Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 18.08.2014

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

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Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin

69 Kommentare

  1. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 18. August 2014 um 11:55 Uhr

    Die Chat-Gruppe ist geöffnet, Fragen können jetzt eingestellt werden.

    Bitte nur eine Frage stellen und diese kurz halten. Danke für Eurer Verständnis. 🙂

    • Profilbild von Trompete29
      Trompete29 18. August 2014 um 13:18 Uhr

      Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
      welche Regel geht im Notfall vor: nicht mehr als 2 Triptane binnen 24 Stunden oder nicht mehr als 3 Tage hintereinander Triptane?( Ich hatte neulich das Problem, das zu entscheiden. Wenn ich binnen 24 Stunden noch eine 3. Tablette(nachts)genommen hätte, wäre der Schmerz nicht so stark geworden, dass mir morgens das 1. Mal seit Jahren speiübel geworden ist)
      2. Frage: ich leide seit 3 Jahren unter rezidivierenden depressiven Episoden und bin aufgrunddessen sehr oft müde. Dadurch bekomme ich sehr oft schon nach kurzem Lessen Migräne. Sollte ich vielleicht doch mal ein Antidepressivum versucehhen?? Sie sind ja auch Psychologe. Was raten Sie mir?? Vielen Dank für Ihre Zeit und Mühe!

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:05 Uhr

        Liebe Trompete29,

        Triptane können bei Anwendung an einem Tag mit wieder auftretendem Kopfschmerz wiederholt eingenommen werden. Voraussetzung für eine wirkungsvolle Zweiteinnahme ist, dass auch die erste Einnahme zu einer deutlichen Reduktion der Schmerzen geführt hat. Die Schmerzen sollten also nach der ersten Einnahme mindestens schwach oder völlig abgeklungen sein. Tritt dann der Schmerz wieder auf, spricht von einem sogenannten Wiederkehrkopfschmerz. Dieser Wiederkehrkopfschmerz spricht dann erneut auf eine zweite Triptangabe an.

        Ist jedoch die erste Gabe ohne Effekt, macht es auch keinen Sinn, eine zweite Triptangabe nach einer gewissen Zeit nachzulegen. Diese ist dann typischerweise nicht wirksam. Im Ausnahmefall kann sicherlich auch erwogen werden, eine dritte Einnahme bei Wiederkehrkopfschmerz vorzunehmen. Sollte ein Triptan im Laufe eines Tages nicht ausreichend wirken empfiehlt es sich zu überlegen, das Triptan mit einem langwirksamen NSAR, z.B. Naproxen oder ein Mittel gegen Übelkeit zu kombinieren. Es gibt keine Regel die verbietet, dass man Triptane drei Tage oder länger hintereinander einnehmen darf. Grundsätzlich gilt der Grundsatz, dass Triptane an mindestens 20 Tagen im Monat nicht eingenommen werden sollen. Dabei wird nicht festgeschrieben, wie viele zusammenhängende Tage die Einnahme erfolgt.

        Besteht eine rezidivierende depressive Episode sollte tatsächlich überlegt werden, ob ein Antidepressivum eingesetzt werden kann. Die Episoden können dabei deutlich abgemildert und abgekürzt werden. Darüber hinaus kann auch ein migränevorbeugender Effekt entstehen.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  2. Profilbild von Centaura
    Centaura 18. August 2014 um 12:00 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich bin 49 Jahre alt und ich leide seit 29 Jahren an chronischer Migräne. Seit meiner Erkrankung (vor 3 Jahren) an Depressionen, Angstzuständen und Somatisierungsstörungen stiegen die Migräneattacken auf 15 – 17 Tage/Monat. Dadurch bin ich zur Erwerbsminderungsrentnerin geworden. Als Akutmedikament nehme ich Sumatriptan 100, das meistens ausreichend hilft. Mein Neurologe sagt, dass ich austherapiert bin. Sämtliche Prophylaxemedikamente vertrage ich nicht, bis auf Topiramat. Dies nahm ich immer wieder mit Pausen in der Stärke 50. Topiramat hilft nur einige Monate die Migränetage zu reduzieren, dann ist die Wirkung dahin. Aktuell bekomm ich eine zweite Runde (10 Stück) Procain-Basen-Infusion im Rahmen einer ambulanten Schmerztherapie. Diese Infusionen reduzieren aber nur sehr kurzfristig die Migränetage. Gleichzeitig nehme ich wieder Topiramat 50. Botox-Injektionen konnten die Migränetage nicht reduzieren. Moderate Bewegung und Entspannung nach Jacobson übe ich im Rahmen meiner Möglichkeiten aus.

    Bitte Ihre Meinung zu Procain-Basen-Infusionen. Wie soll die Schmerztherapie bei Migräne ausschauen? Was raten Sie mir?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:06 Uhr

      Liebe Centaura,

      die Procainbaseninfusionsbehandlung ist nicht durch wissenschaftliche Studien in ihrer Wirksamkeit belegt. Ein Therapieeffekt ist davon nicht zu erreichen. Bestehen Depressionen und Angstzustände, ist die Gabe von Topiramat bedenklich, sie kann sowohl die Stimmung als auch Ängste verschlechtern. Sie sollten erwägen, sich in einem speziellen Schmerzzentrum vorzustellen, um nach weiteren Therapieoptionen nachzufragen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von Centaura
        Centaura 18. August 2014 um 18:09 Uhr

        Wo finde ich spezielle Schmerzzentren ? Bei Ihnen in der Klinik?

  3. Profilbild von Pebbles 71
    Pebbles 71 18. August 2014 um 12:03 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    bei mir wurden chron. Spannungskopfschmerzen, Migräne und Depressionen diagnostiziert.

    Ich leide täglich an dumpfen, drückenden Kopfschmerzen, die aber bei geringster Anstrengung (z. B. Treppenlaufen) schlimmer werden und in pulsierend oder pochend wechseln. Wobei es kein aber kein einseitiger Schmerz ist. Je nachdem wieviel ich mich bewege, kommt teilweise Übelkeit hinzu.

    Ich bin verunsichert, weil ich meine Schmerzen nicht einordnen kann.

    Ibu 400 hilft meist gar nicht. Ibu 600 manchmal. Bei starkem „Pochen“ nehme ich Triptane, die helfen und Pochen verschwindet, danach ist aber wieder der dumpfe Dauerdruck im Kopf zu spüren. Ich halte mich an die 10/20 Regel und führe ein Schmerztagebuch.

    Können Spannungskopfschmerzen und Migräne gleichzeitig auftreten?
    Habe ich vielleicht ständig eine leichte Dauermigräne? – Gibt es so etwas überhaupt?
    Venlafaxin und Amitriptylin als Profilaxe haben mir nicht geholfen.

