Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 17.11.2014

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2014-11-18T09:40:50+00:00 November 15th, 2014|Livechat|65 Comments

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Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin

65 Kommentare

  1. Profilbild von ute d.
    ute d. 17. November 2014 um 12:10 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    folgende Frage bzgl. Prophylaxe/Verträglichkeit und Wirkung :
    Ich nehme seit Jahren Doxepin zur Prophylaxe ein. Es hilft etwas, da ich meist morgens mit einseitig reißenden Kopfschmerzen aufwache – also wohl nachts sehr viel verarbeite… , und ich mit Doxepin nur noch ca 6-8 Migräne Tage habe.Betablocker, Botox etc. haben leider keine Wirkung gezeigt .Ich muss allerdings das Doxepin in gewissen zeitlichen Abstanden immer wieder höher dosieren , da es sonst nach ein paar Monaten meist in der momentanen Dosis die Wirkung verliert (bin im Moment bei 30mg) – da aber leider dann auch noch die Gewichtszunahme bei mir sehr groß wird, hat man mir jetzt geraten folgende Kombination zu probieren : Weiterhin abends 25-30mg Doxepin und zusätzlich abends und morgens je 25 mg Topimarat.Kann man das nach Ihrer Erfahrung kombinieren ?
    Als eine doch öfters erwähnte Nebenwirkung von Topimarat, gilt auftretende Depressionen: In meiner Familie haben mehrere Mitglieder Depressionen – Meine Befürchtung ist, das durch das Mittel eine in mir vielleicht „schlummernde“ Depression hervorgerufen wird, die dann auch mit Absetzen von Topimarat nicht mehr weg geht- kann das sein ? Oder tritt, wenn überhaupt, nur eine medikamentöse hervorgerufen Depression auf, welche beim Absetzen des Medikamentes wieder verschwindet? Ich will da nicht den Teufel mit dem Beelzebub austreiben..
    Eine weitere Option wurde mir mit Valproinsäure genannt- Orfiril long 150mg -wie sind hier die Erfahrungen mit Wirkung und Verträglichkeit ?

    Herzlichen Dank in voraus und viele Grüße in den Norden

    Ute

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:05 Uhr

      Liebe Ute,

      grundsätzlich kann man Doxepin und Topiramat kombinieren. Wenn es jedoch nur deswegen gemacht wird, um einer Gewichtszunahme vorzubeugen, ist dies aus meiner Sicht kaum zielführend. Viel besser wäre es, auf die Ernährung zu achten und auch Bewegung und Aktivität im Alltag auszubauen. Tatsächlich kann Topiramat bei bestehender Depression diese verstärken oder auch bei einer Neigung zur Depression diese auslösen. Wie diese sich dann weiter verhält, kann leider nicht vorhergesagt werden. Valproinsäure ist eine Möglichkeit in der Migränevorbeugung, es ist ein Ausweichmedikament, das man dann einsetzt, wenn andere Therapieverfahren nicht zielführend sind.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Profilbild von Assja
    Assja 17. November 2014 um 12:10 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    heute wende ich mich das zweite mal im Live Chat an Sie.

    Seit August diesen Jahres nehme ich Dociton als Migräneprophylaxe. Der Grund liegt darin, dass meine Migräneanfälle oft sehr lange über mehrere Tage gehen. Sumatriptan nasal unterbricht den Anfall nur für einige Stunden. Ich habe mit Dociton 30 mg begonnen und bin jetzt bei 60 mg. In dieser Dosierung hilft es mir noch nicht. Ich vertrage aber nicht mehr, da es mich sehr müde macht. Gleichzeitig nehme ich als Depressionsprophylaxe Cymbalta 30mg wegen einer überstandenen sehr schweren Depression. Jetzt habe ich gelesen, dass man Cymbalta auch als Migräneprophylaxe verwenden kann. Ist das richtig? Wäre es dann nicht sinnvoll statt Beta Blocker das Cymbalta wieder auf 60 mg zu erhöhen? Ich habe das während der Depression gut vertragen, kann mich aber nicht mehr erinnern, mit welcher Häufigkeit , Stärke und Dauer ich damals Migräne hatte, da ich erst seit ca. einem Jahr ein Schmerztagebuch führe.

    Vielen Dank für ihre Antwort.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:07 Uhr

      Liebe Assja,

      grundsätzlich ist es vorzuziehen, ein Medikament auszudosieren, als zwei Medikamente in einer zu niedrigen Dosierung zu kombinieren. Man hat dann meistens nur die Nebenwirkungen beider Medikamente ohne einen ausreichenden Effekt. Bei einer bestehenden Depression sollten Betablocker sehr zurückhaltend eingesetzt werden, sie können diese verstärken. In Ihrem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt diskutieren, ob Cymbalta entsprechend in seiner Dosierung erhöht werden und dafür der Betablocker abgesetzt werden kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Profilbild von Antje
    Antje 17. November 2014 um 12:16 Uhr

    Werter Prof. Göpel, ich habe eine Frage zum Thema Atlasfehlstellung. Ich bin 51 Jahre alt und es könnte sein , dass eine Atlasfehlstellung die Ursache für die Kopfschmerzattacken ist. Wie kann man eine Atlasfehlstellung am besten sichtbar machen mit welchem Verfahren ? Ich denke da an Röntgen oder CT oder MRT. Braucht es dafür bestimmte ausgebildete Röntgenassistenten um das Bild zu erfassen ?
    Und kann man so eine Fehlstellung noch beheben?
    Vielen Dank
    Antje

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:08 Uhr

      Liebe Antje,

      eine Atlasfehlstellung ist keine wissenschaftlich anerkannte Ursache für Kopfschmerzattacken. Grundsätzlich kann diese durch ein Routineröntgenbild erfasst werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Profilbild von Marlene
    Marlene 17. November 2014 um 12:17 Uhr

    Lieber Herr Pof. Göbel,

    im headbook habe ich gelesen, dass Botoxbehandlungen ev. erst nach mehrmaliger Anwendung zum gewünschten Erfolg führen sollen. Bei mir haben zwei einmalige Behandlungen (2009 und 2013, standardmäßig 31 Punkte) keine Reduzierung der Schmerzen bewirkt und ich wüßte nun gerne, ob es sinnvoll ist, nochmal einen Versuch mit mehreren Botoxinjektionen in Folge zu machen.
    Ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße nach Kiel.

