Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 09.09.2013

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2013-09-09T22:35:53+00:00 August 18th, 2013|Information, Kopfschmerz, Livechat, Migräne|67 Comments

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67 Kommentare

  1. Pascale 9. September 2013 um 12:35 Uhr

    Hallo Prof.Göbel,

    seit meinen Aufenthalt in Kiel , letztes Jahr im
    August, habe ich Stangyl als Migräne Prophylaxe eingenommen. 
    (das sich aber nicht positiv auf meine Anfälle auswirkte,
    sondern nur auf meine Psyche.) Ich habe es dann abgesetzt, da ich auch sehr zugenommen habe.
    Mein Neurologe empfahl mir Topiramat, dass ich aber nach 2 Wochen absetzen musste, da ich damit nicht mehr arbeiten konnte. (fehlende Konzentration, Sprachprobleme, Schwindel).
    Ich weiss langsam nicht mehr weiter, ich wache JEDEN Morgen immer früher mit Spannungskopfschmerzen auf, ( bin dann auch noch den ganzen Tag übermüdet )die dann im Laufe des Morgens weg oder auch oft in Migräne übergehen ( 8-10 Triptane im Monat )
    Mein Nacken und meine Schulter fühlen sich nach dem Aufwachen an, als hätte mein 8kg .Kater die Nacht darauf gelegen. Tizanidin
    habe ich in Ihrer Klinik kurzfristig für die Nacht bekommen, ist aber wegen staker Alpträume von meiner Ärztin wieder abgesetzt worden.
    Was kann ich noch probieren ??? 

    Liebe Grüße Pascale

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 20:42 Uhr

      Liebe Pascale,
      Ihre Ausführungen zeigen, dass die Kopfschmerzerkrankungen weiter komplex verlaufen. Es ist aufgrund der Schilderungen nicht möglich, einen eindeutigen Rat zu geben. Deutlich wird jedoch, dass eine Vorbeugung für den Spannungskopfschmerz gefunden werden muss. Gleichzeitig müssen auch die begleitenden Symptome in die Behandlung einbezogen werden. Ich möchte Ihnen raten, sich nach Möglichkeit noch einmal zur ambulanten Sprechstunde vorzustellen, um den Verlauf im Einzelnen zu erörtern und das weitere Vorgehen zu planen.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Claudia 9. September 2013 um 12:37 Uhr

    Hallo Herr Prof. Dr. Göbel,
    meine Triptane wirken nicht mehr bzw. unzureichend.
    Ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz kann ausgeschlossen werden, da ich max. an 5-8 Tagen im Monat ein Medikament einnehme. Die Triptane ahbe ich fast alle komplett durchprobiert. Auch leide ich an Spannungskopfschmerzen, die durch kein Medikament zu unterbrechen sind und mittlerweile migräneartigen Charakter annehmen.

    Meine Medikation bei Migräne: Vomex vorab, dann Relpax/Maxalt/Naramig + Naproxen 500 mg
    Meine Medikation bei üblen Spannungskopfschmerzen: Arcoxia 120 mg, Ibuprofen 800 mg (wirkt jedoch nicht!) oder Voltaren. Alles ohne großen Erfolg.

    Haben Sie noch einen Tipp???

    Zusatzfrage: Verlangsamen Amlodipin und Opipramol (meine derzeitge Prophylaxe) den Fettstoffwechsel???

    Vielen Dank vorab für diese tolle Möglichkeit Fragen zu stellen.

    DANKE. A.

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 20:45 Uhr

      Liebe Anastasia,
      es gibt mehrere Möglichkeiten, die Wirksamkeit der Triptane bei der Migräne zu verbessern. Dazu zählt in erster Linie die möglichst frühe Einnahme im Anfall. Des Weiteren kann man die Wirksamkeit durch Auswahl eines möglichst potenten Triptans ebenfalls steigern. Dazu zählen vor allem Zolmitriptan 5 mg, Relpax 40 mg, Maxalt 10 mg und Sumatriptan 6 mg im Pen. Auch die Kombination mit einem Antiemetikum oder mit einem NSAR wie Naproxen kann die Wirksamkeit weiter verbessern.

      Schließlich kann die Wirksamkeit durch Auswahl eines vorbeugenden Migränemittels weiter optimiert werden. Nur selten gibt es Migräneverläufe, die überhaupt nicht auf ein Triptan ansprechen.

      Eine Verlangsamung des Fettstoffwechsels durch Amlodipin oder Opipramol ist nicht anzunehmen.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Eva 9. September 2013 um 12:42 Uhr

    Transkutane Vagusnervstimulation

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    nach meinem stationären Aufenthalt in der Schmerzklinik Kiel Ende 2009 habe ich mich nun endlich bei headbook angemeldet und freue mich über die Möglichkeit, im Chat Fragen stellen zu können.

    Frage 1: Gibt es hinsichtlich der Vagusnervstimulation eine Alternative zum GammaCore-Gerät der Firma Cerbomed wie z.B. ein herkömmliches TENS-Gerät, das ich noch besitze?
    Auf Grund meines Krankheitsverlaufs wurde mir kürzlich die invasive Neuromodulation empfohlen. Da ich hiervor – noch – zurückschrecke, teste ich nun das o.g. mir ebenfalls empfohlene Gerät zur Vagusnervstimulation seit dem 3.9.2013. Für mich ist bisher sehr positiv, dass ich seit dem 5.9.2013 kein Triptan o.ä. nehmen musste. Allerdings kostet dieses Gerät 375 Euro bei einer limitierten Anwendungszahl, die für 37 Tage prophylaktischer Anwendung ausreicht (weniger bei zusätzlicher akuter Anwendung). Dies finde ich schwer, privat zu finanzieren (von dem Elektromüll mal abgesehen). An einer Münchener Studie zur Vagusnervstimulation kann ich wegen Kieferproblemen leider nicht teilnehmen.

    Frage 2: Wie lange müssen stationäre Behandlungen der Migräne auseinander liegen, damit diese von der Krankenkasse übernommen werden?
    Falls ich mich doch zu einer Operation und ONS entscheiden sollte, würde ich gerne wieder zu Ihnen nach Kiel kommen. Die letzte stationäre Behandlung habe ich im Dezember 2012 in der Migräneklinik Königstein beendet. Leider hatte ich große Probleme mit der AOK Rheinland-Hamburg und dem Deutschen Ring als privater Zusatzversicherung, dass der Aufenthalt dort überhaupt bzw. teilweise gezahlt wurde.

    Vielen Dank im Voraus.
    Herzliche Grüße aus Wiesbaden

    • Bettina Frank - Admin 9. September 2013 um 13:21 Uhr

      Bitte künftig die Fragen kürzer halten! Danke für Dein Verständnis!

      • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 20:48 Uhr

        Liebe Eva,
        Die sogenannte externe Vagus-Nerv-Stimulation ist bisher kein bewährtes Verfahren, für das Wirksamkeitsdaten in der Migränevorbeugung vorliegen. Ein Einsatz ist daher zurzeit in der freien Verwendung nicht zu empfehlen. Es liegen keine wissenschaftlichen Publikationen vor, die die Wirkung zur Migränevorbeugung nachvollziehbar belegen könnten. Insbesondere ist die Behandlung mit den sogenannten Gamma-Core-Gerät überhaupt nicht zu vergleichen mit der Neuromodulation durch die Occipitalis-Nervenstimulation. Diese Behandlung wird auch voll von den Krankenkassen übernommen, es ist eine zugelassene Behandlung.

