Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 02.03.2014

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2014-03-03T09:15:36+00:00 Januar 26th, 2014|Kopfschmerz, Livechat, Migräne|53 Comments

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53 Kommentare

  1. Bettina Frank - Admin 2. März 2014 um 11:56 Uhr

    Der Chat ist geöffnet, Fragen können eingetragen werden.

    Bitte nur eine Frage pro Person und diese kurz und bündig stellen. Danke für Euer Verständnis!

    Bitte ganz nach unten scrollen und dort im offenen Antwortfenster schreiben.

    • Elisabeth F. 2. März 2014 um 12:51 Uhr

      Sehr geehrte Herr Pr.Dr.Göbel
      ich habe im Mai 2013 von Ihnen die Diagnose Cluster Kopfschmerz gestellt bekommen .
      Meine frage lautet
      Ob Sie Erfahrungen mit einer Anti Inflammatory Regimen -CK-Wissen(Entzündungshemmende Kur) bei Cluster Kopfschmerzen haben vor allem mit VitaminD-3 Dekristol 10.000 IE/Tag  und was halten Sie davon.
      Ich habe mein Vitamin -D Wert testen lassen und er ist bei 21,3(-)
      25 Hydroxy-Cholecalciferol
      Danke für die Antwort

      • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 20:32 Uhr

        Liebe(r) Folarun,

        Clusterkopfschmerz ist eine sehr ernste Erkrankung. Experimentellen Therapien, die weder hinsichtlich ihrer Wirksamkeit noch ihrer Verträglichkeit ausreichend getestet sind, sollte man sich nicht unterziehen. Es gibt heute zahlreiche sehr wirksame Behandlungsmöglichkeiten des Clusterkopfschmerzes. Sollten diese im Einzelfall tatsächlich ausgeschöpft sein, sollten experimentelle Therapie nur im Rahmen von wissenschaftlichen Studien in entsprechenden Zentren durchgeführt werden.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

    • Trompete29 2. März 2014 um 17:49 Uhr

      Sehr geehrter Herr Dr. Göbel,
      ich wüßte gerne: wie wird ein Triptan im Körper abgebaut? Kann ich damit meine Leber
      schädigen? Ich gebe zu , dass ich auch bei einer leichteren Migräne ein Triptan nehme.
      Eine kleine Zusatzfrage: ich bekomme sehr oft beim Lesen des Laptop.Bildschirms Migräne,
      besonders, wenn ich müde bin. Es ist ja eine Lichtquelle! Bin weitsichtig und mittlerweile brauche
      ich eine lesebrille. Könnte eine Arbetisplatz-Brille helfen??
      Vielen dank für Ihre Zeit!

      • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 20:33 Uhr

        Liebe Trompete29,

        Triptane werden im Körper über verschiedene Wege abgebaut. Die Triptane werden sowohl in der Niere als auch in der Leber umgesetzt und ausgeschieden. Eine Leberschädigung ist bis heute nicht bekannt. Triptane wurden entwickelt, um besonders körperschonend und nebenwirkungsarm Migränetherapie zeitgemäß durchführen zu können. Wenn die 10-20-Regel einhält, können Triptane in aller Regel sehr zuverlässig und sicher eingesetzt werden.

        Migräne kann individuell durch Sehstörungen, insbesondere bei Erschöpfung und Müdigkeit, ausgelöst werden. Eine gut eingestellte Arbeitsplatzbrille kann vorbeugend positiv wirken. Noch wichtiger ist es jedoch, dass man nicht zu lange bis zur Übermüdung tätig ist und ausreichend Pausen im Arbeitsalltag einbaut.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  2. Trullalinchen 2. März 2014 um 12:05 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    auf Anraten meiner Schmerztherapeutin habe ich am 20.02.14 Opipramol 150 mg abgesetzt, sie meinte ich soll einen Tag 100 nehmen einen Tag 50 mg und dann weglassen, da es mir zum Einschlafen nicht hilft.
    Nun habe ich seit 24.02.14 dauerhaft Migräne und Kopfschmerzen, habe Sumatriptan, Zomitriptan und Relpax immer in Kombi mit Naproxen genommen.
    Mir geht es sehr schlecht Übelkeit usw., was kann ich tun um den Entzug (ich denke das es einer ist) zu überstehen?
    Bin inzwischen völlig erschöpft von 1 Woche Dauerschmerzen.

    Vielen Dank für Ihren Rat.

    Mit freundlichen Grüssen
    Trullalinchen

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 20:34 Uhr

      Liebes Trulalinchen,

      Ihre Schilderungen weisen darauf hin, dass das alleinige Absetzen nicht die Lösung ist. Wahrscheinlich brauchen Sie einen Ersatz zur Vorbeugung. Eine Alternative, die das Einschlafen gut fordern kann, ist z.B. Trimipramin. Es ist nicht anzunehmen, dass ein Entzug der Hintergrund für Ihre jetzigen Beschwerden ist. Vielmehr scheint das Fehlen einer wirksamen Vorbeugung das Problem zu bereiten. Beraten Sie sich daher noch einmal mit Ihrer Schmerztherapeutin.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Sabrina 2. März 2014 um 12:07 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    ich leide an einer Migräne ohne Aura. (Ca. 8-10 mal pro Monat), bisherige Prophylaxen waren ohne erfolg (metoprolol&valproat), ich starte in den nächsten Tagen einen neuen Versuch mit Amitryptilin.
    Seit ca. Einer Woche hab ich ein „Flimmern“(schwarze Punkte die sich hin und her bewegen) bemerkt, seit Anfang Januar eine Anisokorie bemerkt, auf beiden Augen manchmal unterschiedliche Sättigung der Farben- alles unabhängig von einer Migräneattacke. Vorgestern war das Flimmern sowie die Anisokorie so extrem, dass ich mich beim Augenarzt vorgestellt habe, der schickte mich weiter zum Neurologen da er nichts feststellen konnte. In der Neurologie konnte anhand vom CCT eine Sinusvenenthrombose ausgeschlossen werden, eine Dissektion der a.carotis und a.vertebralis jedoch nicht, da dass Kontrastmittel nicht „gewirkt“ hätte bei mir, so wurde ich entlassen.
    Was sagen sie dazu? Kann eine Anisokorie aufgrund einer Migräne dauerhaft bestehen? Mir wurde gesagt meine Migräne würde sich wahrscheinlich in eine Migräne mit Aura entwickeln, deshalb das Flimmern.
    Ich hatte letztes Jahr im Dezember auch einen Motorrollerunfall mit HWS-Distression, könnte es auch eine „stumme“ Dissektion sein? Oder wurde ich berechtigt nach Hause geschickt, ohne dass eine Dissektion ausgeschlossen worden ist?

