Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 26.01.2014

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2014-01-26T21:03:07+00:00 Dezember 31st, 2013|Kopfschmerz, Livechat, Migräne|72 Comments

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72 Kommentare

  1. Bettina Frank - Admin 26. Januar 2014 um 11:57 Uhr

    Die Chat-Gruppe ist eröffnet, Fragen können jetzt eingetragen werden.

    Bitte denkt daran, nur ein Frage einzustellen und die Frage kurz und bündig zu halten.

    Danke! 🙂

    • cookie24 26. Januar 2014 um 14:44 Uhr

      Hallo, Herr Göbel,

      ich habe seit vielen Jahren Migräneattacken mit Aura, die jedoch mit Schmerzmitteln wie Ibuprofen (120 mg) gut zu behandeln sind).
      Daneben leide ich aber auch noch unter schwereren Migräneattacken die nur mit Triptanen, und auch das nicht immer, in den Griff zu bekommen sind. Eine Prophylaxe erfolgt mit Amytriptilin 120 mg, was aber nicht ausreichend ist.
      Meine Frage ist: Warum habe ich zwei verschiedene Arten von Migräne und wie bekomme ich die zweite Migräneart besser in den Griff?

      Vieln Dank,

      cookie24

      • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:07 Uhr

        Liebe Cookie24,

        unterschiedliche Migräneformen zu haben ist nicht die Ausnahme sondern sogar die Regel. Wir unterscheiden heute mehr als 22 verschiedene Migräneformen. Dabei können diese Formen auch noch unterschiedliche Intensitätsgrade einnehmen. Die von Ihnen als besonders schwer erlebten Migräneattacken sprechen nur auf die Triptane an. Auch unter den besten Voraussetzungen wirken Triptane nur bei rund 80% der Anfälle. Es ist daher immer wieder zu erwarten, dass auch ein Triptan, das sonst gut wirkt, bei einer speziellen Attacke nicht ausreichend wirkt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Wirkung der Triptane zu verbessern. In erster Linie sollte man möglichst bei Beginn der Attacke, also bei den ersten Anzeichen, das Triptan einnehmen. Es gibt auch unterschiedliche Triptane, die unterschiedlich stark wirksam sind oder auf die man individuell unterschiedlich reagiert. Kommt man also mit einem Triptan nicht zurecht, sollte man ein anderes nehmen, entsprechend ausprobieren, ob dieses besser wirkt. Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, das Triptan mit einem Mittel gegen Übelkeit zu kombinieren oder auch ein Schmerzmittel wie z.B. Naproxen zusätzlich gemeinsam mit dem Triptan einzunehmen.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  2. Ursula 26. Januar 2014 um 12:00 Uhr

    Sehr geehrter Hr. Prof. Göbel,
    ich komme aus der Landwirtschaft und suche nun ihren Rat.
    Ich leide seit mehreren Jahren an Migräne bzw. an einem sehr starken Gesichtsschmerz.
    Die Anfälle kommen wöchentlich und betreffen überwiegend die rechte Stirn, Nase, Wangenknochen
    und Kiefer auch rechtsseitig.
    Durch die Wechseljahre leide ich nun auch noch an einer Depression. Amitriptilin brachte
    Etwas Linderung (25mg), leider stiegen aber die Leberwerte an.
    Ist Valporinsäure einen Versuch wert oder können Sie mir eine Alternative nennen?
    Vielen Dank im Voraus

    _______________________

    Liebe Ursula,
    Deine Frage ist gut zu lesen und auch richtig eingestellt. Du brauchst sie nicht immer wieder erneut einzustellen. Wenn Du eine Frge dazu haben solltest, kannst Du mich gerne auch noch privat anschreiben.
    Liebe Grüße
    Bettina

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:08 Uhr

      Liebe Ursula,

      aus Ihrer Frage wird nicht ganz sicher deutlich, ob es schon sicher geklärt ist, an welcher Kopfschmerzform Sie leiden. Ihre Informationen können für eine Migräne sprechen, sichere Merkmale, die für eine Migräne sprechen, kann ich Ihrem Text jedoch nicht entnehmen. Sie haben zusätzlich als Begleiterkrankung eine Depression, die mit Amitriptylin behandelt wird. Die genannte Menge von 25 mg ist sehr niedrig und greift in der Regel nicht bei mittelschweren oder schweren Symptomen. Da viele Fragen offen sind ist Ihnen zu raten, sich in einer speziellen Kopfschmerzsprechstunde vorzustellen, in der auch die psychische Begleiterkrankung mit in die Diagnose einbezogen wird und für die Behandlungsplanung als Grundlage dient. Wenn die Leberwerte bei Amitriptylin bereits ansteigen, ist Valproinsäure mit Vorsicht einzusetzen. Auch Valproinsäure wird über die Leber verstoffwechselt. Aus diesem Grunde sollten Sie eine spezielle Sprechstunde aufsuchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Heileit 26. Januar 2014 um 12:08 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Göbel, ich habe Anfang Dezember 2013 eine ONS bekommen. Aufgrund eines Blasenleidens nehme ich 2 x75mg Tramadolor täglich. Kann es sein, dass die Nebenwirkungen dieses Medikamentes durch die ONS verstärkt/ verändert werden? Ich habe sein der Transplantation sehr starke Gelenk-/ Muskelschmerzen in Schulter und Hüften, die ich. Ihr sonst nicht erklären könnte.
    Vielen Dank für Ihre Antwort (auch am Sonntag!). Heileit

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:10 Uhr

      Liebe Heileit,

      es ist nicht anzunehmen, dass durch die ONS mehr Nebenwirkungen durch Tramadolor entstehen. Auch die von Ihnen beschriebenen Schmerzen im Bereich der Gelenke und der Muskeln lassen sich nicht auf die ONS zurückführen. Bei Ihnen sollte geklärt werden, ob nicht eine bisher undiagnostizierte Erkrankung, wie zum Beispiel eine rheumatische Erkrankung, für diese Beschwerden verantwortlich ist. Tramadolor wirkt in der Regel auf die von Ihnen beschriebenen Gelenk- und Muskelschmerzen in der genannten Dosis nicht ausreichend, so dass auch aus diesem Grunde eine Therapieanpassung und ggf. -umstellung erfolgen sollte.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Tina 26. Januar 2014 um 12:32 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    beim letzten chat hatte ich mich mit der Frage an Sie gewandt, ob es zur Unterbrechung des Status migraenosus Alternativen zu Aspisol und Kortison einschl. der üblichen Medikamente gegen Übelkeit und zur Beruhigung gäbe (unabhängig von einer Optimierung der prophylaktischen Maßnahmen). Nachdem Sie mir die gängigen Behandlungsmöglichkeiten geschildert hatten, schrieben Sie, dass es noch weitere spezielle Optionen gäbe. Da bei mir die üblichen geschilderten Maßnahmen leider nicht in Betracht kommen, zielte meine Frage genau auf die weiteren speziellen Optionen ab. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir dazu noch etwas sagen könnten.
    Ganz herzlichen Dank im Voraus und liebe Grüße
    Tina

    • Bettina Frank - Admin 26. Januar 2014 um 12:39 Uhr

      Zum besseren Überblick, Tinas Frage vom letzten Chat und die Antwort von Prof. Göbel:
      _________________________
      Tina: Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
      auch ich möchte mich heute wieder mit einer kurzen Frage an Sie wenden.
      Gibt es zur Unterbrechung eines Status migraenosus eine medikamentöse Alternative zu Kortison oder Aspisol, unabhängig von der Optimierung der prophylaktischen Maßnahmen?
      Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße
      Tina

      Prof. Göbel:

      Liebe Tina,

      der Status migraenosus ist dadurch charakterisiert, dass die Migräneattacke länger als drei Tage anhält. Dabei gibt es verschiedene Optionen. Zunächst ist zu überlegen, ob bereits ein Triptan eingesetzt worden ist. Wenn nicht, kann natürlich auch noch am dritten Tag ein Triptan versucht werden. Da dies jedoch meistens der Fall ist, wendet man bevorzugt Aspisol an, das intravenös verabreicht wird. In Kombination mit einem Mittel gegen Übelkeit und ggf. auch zusätzlich Diazepam kann dadurch auch eine langbestehende schwere Migräneattacke kupiert werden. Cortison setzt man dann ein, wenn eine schwerwiegende langfristige Attacke besteht, ggf. auch Aspisol nicht wirkt oder Kontraindikationen dagegen bestehen. Ansonsten kann der behandelnde Notarzt auch Medikamente wie z.B. Novaminsulfon verabreichen, es gibt auch noch weitere spezielle Optionen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:11 Uhr