        Die Notwendigkeit für eine stationäre Behandlung ist nicht durch den Abstand zu einer vorgehenden Behandlung begründbar. Sie ergibt sich aus dem Behandlungsverlauf und der entsprechenden Symptomatik. Sollte eine entsprechende schwere Symptomatik bestehen, eine Vorbehandlung nicht effektiv gewesen sein, kann Ihr behandelnder Hausarzt oder Facharzt eine Einweisung begründen.

        Herzliche Grüße
        Hartmut Göbel

  4. myfreedom 9. September 2013 um 12:43 Uhr

    Hallo Herr Professor Göbel,

    seit 9 Monaten nehme ich jetzt Venlafaxin (nach meinem Klinikaufenthalt im Dezember zunächst auch mit gutem Erfolg), ca.5 Monate in einer Dosierung von 75 mg, anschl. erhöht auf 112,5 mg sowie 5 mg Bisoprolol tgl. Leider habe ich seit 2 Monaten wieder verstärkt Migräne mit ca. 20 Schmerztagen (10 bzw. 11 Medikamententage). Da ich außerdem sehr unter verstärktem Schwitzen als Nebenwirkung leide, möchte ich eine andere Prophylaxe ausprobieren, wobei ich eine Prophylaxe aus der Gruppe der Antidepressiva bevorzuge. Gibt es ein Antidepressiva, welches nicht die Nebenwirkungen „Gewichtszunahme“ und „Schwitzen“ hat oder können Sie eine Kombination aus verschiedenen Prophylaxemedikamenten empfehlen? Im Allgemeinen habe ich wenig bis keine Probleme mit Nebenwirkungen, nur die beiden genannten sind für mich nicht mehr tolerierbar.

    Für Ihre Antwort herzlichen Dank und viele Grüße,
    Michaela

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 20:51 Uhr

      Liebe Michaela,
      Gewichtszunahme und Schwitzen müssen nicht durch die von Ihnen eingesetzte Medikation bedingt sein. Gerade Venlafaxin bedingt in aller Regel keine Gewichtszunahme. Die Einnahme eines Betablockers kann mit einem reduzierten Grundumsatz verbunden sein. Passt man das Ernährungsverhalten nicht an, kann dadurch eine Gewichtszunahme bedingt sein. So oder so nimmt man durch die Ernährung an Gewicht zu und durch zu geringen Verbrauch der Kalorien, nicht jedoch in erster Linie durch das Medikament. Es ist daher erforderlich, dass man unter der Behandlung eine entsprechende Ernährungsanpassung vornimmt. Antidepressiva, bei denen eine mögliche Gewichtszunahme eine besonders geringe Rolle spielt, sind Venlafaxin, Cymbalta oder Valdoxan. Diese müssen jedoch nicht die geeigneten Medikamente in Ihrem individuellen Fall sein, hier ist immer eine individuelle Anpassung notwendig.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Fiete Fisch 9. September 2013 um 12:51 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
    nach der Prophylaxe mit diversen Betablockern (die ich nicht vertragen habe) bin ich nun bei Topiramat gelandet. Seit 3 Wochen nehme ich täglich 25 mg ein. Das Mittel soll langsam auf 100 mg hochdosiert werden, ich weiß allerdings nicht so genau in welchem Zeitraum.
    Und kann es sein, dass dieses Mittel nach so kurzer Zeit Depressionen bzw. schwere Verstimmungen auslösen kann?
    Welche Prophylaxe Mittel gibt es noch, falls das Topiramat nicht helfen sollte?
    Vielen herzlichen Dank im Voraus!

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 20:52 Uhr

      Liebe Anne,
      Topiramat kann in Einzelfällen zu gedrückter Stimmung, depressiven Reaktionen und auch Angstphänomenen führen. Diese Symptome zeigen sich insbesondere bei höheren Dosierungen. In der Regel erhöht man die Dosierung pro Woche um jeweils 25 mg, die Enddosis von 100 mg wäre dann nach 4 Wochen erreicht.

      Es gibt zahlreiche Medikamente zur medikamentösen Vorbeugung, in erster Linie verschiedene Betablocker, Flunarizin, das von Ihnen genannte Topiramat sowie Valproinat. Weitere zahlreiche Medikamente und Verfahren stehen zur Verfügung. Immer sollte man beachten, dass die nichtmedikamentöse Vorbeugung entscheidend ist und Medikamente nur dann richtig wirken können, wenn durch das Anpassen des Verhaltens, des Lebensrhythmus, durch adäquates Wissen und durch Information vorbeugend auf die Migräne eingewirkt wird.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Tobi 9. September 2013 um 13:03 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    auch von mir heute eine kurze Frage. Im Forum wurde öfter erwähnt, dass bei einer bestehenden Allergie gegen Sulfonamide ev. eine Kreuzallergie in Bezug auf bestimmte Triptane ( Sumatriptan, Almotriptan, Naratriptan ) vorliegen kann. Könnte eine Unwirksamkeit dieser Triptane auf eine solche Kreuzallergie zurückzuführen sein?

    Danke für Ihre Antwort und freundliche Grüße

    Tobi

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 20:53 Uhr

      Lieber Tobi,
      eine Allergie gegen Sulfonamide wird zu einer Unverträglichkeit im Sinne von allergischen Reaktionen führen. Die Frage der Unwirksamkeit stellt sich dann gar nicht mehr, da die mangelnde Verträglichkeit die Einnahme verbietet. Die Unwirksamkeit ist nicht bedingt durch die Überempfindlichkeitsreaktion gegen Sulfonamide.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. nina 9. September 2013 um 13:07 Uhr

    Lieber Herr Prof. Dr. Göbel,

    ich habe nochmal eine Frage zu möglichen Wechselwirkungen. Ich nehme seit mehreren Wochen abends 3 mg Melatonin und meine bisher, dass es sich tendenziell positiv auf meine Migräne auswirkt. Aufgrund diverser Belastungen rät meine Hausärztin mir unabhängig davon, nochmal Opipramol einzunehmen, das mich schonmal recht gut stabilisiert hat. Gibt es da Wechselwirkungen, z.B. in Richtung Serotoninhaushalt? Bei Migräneattacken nehme ich wie gewohnt Sumatriptan 100 mg.

    Herzlichen Dank im voraus für Ihre Antwort und die Zeit, die Sie und schenken!
    Nina

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 20:54 Uhr

      Liebe Nina,

      Wechselwirkungen zwischen Melatonin und Opipramol sind mir nicht bekannt, sie sind nach meinem Wissen auch nicht wissenschaftlich untersucht.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Martina 9. September 2013 um 13:07 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    auch ich möchte Ihnen heute wieder eine Frage stellen.
    Bei meiner Migräne (Diagnose gesichert) habe ich alle Triptane als Schmerzmittel ausprobiert (es besteht kein Mük). Sie zeigten jedoch keine Wirkung. Auch Sumatriptan sc. habe ich versucht. Dabei bekam ich zu der Migräne starke, reißende Kopfschmerzen und die Migräne wechselte lediglich die Kopfseite.
    Auf der Seite der Schmerzklinik Kiel steht: „Aufschluss über die individuelle Wirksamkeit von Triptanen bringt schließlich ein Therapieversuch mit Sumatriptan sc.“. Bedeutet das nun, dass Triptane generell bei mir unwirksam sind? Worauf könnte man diese Unwirksamkeit ev. zurückführen (zu späte Einnahme ausgeschlossen)?

    Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüße

    Martina

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:01 Uhr

      Liebe Martina,

      es gilt die Faustregel, dass Sumatriptan subkutan am zuverlässigsten die Migräneattacke kupieren kann. Die Wirksamkeitsraten sind in wissenschaftlichen Studien im Vergleich zu anderen Triptanen am Höchsten, allerdings hat Sumatriptan subkutan auch mehr Nebenwirkungen. Dies bedeutet jedoch nicht, wenn Sumatriptan subkutan ohne Wirkung ist, dass andere orale Triptane von vornherein als unwirksam angesehen werden müssen. Verschiedene Menschen sprechen auf einzelne Triptane zum Teil sehr gut an, andere Triptane zeigen dabei jedoch keine Wirkung. Handelt es sich jedoch um ein Resorptionsproblem, zum Beispiel bei starker Übelkeit oder Erbrechen, hat Sumatriptan subkutan Vorteile gegenüber anderen Darreichungsformen.

      Auch wirkt kein Triptan zu 100%, in aller Regel sind Triptane nur bei 8-9 von 10 Attacken wirksam. Daher gilt die Regel, dass man immer mindestens drei Attacken mit einem Triptan behandeln sollte, bevor man auf die Unwirksamkeit im individuellen Fall schließt.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Lilly 9. September 2013 um 13:09 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    zunächst einmal vielen Dank, dass ich mich mit meinem Problem an Sie wenden darf.
    Im Jahre 2008 habe ich aufgrund einer akuten Schmerzproblematik (Zähne, Kiefer, Kopf ) mehrere Monate lang mehr als 10 verschiedene Schmerzmittel ( auch Kombinationspräparate) genommen ,durch die sich wahrscheinlich auch ein Mük entwickelt hat ( Medikamente hatten zum Schluss gar keine Wirkung mehr ). Ein zweiwöchiger stationärer Entzug änderte nicht viel an meiner Situation: die Schmerzen bestanden weiterhin und die Medikamente wirkten so gut wie gar nicht. Trotzdem habe ich immer wieder einmal das eine oder andere Akutmedikament ausprobiert, in der Hoffnung, irgendetwas zur akuten Reduzierung der Schmerzen zu finden. Leider war das nicht der Fall und die Schmerzen verschlimmerten sich trotz verschiedener Prophylaxen und Verhaltensmaßnahmen. Zwischenzeitlich habe ich auch mehrmals eine 6wöchige Medikamentenpause gemacht und habe in all den Jahren nie wieder die 10er Grenze überschritten. Nachdem ich jetzt im Forum gelesen habe, dass nach einem Mük durch Kombinationspräparate die Medikamentenpause länger sein sollte, beschäftigt mich jetzt die Frage, ob die 2und 6wöchige Medikamentenpause vielleicht nicht gereicht haben und der Mük seit 2008 immer noch besteht. Da sich das Schmerzgeschehen (einschl. Migräne) im Laufe der Zeit nur verschlimmert hat und ich inzwischen sogar voll erwerbsgemindert bin, versuche ich natürlich, jeden Hinweis, der ev. hilfreich sein könnte, aufzugreifen.

    Ich danke Ihnen schon im Voraus für Ihr Verständnis und Ihre Antwort und sende Ihnen liebe
    Grüße nach Kiel

    Lilly

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:03 Uhr

      Liebe Lilly,

      bei Ihrer Frage kommt es entscheidend darauf an, ob Sie auch nach den von Ihnen durchgeführten Medikamentenpausen weiter die 10er-Grenze überschritten haben. D.h., nehmen Sie weiterhin an mehr als an zehn Tagen pro Monat Akutmedikamente ein. Da Sie schreiben, dass Sie in all den Jahren nie wieder die 10er-Grenze überschritten haben, kann man davon ausgehen, dass bei Ihnen kein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch besteht. Insofern ist anzunehmen, dass bei Ihnen eine spontan hohe primäre Attackenfrequenz vorliegt, die Migräne einen sogenannten progredienten Verlauf angenommen hat und dabei ist, in ein chronisches Stadium überzugehen. In dieser Situation kommt es darauf an, möglichst eine effektive Vorbeugung zu finden, die aus den Bestandteilen Verhalten, Lebensanpassung, Information, Wissen sowie verschiedenen medikamentösen Möglichkeiten besteht.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Molly 9. September 2013 um 13:11 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich habe gelesen, dass es Amitriptylin in vielen Ländern nur noch als Retard-Präparate gibt. Ist diese Form als Prophylaxe bei Migräne-und Spannungskopfschmerz ev. vorzuziehen, um einen gleichmäßigen „Wirkungsspiegel“ zu gewährleisten, bzw. könnten sich Konzentrationsschwankungen bei nicht-retardiertem Amitriptylin ungünstig auf das Schmerzgeschehen auswirken?

    Ganz vielen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße nach Kiel.

    Molly

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:04 Uhr

      Liebe Molly,

      Amitriptylin gibt es in unretardierter und in retardierter Form. Welche Darreichungsform gewählt werden soll, hängt vom individuellen Verlauf ab. Vorteil der Behandlung mit unretardiertem Amitriptylin ist, dass während des Tages in der Regel kein Überhang mehr besteht und Müdigkeit im Tagesverlauf weitestgehend vermieden werden kann. Besteht bei einem Patienten jedoch zum Beispiel innere Unruhe und eine Neigung zu Ängsten, kann die retardierte Form positiv sein, da dadurch während des Tagesverlaufs solche Symptome reduziert werden können. Bezüglich der Wirkung auf die Kopfschmerzen scheint es keinen entscheidenden Unterschied zwischen der retardierten und der unretardierten Form zu geben.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Elke 9. September 2013 um 13:12 Uhr

    Lieber Professor Göbel,
    Ich leide an chronischer Migräne, chronischem Spannungskopfschmerz und Depression .
    Seit Januar 2012 nehme ich 75 mg venlafaxin , die Spannungskopfschmerzen wurden dadruch besser und meine Stimmung auch.
    Nun habe ich mit 25 mg Topamax als Migräneprophylaxe und 25 md Valdoxan als Mittel zur Schlafunterstützung begonnen . Diese Kombination hat mir meine Ärztin in der Reha Klinik empfohlen. Halten Sie diese Kombination für sinnvoll ?
    Im voraus Danke für ihre Einschätzung .

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:13 Uhr

      Liebe Elke,

      bei Depression ist die Gabe von Topamax sehr zurückhaltend zu bewerten, Topamax kann eine bestehende Depression verstärken, wir setzen in einer solchen Situation dieses Arzneimittel daher nicht ein. Die Dreierkombination von Venlafaxin, Topamax und Valdoxan ist ungewöhnlich, es können dadurch Wechselwirkungen, Interaktionen und verschiedene Nebenwirkungen entstehen. Man versucht in der Regel die Behandlung möglichst mit einem einzelnen Wirkstoff vorzunehmen. Treten dann Nebenwirkungen auf, können diese auf dieses Medikament zurückgeführt und es kann dann ausgetauscht werden. Es ist auch in der Regel zielführend, wenn man ein Medikament ausdosiert und nicht verschiedene Medikamente in sehr geringer Dosierung addiert.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Wendy 9. September 2013 um 13:14 Uhr