    Marlene

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:09 Uhr

      Liebe Marlene,

      wenn bereits zweimalige Behandlungen ohne Effekt sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine weitere Behandlung wirksam ist, nicht sehr hoch. Bei Ihnen liegen jedoch die Behandlungen mehrere Jahre auseinander. Üblicherweise reiht man zwei Behandlungszyklen ineinander, wenn diese keine Wirkung erzielen, muss man annehmen, dass eine Wirkung ausbleibt. Sollten bei Ihnen die Voraussetzungen vorliegen, könnte ein nochmaliger Versuch erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Profilbild von Kleeblatt
    Kleeblatt 17. November 2014 um 12:19 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    anhand Ihres Schmerzkalenders habe ich die Arbeit am Bildschirm als der Hauptauslöser meiner Spannungskopfschmerzen identifiziert. Da ich einen Großteil meines Arbeitstages am PC verbringen muss, stellt das ein tägliches Problem für mich dar. Ich habe versucht alles zu optimieren: habe einen großen Bildschirm, guten Stuhl mit Armlehnen, Licht und Ventilation sind in Ordnung. Ich trage bei dieser Arbeit eine besondere Filterbrille, die mir von einem US-Spezialisten verschrieben wurde (eine deutliche Hilfe). Auch eine Aufbissschiene trage ich, wenn ich Home Office mache. Ich mache alle 90 Min Pausen. Aber es reicht nicht, um die Kopfschmerzen abzuwenden. Die Kopfschmerzen sind nicht MÜKs, da ich mich an der 10-20-Regel halte. Was empfehlen Sie?
    Besten Dank im Voraus und vielen Dank für Ihr tolles Buch – hat mir echt die Augen aufgemacht!

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:13 Uhr

      Liebes Kleeblatt,

      Ihre Schilderung drückt aus, dass Sie die Ursache der Kopfschmerzen im Wesentlichen in der physikalischen Umgebung sehen. Es ist jedoch möglich, dass Sie selbst diese besondere Anfälligkeit haben, die durch Veränderung der Arbeitswelt nicht aufgehoben werden kann. Sie sollten daher sich selbst in den Mittelpunkt stellen und Ihre körpereigene Schmerzabwehr stabilisieren und aktivieren. Dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten über Informationen, Verhalten, Sportaktivität, Entspannungsverfahren und ggf. auch Medikamente. Da Sie mein Ratgeberbuch besitzen, lesen Sie einmal im Kapitel zum Kopfschmerz vom Spannungstyp alle Einzelheiten nach. Viel Erfolg!

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Profilbild von Luzilla
    Luzilla 17. November 2014 um 12:20 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich bin 61 Jahre alt und habe seit meiner Jugend Migräne, die sich eher verstärkt als bessert (7-8 Anfälle/Monat) Begleitet wird sie von Depressionen und generalisierter Angst.
    Triptane helfen mir manchmal, ASS, Paracetamol und Ibuprofen überhaupt nicht. Eine Vorbeugung mit Pestwurz war erfolglos, Topiramat kann ich wegen meiner Depressionen nicht nehmen. Mittel gegen Depressionen vertrage ich nicht, ausgenommen Insidon. Ich litt zudem seit der Pubertät an einer extrem ausgeprägten, äußerst schmerzhaften Endometriose, die vor mehr als 20 Jahren zu einer „Totaloperation“ führte. Ich habe bzw. hatte also mein ganzes Leben erhebliche Schmerzen.
    Durch Zufall habe ich erfahren, dass das Klinikum in unserer Stadt eine teilstationäre multimodale Schmerztherapie anbietet. Die insgesamt 24 tägige Behandlung erfolgt zwei Mal wöchentlich in Gruppen von acht Personen, die die verschiedensten Schmerzen haben, also nicht nur Migräne/Kopfschmerzen. Ich würde für diese Therapie auch aufgenommen.
    Mich würde interessieren, ob Ihrer Ansicht nach eine derartige Therapie sinnvoll bzw. erfolgversprechend ist, auch wenn sie nicht auf Migränepatienten zugeschnitten ist. Für jeden sonstigen Rat bin ich dankbar.

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
    Luzilla

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:15 Uhr

      Liebe Luzilla,

      grundsätzlich ist eine multimodale Therapie bei Migräne eine sehr sinnvolle Option. Sie sollte jedoch gezielt auf die Bedürfnisse und die Belange von Migräne- und Kopfschmerzpatienten zugeschnitten sein, um die beste Voraussetzung für eine Effektivität zu erzielen. Erkundigen Sie sich daher bei der Einrichtung, ob diese Voraussetzungen gegeben sind.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von Luzilla
        Luzilla 17. November 2014 um 20:24 Uhr

        Ich weiß – wie gesagt -, dass die Behandlung nicht gezielt für Kopfschmerz Patienten angelegt ist. Ist sie trotzdem sinnvoll? Sie umfasst ärztliche und psychologische Betreuung sowie Bewegung.

        Danke
        Luzilla

  7. Profilbild von Simba
    Simba 17. November 2014 um 12:20 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,

    ich hatte die Chance in Feb. 2014 einen Aufenthalt in Ihrer Klinik zu machen.
    Ich habe seit Jahren chronische Kopfschmerzen (Migräne & SKS) und nehme schon mehrere Prophylaxen (Topiramat, Opipram, Migravent) gleichzeitig. Diese wirken aber nicht genug (oder vielleicht auch nicht mehr). Andere Prophylaxe habe ich auch probiert aber nicht vertragen. Letzten Monat hatte ich 12 Migräne + 8 Spannungs-KS. Insgesamt über 240 Stunden Schmerzen. Kein MÜK. Ich halte mich auch an alle Empfehlungen was das Verhalten angeht. Mir scheint es, nichts hilft. Mein Arzt sagt, ich habe fast alle Medikamente durch.

    Ich habe im Internet nachgeschaut was ich sonst noch tun könnte (nicht medikamentös) und habe folgendes herausgefunden:
    Studien zu Folge kann Hypnose u.a. gegen Migräne helfen (Studie Universität Tübingen). Die Studie zeigt eine sehr hohe Erfolgsquote.

    Ich hätte sehr gerne Ihre Meinung dazu gelesen. Haben Sie vielleicht Erfahrungen mit diesen Verfahren? Würden Sie einen Versuch empfehlen?

