und etwas für sich und Ihre Familie getan haben. Es ist immer gut möglich, dass auch nach vielen Jahren die Migräne sich deutlich bessert und sich stabilisiert. Unter dieser Rücksicht sollten Sie weiter an einer Stabilisierung und Besserung arbeiten. Die Schritte, die Sie schildern, werden dabei helfen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Profilbild von Ute
    Ute 6. Mai 2013 um 17:36 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Goebel, ich habe seit 3 Jahren Kopfschmerzen des Spannungstyps, manchmal jedoch auch Kopfschmerzen, die leicht hämmern und pulsieren. Ich habe ca. 15 Schmerztage im Monat, die Schmerztage haben im Laufe der Monate zugenommen. Ich brauche in der Regel keine Schmerzmittel, die Schmerzen sind auszuhalten oder mit Yoga, Joggen oder Schlafen zu mildern. Im Halswirbelbereich habe ich heftige Myogelosen, die bisher leider sehr therapieresistent sind. Meistens habe ich gerötete und warme bis heiße Wangen, wenn die Kopfschmerzen auftreten und da sind. Kann dieses Symptom einen Hinweis liefern, woher meine Kopfschmerzen kommen? Oder was ich noch tun könnte, damit es mir langfristig besser geht.
    Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit und Ihre Mühe.
    Sommerliche Grüße aus Baden-Württemberg von Ute.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:39 Uhr

      Liebe Ute,

      Sie berichten von 15 Kopfschmerztagen im Monat, die allmählich zunehmen. Die Einzelheiten zum Kopfschmerzablauf kann ich Ihrem Schreiben nicht entnehmen, Sie schreiben jedoch, dass auch an Kopfschmerzen leiden, die einen hämmernden und pulsierenden Charakter haben. Es müsste geklärt werden, ob es sich dabei um Migräneattacken handelt. Um dies zu erkennen, ist es wichtig, dass von vier möglichen Schmerzmerkmalen (starke Intensität, pulsierender, pochender Charakter, Verstärkung durch körperliche Aktivität, einseitiges Auftreten) mindestens zwei Merkmale erfüllt sind. Bezüglich möglicher Begleitsymptome (Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtüberempfindlichkeit) sollten ebenfalls mindestens zwei gegeben sein. Es ist möglich, dass bei Ihnen eine chronische Migräne besteht, die als solche noch gar nicht identifiziert worden ist. Die zusätzliche erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Muskulatur im Schulter-Nackenbereich ist ein typisches Begleitsymptom. In erster Linie also sollte geklärt werden, an welcher Kopfschmerzform oder an welchen Kopfschmerzformen Sie leiden, damit ein spezielles Therapieprogramm aufgebaut werden kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. Profilbild von Julia
    Julia 6. Mai 2013 um 17:38 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Goebel,
    ich habe eine chronische Migräne und bekomme seit Juni 2012 Botoxbehandlungen, weil bei mir nichts mehr geholfen hat ( 3 Klinikaufenthalte und alle Medikamente ausprobiert).
    Der Abstand zwischen den zwei letzten Botoxspritzen war 6 Wochen, weil ich schon wieder Dauermigräne hatte und nichts mehr geholfen hat. Meine Frage: Ich habe gelesen, dass man 3 Monate Abstand einhalten soll, wegen Antikörper, die sich dann entwickeln sollen. Mein Schmerztherapeut meinte aber, dass dies nicht stimmt. Ich wäre über eine Antwort sehr dankbar.
    Gruß
    Julia

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:40 Uhr

      Liebe Julia,

      üblicherweise wartet man der Wiederholungsbehandlung mit Botox einen Zeitraum von sechs Wochen ab, damit der Körper nicht zu zeitnah mit dem Arzneimittel Kontakt bekommt und dann tatsächlich Antikörper bilden kann. Dies würde dazu führen, dass die Botox-Behandlung nicht mehr wirkt, weil der Körper den Wirkstoff neutralisiert. Wenn bei Ihnen, wie Sie berichten, ein Zeitabstand von mindestens sechs Wochen eingehalten wird, scheint mir dies auch aus meiner Sicht vertretbar. Es sollte dabei jedoch berücksichtigt werden, ob tatsächlich auch eine Wirksamkeit erzielt wird und die Behandlung den erwünschten Erfolg erbringt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  26. Profilbild von Sternenhimmel
    Sternenhimmel 6. Mai 2013 um 19:28 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    ich nehme seit 4 Wochen eine neue Prophylaxe Amitriptylin. Zur Zeit bin ich auf 20 mg, bis wie viel mg muss ich gehen damit diese Prophylaxe bei Migräne wirken kann.