    Viele Grüße und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
    Pebbles

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:09 Uhr

      Liebe Pebbles,

      Spannungskopfschmerzen und Migräne kommen sehr häufig parallel vor. 50% der Menschen mit Migräne leiden auch an Kopfschmerz vom Spannungstyp. Diese Situation macht es häufig schwer, genau abzugrenzen, wann ein Spannungskopfschmerz vorliegt und wann Migräneattacken bestehen. Möglicherweise besteht bei Ihnen jedoch auch das Bild einer sogenannten chronischen Migräne. Diese muss speziell behandelt werden und benötigt ein differenziertes Konzept. In Hinblick auf die komplexe Behandlung ist zu überlegen, dass Sie sich bei einem spezialisierten Kopfschmerzzentrum vorstellen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Profilbild von Rmot
    Rmot 18. August 2014 um 12:06 Uhr

    Verehrter Herr Dr. Göbel,
    ich bitte um Antwort zu einer Frage über „Migravent“. Ich nehme das Präparat seit einiger Zeit zur Prophylaxe. Eine gewisse positive Wirkung scheint es schon zu haben. Da meine Nierenwerte meistens grenzwertig sind, würde ich gerne wissen, ob Migravent möglicherweise nierenschädigend wirken könnte? Im Beipackzettel steht ja auch, dass man das Mittel bei eingeschränkter Nierenfunktion nicht anwenden soll.
    Besten Dank und viele Grüße
    Robert

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:10 Uhr

      Lieber Rmot,

      eine direkte nierenschädigende Wirkung von Migravent ist nicht zu erwarten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Profilbild von Eva
    Eva 18. August 2014 um 12:13 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich habe eine Frage zur Prophylaxe.
    Ende März/Anfang April habe ich in der Schmerzklinik Amitriptylin (zuletzt: 50 mg abends) und Botox (? Einheiten bekommen). Nach acht Wochen Medikamentenpause war ich im Juni bei 12 Triptantagen.

    Anfang Juli habe ich vom Neurologen wieder Botox (155 Einheiten bekommen). Wegen großer Müdigkeit wurde das Amitriptylin durch Nortriptylin (jetzt: 35 mg – 0 – 35 mg) ersetzt, noch ein Versuch bevor z.B. der empfohlene Wechsel auf Venlafaxin erfolgen könnte.

    Nun habe ich im August wieder fast jeden Tag Migräne und den Eindruck, dass die neue Prophylaxe schlechter wirkt, obwohl Ami- und Nortriptylin fast gleich sein sollen.

    Meine Frage ist, ob ich jetzt schon (auch vor Ablauf von drei Monaten) wieder auf das Amitriptylin zurückwechsele (und ggf. noch eine Prophylaxe dazu nehme), um die chronische Migräne und Dauerkopfschmerzen besser in den Griff zu bekommen.

    Vielen Dank im Voraus!

    Eva

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:11 Uhr

      Liebe Eva,

      die Wirkung von Amitriptylin in der Migräneprophylaxe ist gut dokumentiert. Dies gilt nicht für Nortriptylin. Tatsächlich sind die Medikamente unterschiedlich, es ist daher nicht vorherzusagen, ob man bei Umstellung auf Nortriptylin die prophylaktische Wirkung aufrechterhalten kann. Sie können daher erwägen, wieder auf das Amitriptylin zurückzuwechseln.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Profilbild von bergdirndl
    bergdirndl 18. August 2014 um 12:13 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,
    war 2008 in Ihrer Klinik und habe u.a. Metroprolol 47,5 mg als Prophylaxe erhalten. Im Laufe der Jahre wurde sie aufdosiert auf 95 mg.
    Habe das Medikamemt gut vertragen und merke seit Anfang des Jahres, dass die Kopfschmerzhäufigkeit nachlässt.
    Würde gerne einen Auslassversuch starten und deshalb meine Fragen:
    Wie gelingt mir das möglichst nebenwirkungsfrei?
    Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?
    Wie gehe ich vor, wenn ich nach einiger Zeit merke, dass die Häufigkeit wieder zunimmt?

    Vielen Dank für Ihren Rat!
    bergdirndl

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:12 Uhr

      Liebe Bergdirndl,

      Sie können bei der Abdosierung eine langsame Dosisreduktion vornehmen. Typischerweise reduziert man pro Woche um 25% der vorhergehenden Dosierung. Sollte die Häufigkeit darunter wieder zunehmen, behält man dann die entsprechende Dosierung bei oder erhöht wieder auf die ursprüngliche Dosierung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Profilbild von Fine
    Fine 18. August 2014 um 12:18 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Goebel,

    ich (w/31) habe jetzt schon seit 11 Jahren Migräne, mittlerweile oft zwei Attacken pro Woche.

    Das Hauptproblem ist dabei, dass Triptane bei mir nicht wirken und ich dadurch immer wieder komplett ausgeknockt bin, durch die Migräne-Attacken. (Schmerzmittel helfen zu 70%, gehen aber sehr auf den Magen.) Mittlerweile habe ich alle 7 ausprobiert, alleine Sumatriptan hat mir ca. ein Jahr lang relativ gut geholfen, dann nicht mehr. Es liegt jedoch nicht an Einnahmefehlern, auch habe ich eine “klassische Migräne”, keine andere Kopfschmerzart. Ich kann es mir selbst nicht erklaeren, und viele Neurologen nehmen mich diesbezueglich nicht ernst, leider.

    Die Prophylaxemoeglichkeiten beiseite genommen, geht es mir wirklich um die Akuttherapie, die ich doch immer brauchen werden.Deshalb meine Frage: Hatten Sie auch schon Patienten, bei denen Triptane nicht wirken? Was koennen Sie mir in diesem Fall raten?

    Vielen Dank fuer Ihre Zeit!
    Viele Gruesse
    Fine

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:25 Uhr

      Liebe Fine,

      leider ist es so, dass auch Triptane nicht bei 100% aller Patienten und allen Attacken wirken. Sollte unter Sumatriptan als Tablette eine gute Wirkung eingetreten sein, wäre zu überlegen, ob Sie nicht einmal Sumatriptan im Autoinjektor als Pen einsetzen. Die Wirkung von Triptanen kann man auch verbessern, indem man ein Schmerzmittel wie z.B. Naproxen und ein Mittel gegen Übelkeit oder Erbrechen wie zum Beispiel Vomex gleichzeitig einnimmt. Auch sollte auf eine möglichst frühzeitige Einnahme im Attackenbeginn geachtet werden. Prophylaxemittel können darüber hinaus die Wirkung von Akutmedikamenten im Einzelfall ebenfalls verbessern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Profilbild von Eva
    Eva 18. August 2014 um 12:18 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,

    ich leide an chronischer Migräne und war im Dez. 2013 in Kiel. Danach ging es mir auch erst viel besser, aber nun habe ich seit ca. 6 Wochen jeden Tag Migräne. Die Schmerzintensität ist dabei allerdings gering (eine 2-4). Ein MüK kann es eigentlich nicht sein. Ich nehme 25 mg Doxepin zur Prophylaxe und Rizatriptan zur akuten Behandlung; momentan leider viel zu viel (d.h. seit Juli an mehr als 10 Tagen/Monat). Ich habe mir bereits an 2 aufeinander folgenden Tagen jeweils 100 mg Kortison intravenös geben lassen, aber es hat nicht geholfen.

    Ich bin verzweifelt und ratlos; was würden Sie mir empfehlen?