    Vielen Dank für Ihre wertvolle Hilfe,

    Simba.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:16 Uhr

      Liebe Simba,

      Hypnose ist eine spezielle Methode im Bereich der Entspannungsverfahren. Sie kann insbesondere bei Patienten eingesetzt werden, die nicht eigenständig Entspannungsverfahren umsetzen und trainieren können. Aus Ihren Schilderungen wird deutlich, dass bei Ihnen eine sehr schwere chronische Verlaufsform besteht. Die Erfolgsquoten von entsprechenden Studien beziehen sich in der Regel auf Patienten, die eine episodische Migräne haben. Sie können daher nicht ohne weiteres auf die von Ihnen geschilderte Verlaufsform übertragen werden. Wenn Sie jedoch die Möglichkeit zu einer entsprechenden Behandlung haben, sollten Sie diese nutzen. Sie können dann individuell herausfinden, ob sich eine Verbesserung erzielen lässt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Profilbild von Regina
    Regina 17. November 2014 um 12:22 Uhr

    Guten Tag Herr Prof. Göbel,
    war vor drei Jahren in Kiel und komme mit der Medikation Maxalt 10 mg, Vomex und Naproxen 500 mg ganz gut zurecht. Die Migräne kündigt sich seit längerer Zeit mit Schmerzen im Oberkiefer (Gesichtsnerv) an. Nach 2 bis 3 Std. kommt dann Übelkeit, Schmerzen im Kopf, Nacken, Arm und Auge dazu. Alles rechts. Ich nehme erst dann die Medikamente. Nach 2 bis 3 Stunden werden die Schmerzen zurückgedrängt und kommen nach 8 bis 12 Std. wieder. Zweite Einnahme erfolgt. Ist es evtl. sinnvoll, sofort mit Beginn des Gesichtsschmerzes die Medikamente einzunehmen, also früher als ursprünglich besprochen (Merkblatt Triptanschwelle).

    Herzliche Grüße und alles Gute
    Regina

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:17 Uhr

      Liebe Regina,

      Sie schildern einen Wiederkehrkopfschmerz bei Einnahme eines Triptans. Sie sollten die zweite Einnahme möglichst sofort dann beginnen, wenn der Wiederkehrkopfschmerz auftritt. Auch am Beginn Ihrer Migräneattacke wäre es aufgrund der langen Anfallszeit zu empfehlen, möglichst frühzeitig das Triptan einzunehmen. In der Regel führt dies zu einer besseren Effektivität, schnelleren Linderung und auch zu weniger Nebenwirkungen. Die Triptanschwelle ist ein allgemeiner Anhaltspunkt, im individuellen Einzelfall kann davon je nach Voraussetzung abgewichen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Profilbild von Tobi
    Tobi 17. November 2014 um 12:26 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    vielen Dank für die Möglichkeit, heute wieder Fragen an Sie zu richten.

    Laut Ihrer Empfehlung sollte man bei der Einhaltung der 10er Regel auch ein Medikament wie Tizanidin dazuzählen, wenn es vereinzelt im Akutfall zur Muskelentspannung eingenommen wird.
    Meine Frage lautet nun, warum Medikamente aus der Gruppe der Muskelrelaxanzien überhaupt berücksichtigt werden müssen und ob für die vereinzelte Einnahme von Baclofen im Akutfall (nicht durchgängig) dieselbe Empfehlung gilt.

    Liebe Grüße an Sie und Ihr gesamtes Team.

    Tobi

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:21 Uhr

      Liebe Tobi,

      ob Tizanidin tatsächlich im Akutfall in die 10er-Regel eingerechnet werden muss, ist nicht ganz sicher. Im Zweifel sollte man sich jedoch so verhalten. Grundsätzlich gilt: Alles was gegen akute primäre Kopfschmerzattacken hilft, kann auch einen Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch unterhalten. Da Tizanidin und auch Baclofen in aller Regel nicht akut helfen sondern nur vorbeugen, ist das Risiko, dass diese Medikamente einen MÜK bedingen, gering.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Profilbild von Lisa
    Lisa 17. November 2014 um 12:33 Uhr

    Guten Tag Herr Prof. Dr. Göbel,
    nach Jahrzehnten mit Migräne in denen ich auch schon bei Ihnen war möchte ich nochmal einen Versuch mit Topamax probieren, da dieses Medikament ja vor allem bei chronischer Migräne helfen kann. Da ich bei Ihnen bereits einmal damit begonnen hatte aber wegen massiver Nebenwirkungen abbrechen musste, möchte ich jetzt deutlich langsamer aufdosieren. Dazu habe ich 2 Fragen, die mein Hausarzt leider auch nicht beantworten kann:
    1. Ist es möglich die 25 mg Tablette zu teilen um noch feiner aufzudosieren?
    2. Muß die Tagesdosis (angestrebt werden 75 mg) aufgeteilt werden oder kann sie auch in einer Dosis am Abend genommen werden?
    Vielen Dank für Ihre Hilfe in diesem Forum
    Lisa

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:22 Uhr

      Liebe Lisa,

      Topamax kann im Einzelfall gut vertragen werden. Eine langsame Aufdosierung ist sehr wichtig. In der Regel strebt man die Zieldosis innerhalb von 4 Wochen an. Grundsätzlich spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, die 25 mg Tablette zu teilen, um noch langsamer und feiner abgestuft aufzudosieren. Es ist sowohl möglich, die Menge in zwei Einzeldosen am Morgen und am Abend einzunehmen, ebenso ist es möglich, die Gesamtdosis zu einem Zeitpunkt am Abend einzusetzen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Profilbild von Susi
    Susi 17. November 2014 um 12:38 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass Studien laufen zur Migränevorbeugung mit monoklonalen Antikörpern. Da ich unter chronischer Migräne leide und bisher alle Prophylaxen (insgesamt 14, incl. Botox) mehr oder weniger erfolglos waren, interessiert mich das Thema natürlich sehr. Ich wollte deshalb fragen, ob und wie es die Möglichkeit gibt, an den Studien teilzunehmen?

    Vielen Dank und Grüße aus dem Süden,
    Susi

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:23 Uhr

      Liebe Susi,

      Studien zur Effektivität von monoklonalen Antikörpern in der Migränevorbeugung werden an einzelnen spezialisierten Migränezentren durchgeführt. Die Kriterien für die Teilnahme sind sehr speziell und müssen individuell geklärt werden. Erkunden Sie sich bei größeren Kopfschmerzzentren in Ihrer Nähe, ob ein entsprechendes Studienprogramm besteht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Profilbild von Joanne
    Joanne 17. November 2014 um 12:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Goebel,

    vielen Dank fuer diese Gelegenheit eine Frage stellen zu duerfen.
    Ich habe seit 17 Jahren Migraene, Topamax allein hat bisher nicht geholfen als Prophylaxe.
    Vor ca. einem Jahr wurde mir in den USA Topamax und Nortriptylin als Migraeneprophylaxe zusammen verschrieben, Dosis kontinuerlich gesteigert bis auf Topamax 150mg/Tag und Nortriptylin 30 mg/Tag. Hatte trotzdem taeglich Migraene. Arzt dachte, ich haette einen MÜK, erhoehte die Dosis auf Topamax 200mg /Tag und Nortriptylin 50mg /Tag, um den MÜK loszuwerden. Hatte zwar starken Schwindel und Taubheitsgefuehle und Herzrasen, aber dafuer keine Migraene mehr.
    Nun lebe ich in Deutschland, habe aber noch genuegend Medikamente, aber wieder 3 Mal/Woche Migraene. Nehme derzeit 150 mg Topamax und 30mg Nortriptylin.
    Waere es bedenklich wieder die Dosis zu erhoehen, auf 200 mg und 40 mg, bevor ich die Moeglichkeit habe zum Neurologen zu gehen?