    Liebe Grüße und vielen Dank im Vorraus!

    Sabrina

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 20:48 Uhr

      Liebe Sabrina,

      wenn Sie dauerhaft schwarze Punkte, die sich hin- und herbewegen, bemerken, handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine Aura. Eine visuelle Migräneaura hat ein charakteristisches zeitliches Verhalten. Sie kommt und geht. Die typische Dauer beträgt 1 Stunde. Sie beginnt zunächst graduell, bereitet sich in der Regel über 10 bis 15 Minuten aus und klingt dann wieder ab. Bei einer typischen Aura hat man auch keine schwarzen Punkte sondern sogenannte positive Skotome in Form von Lichterscheinungen, Zickzacklinien etc.. Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass Ihre Sehphänomene sich mit einer Aura erklären lassen.

      Ob Sie tatsächlich eine Anisokurie, d.h. unterschiedlich weite Pupillen krankheitsbedingt haben, kann ohne eigene Untersuchung nicht geklärt werden. Sehr viele Menschen haben unterschiedliche weite Pupillen, ohne dass dies Krankheitswert hat. Wenn Ihr Neurologe nichts weiter feststellen konnte, ist es unwahrscheinlich, dass hier eine fassbare Krankheit zugrunde liegt. Eine Anisokurie aufgrund einer Migräne dauerhaft ist nicht anzunehmen.

      Möglicherweise handelt es sich bei Ihren Sehphänomenen um Glaskörpertrübungen, dies sind in der Regel kleine Eiweißpartikel, die in der Augenflüssigkeit umherschwirren. Dies entspricht Ihrer Beschreibung am ehesten. Solche Trübungen kommen und gehen in der Regel, sie haben ebenfalls keinen Krankheitswert.

      Eine stumme Dissektion ist ebenfalls nicht anzunehmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. dschenny 2. März 2014 um 12:42 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    danke für Ihr Interesse und Ihre Zeit, die sie uns zur Verfügung stellen!
    Ich bin 47 Jahre alt und leide seit meinem 11. LJ unter Migräne, seit ein paar Jahren leider chronisch mit immer heftigeren Attacken.
    Prophylaktisch habe ich bis vor wenigen Wochen Topimarat genommen, was bei mir leider zu so starken kognitiven Einschränkungen führte, so dass ich nicht mehr in der Lage war, meinen Job fehlerfrei zu erledigen.
    Parallel habe ich festgestellt, dass ich während der Attacken neuerdings Herzrasen, kalte Schweißausbrüche und Angina Pectoris Symptome hatte. Ein Langzeit-RR hat bestätigt, dass mein ansonsten eher niedriger Blutdruck während eines Anfalles auf 190/140 anstieg. Aus diesem Grunde erhalte ich nun MetoHexal, 25 mg.
    Fluoxetin habe ich in Absprache mit dem HA abgesetzt, da ich bei einer Attacke ein Serotonin Syndrom wg einer Wechselwirkung hatte.
    Meine Bedarfsmedikation besteht aus Maxalt oder Imigran Nasal in Kombi mit neuerdings Naproxen statt Ibuprofen(dank Bettina) und evt. Tetrazepam. Außerdem nehme ich 2×2 Migravent Classic und erhalte alle 3 Monate Botox Injektionen vom Neuro, der allerdings die Stirnregion ausspart aus Angst vor einem hängenden Augenlid. Ich lasse die Stirn zusätzlich bei einem Augenarzt mit Botox nachbehandeln, was ich dann privat entrichte.
    Da MetoHexal ja auch als Prophylaxemedikament eingesetzt werden kann, stellt sich nun die Frage, da ich dieses Medikament vom HA verordnet bekommen habe, ob die Dosierung so nun als Migräneprophylaxe ausreicht und ob mein RR bei höherer Dosierung nicht zu stark absinkt. Das Herzrasen und die Angina Pectoris Symptome sind damit gut behandelbar und mein HA meint, wenn ich das nicht vertrage müsste er mir Digitalis verordnen, was dann aber nicht mehr Migräneprophylaktisch wirkt.
    Da ich in den letzten 2 Jahren ca. 15 kg zugenommen habe, worunter ich ebenfalls einen Leidensdruck habe, können Sie mir vllt sagen, ob eines der Medikamente diese Zunahme forciert…
    Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
    Beste Grüße
    dschenny

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 20:51 Uhr

      Liebe Dschinny,

      Sie beschreiben einen sehr komplexen Krankheitsverlauf. Ich bedauere sehr, dass Sie solch umfangreiche Probleme haben. In einigen Teilen gehen Sie auch sehr unkonventionell vor. Wenn bei Ihnen eine chronische Migräne besteht, sollten Sie die Behandlung mit Botox nicht zwischen Neurologe und Augenarzt aufteilen. Dies ist sogar kontraproduktiv. Die zeitliche Nachdosierung von Botox in kleinen Dosierungen kann das Immunsystem stimulieren, es können sogenannte Antikörper gegen Botox gebildet werden, die dazu führen, dass die gesamte Behandlung wirkungslos werden kann. Bei adäquater Anwendung von Botox im Stirnbereich muss man nicht befürchten, dass es zu einem hängenden Augenlid kommt.

      Sie berichten darüber hinaus von sehr hohen Blutdruckwerten von 190/140 mmHg. Dies sollte dringlich behandelt werden. Die Therapie mit Metoprolol 25 mg scheint viel zu niedrig zu sein. Sie ist weder für die Migränevorbeugung ausreichend wirksam noch für die Behandlung des hohen Blutdruckes. Lassen Sie sich daher auch noch einmal eingehend von Ihrem Arzt beraten.