    Tausend Dank,
    Eva Middelhoff

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:24 Uhr

      Liebe Eva,

      bei Ihnen scheint sich wieder eine Kopfschmerzfrequenzsteigerung durch zunehmende Einnahmehäufigkeit von Akutmedikamenten einzustellen. Wenn Sie wieder Akutmedikamente an mehr als 10 Tagen im Monat einnehmen, sollte eine Medikamentenpause zunächst eingesetzt werden. Dies können Sie auch jetzt ambulant versuchen. Die Medikamentenpause ist wirkungslos, wenn Sie währenddessen Akutschmerzmittel oder Triptane einnehmen. Eine Akut-Medikamenteneinnahme sollte erst dann erfolgen, wenn mindestens drei aufeinanderfolgende Tage erlebt werden, an denen Sie normalerweise kein Akutschmerzmittel einsetzen würden. Die Gabe von Kortison (Prednisolon) kann die Symptome während der Medikamentenpause mildern. Es gibt also viel zu tun und zu überlegen, falls Sie nicht selbst ambulant vorankommen, lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten und gegebenenfalls sollte eine spezialisierte Behandlung erneut erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von Eva
        Eva 18. August 2014 um 19:19 Uhr

        Vielen Dank! An wie vielen Tagen sollte Kortison gegeben werden, und welche Menge?

  9. Profilbild von Marta
    Marta 18. August 2014 um 12:20 Uhr

    Guten Abend, Herr Goebel.
    Ich nehme zur Zeit 75 mg Lamotrigin als Phrophylaxe gegen die Aura ein… Bei den Schmerzen naratriptan in kombi mit 500mg Naproxen.
    Zur Zeit und immer häufiger falle ich aber in depressive Phasen, fühle mich ausgepowert, gereizt und traurig. Gerne würde ich ein Antidepressivum nehmen.
    Welches ist ihrer Meinung nach mit weniger Nebenwirkungen behaftet und verträgt sich aber auch gleichzeitig gut mit meinen Triptanen ( manchmal 4-5 schmerz und einnahmetage am Stk.)
    und dem Lamotrigin.

    vielen Dank für ihre Mühe..

    Beste Grüße
    M. Reinartz

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:27 Uhr

      Liebe Marthe,

      die kombinierte Gabe von Lamotrigin mit einem Antidepressivum ist möglich. Pauschal lässt sich jedoch nicht sagen, welches hier zu präferieren ist. Es kommt hier genau auf die Symptomatik und auf den Verlauf der depressiven Episode an. Um gleichzeitig eine positive Wirkung auf die Migräne zu erzielen, wäre zunächst an ein trizyklisches Antidepressivum wie zum Beispiel Amitriptylin oder Doxepin zu denken. Dies würde zum Beispiel insbesondere auch bei Schlafstörungen vorteilhaft sein. Steht die depressive Stimmung, die Antriebsreduktion und Müdigkeit im Vordergrund, können Medikamente wie zum Beispiel Venlafaxin oder ähnliche erwogen werden. Dies müssten Sie jedoch direkt mit Ihrem behandelnden Arzt erörtern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Profilbild von Sommersprosse
    Sommersprosse 18. August 2014 um 12:48 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    vielen Dank für die Möglichkeit, in diesem Forum direkt Fragen an Sie richten zu können.

    Ich bin 34 Jahre alt und leide seit meiner Pubertät an Migräne. Mittlerweile erreiche ich eine Attackenhäufigkeit von bis zu 15-17 Migränetagen pro Monat. Diese behandele ich wirkungsvoll mit Sumatriptan 100 mg (leider nicht immer unter Einhaltung der 10-20 Regel).

    Zahlreiche medikamentöse Prophylaxemedikamente einschließlich der Botoxtherapie blieben erfolglos. Aufgrund meines Kinderwunsches verzichte ich derzeit auf eine weitere medikamentöse Prophylaxe und versuche, mit hochdosiertem Magnesium (morgens und abends jeweils 300 mg) sowie mit Akupunktur die Attackenhäufigkeit zu senken. Leider ebenfalls bisher ohne Erfolg.
    Mit Anfang 20 entwickelte ich zudem eine Zwangsstörung, die ich bereits seit einigen Jahren sehr gut im Griff habe und die mein heutiges Leben nicht mehr einschränkt. Um diesen stabilen Zustand aufrecht zu erhalten, nehme ich täglich noch Fluoxetin 20 mg ein (1-0-0).

    Nun meine Frage:
    Gefährde ich mit der Einnahme von Triptanen an bis zu 12 Tagen im Monat meinen Kinderwunsch?
    Anders ausgedrückt: Können Triptane (oder gar das Fluoxetin) eine Befruchtung oder Einnistung verhindern oder besteht die Gefahr, den Embryo durch das sogenannte „Alles-oder-nichts-Prinzip“ direkt wieder zu verlieren?

    Im Voraus schon einmal vielen Dank für Ihre Zeit und die Beantwortung meiner Frage.
    Herzliche Grüße,

    Sommersprosse

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:28 Uhr

      Liebe Sommersprosse,

      es ist nicht zu erwarten, dass Sie mit der Einnahme von Triptanen an bis zu 12 Tagen im Monat Ihren Kinderwunsch gefährden. Es gibt meines Wissens keine Hinweise dafür, dass Triptane eine Befruchtung oder Einnistung verhindern. Grundsätzlich sollte man jedoch bei Kinderwunsch darauf achten, möglichst wenig oder gar keine Medikamente einzunehmen. Wichtig wäre daher, dass Sie in der Woche nach dem Eisprung bis zum Einsetzen der nächsten Regelblutung mit der Einnahme von Akutmitteln zurückhaltend sind, da hierbei eine Schwangerschaft vorliegen könnte. Besteht die Schwangerschaft schon, muss die Migränetherapie unmittelbar angepasst werden. Dies kann nur individuell erfolgen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Profilbild von denkpositiv
    denkpositiv 18. August 2014 um 12:56 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    zur Migräneprophylaxe nehme ich mit Erfolg seit Februar diesen Jahres täglich Amitriptilyn 30 mg um ca. 18:00 ein.
    Nun habe ich eine schwierige Zahnbehandlung unter örtlicher Betäubung (6 alte Zahnkronen entfernen und durch neue ersetzen) vor mir. Diese Behandlung soll im September starten.

    Nimmt das Amitriptilyn negativen Einfluss auf die Betäubung beim Zahnarzt? Oder muss ich mit anderen Problemen rechnen? Muss ich das Ami… vielleicht vor der Zahnarztbehandlung sogar absetzen/ausschleichen?

    Recht wäre mir das nicht, denn derzeit bin ich mit meinem Migräneverlauf im Zusammenhang mit Ami… sehr zufrieden.

    Vielen Dank!
    Denkpositiv

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:30 Uhr

      Liebe Denkpositiv,

      ein Einfluss durch die Betäubung beim Zahnarzt ist durch die Einnahme von Amitriptylin nicht zu erwarten. Es besteht daher in der Regel keine Notwendigkeit, das Medikament abzusetzen. Es wäre jedoch problemlos möglich, am Vorabend der Behandlung im Zweifel das Medikament auszusetzen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Profilbild von *MARIA*
    *MARIA* 18. August 2014 um 12:58 Uhr

    Sehr geehrter Hr. Prof. Göbel,

    nach 3 erfolglosen Nasennebenhöhlen-OP’s kam man bei mir zur Diagnose:

    – Atypischer Gesichtsschmerz, bzw. atypische Trigeminusneuralgie
    ( besonders betroffen: Oberkiefer u. Unterkieferast, sowie ein kleiner Ast von der Wurzel zum Ohr)

    Ich habe seit 2 Jahren fast täglich Schmerzen und schon: Gabapentin, Lyrica, Carbamazepin und Amitriptylin erfolglos eingenommen.