    vielen Dank im voraus.
    Joanne

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:24 Uhr

      Liebe Joanne,

      in früheren Jahren hat man eine Zieldosis von 200 mg Topamax angesetzt. Die meisten Patienten haben diese Dosierung jedoch nicht vertragen, sie wird heute in der Praxis kaum noch verwendet. In aller Regel wird eine Zieldosis von maximal 100 mg in der Migräneprophylaxe angestrebt. Die zusätzliche Gabe von Nortriptylin ist möglich. Die von Ihnen genannte Behandlung ist sehr speziell und sie sollte nicht ohne Begleitung durch einen Neurologen durchgeführt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Profilbild von torsten52
    torsten52 17. November 2014 um 12:49 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel
    ich mache es kurz , ich bin der torsten aus salzwedel mit dem cluster , und der thrombose . vieleicht erinnern sie sich .ich hatte die ganzen jahre nun schon um diese jahreszeit die massiven anfälle , bis zu 6 mal abend und nacht . da ich ja seit 2011 mein rentenantrag zu laufen habe , sozialgericht , jetzt fachgutachten fehlt noch . habe ich zeit meinen tagesablauf umzustellen . gehe nicht vor 1 uhr schlafen habe viel ruhe , und ich habe seit ca. 4 wochen keinen anfall und brauche kein triptan . bin natürlich extrem froh .frage gibt es einen zusammenhang mit dem tagesablauf , und gibt es ähnliche fälle das der cluster dadurch nachlässt ?

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:29 Uhr

      Lieber Torsten,

      es ist schön zu lesen, dass der Cluster nachlässt. Es gibt zahlreiche Einflussfaktoren auf den Verlauf, sehr häufig kann man dies nicht auf einen Einzelfaktor zurückführen. Im Gegenteil kann der Cluster sich genauso spontan zurückziehen, wie er gekommen ist. Ich wünsche Ihnen sehr, dass die Attackenfreiheit anhält.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Profilbild von Julchen
    Julchen 17. November 2014 um 12:54 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    ich nehme seit ca. einem Jahr Amitriptylin gegen Spannungskopfschmerzen und Migräne ein, was mir auch sehr gut hilft, vor allem gegen den SK. Ich musste in dieser Zeit immer weiter hochdosieren, damit die Wirkung weiterhin positiv ist und bin nun bei 75 mg. Nebenwirkungen habe ich wenige bzw. wenig Beeinträchtigung (5 kg Gewichtszunahme, etwas Müdigkeit).

    Ich würde gerne wissen wie weit ich das Amitriptylin noch hochdosieren könnte, wenn die Wirkung wieder nachlässt? Es ist das erste Medikament, welches mir wirklich hilft und ich habe Bedenken, wenn ich es mal absetzten muss.

    Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe!

    Freundliche Grüße

    Julia

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:30 Uhr

      Liebes Julchen,

      Amitriptylin wird üblicherweise in einer Dosierung zwischen 50 bis 100 mg eingesetzt. Mit 75 mg liegen Sie in einer durchschnittlichen Dosierung. Im Einzelfall kann man Amitriptylin auch bis zu 150 mg dosieren. Das Nachlassen einer Wirkung ist nicht zu erwarten. In jedem Fall besteht die Möglichkeit, die Dosierung nach oben anzupassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Profilbild von TochterNo1
    TochterNo1 17. November 2014 um 13:21 Uhr

    Werter Professor Dr Göbel,
    da ich seit 30 Jahren eine Colitis ulcerosa habe mußte ich im Juli zur Proktokolektomie.
    Vorher habe ich viele Jahre Migräne gehabt (9-12mal pro Monat), die letzten 2 Jahre etwas reduziert (<10), da ich Metoprolol bekommen habe (Hypertonie).
    Seit dem Tag der OP habe ich nicht einmal mehr Migräne gehabt.
    Was hat das zu bedeuten?
    Lohnt sich für jeden Migräniker eine (hohe) Coloskopie?
    Gibts da Forschungen/ -sansätze was sich im Darm finden würde?
    Mit Sicherheit wäre eine Proktokolektomie keine echte Alternative der Migräneprophylaxe/- behandlung. 😉
    Viele Grüße,
    Petra

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:32 Uhr

      Liebe TochterNo1,

      warum nach der Entfernung eines Teiles des Darmes sich die Migräne verändert hat, ist im Einzelfall nicht zu erklären. Eine Proktokolektomie als Alternative der Migräneprophylaxe ist nach dem jetzigen Kenntnisstand weder zu empfehlen noch zu begründen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Profilbild von Zuckerschaukel
    Zuckerschaukel 17. November 2014 um 13:38 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,

    vielen Dank für Ihre Fragestunde!
    Ich habe eine Frage zur Prophylaxe:
    Ich nehme aktuell Betablocker (2 x 95mg) und bekomme Botoxtherapie.
    Sowohl Betablocker als auch Botox lindern die Schmerzintensität meiner Anfälle (jedoch ändern sie nichts an der Anfallsfrequenz). Ich habe schon sehr viele Prophylaxen durchprobiert und die beiden helfen mir am besten.
    Wenn ich sie kombiniere, so wie jetzt, potenziert sich jedoch nicht ihre Wirkung. Zusammen sind sie trotzdem nur so stark wie eins allein. Deshalb bin ich an dem Punkt, eins von beiden wieder wegzulassen.
    Und meine Frage an Sie ist: Welches ist bei langfristiger Therapie besser verträglich, also weniger belastend für die inneren Organe? Botox oder Betablocker?