        Liebe Tina,

        tatsächlich habe ich in der letztmalig gestellten Antwort schon sehr viele Optionen beschrieben. Die weiteren nicht im Einzelnen dargelegten Optionen sind ganz unterschiedlich und müssen die jeweiligen individuellen Voraussetzungen berücksichtigen. Sie sind auch zum Teil nicht durch wissenschaftliche Studien bewertet worden. Aus diesem Grunde liegt es daher immer am einzelnen Verlauf, den Voraussetzungen des Patienten und den Erfahrungen des Arztes, welche Maßnahmen noch eingesetzt werden können. Weitere Möglichkeiten schließen zum Beispiel die hochdosierte intravenöse Gabe von Magnesium ein. Auch kann Valproinat intravenös gegeben werden. Schließlich steht auch Paracetamol intravenös zur Verfügung. Einige Ärzte geben auch Opioide intravenös, davon raten wir jedoch ab. Ob ein Patient solche Möglichkeiten verträgt und ob sie im Einzelfall sinnvoll sind, kann nur aufgrund der entsprechenden akuten Situation entschieden werden.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  5. Rosinante 26. Januar 2014 um 12:36 Uhr

    Lieber Professor Göbel,

    mein Sohn Gideon ,16 Jahre, 1,95 m, 100 kg hat seit Jahren Migräne.
    Er treibt Ausdauersport ( Schwimmen und Boxen.)
    Seit einem Jahr nehmen die Anfälle zu.

    Talvosilen haben wir jetzt abgesetzt.

    Diese Woche habe ich im das erste Mal Sumatriptan 50 gegeben. Ich hatte nur eine 100er zur Hand und habe diese halbiert, hat schnell geholfen.
    Meist hält er den Schmerz aus, aber er hat dieses Jahr Abschlussprüfung.

    Was empfehlen Sie?
    Vielen Dank für Ihre Antwort und noch einen gesegneten Sonntag.

    Rosinante

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:14 Uhr

      Liebe Rosinante,

      Ihr Sohn ist ja biologisch schon stark ausgewachsen und ist sportlich sehr aktiv. Talvosilen enthält eine Kombination aus Paracetamol und Codein. Diese Kombination halten wir nicht für geeignet, in der akuten Migräneattacke sinnvoll eingesetzt zu werden. Es enthält ein Opioid und ein schwach wirkendes Schmerzmittel. Beides wirkt in der Regel bei Migräne nicht. Sie haben nun erstmalig ein Triptan, ein spezielles Migränemittel, eingesetzt. Ihr Arzt kann mit Ihnen zusammen entscheiden, ob Ihr Sohn mit einem Triptan behandelt werden kann. Es gibt auf der einen Seite Triptane, die auch eine Zulassung für Jugendliche unter 18 Jahren haben. Auf der anderen Seite ist der behandelnde Arzt frei, im Einzelfall zu entscheiden, ob auch ein orales Triptan, das erst ab 18 Jahren zugelassen ist, im Einzelfall eingesetzt werden kann. Aus den von Ihnen genannten Schilderungen kann ich entnehmen, dass Sumatriptan in Dosierungen von 50 mg gut geholfen hat. Medizinisch spricht daher einiges dafür, dass sich Ihr Sohn zukünftig mit einem entsprechenden Triptan behandeln kann. Nicht sinnvoll ist es, den Schmerz auszuhalten. In der Regel steigt dadurch die Belastung und die Schmerzen nehmen zu, auch die Auswirkungen auf das soziale und berufliche Leben werden nicht gelindert.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Molly 26. Januar 2014 um 12:38 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    auf der Seite der Schmerzklinik Kiel ist zum Thema „Frau & Migräne“ zu lesen, dass Sie im Falle einer durch hormonelle Veränderungen bedingten Migräne zu den allgemein empfohlenen Prophylaxemaßnahmen raten.
    Ich habe seit vielen Jahren Migräne, die leider kaum auf die unterschiedlichsten Prophylaxen und Verhaltensmaßnahmen und gar nicht auf Akutmedikamente (daher auch kein Mük) anspricht. Die Anfälle in Zusammenhang mit der Menstruation sind besonders schwer, dauern 3 Tage an und bewirken anscheinend auch noch eine Verstärkung anderer Schmerzen (Arthrose, Neuropathien), die nach Abklingen der Migräne übergangslos, aber verstärkt dann wieder auftreten.
    Meine Frage lautet nun, ob es in meinem Fall ev. doch sinnvoll wäre, an diesen Tagen ein östrogenhaltiges Gel anzuwenden, um zumindest diese Anfälle und das Folgegeschehen ein wenig abzumildern zu können.
    Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antwort und hoffe, dass diese mir vielleicht doch noch eine weitere Behandlungsmöglichkeit eröffnet.
    Vielen Dank für Ihre Mühe und ganz liebe Grüße nach Kiel.
    Molly

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:17 Uhr

      Liebe Molly,

      es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, bei sonst therapieresistenten Migräneattacken im menstruellen Fenster eine Behandlung mit Östrogengel einzusetzen. Ihr Frauenarzt kann Sie dabei beraten, welches Gel in Ihrem Falle für Sie sinnvoll ist. Wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit belegen, erlauben jedoch keine zuverlässige Bewertung der Behandlung. Man muss daher im Einzelfall prüfen, ob dies wirklich wirksam ist.

      Auf der anderen Seite könnten Sie in Ihrem Fall auch noch einmal prüfen, ob tatsächlich die unterschiedlichsten Prophylaxen adäquat ausgetestet wurden, d.h. mit richtiger Dosierung und mit entsprechender Zeitdauer. Schließlich wäre auch die Frage zu prüfen, ob die verschiedenen Triptane tatsächlich nicht helfen. Auch hier gilt, dass man während der Attacke möglichst frühzeitig das Triptan einsetzen soll, bei schweren Anfällen in Kombination mit einem Mittel gegen Übelkeit und einem entzündungshemmenden Schmerzmittel das Triptan einnimmt. Wichtig scheint mir auch noch einmal darauf hinzuweisen, dass man gerade bei Kenntnis, dass im menstruellen Fenster schwere Attacken auftreten, an diesen Tagen möglichst Überlastungen und Stress vermeidet, auf regelmäßige Ernährung und Ausgleich und Entspannung achtet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Lilli 13 26. Januar 2014 um 12:47 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    unser 13jähriger Sohn war vom 30.12.13 bis zum 14.01.14 in Ihrer Klinik aufgenommen. Sie haben chronische Migräne und episodischen Spannungskopfschmerz diagnostiziert und Stangyl 50 mg, Magnesium 2 x 300 mg und Vitamin B2 2 x 250 mg verordnet.

    Als Attackenmedikation hat der Arzt hier Zolmitriptan, 2,5 mg und Novalginsaft verordnet, weil das Imigran mite nasal 10mg plus Ibuprofen 400mg nur die Schmerzspitzen nimmt. Halten Sie diesen Wechsel für sinnvoll und vertretbar für das Alter? Unser Sohn ist 168 cm groß und 48 kg schwer.

    Der Arzt, der die ambulante Behandlung hier weiterführt, hat jetzt noch zusätzlich Petadolex 50mg 3 x tägl. verordnet. Da es unserem Sohn nach wie vor sehr schlecht geht, möchten wir natürlich alle Möglichkeiten ausschöpfen, aber Ihre Meinung dazu wäre uns wichtig.

    Halten Sie es für sinnvoll bzw. vertretbar, das Petadolex noch dazu zu geben? Vielen Dank im voraus.

    Mit freundlichen Grüßen

    Lilli 13

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:21 Uhr

      Liebe Lilly13,

      das von Ihnen genannte Petadolex kann man zusätzlich einsetzen. Persönlich würde ich jedoch erst einmal abwarten, ob die jetzt neu angesetzte Vorbeugung wirksam ist. Dazu muss man einen Zeitraum von ca. zwei Monaten abwarten. Wenn man zu viele Medikamente kombiniert, weiß man am Ende nicht, was geholfen hat oder was ggf. Nebenwirkungen bewirkt hat. Sehr schnell kommt dann der Eindruck auf, hier hilft gar nichts und es ist dann Frustration die Konsequenz. Aus diesem Grunde empfehlen wir grundsätzlich, vorbeugende Maßnahmen nur in Ausnahmesituationen zu kombinieren und die verschiedenen Optionen hintereinander einzusetzen, um die Wirksamkeit zu prüfen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. ute d. 26. Januar 2014 um 13:06 Uhr

    Hallo Herr Prof.Dr. Göbel,

    ich habe zunächst eine Frage zur Ihrer Erfahrung hinsichtlich der Wirksamkeit von Ortoton. Ich leide seit ca 25 Jahren an einem Kombi Kopfschmerz Spannung/Migräne und nehme zur Zeit 10mg Doxepin zur Prophylaxe ein. Im Dezember hatte ich extrem viele Schmerztage und nahm für ca. 14 Tage 1xtgl. Katadolon S Long . Es half auch, aber meine Ärztin warnt mich eindringlich vor den Gefahren der Nebenwirkungen diese Medikamentes,ist das wirklich so gefährlich ??