    Meine Fragen an Sie sind:

    – wissen Sie noch andere Medikamente, die man noch ausprobieren könnte?
    – könnte eine Botoxinjektion Schmerzlinderung bringen?

    Vielen Dank im voraus und ganz liebe Grüße,

    Maria

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:32 Uhr

      Liebe Maria,

      bei Nasennebenhöhlen-Operationen, insbesondere bei wiederholten Eingriffen, kann es leider zu einer Verletzung von empfindlichen Nervenfasern in der Schleimhaut der Nasennebenhöhle kommen. Diese werden dabei abgetrennt und verletzt. Die Folge können lebenslange Schmerzen oder eine Überempfindlichkeit im Bereich des Oberkiefers sein. Dies ist eine typische Form eines sogenannten neuropathischen Schmerzes. Ein atypischer Gesichtsschmerz oder eine atypische Trigeminusneuralgie ist dies jedoch nicht. Wenn Antiepileptika oder Antidepressiva die Schmerzempfindlichkeit nicht stabilisieren können, kann auch erwogen werden, eine dauerhafte Einstellung auf ein Schmerzmittel vorzunehmen. Möglichkeiten sind dabei zum Beispiel Tramundin oder andere mittelpotente Opioidanalgetika. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass es sich um Nervenverletzungen handelt, die nicht rückgängig gemacht werden können und dass diese Empfindlichkeit daher lange Zeit aufrechtbestehen kann. Insbesondere bei kaltem Wetter und bei Infekten können die Schmerzen verstärkt werden. Hier kann manchmal eine lokale Kortikoidspray-Behandlung hilfreich sein. Von einer Botox-Injektion bei dieser Form von Schmerzen ist keine Linderung zu erwarten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Profilbild von Claudia
    Claudia 18. August 2014 um 13:12 Uhr

    Lieber Prof. Göbel,
    im Dez. 2013 war ich in Ihrer Klinik und erfolgreich behandelt.
    Als Prophylaxe nehme ich 150 mg Ergenyl morgens und abends.
    Bisher kam ich ganz gut aus damit und hatte meistens weniger als 10 SChmerztage im Monat.
    Leider habe ich jetzt im August bedingt durch persönlichen Stress schon bereits 8 Tage…
    und befürchte nun, dass ich diesen Monat über die10 Tage komme.
    Komme ich dann direkt wieder in den MÜK oder ist es nicht schlimm, wenn es mal einen Monat mehr als 10 Tage sind?
    Herzliche Grüsse aus München
    Claudia

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:33 Uhr

      Liebe Claudia,

      es ist nicht schlimm, wenn Sie in einem Monat an oder über die zehn Tage mit Akutmedikamenten kommen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass im nachfolgenden Monat möglichst weniger als zehn Tage mit einer Akuteinnahme bestehen. Problematisch ist es immer dann, wenn Sie merken, dass Sie Monat für Monat mehr Akutmedikamente brauchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Profilbild von Manuela
    Manuela 18. August 2014 um 13:23 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    meine Frage betrifft die Botox-Behandlung. Ich habe im Juli zum dritten Mal Botox gespritzt bekommen. Die ersten beiden Male haben sich meine Anfälle nach ca. 2 Wochen reduziert (von 12-15 Tagen pro Monat auf 8-9 Tag). Gleichzeitig dauerten die Anfälle nicht mehr 3 Tage, sondern nur noch 1-2 Tag und auch die Schmerzen waren nicht mehr so intensiv. Im dritten Monat nach den Injektionen nahmen die Anfälle wieder zu. Jetzt nach dem dritten Mal habe ich erst nach 3 Wochen eine Erleichterung gespürt und auch die Tage zwischen den Anfällen haben sich verkürzt – von vorher 7-8 Tagen auf jetzt 5-6 Tage.
    Meine Fragen lauten:
    Wie lange sollte man Botox spritzen lassen, um sicher zu gehen, dass sie als Prophylaxe wirkt?
    Wie lange kann man Botox spritzen lassen?
    Wann kann man von einem Erfolg sprechen?
    Sollte immer in dem selben Abstand (3 Monate) gespritzt werden oder sollte man versuchen, den Abstand zu verlängern?
    Vielen Dank für Ihre Zeit und für Ihr Engagement,
    Manuela

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:35 Uhr

      Liebe Manuela,

      typischerweise dauert die Wirkung von Botox einen Zeitraum von ca. drei Monaten an. Im Einzelfall kann dieser Zeitraum jedoch kürzer aber auch länger sein. Er kann sich auch im Behandlungsverlauf verändern. Häufig erleben wir, dass Botox mit zunehmender Behandlungshäufigkeit in längeren Abständen ausreichend wirksam ist. Umgekehrt kann es jedoch auch sein, dass die Wirkung von Botox nicht drei Monate überbrückt und man dann in einem kürzeren Zeitabstand nachbehandeln muss. Die Behandlungshäufigkeit mit Botox ist unbegrenzt, es gibt also keine feste Limitierung bezüglich einer bestimmten Anzahl von Behandlungszyklen. Man kann dann von einem Erfolg sprechen, wenn die Kopfschmerzhäufigkeit reduziert wird, die Schmerzattacken weniger lange anhalten, Begleitsymptome milder sind oder Akutmedikamente wieder ausreichend wirken. Dazu ist das Führen eines Schmerzkalenders unerlässlich. Man kann dann die Einträge mit der Zeit vor der Behandlung vergleichen. Den Abstand der Behandlungen sollte man nicht fixsetzen, sondern je nach individueller Situation variieren. Auch dies erfordert eine genaue Langzeitevaluation der Behandlung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Profilbild von Monka
    Monka 18. August 2014 um 13:27 Uhr

    Sehr geehrter Hr,Prof.Göbel

    Viele Jahre begleitet mich die Basilares Migräne schon,komme mal gut oder weniger gut mit ihr zurecht.Alle Prophylaxen haben nichts gebracht,gut komme seit 2002 mit Botox zurecht.Allerdings
    häufen sich die Anfälle wieder,gibt es eine Akutlösung?Besonders wegen des Gleichgewichtsausfall bis jetzt nehme ich eine Schmelztablette Tavor damit ich nicht voll in Panik gerate.Kann ein Anfall durch eine bestimmte Kopfbewegung ausgelöst werden?