      Schwere Migräne führt leider sehr häufig zur Gewichtszunahme. Man kann nicht am Leben teilnehmen, kann bei den vielen Migräneattacken sich nicht körperlich bewegen und Sport treiben. Es ist dies in der Regel das Problem und nicht die Medikation. Im Gegenteil sollte man das nicht in dem Bade ausschütten und die Gewichtszunahme auf die Therapie schieben und nicht auf die zugrunde liegende schwere Migräneerkrankung. In jedem Fall müssen Sie Prioritäten setzen. Bei Ihrem komplexen Verlauf, den Sie schildern, sollten Sie auch in Erwägung ziehen, sich in einen speziellem Migräne- und Kopfschmerzzentrum einmal beraten zu lassen, um ein Therapiekonzept aufbauen zu lassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Susi 2. März 2014 um 12:43 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich (38) leide seit meiner Kindheit unter Migräne (inzwischen chron. Migräne), und bis letztes Jahr hatte ich noch nie eine Aura gehabt. Nun habe ich immer im Zusammenhang mit einer cortisongestützten Triptanpause ein neues Phänomen beobachtet: ich hatte letztes Jahr zweimal (Februar und November) und dieses Jahr im Februar jeweils einen Tag nach Absetzen des Cortisons eine visuelle Aura ohne nachfolgende Schmerzen. Es handelte sich dabei immer um die „klassischen“ Sehstörungen in Form eines flimmernden Halbkreises, der langsam im Sichtfeld nach außen wanderte, nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei.

    Das Ganze hat mich nicht sonderlich beunruhigt, da einige meiner Familienmitglieder unter Migräne mit Aura leiden und ich mich eigentlich sowieso immer gewundert hatte, dass ich von der Aura verschont geblieben bin. Mich würde nur interessieren, ob das alles Zufall war, oder ob es einen erklärbaren Zusammenhang zwischen Cortison und Aura gibt?

    Vielen Dank, dass Sie sich wieder so viel Zeit für uns nehmen, und noch einen schönen restlichen Sonntag!

    Susi

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 20:58 Uhr

      Liebe Susi,

      bei Absetzen von Kortison im Rahmen einer Medikamentenpause ist das Auftreten einer visuellen Aura nicht typisch. Es gibt zwar auch einen Cortison-Absetzkopfschmerz, der entsteht jedoch in aller Regel nur bei hoher Dosierung über längere Zeit. Schleicht man langsam aus, ist dies nicht zu erwarten, jedoch hier möglich. Ungewöhnlich ist jedoch das Auftreten einer Aura. Da dies bisher nur in wenigen Einzelfällen aufgetreten ist, kann angenommen werden, dass es sich um eine zufallsbedingte zeitliche Überlagerung handelt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Claudia-Sibylle 2. März 2014 um 12:54 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich war vor kurzem bei einem für mich neuen Neurologen, der viel Erfahrung mit Migränepatienten haben soll. Tatsächlich hat ihn aber ausschließlich mein BMI interessiert! Während unseres Gespräches hat er immer wieder darauf hingewiesen, dass mein BMI zu hoch wäre und die chronische Migräne eine Folgeerkrankung meines Übergewichts wäre. Ich habe nach diesem für mich sehr belastenden Gespräch recherchiert welcher Zusammenhang zwischen chronischer Migräne und einem erhöhten BMI besteht, bin aber nicht so recht fündig geworden. Die entsprechenden Angaben sind weder eindeutig, noch wissenschaftlich fundiert.
    Vielen Dank für Ihren Rat und Ihre Information im voraus!
    Liebe Grüße
    Claudia-Sibylle

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:00 Uhr

      Liebe Claudia-Sybille,

      wenn man an einer schweren chronischen Migräne leidet, muss man bedauerlicherweise viele Nachteile erdulden. Manchmal kann es sogar geschehen, dass man sich auch noch schuldig fühlt, weil man angeblich Übergewicht hat und dadurch die Migräne bedingt wird. Es handelt sich dabei jedoch um eine Fehlinterpretation von Studien. Wissenschaftliche Analysen haben ergeben, dass ein schwerer Leidensdruck bei Migräne mit einem erhöhten Körpergewicht korreliert ist. Auch sinken das Einkommen und der soziale Status. Dies alles ist aber nicht verwunderlich und man darf nicht Ursachen und Wirkung vertauschen. Hat man schwere Migräne, muss man im Bett liegen, kann sich nicht bewegen, kann nicht ins Fitness-Studio gehen, kann nicht regelmäßig joggen und es kommt damit zwangsläufig zu einer Erhöhung des Körpergewichtes im Vergleich zu Gesunden. Gleiches gilt zum Beispiel auch beim sozialen Status und dem Einkommen. Fehlt man dauernd am Arbeitsplatz, wird man bald Konsequenzen spüren. Hat man schon chronische Migräne in der Kindheit und der Jugendzeit, kann man entsprechende anfordernde Ausbildungen und Berufsgänge nicht wählen, man fällt also zurück.

      Versuchen Sie, zielgerichtet Ihre Migräne zu lindern, dann können Sie auch diese Folgeerscheinungen besser in den Griff bekommen. Umgekehrt funktioniert das leider in der Regel nicht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Alexandra 2. März 2014 um 13:10 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    um die 10-20-Regel korrekt einzuhalten/anzuwenden habe ich eine Frage:
    Ist es besser an jedem Migränetag, solange der 10. Schmerzmitteltag noch nicht erreicht wurde, ein Triptan oder ein anderes Schmerzmittel einzunehmen und erst ab dem 11. Tag die Schmerzen auszuhalten oder sie mit Vomex etc. zu minimieren? Oder ist es besser bereits vor dem 10. Schmerzmitteltag, die Schmerzen hin und wieder auszuhalten, um so den 10. Tag herauszuzögern?
    Wie ist die beste Vorgehensweise?

    Danke für Ihre Zeit zur Beantwortung der vielen Fragen.

    Herzliche Grüße
    Alexandra

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:02 Uhr

      Liebe Alexandra,

      die Entscheidung hängt vom Verlauf der Migräne ab. Haben Sie wenige Attacken, die sehr lange dauern, ist die Situation anders, als wenn Sie kurze Attacken haben, die sehr häufig auftreten. Das schmerzverarbeitende System bleibt in der Regel dann stabil, wenn zwischen den einzelnen Attacken längere Pausen von mehr als drei Tagen ohne Triptaneinnahme bestehen. Dies sollte das erste Ziel sein. Bestehen also zwischen den einzelnen Anfällen z.B. Pausen von fünf oder sieben Tagen, kann man recht großzügig die Triptaneinnahme vornehmen. Erst dann, wenn die Einnahmefrequenz zehn Tage pro Monat erreicht, sollte man eine Pause machen. Anders ist dies jedoch der Fall, wenn die einzelnen Anfälle quasi nur mit kurzen Pausen sich aneinanderreihen. Besonders problematisch ist dies, wenn z.B. nach jedem nächsten oder übernächsten Tag ein Anfall erscheint. Dann sollte man darauf achten, dass man möglichst auch hier Einnahmepausen von mindestens drei Tagen erreicht, in dem man eine einzelne Attacke aushält.