    Vielen Dank und einen schönen Abend!
    Zuckerschaukel

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:33 Uhr

      Liebe Zuckerschaukel,

      Sie beschreiben, dass die Kombination zweier Migräneprophylaktika keine Verbesserung im Vergleich zu der Anwendung eines einzelnen Wirkstoffes erzielt. In Ihrem Falle scheint es mir sinnvoll, die Behandlung mit einem Betablocker primär vorzunehmen. Wenn damit die gleiche Wirkung wie mit der Botox-Therapie zu erzielen ist, die Verträglichkeit zudem gut ist, hätte diese Behandlung Priorität.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Profilbild von Sarah
    Sarah 17. November 2014 um 13:49 Uhr

    Guten Tag Herr Professor Dr. Göbel,

    ich war vom 21.07.2014-02.08.2014 in Ihrer Klinik unter gebracht. Die zwei Wochen waren wirklich spitze. Das erste mal habe ich mit richtig verstanden gefühlt. Ich habe zur Prophylaxe Flunarizin 10 mg bekommen. Das hat bisher ganz gut geholfen. Ich habe zwar nicht mehr so häufig Migräne dafür aber intensiver und schlimmer als je zuvor. Letzte Woche lag ich komplett wegen schlimmer Migräne flach, so dreckig ging es mir schon lange nicht mehr. Habe dann Infusionen von meinem Arzt bekommen. Dann war es für einen Tag besser aber am nächsten Tag wieder das gleiche. Die Migräne ist heute zwar weg aber ich hab immer noch solche Kopfschmerzen. Das geht mir ganz schön auf mein Gemüt. Was kann ich dagegen tun? Ich will nicht jeden Tag Kopfschmerzen haben.
    Vielen Dank für Ihre Antwort

    Sarah

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:35 Uhr

      Liebe Sarah,

      Sie schildern, dass die bei Ihnen vorgenommene vorbeugende Behandlung sehr gut geholfen hat. Sie sollten sich von einem schweren Anfall nicht aus dem Konzept bringen lassen. Migräne ist eine lebenslange Besonderheit, Attacken können immer wieder auftreten, die genetische Grundlage der Migräne kann nicht weggezaubert werden. Wenn bei Ihnen sehr schwere Anfälle auftreten, sollten Sie möglichst effektive Therapiemethoden zur Hand haben, damit Sie diese gleich einsetzen können. Falls die bisher empfohlenen Medikamente nicht ausreichend wirken, sollten Sie sich noch einmal in der Sprechstunde ausführlich beraten lassen und ein weiteres Behandlungskonzept aufbauen lassen. Oft ist es erforderlich, dass mehrere Optionen geprüft werden, bis ein stimmiges Gesamtergebnis erzielt wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Profilbild von Maria
    Maria 17. November 2014 um 13:53 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    im Juli 2012 war ich (jetzt 52 Jahre) bei Ihnen in der Klinik wegen Migräne. Als Prophylaxe bekam ich Venlafaxin, später hochdosiert bis 150 mg. Aufgrund des starken Schwitzens und einer nur geringen Verminderung der Migränetage habe ich es nach Rü. mit der Ärztin abgesetzt. Seit ca 4 Monaten habe ich wieder häufiger und auch länger andauernde Migräneattacken (ca 10 bis 13 Tage/Monat). Meine Hausärztin hat Amitriptillin empfohlen, die Schmerzärztin Topamax. Seit nun 4 Tagen nehme ich Topamax 25 mg abends. Ich bin jedoch verunsichert. Welches Medikament hilft besser? Wie hoch muss ich es dosieren. Gibt es noch etwas anderes? Im akuten Anfall nehme ich Maxalt 10 mg, hilft nicht immer (evtl. zu häufig genommen), ggf. noch Novalgin, hilft auch nicht immer. Naproxen u. a. leider auch nicht. Propranolol, Doxepin und ein anderes Antidepressivum (Name?) hatte ich auch bereits als Prophylaxe.
    Viele Grüße Maria
    Maria

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:41 Uhr

      Liebe Maria,

      grundsätzlich gilt, dass man zunächst mit einem Medikament die Vorbeugung aufbauen sollte. Amitriptylin empfiehlt sich dann, wenn Schlafstörungen bestehen und auch die Stimmung im Zusammenhang mit der Migräne leidet. Topamax wird bei einer hohen Migränefrequenz eingesetzt, es wird langsam über 4 Wochen aufdosiert, die übliche Zieldosis liegt bei 100 mg. Im Einzelfall müssen häufig verschiedene Therapieoptionen ausgetestet werden, bis der individuell beste Weg gefunden wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Profilbild von Ute
    Ute 17. November 2014 um 15:42 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    eine Verwandte von mir berichtete im Sommer, dass ihre Migräne kaum mehr auftritt, seit sie sich glutenfrei ernährt. Zu diesem Thema passend habe ich das Buch „Dumm wie Brot“ von Herrn Dr. Perlmutter gelesen, der ähnliche Phänomene in seiner neurologischen Praxis erlebt hat. Haben Sie dazu Erfahrungswerte? Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen. Herzlichen Dank und schöne Grüße an Sie und Ihr Team.

    Ute

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:42 Uhr

      Liebe Ute,

      wissenschaftliche Grundlage für die Theorie, dass Migräne durch eine glutenfreie Ernährung sich verbessert, gibt es nicht. Migräne lässt sich durch viele Faktoren positiv beeinflussen, der Faktor Gluten allein kann eine Änderung jedoch nicht erzielen. Ich kenne viele Patienten, die aufgrund Glutenunverträglichkeit sich entsprechend ernähren müssen und trotzdem Migräne weiter haben.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Profilbild von Betula
    Betula 17. November 2014 um 15:49 Uhr

    Guten Tag Herr Professor Göbel,

    ich leide seit langem an chronischer Migräne mit schwerem Verlauf. Da es im Rahmen dieses Chats nicht möglich ist, auf meine persönliche Situation einzugehen, möchte ich eine etwas allgemeinere Frage stellen, die mich interessiert.

    Diese Frage bezieht sich auf die Rolle der Blut-Hirn-Schranke in der Migräne-Therapie. Migräne entsteht ja im ZNS, wo es – verkürzt ausgedrückt – zu einer neurogenen Entzündung von Blutgefäßen der Hirnhäute kommt. Triptane können – in unterschiedlichem Ausmaß – jeweils die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

    Periphere Analgetika wie z.B. Naproxen oder Ibuprofen können zwar die Bildung von entzündungserzeugenden Stoffen, den sog. Prostaglandinen blockieren, können aber meines Wissens die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden.

    Warum werden diese Medikamente in der Migräne-Therapie z.B. in Verbindung mit einem Triptan eingesetzt?

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

    Betula

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:44 Uhr

      Liebe Betula,

      auch Medikamente wie Naproxen oder Ibuprofen wirken im zentralen Nervensystem. Aus diesem Grunde nennen wir sie heute nicht mehr periphere Analgetika. Dieser Begriff ist seit vielen Jahren aufgegeben worden. Der Grund für den Einsatz in der Migränetherapie in Kombination mit Triptanen ist der duale Wirkmechanismus. Währenddem Triptane die Freisetzung von Entzündungsstoffen hemmen, blockieren Wirkstoffe wie Naproxen oder Ibuprofen deren Wirkung. Man erhöht somit die Wirksamkeit in der Attackentherapie. Darüber hinaus haben Wirkstoffe wie Naproxen eine sehr lange Halbwertzeit von über 12 Stunden. Dieses nutzt man, um lange Attacken zu behandeln und auch Wiederkehrkopfschmerzen zu verringern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Profilbild von schachgigant
    schachgigant 17. November 2014 um 15:52 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    mir wurde zum einnehmen bei Muskelverspannungen (Nacken- und Schulterbereich) Ortoton 750 mg (Wirkstoff Methocarbamol) verschrieben.