    Guten Tag Herr Prof. Göbel,
    ich bin 33 J., seit 10 Monaten arbeitsunfähig und hatte 02/2013 einen 2-wöchigen Aufenthalt bei Ihnen in Kiel (Migräne, chronische Spannungskopfschmerzen, myofasziales Schmerzyndrom, generalisierte Angststörung, Verdacht auf MüK). Nach einer 8-wöchigen Med.pause konnte ein MüK ausgeschlossen werden, so dass meine Ärztin inzwischen bei mir von einer chronischen Migräne ausgeht.
    Ich befinde mich z.Zt. auf einem Schmerzdauerlevel, jeder kleinste Reiz reicht aus, um zusätzlich eine Attacke auszulösen (8-15/Monat) und die Med. wirken nicht mehr richtig. Selbst Kortisoninfusionen können mir bei einem Status migraenosus keine 100%-ige Schmerzfreiheit geben.
    Seit Juni nehme ich als Prophylaxe Topiramat 100 mg (100-0-0)und Migravent.
    Hier meine Fragen:
    1. Empfehlen Sie Melperon zum dauerhaften Einsatz als Schmerzdistanzierung oder gar Prophylaxe(in Kombi mit Topiramat)? (Amytriptilin + Venlafaxin haben wenig Wirkung gezeigt, Fluoxetin wurde nicht vertragen)
    2. Meine Ärztin hat mir gesagt, dass meine Sorge um das Schmerzgedächtnis unbegründet sei, weil es für Migränepatienten nicht relevant sei. Wichtiger sei, dass ich keine Schmerzmittel und Triptane nur im absoluten Notfall nehme. (Um den MüK zu vermeiden, der ja nicht mein Problem ist) Wie stehen Sie zu dieser Aussage?
    3. Ich habehäufiger gelesen, dass Topiramat in 2 Dosen (morgens und abends) verteilt gegeben wird. Ist das eher zu empfehlen als es als einmalige Dosis einzunehmen?
    4. Ich habe das myofasziale Schmerzsyndrom und sehr häufig beginnt die Migräne im Nacken. Empfehlen Sie noch ein weiteres/alternatives Medikament in Kombination oder mit Topi?
    5. Ich werde von der Krankenkasse zur Reha in die Westerwaldklinik Waldbreitbach geschickt. Haben Sie zufällig Erfahrungswerte mit der Klinik in Bezug auf Migränebehandlung?

    Vielen Dank für Ihre Zeit und freundliche Grüße aus Münster!

    P.S.: Auch wenn diesmal der Aufenthalt nicht auf Anhieb von Erfolg gekrönt war, bin ich von dem Konzept der Klinik überzeugt und habe mich gut aufgehoben gefühlt 🙂

    • Bettina Frank - Admin 9. September 2013 um 13:22 Uhr

      Auch Dich bitte ich, künftig die Fragen kürzer zu halten und nur eine zu stellen! Danke für Dein Verständnis!

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:16 Uhr

      Liebe Wendy,

      Ihre Schilderungen weisen darauf hin, dass bei Ihnen eine schwere Verlaufsform einer chronischen Migräne besteht. Zu Ihren Fragen:

      Melperon kann im Einzelfall zum dauerhaften Einsatz zur Schmerzdistanzierung eingesetzt werden. Gibt man eine entsprechende Medikation in einem festen Dosierungsintervall, kann es auch zur Schmerzprophylaxe verwendet werden.

      Bei der Einnahme von Akutmedikamenten an mehr als 10 Tagen im Monat besteht das Risiko, dass die Migräne weiter chronifiziert, die Attackenfrequenz ansteigt, die Schmerzintensität zunimmt, die Begleitsymptome intensiver ausgeprägt werden und insbesondere mit der Zeit auch eine Reihe von psychischen Nebenwirkungen wie depressive Reaktion, Ängste, innere Unruhe, Schlafstörungen und andere bedingt werden. Daher ist die alleinige und insbesondere unlimitierte Einnahme von Akutmedikamenten keine zielführende Lösung.

      In der Regel wird Topiramat in einer Dosis am Morgen und am Abend gegeben. Es ist jedoch auch die einmalige abendliche Gabe möglich. Die Verteilung hängt von der Gesamtdosierung ab, kleinere Dosen können einmalig am Abend gegeben werden, größere Dosen, z.B. 2×50 mg, werden in der Regel auf zwei Tagesgaben verteilt.

      Eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der perikranialen Muskulatur ist ein häufiges Begleitsymptom der chronischen Migräne, ein spezifisches Medikament für die Dauergabe ist nicht zielführend. Möglich ist jedoch die Gabe von Botulinumtoxin, wenn die Voraussetzungen für den Einsatz gegeben sind.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Tina 9. September 2013 um 13:19 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich freue mich, dass auch ich Ihnen heute wieder eine Frage stellen darf.
    Ich nehme zur Zeit 75 mg Syneudon zur Migräne-und Spannungskopfschmerzprophylaxe. Darunter habe ich eine Qtc-Zeit Verlängerung ( 462 ) und einen Ruhepuls von durchschnittlich 100. Bei jeder Aktivität, z.B. auch Hausarbeit, erhöht sich der Puls nochmals auf einen Wert von durchschnittlich 115 .
    Die Informationen aus dem Forum habe ich so verstanden, dass auch ein hoher Puls ein Migränetrigger sein kann und es ist bei mir auch so, dass jegliche Bewegung( auch ruhige und gleichmäßige Bewegungen ) die täglichen Kopfschmerzen verschlimmert und trotz regelmäßiger „Pausen“ dann auch zur Migräne führt ( trotz entsprechender Verhaltensmaßnahmen und vieler unterschiedlicher Prophylaxen, kein Mük).
    Ich habe schon öfter im Forum gelesen, dass viele Patienten diese Nebenwirkungen vom Amitriptylin bekommen. Ist es dann nicht sogar kontraproduktiv? Was raten Sie in diesem Fall Ihren Patienten, wenn ansonsten keine Nebenwirkungen vorhanden sind?

    Vielen Dank für Ihre Antwort

    Tina

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:17 Uhr

      Liebe Tina,

      wenn im individuellen Fall Amitriptylin nicht vertragen wird, kann auf eines der anderen trizyklischen Antidepressiva ausgewichen werden. Weitere Optionen sind z.B. Doxepin oder Trimipramin, mit diesen Medikamenten wird häufig eine bessere Verträglichkeit erzielt. Die Alternative ist, dass Sie das Amitriptylin in seiner Dosierung reduzieren.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Marlene 9. September 2013 um 13:21 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Göbel,

    ich habe eine Frage an Sie, von der ich glaube, dass sie auch für andere Patienten von Interesse sein könnte.
    Ich nehme zur Migräne-und Spannungskopfschmerzprophylaxe Amitriptylin, Petadolex und Magnesium, B12 und Q10 ein. Wahrscheinlich aufgrund des Magnesiums habe ich, trotz schon geringerer Dosierung, fast täglich Durchfälle.
    Meine Frage lautet nun, inwieweit die Durchfälle die Funktion der anderen Medikamente beeinflussen., genauer gesagt: wie viel Zeit muss zwischen der Einnahme der Medikamente und dem Durchfall vergangen sein, um eine Aufnahme dieser zu gewährleisten? Wie verfahren Sie in Ihrer Klinik mit dieser Problematik?

    Ich sehe Ihrer Antwort schon sehr gespannt entgegen und danke Ihnen schon im Voraus ganz herzlich dafür.

