Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 10.06.2013

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2013-06-10T20:09:18+00:00 Mai 27th, 2013|Livechat|59 Comments

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59 Kommentare

  1. Christel 10. Juni 2013 um 12:04 Uhr

    Ich habe 2 Fragen zu Zolmitriptan.
    1) Ich habe von der App-Seite die Information, dass es in der Auraphase schon genommen werden kann und soll sowohl bei dem Kopfschmerz wie in der Auraphase eine positive Wirkung haben, da bei mir bisher noch kein Triptan wirklich geholfen hat, würde ich es gerne bei der Migräne Anfall nehmen.
    2) Ich nehme seit November 2012 Amitriptylin. Nun weiß ich nicht, ob ich beide Medikamente zusammen nehmen kann. (Ich habe in dem Zolmitriptan-Beipackzettel gelesen, dass man Zolmitriptan nicht in Kombination mit gewissen Antidepressiva (SSRI) nehmen darf.) Trifft diese Einschränkung bei der Kombination Zolmitriptan + Amitriptylin zu?

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:23 Uhr

      Liebe Christel,

      hinsichtlich des Einnahmezeitpunkts von Triptanen bei Migräne mit Aura gibt es Zulassungstexte sowie wissenschaftlich unterschiedliche Meinungen. Grundsätzlich gilt, dass Triptane nicht zur Behandlung der Aura entwickelt worden sind. Es gibt widersprüchliche Befunde, ob Triptane bei der Migräneaura wirksam sind. Bedeutsamer ist jedoch, dass es grundsätzliche Sicherheitsbedenken gibt, Triptane während der Auraphase einzusetzen. Auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von Einzelfallbeobachtungen, die darauf hinweisen, dass Triptane auch während der Auraphase wirksam sein können. Hinzu kommt, dass Triptane möglichst frühzeitig im Anfall grundsätzlich eingenommen werden sollen, damit die Wirkung möglichst gut ist. Aus diesem Grunde muss man sehr individuell vorgehen und in Absprache mit dem behandelnden Arzt kann man überlegen, ob das Triptan auch bereits während der Auraphase versuchsweise eingesetzt werden kann. Dieses muss jedoch einer Einzelfallentscheidung vorbehalten bleiben.

      Auch hinsichtlich der Kombination von Triptanen mit trizyklischen Antidepressiva gab es in der An-fangszeit Sicherheitsbedenken. Diese sind immer noch in den Beipackzetteln beinhaltet. Aus langjähri-ger Erfahrung weiß man jedoch, dass nach bisherigen Beobachtungen bei der Kombination von trizyklischen Antidepressiva wie Amitriptylin und Triptanen Komplikationen nicht wahrscheinlich sind.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. ivitho 10. Juni 2013 um 12:05 Uhr

    Hallo Prof. Göbel,

    ich nehme seit einigen Monaten Natil-N (erst täglich, jetzt alle 3 Tage) als Migräneprofylaxe ein. Das Medikament wirkt sehr gut. Leider habe ich in diesen Monaten extrem an Gewicht zugenommen. Ich war vorher sehr schlank (bei 1,64 m 53 kg), achte seit Jahren auf die Ernährung und war auch im regelmäßigen Training (Jogging, Yoga, Pilates) wegen meiner Migräne. Ich habe viel versucht, um mit einer noch strengeren Ernährungseinschränkung und inzwischen täglich 1-2 h Sport der Gewichtszunahme entgegenzuwirken; aber es funktioniert nicht. Auch eine Einnahmeveränderung (wann und wie oft) von Natil N zeigte keine Verbesserung bei der Gewichtszunahme. Ich nehme weiter zu (in 4 Monaten 8 kg). Mein behandelnder Arzt an der Schmerzklinik Flensburg hat zwar von einer Gewichtszunahme gesprochen bei Verschreibung des Medikamentes, aber ich bin nicht von dieser Masse ausgegangen. Inzwischen bin ich psychisch total fertig und schaffe aufgrund der zu eingeschränkten Ernährung kaum noch mein Sportprogramm. Aber wenn ich normal esse & weniger Sport treibe, nehme ich weiter schnell zu, womit ich psychisch überhaupt nicht zurechtkomme. Da ich mit dieser Belastung nicht mehr klar komme (physisch & psychisch), kann ich auf ein anderes Medikament umstellen? Ich habe etwas von Topiramat gelesen, das gleich wirken, aber diese extreme Gewichtszunahme nicht verursachen soll? Wäre das eine Alternative?

    Vielen Dank im Voraus für Ihren Rat.

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:28 Uhr

      Liebe Ivitho,

      das Präparat Natil N enthält den Wirkstoff Flunarizin. Das Medikament ist hinsichtlich der Wirksamkeit bei Migräne gut belegt. Bei einem kleinen Teil der Anwender kann eine Gewichtszunahme entstehen. Eine solch extreme Gewichtszunahme, wie Sie sie beschreiben, ist jedoch sehr ungewöhnlich. Sollten Sie trotz angepasster Ernährung und körperlicher Bewegung die Gewichtszunahme nicht unter Kontrolle bringen, ist ein Umsetzen des Medikamentes anzuraten. Sprechen Sie daher mit Ihrem behandelnden Arzt. Der Wirkstoff Topiramat ist ebenfalls zur vorbeugenden Behandlung der Migräne wirksam. Ob eine Behandlung damit für Sie möglich ist, muss ebenfalls aufgrund der Gesamtsituation mit dem behandelnden Arzt erörtert werden. Zurückhaltung bei diesem Medikament ist immer dann erforderlich, wenn z.B. Depressionen oder Angsterkrankungen bestehen, diese können durch Topiramat verstärkt werden. Darüber hinaus können bei Topiramat auch kognitive Störungen auftreten, die möglicherweise individuell nicht toleriert werden können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Fagus 10. Juni 2013 um 12:08 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    ist die Gefahr eines MÜK abhängig vom Medikament, oder vom Einsatzgebiet?
    Ich nehme als Akutbehandlung gegen Auren Aspirin Migräne, manchmal auch an mehreren Tagen einer Woche. (selten)
    Besteht dann auch die Gefahr eines MÜK oder nur bei Medikamenten die gegen Schmerzen eingesetzt werden?