    Zählt die Einnahme auch bei den Schmerzmitteltagen (Stichwort Einnahme von Schmerzmitteln nur an 10 Tagen je Mona) mit) ?

    LG nach Kiel

    Ralf

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:45 Uhr

      Lieber Schachgigant,

      Orthoton muss nicht zu den Schmerzmitteltagen im Rahmen der 10er-Regel nach aktuellem Kenntnisstand gezählt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Profilbild von Claudia-Sibylle
    Claudia-Sibylle 17. November 2014 um 16:14 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel,
    vielen Dank im voraus für den heutigen Live Chat.
    Ich habe seit vielen Jahren eine chronische Migräne und mir ist immer wieder aufgefallen, dass die Migräne in regelmäßigen Abständen mal mehr oder weniger verändert auftritt. Mal ändert sich die Schmerzstärke – häufig nimmt diese zu, mal die Anfallshäufigkeit und auch die Begleitsymptome, und in einigen Monaten (etwa 3-4 mal im Jahr) bin ich für ca. 6 Wochen überhaupt nicht schmerzfrei. Dieses Muster kann ich nicht einordnen, und da es sich immer wiederholt, wüsste ich gerne, ob das für eine chronische Migräne typisch sein kann oder ob diese Veränderungen andere Ursachen haben.
    Liebe Grüße
    Claudia-Sibylle

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:55 Uhr

      Liebe Claudia-Sibylle,

      die von Ihnen geschilderte Verlaufsform ist für die chronische Migräne ganz charakteristisch. Die Kopfschmerzen ändern ihr Bild, die Intensität, die zeitlichen Verlaufsmuster, als auch die Ausprägung von Begleitsymptomen variieren. Aus diesem Grunde ist auch das Kopfschmerzbild der chronischen Migräne nicht exakt festgeschrieben. Vielmehr müssen mindestens acht Migränetage mit typischem Kopfschmerzbild vorliegen, die übrigen mindestens sieben Kopfschmerztage können ein ganz variables Bild aufweisen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Profilbild von Phylli
    Phylli 17. November 2014 um 17:03 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    seit einigen Jahren habe ich > 20 Schmerztage pro Monat. Da ich außer am Wochenende allein für ein 9-jähriges Kind sorge, muss ich „funktionieren“. Somit nehme ich an fast all diesen Tagen Schmerzmittel oder/und Triptane. Nach 8 schmerzfreien Tagen ohne Medikamente wache ich seit dem 5. November wieder täglich ca. 4 Uhr mit starken Schmerzen auf (als würde mir ein Auge ausgestochen).
    Sie empfehlen abends einen KH reichen Snack. Dies bringt leider keine Linderung. Nach einem halben Jahr Paleo-Ernährung (keine verarbeiteten Lebensmittel, kein KH aus Brot, Nudeln, Reis) zur Gewichtsreduktion, esse ich seit einiger Zeit morgens und abens wieder Kohlenhydrate. Egal ob die Zeit vor Paleo, währenddessen oder jetzt, es macht keinen Unterschied, was die Schmerzintensität/Häufigkeit betrifft.
    Ibuprofen, Paracetamol und Novaminsulfon zeigen keinerlei Wirkung. 1000 mg Aspirin nur max. 2 Stunden. Leider wirken nur Thomapyrin Intensiv (was als Kombipräparat mit Koffein nicht gut ist) und AscoTop Schmelztabletten. Zusätzlich nehme ich morgens Candesartan und 2x täglich Magnesium Verla 300 mg. Durch die täglichen Schmerzen bin ich gereizt bis aggressiv und antriebslos.
    Die Unterlagen zum Aufenthalt in Ihrer Klinik habe ich erst vor einem Monat eingereicht. Gibt es bis zum Aufenthalt eine Lösung aus der Schmerzspirale auszusteigen?
    Herzliche Grüße
    Phylli

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 20:58 Uhr

      Liebe Phylli,

      Sie beschreiben einen schweren Verlauf eines Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch. In dieser Situation helfen keine Verhaltensmaßnahmen und vorbeugenden Maßnahmen, das Schmerzsystem scheint so erschöpft, dass nur der akute Anstoß durch ein Schmerzmittel zumindest stundenweise eine Linderung erzielt. Das morgendliche Aufwachen hängt mit dem Nachlassen der Wirkung der letzten Schmerzmitteleinnahme zusammen. Die Auswirkungen auf die Psyche und das Verhalten sind ebenfalls charakteristische Begleitsymptome eines Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes. Maßnahmen bis zur stationären Aufnahme sind in der Regel nicht zielführend, notwendig ist eine Medikamentenpause. Ich hoffe sehr, dass eine zeitnahe Aufnahme möglich ist.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Profilbild von Jasmin
    Jasmin 17. November 2014 um 17:50 Uhr

    Guten Tag, Hr. Prof. Göbel,
    ich bin gerade wieder sehr frustriert, dass meine Migräneattecken trotz Beachten aller gängigen Regeln, Prophylaxe etc. wieder bei mind. 10/Monat liegen. Nun hörte ich, dass die Strukturen im Gehirn (migränefördernd) bereits in der Kindheit durch entspr. Umstände ungünstig verändert werden können, was bei mir krankheitserhaltend wirken könnte. Ich bin leider in einer Atmosphäre von Angst und Gewalt aufgewachsen, hatte dann einen lieben Ehemann für 25 J., was für mich teils heilend wirkte, der vor vier Jahren leider an Krebs verstarb, wonach bzgl meiner Migräneerkrankung eine heftige Verschlimmerung mit chronischen Phasen erfolgte. Nun lebe ich glücklicherweise in einer neuen, guten Beziehung, vieles ist wieder deutlich besser – nur die Migräne bleibt. Menopause war vor fast 3 Jahren. Schmerzmittelpause habe ich jährlich mind. 1mal für zwei Wo. gemacht.
    Kann ich außer regelmäßigem Entspannungstraining, Prophylaxe mit Doxepin 50mg(leider bei mir leberbelastend), guter Verhaltenstherapie noch etwas tun, um mein Gehirn, den Spannungspegel noch positiv zu beeinflussen? Muss ich damit rechnen, dass ich ein Leben lang tiefgreifend „gestört“ bleibe, denn die Migräne bremst meine geplanten positiven Aktivitäten deutlich aus, mit häufiger Triptaneinnahme fühle ich mich schnell erschöpft und depressiv, an schmerzfreien Tagen lebe ich deutlich auf.
    Herzliche Grüße