    Marlene

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:30 Uhr

      Liebe Marlene,

      wenn die Gabe von Magnesium zu Durchfällen führt, sollten Sie die Dosis reduzieren oder ganz das Medikament absetzen. Magnesium wird bei ausreichendem Magnesiumspiegel nicht weiter im Körper aufgenommen, verbleibt im Darm, bindet dort Wasser und führt zu entsprechenden Nebenwirkungen. Am einfachsten ist es also, Magnesium abzusetzen. Sie können davon ausgehen, dass die Magnesiumspiegel gesättigt sind.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. BaluForKanzler 9. September 2013 um 13:23 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    Zuerst einmal danke, dass Sie Ihre Zeit opfern. Das ist wirklich ein sehr wertvoller Dienst, den Sie uns damit erweisen.

    Ich würde gerne wissen, ob man als Träger eines ONS-Implantats noch in „Kopfnähe“ geröntgt werden darf, z.B. beim Zahnarzt oder beim MRT, z.B. für Schädeluntersuchung?

    Herzliche Grüße

    BaluForKanzler

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:30 Uhr

      Liebe Balu,

      bei der Behandlung mit der Occipitalis-Nervenstimulation ist es kein Problem, bei Notwendigkeit diagnostisch geröntgt zu werden. Allerdings sind die jetzigen Geräte noch nicht für diagnostische Untersuchungen mit einem MRT zugelassen. Dies ist tatsächlich derzeit noch ein Nachteil, die jetzige Gerätegeneration schließt die Untersuchung mit einem MRT aus.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Bettina Frank - Admin 9. September 2013 um 13:24 Uhr

    Liebe Fragesteller,

    bitte denkt daran, nur eine Frage zu stellen und den Beitrag kurz zu halten. Es ist sonst für Prof. Göbel kaum zu schaffen, den Chat an einem Abend abzuarbeiten.

    Habt bitte Verständnis!

    Danke und liebe Grüße
    Bettina

  17. Echinacea 9. September 2013 um 13:32 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    zuerst hier auch noch einmal ein Dankeschön für dieses wundervolle Forum, betreut von Bettina, die ihren Job sehr gut macht.
    Hier gibts alle Informationen, die man braucht und leider vor Ort oft nicht bekommt.

    Dank auch für die „Chefarztbetreuung“ 🙂 im Chat, die ich hier in Anspruch nehmen möchte:

    Ich nehme seit einigen Jahren Cymbalta 60 mg, was ich gut vertrage. Nach dem letzten Migränestatus im August und Cortisoneinnahme habe ich Doxepin hinzugenommen, was mir gut geholfen hat, trotz Cortion schlafen zu können. Ich dosiere es sehr gering, nur ca. 8 Tropen am Abend.

    Kann diese Dosierung reichen als Prophylaxe? Oder muss ich höher dosieren?
    Welche Dosierung kann meine Depression zurückdrängen? Gibt es da eine Mindestdosierung?
    Ab wieviel mg Doxepin muss ich damit rechnen zuzunehmen? Davor fürchte ich mich, denn ich war immer schlank und möchte das auch gerne bleiben.

    Vielen Dank und viele Grüße,
    Echinacea

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:32 Uhr

      Liebe Echinacea,

      die Kombination von Cymbalta und Doxepin kann in der Behandlung der depressiven Reaktion und der Migräne sinnvoll sein. Doxepin wird in der Regel am Abend eingenommen, führt zu einer Verbesserung des Nachtschlafes und kann migränevorbeugend wirksam sein. Cymbalta wirkt dagegen über den Tag antidepressiv und kann ebenfalls eine vorbeugende Wirkung ermöglichen. Die Gabe von 8 mg Doxepin ist jedoch sehr niedrig, in aller Regel liegt die untere Grenze bei 25 mg, möchte man eine Wirkung erzielen. Dies kann jedoch im Einzelfall auch anders sein. Entscheidend ist, dass es Ihnen dadurch besser geht und Sie die Medikation gut vertragen. Wenn Sie Ihr Ernährungsverhalten und Ihre sportliche Aktivität anpassen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zunehmen sehr gering. Bitte bedenken Sie, dass es die Regel ist, dass Menschen im Laufe des Lebens zunehmen. Man sollte nicht ein Leben lang von dem Gewicht träumen, das man im Alter von 18 hatte. Hat man zudem eine komplexe Schmerzerkrankung, muss man auch gewisse Prioritäten setzen.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Peter 9. September 2013 um 13:38 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    danke für Ihre Zeit und Mühe, die Sie für die Beantwortung unserer Fragen aufwenden.
    Im Forum habe ich gelesen, dass die Medikamentenpause aufgrund eines Müks durch Einnahme von Kombinationspräparaten länger dauern sollte, als bei Einzelsubstanzen.
    Warum dauert die Schmerzmittelpause bei Kombinationspräparaten länger?
    Und gibt es dabei Unterschiede bei den kombinierten Substanzen?

    Recht herzlichen Dank für Ihre Antworten und liebe Grüße

    Peter

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:33 Uhr

      Lieber Peter,

      nach unserer Erfahrung ist die Medikamentenpause bei vorheriger Einnahme von Kombinationspräparaten deutlich schwerer, sie dauert länger, die Reboundsymptomatik ist intensiver, zudem muss auch die Medikamentenpause in der Regel länger eingehalten werden als bei Monopräparaten. Der Grund dafür ist nicht bekannt, der kompliziertere Verlauf jedoch sehr wohl. Wir sehen die schwersten Reboundkopfschmerzen und die längste Entzugssymptomatik bei Patienten, die Präparate mit der Dreierkombination ASS, Paracetamol und Coffein einnehmen. Bei der Behandlung mit Monoanalgetika oder Triptanen sind deutlich kürzere und mildere Reboundkopfschmerzen zu erwarten.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Zuckerschaukel 9. September 2013 um 13:43 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,

    Vielen Dank, dass Sie sich heute wieder Zeit nehmen.
    Ich habe eine Frage zu einer Studie über Migräne:

    Ein Neurologe aus Ulm, Professor J.C.Aschoff hat 2001 eine grosse Studie veröffentlicht mit Migränepatienten und Tibetischer Medizin. Die Patienten waren schwere Migränepatienten, die Prophylaxen und Triptane einnahmen. Sie bekamen täglich die Juwelenpille Nr.13 zusätzlich zur normalen Medikation und haben sehr von der Tibetischen Medizin profitiert: Sogar eine Halbierung der Schmerzen konnte dadurch erreicht werden.
    Kennen Sie diese Studie und wenn ja, was halten Sie davon?

    Ich selbst habe bisher keine erleichternde Prophylaxe gefunden trotz 2 Aufenthalten in Kiel und stehe aktuell vor der Rentenfrage. Ich probiere parallel zu weiteren Prophylaxen diese Juwelenpille aus. Ich habe aber leider nur ein kleines Probepäckchen und weiss nicht, wie ich an weitere Medizin kommen könnte, da Professor Aschoff bereits im Ruhestand ist und das Projekt nicht fortgeführt wird. Wissen Sie vielleicht etwas darüber?
    Vielen Dank, dafür, dass Sie sich eingedacht haben.

    Mit Freundlichen Grüssen, Evae

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:43 Uhr

      Liebe Evae,

      die Studie von Prof. Ashoff ist mir nicht bekannt. Nach meiner Kenntnis handelt es sich bei den sogenannten „Juwelenpillen“ um magische Pillen, die u.a. Gold, Silber und Edelsteine enthalten sollen. Die Herstellung ist an spezielle alchimistische und astrologische Bedingungen geknüpft. Diese Pillen dürfen nach dem magischen Ritus niemals das Tageslicht sehen, müssen bei Kerzenlicht hergestellt werden und auch entsprechend eingenommen werden. Ob Prof. Ashoff mit diesen magischen Therapieoptionen tatsächliche eine wissenschaftliche Studie durchgeführt hat, ist mir nicht bekannt. Ich vermute, dass es sich hier um eine Fehlinformation handelt.