    Sie empfahl lieber Ortodon. Bis jetzt merke ich leider unter diesem Mittel keine große Wirkung. Muss man das länger einnehmen, um eine Wirkung zu spüren ??

    2.Frage :Da ich unter Doxepin/Amitripylin sehr star
    k zunehme, wurde mir Venlafaxin 75mg zur Prophylaxe empfohlen – haben Se damit Erfahrungswerte und worin unterscheiden sich dieses Mittel von Doxepin ?

    Herzlichen Dank und Grüße in den Norden

    Ute

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:24 Uhr

      Liebe Ute,

      das Arzneimittel Orthoton wird zur Muskelentspannung eingesetzt. Die Wirkung ist nicht zuverlässig und die Studien sind auch von begrenztem Aussagewert dazu. Die Wirksamkeit für die Migränevorbeugung oder -akuttherapie ist nicht belegt. Wir setzen das Medikament daher nicht ein.

      10 mg Doxepin ist eine sehr niedrige Dosierung zur Migräneprophylaxe und zur Vorbeugung des Kopfschmerzes vom Spannungstyp. Aus diesem Grunde ist es nicht erstaunlich, dass eine gute Wirksamkeit bisher nicht besteht. Die Behandlung mit Katadolon S long zur Migränevorbeugung ist nicht durch Studien belegt. Man kann dieses Medikament tatsächlich einmal für 14 Tage, so wie Sie es schildern, einnehmen um zum Beispiel besonders starke Begleitschmerzen zu behandeln. Allerdings besteht bei primären Kopfschmerzen das Problem, dass dadurch ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch entstehen kann. Im Sommer letzten Jahres wurde die Therapie mit Katadolon S long auf die Kurzzeitgabe begrenzt, da in einzelnen Fällen Leberstoffwechselstörungen auftreten können.

      Eine Alternative zu Doxepin oder Amitriptylin kann zur Vorbeugung Venlafaxin sein. Gewichtszunahme ist dabei in aller Regel nicht zu erwarten. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass man auch bei Einnahme von Doxepin und Amitriptylin nicht von den jeweiligen Medikamenten zunimmt, sondern von zu viel Essen und zu wenig Bewegung. Behält man dieses Ungleichgewicht bei, wird man auch mit anderen Medikamenten zunehmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. BaluForKanzler 26. Januar 2014 um 13:18 Uhr

    Guten Tag, Herr Prof. Göbel,

    Zuerst einmal ganz herzlichen Dank, dass Sie sogar Ihren Sonntag opfern, um uns Ihre Hilfe anzubieten.

    Meine Frage ist folgende: Seit einigen Wochen beobachte ich während meiner Migräneattacken, dass meine Pupillen ungleich groß sind. Auf der Schmerzseite ist die Pupille ganz eng und weitet sich auch im Dämmerlicht nicht so weit wie die „gesunde“ Seite. Was bedeutet das? Ist das gefährlich? Ich habe im Internet dazu keine Antwort finden können und auch mein Arzt weiß nicht so recht, was er dazu sagen soll.

    Vielen Dank im Voraus.
    Viele Grüsse, BaluForKanzler

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:25 Uhr

      Lieber BaluForKanzler,

      während eines schweren Migräneanfalls kann es auch zu Pupillendifferenzen kommen. Wenn sich dies nach dem Anfall wieder normalisiert und auch sonst der neurologische Untersuchungsbefund regelrecht ist, kann diese Reaktion im Rahmen des Migräneanfalls bewertet werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. espressodoppio 26. Januar 2014 um 13:29 Uhr

    Guten Tag Herr Prof. Göbel,
    vielen Dank für dieses tolle Angebot am Sonntag.
    Gibt es wirksame Konzepte gegen die ‚Urlaubsmigräne?‘ Immer wieder wird der ersehnte Urlaub nach vorheriger anstrengender Arbeitstszeit stark von Migräne beeinträchtigt, zeitweise fast täglich…offenbar ist dem Körper der Wechsel im Stresspegel zu heftig, und er kann mit der Entspannung nicht umgehen… Gibt es hier Erkenntnisse, hilft eine Prednison-Therapie in den ersten Tagen, Naproxen, oder eine andere Kurzzeitprophylaxe, wenn der Betablocker schon als Dauerprophylaxe eingenommen wird? Mehr Entspannung in den Arbeitsphasen wäre natürlich ein Ziel…aber gibt es weitere Ideen für dieses Problem? Vielen Dank!

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:27 Uhr

      Liebe(r) Espressodoppio,

      tatsächlich kann gerade ein Urlaub oft durch Migräne verhagelt werden, wenn man zu gestresst in den Urlaub stolpert. Aus diesem Grunde ist zu empfehlen, dass man nicht direkt von dem stressigen letzten Arbeitstag in den Urlaub fliegt. Es ist besser, dass man erst zwei, drei Tage Pause einhält und dann losfährt. Hinzu kommt, dass viele Flüge sehr früh starten und man seinen Tag-/Nachtrhythmus wechselt. Es macht nicht sehr viel Sinn, gegen die Natur mit Medikamenten anzugehen. Wichtig ist also, dass man organisiert und plant, damit die Migräne nicht vorprogrammiert ist.

      Andererseits kann man dennoch verschiedene Möglichkeiten erwägen, wenn man trotz Beachtung der vorgenannten Regeln immer wieder mit Migräneattacken reagiert. Gerade bei Kopfschmerzen während Flügen kann es sinnvoll sein, am Vortag Prednisolon 50 mg und am Flugtag nochmals 50 mg einzunehmen. Während des Fluges sollte man auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Alkoholika sollten vermieden werden. Schließlich sollte man auch beim Urlaubsziel seine Migräne mit einkalkulieren und nicht in extreme Gebiete reisen. Es gilt dabei, nicht nur auf die Werbung zu hören, die einen in alle möglichen Orte locken will, zur Erholung ist es eigentlich nicht notwendig, das kann man auch im Lande.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. AndreaClaudia 26. Januar 2014 um 13:35 Uhr

    Hallo und guten Tag! Ich wollte fragen, ob es gut ist oder eher schadet, während einer Migräne Attacke, die durch Triptane behandelt wurde und nur noch im „Hintergrund“ zu spüren ist, Sport zu treiben?

    AndreaClaudia

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:28 Uhr

      Liebe Andrea-Claudia,

      zu Beginn der Migräneattacke und bei Einnahme eines Triptans sollte man auch auf körperliche Ruhe achten. Wirkt es und man fühlt sich wohl und man hat den Drang, sich körperlich zu betätigen, spricht nichts dagegen. Man wird ja auch schnell Erfahrung sammeln und weiß dann, ob die Migräne im Griff bleibt oder sich wieder verschlechtert. Grundsätzlich ist aber nichts dagegen einzuwenden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. su 26. Januar 2014 um 13:36 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich nehme seit ca. 14Jahren monatlich ca 8Triptane. Gibt es Erkenntnisse über Schäden bei Langzeiteinnahme von Triptanen, da ich davon ausgehe dass sich die Migräne nie wirklich bessern wird. Muss man davon ausgehen, dass die Wirkung der Triptane im Laufe der Jahre nachlassen wird? Was halten Sie von Petadolex? Vielen Dank und herzliche Grüsse
    Su

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:29 Uhr

      Liebe Su,

      bei acht Triptantagen pro Monat und bei stabiler Situation ist nicht davon auszugehen, dass Langzeitschäden durch die Triptantherapie entstehen. Triptane gibt es mittlerweile nun seit über 20 Jahren, wenn man die 10-20-Regel beachtet, ist die Behandlung sehr gut verträglich und auch sicher. Die Daten belegen auch nicht, dass die Wirkung der Triptane im Laufe der Jahre nachlässt. Petadolex ist in Deutschland nicht mehr zugelassen. Es kann in der Vorbeugung der Migräne wirksam sein. Zurzeit muss es über das Ausland bezogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. akascha 26. Januar 2014 um 13:39 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    vor ca, 2,5 Wochen habe ich Valproat als Migräneprophylaxe abgesetzt. Kurz darauf habe ich eine Migräneattacke bekommen, die nicht wieder aufhörte. Nach 7 Tagen haben ich dann von meinem Arzt eine Infusion mit Kortison + Ass + MCP erhalten und als neue Prophylaxe Amitryptiln (bisher 25 mg als Dosis). Nach 2 Tagen wurde es besser. Die letzte Woche war ich dann noch krank geschrieben (nun insg. 2) Wochen, um mich zu erholen. Nur leider fing am Donnerstag (23.01) die Migräne wieder an und bisher ist kein Ende in Sicht. Habe schon wieder 3 Tage Triptaneinnahme hinter mir (insg. diesen Monat 9 Tage).