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 21:00 Uhr

      Liebe Jasmin,

      Sie schildern sehr eindrücklich die ständige Gratwanderung, auf die man sich begeben muss, wenn man mit einer schweren Migräne lebt. Alles was Sie schreiben, ist nachvollziehbar und auch aus meiner Sicht sinnvoll. Sicherlich kann man alles noch intensivieren, auch möglicherweise die Medikation anpassen oder umstellen. Den Hauptanteil der Migräne, der genetisch bedingt ist, kann man selbst leider nicht wegzaubern. Es ist also ein ständiges Gegenarbeiten erforderlich. Sehr häufig habe ich erlebt, dass auch nach vielen Jahren sich dann eine deutliche Besserung einstellen kann. Ich hoffe, dass auch Ihre zahlreichen Aktivitäten dieses Ziel bald ermöglichen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. Profilbild von Toni
    Toni 17. November 2014 um 18:00 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich leide an einer chronischen Migräne. Nachdem alle medikamentösen Prophylaxeversuche erfolglos blieben, habe ich nun 2 Versuche mit Botox hinter mir, die jedoch bislang auch keinen Erfolg zeigen. Aus diesem Grund würde mich interessieren, ob ein 3 Versuch aus Ihrer Sicht sinnvoll wäre. Gibt es Patienten, bei denen erst der 3. Versuch Erfolg brachte? Zudem habe ich von drei Geräten zur Nervstimulation gehört, die erfolgversprechend sein sollen: Zum einen handelt es sich dabei um das CEFALY-Gerät, zum anderen um das gammaCore-Gerät. Können Sie eines der Geräte empfehlen.
    Für Ihre Informationen bedanke ich mich recht herzlich.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 21:01 Uhr

      Liebe Toni,

      wenn alle möglichen sonstigen Optionen in der Migräneprophylaxe erfolglos blieben, sollte aus meiner Sicht auch ein dritter Versuch mit Botox überlegt werden. Das Cefaly-Gerät ist eine Therapieoption, die Sie ebenfalls zusätzlich einsetzen können, was eine Linderung erzielen kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  26. Profilbild von Grubi
    Grubi 17. November 2014 um 18:08 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    Ich leide an einer chronischen Migräne mit lange anhaltender visueller Aura. Aus diesem Grund erhalte ich von meinem Neurologen keine Triptane, weil damit Risiken verbunden sein würden, die ich nicht verstanden habe. Vielleicht könnten Sie mir mitteilen, welche Risiken dabei bestehen.

    Vielen Dank

    Grubi

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 21:02 Uhr

      Liebe Grubi,

      grundsätzlich sind langanhaltende visuelle Auren keine Kontraindikation für den Einsatz von Triptanen. Triptane können dann eingesetzt werden, wenn die Auren abklingen und die Schmerzen bestehen. Im Einzelfall kann es jedoch schwierig sein, wenn es zu einer Überlappung von visueller Aura und Schmerzphase kommt. Aber auch dann ist es möglich, das Triptan mit Abklingen der Aura zu nutzen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  27. Profilbild von Reggae
    Reggae 17. November 2014 um 18:50 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich leide seit 30 Jahren an Migräne, jetzt auch unter chronischer. Zwei Versuche mit Botox waren leider erfolglos. Therapieversuche mit Topiramat, Pestwurz, Vitamin B12, Magnesium waren auch erfolglos. Seit einem Aufenthalt in Ihrer Klinik vor 2 Jahren weiß ich, dass ein ständiger Schmerzmittelmix Gift ist und die Schmerzen noch verstärkt. Ich komme meist mit Zolmitriptan 5 mg, Naproxen und ASS aus, aber die Attacken sind jedes Wochenende 2 – 3 Tage und mit so starken Medikamenten ist man dann ausgebremst für das normale Leben. Mit Amitriptylin 100 mg kann ich wenigstens meistens schlafen. Weil der Leidensdruck so hoch ist, hat meine Neurologin nun einen Versuch mit Metoprolol (zzt. 100 mg) unternommen (habe ein gut eingestelltes Asthma bronchiale). Davon bekomme ich aber starke Hustenattacken. Ist es sinnvoll noch einen anderen Beta-Blocker zu versuchen oder noch eine andere Prophylaxe und wenn ja, welche?

    Vielen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße nach Kiel
    Reggae

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 21:03 Uhr

      Liebe Reggae,

      bei einem Asthma bronchiale ist die Einstellung auf einen Betablocker nicht zu empfehlen. Auch andere Betablocker sind bei gleichzeitigem Vorliegen eines Asthma bronchiale problematisch. Möglich ist der Einsatz von Flunarizin oder Valproinat. Dies muss jedoch im Einzelfall individuell getestet werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  28. Profilbild von anni1976
    anni1976 17. November 2014 um 18:56 Uhr

    Lieber Prof. Dr. Göbel,
    leider hat mich nach meiner Elternzeit (also seit ich wieder arbeite) mein Spannungskopfschmerz eingeholt, den ich bei Ihnen in Kiel nahezu erfolgreich „abgeschafft“ hatte. Aber zumindest bleibe ich unter 10 Tagen Medikamente. Nun aber zu meiner eigentlichen Frage: wie es sich in den letzten paar Monaten herausgestellt habe, bekomme ich 2-3 Tage vor meiner Menstruation Migräne mit starker Übelkeit und Erbrechen, die ca. 12 Stunden anhält, dann ist der Spuk vorbei. Leider helfen mir im Grunde genommen keine mir bislang bekannten Tabletten, da ich damals in Kiel nicht den Schwerpunkt Migränebehandlung hatte – d.h. weder Ibuprofen, noch Paracetamol, noch Maxalt (von meinem Partner, der ebenfalls unter Migräne leidet) helfen. Die Pille durchgängig zu nehmen wäre nicht möglich, da ich grundsätzlich nicht mehr so verhüten sollte aufgrund Präeklampsie in der Schwangerschaft. Haben Sie mir eine Idee? Vielen Dank im voraus! Liebe Grüße Annette