      Migränekopfschmerzen können sehr schwerwiegend verlaufen. Wesentlich ist dabei, dass man sich nicht auf einzelne Arzneimittel allein verlässt, sondern die gesamte Lebenssituation, das Verhalten, das private und berufliche Umfeld versucht so einzurichten, dass ein Weg zur Behandlung gefunden wird. Dies ist sehr häufig natürlich schwieriger als sich auf Magie und ungeprüfte Therapieverfahren zu verlassen. Bitte überlegen Sie daher gut, ob Sie sich auf einen solchen Weg mit magischen Verfahren einlassen wollen.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Ute 9. September 2013 um 14:58 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    bei meiner letzten Migräneattacke, die am Nachmittag begann, hatte ich in der Nacht Fieber und auf der KS-Seite einen geschwollenen und schmerzhaften Lymphknoten. Diese Schwellung und der Schmerz blieben fast 8 Tage bestehen.
    Könnte das Fieber und die schmerzhafte Lymphknotenschwellung mit der Migräne in Zusammenhang stehen?

    Herzlichen Dank für Ihre Mühe und viele Grüße an Sie nach Kiel.

    Ute

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:44 Uhr

      Liebe Ute,

      es ist nicht anzunehmen, dass die Lymphknotenschwellung und das Fieber mit der Migräne im direkten Zusammenhang stehen. Wahrscheinlich sind diese Symptome und die Migräne rein zufällig parallel aufgetreten.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Marianne 9. September 2013 um 15:34 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich bin seit über 30 Jahren Migränepatientin, wobei ich seit meiner Ernährungsumstellung auf vegan vor 1 Jahr erst drei Auren hatte, auf die kein Schmerz mehr folgte (so kann es bleiben). Zuverlässiger Auslöser meiner Migräneattacken war u. a. ein Nichtbeachten eines strikten Schlaf-Wach-Rhythmus‘. Seit zwei Jahren leide ich zusätzlich unter episodischem Cluster. Lt. Informationen, die ich im Internet gefunden habe, vermutet man als Auslöser des Cluster u. a. eine sog. Störung der inneren Uhr. Diese Theorie erwähnen Sie in Ihrem Buch nicht. Halten Sie sie für schlüssig? Würde das bedeuten, dass mir in Sachen Cluster-Verhinderung ein evtl. noch strikterer Tagesablauf helfen könnte?

    Herzlichen Dank für die Zeit, die Sie sich für meine Frage nehmen, und beste Grüße nach Kiel

    Marianne

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 21:46 Uhr

      Liebe Marianne,

      schön, dass sich parallel zu Ihrer Ernährungsumstellung eine Besserung der Aurahäufigkeit bemerken lässt. Änderungen des Tagesrhythmus sind sehr häufig Trigger für Migräneattacken. Die häufige nächtliche exakte zeitliche Auftretensweise von Clusterkopfschmerzen haben dazu geführt, dass man im letzten Jahrhundert die Theorie aufstellte, dass interne Zeitgeber, die sogenannte innere Uhr, für das Auftreten von Clusterkopfschmerzen verantwortlich ist. Man erklärte so die Beobachtung, dass Clusterattacken zum Beispiel bei bestimmten Patienten immer exakt nachts um 03.00 Uhr auftreten können. Sie finden die Hintergründe unter Beschreibung dieser Theorie in meinen Büchern. Gleichwohl ist ein Zusammenhang zwischen den internen Zeitgebern und dem Clusterkopfschmerz bisher nicht schlüssig belegt. Sie können auch durch einen strikten Tag-/Nachrhythmus den Verlauf der Clusterkopfschmerzerkrankung nicht direkt beeinflussen. Dies ist zumindest in der Regel der Fall.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. EmilJosef 9. September 2013 um 15:57 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich habe einen chronischen Clusterkopfschmerz und diverse Medikamenten-Nebenwirkungen.
    Heute habe ich eine Einweisung zu Ihnen, für einen stationären Aufenthalt bekommen.

    Meine Frage(n) vorab sind:
    Ist Ihnen unter Einnahme von Lithium oder Verapamil, evtl. Kortison obwohl es bereits abgesetzt ist, das Symptom der unruhigen Beine bekannt (RLS)? Welches mich neuerdings nicht einschlafen lässt.
    Ist Ihnen unter Einnahme von Verapamil eine Purpura pigmentosa, oder Purpura orthastatica bekannt?
    -Einblutungen an den Extremitäten obwohl der Gefäßspezialist nichts findet.

    Vielen Dank für Ihre Antworte(n), übrigens machte Topamirat eine Nierekolik und dieses Kribbeln hatte ich unter Topamax auch nachts und konnte nicht einschlafen.
    Lieben Gruß
    EmilJosef

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:03 Uhr

      Lieber Emil-Josef,

      das Syndrom der unruhigen Beine, das sogenannte Restless-legs-Syndrom kann als Nebenwirkung verschiedenster Medikamente auftreten. Im Einzelfall kann dies auch für Lithium, Verpamil oder insbesondere auch Cortison gelten. Allerdings ist davon auszugehen, dass bei Absetzen dieser Medikamente eine Besserung eintritt. Unabhängig davon kann das Restless-legs-Syndrom sehr häufig ganz ohne Einfluss von bestimmten Substanzen bestehen und eine eigenständige Erkrankung sein. Letzteres ist sogar typischerweise der Fall. Das Restless-legs-Syndrom ist jedoch in der Regel sehr gut zu behandeln und sollte für den weiteren Verlauf gut kompensierbar sein. Unter der Behandlung von Verapamil können Unterschenkelödeme und auch Hautveränderungen bei hohen Dosierungen auftreten.

      Topiramat kann, so wie Sie es beschreiben, zu Nierenkoliken aufgrund von Nierensteinen führen, viele Patienten klagen auch über Kribbelmissempfinden, die sehr lästig sein können.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Kati L.-R. 9. September 2013 um 16:04 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich leide seit mindestens 25 Jahren unter Migräne – unter eher kurzen, aber sehr heftigen Attacken mit Aura, Sprachstörungen und z.T. Wahrnehmungsstörungen, normalerweise aber nicht öfter als einmal pro Monat, manchmal sogar monatelang gar nicht. Damit habe ich mich abgefunden. Ich nehme keine Medikamente.
    Nun habe ich vor fünf Wochen entbunden und seit einer Woche habe ich fast täglich Migräne. Kann das an den Hormonen liegen? Was kann ich tun, um die Abstände zwischen den Attacken wieder zu vergrößern?

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:03 Uhr

      Liebe Kati,

      nach einer Entbindung kann insbesondere in der Stillzeit eine Migräne wieder sehr intensiv auftreten, auch wenn sie vorher gut kompensiert war. Häufigste Gründe dafür sind der gestörte Tag-/Nachtrhythmus durch das nächtliche Stillen, das Schlafdefizit, die stresshafte Situation in den ersten Lebensmonaten und auch das veränderte Ernährungsverhalten sowie die Abgabe von Energie über die Muttermilch.

