Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 06.04.2015

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

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Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin

71 Kommentare

  1. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 6. April 2015 um 11:57 Uhr

    Die Chat-Gruppe ist geöffnet, Fragen können jetzt eingetragen werden.

    • Profilbild von kopflottegr
      kopflottegr 6. April 2015 um 12:16 Uhr

      Sehr geehrter Herr Göbel,

      nach Brustkrebs, Ablatio re, wird mir zu einer Strahlentherapie geraten, da im Wächterlymphknoten eine „kleine“ Metastase gefunden wurde. Dazu muss ich nun Anti-Hormontabletten nehmen. Die Nebenwirkungen beider Therapien erschrecken mich, da sie das Bild meiner vorhandenen Erkrankung aufzeigen.

      Bisher konnte ich mit der neuen Situation gut umgehen.
      Nun habe ich Sorge, dass die für mich sehr einschränkende Situation durch meine chron. Spannungskopfschmerzen, die momentan durch wenig Bewegung, Gespräche etc. gleich zur Migräne werden, noch intensiver werden könnte.

      Können Sie mir eine Entscheidungshilfe geben, auch wenn jeder Fall natürlich individuell ist?

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:30 Uhr

        Liebe Kopflotte,

        Brustkrebs kann heute sehr gut behandelt werden. Auch wenn die Zeit der Behandlung nicht immer leicht ist, sie dient dazu, die Erkrankung in den Griff zu bringen. Die verschiedenen Therapieverfahren sind heute sehr gut untersucht. Es gibt zertifizierte Brustkrebszentren, dort wird man Ihnen einen verlässlichen Rat geben können. Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten haben sehr große Erfolgsaussichten.

        Spannungskopfschmerzen und Migräne müssen während der Behandlungsphasen nicht verstärkt auftreten. Im Gegenteil scheint es so zu sein, dass die verschiedenen Begleittherapien die Migräne eher abschwächen. Sie sollten sich aus dieser Sicht daher nicht von den notwendigen Therapiemaßnahmen abhalten lassen.

        Ich wünsche Ihnen alles Gute und allen Erfolg bei der Behandlung.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

    • Profilbild von Fynn
      Fynn 6. April 2015 um 13:03 Uhr

      Sehr gehrter Herr Dr Göbel, ich bin eine neurologische Krankenschwester aber in unserer Klinik gibt es auch keine Hilfe.
      Mit 14 Jahren fing die Migräne an, nach den Geburten in drei Jahren drei Jungs und Ende der letzten Stillzeit, ich war ca 27 Jahre alt, hatte ich bis zu meinem 49 igsten Lebensjahr keinen einzigen Tag Migräne oder Kopfschmerzen. Mit 49 Jahren fing die Migräne wieder an.
      Triptane helfen mir sofort. Seit meinem 55igsten Lebensjahr ( ich bin jetzt im März 59 Jahre alt geworden ) benutzte ich Estradiol Gel einmal täglich. Damit ging es mir ganz gut. Da aber die meisten sagen, dass Migräne nach den Wechseljahren deutlich bessr wird, habe ich im Herbst das Gel abgesetzt und von einem Neurologie Professor Amitriptylin 20 mg 1x abds bekommen. Das war keine gute Idee.
      Jetzt habe ich ziemlich eigenmächtig gehandelt. Amitriptylin abgesetzt und Estradiol Gel angefangen zu benutzen. Gute Idee????
      Mit der Einnahme von Sumatriptan haben sich die Intervalle zum nächsten Ereignis deutlich verringert. Aura Sehstörungen oft, nicht immer folgt eine Attacke.
      Man hat mir eine Botox Behandlung angeboten…..
      Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Migräne hormonell bedingt ist. Allerdings konnte ich früher nie einen Zusammenhang erkennen. Da ich mit 32 hysterektomiert wurde, habe ich natürlich keinen Plan über meinen Zyklus.
      Ich hoffe auf einen guten Rat, den ich versprochen annehmen werde und mein größter Wunsch wäre es, bei Ihnen in der Klinik einen Aufenthalt in Anspruch nehmen zu können.
      Ihnen einen schönen Rest Ostermontag und ich finde es sehr freundlich, dass sie an einem Feiertag Fragen Betroffener beantworten und mit Ihrem Rat zur Verfügung stehen.
      Nette und herzliche Grüße

      • Profilbild von Fynn
        Fynn 6. April 2015 um 13:19 Uhr

        ahhh ich habe noch vllt etwas Wichtiges vergessen zu erwähnen: immer nur rechts. Vom Nacken re austrahlend nach vorne Schläfe. Den Zustand kann man ja nicht wirklich mit Worten beschreiben. Ich bin nicht licht und lärmempfindlich, im Gegenteil, ich versuche so gut es geht mich irgendwie zu beschäftigen. Was nicht immer möglich ist.
        Auf der li Seite hatte ich in meinem ganzen Leben noch niemals einen Schmerz.
        Mein Sohn ist Osteopath, sehr erfolgreich. Ich bin seine Mutter, deswegen kann er mich nicht behandeln. Er hat mich aber empfohlen. Es hat mir nichts genutzt.
        Nochmal herzlich nach Kiel …….Moni ( Fynn )

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:22 Uhr

        Liebe Finn,

        dass Migräne mit den Wechseljahren sich in Wohlgefallen auflöst, hört man immer wieder. Leider ist die Realität nicht so. Die Migräne wird mit den Wechseljahren sich im Mittel nicht ändern. Aus Untersuchungen ist bekannt, dass bei der Hälfte der betroffenen Patientinnen die Migräne auch nach den Wechseljahren gleichbleibt. Bei einem Viertel wird sie sogar häufiger auftreten. Nur bei einem weiteren Viertel wird sie weniger häufig auftreten.

        Früher war es so, dass man mit dem 50. Lebensjahr deutlich körperlich älter war und das Nervensystem nicht mehr so leistungsfähig geblieben ist. Man musste mehr körperlich arbeiten, hat sich schlechter ernährt, die medizinische Versorgung war nicht so ausgereift, die Folge war, dass das Gehirn bereits in den 50er und 60er weniger leistungsfähig war. Genau ein solches leistungsfähiges Gehirn ist jedoch Voraussetzung, damit das Nervensystem mit Migräneattacken reagiert. Heute ist davon auszugehen, dass diese Lebensphase erst mit 70 oder gar 75 Jahren erreicht wird. Tatsächlich kennen wir nur wenige Betroffene, die über das 75. Lebensjahr hinaus noch Migräneattacken aufweisen. Zu folgern ist also, dass man nicht allein auf die Wechseljahre warten sollte, sondern eine aktive Therapie benötigt.

        Offensichtlich haben Sie das Estradiol-Gel zur Migränevorbeugung gezielt eingesetzt. Wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstehe, hat es bei Ihnen eine gute vorbeugende Wirkung gehabt. Es wäre dann ja naheliegend, mit dieser Behandlung weiter zu verfahren. Amitriptylin kann wirksam sein, ein Therapieversuch, wie bei Ihnen vorgenommen, war sicherlich sinnvoll, möglicherweise ist die Dosierung mit 20 mg auch zu gering.

        Unabhängig von der Auswahl einer bestimmten Substanz sollten Sie sich bemühen, ein Gesamtkonzept für Ihre Vorbeugung aufzubauen. Dieses schließt Informationen, Verhalten, medikamentöse Vorbeugung und auch Akutmedikation im Anfall ein. Headbook gibt Ihnen dazu zahlreichen Informationen.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

        • Profilbild von Hartmut Göbel
          Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:23 Uhr

          Osteopathie wird sehr unterschiedlich beurteilt. Einen Wirkungsnachweis, dass Osteopathie bei der Migräne effektiv ist, gibt es bis heute nicht. Neu ist für mich, dass man damit seine Mutter nicht behandeln kann

          • Profilbild von Fynn
            Fynn 6. April 2015 um 20:09 Uhr

            Vielen Dank für die ausführliche Antwort.
            Wenn sie Zeit haben könnten sie mir bitte noch die Frage nach dem Erfolg der traditionellen chinesischen Medizin beantworten????