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:29 Uhr

      Liebe Fagus,

      alle Medikamente, die wirksam in der Akutbehandlung von Kopfschmerz oder Migräne sind, können bei häufiger Einnahme auch einen Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch bedingen. Wichtig ist daher, dass man die Häufigkeit der Attackenbehandlung an weniger als an zehn Tagen pro Monat begrenzt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Claudia 10. Juni 2013 um 12:18 Uhr

    Hallo Prof. Göbel,
    ich nehme seit Januar gegen meinen MÜK Topamax (inzwischen 50 mg abends) und vertrage es bis auf Schlafstörungen sehr gut.
    Die Schmerzintensität hat abgenommen, aber die Tage (fast täglich muss ich entweder eine Ibuprofen oder eine Maxalt nehmen) sind gleich geblieben.
    Macht es Sinn es noch weiterhin zu nehmen?
    (ein ambulanter Entzugsversuch auf eigene Faust zuhause scheiterte leider nach 6 Tagen..)
    Leider hat mein Arzt Dr. M. Gessler ganz plötzlich zu praktizieren aufgehört, und nun weiss ich keinen alternativen Arzt in München, würden Sie ggfs. auch telefonisch beraten?
    Herzliche Grüsse und Danke

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:31 Uhr

      Liebe Claudia,

      die Behandlung eines Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch mit Topamax ist nach meiner Auffassung nicht zielführend. Zwar wird die Schmerzintensität dadurch leicht reduziert, die Häufigkeit der Kopfschmerztage und die Notwendigkeit für Akutmedikation wird dadurch jedoch nicht reduziert. Aus diesem Grunde sollte Topamax nach unserer Auffassung nicht zur Behandlung eines Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch eingesetzt werden. Vielmehr sollte erst eine Medikamentenpause durchgeführt werden. Dann kann das Medikament zur Vorbeugung und Behandlung auch seine Wirksamkeit voll entfalten.

      In Hinblick auf Ihre komplexe Erkrankung und die bereits gescheiterten ambulanten Therapiemaßnahmen sollten Sie erwägen, ob Sie sich nicht zu einer speziellen stationären Behandlung entscheiden. Eine telefonische Beratung ist dabei nicht zielführend.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

    • Claudia 10. Juni 2013 um 18:47 Uhr

      Lieber Herr Prof. Göbel,
      danke für Ihre hilfreiche Antwort.
      Wissen Sie zufällig einen guten Kollegen in München?
      Herzliche Grüsse
      Claudia

  5. Molly 10. Juni 2013 um 12:27 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    auch ich möchte mich heute mit einer Frage an Sie wenden.

    Nachdem die Rolle des Kalziums bei der Entstehung des so genannten Schmerzgedächtnisses nun bestätigt wurde, würde ich gerne wissen, ob der reichliche Verzehr kalziumhaltiger Nahrungsmittel einen Einfluss auf die Vorgänge im Rückenmark hat.
    Außerdem würde mich interessieren, welche medikamentösen Konsequenzen sich aus diesen Erkenntnissen für die Behandlung von Schmerzen und Migräne ergeben.

    Vielen Dank im Voraus

    Molly

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:33 Uhr

      Liebe Molly,

      Elektrolyte wie Calcium, Kalium, Natrium und Magnesium sind für die elektrische Erregbarkeit im peripheren und zentralen Nervensystem von großer Bedeutung. Ob der reichliche Verzehr kalziumhaltiger Nahrungsmittel die Schmerzempfindlichkeit bei ausreichender Calciumversorgung im Körper von Einfluss ist, scheint offen. Medikamentöse Konsequenzen, die für die Praxis umsetzbar sind, sind nicht bekannt. Sogenannte Calciumantagonisten wie Flunarizin können in der Behandlung der Migräne vorbeugend wirksam eingesetzt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Lilly 10. Juni 2013 um 12:30 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    Da ich großes Interesse an nichtmedikamentösen Maßnahmen zur Beeinflussung der Migräne habe (Medikamente wirken bei mir leider weder als Prophylaxe noch im akuten Fall), interessiert mich sehr Ihre Meinung über die transkutane Vagusnervstimulation.
    Können Sie aufgrund Ihrer Erfahrung sagen, ob der Einsatz dieser Geräte positive Auswirkungen hat, bzw. diese zu erwarten sind und Sie demzufolge die Anwendung empfehlen würden. Insbesondere interessiert mich Ihre Antwort bzgl. des freiverkäuflichen Gerätes „Gamma Core“, da die Teilnahme an Studien in Süddeutschland für mich nicht möglich ist.

    Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Antwort.

    Liebe Grüße aus Berlin

    Lilly

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:34 Uhr

      Liebe Lilly,

      zur Wirksamkeit der sogenannten transkutanen Vagusstimulation mit dem Gerät „Gamma Core“ sind bisher keine wissenschaftlichen Daten bekannt. Es überrascht daher sehr, dass die vertreibende Firma diese Behandlungsmethode bereits vermarktet und als „Durchbruch“ für die Migränetherapie bezeichnet. Darüber hinaus ist dieses Verfahren sehr kostenintensiv und dies zudem noch unnötig, da das Gerät nicht wiederaufladbar ist. Auch das Wirkprinzip erschließt sich nicht. Aus diesem Grunde können wir derzeit dieses Verfahren nicht empfehlen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • anedli 10. Juni 2013 um 19:55 Uhr