      Diese Situation ist nicht ideal zu lösen, insbesondere wenn das Stillen weitergeführt werden soll. Es gibt hier leider keine gesicherten Vorgehensweisen. Studien dazu liegen nicht vor. Ein paar allgemeine Ratschläge aus meiner eigenen Erfahrung können vielleicht Ihnen behilflich sein. Meine Frau hat mit einer Milchpumpe Milch während des Tages abgepumpt. Ich habe diese dann über ein Fläschchen unseren Kindern in der Nacht gegeben, sie konnte so durchschlafen. Wichtig ist auch ein möglichst geregelter Tagesrhythmus mit festen Nahrungsmittelzeiten. In aller Regel hält diese Phase nur wenige Monate im ersten Lebensjahr an, es spielt sich dann alles ein und eine Besserung ist in Sicht. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Anne 9. September 2013 um 16:16 Uhr

    Hallo Prof. Göbel,
    ich leide unter chronischer Migräne (alle proph. Maßn. o.Erfolg). Nehme 100mg Indometacin Zäpfchen plus Ascotop Nasal. Kann den Schmerz damit aber nur teilweise reduzieren. Muss auch oft Indometacin nachnehmen. Gibt es eine Medikation, die die Schmerzen bekämpft, so dass die Wiederkehrmigräne nicht entsteht?
    Macht ein Medikamentenentzug bei chronischer Migräne Sinn, wenn es nach der Entgiftung wie zudor weitergeht, wenn ja – reicht eine pro Jahr?
    Herzlichen Dank für Ihre Mühe und viele Grüße
    Anne!

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:05 Uhr

      Liebe Anne,

      ich nehme an, dass Sie bei der chronischen Migräneverlaufsform auch die 10-20-Regel einhalten, also die Einnahme von Indometacin + AscoTop nasal nur an 10 Tagen pro Monat vornehmen. Bei sehr langen Kopfschmerzattacken kann die Wirkung des Triptans durch ein langwirksames entzündungshemmendes Medikament (NSAR) verbessert werden. Man wählt dabei typischerweise Naproxen 500 mg oder einen COX-II-Hemmer wie Arcoxia 120 mg aus. Indometacin wird nicht präferiert, da die Halbwertzeit deutlich geringer ist. Generell gibt es kein Medikament, das zuverlässig mit einer Einmalgabe die Migräneattacke komplett zum Stillstand bringt. Bei ca. 30-50% der Anfälle tritt ein sogenannter Wiederkehrkopfschmerz auf. Dieser lässt sich jedoch mit einer zweiten oder weiteren Gabe des Triptans gut behandeln. Dieses wäre auch der erste und beste Weg, wenn Wiederkehrkopfschmerzen auftreten.

      Auch bei chronischer Migräne ist eine Medikamentenpause häufig sehr sinnvoll. Es wird dadurch die Wirksamkeit der Akutmedikation verbessert, die weitere Chronifizierung mit Frequenzzunahme der Migräne kann gehemmt werden und der Verlauf der Migräne kann weniger aggressiv sein. Zusätzlich werden begleitende Erkrankungen und Komplikationen der chronischen Migräne weniger wahrscheinlich.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. Guenter 9. September 2013 um 16:18 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    seit mehr als 40 Jahren (bin jetzt 71) leide ich an Migräne und Spannungskopfschmerzen. Alle bisherigen Behandlungen ( in Ihner Klinik war ich im Jahr 2000) haben keine spürbare Besserung gebracht.
    Topiramat konnte ich nicht vertragen. Auch sonstige prophilaktischen Medikamente brachten nichts. Ich behelfe mir z.Zt. mit Schmerzmitteln (6-8 Voltaren Migräne pro Monat)
    Nun zu meiner Frage:
    Im Internet habe ich von einer neuen Therapie beim „Schmerzzenrum Baden-Baden“(Dr. Strackharn) gelesen. Die Meinungen darüber sind sehr unterschiedlich (von himmelhoch jauchzend bis Abzocke).

    Mich würde Ihre Meinung zu der genannten Klinik bzw. Behandlung interessieren.

    Vielen Dank und viele Grüsse
    Günter

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:16 Uhr

      Lieber Günther,

      wenn Sie Ihre Migräne mit 6 bis 8 Voltaren Migräne pro Monat behandeln, ist der Migräneverlauf zunächst einmal im sogenannten „grünen Bereich“. Es kommt daher ganz auf Ihre Erwartungen und Ziele an, die Sie selbst an eine Behandlung stellen. Wenn Sie erwarten, dass eine Behandlung die Migräne „wegzaubert“, werden Sie von Ihrer wissenschaftlich evaluierten und geprüften Therapie enttäuscht werden. Migräne ist durch spezielle Bedingungen im genetischen Bauplan des Körpers festgelegt, sie kann nicht einfach weggezaubert werden. Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die das Risiko der Migräne erhöhen, andererseits kann sie durch vielfältige Maßnahmen auch reduziert werden.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  26. Ingrid 9. September 2013 um 17:22 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel ,
    Ich war am 20.8 beim Zahnarzt um eine neue Brücke oben re. zu bekommen . Alles hat prima geklappt auch eine Zahn mußte noch gezogen werden . Seit dem ich jetzt erstmal ein provisorische Brücke habe geht’s bergab . Nur Migräne Spannungskopfschmerzen meine Zahnärztin hat alles reguliert von hier aus geht nicht mehr. Aber nur Geduld und Schmerztabletten das kann es doch nicht sein .
    Was kann ich nur tun?
    Herzlichen Dank für ihre Mühe und liebe Grüße
    Kngrid

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:17 Uhr

      Liebe Ingrid,

      nach einem komplexen zahnärztlichen Eingriff können Kopfschmerzen ausgelöst werden. Auch die Anpassung eines Provisoriums kann zu muskulärem Stress im Kieferbereich führen, wodurch Kopfschmerzen bedingt werden. Noch ist der Zeitraum sehr kurz. Es ist zu erwarten, dass die provisorische Brücke bald in die endgültige Brücke ausgetauscht wird. Ich hoffe sehr, dass sich dann eine Lösung abzeichnet. In der Zwischenzeit müssen Sie jedoch aufpassen, dass Sie durch die übermäßige Einnahme von Schmerztabletten nicht in einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch mit weiterer Sensibilisierung und Schmerzzunahme geraten. Bitten Sie Ihren Zahnarzt, möglichst zügig die endgültige Versorgung zu realisieren.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  27. utka 9. September 2013 um 17:22 Uhr

    Hallo Prof. Göbel,

    ich war 2 x in Kiel, wegen Miigräne und chronischen Spannungskopfschmerzen – in 9/2010 und 8/2012. Seit dem nehme ich morgens eine Clomiparin 75 mg. ret. und abends 1/05 Tizanidin 4 mg.
    Das ergab keine wesentliche Besserung. Mein Neurologe verschrieb mir im Frühjahr Tropfen für den Notfall: Trimipramin AL 40 mg bei Bedarf 3 bis 5 Tropfen bis 4 x tgl. Seitdem bin ich sehr müde, antriebslos , abgeschlagen, unschöne Träume ….., na die ganze Palette. Eigentlich sollten diese Medikamente doch aufhellend wirken und nicht umgekehrt. Zeitwiese bin ich arbeitsunfähig.
    Können Sie mit noch einmal weiterhelfen oder einen Rat geben? Danke schön.
    Herr Prof. Göbel: Großen Dank für diese Fragemöglichkeit in dem monatlich Forum.
    Liebe Grüße an alle Mitarbeiter der hervorragenden Schmerzklinik in Kiel von UTE

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:18 Uhr

      Liebe Utka,

      Ihre Schilderung legt nahe, dass Ihre Medikation angepasst werden muss. Trimipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum, das müde macht und deshalb in der Regel vorzugsweise zur Nacht gegeben wird. Wenn Sie es über Tag nehmen, erklärt sich die Müdigkeit leicht.