    Herzliche Grüße
    Monka

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:38 Uhr

      Liebe Monka,

      bei der Basilarismigräne oder wie sie heute genannt wird, Migräne mit Hirnstammaura, sind die Akuttherapiemöglichkeiten eingeschränkt. Gefäßverengende Medikamente wie Triptane oder Ergotamine sollten nicht eingesetzt werden. Möglich ist jedoch die Behandlung mit einem Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen oder Novaminsulfon. Diese können mit einem Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen kombiniert werden. Auch die Gabe von Prednisolon im akuten Anfall kann erwogen werden, eventuell in Verbindung mit einem Mittel gegen Übelkeit und je nach Anfallsschwere mit weiteren Optionen, wie zum Beispiel mit dem von Ihnen genannten Tavor. Durch Halsbewegungen wird eine Migräne mit Hirnstammaura in der Regel nicht ausgelöst.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Profilbild von Martin E.
    Martin E. 18. August 2014 um 13:30 Uhr

    Lieber Prof. Göbel,
    betrifft Ihr Artikel im Magazin Nr. 64 der Migräneliga Seite 8 „Nervale Überregbarkeit durch Glutamat“:

    Wie kann man als Patient testen, ob man darauf reagiert (auf den Lebensmitteletiketten steht nicht immer, ob und wieviel).

    Könnte man das z.B. ausprobieren, in dem 1 Teelöffel Fondor (enthält Mono Natriumglutamat) in Wasser auflöst und dann trinkt,

    …würde das eine Migräne auslösen?,
    wenn ja, wie lange müsste man warten um sicher zu gehen.

    Wenn nein, andere Vorgehensweise?

    Danke im voraus,

    mfg,
    Martin E.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:39 Uhr

      Lieber Martin,

      zu diesem Glutamattest möchte ich Ihnen nicht raten. Glutamat ist eine Aminosäure, die der Körper braucht. Mit Glutamat steuert er wichtige Nervenfunktionen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass bei Ihnen bestimmte Lebensmittel Kopfschmerzen auslösen, sollten Sie diese direkt vermeiden. Wenn Sie Glutamat in hoher Dosierung einnehmen, können Sie so oder so Kopfschmerzen bekommen. Es entsteht eine Überaktivität im Nervensystem, die dann als Nebenwirkung Kopfschmerzen auslösen kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Profilbild von Elke
    Elke 18. August 2014 um 13:31 Uhr

    Sehr geehrter Prof Göbel,

    haben Sie Kenntnis darüber oder Erfahrung damit, dass es einen Zusammenhang zwischen Histaminintoleranz und chronische Migräne gibt?

    Liebe Grüße
    Elke

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:43 Uhr

      Liebe Elke,

      es gibt keine Erkenntnisse dazu, dass eine Histaminintoleranz eine chronische Migräne auslösen kann. Diese Vorstellungen beruhen auf sehr alten Überlegungen. Sie haben sich jedoch in zahlreichen Studien nicht bestätigt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Profilbild von Martin E.
    Martin E. 18. August 2014 um 13:35 Uhr

    Lieber Prof. Göbel,

    betrifft „Migräne durch schwankenden Cortisol-Spiegel“

    Eine Studie dazu ist 2014 in dem Fachjournal „Neurology“ erschienen.
    Gibt es in Ihrem Hause dazu Erfahrungen, eigene Untersuchungen und ggf. schon eine Vorgehensweise der Behandlung oder Empfehlung?

    Danke im voraus.

    mfg,
    Martin E.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:45 Uhr

      Lieber Martin,

      schwankende Kortison-Spiegel können mit Kopfschmerzen assoziiert sein. Es gibt auch Kopfschmerzen durch einen Abfall von Kortison, umgekehrt kann auch ein erhöhter Kortison-Spiegel Kopfschmerzen erzeugen. Dies betrifft jedoch nur spezielle individuelle Erkrankungen oder medikamentöse Gaben. Für die eigentliche Migräne gilt dies nicht. Insofern ist der Satz „Migräne durch schwankenden Cortison-Spiegel“ nicht korrekt. Schwankende Cortison-Spiegel können Kopfschmerzen auslösen, nicht jedoch Migräne.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Profilbild von nina
    nina 18. August 2014 um 14:23 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich habe eine Frage zu dem Cefaly-Gerät. Mir ist schon klar, dass man sich nicht zu viel davon versprechen sollte, würde es aber wegen meiner anderweitig nicht einzudämmenden chronischen Migräne gerne testen. Da ich aber phasenweise zusätzlich immer wieder unter atypischem Gesichtsschmerz (gefühlt als Zahnschmerz) leide, bin ich etwas unsicher, ob sich das Cefaly ggf. negativ auf den Gesichtsschmerz auswirken könnte. Gibt es Erfahrungen bzw. wie schätzen Sie die Lage ein?
    Herzlichen Dank, dass Sie sich wieder einmal die Zeit für unsere vielen Fragen nehmen! Beste Grüße, Nina

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:46 Uhr

      Liebe Nina,

      es ist nicht davon auszugehen, dass die Nervenstimulation durch das Cefaly-Gerät einen atypischen Gesichtsschmerz verstärkt. Im Gegenteil würde ich erwarten, dass es auch hier einen positiven Effekt ausüben kann. Eine Sicherheit, dass eine positive Wirkung entsteht, besteht jedoch nicht, so dass individuelles Ausprobieren erforderlich ist.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Profilbild von escada
    escada 18. August 2014 um 14:34 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    Ich leide seit langem an chronischer, hochfrequenter, schwer therapierbarer Migräne.
    Ich habe sämtliche Prophylaxen probiert und bin jetzt seit einem Jahr bei Topiramat 50-0-50 mg. Das reduziert nicht wirklich die Anzahl der Migränetage, aber doch die Intensität etwas, sodass ich immerhin im heurigen Jahr noch kein Cortison brauchte um einen ganz schlimmen Anfall zu stoppen.
    Von den Triptanen wirkt Zolmitriptan rapimelt 5 mg am besten bei mir, ab und an brauche ich 10 mg pro Tag. Owohl es jedes Monat ein Kampf ist, bin ich bisher gerade immer knapp unter unter oder an der 10 Stück Schwelle geblieben. Andere Schmerzmittel nehme ich nicht.
    Vor 2 Monaten bekam ich die Diagnose invasiver, hormonrezeptorpositiver Brustkrebs.
    Nach der OP bekomme ich nun eine Antihormontherapie. Ich bin zwar noch vor der Menopause, darf aber wegen einer Gerinnungsstörung und vorangegangener Lungenembolie kein Tamoxifen bekommen, sondern erhalte 4-wöchentlich Exemastan als Depotspritze und nehme täglich den Aromatasehemmer Aromasin 25 mg ein. Kuerz nach Beginn dieser Antihormontherapie begann meine Migräne völlig aus dem Ruder zu laufen.
    Tägliche Anfälle stehen an der Tagesordnung. Ich spreche mehrere Stunden nach der Einnahme zwar einmal besser und einmal schlechter auf das Zomig an, wache aber am nächsten Tag wieder mit Migräne auf. Das wiederholt sich nun täglich und das kenne ich so nicht.
    Selbst wenn ich zwischendurch einen Tag liegenbleibe und ohne Triptan schaffe, kann ich mich nicht mehr an die 10/20 Regel halten.
    Da ich meine schlimmsten und längsten Anfälle immer um die Periode hatte und auch der Eisprung meist einen Anfall auslöste, nehme ich an, dass mein Körper auf die massive Östrogenentzugstherapie so heftig reagiert?????
    Kann das sein? Mein Gynäkologe und auch die Neurologin kennen sich mit dieser speziellen Situation überhaupt nicht aus und ich selbst fühle mich auch überfordert und der Migräne total ausgeliefert.
    Wie ist Ihre Erfahrung diesbezüglich? Kann ich hoffen, dass sich das bald wieder einpendelt, denn diese Antihormontherapie muss ich zumindest die nächsten 5 Jahre machen, ev. auch länger.
    Nur zur Information – falls Sie mir raten ein Kompetenzzentrum aufzusuchen, ich bin aus Österreich und es gibt meines Wissens bei uns leider keine mit Deutschland vergleichbaren Zentren.