            Herzlich und vielen Dank Moni

    • Profilbild von
      moni 6. April 2015 um 15:11 Uhr

      Sehr geehrter Prof. Göbel,

      ich schreibe heute weil mein Papa immer so starke Migräne hat.

      er sagt sein Bauch bläht sich auf und er bekommt dann extreme Kopfschmerzen dass er sich hinlegen muss.

      ein Präparat das mit Koffein ist hilft ihm immer gut.

      mittlerweile haben wir den verdacht dass er Zwiebel nicht vertragen könnte.

      was könnte das sein??

      er hat das ein paar mal im Monat und es setzt ihn ausser gerecht wie bei einer Migräne.

      an dieser stelle möchte ich mich noch für alles bedanken…
      dank ihnen bin ich wieder auf dem guten weg der Besserung.

      glg

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:24 Uhr

        Liebe Moni,

        manche Menschen können Zwiebeln nicht gut verdauen, die Folge ist, dass ein sogenannter Meteorismus auftritt, der Bauch wird aufgebläht. In diesem Fall sollte man die entsprechenden Nahrungsmittel vermeiden. Wenn durch diese Ereignisse Migräneattacken ausgelöst werden, ist es erforderlich, eine entsprechende Auswahl bei der Ernährung vorzunehmen.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

        • Profilbild von
          moni 6. April 2015 um 18:26 Uhr

          und kann das etwas mit Histamin zu tun haben ? bisher konnte ihm niemand weiterhelfen . danke für ihre zeit.. und alles gute. 🙂 glg

    • Profilbild von Mathilda
      Mathilda 6. April 2015 um 16:07 Uhr

      Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel, meine Tochter (9 Jahre) hat seit ihrem 4.Lebensjahr Migräne. Es beginnt immer am rechten Auge, dann kommt Übelkeit und Schwindel. Sie hat so starke Schmerzen das sie nur auf und ab läuft und irgendwann doch ins Bett geht und weinend einschläft . Morgens ist es immer vorbei. Ich gebe ihr mittlerweile Dolormin Migräne Granulat, doch es hilft meist nicht. Ist es möglich zusätzlich noch Paracetamol zu geben um die Anfälle zu beenden? Oder haben Sie einen anderen Tipp? Der Kinderneurologe hat nichts auffälliges finden können und hat von einem MRt abgeraten, da eben diese Kopfschmerzen schon seit 5 Jahren bestehen und es nicht schlimmer wird oder häufiger auftritt…. Danke MfG Jolie Müller

      • Profilbild von Mathilda
        Mathilda 6. April 2015 um 16:09 Uhr

        Häufigkeit der Migräne monatlich aus dem nichts heraus

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:28 Uhr

        Liebe Mathilda,

        aufgrund Ihrer Schilderung ist anzunehmen, dass bei Ihrer Tochter tatsächlich Migräneattacken vorliegen. Die Migränetherapie begrenzt sich nicht nur auf die Attackentherapie. Es muss geklärt werden, was bei Ihrer Tochter Migräneattacken auslöst, wie sie sich verhält, ob sie sich ausreichend und regelmäßig ernährt, ob sie Entspannungsphasen im Alltag einbaut usw.. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Analyse des Alltags und das Verhalten entscheidend. Sehr häufig können so viele Migräneattacken vermieden werden. Die medikamentöse Attackentherapie bei Kindern sollte individuell vorgenommen werden. Grundsätzlich ist das von Ihnen gewählte Ibuprofen geeignet. Eine ausreichende Dosierung sollte jedoch gewählt werden. Diese ist in Abhängigkeit vom Körpergewicht zu bestimmen. Zusätzlich kann neben dem Schmerzmittel auch ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden. Viele Kinder können das Schmerzmittel aufgrund der Übelkeit und des Erbrechens nicht aufnehmen, so dass es nicht wirken kann. Darüber hinaus sollte das Arzneimittel möglichst frühzeitig eingesetzt werden, damit es noch möglichst zeitgerecht aufgenommen werden kann. Sind trotz Änderung des Verhaltens und eines wirksamen Akutmittels keine ausreichenden Behandlungseffekte zu erzielen, sollte auch bei entsprechender Häufigkeit der Migräneattacken ein vorbeugendes Medikament erwogen werden.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

    • Profilbild von Josefa
      Josefa 6. April 2015 um 17:29 Uhr

      Sehr geehrter Herr Dr. Göbel,

      ich war letztes Jahr im Sommer in Ihrer Klinik. Aufgrund meiner chron. Migräne bekam ich Botox, worunter die Migräne im ersten Quartal deutlich rückläufig war. Die Folgeinjektionen in den nächsten beiden Quartalen waren nicht mehr so durchschlagend erfolgreich.

      Im Februar d. J. wurden nun als „Zufallsdiagnose“ heiße und kalte Knoten an meiner Schilddrüse entdeckt (voraussichtlich steht nun die Entfernung der Schilddrüse an).

      Zu meiner Frage an Sie: Mein Calcitonin-Wert ist mit 0,9 pg/ml deutlich erniedrigt. Nach eigenen Recherchen sorgt dieses Hormon im Körper dafür, dass keine Entzündungen entstehen.
      Kann dieser niedrige Wert oder insgesamt die gestörte Schilddrüsenfunktion durch die Knoten (mein Stoffwechsel war stark verlangsamt, ich habe trotz Gegenmaßnahme kein Körpergewicht abgenommen) für das Wiederaufflammen der Migräne verantwortlich sein? Und ist nach Entfernung der Schilddrüse und anschließender Hormonsubstition mit einer Besserung der Migräne zu rechnen?

      Vielen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüße
      Josefa

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:35 Uhr

        Liebe Josefa,

        ein veränderter Stoffwechsel und eine veränderte Hormonproduktion in der Schilddrüse und in der Nebenschilddrüse können sich negativ auf die Migräne auswirken. Es ist daher damit zu rechnen, dass nach Stabilisierung der Hormonlage und des Stoffwechsels sich wieder eine Besserung erzielen lässt.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

    • Profilbild von Yvonne
      Yvonne 6. April 2015 um 17:32 Uhr

      Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
      nach stationärem Aufenthalt wegen chronischer Migräne und MÜK im Jan 2013, bin ich mittlerweile ohne Dauermedikation bei ca. 2 Migräne Attacken, die mit AscoTop Nasal sehr gut und schnell zu unterdrücken sind.
      Allerdings verändert sich die Migräne, und ich würde gerne wissen, ob das normal ist oder ob dafür eine Ursache zu Grunde liegt.
      Ich habe jetzt regelmäßig wirklich nur einen Lichtblitz im linken Auge, danach folgt garnichts an Kopfschmerzen.
      Dann habe ich ca. 1x im Monat eine typische Aura auf die auch keine Migräne folgt.
      Dazu treten aber seit drei Monaten regelmäßige Spannungskopfschmerzen auf, zumindest halte ich sie dafür (bds., keine Besserung auf Triptane, allerdings mit Übelkeit und hochgradigen brennenden Schmerzen über dem N. facialis entlang), die für mich sehr schwer von Migräne zu unterscheiden sind.
      Meine Fragen:
      – ist so eine Veränderung des Schmerzbildes normal
      – was kann ich gg. die Spannungskopfschmerzen nehmen, um nicht Gefahr zu laufen wieder in den MÜK zu geraten?
      Vielen Dank und frohe Ostern nach Kiel,
      Yvonne

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:39 Uhr

        Liebe Yvonne,

        wenn ich Ihre Ausführungen richtig verstehe, hat sich eine deutliche Verbesserung des chronischen Migräneverlaufes bei Ihnen eingestellt. Ein kurzer Lichtblitz in einem Auge ist mit einer Migräneaura nicht zu vereinbaren. Sie sollten daher eine dringliche augenärztliche Untersuchung mit Prüfung der Netzhaut veranlassen. Eine Migräneaura ohne Kopfschmerz kann bei einer Migräneerkrankung immer wieder auftreten, auch dann, wenn zu anderen Zeiten Migränekopfschmerzphasen bestehen.