      Es ist also notwendig, in jedem Einzelfall eine spezielle Strategie zu entwickeln. Das ist nicht immer leicht, aber es gibt keinen besseren Weg. Hält man sich nicht daran, wird die Attackenfrequenz ansteigen, man wird immer empfindlicher und die Migränefrequenz wird zunehmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. jogger 2. März 2014 um 13:39 Uhr

    Lieber Herr Prof. Dr. Göbel,
    wegen Schulterschmerzen habe ich von meinem Orthopäden ein TENS Gerät verschrieben bekommen. TENS=Transkutane Elektrische NervenStimulation. In der Anleitung habe ich gelesen, dass es auch bei Spannungskopfschmerzen angewendet wird. Haben Sie bereits Erfahrung damit, bzw. was halten Sie davon?
    vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:10 Uhr

      Lieber Jogger,

      TENS kann bei Spannungskopfschmerz und bei Muskelschmerzen sehr gut helfen. Es gibt dazu zahlreiche wissenschaftliche Studien. In der Regel wird TENS bei der Migräne nicht so angenehm empfunden, da die Reizung häufig unangenehm ist. Auch ist eine Wirksamkeit bei Migräne bisher durch die TENS-Behandlung (transkutane elektrische Nervenstimulation) nicht belegt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Rmot 2. März 2014 um 14:16 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
    ich bin 60 Jahre alt und leide unter sehr häufigen Migräneattacken, die sich gut mit Triptanen behandeln lassen. Bei mir hat bisher aber keine Prophylaxe (weder medikamentös noch anderweitig) gewirkt:
    Meine Frage: Es heißt immer, dass Triptane nur bis zum 65. Lebensjahr verordnet werden dürfen. Heißt das, krass gesagt, dass ich nur noch 5 Jahre mit einigermaßen Lebensqualität vor mir habe und dann die Migräne aushalten muss. Für mich ist ein Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko leichter zu tolerieren als unbehandelte Migräneattacken (ein Leben mit ständigen Migräneanfallen wäre jedenfalls nicht mehr lebenswert).
    Besten Dank für Ihre Antwort.

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:12 Uhr

      Lieber Rmot,

      die Herstellerfirmen haben nur Sicherheitsdaten für ihre Triptane bis zum 65. Lebensjahr. Sie haben keine älteren Patienten in ihre wissenschaftlichen Studien nach Nachweis der Wirksamkeit, der Verträglichkeit und der Sicherheit eingeschlossen. Aus diesem Grunde dürfen sie ihre Arzneimittel nur für Personen bis zum 65. Lebensjahr empfehlen. Dies gilt jedoch nur für die allgemeine Situation aus Sicht der Hersteller. Im Einzelfall sind der Arzt und der Patient frei. Unter Abwägung der individuellen Situation können Sie entscheiden, auch über dieses Alter mit einer Therapie fortzufahren. Es gibt also kein generelles Verbot für die Weiterführung der Triptantherapie über das 65. Lebensjahr hinaus.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Maria D 2. März 2014 um 14:35 Uhr

    Sehr geehrter Herr Pr. Dr. Göbel,

    ich bin noch nicht so erfahren, mit der Welt der Kopfschmerzen, stelle meine Frage aber trotzdem, da ich hoffe, dass sie mir Ratschläge geben können.

    Ich bin 19 Jahre alt und leide seit einem Autounfall vor einem Jahr an ständig schwankenden Kopfschmerzen. Es vergeht kein Tag ohne Kopfschmerzen (höchstens 4-5 Stunden in der Woche ohne Kopfschmerzen)

    Während meinem Aufenthalt in Ihrer Klinik habe ich eine Medikamenten Pause gemacht und bekomme seit dem Opipramol 100 als Prophylaxe.
    Mir wurde die Diagnose chronische Spannungskopfschmerzen und v. a. Migräne ohne Aura gestellt.

    In den letzten Wochen ist mir gehäuft aufgefallen, dass ich immer ganz verschiedene Schmerzen, an verschiedenen Kopfstellen mit verschiedenen charakteristiken habe.

    Mal habe ich stechende, einseitige Schmerzen an der Schädeldecke,
    ein andermal einseitige, pochende Schmerzen zwischen Schläfen und Hinterkopf oder auch an der Stirn,
    wieder ein andermal eine Mischung aus pochende und dumpf drückenden Schmerzen an der Stirn, bin dazu aber auch Licht und Lärmempfindlich,
    bis jetzt habe ich einmal beobachtet, dass ich mittelstarke Schmerzen zwischen der Stirn und dem Auge hatte.
    Die schmerzen werden manchmal beim gehen schlimmer, aber nicht immer und können innherhalb von 15 – 30 Minuten, manchmal aber auch erst nach 1-2 Stunden zwischen den charakteristiken wechseln.

    Meine Frage an Sie.
    Ist das normal, dass die Schmerzen ständig wechseln?

    Vielen Dank für Ihren Rat und Ihre Information im voraus!
    Liebe Grüße

    Maria

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:14 Uhr

      Liebe Maria,

      wie Sie schreiben, bestehen bei Ihnen täglich Kopfschmerzen. Das Kopfschmerzbild ist nicht eindeutig und schwankt zwischen Merkmalen des Kopfschmerzes vom Spannungstyp und der Migräne. Es ist, gerade wenn man jung ist, nicht immer eindeutig festzulegen, welches Kopfschmerzbild sich entwickelt. Kopfschmerzen haben immer einen zeitlichen Verlauf und können ihr Bild in der zeitlichen Entwicklung ändern. Manchmal findet sich erst zu einem späteren Zeitpunkt eine klare Situation. Insofern ist das von Ihnen geschilderte schwankende Kopfschmerzbild nichts Ungewöhnliches. Wichtiger ist, dass eine vorbeugende Behandlung konsequent durchgeführt wird, damit die ständige Kopfschmerzbelastung möglichst reduziert wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Zuckerschaukel 2. März 2014 um 14:50 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,

    herzlichen Dank für diese Möglichkeit Ihnen Fragen zu stellen!