    Nun bin ich etwas ratlos, da ich auch morgen wieder arbeiten müsste. Haben sie noch einen Tipp, wie ich diesen Migränemarathon beenden kann.

    Vielen Dank für Ihre Hilfe im Voraus!!
    Viele Grüße
    Astrid

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:33 Uhr

      Liebe Akasha,

      wenn bei Ihnen die Migräneprophylaxe mit Valproat gut funktioniert hat, ist es naheliegend, erneut wieder dieses Medikament einzusetzen. Sie befinden sich jetzt bereits wieder kurz vor der Entstehung eines Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerzes. Aus diesem Grunde sollte eine wirksame Vorbeugung gesucht und eingesetzt werden. Amitriptylin 25 mg ist in der Regel zur Migränevorbeugung nicht ausreichend.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Thomas 26. Januar 2014 um 14:56 Uhr

    Sehr geehrter Hr. Prof. Göbel,
    im November 2012 war ich in Ihrer Klinik zur Behandlung meiner chronischen Migräne.
    Leider hat sich mein Zustand seit dem nicht gebessert.
    Ich habe nach wie vor 15 und mehr Schmerztage, habe aber seit meinem Aufenthalt bei Ihnen die 10 Tage Regel eingehalten, ohne Erfolg.
    In Zusammenarbeit mit meiner Neurologin bin ich zu dem Entschluss gekommen, mich bei der Uni Klinik in Köln mit der PNS Methode behandeln zu lassen.
    Es wäre schön, wenn Sie mir sagen könnten, ob und wenn ja, Sie schon Erfahrung mit der neuen Behandlungsmethode gesammelt haben.
    Vorab danke für Ihre Hilfe.

    Mit freundlichen Grüßen aus Köln,

    Thomas Brück

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:35 Uhr

      Lieber Thomas,

      es ist gut, dass Sie trotz der 15 Migränetage die 10-20-Regel einhalten. Das allein ist bereits ein Erfolg, da die weitere Chronifizierung und Frequenzzunahme der Migräne damit eingedämmt werden kann. Bei der chronischen Migräne gibt es nur wenige geprüfte Therapieoptionen. Im medikamentösen Bereich ist eine spezielle Behandlung mit Botulinumtoxin für die Behandlung der chronischen Migräne zugelassen. Greift auch dieses Medikament nicht, kann die occipitale Nervenstimulation (ONS) erwogen werden. Wichtig ist dabei jedoch, dass man ein erfahrenes Zentrum und vor allem eine gute Nachbetreuung hat. Die Wirksamkeit bei der ONS ist belegt, man kann davon ausgehen, dass ungefähr 30% des bisherigen Leidensdruckes durch die Migräne reduziert werden kann. Es handelt sich dabei um Mittelwerte. Im Einzelfall kann der Erfolg besser sein, er kann jedoch auch ausbleiben. Wichtig ist insgesamt, dass eine eingehende Information und Beratung der individuellen Möglichkeiten angeboten wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Petra 26. Januar 2014 um 15:03 Uhr

    Bei mir wurde PTC festgestellt, bei der LP Druck von 35 und 40 ml Liquor abgelassen. Seitdem eine neue Art von Kopfschmerzen und die bisherigen sind nach wie vor im Hintergrund vorhanden. Verordnete Therapie, Paracetamol bis zu 6 am Tag, helfen aber nicht, Abnehmen, bin ich drüber, dauert aber und Topiramat, auf meine Aussage, daß es nicht vertragen wird, wurde gar nicht eingegangen. Was kann ich noch tun?

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:37 Uhr

      Liebe Petra,

      mit PTC meinen Sie den Pseudotumor cerebri oder die idiopathische intrakranielle Hypertension. Die wichtigste Behandlung dabei ist die Gewichtsreduktion. Schmerzmittel wie Paracetamol sollten nicht langfristig verordnet werden, schon gar nicht Paracetamol bis zu 6 am Tag. Die Wirksamkeit von Topiramat ist nicht belegt. Eine Erhöhung des intrakraniellen Druckes geht häufig mit Kopfschmerzen einher. Der Begriff des Pseudotumor cerebri bezieht sich dabei auf eine Steigerung des Druckes im Hirn ohne Hinweise für eine Raumforderung oder für einen sogenannten Hydrocephalus. Neben den Kopfschmerzen bestehen hier als zweithäufigstes Symptom Gesichtsfelddefekte. Überdurchschnittlich häufig betroffen sind übergewichtige Frauen im gebärfähigen Alter. Die Therapie umfasst neben einer Gewichtsreduktion auch medikamentöse Maßnahmen wie die Gabe von Acetazolamid bzw. operative Maßnahmen wie ventriculo-peritoneale oder lumbo-peritoneale Shunts.

      Die Behandlung sollte in einem spezialisierten Zentrum geplant werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Betula 26. Januar 2014 um 15:39 Uhr

    Guten Tag Herr Professor Göbel,

    ich leide seit langem an chronischer Migräne mit schwerem Verlauf. Triptane helfen kaum bzw. nehmen nur die Schmerzspitzen. Medikamente zur Prophylaxe sind entweder schlecht verträglich oder nur wenig bzw. gar nicht wirksam. Im Rahmen dieses Chats ist es sicher nicht möglich, auf meine persönliche Situation einzugehen.
    Ich habe jedoch eine etwas allgemeinere Frage, die mich persönlich sehr interessiert.
    In dem Artikel über genetische Ursachen der Migräne auf der web-site der Schmerzklinik habe ich gelesen, dass Migräne als progressive Erkrankung des ZNS aufgefasst wird, und dass durch langanhaltende und hochfrequente Migräneattacken strukturelle Veränderungen im Nervensystem entstehen. Ich würde gerne wissen, was genau unter diesen strukturellen Veränderungen zu verstehen ist und ob diese auch wieder reversibel sein können?

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort

    Betula

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 21:00 Uhr

      Liebe Betula,

      es trifft zu, dass Migräne progressiv, d.h. voranschreitend verlaufen kann. Migräne kann bei mangelnder Behandlung immer häufiger und intensiver werden, auch kann die Situation dazu führen, dass die sonst wirksame Behandlung immer weniger wirksam wird. In der Folge können sowohl im zentralen Nervensystem als auch im Gesamtkörper Veränderungen auftreten. Besonders betrifft dies das Herz-Kreislaufsystem. Bei schwerwiegender unbehandelter Migräne kann das Risiko für Herzinfarkt, Bluthochdruck und für Schlaganfall erhöht werden. Auch sind direkte strukturelle Veränderungen im zentralen Nervensystem bekannt. So können zum Beispiel Einlagerungen bestimmter Stoffe in Nervenkernen beobachtet werden. Auch das Auftreten eines sogenannten migränösen Infarkts kann Folge einer schwerwiegenden unbehandelten Migräne sein. Schließlich können durch Migräne auch psychische Veränderungen entstehen, dies gilt insbesondere für Depressionen und Angsterkrankungen. Aus all diesen Gründen sollte Migräne als ernsthafte schwerwiegende Erkrankung aufgefasst werden, die wirksam mit den heutigen medizinisch erprobten Therapieverfahren behandelt wird. Ungeprüfte, unwirksame Therapieverfahren, die über längere Zeit eingesetzt werden, können daher mit dazu beitragen, dass die Migräne nicht effektiv hinsichtlich ihrer Schwere und Häufigkeit reduziert wird, sondern sogar weiter voranschreitet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Ann-Kristin 26. Januar 2014 um 15:48 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.Göbel,

    Ich war vom 04.12.13 – 18.12.13 in Ihrer Klinik.