        Die Veränderung des Schmerzbildes, wie Sie es beschreiben, ist in einem Migräneverlauf möglich. Manchmal ist es tatsächlich schwierig, einzelne Anfälle genau zu differenzieren. Die begleitende Übelkeit und die ausgeprägten Schmerzen sprechen dafür, dass es sich doch um Migräneattacken handelt, insbesondere dann, wenn Sie Ruhe suchen und körperliche Tätigkeit die Schmerzen verschlimmert. Das Triptane dabei nicht wirken, ändert nicht die Diagnose. In diesem Fall könnten Sie zum Beispiel Ibuprofen oder ein anderes Schmerzmittel in Verbindung mit einem Mittel gegen Übelkeit einsetzen.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

    • Profilbild von Andrea
      Andrea 6. April 2015 um 17:59 Uhr

      Guten Abend! Ich nehme zur Zeit keinerlei Schmerzmittel beim Migräneanfall, da ich noch in der Stillzeit bin.
      Nur Magnesium.
      Meine Frage ist aber eine andere: mir machen die Begleitsymptome sehr zu schaffen: Depressive Stimmung, manchmal Panikattacken, Angstzustände…. danach tagelang Schwindel und Grübeleien…. manchmal denke ich, ich komme aus dem Loch gar nicht mehr raus!
      Werden diese Zustände mit (beispielsweisen) Triptanen besser?
      Danke und viele Grüße
      Andrea

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 6. April 2015 um 20:29 Uhr

        Liebe Andrea,

        Triptane sind nur zur Attackentherapie gedacht, sie können allerdings auch während der Stillzeit eingenommen werden. Allerdings muss die Milch am Einnahmetag verworfen werden.

        Im Hinblick auf die psychischen Symptome, muss abgewogen werden, ob eine medikamentöse Behandlung notwendig ist. In diesem Fall sollten Sie dann mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob es nicht besser wäre abzustillen.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  2. Profilbild von Breidi
    Breidi 6. April 2015 um 12:00 Uhr

    Guten Morgen,

    meine Tochter Jennifer (22) hat seit dem 12. Lebensjahr Migräne. Nun hat sie einen Mük entwickelt durch Triptanübergebrauch an ca. 18 Tagen im Monat. Die letzten vier Wochen hatte sie täglich Migräne und hat nun seit zwei Wochen die Triptane mit großen Schwierigkeiten abgesetzt. Die Hausärztin hat ihr nun empfohlen, im Notfall Novalgintropfen einzunehmen. Unsere Frage lautet nun, ob sie das Novalgin wirklich nehmen darf ohne den Mük wieder zu bekommen. Oder können Sie uns ein besseres Medikament für den Entzug empfehlen?
    Wir bedanken uns im voraus für Ihre Antwort. Lg Sabine B.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:42 Uhr

      Liebe Breidi,

      der Austausch eines Schmerzmittels oder eines Triptans während eines Entzugs macht den sogenannten „Entzug“ zunichte. Während der Schmerzmittel- oder Migränemittelpause ist es erforderlich, dass keine Akutmedikation eingesetzt wird, die ansonsten zur Behandlung der akuten Migräneattacke oder von Schmerzen wirksam ist. Erst dann kann sich das schmerzverarbeitende System umstellen und erholen. Der reine Austausch von dem Triptan mit Novalgin wäre also keine Medikamentenpause oder ein Medikamentenentzug. Möglich wäre es jedoch, wenn eine Medikamentenpause erfolgreich durchgeführt worden ist, im Anschluss daran die Kopfschmerzattacken mit Novalgin zu behandeln. In der Regel benötigt man neben dem Triptan ein Schmerzmittel um bei primärem Nichtansprechen des Triptans ein Ersatzmedikament einsetzen zu können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von Breidi
        Breidi 6. April 2015 um 18:50 Uhr

        Vielen lieben Dank für Ihre Antwort. Wie lange muss denn die Pause eingehalten werden, damit sie erfolgreich war?

        Liebe Grüsse
        Sabine B.

  3. Profilbild von Moonfly
    Moonfly 6. April 2015 um 12:04 Uhr

    Lieber Dr. Göbel,
    vielen Dank erstmal für die Möglichkeit Ihnen Fragen stellen zu können. Seid vielen Jahren leide ich an Migräne und Spannungskopfschmerz. Im letzten halben Jahr stellte sich ein beinahe täglicher Migräneschmerz ein. Wenn ich mal einen Tag keine Schmerzen habe, habe ich dennoch Begleitsymptome, wie Reizüberflutung, Wortfindungsschwierigkeiten und Druck im Kopf u.a. Da ich viele Schmerzmittel genommen habe (meist Triptane und seltener Kombipräparate) lag für mich die Vermutung nahe, dass ich in einen MÜK geraten bin. Deshalb habe ich vor einiger Zeit beschlossen für eine Weile auf Schmerzmittel zu verzichten.
    Daraufhin zeigte sich folgendes Muster. Nach der letzten Triptaneinnahme hatte ich vier bis fünf Tage leichte Migräneschmerzen. Am sechsten bis siebenten Tag starke bis sehr starke Schmerzen. Was ich dreimal nicht aushielt und ein Triptan nahm. Also jeweils nach einer Woche ein Triptan brauchte. Beim vierten Mal habe ich die Attacke ohne Triptan durchgestanden. Ich hatte drei Tage starke Schmerzen. Anschließend hatte ich wieder tägliche leichte Schmerzen für vier Tage. Am fünften Tag litt ich an einem chaotischen Schmerzzustand. Alle paar Sekunden bis Minuten änderte sich die Schmerzart und Intensität. Danach wieder tägliche leichte Schmerzen mit allen Begleitsymptomen sowie große Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Konzentrationsschwierigkeiten. Jeden Morgen wache ich genauso müde auf wie ich abends zu Bett ging. Mein letztes Schmerzmittel nahm ich vor drei Wochen.
    Leider habe ich keinen Arzt gefunden der mir helfen kann. Meine Frage an Sie wäre also: Sind die Symptome die ich immer noch habe Anzeichen eines Müks und was kann ich tun, damit es mir besser geht? Magnesium und B2 nehme ich bereits. Essen tue ich auch regelmäßig. Wie lange sollte ich auf jeden Fall noch meine Medikamentenpause weiter führen? Ich habe gehört, dass man um sicher zu sein einen MüK überstanden zu haben mindestens drei schmerzfreie Tage oder acht Wochen Medikamentenpause aufzeigen muss. Allerdings hat mir nie ein Arzt sagen können, ob ich in einen Mük geraten bin. Ich vermute das eben, da ich mehr als ein halbes Jahr lang die 10/20er Regel missachtet habe.
    Kein Arzt konnte bisher eine körperliche Ursache feststellen. Eine CT-Untersuchung war bis auf eine kleine Narbe im Hypothalamus auch unauffällig.
    Liebe Ostergrüße Moonfly

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:55 Uhr

      Liebe Moonfly,

      Ihre Ausführungen zeigen, dass es sehr schwierig sein kann, alleine ohne Anleitung eine Medikamentenpause erfolgreich durchzustehen. Leider passiert es sehr oft, man hat dann eine Chance „verschossen“ hat. Ihre Schilderungen können sehr gut noch Hinweise darauf sein, dass weiterhin ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz besteht und das Schmerzsystem sich noch nicht stabilisiert hat. Notwendig ist bei Ihnen wahrscheinlich eine Begleittherapie, die zu einer Stabilisierung beiträgt. Auch sollten Sie im Rahmen der Medikamentenpause begleitende Behandlungen haben, die Ihnen das Durchstehen der Pause besser ermöglichen.

      Wenn an mehr als an 10 Tagen im Monat Akutmedikamente eingenommen werden, ist von einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz auszugehen. Die Behandlung sieht vor, dass man eine Medikamentenpause für sämtliche Wirkstoffe durchhält, die normalerweise zur Attackenbehandlung eingesetzt werden. In der Regel dauert eine Pause zwischen 2 und 4 Wochen. Die Pause allein ist jedoch nicht der Schlüssel zu einer wirksamen Migränetherapie. Vielmehr ist es notwendig, dass im zweiten Schritt eine wirksame vorbeugende Behandlung aufgebaut und eine adäquate Attackentherapie realisiert wird. Alleingelassen ist es häufig nicht möglich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von Moonfly
        Moonfly 6. April 2015 um 19:11 Uhr

        Lieber Dr. Göbel
        Vielen lieben Dank für die Antwort. Könnten Sie mir vielleicht noch sagen wie so eine Begleittherapie aussehen könnte? Bisher hatte ich wirklich noch keinen Arzt gefunden der mir Beistehen könnte und auf einen Termin für einen Neurologen müsste ich noch ca 2 Monate warten.