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 21:04 Uhr

      Liebe Anni,

      die Möglichkeit zur Kurzzeitprophylaxe von Migräne im menstruellen Zeitfenster ist zum Beispiel, Naproxen 500 mg am Abend vor der erwarteten Migräneattacke einzunehmen. Auch die Gabe von Naratriptan 2,5 mg am Vorabend vor der erwarteten Migräneattacke ist denkbar. Sie können jedoch auch erst bei Eintreten der Migräne ein Triptan nutzen. Da menstruell gebundene Migräneattacken sehr häufig von starker Symptomatik sind, kann zum Beispiel ein effektiv wirksames Triptan wie Zolmitriptan 5 mg oder Sumatriptan 6 mg subkutan im Autoinjektor erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  29. Profilbild von beate1962
    beate1962 17. November 2014 um 19:00 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Göbel,
    vielen Dank für die Möglichkeit wieder einmal die Fragen einzustellen die man auf dem Herzen hat.
    ich nehme seit 4,5 Jahren erfolgreich Topiramat 50 mg morgens und 50 mg abends. Leider treten in der letzten Zeit immer mehr depressive Verstimmungen auf. Meine Frage hierzu: könnte ich begleitend ein antidepressivum nehmen und wenn ja welches? Denn ja auch ich habe große furcht dadurch dick zu werden.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 21:05 Uhr

      Liebe Beate,

      wenn unter Topiramat depressive Verstimmungen auftreten, sollte das Absetzen von Topiramat erwogen werden. Zur Behandlung der depressiven Verstimmung kann dann ein Antidepressivum eingesetzt werden, das gleichzeitig auch migräneprophylaktisch wirkt. Beispiele dafür sind Venlafaxin oder Cymbalta. Auch trizyklische Antidepressiva können sinnvoll sein. Eine Gewichtszunahme muss nicht auftreten, die überwiegende Anzahl der Anwender berichtet nicht davon. Einer Gewichtszunahme kann auch durch entsprechende Ernährung und sportliche Aktivität gegengewirkt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  30. Profilbild von beate1962
    beate1962 17. November 2014 um 19:10 Uhr

    Vielen Dank fur ihre unermüdliche Arbeit Beate

  31. Profilbild von Didi
    Didi 17. November 2014 um 19:24 Uhr

    Guten Abend Prof. Göbel,
    ich leide seit meinem 17. Lebensjahr an Migräne. In Behandlung in der Praxis bei Frau Dr. Gendolla habe ich mich allerdings erst vor 1 1/2 Jahren begeben. Dort wurde mir sofort nahe gelegt einen Entzug zu machen. Den konnte ich leider nicht in Ihrer Klinik machen, da meine Krankenkasse einen anderen Vertragspartner hat. Den Entzug hatte ich in einer Naturheilklink kombiniert mit Schulmedizin gemacht. Worauf meine Private Krankenkasse mich rausgeschmissen hat. Es waren 2 sehr harte Wochen, aber mit sehr gutem Erfolg.
    1/2 Jahr lang war ich, bis auf 1-2x pro Monat Migräne, komplett Kopfschmerz frei. Nach dem 1/2 Jahr setzten die Kopfschmeren/Migräne von einem auf den anderen Monat schlagartig wieder ein, trotz Prophylaxe mit Topiramat, bis zu 15- 20x pro Monat. Meine Frage an Sie ist nun, wie kann nach der langen Beschwerdefreien Zeit die Kopfschmerzen/ Migräne wieder mit so einer Intensität einsetzen. Topiramt habe ich dann abgesetzt und nehme zur Zeit keine Prophylaxe. Vielen Dank und herzliche Grüße

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 21:08 Uhr

      Liebe Didi,

      bei einem Medikamentenübergebrauch ist die einzig sinnvolle und wirksamste Behandlungsmethode zunächst die Schmerzmittelpause. Diese hat auch in Ihrem Fall zu einer Besserung beigetragen. Migräne kann sich bedauerlicherweise im Lebensverlauf sowohl zum Positiven als auch zum Negativen entwickeln. Sie kann komplett aufhören, sie kann deutlich weniger werden, leider kann sie auch von einem episodischen in einen chronischen Verlauf sich wandeln. Wenn bei Ihnen jetzt wieder 20 Kopfschmerztage im Monat bestehen, muss zunächst geprüft werden, wie diese Chronifizierung zustande gekommen ist und ob sich einzelne Faktoren herausarbeiten lassen. Am häufigsten ist ein Medikamentenübergebrauch verantwortlich. Wenn Sie jetzt gar keine Prophylaxe mehr nehmen, sollte auch erwogen werden, ob nicht wieder eine neue gestartet werden soll. Stellen Sie sich daher am besten bei Ihrer Schmerztherapeutin vor, sie wird Ihnen einen gezielten Rat geben können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  32. Profilbild von Feuerdorn97
    Feuerdorn97 17. November 2014 um 19:50 Uhr

    Guten Abend Herr Prof. Göbel,

    mein Neurloge vor Ort „nötigte“ mich dazu, es noch etwas mit Topiramat zu versuchen, doch bin nich nun so weit, es abzubrechen: kaum Besserung, Gewichtsverlust von ca. 6kg (von 78kg auf 72kg bei 1,90 Größe/m/39), teilw. Wortfindungsstörungen, aktuell Bauchschmerzen die kein Arzt zuordnen kann (Topiramat?). Ich denke, so macht es wenig Sinn, oder? Ich bin bei 50-0-50.

    Ich werde mich mal nach einer Alternative umsehen oder erst mal abwarten, was nach dem ausschleichen passiert. Als Lehrer kann ich keine Wortfinungsstörungen brauchen…

    Zweite Frage: Wenn ich immer wieder Phasen habe, wo ich trotz ca. 8 Tablettentage im Monat auch mal ca 8-10 Tage am Stück ohne jegliche Tablette auskomme ist doch die Gefahr eines MÜK äußerst gering. Die 10/20-Regel halte ich eisern ein.

    Vielen lieben Dank für Ihre Mühe und Ihren tollen Service hier!!!

    Feuerdorn 97

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 17. November 2014 um 21:09 Uhr

      Lieber Feuerdorn,

      wenn bei Ihnen unter Topiramat kaum Besserung besteht jedoch gravierende Nebenwirkungen, sollte das Absetzen nicht lange überlegt werden. Bei unklaren Bauchschmerzen sollten Sie zusätzlich die Nieren untersuchen lassen, ob möglicherweise Nierensteine bestehen. Diese können unter Topiramat auftreten.

      Wenn bei Ihnen ca. 8 bis 10 Tage am Stück ohne jegliche Einnahme von Migränemitteln bestehen, ist die Gefahr eines MÜK nicht anzunehmen. Zudem halten Sie sich an die 10-20-Regel. Das machen Sie sehr gut.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  33. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 17. November 2014 um 19:59 Uhr

    Der Chat ist beendet, bitte keine Fragen mehr einstellen!!

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