    Vielen Dank für das großartige Forum und Ihre Arbeit.

    Lg Anna

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:41 Uhr

      Liebe Anna,

      die Dosierung von Amitriptylin muss ganz individuell vorgenommen werden. Typischerweise beginnt man mit 25 mg. Bei guter Verträglichkeit kann man dann auf 50, 75 oder auch 100 mg steigern. Dies hängt jedoch ganz von der individuellen Situation ab. In aller Regel treten unerwünschte Wirkungen in der ersten Zeit der Behandlung auf. Dies ist auch der Grund, warum man vorsichtig und langsam eindosiert, damit diese Nebenwirkungen abklingen können und dann eine Langzeitbehandlung erfolgreich durchgeführt werden kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  27. Profilbild von svea
    svea 6. Mai 2013 um 19:29 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Goebel,

    ich (57 Jahre) bin vor gut 2 Jahren mit Venlaflaxin 75mg retard aus Ihrer Klinik entlassen worden. Meine Spannungskopfschmerzen sind unter der Medikation so gut wie verschwunden und die Migräne hat sich auf 1x pro Woche (ca. 36 Std.) eingependelt. Jetzt versuche ich auszuschleichen, und ich habe sofort wieder mehr und längere Attacken und täglich leichte Spannungskopfschmerzen.
    Meine Frage, sind das nur Symptome des Ausschleichens und könnte ich das Venlaflaxin als Dauertherapie einnehmen. Mit welchen Nebenwirkungen müsste ich rechnen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre Geduld mit all unseren Fragen
    Svea

  28. Profilbild von Hartmut Göbel
    Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:20 Uhr

    Liebe Svea,

    üblicherweise setzt man die vorbeugende Medikation nach sechs bis neun Monaten ab um nachzusehen, ob die gute Wirksamkeit auch nach Absetzen bestehen bleibt. Wenn Sie bereits während der Zeit des Absetzens bemerken, dass die Attackenfrequenz wieder ansteigt oder auch wieder Spannungskopfschmerzen zusätzlich bestehen, kann die bisherige vorbeugende Dosierung beibehalten werden. Venlafaxin kann auch langfristig, ggf. wenn erforderlich auch als Dauertherapie, eingenommen werden. Eine individuelle Therapie- und Verlaufskontrolle ist jedoch immer mit dem behandelnden Arzt vorzunehmen. Über besondere Nebenwirkungen bei der Dauertherapie gibt es nach meiner Erkenntnis keine Informationen.

    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel

  29. Profilbild von torsten52
    torsten52 6. Mai 2013 um 20:24 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel
    Ich melde mich mal wieder aus Salzwedel, mit meinem Cluster. Ich hatte zwischen dem Jahreswechsel eine Cortisongabe über 4 Wochen. Das hat aber nicht lange angehalten, danach hat sich bei mir eine Thrombose im linken Bein eingestellt,mit einem Erysipel,welches aber gut zurückgegangen ist.Kann es sein das ich die Thrombose dem Cortison zu verdanken habe, und was meinen Sie , kann ich in Zukunft noch Cortison nehmen mit der Thrombose ? Ich schätze Ihre Antworten sehr und bedanke mich, mit freundlichen Grüßen nach Kiel .

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. Mai 2013 um 20:55 Uhr

      Lieber Thorsten,

      es ist sehr wahrscheinlich, dass die Thrombose mit dem Kortison zusammenhängt. Solche Komplikationen sind Gründe, warum eine so häufige oder zu lange anhaltende Kortisonbehandlung möglichst vermieden werden sollte.

      Alternativen dazu sind die Behandlung mit retardiertem Verapamil, Lithium etc. Dies ist umso wichtiger, da die Kortisonbehandlung in der Regel nicht überdauernd wirkt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

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