        Schöne Restostern noch

  4. Profilbild von Peter
    Peter 6. April 2015 um 12:05 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    zunächst einmal vielen Dank, dass Sie sich auch am heutigen Tag die Zeit nehmen, unsere Fragen zu beantworten.
    Ich leide seit mehreren Jahren an chron. Migräne sowie chron. Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Ich nehme als Prophylaxe
    Amitriptylin, Medikamente mit anderen Wirkstoffen kommen aufgrund von Nicht-Wirksamkeit oder zu starken Nebenwirkungen nicht in Frage.
    Seit mehreren Monaten leide ich nun zusätzlich an einem Restless-Legs-Syndrom, das sich in reißenden Schmerzen in den Beinen äußert. Auf Anraten meines behandelnden Arztes ist dies ev. auf die Einnahme des Amitriptylins zurückzuführen und es sollte ein Wechsel des Antidepressivums erfolgen.
    Meine Frage wäre jetzt, ob der Wechsel angebracht wäre und welches Antidepressivum Ihrer Erfahrung nach in meinem Fall das geeigneteste wäre.

    Vielen Dank für Ihren Rat und herzliche Grüße
    Peter

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 18:56 Uhr

      Lieber Peter,

      das Restless-legs-Syndrom muss nicht auf das Amitriptylin zurückgeführt werden. Bei chronischer Migräne kann eine solche Begleiterkrankung immer wieder gesehen werden. Unabhängig davon kann ein Restless-legs-Syndrom auch völlig unabhängig von der Migräne und der medikamentösen Therapie, die dafür erforderlich ist, entstehen. Wenn es Hinweise dafür gibt, dass Amitriptylin bei der Entwicklung eine Rolle spielt, wäre es leicht, Amitriptylin durch ein anderes trizyklisches Antidepressivum auszutauschen, z.B. Doxepin oder Trimipramin.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Profilbild von Tobi
    Tobi 6. April 2015 um 12:06 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    vielen Dank für die Möglichkeit, auch heute wieder Fragen an Sie zu richten.
    Ich leide seit mehreren Jahren an chron. Migräne und chron. neuropathischen Schmerzen im Gesicht ( Kiefer, Stirn Augen ). Bzgl. letztgenannter Schmerzen haben weder verschiedene Prophylaxen noch Akutmedikamente, wie z.B. NSARs, Tramadol, Tilidin geholfen. Nachdem mir Oxycodon zumindest kurzfristig eine Schmerzlinderung verschafft, triggert es aber anscheinend auch erneute Migräneattacken.
    Wäre es möglich, dass diese durch die Histaminfreisetzung des Präparates ( ich leide an einer Histaminunverträglichkeit ) ausgelöst wurde und wenn ja, welches alternative Medikament würden Sie mir dann empfehlen?

    Liebe Grüße an Sie und Ihr gesamtes Team.
    Tobias

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:00 Uhr

      Lieber Tobi,

      es ist ungewöhnlich, dass Oxycodon Migräneattacken triggert. Aufgrund Ihrer Schilderung ist anzunehmen, dass bei Ihnen eine sehr komplexe Situation besteht, die neuropathischen Schmerzen können sich negativ auf die chronische Migräne auswirken. Es muss also nicht unbedingt das eingesetzte Arzneimittel sein. Es ist unwahrscheinlich, dass die Verschlechterung mit der Histaminfreisetzung des Präparates in Zusammenhang gebracht werden kann. Sollten Sie mit dem Oxycodon nicht zurechtkommen, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob nicht eine Opioidrotation in Frage kommt. Es gibt zahlreiche Alternativen, die dann im Einzelfall systematisch ausgetestet werden können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Profilbild von savestheday25
    savestheday25 6. April 2015 um 12:06 Uhr

    Hallo,

    ich habe das große Glück, in der nächsten Woche einen stationären Aufenthalt in Ihrer Klinik machen zu dürfen. Hierzu hätte ich noch 2 Fragen:
    1) Wie bekomme ich eine Krankmeldung für meinen Arbeitgeber?
    2) Muss ich ein aktuelles EKG/Blutbild vom Hausarzt mitbringen oder wird dies bei Ihnen gemacht?

    Ich bedanke mich im Voraus und freue mich auf meinen Aufenthalt!

    Viele Grüße

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:01 Uhr

      Lieber savestheday25,

      eine Krankmeldung bekommen Sie bei der Aufnahme. Eine Bescheinigung, dass Sie im Krankenhaus sind, ist eine Krankmeldung. Ein EKG und Laboruntersuchungen werden von uns bei der Aufnahme durchgeführt. Wenn jedoch aktuelle Befunde vorliegen, sollen Sie diese mitbringen.

      Ich wünsche eine gute Anreise und einen guten Therapieerfolg.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

    • Profilbild von savestheday25
      savestheday25 6. April 2015 um 19:37 Uhr

      Sehr geehrter Herr Dr. Göbel,

      vielen Dank für Ihre hilfreiche Antwort, sie hilft mir sehr weiter.

      Herzlcihe Grüße aus Hannover sendet Ihnen

      Julia Bosse

  7. Profilbild von Tine
    Tine 6. April 2015 um 12:06 Uhr

    Hallo Professor Göbel,
    seit einigen Wochen reicht es nicht mehr aus , wenn ich bei einem Anfall Naproxen nehme. Ich bekomme auch trotz Magenschutz zunehmend Magenprobleme. Ich nehme jetzt immer Naramig, welches ich sehr gut vertrage. Nun beobachte ich, dass ich immer häufiger Anfälle bekomme. Ich muss oft dreimal nacheinander alle zwei bis drei Tage ein Triptan nehmen. Im Internet habe ich gelesen, dass Triptane die Krankheit unterhalten, die sie verhindern sollen. Soll ich versuchen Triptane zu reduzieren, obwohl ich noch nicht an der 10ner Grenze bin?
    Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen
    Tine

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:19 Uhr

      Liebe Tine,

      Naproxen kann bei höherer Einnahmehäufigkeit zu Magenirritationen führen. Es ist alleine genommen kein gutes Migränemittel, die Wirkung setzt oft nur zögerlich ein und häufig kann durch Naproxen der Anfall überhaupt nicht verbessert werden. In speziellen Fällen kann Naproxen mit einem Triptan kombiniert werden. Diese Kombination zielt darauf, dass der sogenannte Wiederkehrkopfschmerz weniger wahrscheinlich ist oder gar ein primäres Nichtansprechen auf das Triptan verhindert wird.

      Es ist nicht richtig, dass Triptane die Krankheit unterhalten, die sie verhindern sollen. An diesem Satz ist so ziemlich alles falsch, was nur falsch sein kann. Er ist erstens unfair gegenüber Betroffenen, er macht dem Patienten Angst vor einer wirksamen und wissenschaftlich international etablierten Therapie. Damit hat der betroffene Patient nicht nur die Schmerzen, er wird verunsichert, denkt, er schadet sich damit und wird mit seiner Sorge und ohne effektive Behandlung alleine gelassen. Triptane sind dafür entwickelt, die Attackentherapie effektiv zu ermöglichen. Sie sind nicht dafür gedacht, dass sie Migräneattacken verhindern, sie sind also kein Prophylaktikum. Bildlich gesprochen sind sie also nicht Blitzableiter, sondern Feuerlöscher. Lassen Sie sich also nicht verunsichern durch derartige Falschmeldungen im Internet.

      Trotzdem müssen Triptane auch richtig eingesetzt werden, damit sie ihre Wirkung erhalten. So lange man die 10er-Regel einhält und Akutmedikamente nicht häufiger als an 10 Tagen pro Monat einsetzt, bleibt die Wirkung erhalten. Diese Regel gilt für sämtliche Akutmedikamente und ist nicht allein auf die Triptane begrenzt.

      Bei Ihnen ist das Problem offensichtlich, dass Sie sehr lange Attacken haben, die über 3 Tage anhalten. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie die vorbeugenden Möglichkeiten in der Migränetherapie optimieren, damit möglichst wenig Attacken und möglichst kurze Attacken nur noch auftreten. Die Migränebehandlung ist eine komplexe Therapie, die verschiedenste Maßnahmen umfasst. Mit einer einzelnen, insbesondere mit der Auswahl eines bestimmten Medikamentes, ist es nicht getan.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Profilbild von Karin Sommer
    Karin Sommer 6. April 2015 um 12:08 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor,

    Ich kam im Mai 2014 zu Ihnen zur ambulanten Behandlung nach Kiel. Sie diagnostizierten Migräne und diesen Muek. Den ersten Medikamentenentzug im Juni unter Prednisolon konnte ich nur 20 Tage einhalten, weil ich nach 5 Tagen ununterbrochener Migräne keine Kraft mehr hatte. Habe dann im August erneut einen Entzug unter Prednisolon begonnen, und habe 40 Tage ohne jegliche Analgetika ausgehalten. Doch leider habe ich weiterhin mindestens 10-15 x monatlich Migräne, da sie fast immer 3-4 Tage dauert. Es ist so, als wenn mein Kopf sich nach den Triptaneinnahmen nicht mehr regenerieren kann. Aber auch bei keiner Schmerzmitteleinnahme dauert die Migräne mitunter 5 Tage lang. Ich nehme nun an den Tagen, wo ich keine Triptane nehmen darf, 2x täglich Clonazepam 0,5mg, weil ich damit schlafen kann und die Schmerzen mich nicht ganz verzweifeln lassen.Von Valium werde ich nach 1-2 Stunden unruhig.