        Lieber Herr Professor Göbel,
        Ich nehme als Akutmedikation bei Migräne Arcoxia 60 und Almogran. In letzter Zeit leide ich anschließend sehr unter Sodbrennen. Hat sich der Magen beruhigt, ist meist die nächste Einnahme nötig. Gibt es eine Alternative zu Arcoxia oder können Sie mir einen Magenschutz empfehlen?
        Ich danke Ihnen sehr

        • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 20:01 Uhr

          Liebe Anedli
          am besten wäre es wahrscheinlich, die Attacke nur mit dem Triptan zu behandeln. Ob Arcoxia tatsächlich in dieser Dosierung mehr bewirkt als die Monotherapie, ist nicht belegt. Zusätzlich könnten Sie MCP oder Vomex einsetzen. Eine Alternative für Arcoxia wäre auch Naproxen 500 mg.
          Freundliche Grüße
          Hartmut Göbel

  7. Sylvia 10. Juni 2013 um 12:40 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    was halten Sie von dem Medikament Fluspirilen als Migräneprophylaxe und wie ist dabei der Wirkmechanismus? Besteht ein Unterschied in der Wirkung bei der Einnahme in Tablettenform und als Spritze/Monatsspritze?

    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
    Sylvia

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:35 Uhr

      Liebe Sylvia,

      das Medikament Fluspirilen ist ein hochwirksames Neuroleptikum und wird bei schweren psychotischen Erkrankungen eingesetzt. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen, insbesondere von sogenannten Spätdyskinesien, sollte es nur schwerwiegenden Erkrankungen mit gesicherter Indikation vorbehalten werden. Ein Wirkungsnachweis zur Migräneprophylaxe ist nicht bekannt. Aus diesem Grunde setzen wir dieses Medikament nicht zur Migränevorbeugung ein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. escada 10. Juni 2013 um 12:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    da ich eine sehr massive Allergie gegen Sulfonamide habe, beschränken sich meine Triptane wegen einer möglichen Kreuzallergie auf Zomig, Relpax, Eumitan und Maxalt.
    Maxalt 10 mg wirkt gar nicht bei mir, Eumitan in der Dosierung 2,5 mg auch nicht, Relpax 40 mg wirkt mäßig bis schlecht, am besten spreche ich noch auf Zomig rapimelt in einer Einzeldosis von 5mg an.
    Ich habe auch einen nicht allzu stark ausgeprägten Mb. Raynaud, wobei ich mit dem Raynaud in Zusammenhang mit den oben angeführten Triptandosierungen noch nie ein Problem hatte.
    Zomig führt bei mir fast ausnahmslos zu Wiederkehrkopfschmerz an mehreren darauffolgenden Tagen, manchmal auch zu einem status migraenosus.
    Deshalb würde ich gerne ausprobieren, ob ein anderes Triptan den Anfall früher beenden kann.
    Meine Frage an Sie kann ich Relpax auch in einer Einzeldosierung von 80mg und Eumitan in einer Einzeldosierung von 5mg versuchen, oder raten Sie mir davon eher ab?
    Da ich seit einigen Jahren auch einen Mb. Crohn habe, traue ich mcih zusätzlich zum Triptan Miranax 550mg auch nur im Einzelfall einzunehmen, obwohl es mir bisher vom Darm noch keine Probleme gemacht hat.
    Und macht es vor jeder Triptaneinnahme Sinn Motilium einzunehmen, wie meine Neurologin behauptet, oder ist das nur angezeigt, wenn zusätzlich Übelkeit besteht?
    Danke und viele Grüße

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:50 Uhr

      Liebe Escada,

      in einigen Ländern, wie z.B. der Schweiz, ist Relpax auch in einer Einzeldosierung von 80 mg zugelassen. Sollte 40 mg Relpax nicht ausreichend wirksam sein, kann auch die Gabe von 80 mg erwogen werden. Das Gleiche gilt für Eumitan (Frovatriptan), hier ist die normale Dosierung 2,5 mg, bei schwerwiegenden Anfällen, die nicht auf 2,5 mg ansprechen, kann auch in Absprache mit dem behandelnden Arzt 5 mg versucht werden.

      Die zusätzliche Einnahme von Motilium vor der Triptangabe kann die Wirksamkeit verbessern. Gleiches gilt auch für die frühe Einnahme im Migräneanfall. Auch diese kann zu einer besseren Wirksamkeit führen. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, Ruhe und Entspannung einzuleiten, damit eine ausreichende Wirkung gefördert wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. jogger 10. Juni 2013 um 12:47 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
    meine Frage ist, anhand was wird diagnostiziert, dass es sich um den Spannungskopfschmerz als Krankheit selbst handelt und es keine Begleiterkrankung z.B. infolge Fehlfunktion des Bewegungsapparates ist. Welche Untersuchungen begründen die Diagnose Spannungskopfschmerz als eigenständige Krankheit, bzw. welche Untersuchungen muss ich durchlaufen haben, um der Diagnose Spannungskopfschmerz sicher zu sein?

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:52 Uhr

      Lieber Jogger,

      der Kopfschmerz vom Spannungstyp wird durch die diagnostischen Schmerzkriterien und die Begleitkriterien diagnostiziert. Zusätzlich muss eine neurologische und allgemeine Untersuchung erfolgen. ist diese regelrecht, kann die Diagnose eines primären Kopfschmerzes vom Spannungstyp gestellt werden. Zusätzliche Untersuchungen, insbesondere apparative Untersuchungen wie Kernspintomogramm oder EEG, sind daher für die Diagnosestellung nicht erforderlich. Durch sorgfältige klinische Untersuchungen in der Arztpraxis mit Ausschluss anderweitiger Erkrankungen kann die Diagnose definitiv festgestellt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. nina 10. Juni 2013 um 12:50 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich möchte nochmal einen Prophylaxeversuch mit Pizotifen starten, da mir das Mittel schonmal gut geholfen hat, die hohe Migränefrequenz zu reduzieren. Kann ich es mit Amitriptylin (abds. 10 mg) kombinieren, das ich seit längerem wegen des atypischen Gesichtsschmerzes nehme oder sind die Wirkprinzipien gegenläufig?