    Ich habe eine Frage zur akuten Schmerzmedikation:
    Und zwar vertrage ich weder Naproxen noch Arcoxia als Vorwegmedikament vor dem Triptan, MCP nehme ich ein. Bei beiden (Naproxen u. Arcoxia) treten bei der zweiten Einnahme trotz Magenschutz Probleme mit Magen- bzw. Mundschleinhaut auf.
    Da ich immer sehr lange Migränen habe von mind.72 Stunden bis hin zu status migränosus von 10 Tagen bei Menstruation, suche ich noch nach einem begleitenden Medikament, um den Wiederkehrkopfschmerz hinauszuzögern.

    Novalgin hilft mir nicht richtig und mir wurde in der Uniklinik Paracetamol 500mg empfohlen.
    Ich möchte gerne Ihre Zweitmeinung erfragen, ob Sie das in meinem Fall auch raten würden, da ich von meinem Aufenthalt in Kiel noch erinnere, dass Sie Paracetamol kritisch sahen. Oder hätten Sie noch einen anderen Vorschlag?
    Eine Prophylaxe suche ich parallel dazu, es gestaltet sich aber sehr schwierig und langwierig.

    Eine weitere Frage ergibt sich daraus- ich hoffe ich darf sie noch anfügen:
    Ich habe auch noch im Ohr aus Kiel, dass man die Schmerzmedikation mit Triptanen nicht länger als drei Tage hintereinander einnehmen soll. Wieviel Tage sollten dazwischen ohne Medikament ausgehalten werden? Wenn ich status migränosus von 10 Tagen habe, würde da ein Tag ohne ausreichen nach drei Tagen, so dass ich am 5. Tag wieder 3 Tage Schmerzmedikation einnehmen kann?

    Vielen Dank Ihnen für Ihre Bemühungen!
    Mit Freundlichen Grüssen, Eva

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:16 Uhr

      Liebe Evae,

      Paracetamol ist zur Reduktion des Wiederkehrkopfschmerzes wenig zielführend. Es hat zunächst eine sehr minimale Schmerzlinderung bei Migräne. Zum anderen hat es nur eine Wirkdauer von ca. 4 Stunden. Der Effekt ist daher in aller Regel zu vernachlässigen und wir setzen Paracetamol nicht zur Vermeidung von Wiederkehrkopfschmerz ein.

      Auch Naproxen, Arcoxia, Paracetamol und Novalgin zählen bei der 10-20-Regel mit. Es scheint daher aufgrund Ihrer Schilderungen ein möglicherweise sinnvollerer Weg zu sein, wenn Sie die Migräne gleich mit einem Triptan behandeln. Triptane belasten nicht den Magen, sie greifen weder die Magen- noch die Darmschleimhaut an. Wenn Sie also innerhalb der 10-20-Regel bleiben, wäre in Ihrem Fall die Behandlung mit Triptanen wahrscheinlich zielführender.

      So lange Sie die 10-20-Regel einhalten können, können Sie auch über drei Tage hinaus das Akutmedikament verwenden. Sie müssen nur darauf achten, dass die 10er-Grenze pro Monat eingehalten wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. dschenny 2. März 2014 um 15:01 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    bei mir wurden im MRT erhebliche Entmarkungsherde nachgewiesen. Sehen Sie hier einen Zusammenhang mit meiner chronischen Migräne und welche Behandlungskonsequenz ergibt sich hieraus? Mein Neurologe hat mir u.a. hochdosiertes Zink und Vitamin D verordnet. Eine MS schliesst er aus, da die Herde zwar das gesamte Gehirn betreffen aber nicht ins Rückenmark übergehen. Die MRT wurde als Ausschlussdiagnostik durchgeführt weil meine 9 jährige Nichte ein Ependymom Grad 3 hatte und meine Mutter mit 64 Jahren an Hirnmetastasen verstorben ist und ich unter schweren Migräneattacken mit Aura leide.
    Bemerkenswert war auch ein sehr schwacher Reflex in den unteren Extremitäten.
    Beste Grüße und vielen Dank für Ihr Interesse
    dschenny

    • Bettina Frank - Admin 2. März 2014 um 16:13 Uhr

      Bitte liebe Dschenny, in Zukunft nur eine Frage einstellen pro Person, wie oben gebeten wurde!

      • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:17 Uhr

        Liebe Dschinny,

        Entmarkungsherde im MRT können vielfältige Ursachen haben. Sie lassen sich nicht einfach auf die chronische Migräne zurückführen. Am häufigsten gibt es sogenannte vaskuläre Ursachen wie z.B. Bluthochdruck und andere Gefäßkrankheiten. Bei Ihnen ist also eine umfangreiche Diagnostik und Verlaufsbeobachtung erforderlich.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  13. Dusty 2. März 2014 um 15:38 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    vielen Dank für die Möglichkeit ihnen in diesem Chat Fragen stellen zu können.

    Im Juni 2013 war ich bei ihnen in der Klinik und mir wurde für meine neuropathischen Kopfschmerzen Targin 20/10 mg, 5/2,5 mg verordnet.
    Da sich die Schmerzen inzwischen wieder verstärkt haben, ist meine Frage ob es möglich ist das Targin zu erhöhen und gegebenenfalls wie hoch?

    Mit freundlichen Grüßen
    Dusty

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:18 Uhr

      Liebe Dusty,

      die Behandlung mit Targin sollte immer an den Verlauf angepasst werden. Wenn die Schmerzen sich verstärken, ist eine Aufdosierung möglich und auch sinnvoll. Lassen Sie sich dazu jedoch individuell ärztlich beraten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. martin 2. März 2014 um 15:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Goebel,

    es wird ja bei Migräne die Einnahme von 600 mg Magnesium und 400 mg B2 täglich empfohlen.

    Nun meine Frage: Muss eigentlich ein nachgewiesener Magnesium-/B2-Mangel vorhanden sein, um die Wirkung zu erklären oder wirken die Vitamine auch bei Migränepatienten, die keinen nachweislichen Mangel haben?