    Danke und mit lieben Grüßen
    Escada

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:48 Uhr

      Liebe Escada,

      bei Ihnen besteht eine recht komplexe Situation. Es ist tatsächlich anzunehmen, wie Sie auch vermuten, dass die hohen Östrogengaben mit der hohen Empfindlichkeit für Migräneattacken verbunden sind. Topiramat reduziert typischerweise nicht die Häufigkeit der Migränetage. Das ist ja auch bei Ihnen der Fall. Vielmehr werden die Intensität und die Aggressivität der Migräneattacken reduziert. Häufig wirken wieder Akutmedikamente. Wenn seitens Ihrer gynäkologischen Behandlung keine Therapieumstellung möglich ist, ist bezüglich der Migräne eine Ausnahme von der 10-20-Regel zu erwägen. Sollte dann eine Stabilisierung der Behandlung eintreten, können Sie immer noch eine Medikamentenpause einlegen. In Ihrer Situation geht jetzt die gynäkologische Behandlung vor und die Migränetherapie muss entsprechend angepasst werden. Es gibt jedoch keine individuelle exakte Behandlungsempfehlung, daher ist ein Abstimmen mit den Ärzten, die Sie direkt behandeln, erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Profilbild von Sabine
    Sabine 18. August 2014 um 14:58 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.. Dr..Göbel,

    Ich war vor 1 Jahr in Ihrer Klinik. Ich leide seit 30 Jahren an Migräne. Seit ca..4 Jahren auch an Depression. Bei Migräne nehme ich Sumatriptan 100 sowie zeitgleich Naproxen 500. Dies oft an mind. 6-8 mal im Monat. Vorbeugend zur Migräne seit dem Klinik-Aufenthalt Venlafaxin 150 mg. Vorher sogar 300 mg. Meine Frage an Sie wäre, ob es sein könnte, dass ich durch diese Medikamente vergesslich werde? Ich kann mir kaum noch etwas merken, was kurz vorher gesagt wurde oder passiert ist.

    Vielen Dank im Voraus und lieben Gruß
    Sabine

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:49 Uhr

      Liebe Sabine,

      reduzierte Aufmerksamkeit, Konzentration und Vergesslichkeit kann durch viele Bedingungen eintreten. Allein die Depression kann dafür verantwortlich sein. Ob Venlafaxin ebenfalls sich ungünstig auswirkt, ist nicht auszuschließen. Falls es die Situation ermöglicht, können Sie die Dosis erwägen zu reduzieren. Sie können direkt bemerken, ob sich eine Besserung einstellt. Es könnte aber auch das Gegenteil der Fall sein und aufgrund der verstärkten Grunderkrankung sich dann eine erhöhte Vergesslichkeit einstellen. Individuell ist dies jedoch nur durch direkten Versuch herauszufinden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Profilbild von carmen
    carmen 18. August 2014 um 15:11 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof Göbel,
    ich leide seit über 20jahren an Migräne. War auch 2008 bei Ihnen in der Schmerzklinik Kiel.
    Ich habe von Doxepin über Topiramat u. die letzten drei Jahre Metohexal genommen.
    Am Anfang wirkt alles immer sehr gut lässt aber im laufe der Zeit immer wider nach!
    Mein Neurologe hat mir nun Candecor 16 mg verschrieben und wenn ich den Beipackzettel lese habe ich ein echtes Problem diese zu nehmen. Ich habe immer einen sehr niedrigen Blutdruck und zur akut Behandlung nehme ich Maxalt mit Naproxen. Bei Candecor wird angegeben das keine Entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden sollte.
    Wollte wissen ob dieses Medikament auch in der Schmerzklinik angewandt wird und wie die Erfahrungen damit sind.
    Vielen Dank für Ihre Mühe und liebe Grüße aus München

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 18:58 Uhr

      Liebe Carmen,

      Candesartan kann in der Vorbeugung der Migräne wirksam sein. In der Praxis ist das ein gut verträgliches Medikament. Wenn es langsam eindosiert wird, sollte es auch bei niedrigem Blutdruck in der Regel gut vertragen werden. Wenn andere Substanzen keine ausreichende Wirksamkeit zeigen, ist ein Versuch zu erwägen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Profilbild von
    Bjoern 18. August 2014 um 15:37 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich habe nahezu alle Formen von Prophylaxen ausprobiert, diese aber aufgrund von Nebenwirkungen alle abbrechen müssen. Betablocker wirken bei mir noch am ehesten, aber sie wirken sich bei mir nach längerer Zeit alle proarrythmisch auf das Herz aus! Leider! Unter Flunarizin steigen die Leberwerte und auch unter Amitriptylin gab es Herzprobleme. Bin nun zum zweiten Mal bei Topiramat, mit mäßigem Erfolg. Ist es in diesem Fall vertretbar Botox zu probieren? Ohne Prophylaxe dauert bei mir eine Migräne oft mindestens 3 Tage. Das bedeutet: 3 Triptane nehmen. Und das jede Woche! Es kommt noch dazu, dass ich wegen einer Divertikulose keine NSAR nehemn soll und mir daher nur Paracetamol + Novolagin als Schmerzmittel bleiben. Ich habe auch Tramadol-Tropfen, mich bisher aber nicht getraut diese zu benutzen, da einem oft davon übel wird und ich unter keinen Umständen Erbrechen darf, da ich (kein Scherz) vom Erbrechen Vorhofflimmern bekomme. Außerdem ist die Frage ob sich Tramadol mit Triptanen verträgt oder ob es ein Serotonin-Syndrom auslösen kann? Viele Grüsse Björn

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 19:00 Uhr

      Lieber Björn,

      Botox kann bei Therapieresistenz von Topiramat auch zusätzlich oder alternativ gegeben werden. Botox ist jedoch nur wirksam bei der chronischen Migräne. Es ist gut möglich, dass aufgrund Ihrer Schilderung diese bei Ihnen vorliegt. Tramadol-Tropfen sollten bei Migräne nicht eingesetzt werden. Sie sind nicht wirksam, können jedoch ebenfalls einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz erzeugen und unterhalten. Zudem können sie die Übelkeit und das Erbrechen verstärken.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Profilbild von Jonathan
    Jonathan 18. August 2014 um 16:04 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof Dr. Göbel,
    Ich war im Frühling in Ihrer Klinik in Kiel und wurde mit „new daily persistent headache“ diagnostiziert. Nachdem die Behandlungsversuche in Kiel mit Gabapentin leider keinen Erfolg zeigten wurde von der Ambulanz in der Schnerzklinik Kiel Oxycodon angesetzt ( 2x10mg ). Damit war ich fast sechs Wochen schmerzfrei, musste es jedoch dann wegen Unverträglichkeit von meiner Neurologin absetzen lassen ( Übelkeit Erbrechen massive Kreislaufbeschwerden ).