    Herzlichen Dank für Ihren Einsatz hier und beste Grüße nach Kiel,
    Nina

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:52 Uhr

      Liebe Nina,

      die Wirkprinzipien von Pizotifen und Amitriptylin sind nicht gegenläufig. Die Wirkungsweisen könnten sich also ergänzen. Gleichwohl sind keine Studien bekannt, die die kombinierte Wirksamkeit zum Gegenstand haben. Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit sind daher offen, die kombinierte Einnahme muss daher in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt als Einzelfallentscheidung getroffen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • nina 10. Juni 2013 um 18:58 Uhr

        Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort. Das Problem ist, dass mein behandelnder Arzt keine Erfahrung mit Pizotifen hat. Hatten Sie schon Patienten, die Pizotifen plus ein trizyklisches AD genommen haben?
        Nochmals vielen Dank für Ihren Rat! Nina

        • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:53 Uhr

          Es gilt die Regel, möglichst immer nur eine Substanz einzusetzen und diese auszudosieren. Daher würden wir die Monotherapie bevorzugen. Im Einzelfall kann man jedoch auch anders entscheiden, je nach Gesamtsituation.

  11. Nunu 10. Juni 2013 um 13:20 Uhr

    Hallo Herr Prof.Göbel,
    ich befinde mich seit dem 05.06. in einer Migräne-Attacke, welche ich mit 6xSumatriptan 50mg und 2xIbu 600 (im Abschluss an Triptan) behandelt habe, immer mit Erfolg. Da ich aber bereits am 27./28./30./31.05. und am 02.06. (vor dieser Serie nur 1 Triptan in 14 Tagen) schon jeweils 1 Triptan benötigt habe und ich Bedenken wegen MÜK habe, habe ich am 09. nichts eingenommen, die Folge war nat. starke Migräne mit Erbrechen.
    Heute morgen habe ich erstmals 100mg Prednisolon eingenommen. Bisher kaum Veränderung, nur der Schmerz hat sich von der linken Seite auf den ganzen Kopf ausgebreitet und ist etwas weniger stark. Leider häufen sich die langen Attacken, die dann mit 2-3 Tagen Schmerzen durchleiden enden, nachdem nach ca.5 Tagen die Triptane nicht mehr wirken. Zur Prophylaxe nehme ich Topiramat mit mäßigem Erfolg, bis auf die langen Attacken. Meine beiden Fragen: Bleibt hier wirklich nur, die Schmerzen auszuhalten? Könnte ich morgen wieder 1 Triptan nehmen?

    Herzlichen Dank & LG

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:55 Uhr

      Liebe Nunu,

      Sie beschreiben eine komplexe Situation, die leider viele betrifft, die an schweren Migräneverläufen leiden. Aus einer langen Attacke über vier Tage entwickelt sich bereits eine erneute Attacke, die schon wieder über mehr als fünf Tage anhält. Hier wird deutlich, dass die Migränevorbeugung nicht ausreichend funktioniert und umgestellt werden muss. Die alleinige Akutbehandlung mit Triptanen oder Schmerzmitteln, auch schließlich die Gabe von 100 mg Prednisolon, löst das Problem nicht alleine. Möglicherweise besteht schon ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch(MÜK) in Hinblick auf die hohe Attackenfrequenz und die lange Migräneattacken, die nicht enden wollen. Es wäre daher zu prüfen, ob nicht eine konsequente Medikamentenpause zunächst durchgeführt werden sollte. Dann sollte eine neue Migränevorbeugung eingestellt werden. Im dritten Schritt muss gleichzeitig die Akutmedikation überdacht werden, damit möglichst kein Wiederkehrkopfschmerz auftritt oder dieser nur sehr selten besteht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Rmot 10. Juni 2013 um 13:28 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
    bei mir hat bisher keine Prophylaxe geholfen. Jetzt höre ich immer wieder von einem Verfahren, Elektroden zu implantieren, die den Vagusnerv stimulieren sollen. Zuletzt in einem Beitrag der DGNC:

    „Bei der peripheren Nervenfeldstimulation legen Neurochirurgen am Übergang von Kopf zum Hals zwei Elektroden unter die Haut. Diese verbinden die Ärzte mit einer armbanduhrgroßen Batterie, die sie dauerhaft im Gesäß einpflanzen. Die Elektroden geben permanent Stromimpulse ab und stimulieren so den Gesichtsnerven „Nervus trigeminus“, der die Kopfschmerzen weiterleitet. Die elektrischen Reize unterbinden die Übermittlung der Schmerzsignale.“

    Was halten Sie davon? Wissen Sie, in welchem Zusammenhang das Verfahren mit der Vagusnervstimulation mit Hilfe des GammCore Gerätes steht?

    Besten Dank und herzliche Grüße
    Robert

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:57 Uhr

      Lieber Rmot,

      in der Schmerzbehandlung werden verschiedenste Verfahren der peripheren Nervenstimulation eingesetzt. In der Pressemeldung der deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie wird die periphere Nervenfeldstimulation in Form der Occipitalis-Nervenstimulation beschrieben. Dabei wird über zwei Elektroden der N. occipitalis unter der Haut im Nackenbereich stimuliert und zu diesem Zweck ein Nervenstimulator implantiert. Dieses Verfahren ist in mehreren Studien als wirksam beschrieben worden und auch für die Vorbeugung der chronischen Migräne zugelassen.