      Ich schlage Ihnen vor, dass Sie noch einmal einen ambulanten Termin zur Anpassung der Medikation vereinbaren. Gerade bei chronischen Verläufen mit komplexen kombinierten Kopfschmerzerkrankungen kommt es darauf an, langfristig eine verträgliche Medikation zu finden, die dann mit der Zeit auch eine Besserung der Kopfschmerzen bedingen kann.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  28. matricaria 9. September 2013 um 17:44 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof Göbel
    Wie lange kann man aus Ihrer Sicht Topiramat als Prophylaxe nehmen, wenn das Blutbild in Ordnung ist? Ich lese z.T. unterschiedliche Sachen.
    Besten Dank für Ihre Meinung und freundliche Grüsse, Matricaria.

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:19 Uhr

      Liebe Matricaria,

      es gibt keine feste Zeitgrenze für den Einsatz von Topiramat zur Migränevorbeugung. Die Behandlung erfolgt je nach individuellem Verlauf und kann auch über längere Zeiträume durchgeführt werden.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  29. escada 9. September 2013 um 18:08 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    habe seit langem chron. Migräne, die schwer therapierbar ist.
    Meine schlimmsten und längsten Attacken stehen in Zusammenhang mit der Menstruation.
    Nun meine Frage: Ist es in diesem Zusammenhang erlaubt zuerst Zolmitriptan 5mg zu nehmen um eine rasche Wirkung zu erzielen und einige Stunden später Frovatriptan nachzunehmen, um eine längere Wirkdauer zu erreichen. Frovatriptan alleine hilft mir nicht, Zolmitriptan wirkt sehr kurz und mit Naproxen soll ich es wegen Mb. Crohn nicht kombinieren.
    Warum überhaupt darf oder soll man 2 verschiedene Triptane nicht während 24h einnehmen, wenn man sich bei beiden an die vorgegebene Einzeldosierung hält?
    Wenn man an 2 Tagen, aber innerhalb 24h 2x ein Triptan einnimmt, kann man das dann noch als 1 Tag rechnen – ich frage wgen der 10/20 Regel, weil ich immer an die Grenze komme und mit den Tagen sehr „kämpfen“ muss.

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Escada

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:30 Uhr

      ieber Escada,

      die Hersteller der Triptane haben den gemeinsamen Einsatz der verschiedenen Wirkstoffe bei einer Migräneattacke nicht geprüft. Es gibt daher keine Sicherheitsdaten zu dem von Ihnen genannten kombinierten Einsatz verschiedener Triptane innerhalb einer einzelnen Migräneattacke. Grundsätzlich gilt die Besorgnis, dass Triptane Wechselwirkungen zeigen und Unverträglichkeiten bzw. Nebenwirkungen auftreten, die bei der Gabe einer einzelnen Substanz nicht bestehen.

      In Ihrem Fall berichten Sie, dass Sie durch die Gabe von Zolmitriptan eine effektive Wirkung im Migräneanfall erzielen können. Es tritt jedoch ein Wiederkehrkopfschmerz auf. Es spräche dann nichts dagegen, dass Sie erneut Zolmitriptan verwenden. Sollte diese zweite Gabe wiederum wirksam sein, können Sie, falls erforderlich, bei Wiederauftreten von Kopfschmerzen nochmals Zolmitriptan wiederholen. Es besteht daher keine Notwendigkeit, das Triptan zu wechseln.

      Die Regel besagt, dass ein Tag von 00.00 bis 24.00 Uhr geht. Triptane, die man innerhalb dieses Zeitraumes einnimmt, gelten als ein Einnahmetag. Aus praktischen Gründen muss man ein festes Zeitraster verwenden, um die Einnahmetage pro Monat zu zählen. Wenn Sie an zwei Wochentagen, jedoch innerhalb von 24 Stunden, jeweils zwei Triptane einnehmen, zählt dieses zwei Einnahmetage nach der Regel.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  30. Claudia 9. September 2013 um 18:11 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    leider habe ich unter Topamax inzwischen ziemlichen Haarausfall bekommen bzw. die Haare sind wie Stroh geworden, und ich wollte Sie fragen, ob ich dem irgendwie entgegen wirken kann,(evtl VItamine wei Biotin/Kieselerde oder ähnliches) denn ich möchte das Topamax derzeit nicht absetzen.
    Herzlichen Dank
    Claudia

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:30 Uhr

      Liebe Claudia,

      leider gibt es bei Haarausfall als Nebenwirkung von Medikamenten keine spezielle Therapie, außer das vermeintlich verantwortliche Medikament abzusetzen. Bedenken muss man jedoch, dass bis zu 100 Haare pro Tag ausfallen können und dies noch im Normalbereich liegt.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  31. Bettina Frank - Admin 9. September 2013 um 18:21 Uhr

    Ihr Lieben,

    ich werde den Chat jetzt schließen und erst wieder öffnen, wenn Prof. Göbel die Antworten einstellt. Mehr ist leider an einem Abend nicht zu schaffen, ich bitte um Verständnis.

    Dann möchte ich nochmals explizit darauf hinweisen, dass in Zukunft die Fragen kürzer gehalten werden müssen! Angesprochen fühlen sollen sich heute Wendy, Lilly und Eva.

    Liebe Grüße
    Bettina

  32. Tine 9. September 2013 um 20:52 Uhr

    Hallo Professor Göbel,
    während eines Anfalls nehme ich meist Vomex und Naproxen, manchmal sind die Anfälle von Angst und Unruhe begleitet. Kann ich trotz Vomex dann noch eine halbe Tavor nehmen?
    Vielen Dank
    Tine

    • Hartmut Göbel 9. September 2013 um 22:31 Uhr

      Liebe Tine,

      es ist eine sehr spezielle Frage, die nur der behandelnde Arzt mit Ihnen gemeinsam beantworten kann. Die Regel ist jedoch, dass die Gabe von Vomex und Naproxen allein zur Migräneattackenkupierung nicht ausreichend wirksam ist. Sie sollten daher mit Ihrem Arzt erörtern, ob nicht eine spezifische Migränetherapie mit einem Triptan oder einem schneller wirksamen NSAR verwendet werden soll. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen sollten Migräneattacken mit einem Benzodiazepin behandelt werden. Insbesondere Tavor führt zu einer schnellen Gewöhnung, am Ende hat man mehr Probleme als man damit lösen wollte.

      Herzliche Grüße
      Hartmut Göbel

  33. Bettina Frank - Admin 9. September 2013 um 21:09 Uhr

    Bitte keine weiteren Fragen mehr einstellen, diese können nicht mehr beantwortet werden!

  34. anedli 9. September 2013 um 21:54 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    Ich bin Migränepatientin und beobachte manchmal (bei Stress??)
    ein leichtes Kribbeln an den Enden der Trigeminusnerven (um den Mund /die Nase) – „übliche“ Aurasymptome habe ich selten. Sind das Anzeichen, dass ich „migräneanfällig“, also überreizt bin und möglicherweise eine Migräne abwenden kann?

    Vielen herzlichen Dank

  35. Bettina Frank - Admin 9. September 2013 um 22:34 Uhr

    Liebe Anedli,

    ich hatte darum gebeten, keine Fragen mehr einzustellen. Prof. Göbel kann sie nicht mehr beantworten, da der Chat – um 22:30 Uhr (!) – beendet ist. Du kannst die Frage gerne beim nächsten Chat erneut einstellen.

    Liebe Grüße
    Bettina

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