    Zwei kurze Fragen : Gibt es eine sinnvolle Alternative zu Oxycodon ; etwa ein Morphinpflaster, das besser vertraglich ist ?

    Was halten Sie grundsätzlich davon bei new daily persistent headache einen Therapieversuch mit „botolinum toxin“ zu unternehmen ?

    Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen.
    Jonathan

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 19:02 Uhr

      Lieber Jonathan,

      die Behandlung des neu aufgetretenen täglichen Kopfschmerzes ist kompliziert, es gibt keine festen Therapieoptionen dafür. Man muss da individuell vorgehen. Wenn Mittel wie Gabapentin keinen Erfolg zeigen, ist eine Möglichkeit, ein Opioidanalgetikum einzusetzen. Bei Opioiden ist es häufig erforderlich, dass man nach einer bestimmten Zeit das Medikament rotieren und auf einen anderen Wirkstoff umsetzen muss. Dies würde auch in Ihrem Fall zunächst zu erwägen sein. Ein Morphinpflaster sollte nur als allerletzte Möglichkeit erwogen werden. Es beinhaltet hochpotente Opioide, die auch nur hinsichtlich ihrer Dosierung sehr grob gesteigert und angepasst werden können. Es gibt heute zahlreiche retardierte Opioide in Tablettenform, die viel einfacher für den Dauergebrauch einzusetzen sind. Opioidpflaster haben dann einen Stellenwert, wenn Patienten nicht schlucken können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. Profilbild von
    Bjoern 18. August 2014 um 16:21 Uhr

    Bitte vielmals um Entschuldigung: habe noch eine Frage vergessen: Habe von einem Arzt in Lüneburg (Dr. Winkler – Spez. Schmerztherapie) gehört, der eine Blut-Nährstoffanalyse durchführen lässt (Z.B. Mangel an Aminosäuren). Auch im Hinblick auf Migräne, Abgeschlagenheit…. Was ist davon zu halten? Ist das Abzockerei oder macht so etwas unter Umständen sinn? Die Kosten sind sehr hoch! Danke + Gruss Björn

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 19:03 Uhr

      Lieber Björn,

      eine Blut-Nährstoffanalyse zur Behandlung der Migräne ist wirkungslos und wissenschaftlich nicht hinsichtlich der Sinnhaftigkeit belegt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  26. Profilbild von Summelbiene
    Summelbiene 18. August 2014 um 16:32 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    im Dezember 2012 war ich auf Grund Migräne / MÜK zur Behandlung in Ihrer Klinik. Ich nahm bis ca. August 2013 Saroten und bei akuten Migräneanfällen Vomex, Maxalt sowie Naproxen. Bis Juni 2014 ging es mir sehr gut. Die Migräneanfälle waren von der Häufigkeit, Länge sowie Intensität rückläufig. Ca. 4 bis höchstens 8 Tage im Monat. Ohne Änderung meiner Lebenssituation oder besonderem Stress geht es mir seit Juli 2014 wieder schlechter. Im Juli hatte ich 12 Schmerztage und auch der August verlief bisher mit vielen Migränetagen.
    Ich hätte gerne gewusst, wie ich weiter verfahren soll. Vielen Dank und viele Grüße!

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 19:08 Uhr

      Liebe Summelbiene,

      es ist zu überlegen, ob die bisherige Vorbeugung angepasst werden muss. Dies betrifft einmal die Medikation und insbesondere die Dosierung. Zum anderen muss auch überlegt werden, ob Ihr Verhalten und Ihre Lebensweise möglicherweise erneut bezüglich einer Vorbeugung optimiert werden muss. Vielleicht ist es auch möglich, dass durch die zunehmende Migränefrequenz eine langsame Chronifizierung und Sensitivierung entsteht, die sich im Übergang zu einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz befindet. Dies muss individuell ärztlich evaluiert werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  27. Profilbild von Veritas
    Veritas 18. August 2014 um 16:59 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.Dr.Göbel,

    seit meiner Jugend leide ich unter täglich bestehenden
    Kopfschmerzen.In den letzten Jahren hat es sich sehr stark verschlimmert, so dass ich mit einem
    ständigen 24 Stundendauerkopfschmerz leben,bzw.zurechtkommen muß.An „guten“ Tagen ist er nur schwach dumpf,drückend zu spüren, an schlechten ist er stark,pulsierend&hämmernd wahrzunehmen.
    Vor ca.acht Wochen verließ ich Ihre Klinik mit der Diagnose chronische Migräne + Spannungskopfschmerz.-acht Wochen keine Schmerzmittel,Betablocker+Topamax+Amitryptilin(+einmalig Botoxbehandlung)
    Sicherlich stehe ich noch am Anfang der richtigen Prophylaxewahl , denn bis jetzt hat leider noch nichts so recht angeschlagen.Meine Frage an Sie lautet:
    Da ich ja jeden Tag diese extremen Spannungskopfschmerzen habe,ist es sinnvoll ein Muskelrelaxans , wie z.B.Sirdalud mal auszuprobieren?Was halten Sie von solchen Mitteln?
    Vielen Dank für Ihre kostbare Zeit und Mühe.Ich bin sehr froh und dankbar, dass Sie hier den oftmals verzweifelten,schmerzgeplagten Menschen Ihre Hilfe anbieten.
    Mit freundlichem Gruß

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 19:10 Uhr

      Liebe Veruschki,

      wenn die Empfehlung ausgesprochen wurde, über 8 Wochen keine Schmerzmittel einzunehmen, besteht die Annahme, dass weiterhin ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz vorliegt. Man wartet im Einzelfall bis zu 8 Wochen ab, um Kopfschmerzfreiheit zu erzielen. Tritt Kopfschmerzfreiheit trotz strengen Einhaltens einer Schmerzmittel- und Triptankarenz nicht ein, kann vom Vorliegen einer chronischen Migräne ausgegangen werden. Ein Muskelrelaxanz sollte bei chronischem Spannungskopfschmerz in der Regel nicht eingesetzt werden, eine Langzeitwirksamkeit ist nicht zu erwarten. Besteht jedoch eine chronische Migräne als Diagnose, sind die Therapieoptionen der chronischen Migräne zu überlegen. Die chronische Migräne erfordert oft eine langwierige Therapieanpassung, bis eine ausreichende Wirkung erzielt werden kann. Sie ist eine der hartnäckigsten Migräneverläufe. Sie erfordert auch die Kombination verschiedenster Therapieoptionen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  28. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 18. August 2014 um 17:09 Uhr

    Bitte nur eine Frage pro Person einstellen (Summelbiene!) und die Fragen kurz halten (Escada!).