      Keinesfalls darf mit diesem Verfahren die sogenannte periphere Vagus-Nervenstimulation mit dem „Gamma Core Gerät“ verwechselt werden. Dabei wird über ein in der Hand gehaltenes Stimulationsgerät am Hals von außen ein elektrisches Reizmuster abgegeben. Ob durch dieses Verfahren überhaupt der N. vagus stimuliert werden kann, scheint offen. Für die Wirksamkeit dieses Gerätes gibt es bisher keinen Beleg. Hinzu kommt, dass das Gerät nicht aufgeladen werden kann und nach einer bestimmten Anzahl von Behandlungen neu gekauft werden muss. Aus diesem Grunde setzen wir dieses Gerät nicht ein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Tessa 10. Juni 2013 um 13:30 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Goebel,
    ich habe vor kurzem einen Bericht in der Ärztezeitug (Internet) gelesen. Darin wurde von einer kleinen Studie zu Melatonin berichtet.
    Ein Drittel der Teilnehmer bekam 3mg Melatonin und es hat besser gewirkt als Amytriptilin und Placebo.
    Was halten sie davon?

    Vielen Dank für ihre Antwort!

    Viele Grüße
    Dorothea

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:58 Uhr

      Liebe Tessa,

      ob Melatonin in der Vorbeugung der Migräne wirksam ist, ist nicht ausreichend untersucht. Bei der sehr begrenzten Datenlagen kann daher die Gabe von Melatonin zur Migräneprophylaxe nicht empfohlen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Angelito 10. Juni 2013 um 13:35 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich nehme seit mehr als 2 Jahrzehnten Ergotamin bzw. seit 1997 Zolmitriptan in hohen Dosen (meistens 10, manchmal 12 Dosen pro Monat. (Migräne besteht seit meinem 4.!!! Lebensjahr). Sämtliche Prophylaxe-Versuche und nicht-medikamentöse Verfahren brachten keine signifikante Besserung. Nun bin ich mit Flankenschmerz zum Urologen, dort wurde eine Mikrohämaturie und Proteinurie festgestellt. Mikrohämaturie ist persistierend bei mir. IVP war heute o.B. Es soll noch eine Zystoskopie folgen. Laut Ärzteblatt besteht auch bei Triptaneinnahme (nicht nur Analgetika) in hohen Dosen über Jahre ein erhöhtes Risiko für maligne Tumore des Urogenitaltrakts. Meine Frage nun: wieviel darf man nehmen, um dieses Risiko zu minimieren? Ich habe bisher auf diese Frage von niemandem eine Antwort bekommen und mein Hausarzt verschreibt mir immer fleißig weiterhin mein Ascotop. Danke vorab für Ihre Antwort.

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 18:59 Uhr

      Liebe Angelito,

      aufgrund Ihrer Schilderungen haben Sie einen ungewöhnlich schweren Verlauf der Migräne. Ob die Erkrankung der Niere mit Mikrohämaturie und Proteinurie durch die Triptaneinnahme zu erklären ist, lässt sich nicht ohne weiteres bestätigen. Entsprechende Komplikationen sind in unserer langjährigen Praxis bisher nie beobachtet worden. Ob es sich hier jedoch vielleicht um eine Langzeitwirkung der über zwei Jahrzehnte eingenommenen Ergotamine handelt, ist ebenfalls zu diskutieren. Es gibt leider keine definitive Antwort auf die Frage, wie viel man nehmen darf, um das Risiko für solche möglichen Komplikationen zu minimieren. In jedem Fall zeigt Ihr Beispiel, dass man mit diesen Medikamenten sehr verantwortungsvoll umgehen und die Einnahme immer ärztlich begleiten lassen sollte. Auch aus diesem Grunde ist es ratsam, die 10-20-Regel einzuhalten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. railwaycom 10. Juni 2013 um 14:29 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Göbel,
    Ich bekomme Clomipramin zur Vorbeugung von Schmerzen.
    Clomipramin hilft auch zur Vorbeugung bei Narkoleptischen Anfällen.
    In Zusammenarbeit mit Dr. Heinze und die Uni Klinik Kiel – Epilepsie Sprechstunde, wurde Clomipramin auf 150 mg zum Abend erhöht. Vorher bekam ich 75 mg.
    Laut dem Arzt der Uni Klinik Kiel ist die Dosis noch immer zu gering um ausreichende Vorbeugung im Bezug der Narkolepsie zu haben.
    Ich habe aber Angst, wenn das Medikament noch höher Dosiert wird, das ich dann bedingt nur durch die hohe Dosis wiederum sehr schläfrig werde.
    Wie hoch würden Sie mit der Dosis gehen um eine ausreichende Vorbeugung im Bezug der Schmerzen UND der Narkolepsie zu haben?

    Vielen Dank
    Mit freundlichen Grüßen
    Rail.

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:00 Uhr

      Liebe Railwaycom,

      Dosierungen von Clomipramin 150 mg werden zur Behandlung von besonders schweren Verläufen eingesetzt und können aufgrund der besonderen Situation im Einzelfall immer wieder erforderlich sein. Auch Dosierungen über 200 mg werden zur Behandlung von schweren Verläufen eingesetzt. Clomipramin wirkt häufig aktivierend, so dass gerade erst bei höheren Dosierungen eine klinische Wirksamkeit zu erzielen ist.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. martin 10. Juni 2013 um 14:42 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    ich leide an einer sogenannten Vestibulären Migräne. Immer über Nacht (vor allem wenn ich länger schlafe) habe ich am nächsten Morgen Schwindel, Hörstörungen und sehe alles weit weg, fühle mich als wenn ich neben mir stehe, nicht ganz da bin.

    Meistens wird das im Laufe des Tages besser. Nun wurde eine Vestibuläre Migräne diagnostiziert.

    Da die Störungen immer nach dem Schlafen kommen oder auch gehen, vermute ich einen Zusammenhang mit dem Blutdruck. Der ist bei mir nachts teilweise 80/41 wie in einer 24-h-Messung rauskam.

    Weiteres Problem ist, dass ich dafür im Gegensatz am Tag eher hohen Blutdruck habe.