    Dort hatte man mir das „Migravent Classic“ empfohlen, damit habe ich nach dem Klinikaufenthalt begonnen und nehme jetzt 2×4 Kapseln.
    Ich war dann in der Schmerzambulanz bei meiner Ärztin, wo ich seit letztem Jahr betreut werde.
    Sie meinte, ich sollte auf jeden Fall lieber das „normale Migravent“ nehmen, weil das darin enthaltene Coenzym Q10 sehr wichtig für Migräniker ist.

    Jetzt frage ich Sie, welches empfehlen Sie mir?

    Ich kenne die Unterschiede der beiden Migravents in der Zusammensetzung.
    Ich möchte nur von Ihnen wissen, welches Sie für mich für die bessere Wahl halten.

    Ich habe chronische Migräne und chronische Spannungskopfschmerzen.

    Vielen Dank im Vorfeld!

    Mit freundlichen Grüßen
    Ann-Kristin

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:45 Uhr

      Liebe Ann-Kristin,

      bei nicht so schwerwiegenden Migräneverläufen kann man zur Vorbeugung Magnesium und Vitamin B2 einnehmen. In aller Regel setze ich entweder Magnesium in einer Dosierung von 2×300 mg als Einzeltherapie ein. Eine Kombination mit Vitamin B2 (Riboflavin) in einer Dosierung von 2×200 mg kann zusätzlich gegeben werden. Nun gibt es kleine Studien, die auch eine Wirksamkeit von Coenzym Q10 möglich erscheinen lassen. Im Hinblick auf die doch erheblichen Kosten, die vom Patienten selber zu tragen sind und dem doch eher marginalen Effekt, empfehlen wir diese zusätzliche Gabe nicht. Verhaltensmaßnahmen, Tagesplanung und Wissen sind wesentlich effizienter als solche Einzelstoffe nach unserer Erfahrung. Schließlich sollte man auch erwägen, dass die genannten Fertigpräparate eine große Anzahl von weiteren völlig ungeprüften Stoffen zur Migränevorbeugung beinhalten, in der Regel auch dazu noch viel Zucker zugesetzt wird und daher fraglich im Einsatz sind.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Ann-Kristin 26. Januar 2014 um 20:15 Uhr

        Vielen Dank schonmal !
        Und wenn man das Q10 einzeln mit zu den Migravent Classic zugibt ?
        Und ist es der Migräne im Prinzip egal ob man Magnesiumoxid oder Magnesiumcitrat nimmt ?

  18. Tobi 26. Januar 2014 um 16:28 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    auch von mir heute wieder eine kurze Frage und zwar zum Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme und Nahrungsaufnahme.
    Da ich in der letzten Zeit einige widersprüchliche Aussagen darüber gelesen habe, wüsste ich gerne, ob es, unabhängig von den Angaben im Beipackzettel, Empfehlungen von Ihrer Seite gibt, um diesbzgl. Einnahmefehler zu vermeiden und die Wirksamkeit von Medikamenten zu gewährleisten ( z.B. zeitl. Abstand zu Kohlehydraten einhalten? ).
    Danke für Ihre Antwort und herzliche Grüße an Sie und Ihr Team in Kiel.
    Tobi

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:46 Uhr

      Liebe(r) Tobi,

      Ihre Frage ist etwas offen und daher muss ich mich auch sehr allgemein äußern. Die Gabe von migränevorbeugenden Medikamenten ist unabhängig von der Nahrungsmitteleinnahme. Die Behandlung der akuten Attacke kann auch unabhängig von der Nahrungsmitteleinnahme gesehen werden. Wenn die Migräne kommt, kommt es nicht darauf an, ob man vorher gegessen hat oder nicht, um z.B. ein Triptan oder ein Schmerzmittel einzunehmen. Hier gilt allein die Regel, dass man so früh wie möglich bei Beginn der Migräneattacke das Migräne- oder Schmerzmittel einsetzen sollte.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Alexandra 26. Januar 2014 um 16:29 Uhr

    Hallo Herr Professor Göbel,
    ich war vom 26.11.-10.12.13 bei Ihnen in der Schmerzklinik. Seit dem 26.11.13 hatte ich eine Medikamentenpause. Da sich die drei aufeinanderfolgenden schmerzfreien Tage nicht einstellten, musste ich acht Wochen durchhalten und kann sie glücklicherweise heute beenden. Heißt das, dass ich ab heute wieder Schmerzmittel nehmen dürfte, oder eventuell erst ab morgen. Leider habe uch heute eine stärkere Migräneattacke und habe jetzt sicherheitshalber begonnen mit Vomex zu behandeln. Da ich so lange durchgehalten habe, möchte ich nichts falsch machen…
    Des Weiteren wollte ich fragen, wie es sich mit der Einhaltung des Schlaf-Wach-Rhythmuses verhält: Wenn ich ausnahmsweise an einem Wochenende später ins Bett ginge, müsste ich dann zur selben Zeit wie immer aufstehen? Müsste ich 8 Stunden, wie immer, schlafen und dann aufzustehen, d.h. ich könnte länger schlafen? Oder könnte ich zur gewohnten Zeit aufstehen, etwas essen und mich nochmals 2 Stunden hinlegen?

    Ich danke Ihnen, für die Möglichkeit innerhalb dieses Chats, Fragen an Sie richten zu können.

    Herzliche Grüße
    Alexandra

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:51 Uhr

      Liebe Alexandra,

      Sie haben tapfer die Medikamentenpause über einen Zeitraum von 8 Wochen ausgehalten. Leider ist bei Ihnen Kopfschmerzfreiheit an mehr als drei aufeinanderfolgenden Tagen nicht eingetreten. Bestehen jetzt Kopfschmerzen weiter an mehr als an 15 Tagen im Monat, ist eine chronische Migräne zu erwägen. Es macht jetzt keinen weiteren Sinn, weiter auf Schmerzmittel zu verzichten, auch mit einer längeren Pause wird eine Änderung nicht zu erwarten sein. Aus diesem Grunde können Sie jetzt tatsächlich wieder mit der Akutbehandlung mit Triptanen oder Schmerzmitteln beginnen. Achten Sie jedoch auch jetzt weiter darauf, die 10-20-Regel einzuhalten.

      Wenn der Schlaf-Wachrhythmus geändert wird, wie z.B. meist am Wochenende, ist bei empfindlichen Patienten tatsächlich die Möglichkeit gegeben, dass ein Migräneanfall ausgelöst wird. Wenn man wie zur gewohnten Zeit aufsteht, frühstückt und sich dann wieder ins Bett legt, kann dies häufig vermieden werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Martin E. 26. Januar 2014 um 17:01 Uhr

    Lieber Professor Göbel,

    bei dem bisher angewendeten Triptan Relpax 40mg bei Migräne traten mit der Zeit Wirkungsschwächen auf. Ich nehme Relpax seit 10 Jahren und in den letzten 12 – 24 Monaten konnte ich diesen Effekt beobachten. Ich habe dann auf Zolmitriptan 5mg bzw. Zomig Nasal 5mg gewechselt die auch gut helfen.
    Meine Frage: Wie lange sollte man warten, bis man wieder zu Relpax zurückwechselt.
    Einnahmehäufigkeit ist ca. 10 – 15 Mal im Monat. Eine MÜG kann man ausschliessen, weil die für die MÜG typischen Kennzeichen nicht da sind (Dauerkopfschmerz, Zunahme der Häufigkeit usw.). Es gibt auch mal eine Woche gar keine Schmerzmitteleinnahme.

    Vielen Dank im voraus das Sie sich für unsere Fragen Zeit nehmen, auch am arbeitsfreien Sonntag.

    mfg,
    Martin E.

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:56 Uhr

      Lieber Martin,

      bei der von Ihnen beschriebenen hohen Häufigkeit der Migräne ist zu überlegen, ob nicht eine wirksamere Vorbeugung gesucht und gefunden werden kann.

      In jedem Fall war es sinnvoll, das Triptan zu wechseln. Gleichwohl besteht bei Ihnen mit 10 bis 15 Triptaneinnahmetagen eine hohe Einnahmehäufigkeit. Einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz würde ich nicht sicher ausschließen, dies ist erst möglich, wenn nach einer Pause die Kopfschmerzfrequenz gleich bleibt. Reduziert sie sich, muss doch von einer medikamentenbedingten Häufung der Migräne ausgegangen werden.