    Es wird ja allgemein ein Tagesbedarf von 1,5-1,7 mg beschrieben. Warum wird bei Migränepatienten eine so viel höhere Dosis empfohlen? Wird das nicht eh einfach ausgeschieden?

    Und meine ergänzende Frage: Haben weitere B-Vitamine einen ähnlichen oder ergänzenden positiven Effekt auf die Migräne? (Z.B. Vitamin B12).

    Danke für Ihre Zeit.

    Viele Grüße

    Martin

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:19 Uhr

      Lieber Martin,

      Magnesium führt zu einer Normalisierung der elektrischen Erregbarkeit im Nervensystem. Bei der Migränevorbeugung zielt man darauf ab, durch erhöhte Dosen eine genetisch bedingte erhöhte elektrische Erregbarkeit zu reduzieren. Dabei kommt es nicht darauf an, welche Magnesium-Spiegel im Blut vorhanden sind. Magnesium wird hier nicht zum Ausgleich der natürlichen Spiegel eingesetzt, sondern quasi zur Übersättigung der Situation. Bei sehr hohen Dosen kommt es tatsächlich zum Ausscheiden im Darm, Magnesium wird dann nicht mehr in der Gänze aufgenommen. Dies spürt man an Nebenwirkungen wie Völlegefühl und möglicherweise sehr weichem Stuhlgang oder sogar Durchfall.

      Eine vorbeugende Wirksamkeit für andere B-Vitamine ist bisher nicht nachgewiesen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Sunny 2. März 2014 um 16:14 Uhr

    Hallo Herr Prof. Dr. Göbel,
    vielen Dank, dass Sie sich wieder Zeit für uns nehmen. Ich habe vor zwei Jahren durch Zufall entdeckt, dass bei mir eine Katadolon s long täglich hervorragend gegen meine Migräne hilft. Seither nehme ich sie regelmäßig unter strenger Kontrolle wegen der bekannten Lebertoxizität. Vorher hatte ich viele Versuche mit verschiedenen Antidepressiva etc. mit mäßigem Erfolg. Meine Lebensqualität war schon ewig nicht mehr so gut wie mit dem Katadolon. Nun soll ich aber regelmäßig versuchen, ob ich auch ohne das Katadolon s long auskomme. Wenn ich versuche das Präparat abzusetzen, dann bekomme ich meistens nach 3-4 Tagen starke Nackenschmerzen, die dann oft in schwerer Migräne enden. Dann nehme ich sie gleich wieder weiter und die Schmerzen sind dann schnell wieder weg. Sind die einsetzenden starken Schmerzen jetzt eher eine Wiederkehr der alten Schmerzen, weil das Mittel nach 3-4 Tagen nicht mehr wirkt oder muss ich das Präparat trotz Schmerzen länger weg lassen und es könnten auch „Entzugserscheinungen“ sein? Vielen Dank für Ihre Hilfe!

    LG Michaela

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:20 Uhr

      Liebe Sunny,

      wahrscheinlich handelt es sich bei kontinuierlicher Einnahme von Katadolon S long über 2 Jahre um einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz. Lassen Sie das Medikament weg, kommt es nach drei bis vier Tagen zum sogenannten Rebound-Kopfschmerz. Dieser führt dann dazu, dass Sie das Medikament wieder einnehmen.

      Wahrscheinlich können Sie nicht einfach das Medikament absetzen, eine systematische Medikamentenpause mit Zuhilfenahme von Begleittherapie ist erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Berline 2. März 2014 um 16:56 Uhr

    Hallo Herr Professor Göbel,

    ich habe in Ihrer Klinik einen Medikamentenentzug gemacht. Der Entzug soll ja nach drei schmerzfreien Tagen erfolgreich sein. Die drei schmerzfreien Tage hintereinander hatte ich sehr schnell. Bei mir fängt die Migräne meistens im Nacken an, oft kann ich sie aber durch Wärmebehandlung, Entspannung und Ruhe „verhindern“. Diese leichten Anzeichen der Migräne habe ich in den drei Tagen zwar verspürt, aber die Migräne ist nie durchgekommen. Die verspürten Vorboten im Nacken würde ich nicht als Schmerzen bezeichnen.

    Meine Frage ist nun: Zählen diese Tage nun als drei schmerzfreie Tage hintereinander oder nicht?

    Viele Grüße und noch ein schönes Wochenende
    Christina

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:25 Uhr

      Liebe Berline,

      wenn die Migräne nicht durchkommt, kann man die drei hintereinanderliegenden Tage mit den verspürten Vorboten als schmerzfreie Tage zählen. Entscheidend ist jedoch, dass im Verlauf die Migränefrequenz unter zehn Tagen im Monat verbleibt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Joanne 2. März 2014 um 17:05 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Goebel,

    zum Thema Aufwachmigraene hoert man leider sehr wenig. Wenn die Migraene zu einer anderen Tageszeit kommt, kann ich normalerweise durch sofortige Einnahme von Sumatriptan & Domperidon einen starken Anfall verhindern bzw den Schmerz loswerden/lindern.
    Bei Aufwachmigraene hilft bei mir meist nur der Gang in die Notfallstation. Das hat mir in den letzten Jahren schon mehr als einen Job gekostet. Da hilft absolut nichts mehr, die starke Migraene ist ja bereits da.
    Kann man irgendwie vorbeugen? Was empfehlen Sie? Warum entsteht die Migraene in der Nacht? Alle Tipps (wie zB Espresso od. Kohlenhydratsnack vor dem Schlafengehen) haben bei mir nicht geholfen……
    Noch eine kurze Frage, was halten Sie von einem Produkt wie
    „Migra-Eeze™ standardisierte Pestwurz-Ingwer-Riboflavin-Formel“ fuer die taegliche Einnahme zur Vorbeugung?
    Vielen Dank im Voraus fuer Ihre Antwort!
    Joanne

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:27 Uhr

      Liebe Joanne,

      die Migräne tritt am häufigsten am frühen Morgen aus dem Schlaf heraus auf. Wahrscheinlich ist der Grund dafür, dass über Nacht die Energiespeicher im Nervensystem erschöpfen und am Morgen dann die Migräneattacke ausbricht. Grundsätzlich kann man versuchen, eine noch effektivere Vorbeugung generell zu finden. Dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Informationen dazu finden Sie auf Headbook. Wesentlich ist auch, eine möglichst effektive Attackentherapie gerade in der Notfallsituation selbständig anwenden zu können. Am effektivsten ist möglicherweise Sumatriptan subkutan im Pen. Häufig wirken oral eingenommene Medikamente bei bereits bestehender Migräne nicht mehr, da der Wirkstoff im Magen nicht aufgenommen wird. Die Anwendung des Wirkstoffs subkutan mittels Pen oder ggf. auch mittels Nasenspray kann hier noch eine bessere Wirksamkeit erzielen.