    Nun meine Frage. Gibt es denn Möglichkeiten den Blutdruck nachts nicht ganz so stark abfallen zu lassen? Die meisten Kreislaufmedikamente wirken ja immer nur so 2-3 Stunden.

    Danke und viele Grüße

    Martin

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:10 Uhr

      Lieber Martin,

      die vestibuläre Migräne ist keine spezielle Migränediagnose. Sie wurde früher im Zusammenhang mit Schwindel als Aurasymptom benutzt. Aus Ihrer Schilderung ergibt sich nicht, ob bei Ihnen auch überhaupt Kopfschmerzen im Zusammenhang mit dem Schwindel auftreten. Blutdruckwerte von 80/41 mmHg, insbesondere in der Nacht oder am Morgen, können mit den von Ihnen beschriebenen Schwindelsensationen verbunden sein. Sie sollten sich von Ihrem behandelnden Arzt und ggf. auch von einem Kardiologen noch einmal eingehend beraten lassen, ob nicht eine spezielle Ursache für die ungewöhnliche Kreislaufsituation aufgedeckt werden kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. FräuleinGretchen 10. Juni 2013 um 14:45 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    durch die Einnahme von Dienogest nach der operativen Entfernung von Endometriose habe ich zu meinem chronischen CKS mit Dauerschmerzen (rechtsseitig), den ich seit 2006 habe, eine fast täglich auftretende Migräne mit Übelkeit und Erbrechen entwickelt.
    Leider erhalte ich zur Zeit weder eine prophylaktische noch eine Akutmedikation, da mein behandelnder Arzt wegen meiner weiteren Gesundheitsstörungen (plötzlich aufgetretener Bluthochdruck, Herzbeschwerden und 2 Grand-Mal-Anfälle) keine Triptane verschreiben möchte und meinen CKS für austherapiert und therapierefraktär hält. Er hat mir vorgeschlagen, eine ONS durchführen zu lassen, aber ich habe von anderen Betroffenen immer nur Negatives darüber gehört.
    So geht es jedoch auch nicht weiter, denn die Schmerzen sind unerträglich,rauben mir jeglichen Schlaf und lassen mich auf dem Zahnfleisch gehen.

    Ich wäre Ihnen überaus dankbar, wenn Sie mir einen Rat geben könnten!!!
    Danke im Voraus und viele Grüße.

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:12 Uhr

      Liebes Gretchen,

      Sie schreiben von einer ungewöhnlich komplexen und schweren Schmerzerkrankung. Wenn ich richtig verstehe, bestehen bei Ihnen ein chronischer Clusterkopfschmerz und zusätzlich eine nahezu täglich auftretende Migräne. Standardtherapien haben bei Ihnen keine ausreichende Wirkung erzielt. Hinzu kommen ungewöhnlich komplexe Begleiterkrankungen.

      Nach unseren Erfahrungen kann die occipitale Nervenstimulation bei ca. zwei Drittel der Patienten eine effektive additive Behandlungsoption darstellen. Gerade bei komplexen Erkrankungen, wie die von Ihnen geschilderte, kann der Einsatz erwogen werden. Dies muss jedoch im speziellen Einzelfall geprüft werden. Stellen Sie sich dazu in einem Zentrum vor, das mit dieser Therapieform Erfahrungen hat und auch mit der Behandlung von chronischen Clusterkopfschmerzen und chronischer Migräne.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Goldmaus 10. Juni 2013 um 14:58 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    in der Klinik hatte ich Melperon 10 mg in der Medikamentenpause bekommen. Für zu Hause habe ich nun 100 mg bekommen. Bei der Dosierung bin ich ganz weit weg und selbst nach 14 Stunden Schlaf konnte ich kaum aufstehen. Welche Dosierung ist denn die richtige?

    Vielen Dank und herzliche Grüße,

    Anja

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:12 Uhr

      Liebe Anja,

      zur Behandlung von Rebound-Kopfschmerzen werden üblicherweise Dosierungen von Melperon 10 bis 25 mg eingesetzt. 100 mg wirkt zu stark sedierend, eine ambulante Behandlung damit ist wenig zielführend.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Kevin 10. Juni 2013 um 15:39 Uhr

    Sehr geehreter Herr Professor Göbel,

    ich bin 29 Jahre alt, Student und leide an Migräne mit Aura, die Diagnose erhielt ich vor 7 Jahren.

    Mein Frage ist: Ich sehe ständig die tanzenden Lichter, wie bei der migräne mit Aura. muss ich mir deshalb sorgen machen? Bis her ging leider kein Arzt auf diese Frage ein und ich ernete „verwunderte“ Blicke…

    viele dank.

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:13 Uhr

      Lieber Kevin,

      die von Ihnen beschriebenen Sehstörungen können möglicherweise Auren im Rahmen Ihrer Migräneerkrankung sein. Sie treten typischerweise für eine Zeitdauer von 30 bis 60 Minuten auf. Im Anschluss daran treten dann die Kopfschmerzen über eine Zeitdauer von 4 bis 72 Stunden auf. Bei der typischen Aura klingt diese in der Regel spontan ab. Auren sollten jedoch eingehend beachtet werden und, falls sie lange und häufig auftreten, auch hinsichtlich der Prophylaxeplanung berücksichtigt werden. Häufig kann auch die Tagesplanung, Schlaf- und Tagesrhythmus sowie die Ernährung bereits häufig auftretende Migräneauren stabilisieren. Sie sollten sich daher eingehend in einer speziellen Migränesprechstunde beraten lassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Tanni 10. Juni 2013 um 16:18 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    wegen chronischer Spannungskopfschmerzen habe ich vor kurzem eine Prophylaxe mit Amitriptylin angefangen. Aufgrund der starken Nebenwirkungen bin ich nach den ersten Tagen von Tabletten auf Tropfen umgestiegen, um langsamer aufdosieren zu können.
    Mich würde interessieren, ab welcher Dosierung Amitriptylin eine Wirkung zeigen kann. Ich habe gelesen, dass die Zieldosis bei 50-75 mg liegt – da meine Kopfschmerzen nicht besonders stark sind würde ich vor allem wegen der Nebenwirkungen gerne versuchen, vorerst die Dosis nur auf 20-30 mg zu steigern und abzuwarten, ob sich eine Wirkung einstellt. Macht dieses Vorgehen Sinn oder zeigt Ihre Erfahrung, dass bei einer geringeren Dosierung keine Wirkung zu erwarten ist?