      Die Notwendigkeit zu Relpax zurückzukehren, besteht ja nicht. Sie können mit Zolmitriptan wirksam behandeln. Bedauerlicherweise ist es nicht so, dass man bei großer Häufigkeit der Migräne durch Rotation auf ein anderes Triptan das Problem des Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes beheben kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Sonnenschein 26. Januar 2014 um 17:12 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    vielen Dank für Ihre Mühe.
    Ich nehme seid 2 Jahren erfolgreich Candesartan zur Prophylaxe (Rückgang von 8 auf 2 Tage) und gleichzeitig für das Herz bei z.N. Fallot.
    Sartane stanend ja mal in Verdacht das Auftreten von Krebs zu begünstigen, obgleich die Ergebnisse widerrufen wurden.
    Ich bin nun verunsichert, da ich ja zumindest bzgl des Herzens Candesartan ein Leben lang nehmen muss.(Bin erst 41 J). Wäre Ramipril als ACE Hemmer eine Alternative bezgl. der Migräneprophylaxe? Der Kardiologe hätte keine Bedenken aus kardiolog. Sicht.
    Nebenwirkungen habe ich keine unter Candesartan aber bin wirklich sehr verunsichert wegen der ersten Sartanstudie.

    Vielen Dank, Steffikim

    Vielen Dank für alles
    Steffikim

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:57 Uhr

      Liebe Steffikim,

      Studien, dass durch Candesartan Krebs begünstigt wird, sind wenig belastbar. Gleichwohl gibt es sicher Alternativen. Ein Beispiel ist das Lisinopril, das auch in der Migräneprophylaxe wirksam sein kann. Sie können mit Ihrem Kardiologen eine mögliche Umsetzung erörtern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. rotschopf 26. Januar 2014 um 17:25 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich habe heute zwei Fragen an Sie:
    1. Wie hängt das Wetter mit der Migräne zusammen? In den kalten Jahreszeiten habe ich wesentlich öfter Migräne als im Frühjahr oder im Sommer?

    2. Ich habe gelesen, dass es einen Zusammenhang zwischen Allergien, die (Heu-)schnupfen auslösen und der Häufigkeit und Intensität von Migräne geben soll. Was meinen Sie dazu?
    Ich leide an beiden Erkrankungen und frage mich nun, ob es sinnvoll wäre, eine Hyposensibilisierung durchzuführen?

    Liebe Grüße

    rotschopf

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 19:59 Uhr

      Liebe Rotschopf,

      nimmt man alle Migränepatienten zusammen, kann man keinen großen Einfluss des Wetters auf die Migräne feststellen. Gleichwohl gibt es einzelne Patienten, die wetterfühlig sind und Veränderungen des Wetters wahrnehmen. Das Wetter kann man jedoch nicht ändern, das ist sicherlich auch gut so. Man kann sich jedoch selbst an diese Auslöser anpassen und sich durch adäquate Verhaltensmaßnahmen, Information und effektive Behandlung gegen wetterbedingte Auslöser robuster machen.

      Ein Zusammenhang zwischen Allergien, Heuschnupfen und der Häufigkeit von Migräne ist nicht gesichert. Der Effekt einer Hyposensibilisierung auf die Migräne ist nicht nachgewiesen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Elke 26. Januar 2014 um 18:15 Uhr

    Lieber Professor Goebel,
    ich habe eine schwere Form der Migräne. Jetzt haben sich auch noch Angst/Panikattacken dazu gesellt 🙁 Ich nehme morgens 150 mg Venlafaxin und habe nun für abends Melperon 50 mg dazu bekommen. Welche Erfahrungen haben Sie mit längerem Gebrauch von Melperon und Migräne?
    Liebe Grüße
    Elke

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:00 Uhr

      Liebe Elke,

      die von Ihnen genannte Medikation passt gut zu den von Ihnen geschilderten Erkrankungen. Melperon ist ein seit vielen Jahren gut bekanntes Arzneimittel, das auch bei längerem Gebrauch verträglich und sicher eingesetzt werden kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Claudia 26. Januar 2014 um 18:36 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich war vom 27.11. bis 11.12 in Ihrer Klinik und wurde dort von Ihnen mit Ergenyl 150-0-150 als Prophylaxe eingestellt. Das half auch sehr gut, nur leider hat sich in der letzten Woche die Migräne wegen psyischem Stress (plötzlich schwerkranke Mutter) wieder sehr verschlechtert, so dass ich in einer Woche 4 Tbl. nehmen musste…. Nun bin ich schon bei 9 Migränetage im Januar.
    Würde eine Dosiserhöhug von Ergenyl evtl. helfen?
    Herzliche Grüsse Claudia

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:00 Uhr

      Liebe Claudia,

      die von Ihnen geschilderte Dosis von Ergenyl ist niedrig und kann erhöht werden. In besonderen Situationen ist eine höhere Einnahmehäufigkeit von Akutmedikamenten in Ordnung, man muss jedoch darauf achten, dass dies die Ausnahmesituation ist und nicht zur Regel wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. bettina 26. Januar 2014 um 18:50 Uhr

    Ich war vor 2 Jahren in Ihrer Klinik, seitdem nehme ich 75 mg Doxepin und 5 mg concor cor. Speziell concor cor hat mir am Anfang schon in geringer Dosierung sehr gut geholfen. Leider nimmt die Wirkung immer mehr ab. Am Anfang konnte ich die Anzahlg der Attacken von 15 im Monat auf auf 2-4 im Monat senken. Jetzt nach 2 Jahren bin ich wieder bei 7-8 Attacken. Ich kenne andere Patienten, seitdem diese Betablocker nehmen haben sie fast gar keine Migräne mehr und bei mir steigern sich wieder die Anfälle. Andere Betablocker kann ich aber nicht nehmen, weil ich auch Infektasthma habe und bei Bronchitis das Concor relativ schnell absetzen muss, was allerdings nur alle 2 Jahre mal vorkommt. Können Sie mir eine Alternative zu Concor nennen? Habe schon Gabapentin und Kalciumantagonisten ausprobiert leider ohne durchschlagenden Erfolg. Concor war bisher am Besten. Liebe Grüße Bettina

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:03 Uhr

      Liebe Bettina,

      die Kombination von zwei Betablocker ist nicht sinnvoll und sollte nicht durchgeführt werden. Bevor eine Umstellung einer bewährten Medikation erfolgt, sollte immer überprüft werden, ob die Maßnahmen durch Verhalten, Entspannungsverfahren und Tagesplanung wirksam durchgeführt werden. Gabapentin ist in der Migränevorbeugung nicht wirksam. Aus dem Bereich der Calciumantagonisten ist Flunarizin hinsichtlich der migränevorbeugenden Wirkung belegt. Sollte die Migränefrequenz weiter zunehmen, sollten sie sich noch einmal individuell persönlich beraten lassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  26. papu64 26. Januar 2014 um 19:00 Uhr

    Hallo Herr Professor Goebel,
    ich habe seit nun mehr fast 35 Jahren Migräne und schon recht viel probiert. Derzeit nehme ich (vor vielen Jahren hatte ich bereits einen Versuch) Topamax seit Ende August 2013. anfänglich 25mg, jetzt 50mg abends,da morgens und abends 25mg mich völlig wirr machten.
    Die schlimmsten „lauten“ Nebenwirkungen sind vorbei,nun kommen die leisen,wie es scheint.
    Zuerst möchte ich berichten,dass sich die Migränehäufigkeit nicht unbedingt verringert,aber die migräneform verändert hat. Ich habe längere Intervalle keine migräne (5-7-10Tage) dafür dann mehrere Tage hintereinander,meist einen im Nacken beginnenden Kopfschmerz,der mich am frühen Morgen aus dem Bett treibt. Manchmal reicht es mit Kaffee und mit mir selbst in der Stille zu sitzen und sie geht wieder, manchmal tritt sie neben mich und ich kann durch den Tag ohne Triptan.Am Abend aber ist sie dann da und ich ergebe mich.
    Schlussendlich komme ich auf zehn Triptane im Monat bei mindestens 13-15 mal ich nenne es mal „migräneartigem “ verwirrtsein manchmal sogar ohne Schmerzen
    (gibt es das überhaupt? Ich kann es nicht anders beschreiben,nehme ich in einem solchen Zustand ein Triptan verschwindet der Druck,das Licht und lärmempfindliche,das langsame,sofort.)
    Ich habe insgesamt mehr Ruhe vor der migräne,aber erst hier im Forum erfuhr ich,dass Topamax nicht unbedingt die Häufigkeit senkt und dass Blutentnahmen regelmäßig stattfinden sollten. Beides erwähnte meine Ärztin nicht.
    Ich habe acht Kilo abgenommen (fünf wären ja okay 😉 ….),bin oft unkonzentriert,gereizt(meine Familie geht dann in Deckung…) und langsam. Ich muss häufig zur Toilette und das Kribbeln der Hände IST echt fies und das häufige Schlucken ebenfalls. Diese Nebenwirkungen waren irgendwie ja klar.
    Dazu bin ich jedoch zunehmend psychisch sehr labil,kämpfe oft mit den tränen,fühle mich wertlos und schaue jetzt auf das Topamax als möglicher Auslöser?(ich hatte auf 75mg erhöht,um evtl die Häufigkeit zu senken)
    Kann das sein?
    Macht es Sinn,es weiter zu nehmen?
    Gleichzeitig habe ich Angst es abzusetzen,weil dann wieder die Unberechenbarkeit der migräne so heftig über mich hereinbrechen wird.
    Was ist zu tun?
    Betablocker habe ich schon durch…
    Ich danke Ihnen fürs Lesen
    Herzliche Grüße aus Berlin
    Andrea