      Für das von Ihnen genannte Präparat sind mir keine Studien bekannt, die die Wirksamkeit belegen. Bei der von Ihnen beschriebenen schweren Verlaufsform ist es darüber hinaus nicht anzunehmen, dass die genannten Wirkstoffe ausreichend effektiv sind.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. su 2. März 2014 um 17:16 Uhr

    Sehr geehrter Herr prof. Göbel,
    ich nehme seit ein paar Monaten Metoprolol 50mg und 300mg Magnesium zur Prophylaxe habe aber den Eindruck dies ist nicht hoch genug dosiert, was würden Sie empfehlen. Ausserdem zieht sich der Migräneschmerz seit kurzem bis in den Kiefer, gibt es hierfür eine Erklärung?
    Vielen Dank für Ihre Mühe und herzliche Grüsse

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:28 Uhr

      Liebe Su,

      wahrscheinlich ist die Dosis von Metoprolol 50 mg nicht ausreichend hoch. Bevor man auf ein neues Medikament umsetzt, sollte Metoprolol ausdosiert werden. In der Regel ist die Einnahme von 2×50 mg erforderlich.

      Migräne zieht sehr häufig von den Schläfen in die Kiefer. Das Ausbreiten der Migränekopfschmerzen ist auch ein Hinweis dafür, dass die Vorbeugung nicht ausreichend wirksam ist. Setzten Sie jedoch nicht allein auf Medikamente, sondern versuchen Sie auch Ihr Verhalten adäquat anzupassen. Informationen dazu finden Sie auf Headbook.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Ann-Kristin 2. März 2014 um 17:28 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,

    seit dem 1.Februar ist meine Medikamentenpause vorbei.
    Ich hatte dann Anfang Februar ungefähr 3 Migräneanfälle und dann war ich sagenhafte 11 Tage verschont und hatte kaum Schmerzen.
    Jetzt seit Mitte/Ende Februar habe ich jeden zweiten Tag Migräne.
    Morgen soll ich wieder arbeiten gehen und ich habe heut schon so dolle Kopfschmerzen, dass ich am liebsten was nehmen möchte.
    Ich weiß nicht wie ich so arbeitsfähig sein soll, wenn es mir jeden zweiten Tag schlecht geht.
    Ich kann ja nicht jeden zweiten Tag ein Triptan nehmen, geschweige denn mich jeden zweiten Tag krank schreiben lassen.
    Ich hatte schon so große Hoffnunng als es mir 11 Tage (für meine Verhältnisse) so gut ging.
    Was soll ich jetzt nur machen?
    Oder ist es gerad „Mirgäne-Wetter“?
    Geht es jetzt wieder bergab für mich?
    Ich habe erst am 1.April einen Termin in der Praxis der Schmerzkliknik.
    Ich hab solche Angst, dass ich das nicht schaffe und wieder in dem Kreislauf lande mit MÜK…

    Hier nochmal meine Medis zur Orientierung
    -Venlafaxin 150mg 1-0-0
    -Micardis 40mg 1-0-0
    -Bisoprolol 5mg 1-0-1
    -Amitriptilin 100mg 0-0-1

    Diagnosen:
    -Chronische Migräne
    -Chronische Spannungskopfschmerzen
    -HWS-Syndrom
    -Depression

    Ich danke Ihnen für jeden Rat…

    Liebe Grüße und danke für ihre Hilfe!

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:33 Uhr

      Liebe Ann-Kristin,

      die Migräne ist tatsächlich manchmal wie ein Chamäleon. Sie bleibt elf Tage weg, um dann wieder verstärkt in hoher Frequenz aufzutreten. Das macht sie auch so schwierig, da man den genauen Verlauf im Einzelfall nicht vorhersehen kann und man nie weiß, wann sie wieder zuschlägt. In jedem Fall wurde Ihnen eine sehr umfangreiche Medikation empfohlen. Auch kennen Sie die Verhaltensregeln für die Migräne. Setzten Sie diese systematisch um. Sie haben dann alles getan, was möglich ist. Sie können auch erwarten, dass nicht immer die schlechteste Option mit dem erneuten Auftreten von vielen Attacken eintreten muss. Sie sollten daher Zuversicht haben, dass wenn Sie das Richtige machen, auch das Ergebnis in Ihrem Sinne eintritt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Lotta 2. März 2014 um 17:48 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.Göbel,
    ich bin ganz neu im Headbook der Schmerzklinik und weiß nicht genau, ob eine ähnliche Frage bereits an anderer Stelle beantwortet worden war.
    Ich (48J) leide an chronischer Migräne und habe Anfang Dezember erstmalig 150 Einheiten Botox
    erhalten. Das hat für ca. 7-8 Wochen hervorragend gewirkt. Jetzt habe ich täglich so starke Kopfschmerzen, dass ich kaum einen Tag ohne Schmerzmittel auskomme. ( 1000mg Novamins. und/ oder 100mg Diclo Supp.) Mein nächster Neurologen Termin ist erst Ende März.
    Wie verhalte ich mich bis dahin richtig?
    Welche Optionen für andere Schmerzmittel habe ich noch?
    Einzig wirksame Prophylaxe war bisher Metoprolol 100 bis zu 150mg, wirkte zum Schluss aber auch nicht mehr. Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:34 Uhr

      Liebe Lotta,

      möglicherweise ist die Wirkung von Botox bereits nach 8 Wochen abgeklungen. In der Regel dauert die Wirkung ca. 3 Monate an, im Einzelfall kann sie aber jedoch nach 8 Wochen schon sich reduzieren, in anderen Fällen kann sie auch deutlich über 12 Wochen bestehen bleiben. Problematisch ist jedoch die nahezu tägliche Einnahme von Akutschmerzmitteln. Dadurch wird der Effekt der Vorbeugung schnell neutralisiert und es kommt zu einer verstärkten Attackenfrequenz. Versuchen Sie daher möglichst, eine kurzfristige Pause einzulegen, damit die weitere Sensibilisierung nicht voranschreitet. Nach unserer Erfahrung gibt es bisher keine Alternative zum Einhalten der 10-20-Regel.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Martin E. 2. März 2014 um 18:05 Uhr