    Zum Vorbeugen gaben Sie mir Doxepin 25mg, die ich jedoch nach 4 Wochen absetzen musste, da ich davon allmorgendliches Herzrasen bekam, was manchmal stundenlang anhielt.

    Da ich auf Bali lebe, habe ich dann hier unter Eigeninitiative Anfang Dezember mit 40mg Propranolol begonnen, trotz niedrigen Blutdruckes, und hatte daraufhin im Dezember und im Januar jeweils nur 3-4 Migraeneanfaelle! Aber im Februar waren es wieder 10, trotz Erhöhung des Betablockers auf 60mg(Nachmittags nahm ich dann noch mal 20mg.) Aufgrund von Bronchialbeschwerden und Schlafstörungen war ich beim Kardiologen,der mir jetzt Concor 1x 2,5mg verordnete.Nun sind die Atembeschwerden weg,aber die häufige Migräne, auch unter Propranolol war nach dem 3.Monat wieder da.

    Flunarizin und Topiramat habe ich nicht vertragen(Dauerkopfschmerz) und Valproinsaeure brachte nach 4 monatiger Einnahme keine Veränderung.

    Welches vorbeugendes Antidepressivum oder was könnten Sie mir sonst noch zur Prävention empfehlen? Ich komme leider vorläufig noch nicht nach Deutschland.
    Eine weitere Frage: Ist es tragbar wegen dem Status Migraenosus alle 5-6 Wochen 100mg Prednisolon einzunehmen?

    Herzlichen Dank Herr Professor! Ich und sicherlich sämtliche Migraenepatienten verehren Sie sehr, und sind Ihnen so sehr dankbar für Ihre Zeit und Ihre Mühen! Ich sende alle guten Wünsche für Sie ans Universum.

    Es grüßt Sie Karin Sorrer

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:25 Uhr

      Liebe Frau Sommer,

      danke für Ihren Bericht. Ich kann hier im Chat nur zu allgemeinen Fragen Antworten geben und bitte um Verständnis, wenn ich jetzt nicht auf Einzelheiten eingehe. Sie berichten weiter von einem komplexen Kopfschmerzverlauf. Auch Medikamente wie Clonazepam oder Diazepam können bei häufigem Einsatz eine Migräne und die Migräneanfälligkeit unterhalten. Es müsste also geklärt werden, inwieweit dies eine Rolle spielt.

      Doxepin kann zu einer Erhöhung der Herzfrequenz beitragen, ein morgendliches Herzrasen ist jedoch ungewöhnlich. Es wäre daher also zu prüfen, ob dies tatsächlich auf die Medikation zurückzuführen ist oder ob dies spontan besteht. Der Einsatz von Propranolol, einem Betablocker, kann hier zielführend sein, er reduziert die Herzfrequenz. Sie können vor Ort einmal mit dem behandelnden Arzt besprechen, ob unter Begleitung der Behandlung mit dem Betablocker Doxepin oder Trimipramin zur Migränevorbeugung und zur Verbesserung des Schlafs möglich ist. Wenn eine Einzelsubstanz nicht ausreichend wirksam ist, kann auch eine Kombination von vorbeugenden Medikamenten erwogen werden. Wenn ein Status migränosus alle 6 Wochen auftritt, kann die Gabe von 100 mg Prednisolon gerechtfertigt sein. Man sollte die regelmäßige Gabe jedoch auf das geringstmögliche Maß beschränken.

      Herzliche Ostergrüße nach Bali und alles Gute
      Hartmut Göbel

  9. Profilbild von kopflottegr
    kopflottegr 6. April 2015 um 12:19 Uhr

    Heute klappt die Konzentration schlecht – zack waren die Grüße weg.

    Vielen Dank für Ihr Engagement auch an Ostern!!

    Gaby Ramcke

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:25 Uhr

      Liebe Frau Ramcke,

      danke für das kleine Gedicht und ebenfalls viele Grüße zurück.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Profilbild von Tina
    Tina 6. April 2015 um 12:22 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    im Forum konnte man mehrmals lesen, dass bei einem beginnenden Migräneanfall die alleinge und rechtzeitige Einnahme von Vomex oder MCP den Anfall ev. stoppen kann.
    Können Sie dies bestätigen und ggf. erklären, worauf die Wirksamkeit dieser Medikamente mit einer eigentlich ganz anderen Indikation zurückzuführen ist?

    Vielen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße nach Kiel.
    Tina

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:26 Uhr

      Liebe Tina,

      tatsächlich kann eine beginnende Migräne durch Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen noch gestoppt werden. Man erklärt sich die Wirkung damit, dass durch Aktivierung des Dopaminstoffwechsels im Hirnstamm die Schmerzverarbeitung aktiviert wird und damit der Migräneanfall noch im Beginn gestoppt wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Profilbild von Danny
    Danny 6. April 2015 um 12:23 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    bis vor kurzem war ich in Kiel stationär in Behandlung – Diagnosen bzgl Kopfschmerz waren Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, chronische Migräne, Migräne mit Aura, Migräne ohne Aura, Kopfschmerz vom Spannungstyp.
    Bei der Einnahme der Schmerzmittel lag ich immer bei maximal zehn Tagen pro Monat.

    Meine beiden Fragen lauten nun:
    1. Wie lange sollte die Medikamentenpause gehen?
    2. Da sich die Kopfschmerzen bisher nicht gebessert haben – ich bin nun ca. vier Wochen in der Medikamentenpause- ist die Frage: Was ist, wenn auch nach der Pause keine Verbesserung eintritt – denn wenn ich Ihr Buch richtig verstanden habe, kann – wenn sich der Kopfschmerz in der Medikamentenpause nicht bessert – der MÜK ausgeschlossen werden?
    Viele Grüße
    Danny

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:32 Uhr

      Liebe Danny,

      die Medikamentenpause sollte nach aktuellem Konsens über 4 Wochen eingehalten werden. Diese 4-Wochen-Grenze gilt jedoch nur dann, wenn nicht vorher schon eine Besserung eintritt. Wie genau diese Besserung aussehen soll, wird unterschiedlich bewertet. Wir sehen es aufgrund unserer Erfahrungen als ausreichend an, wenn mindestens 3 Tage in Folge bestehen, an denen man normalerweise kein Schmerzmittel oder Migränemittel einnehmen würde. Man muss also nicht komplett 3 Tage in Folge schmerzfrei sein, es sollte jedoch eine deutliche Schmerzlinderung und Funktionsfähigkeit vorhanden sein. Tritt also z.B. nach 10 Tagen mit sogenannten Rückschlagskopfschmerzen im Rahmen einer Medikamentenpause eine Phase mit mindestens 3 solcher schmerzgelinderter Tage ein, kann man die Pause beenden und wieder zur normalen Schmerzmitteleinnahme übergehen. Es gilt dann jedoch die 10er-Regel zu berücksichtigen.

      Ist nach einer Phase von mindestens 4 Wochen eine so beschriebene Schmerzreduktion nicht erreicht worden, muss man davon ausgehen, dass der Medikamentenübergebrauch nicht der chronifizierende Faktor ist. Dann kann die Diagnose Medikamentenübergebrauch verworfen werden. Es gilt dann, die Diagnose einer chronischen Migräne anzunehmen. Der spontane Attackenverlauf beträgt dann mehr als 15 Tage im Monat, so dass die Voraussetzungen für die Diagnose „chronische Migräne“ wahrscheinlich erfüllt sind. In dieser Situation sind dann Therapiemaßnahmen zur Behandlung der chronischen Migräne zu erwägen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Profilbild von Marlene
    Marlene 6. April 2015 um 12:23 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    meine heutige Frage bezieht sich auf meinen Beitrag im letzten Chat. Sie antworteten mir darin, dass der Grund für eine Medikamentenunwirksamkeit eine zu schnelle Verstoffwechselung der Medikamente in der Leber sein könne.
    Können Sie dazu noch ergänzend sagen, ob, und wenn ja, welche Möglichkeiten bzw. Untersuchungen es gibt, um das festzustellen und ggf. zu regulieren?

    Ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße an Sie und Ihr Team.
    Marlene

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:34 Uhr

      Liebe Marlene,

      Ihr Internist wird eine allgemeine Untersuchung der Leberfunktion durchführen. Fällt diese Untersuchung regelrecht aus, sind keine weiteren spezifischen Maßnahmen möglich. In der Regel sind die Vorgänge genetisch bedingt und lassen sich nicht therapeutisch mit den heutigen Möglichkeiten beeinflussen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Profilbild von Snooker
    Snooker 6. April 2015 um 12:35 Uhr

    Hallo,

    ich bin im 7. Monat schwanger! Nehme seit 2-3 Jahren Propranolol! Habe 3x täglich 30mg genommen, was mir gut geholfen hat!
    Jetzt habe ich es geschafft in der Schwangerschaft auf 2x täglich 5mg! Nehme es früh und Mittag! Hatte beim runter setzen immer 3-4 Tage sehr schlimm Kopfweh! Habe aber in der ganzen Schwangerschaft keine Schmerzmittel genommen!
    Jetzt meine Frage: kann ich Propranolol weiter nehmen, auch in der Stillzeit? Und wenn muss ich es noch mehr reduzieren oder reicht das so?
    Habe ohne propranolol 5-10 Anfälle gehabt und dann noch bestimmt 10 mal Kopfweh! Darum bin ich froh das es jetzt so gut ist! Und ich keine Schmerzmittel brauche! Weichtiere wäre mir die Stillzeit!
    Freue mich sehr über eine Antwort!
    Danke

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:35 Uhr

      Liebe Snooker,

      herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Propranolol sollte in der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger Abwägung des individuellen Nutzens und des Risikos eingesetzt werden. Ausreichende Studien zur Anwendung von Propranolol bei schwangeren Frauen liegen nicht vor. Wegen möglicher Auswirkungen auf den Stoffwechsel beim Neugeborenen sollte Propranolol ca. 3 Tage vor dem errechneten Geburtstermin abgesetzt werden. Da Sie ja nur noch eine sehr geringe Dosierung einnehmen, sollte das komplette Absetzen kein Problem sein. Ich würde vermuten, dass 3×5 mg Propranolol für die Migränevorbeugung wirkungslos sind. Beraten Sie sich jedoch sehr eingehend mit Ihren behandelnden Ärzten. In jedem Fall sollten Sie vor der Entbindung auf diese Situation aufmerksam machen. Eine Alternative zur Kopfschmerzvorbeugung gerade in der Schwangerschaft ist Magnesium. Es wäre zu erörtern, ob Sie dieses einsetzen, die übliche Dosierung beträgt 2×300 mg. Im Allgemeinen würde ich annehmen, dass dies effektiver ist als 3×5 mg Propranolol.

      Alles Gute
      Hartmut Göbel

  14. Profilbild von Ingrid K.
    Ingrid K. 6. April 2015 um 12:49 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    leide seit vielen Jahren an Migräne ohne Aura. Musste oder konnte damit einigermaßen unter Anwendung von Naratriptan, Sumatriptan leben. Leider hat sich meine Situation wie folgt zugespitzt:
    Ich bekomme immer häufiger bzw. fast jedes mal nach dem Sport (Joggen, Fitness) 10-12 Stunden später starke Migräne. Bin eingentlich sehr trainiert, da ich seit 20 Jahren regelmäßig Sport betreibe. Habe alles versucht, mehr trinken, langsamer, etc., nützt alles nichts. Eigentlich würde ich am liebsten gar nichts mehr machen, da die Migräne mich mehr fertig macht, als der Sport mir gut tut. Wie kann das sein? Wo kann ich bei einer Lösung ansetzten? Haben Sie Erfahrung mit Sport bei Migränepatienten?
    DANKE

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:37 Uhr

      Liebe Ingrid,

      sportliche Aktivität kann eine Reduktion des Blutzuckerspiegels bedingen. Folge ist, dass für den Stoffwechsel im Nervensystem nicht genügend Energie zur Verfügung steht. Dies gilt insbesondere dann, wenn man gleich am Morgen, insbesondere noch vor dem Frühstück, joggt. Achten Sie also darauf, ob Sie ausreichend Kohlenhydrate aufgenommen haben, damit es nicht zu einem Energiedefizit im Nervensystem kommt. Auch kürzere Laufstrecken und geringes Tempo können dazu beitragen, dass die Energiereserven nicht zu stark abgebaut werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von Ingrid K.
        Ingrid K. 6. April 2015 um 19:49 Uhr

        Lieber Herr Dr. Göbel,

        wenn ich Sie richtig verstanden habe, sollte ich stets darauf achten, dass mein Blutzuckerspiegel aufgefüllt ist, um eine Migräne zu vermeiden.
        Ich habe vergessen mitzuteilen, dass ich meistens erst im Nachmittag Sport mache und dann schon genug Mahlzeiten zu mir genommen habe. Könnte es vielleicht auch etwas mit dem Puls zu tun haben oder evtl. anderen neurologischen oder Herz/Kreislauferkrankungen?
        Wie trainieren bei Ihnen in der Klinik Ihre Patienten im Sport?

        Viele Grüße

  15. Profilbild von Stephie
    Stephie 6. April 2015 um 13:17 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göel,
    ich las interessiert den Artikel über die CGRP Impfung gegen Migräne. Nun meine Frage dazu. Suchen Sie noch Probanden für Ihre Studie? Wo führen Sie Ihre Studie durch?
    Ich leide mindestens 10 mal im Monat an Migräne, war bereits bei Ihnen in Kiel, in Ihrer Klinik vor einigen Jahren, Naturheilverfahren und Prophylaxen brachten mir kaum bis keine Linderung der Migräne, die mich nun mehr seit über 10 Jahren begleitet…

    Mit freundlichen Grüßen
    Stephie

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:43 Uhr

      Liebe Stephie,

      die Studie zur Behandlung der Migräne mit Antikörper wird aktuell durchgeführt, weitere Studien sind in Planung. Die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Studie sind sehr umfangreich. Anlässlich der ärztlichen Untersuchung wird genau geprüft, ob Migränepatienten für die Teilnahme in Frage kommen. Diese Untersuchungen erfolgen im Rahmen der ärztlichen Sprechstunde in unserem Migräne- und Kopfschmerzzentrum.

      Bei dem von Ihnen geschilderten Verlauf wäre eine Verlaufsuntersuchung zur Therapieanpassung zu erwägen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Profilbild von gsrot
    gsrot 6. April 2015 um 13:31 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich habe trotz einer Prophylaxe mit 2 x 25 mg Topiramat täglich an ca. 8 Tagen pro Monat so stark Migräne, dass ich Sumatriptan einnehmen muss. Dieses hilft mir i.d.R. gut, die Wirkung hält allerdings nur ca. 8-12 Stunden an und ich muss wieder „nachlegen“. Deshalb habe ich zusätzlich zum Sumatriptan noch Ibuprofen eingenommen. Leider wurden die Anfälle in den letzten Monaten immer länger und gehen nun meistens über 5 Tage, letzten Monat sogar über 10 Tage. Ich musste dann über 5 Tage Prednisolon nehmen, beginnend mit 50 mg. Ich hatte dann eine Woche keine Migräne und jetzt wieder eine Attacke über 3 Tage. Ich passe eigentlich immer auf, dass ich die 10-Tage-Grenze bei der Medikamenteneinnahme nicht überschreite. Kann es trotzdem sein, dass ich einen MÜK entwickelt habe, vielleicht durch das Ibuprofen? Gibt es eine Möglichkeit, die Migräne früher zu „stoppen“, denn bei 2 x 5 Tagen ist die Grenze ja schon erreicht….
    Herzlichen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße nach Kiel.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:46 Uhr

      Liebe gsrot,

      Ihre Schilderung weist darauf hin, dass Sie bei einem Übergang zum Medikamentenübergebrauchskopfschmerz stehen. Es ist leider nicht so, dass man sich bis 9,99 Einnahmetage im grünen Bereich befindet und ab 10,0 Einnahmetage pro Monat der Medikamentenübergebrauchskopfschmerz anfängt. Es gibt dabei einen unscharfen Übergang. Bei einigen Patienten ist die Frequenzsteigerung schon bei 7-8 Akuteinnahmetagen im Monat zu verzeichnen. Auch zählt jeder Einnahmetag, egal ob es sich um ein Triptan oder ein Schmerzmittel handelt, mit. Man kann also nicht z.B. 7 Tage ein Triptan nehmen und 5 Tage Ibuprofen, dies würde bedeuten, dass man bereits 12 Einnahmetage hat.