    Vielen Dank.

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:20 Uhr

      Liebe Tanny,

      Amitriptylin kann in ganz unterschiedlichen Dosierungen im Einzelfall wirksam sein. Bei einigen Patienten kann bereits die Dosierung von 25 mg ausreichend sein, andere benötigen Dosierungen von 100 bis 150 mg. Unabhängig davon sollte man immer mit einer kleinen Dosierung starten, damit die anfänglichen Nebenwirkungen kompensiert werden und man die Dosierung kontinuierlich weiterführen kann. Typischerweise beginnt man mit 25 mg zur Nacht, nach einer Woche erhöht man auf 50 mg, nach einer weiteren Woche kann man bei Verträglichkeit und Notwendigkeit auf 75 mg erhöhen. Im Einzelfall kann man auch bei geringeren Dosierungen stehen bleiben und diese dann weiterführen. Insofern gibt es keine feste Standarddosis, sie sollte immer im Einzelfall festgelegt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Conny 10. Juni 2013 um 17:58 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    seit einigen Monaten wird die Aura immer länger, zuletzt sogar über 30 Minuten. Kann ich dagegen etwas tun? Ich nehme keine Prophylaxe nur direkt nach der Aura Vomex K, so hält sich die Dauer zumindest geringer, früher 3 Tage heute nur noch einer.

    Vielen lieben Dank

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:22 Uhr

      Liebe Conny,

      Migräneauren können in erster Linie durch Verhalten und Tagesplanung stabilisiert und vorgebeugt werden. Sie treten auf, weil zu Beginn der Migräneattacke ein Energiedefizit in den Nervenzellen besteht, die elektrische Erregbarkeit in der Sehrinde destabilisiert wird und entsprechende visuelle Störungen in Form von Zickzacklinien, Flimmersehen und Schleiersehen auftreten können. Die Vorbeugung solcher Auren sollte zunächst durch konstante Nahrungsaufnahme erfolgen. Dazu gehört ein hochkalorisches Frühstück, regelmäßiges Mittag- und Abendessen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr mit Trinkmengen von 2 bis 3 Litern sollte ermöglicht werden. Auch auf Entspannungspausen im Alltag sowie eine ausreichende Schlafdauer sollte geachtet werden. Stressreduktion und Entspannungsverfahren sollten zusätzlich eingesetzt werden. Treten Auren dann immer noch in großer Häufigkeit, Länge und Intensität auf, können auch vorbeugende Medikamente zur Migräneprophylaxe erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Conny 10. Juni 2013 um 19:28 Uhr

        Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
        Ich war vor zwei Jahren bei Ihnen und achte seither auf alle genannten Dinge. Die Abstände der Migräne haben sich auch verlängert, früher hatte ich sie jede Woche für 3 Tage, heute etwa alle vier Wochen. Nur das ich die Aura damit nicht beeinflussen kann und das sie sogar an Phasenlänge zunimmt stört mich. Ich werde noch besser auf alles achten.
        Vielen lieben Dank und schöne Grüße nach KIel.
        C. Klettke

  22. Elke 10. Juni 2013 um 18:35 Uhr

    Lieber Professor Göbel,
    ich habe chronische Migräne (mehr als 15 Tage im Monat), und sie wird eher schlimmer als besser. Ich war letztes Jahr bei ihnen in der Klinik. Eine Prophylaxe mache ich mit Venlafaxin. Dadurch sind meine Spannungskopfschmerzen nahezu verschwunden. Zudem habe ich Hashimioto, und seit einigen Monaten Schmerzen im linken Arm und in den Beinen Taubheitsgefühle. Jetzt habe ich mich auf den Weg der Ursachenforschung gemacht. Es wurde ein Bandscheibenvorfall in der HWS C7 diagnostiziert und diese Woche geht es weiter mit einem MRT der LWS. Mein Problem ist jetzt, dass ich keine Arzt habe, der diese Informationen zusammen führt und in Bezug zu meiner Migräne bringt. Jeder sieht immer nur seinen Teil des Puzzles. Und seit ich wieder gesetzlich versichert bin ist es noch schlimmer. Es ist zum Verzweifeln. Welcher Arzt oder welche Einrichtung ist in der Lage mich als Ganze Einheit zu sehen?
    Ich hoffe auf einen Rat von ihnen.
    Vielen Dank
    Elke

  23. Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:24 Uhr

    Liebe Elke,

    die Migräne kann nicht auf Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule in der Höhe C7 zurückgeführt werden. Das Gleiche gilt auch für mögliche Veränderungen der Lendenwirbelsäule. Solche Untersuchungen erbringen keine speziellen Hinweise auf Störungen, die gerade für die chronische Migräne von Relevanz sind. In jedem Fall ist es schon einmal positiv, wenn ein chronischer Spannungskopfschmerz durch die vorbeugende Behandlung nahezu verschwunden ist.