  29. Profilbild von annecrs
    annecrs 18. August 2014 um 17:45 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    meine Migräneattacken entwickeln sich oft sehr langsam, so daß ich am Anfang nicht entscheiden kann, ob es sich um Spannungskopfschmerzen oder Migräne handelt. Da die Attacken perimenstruell und langanhaltend sind, nehme ich Allegro.
    Ist es schädlich, wenn ich frühzeitig Allegro einnehme, und es sich dann doch nicht um eine Migräneattacke handelte? Wenn ja, was ist das Problem dabei?
    Da Allegro ja eine lange Halbwertszeit hat, stelle ich mir die Frage, wieviele Tage ich nach einer Einnahme von 2,5mg von den erlaubten 10 für Medikamenteneinnahme abziehen muß.
    Welche Medikamente/Maßnahmen sind nach aktuellem Wissensstand in der Lage, den Migräneprozeß zu unterbrechen, anstatt nur symptomatisch zu wirken?
    Und schließlich interessiert mich noch diese Frage: Sie hatten in einem früheren Beitrag geschrieben, daß Migräneattacken zu Zellschäden im Gehirn führen können. Kann man das durch symptomatische Therapie, z.B. ASS, verhindern?
    Vielen Dank, daß Sie auf diesem Wege Fragen beantworten!

    Mit freundlichen Grüßen,
    annecrs

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 19:13 Uhr

      Liebe Annecrs,

      die Unterscheidung von Spannungskopfschmerz und Migräne ist bei der Behandlung mit Triptanen wichtig: Handelt es sich um einen Spannungskopfschmerz, wird das Triptan nicht wirken. Sie haben jedoch einen Tag mit Akutmedikation belegt und dieser Tag zählt auch zur 10-20-Regel. Am sichersten können Sie entscheiden, ob es eine Migräne ist, wenn körperliche Tätigkeit den Kopfschmerz verschlimmert. Dies kann häufig oft auch schon in der Anfangsphase der Migräne der Fall sein.

      Akutmedikamente wie Schmerzmittel und Triptane unterbrechen die Mechanismen, die den Schmerz und die Entzündung im Rahmen einer Migräneattacke generieren. Sie wirken jedoch nicht auf die primär auslösenden Mechanismen ganz zu Beginn im Rahmen einer Migräneattacke ein. Daher ist es wichtig, dass man zur Migränetherapie auch Ruhe und Entspannung einleitet. Dies kann die verbrauchte Energie in den Nervenzellen helfen aufzubauen und zu regenerieren. Anderseits ist die Akuttherapie jedoch wichtig intensiv einzusetzen, damit Komplikationen wie zum Beispiel ein migränöser Infarkt, eine Chronifizierung und andere Auswirkungen der Migräne möglichst nicht entstehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von annecrs
        annecrs 18. August 2014 um 19:17 Uhr

        Ist es denn schädlich, wenn ich ein Triptan einnehme, obwohl es sich nicht um eine Migräneattacke handelt? Und zählt 1x Allegro als ein Tag oder wegen der langen HWZ als 3 Tage?

  30. Profilbild von papu64
    papu64 18. August 2014 um 17:59 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich nehme seit einem halben Jahr Flunarizin 5 mg.Meine Migränefrequenz ist weiterhin bei 7-10 Mal mit Triptaneinnahme, dazu 2-4 Mal spannungskopfschmerz, der sich mit Kaffee begrenzen lässt. Zwischendurch hatte ich auf 10 m erhöht mit weiterer Gewichtszunahmen und enorm schlechten Gefühlen. Ich bin verlangsamt und werde immer träger. Dazu habe ich zunehmend Schmerzen in den Knien und den Händen.
    Kann das vom flunarizin kommen?
    Meine Ärztin meint, dass erst nach einem halben Jahr die wirksamkeit sichtbar wird, aber das ist um. Topamax und Metoprolol zeigten ebenfalls nicht die gewünschte Wirkung.
    Was passiert, wenn ich das Flunarizin nun absetzte?
    Lieben Dank für die Antwort.
    Herzliche Grüße
    papu

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 19:17 Uhr

      Liebe Papu,

      es ist nicht sicher zu sagen, ob die von Ihnen beschriebenen Beschwerden durch das Flunarizin entstehen oder verstärkt werden. Die Wirkung von Flunarizin können Sie in der Regel nach etwa zwei Monaten deutlich in Ihrem Schmerzkalender sehen. Stellt sich eine Reduzierung der Kopfschmerztage im Monat ein, können Sie auf die Wirkung schließen. Wenn Sie Flunarizin absetzen, kann die Migränehäufigkeit wieder sich erhöhen. Es muss dann überlegt werden, eine andere Option in der Migränevorbeugung zu finden, die Sie besser vertragen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  31. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 18. August 2014 um 18:00 Uhr

    BITTE AB JETZT KEINE WEITEREN FRAGEN MEHR EINSTELLEN!!

  32. Profilbild von seepferdli
    seepferdli 18. August 2014 um 18:00 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel

    Seit einiger Zeit leide ich an einer schmerzbedingten Durchschlafstörung, ich erwache immer etwa um die gleiche Zeit mit Schmerzen und kann danach nicht wieder einschlafen.
    Welches sind ihrer Erfahrung nach besten therapeutischen Optionen?
    Aktuell kann ich dank Hydroxyzin durchschlafen, fühle mich aber am morgen nicht erholt.
    Entspannungsverfahren und Ernährung haben keinen Einfluss. Leider hab ich in all den Jahren auch keine Wirksame Prophylaxe gefunden.

    Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen die Fragen zu beantworten.

    Freundliche Grüsse aus der Schweiz
    seepferdli

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 18. August 2014 um 19:17 Uhr

      Liebe Seepferdli,

      es wäre zu überlegen, ob nicht eine Vorbeugung gefunden wird, die sowohl den Schlaf verbessert als auch die Schmerzen. Dies kann zum Beispiel durch die Gabe von trizyklischen Antidepressiva wie Doxepin oder Trimipramin ermöglicht werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  33. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 18. August 2014 um 18:01 Uhr

    BITTE AB JETZT KEINE WEITEREN FRAGEN MEHR EINSTELLEN!!

    Alle Fragen, die jetzt noch eingestellt werden, werden nicht mehr beantwortet. Bitte habt Verständnis!

  34. Profilbild von Comrats
    Comrats 18. August 2014 um 18:03 Uhr

    Lieber Prof. Göbel,

    Ich würde gern näher wissen wie Wetterwechsel, Blutdruck und Migräne mit Aura zusammenhängen. Ich nehme seit kurzem Migravent zu Prophylaxe und bin ganz begeistert dass das so toll wirkt. Magnesium wirkt ja auch Blutdrucksenkend, nicht? Oder wie wirken Magnesium und Vit B2 da genau? Kann das sein, dass bei Wetterwechsel der Bedarf an diesen Nährstoffen höher ist?

  35. Profilbild von rotschopf
    rotschopf 18. August 2014 um 18:57 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    nachdem eine Therapie gg. Migräne mit Amitriptilin nur für zwei Monate Besserung brachte, möchte ich es nun mit zusätzlichen Mineralstoffen wie Magnesium, Vitamin B2, Q10 und Zink probieren. Leider weiß ich nicht, welche Dosierung ich diesbezüglich anwenden soll. Bestehen diesbezüglich auch Gefahren, z. B. für die Nieren, wenn man zu wenig trinkt o. ä.? Ist es hierbei wichtig, dass es sich um Magnesiumcitrat handelt?

    Was halten Sie von einer Darmsanierung, da ich in den letzten 1,5 Jahren auch noch einige neue, lästige Allergien bekommen habe? Könnte eine Darmsanierung auch bei Migräne von Vorteil sein?

    Schon jetzt vielen Dank und ganz liebe Grüße

    Marion

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