      Wahrscheinlich sind 2×25 mg Topiramat nicht ausreichend wirksam. Aus diesem Grunde sollte entweder ein Hochsteigern der jetzigen Therapie versucht, oder eine wirksamere vorbeugende Therapie bei Ihnen gesucht werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Profilbild von Everyone
    Everyone 6. April 2015 um 13:39 Uhr

    Hallo dr göbel,
    Vielleicht können sie mir weiterhelfen. Ich komme am besten direkt zu meinen Symptomen:
    Immer wieder kehrender kurzer Schmerz im kopf, oder brennen übern Gaumensegel oder druckpunktgefühl hinter nebenhöhlen ohne das jedoch drauf gedrückt wird. Schlimm ist es wenn ich diese plötzlichen taubheitsgefühle habe im Stirn oder kopfhautbereich, nach wenigen Minuten sind diese aber auch wieder verschwunden. Alle paar Monate wache ich auf weil ich ein dumpfes attackenweises Gefühl in meinem Kopf habe wie eine Art Vibration. Hält ungefähr 12sekunden an und dann ist wieder ein paar Minuten pause, kommt aber immer und immer wieder. Wenn ich dann aufstehe merke ich es nicht mehr aber dann Folgen Halbseitige Kopfschmerzen die auch wieder attackenweise auftreten. Manchmal reicht allein eine kurze kopfdrehung und ich habe von Null auf hundert einen schmerzanfall das ich schreien und Weinen muss. Oft zieht der Kopfschmerz auch in den Kiefer( hier ist aber alles ohne Befund). Migräne mit Aura durfte ich auch schon kennenlernen aber das hatte ich erst 2 mal. Richtig Angst macht mir folgendes Gefühl: wenn man ein Gummiband zwischen die Finger nimmt, ist es gespannt, nun zieht man mit den anderen beiden Fingern daran und lässt es los, dieser Effekt der dann entsteht wie ein stromschlag dieses gefühl habe ich alle paar Tage in meinem kopf. Meine Augen ziehen dann auch zur Seite weg, ich bin aber voll da. Nach 2-3 Sekunden ist der Spuk auch wieder vorbei. Ein mrt ohne Kontrastmittel gabs schon und ich habe keinen Tumor. Mein hno hat auch nix in den nebenhöhlen festgestellt. Wenn ich länger anhaltende Kopfschmerzen habe als diese kurzen Attacken die bestimmt 20-40 mal am Tag auftreten können, nehme ich paracetamol, weil ich Asthmatiker bin. Haben sie noch eine Idee was das sein könnte? Im Juli habe ich erst einen Termin beim Neurologen. Danke für ihr Antwort im Voraus.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:50 Uhr

      Liebe Everyone,

      Ihre Schmerzsymptomatik lässt sich aufgrund Ihrer Schilderung nicht eindeutig erfassen. Es scheint jedoch möglich, dass bei Ihnen eine Glossopharyngeusneuralgie besteht. Es treten dabei im Rachenbereich für Sekunden stromschlagartige Schmerzen auf. Diese können sehr stark sein und es ist eine dringliche Behandlung erforderlich. Die Glossopharyngeusneuralgie wie auch die Trigeminusneuralgie kann in aller Regel sehr effektiv behandelt werden. Bitten Sie den Neurologen oder Schmerztherapeuten um einen dringlichen Notfalltermin.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Profilbild von Julia
    Julia 6. April 2015 um 14:23 Uhr

    Hallo,
    Ich bin total verzweifelt mit meiner Migräne. Ich hab seitdem ich 14 Jahre alt bin Migräne. Jetzt bin ich 21 und habe 3-4 Mal in der Woche Migräne. So oft hatte ich es noch nie. Ich bin mittlerweile wieder bei über 8 Triptanen im Monat. Ich habe sämtliche Profelaxen durch. Amitriptilyn, Doxepin, Amineurin, verschiedene Betablocker, Flunarizin und Topiramat. Leider hat keins gewirkt. Mein Neurologe meint ich soll nochmal das Topimarat versuchen. Ich habe es vor Jahren mal genommen und schnell wieder abgebrochen, da ich kaum noch gegessen habe, Sodbrennen hatte und stark abgenommen habe. Ich seh keinen Weg mehr die Migräne los zu werden. Ich treibe Sport, lebe, trinke, esse regelmäßig und war schon in Ihrer Klinik Patient und habe eine Medikamentenpause gemacht. Nichts hilft. Haben Sie noch eine Idee was ich versuchen könnte?

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:52 Uhr

      Liebe Julia,

      leider gibt es sehr ausgeprägte Migräneverläufe, die sich trotz intensiver Maßnahmen nur schwer behandeln lassen. Der von Ihnen geschilderte Verlauf spricht für die Entwicklung einer chronischen Migräne. Migräne ist eine durch genetische Risikofaktoren angelegte Besonderheit des zentralen Nervensystems. Man kann diese nicht einfach loswerden und so leben wie man möchte, so bedauerlich dies auch ist. Es sollte jedoch möglich sein, diese unter Kontrolle zu bringen und zu stabilisieren. Wenn dies bisher nicht möglich war, sollten Sie noch einmal eine Verlaufsuntersuchung erwägen. Es muss dann im individuellen Fall versucht werden, eine wirksamere Behandlung oder zumindest eine bessere Stabilisierung der Häufigkeit und der Intensität sowie der Begleitsymptome zu realisieren. Dazu sind auch immer wieder Therapieanpassungen im Verlauf notwendig. Eine einmalige Einstellung ist bei einer komplexen Migräneerkrankung in aller Regel nicht ausreichend.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Profilbild von Anna
    Anna 6. April 2015 um 15:07 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Göbel,
    vielen Dank, dass Sie sich Zeit für meine Fragen nehmen!

    Ich bin 21 Jahre alt und habe seit vielen Jahren eine chronische Migräne ohne Aura (in den letzten zwei Jahren etwa 15 Tage im Monat) und fast täglich Kopfschmerzen.
    Ich war 2012 bereits stationär in der Schmerzklinik in Kiel und habe in den letzten Monaten zweimal Botox in Stirn und Nacken injiziert bekommen, worauf die Migräne etwas besser wurde. Mein behandelnder Arzt hat mir jetzt zu einer OP geraten (Transpalpebrale Corrugator-Resektion, Resektion der Art. Temporalis superfizialis, Dekompression des Nervus Occipilatis major bds.), der ich aber skeptisch gegenüberstehe.

    Ist eine prophylaktische Botoxbehandlung in Ihrer Klinik ambulant möglich?
    Kann diese Behandlungsmethode auch über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) sinnvoll sein oder lässt nach einigen Behandlungen die Wirkung stark nach bzw. stellen sich erhebliche Nebenwirkungen ein?

    Mit freundlichen Grüßen
    Anna

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:54 Uhr

      Liebe Anna,

      Sie schildern den Verlauf einer chronischen Migräne. Bei dieser besonderen schweren Verlaufsform sind konstante regelmäßige Therapiemaßnahmen erforderlich. Die sogenannte Migränechirurige durch transpalpibrale Corrugator-Resektion verspricht, dass durch diesen Eingriff die Migräne geheilt wird. Ein Beleg dafür ist bis heute nicht erbracht worden, es handelt sich um keine wissenschaftlich akzeptierte Therapieform. Die Behandlung wird entsprechend auch in aller Regel nicht von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen.

      Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist für die Therapie der chronischen Migräne zugelassen. Eine zeitliche Begrenzung gibt es für den Einsatz nicht. Sie kann auch, falls erforderlich, über mehrere Jahre eingesetzt werden. Ein Nachlassen der Wirkung ist in der Regel nicht zu verzeichnen, bei sachgerechter Anwendung sind erhebliche Nebenwirkungen unwahrscheinlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Profilbild von Werner
    Werner 6. April 2015 um 15:08 Uhr

    Hallo Dr. Göbel,
    nach einem Schlaganfall im Dez. 2011 (Verschluss Halsschlagader Li.) wurde jetzt ein zunehmender Verschluss der rechten Halsschlagader festgestellt. Seit etwa 3 Wochen häufen sich auch wieder die Migräneattacken. Zusätzlich sind folgende Symptome aufgetreten:
    Plötzlich scheint der ganze Körper zu arbeiten, vibrieren
    Sprachstörungen, ich finde die Worte nicht mehr,
    Krämpfe in Händen und Beinen,
    Sehstörungen auf dem linken Auge, Schlucken fällt schwer
    Alles aber nur kurze Zeit
    Es ist erst für den 19.05. eine MR-Angiographie vorgesehen.
    Sind das Migräne- oder Schlaganfallsymptome?

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 19:56 Uhr

      Lieber ausera,

      aufgrund der geschilderten Situation ist nicht davon auszugehen, dass es sich bei den Symptomen um Migränebegleitbeschwerden handelt. Der behandelnde Neurologe wird darauf achten, wie lange die Symptome andauern und insbesondere, ob sie schlagartig auftreten oder sehr langsam in der Zeit eintreten. Aufgrund Ihrer Darlegungen muss jedoch zunächst davon ausgegangen werden, dass es sich um eine Störung der Blutversorgung im Nervensystem handelt. Sie sollten daher um eine dringliche neurologische Untersuchung und bildgebende Diagnostik nachfragen. Erklären Sie Ihrem behandelnden Arzt die Besonderheit Ihrer Symptomatik, so dass Sie einen schnelleren Termin erhalten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Profilbild von Phoenix
    Phoenix 6. April 2015 um 16:17 Uhr

    Lieber Professor Göbel,

    ich habe den Artikel über die Impfung gegen Migräne mit sehr viel Interesse zur Kenntnis genommen. Mich würde brennend interessieren, ob auch ich als langjährige Migränikerin in den „Genuss“ dieser Behandlungsmethode kommen könnte. Gibt es schon einen absehbaren Zeitplan wie diese Impfungen einem größeren Kreis von Patienten erreichen könnte oder ob dies noch in weiter Ferne liegt. Vor allem würde mich persönlich interessieren ob eine Behandling nur in der Schmerzklinik Kiel möglich ist oder auch andere Praxen vor Ort eingebunden sind bzw. werden.

    Vielen Dank und herzliche Grüße nach Kiel

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 20:00 Uhr

      Liebe Phoenix,

      bei der geschilderten Studie handelt es sich um frühwissenschaftliche Analysen der Wirksamkeit einer neuen vorbeugenden Migränetherapie. Die Studie wird global in spezialisierten Zentren durchgeführt. Die Untersuchungen befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Bevor eine neue Behandlung allgemein hinsichtlich der Wirksamkeit, der Verträglichkeit und der Sicherheit beurteilt werden kann, sind sorgfältige Analysen notwendig. Erst dann kann entschieden werden, ob die Therapie zugelassen werden kann und dann auch allgemein zur Verfügung steht. Ich gehe davon aus, dass mindestens ein Zeitraum von 5 Jahren dafür noch erforderlich ist.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Profilbild von Rmot
    Rmot 6. April 2015 um 16:48 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Göbel,
    ich habe ausnahmsweise 2 kurze Fragen:
    1. Mir wurde von einem Arzt geraten, die Körpertemperatur an der Stirn zu messen, um festzustellen, ob die Temp. bei Migräne erhöht ist. Es zeigte sich aber eine ständig leicht erhöhte Temperatur (ca. 38 Grad). Kann dies, wie mein Arzt vermutet, mit erweiterten Gefäßen im Bereich der Schläfen zu tun haben. Aber das Messergebnis dürfte dadurch doch nicht beeinflusst werden, da das Blut normalerweise 37 Grad warm ist, oder? Ich leide unter chronischer Migräne und brauche viele Triptane.
    2. Was halten Sie von Desloratadin zur Prophylaxe? Ich habe keine Allergien. Trotzdem glaube ich, dass das eine leichte Verbesserung bringt. Kann das an einer Wirkung gegen Histamin liegen?

    Besten Dank und herzliche Grüße
    Robert

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 20:02 Uhr

      Lieber Robert,

      früher glaubte man, dass die Migräne mit erweiterten Adern im Kopfbereich einhergeht. Schon in den 50er Jahren wurde angenommen, dass insbesondere die Schläfenarterie sich im Rahmen der Migräneattacke erweitert. Medikamente wie z.B. die Ergotalkaloide führen zu einer Gefäßverengung. Man hat entsprechend abgeleitet, dass die erweiterten Gefäße durch das Medikament verengt werden und somit die Wirksamkeit zu erklären ist. Wir wissen heute, dass diese Vorstellungen nicht zutreffend sind. Sie könne sich das eigentlich schon selbst ableiten. Migränepatienten sind im Anfall nicht gerötet, dies wäre bei einer Gefäßerweiterung zu erwarten. Im Gegenteil sind sie blass und bleich, man kann ihnen die Migräne ansehen. Diese Veränderungen sind nicht mit einer Gefäßerweiterung oder gar mit einer Temperaturerhöhung durch eine verstärkte Durchblutung zu erklären, das Gegenteil ist der Fall. Von einer Messung der Körpertemperatur an der Stirn würde ich also keine Informationen im Migräneanfall ableiten.

      Migräne ist keine allergische Erkrankung, sie wird nicht durch Allergien ausgelöst. Der Einsatz von Antiallergika oder Antihistaminika ist bei Migräne nicht zielführend. Diese Vorstellungen beruhen auf über 150 Jahre alte Vorstellungen, die heute sämtlich nicht bestätigt sind.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Profilbild von Claudia-Sibylle
    Claudia-Sibylle 6. April 2015 um 17:45 Uhr

    Lieber Herr Professor Dr. Göbel,
    herzlichen Dank im voraus, dass Sie sich heute für uns und unsere Fragen Zeit nehmen!
    Ihre Anworten helfen mir immer sehr.
    Meine chronische Migräne verändert sich regelmäßig, was sich in den unterschiedlichsten Symptomen äußert. Manchmal schleicht sie sich langsam ein, was seit geraumer Zeit mit heftigem Herzklopfen einher geht. Diese Tachycardie kann mehrere Stunden anhalten.
    Das ist ein beklemmendes Gefühl und ich wüßte gerne, ob man etwas dagegen unternehmen kann . Ist es vielleicht auch möglich, dass dieses heftige Herzklopfen von bestimmten Medikamenten hervor gerufen wird ( Antihypertonika, Triptane, Metamizol, Proxen o.ä.)?
    Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

    Mit freundlichen Grüßen

    Claudia-Sibylle

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 6. April 2015 um 20:30 Uhr

      Liebe Claudia-Sibylle,

      eine erhöhte Pulsfrequenz kann durch sehr viele Bedingungen entstehen. In erster Linie sollte daher internistisch geklärt werden, ob es bestimmte Erkrankungen gibt, die dafür verantwortlich sind. Zum Beispiel kann eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine arterielle Hypertonie Grundlage für heftiges Herzklopfen sein. Auch verschiedene Medikamente können dazu führen. Es gilt daher im Einzelfall zu analysieren, welche Ursachen die erhöhte Herzfrequenz hat. Kann man dies herausfinden, kann man sie ggf. abstellen. Falls nicht, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, gegen eine zu hohe Herzfrequenz therapeutisch einzugreifen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 6. April 2015 um 17:50 Uhr

    Der Chat ist jetzt geschlossen, Prof. Göbel beginnt mit den Antworten.

    BITTE KEINE FRAGEN MEHR EINSTELLEN !

    Fragen, die jetzt noch eingestellt werden, müssen leider wieder gelöscht werden.

  25. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 6. April 2015 um 18:04 Uhr

    Bitte auch keine Fragen mehr als „Antworten“ unter anderen Fragestellern eintragen! Der Chat ist jetzt geschlossen, mehr Fragen können auch aus zeitlichen Gründen nicht mehr abgearbeitet werden. Bitte habt Verständnis dafür!

  26. Profilbild von Julia
    Julia 6. April 2015 um 20:13 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ganz herzlichen Dank für diesen wieder mal sehr zeitaufwändigen und sehr informativen Chat, der sicher vielen Mitgliedern eine große Hilfe ist.
    Es ist immer wieder unglaublich, wieviele wichtige Details und Informationen Sie uns auf diese Weise geben können.

    Ein ganz großes Dankeschön dafür und liebe Grüße,
    Julia

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