    Sie beschreiben Schmerzen im linken Arm. Aus diesem Grunde lässt sich bei entsprechendem neurologischen Untersuchungsbefund nachvollziehen, dass ein MRT der HWS durchgeführt wurde. Ein Neurologe kann den Befund im MRT mit der klinischen Situation in Zusammenhang bringen, indem er prüft, in welchem sogenannten Dermatom die Schmerzen ausstrahlen. Die Nervenwurzel C7 versorgt den Bereich des Mittelfingers. Wenn dorthin die Schmerzen ausstrahlen, kann ein Bandscheibenvorfall möglicherweise für die Beschwerden verantwortlich sein. Das alles erfordert jedoch ein entsprechendes neurologisches Hintergrundwissen. Sie sollten sich daher von einem Neurologen beraten lassen, der auch die Gesamtsituation hinsichtlich der Migräne und des Spannungskopfschmerzes bei der Bewertung der Befunde berücksichtigen wird.

    Freundliche Grüße
    Hartmut Göbel

  24. Maestra 10. Juni 2013 um 19:24 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich leide scheinbar seit 15 Jahren unter Migräne, ohne dass man es je erkannt hat. Es ist leider eher untypisch ohne Übelkeit und fängt im Nacken/Hinterkopf an. Darum behandelte man mich auf Verspannungen, CMD usw … alles nur mit mäßigem oder gar keinem Erfolg. Permanente Schmerzen machten mich also depressiv und lösten eine generalisierte Angststörung aus.
    Nun bin ich in neurologischer Behandlung und es wird nun endlich die Migräne mal in Augenschein genommen.
    Mein Neurologe empfahl mir, das Opipramol abzusetzen und stattdessen Amitriptylin (soll ich bin 75mg hochdosieren) zu nehmen. Zusätzlich wurde von Maxalt auf Allegro umgestellt, weil ich teils über viele Tage hinweg leide und inzwischen schon Gesichtsschmerzen seit Jahren ohne Triptane ertrage.
    Meine Fragen: Ich habe Angst im MÜK gelandet zu sein und führe deshalb nun Tagebuch. Ich habe zum Teil Ibuprofen gefressen wie Bonbons. Maxalt nahm ich aber maximal 3x im Monat.
    Nun gedenke ich, Ibuprofen nicht mehr zu nehmen … nur noch das Allegro, wenn sich der typische rechtsseitige Schmerz einstellt. Ist das klug?
    So wie ich das beurteilen kann (leider ist mein tagebuch noch nicht aussagekräftig genug), komme ich wohl so auf 9-10 Triptaneinnahmen im Monat.
    Zusammen mit dem Amitriptylin erhoffe ich mir bald weniger Attacken … oder unterliege ich einem Irrtum?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe
    LG
    Maestra

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:33 Uhr

      Liebe Maestra,
      Ihre Vorgehensweise scheint sehr sinnvoll. Durch die effektive Attackentherapie kann die häufige Einnahme oft reduziert werden. Zusätzlich kann die vorbeugende Behandlung ebenfalls die Häufigkeit verringern.
      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Maestra 10. Juni 2013 um 19:39 Uhr

        Vielen Dank für Ihre Einschätzung, Herr Göbel.
        Leider kriege ich schon Angst bei dem Gedanken „schon wieder“ eine Triptane nehmen zu müssen. Ich kann mich nicht mit anfreunden, ehrlich. 🙁 Andererseits habe ich ein bisschen das Gefühl, dass die Allegro die Migräne im Keim erstickt hat (bin zum nächsten Anfall halt) und nicht wie sonst mit der Maxalt gleich wieder kam… von daher ist es wohl ein ganz gutes Mitte.

        Aber ich versuche mich nun strikt an die 10-Tage-im-Monat-Regel mit den Triptanen zu halten und ein Spannungskopfschmerz ertrage ich eben so (das wird mit dem Amitriptilyn sicher auch besser, hoffe ich).

  25. Gesine 10. Juni 2013 um 19:34 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    Vielleicht können Sie mir bei meinen folgenden Fragen weiterhelfen:

    Darf man seinen Migräneanfall mit Triptanen behandeln, wenn man Venlafaxin zur Prophylaxe einnimmt, Stichwort: Serotoninsyndrom?

    Ich komme aus dem Landkries Lüneburg und such eine Liste der Kontaktdaten der hier ansässigen Schmerztherapeuten. Können Sie mir dabei weiterhelfen?

    Vielen Dank für ihre Hilfe

    LG
    Gesine

    • Gesine 10. Juni 2013 um 19:49 Uhr

      Ergänzend zu meinen Fragen von eben hier noch eine weitere Frage:

      Um meiner Migräne vorzubeugen, benötige ich das Vitamin B2, 250 mg. Wie ich jedoch leider feststellen musste, gibt es dieses weder in den Apotheken vor Ort noch habe ich es in Internetversandapotheken gefunden. Wissen Sie, wo dieses erhältlich ist?

      Vielen Dank für Ihre Hilfe

      • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 19:57 Uhr

        Liebe Gesine,
        Venlafaxin kann man mit Triptanen kombinieren. Das Serotoninsyndrom ist nach neueren Erkenntnissen ein mehr theoretisches Problem. Schmerztherapeuten finden Sie über http://www.schmerzklinik.de
        Vitamin B2 oder Riboflavin finden Sie von vielen Anbietern auch im Internet.
        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  26. beate1962 10. Juni 2013 um 20:02 Uhr

    Hallo Prof. Göbel,
    im kommenden August nehme ich Topamax nun 2 Jahre mit Erfolg von bis zu 15 Anfällen in Monat bin ich runter auf durchschnittlich 4- 5. Ich möchte auf keinen Fall absetzen. Muß ich?

    • Hartmut Göbel 10. Juni 2013 um 20:08 Uhr

      Liebe Beate,
      Sie müssen nicht, können aber einen Auslassversuch machen.
      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  27. beate1962 10. Juni 2013 um 20:05 Uhr

    Meine Ärztin kontrolliert meine Blutwerte im 3 monatl. Rhytmus alles ok. mache regelmäßig Sport und fühle mich wohl. Nehme Magnesium und möchte einfach alles so lassen wie es ist.
    Vielen Dank für IOhre Antwort.
    Beate

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