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:07 Uhr

      Liebe Andrea,

      Ihre Schilderungen legen nahe, dass Topiramat bei Ihnen nicht verträglich ist und auch eine Reihe von sogenannten Kontraindikationen bestehen. Sie sollten daher mit Ihrem behandelnden Arzt erörtern, ob dieses Medikament nicht abgesetzt wird und Sie auf ein anderes wirksames Medikament eingestellt werden. Vor dem Absetzen müssen Sie keine Angst haben. Häufig bleibt die Migräne trotz Absetzen auf einem niedrigen Niveau. Unabhängig davon könnten Sie notfalls sogar wieder neu mit dieser Medikation starten. Jedoch in Hinblick auf Ihre Schilderungen, scheint mir dies nicht zielführend. Insgesamt scheint mir ein Aussetzen der jetzigen Vorbeugung aus meiner Sicht sinnvoll. Zudem gibt es zahlreiche Alternativen, die nicht die von Ihnen beschriebenen Nebenwirkungen haben.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  27. epsi01 26. Januar 2014 um 19:00 Uhr

    Guten Tag Dr. Göbel,
    habe von meiner Gynäkologin wegen sexueller Unlust Macabido female von Vita Basis empfohlen bekommen. Habe es noch nicht eingenommen, da ich unsicher bin, ob es eine Wechselwirkung mit dem Trimipramin 25 gibt.
    Das Trimipramin 25 nehme ich seit meinem Klinikaufenthalt (Dez 13) als Prophylaxe für ca. 6-8 Monate wegen der Migräneattaken.
    Können Sie mir bitte dazu eine Information geben?

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:11 Uhr

      Lieber Epsi,

      eine Wechselwirkung zwischen Trimipramin und dem von Ihnen genannten Medikament ist nicht zu erwarten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  28. Ann-Kristin 26. Januar 2014 um 19:26 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.Göbel,

    meine Medikamentenpause von 8 Wochen ist in 3 Tagen vorbei und ich hatte KEINEN schmerzfreien Tag gehabt.
    Es gab Tage, wo es „gut erträglich“ ist, aber nicht schmerzfrei…
    Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll.
    Die Diagnose „chronische Migräne“ wurde in Kiel schon „vorsichtig gestellt“.
    Desweiteren habe ich chronische Spannungskopfschmerzen.
    Was kann man jetzt tun?

    Meine Medikamente sehen folgendermaßen aus:
    Venlafaxin 150mg 1-0-0
    Micardis 40mg 1-0-0
    Bisprolol 5mg 1-0-1
    Amitriptilin 100mg 0-0-1

    Sollte man die Botox-Geschichte jetzt probieren ?
    Und wenn ja, wäre es besser das bei Ihnen ambulant in der Klinik machen zu lassen als wenn ich jetzt zu irgendeinem fremden Arzt gehe, der mich noch nicht kennt ?

    Ich hab schon fast die Hoffnung verloren, dass man mir helfen kann.
    Ich hatte soviel in die Medikamentenpause gesetzt, dass damit alles gut wird…
    Ich möchte einfach wieder am Leben teilnehmen können.

    Ganz freundliche Grüße
    und
    herzlichen Dank für eine Antwort…

    Ann-Kristin

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:13 Uhr

      Liebe Ann-Kristin,

      wenn nach 8 Wochen die hohe Häufigkeit der Kopfschmerzen trotz Medikamentenpause nicht zurückgeht, kann von einer chronischen Migräne ausgegangen werden. Sie haben ja bereits eine komplexe Medikation für die von Ihnen beschriebene Situation erhalten. Bei der Diagnose „chronische Migräne“, die auf andere vorbeugende Medikamente nicht anspricht, ist die Indikation für die Behandlung mit Botulinumtoxin gegeben. Sie können das bei einem spezialisierten Arzt in Ihrer Nähe machen, oder auch bei uns in der Kopfschmerzsprechstunde durchführen lassen.

      Sie sollten die Zuversicht nicht aufgeben, dass auch schwerwiegende Migräneverläufe sich bessern können. Wir erleben das immer wieder, notwendig ist die Umsetzung der richtigen Verhaltensfaktoren, das Aufnahmen von Informationen, das Einhalten der vielfältigen Regeln, die vorbeugenden Maßnahmen sowie die adäquate Attackentherapie können dann insgesamt zu einer Verbesserung auch schwerwiegender Migräneverläufe führen. Dies geht leider nicht immer ganz schnell und bedauerlicherweise auch nicht mühelos, es gibt jedoch keine sinnvolle Alternative dazu.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  29. Vanessa 26. Januar 2014 um 19:33 Uhr

    Hallo Professor Dr. Göbel,
    ich war im April letzten Jahres in der Schmerzklinik Kiel. Als Prophylaxe nehme ich täglich 600 mg Magnesium. Damals hatten Sie mir als weiteres Medikament Valdoxan 25 mg/täglich verschrieben. Im Dez 2013 habe ich das AD Valdoxan eigenständig abgesetzt. Nachdem habe ich eig keine Verschlimmerung sowie Verbesserung gespürt. Die Dauerkopf Schmerzen sind wie auch bei der Einnahme von Valdoxan täglich da. Bei den Dauerkopfschmerzen habe ich das Gefphl das diese meistens durch starke Verspannungen kommen. Obwohl sich generell die Kopfschmerzen nach dem Klinikaufenthalt verbessert haben bin ich noch nicht zufrieden.

    Meine Kopfschmerzen sind sehr Hormon abhängig. Deshalb hat meine Frauenärztin mir seit letzter Woche die Pille Desogestrel verschrieben. Diese soll ich ohne Einnahmepausen durchnehmen. Seit letzter Woche leide ich jeden Tag unter Migräne. Soll ich die Pille trotzdem, bis es sich eingestellt hat weiter nehmen?

    Haben Sie generell noch eine Idee wie ich meine Kopfschmerzen mithilfe von einer Prophylaxe in den Griff bekomme?
    Ich bekomme ein mal wöchentlich eine Massage und gehe regelmäßig zum Sport was mir wirklich sehr gut tut.

    Vielen Dank im Voraus

    Liebe Grüße Vanessa

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:15 Uhr

      Liebe Vanessa,

      vielen Dank für Ihre Schilderungen. Ich kann leider individuelle Behandlungsempfehlungen hier nicht im Chat aussprechen sondern nur allgemeine Fragen beantworten.

      Hormonpräparate sollten nicht wegen Kopfschmerzen verordnet werden. Es gibt keinen Beleg dafür, dass sie in der Kopfschmerzvorbeugung wirken. Bei Ihnen scheint es sogar so zu sein, dass sich die Kopfschmerzen darunter verstärken. Es gilt die Regel, dass wenn aus gynäkologischer Indikation Hormone notwendig sind, diese eingesetzt werden können, jedoch zur Behandlung der Kopfschmerzen sollten diese nicht verwendet werden.

      Gerade bei einem Dauerkopfschmerz gibt es nicht sehr viele geprüfte Therapiemöglichkeiten. Es ist typisch, dass man bei Dauerkopfschmerzen das Gefühl von Muskelanspannung hat. Diese Muskelanspannung ist jedoch in aller Regel die Konsequenz von Kopfschmerzen. Erst wenn die Kopfschmerzen wirkungsvoll behandelt werden, löst sich die Muskelanspannung als Reaktion. Es ist nicht umgekehrt, auch wenn dies immer wieder angenommen wird.