    Lieber Professor Göbel,
    vielen Dank das Sie sich am Sonntag für unsere Fragen Zeit nehmen.
    Ein guter Freund aus den USA hat mich auf die Klinik Keystone in Mechanicsburg, PA aufmerksam gemacht, die eine neue Methode zur Behandlung von u.a. Migränepatienten entwickelt hat. Im Rahmen einer Studie wurden die Ergebnisse in „the Functional Neurology, Rehabilitation, and Ergonomics Journal“ veröffentlicht. Sogar der grosse Fernsehsender ABC hat darüber berichtet.

    Link und Beschreibung habe ich Ihnen als persönliche Nachricht zugesendet.

    Mein Frage: Kennen Sie bereits diese Methode, wenn ja, wir würden Sie diese beurteilen.

    Mfg,
    Martin E.

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:34 Uhr

      Lieber Martin E.

      die Methode ist bisher in der Fachwelt nicht bekannt. Ich schaue mir die Arbeit gerne an.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Beate 2. März 2014 um 19:25 Uhr

    Guten Abend Herr Prof.Dr.Göbel ich wollte sie mal fragen welche medikament mir bei Fibromyalgie (schmerzen im Kopf ,wie stromschläge )helfen kann.Sie haben mir leztes jahr wu ich bei euch in der Klinik war wegen Migräne sehr geholfen das habe ich schon sehr gut im griff . Meine Medikamente die ich täglich annehme sind Cymbalta 60mg morgens Bisoprolol2.5mg und abends Syneudon 25mg irgend wie funktioniert es bei mir nicht ich leide ´.
    Mfg
    Beate Hanslik

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:35 Uhr

      Liebe Beate,

      leider gibt es zur Behandlung der Fibromyalgie keine zuverlässige Behandlung. Es handelt sich dabei auch nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern um ein Zusammenwirken für vielfältige Ursachen. Wesentlich ist daher, dass man diesen Bedingungen für die Dauerschmerzen auf die Spur kommt und die einzelnen Erkrankungen herausarbeitet. Häufig handelt es sich um eine generelle Sensitivierung des Schmerzsystems. Grundlagen dafür können vielfältig sein, sehr häufig Depressionen, Ängste, Schmerzerkrankungen, andauernde psychosoziale Stresssituationen und vielfältige körperliche Erkrankungen. Oft kann nur eine systematische Dauertherapie über längere Zeit die Beschwerden teilweise lindern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Knoddelohr 2. März 2014 um 20:00 Uhr

    Guten Abend Herr Prof. Dr. Göbel,
    ich leide seit meinem 3/4 Lebensjahr an Migräne. 2009 war ich bei Ihnen in der Klinik und wurde auf Beloc-Zok mite und 600 mg Magnesium eingestellt. Bei Migräne Maxalt 10 mg.
    Die Beloc-Zok habe ich Ende 2010 langsam abgesetzt (Lt. Hausarzt)
    Maxalt nehme ich bei meinen Migräneanfällen noch immer, allerdings tritt oft keine oder nur eine kurzfrstige Wirkung ein.
    Habe es zwischendurch mit Osteopathie, neurologischer Muskel-Stimulation, man. Therapie, Akupunktur, Schröpfen,… etc. versucht aber nichts hilft wirklich.
    Hauptsächlich tritt die Migräne „nur“ noch kurz vor, während, oder kurz nach meiner Periode auf.
    Was kann ich tun, damit wieder eine Besserung eintritt ?
    Medikamentenwechsel ?
    Vielen Dank schon jetzt und schöne Grüße nach Kiel
    K. Wagner

    • Hartmut Göbel 2. März 2014 um 21:41 Uhr

      Liebes Knuddelohr,

      aus Ihren Schilderungen scheine ich entnehmen zu können, dass die Häufigkeit der Migräne abgenommen hat und Sie vor allem nur noch im menstruellen Zeitfenster an Migräne leiden. Es kommt bei Ihnen daher in erster Linie auf eine effektive Attackentherapie an. Maxalt scheint bei Ihnen nicht zuverlässig zu wirken. Maxalt hat den Vorteil, dass es in der Regel sehr schnell wirkt. Bei längeren Attacken, wie es häufig bei Migräne im menstruellen Zeitfenster ist, wären langwirksame Triptane möglicherweise zuverlässiger einzusetzen. Zu den langwirksamen Triptanen zählt insbesondere Relpax, Zolmitriptan und Almotriptan. Sie könnten einmal mit Ihrem Arzt besprechen, einen entsprechenden Behandlungsversuch zu starten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Bettina Frank - Admin 2. März 2014 um 20:19 Uhr

    Bitte jetzt keine weiteren Fragen mehr einstellen. Prof. Göbel ist leider etwas in Verzug geraten durch einen Notfall in der Klinik. Aber jetzt gehts demnächst los. 🙂

  25. Bettina Frank - Admin 2. März 2014 um 20:25 Uhr

    Hallo Folaron,
    Prof. Göbel konnte erst jetzt starten wegen eines Notfalls. Die Antwort kannst Du dann unter Deiner Frage ablesen. Kann aber noch etwas dauern. Ich habe Deine Frage oben gelöscht, da Du Deine Frage nicht richtig eingestellt hattest. Das nächste Mal bitte erst nach unten scrollen und dann im offenen Fenster Deine Frage einstellen.

    Du hattest auf meinen Eingangsbeitrag geantwortet, danach kam noch die ebenfalls an falscher Stelle eingesetzte Frage von Trompete und für die Antwortfunktion sind nur einige Ebenen vorgesehen. Daher musste ich Deine Frage löschen, sonst hätte Prof. Göbel Euch nicht mehr direkt darunter antworten können.

    Liebe Grüße
    Bettina

  26. Elisabeth F. 2. März 2014 um 21:20 Uhr

    vielen dank für die Antwort,sie hat mir sehr geholfen.
    Gruß an das ganze Time der Klinik

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