      Bei chronischem Spannungskopfschmerz sind wirksam spezielle Antidepressiva. Diese müssen jedoch aufgrund der individuellen Situation gewählt werden und auch im Langzeitverlauf muss eine Verlaufskontrolle erfolgen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  30. Bettina Frank - Admin 26. Januar 2014 um 19:48 Uhr

    BITTE JETZT KEINE FRAGEN MEHR EINSTELLEN ! Danke!

  31. AndreaClaudia 26. Januar 2014 um 19:50 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel, eine zwei weitere Fragen:
    Immer wieder heißt es, man soll bei einer beginnenden Migräneattacke rechtzeitig ein Triptan einnehmen. Nun kann ich am Anfang nicht immer unterscheiden, ob es ein Spannungskopfschmerz oder eine Migräne ist. Manchmal entwickelt sich auch aus dem Spannungskopfschmerz eine Migräne . Ich möchte auf keinen Fall die teuren Triptane“umsonst“ eingenommen haben.
    Kann man diese beiden Arten von Kopfschmerz früh unterscheiden? Ich warte immer sehr lange, dann ist es für normale Schmerzmittel meist zu spät.Wenn es eine Migräne ist, wirken die Triptane dann aber doch.
    Ich komme dann mit 50 mg Sumatriptan gut aus, manchmal teile ich die noch. Ist es besser. lieber die höhere Dosierung zu nehmen?Ich denke, wenn ich zu viel nehme, gewöhne ich mich zu schnell an die Dosis.
    Mit freundlichem Gruß
    AndreaClaudia

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:39 Uhr

      Liebe AndreaClaudia,

      tatsächlich ist es nicht immer leicht, gerade zu Beginn zu wissen, ob sich eine Migräneattacke tatsächlich entwickelt, ob es sich vielleicht „nur“ um einen Spannungskopfschmerz handelt, oder der Anfall vielleicht auch nur leicht wird und man gar kein Triptan braucht. Ein Patentrezept gibt es nicht.

      Kein Problem ist es für Patienten, die deutlich unter der 10-Tagesgrenze im Monat an Attacken leiden. Diese können in der Regel relativ großzügig das Triptan einsetzen. Problematisch wird es jedoch für Patienten, die immer knapp an der 10er-Grenze liegen oder sogar darüber kommen. Diese müssen mit den Triptanen haushalten. Wir haben deshalb die sogenannte „Triptanschwelle“ entwickelt. Diese können Sie auf der Homepage der Schmerzklinik herunterladen. Man kann anhand der Merkmale dann voraussehen, ob sich eine Migräneattacke entwickelt und wann der beste Zeitpunkt für den Einsatz des Triptans ist. Sie können im Einzelfall auch daran erkennen, ob sich eine Migräne entwickelt, wenn körperliche Aktivität unangenehm ist und vermieden wird. Haben Sie also den Eindruck, dass es Ihnen besser tut, wenn Sie sich zurückziehen, Reizabschirmung und Ruhe einhalten, dann scheint eine Migräne zu entstehen. Haben Sie jedoch den Eindruck, dass es Ihnen besser gefallen würde, sich körperlich zu aktivieren und an die frische Luft hinauszugehen, dann scheint eine Migräne nicht im Anlauf zu sein.

      Grundsätzlich sollte man gleich zu Beginn eine ausreichende wirksame Dosis geben. Es ist besser zu Beginn richtig zu behandeln. Dadurch wird die Migräne besser kupiert, die erneute Einnahme von Migräneakutmedikamenten erübrigt sich dann oft.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  32. AndreaClaudia 26. Januar 2014 um 19:50 Uhr

    Sorry, nicht gesehen:(

  33. jogger 26. Januar 2014 um 19:51 Uhr

    Hallo Herr Professor Goebel,
    leide seid ca. 15 Jahren an Spannungskopschmerzen.Mir wurde Ausdauersport empfohlen da entschied ich mich vor 2 Jahren fürs Joggen was mir auch gut tat. Nun wurde Arthrose in der Hüfte diagnostiziert und Joggen geht nicht mehr. Nordic Walking (mit Stöcken) als Alternative? Steht dem was entgegen, bezüglich Nackenmuskulatur ….? Generell brauche ich einen Ausdauersport, denn das habe ich festgestellt, hat mir gutgetan. Oder welche Sportart würden Sie mir noch empfehlen?

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:40 Uhr

      Lieber Jogger,

      Ausdauersport können Sie vielfältig einsetzen. Nordic-Walking wäre eine gute Alternative, genauso Radfahren oder Schwimmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  34. Claudia-Sibylle 26. Januar 2014 um 20:00 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Dr .Goebel,
    ich leide seit 32 Jahren an Migräne mit Aura, die mittlerweile eine chronische Form angenommen hat. Seit Dezember 2013 nehme ich Topiramat 25 mg 2 – 0 – 2 – 0. Erst in dieser Woche habe ich diese Dosierung erreicht. Ich musste die Dosierung des Medikaments ganz langsam steigern, da ich ein bisschen Probleme mit dem Magen hatte . Nun habe ich das Gefühl, dass die Wirkung nicht so ausfällt, wie gewünscht. Ich fühle mich oft wie zerschlagen, habe aber in den 2 Monaten noch keinen Rückgang der schweren Anfälle ( 8 – 10 mit einer durchschnittlichen 3-tägigen Dauer ) feststellen können. Welche Erfahrungswerte haben Sie in Kiel mit diesem Medikament gemacht?
    Gibt es ggf. eine Alternative zum Topiramat 25 mg?
    Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

    Liebe Grüße
    Claudia-Sibylle

    • Hartmut Göbel 26. Januar 2014 um 20:42 Uhr

      Liebe Claudia-Sibylle,

      Topiramat kann bei der Behandlung hochfrequenter Migräne wirksam sein. Häufig reduziert sich die Ausprägung der Symptome, es kommt zu einer Reduktion der Schwere der Attacken, die Intensität kann zurückgedrängt werden, auch Begleitsymptome können milder ausfallen. Die Häufigkeit der Migräne wird jedoch oft nicht deutlich reduziert. Leider ist Topiramat bei empfindlichen Patienten mit problematischen Nebenwirkungen verbunden, dazu zählen insbesondere Stimmungsschwankungen, Herabgestimmtheit sowie sogenannte kognitive Störungen mit Konzentrations- und Gedächtnisminderung.

      Bei der Einstellung muss man daher darauf achten, dass Patienten individuell das Medikament vertragen und auch die individuelle berufliche und private Situation den Einsatz des Medikamentes erlauben.

      Es gibt zahlreiche Alternativen zu Topiramat in der Migränevorbeugung. Dazu zählen insbesondere Betablocker, Calciumantagonisten sowie Valproinat. Auch eine Reihe weiterer Maßnahmen bestehen. Einzelheiten dazu finden Sie auf der Homepage der Schmerzklinik Kiel.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  35. Bettina Frank - Admin 26. Januar 2014 um 20:18 Uhr

    Prof. Göbel beantwortet ausnahmsweise diese Fragen noch, weil es zeitlich möglich ist.

    WEITERE FRAGEN WERDEN JETZT NICHT MEHR BEANTWORTET ! Sollten weitere Fragen hier eingestellt werden, müssen sie im Chat in einem Monat erneut gestellt werden.

    Ich kann den Chat nicht schließen, solange Prof. Göbel noch die Antworten einstellt. Daher muss ich mich darauf verlassen, dass darauf Rücksicht genommen wird, wenn der Chat „beendet“ wird.

    Danke!

  36. Joanne 26. Januar 2014 um 20:22 Uhr

    Guten Tag,
    man hoert sehr wenig darueber, was gegen „Aufwachmigräne“ zu tun ist. Triptane helfen da nicht mehr, weil man die Migräne schon hat, wenn man aufwacht. Was kann man tun?
    Welche Tipps haben Sie? Das ist die schlimmste Art der Migräne, da ich fast immer krank im Bett bleiben muss und schon einige Jobs verloren habe.
    Vielen Dank im Voraus!
    Joanne

  37. Claudia-Sibylle 26. Januar 2014 um 20:55 Uhr

    Vielen Dank für Ihre umfangreiche Antwort 🙂 Lassen diese problematischen Nebenwirkungen im Laufe der Zeit etwas nach?
    Tausend Dank und lieben Gruß!

    Claudia-Sibylle

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