Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 08.06.2015

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2015-06-08T20:09:34+00:00 Mai 15th, 2015|Clusterkopfschmerz, Information, Kopfschmerz, Livechat, Migräne|54 Comments

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Profilbild von Bettina Frank

54 Kommentare

  1. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 8. Juni 2015 um 12:32 Uhr

    Der Chat ist geöffnet, Fragen können jetzt eingestellt werden.

    • Profilbild von Mathilda
      Mathilda 8. Juni 2015 um 13:15 Uhr

      Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

      ich habe eine Frage zur Akutmedikation für meine 9 jährige Tochter. Sie hat Migräne und wir therapieren in der Akutsituation mit Ibuprofen. Gemäß Packungsbeilage wird immer 200mg Ibuprofen als Einzeldosis angegeben. Dies lindert die Schmerzen nicht. Sie wiegt 33 kg.
      Können wir einmalig höher dosieren?

      Vielen Dank
      Mathilda

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:10 Uhr

        Liebe Mathilda,

        die Dosierung für Ibuprofen rechnet sich üblicherweise mit 20 mg/Körpergröße pro Tag. Das entspricht bei 33 kg ungefähr 660 mg pro Tag. 200 mg Ibuprofen als Einzeldosis bei Migräne wird selten ausreichen. Ein Versuch mit 400 mg wäre zu überlegen. Das Medikament kann auch mit einem Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen wie z.B. Motilium kombiniert werden, um eine bessere Wirkung zu erzielen.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

    • Profilbild von selma
      selma 8. Juni 2015 um 17:41 Uhr

      Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
      besten Dank für diese Möglichkeit direkt Fragen stellen zu können.
      Mein chron. Schmerzen bestehen seit 12 vielen Jahren. Anfangs Migräne ohne Aura, deren Dauer und Intensität mit den Jahren immer schlimmer wurde. Die Migräne konnte so an die 14 Tage dauern. Die schmerzfreien Abstände wurden kürzer und die Dauer der Anfälle wurde länger. Zudem leide ich seit 2009/2012 an Trigeminusneuropathien nach OP links(OK UK). Die chron. Migräne wird erfolgreich mit Botox ther. bei der Neuropathie ist das zwar schwieriger aber ich kann das beides weitestgehend mithilfe einer multimod.Schmerztherapie meistern. Da ich aber zudem an einer Hemicrania continua leide und den Indomethacintest wg. Unverträglichkeit abbrechen mußte bin ich sehr verzweifelt. Seit vielen Monaten gibt es nun diesen Zustand, der auch exerbiert. In diesen Momenten konnte mir letztens der Notdienst nicht weiterhelfen. Daher meine Fragen-gibt es nicht doch schon Erfahrungen mit anderen Medikamenten. Gibt es eine Leitlinie für Ärzte, für so einen Notfall. An wen kann ich mich im akuten Fall wenden. Das ortsansässige Krankenhaus konnte nichts tun. Wenn Indom. eine Weile genommen wurde, gibt es Heilung? Hat in so einem Fall eine Neuromodulation schon geholfen? Welches Schmerzmittel kennen Sie, welches ev etwas Linderung bringen könnte…

      Herzlichen Dank für Ihre Unterstüzung und ich bedanke mich
      Selma

      • Profilbild von Hartmut Göbel
        Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 20:05 Uhr

        Liebe Selma,

        bei Ihnen überlagern sich mehrere schwere komplexe Schmerzerkrankungen. Dafür gibt es keine festen Leitlinien, die 1 :1 angewendet werden können. Indomethacin kann die Schmerzen bei Hemicrania continua bessern, dieser kann auch ganz verschwinden, die Zeitdauer kann aber nicht vorhergesagt werden. Entscheidend ist die Wirkung zu Beginn, die auch diagnostisch genutzt wird.

        Ob eine Neuromodulation hilft, kann nicht vorhergesagt werden. Bei einer solch komplexen Situation sollte in einem spezialisierten Zentrum der bisherige Verlauf genau analysiert werden. Darauf aufbauend kann eine neue Strategie zusammengestellt werden.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

    • Profilbild von Anatevka70
      Anatevka70 8. Juni 2015 um 18:37 Uhr

      Hallo Herr Prof. Dr. Göbel,

      ich nehme zur Migräneprophylaxe Migravent Classic.

      Meine Fragen:

      Raten Sie zu Migravent oder Migravent Classic?

      Welche Dosierung ist empfehlenswert, im Beipackzettel der Migravent Classic wird empfohlen, zwei x zwei Kapseln zu nehmen, in verschiedenen Quellen habe ich 2 x vier Kapseln pro Tag als Empfehlung gelesen (habe jetzt hochdosiert)?

      Kann Migravent (oder Classic) als Dauertherapie angewandt werden? Ist Ihrer Erfahrung nach mit einer nachlassenden Wirkung bei der Prophylaxe zu rechnen?

      Vielen Dank und schönen Abend noch!

  2. Profilbild von Harry
    Harry 8. Juni 2015 um 12:34 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel,

    bei neun Jahren Kopfschmerzen kommt einiges an Medikamenten zusammen.
    Insgesamt mehr als drei Dutzend.
    Wirklich wirksam sind eigentlich nur drei.
    Triptane und Kortison helfen ausgezeichnet.
    Katadolon/Trancolong sehr ordentlich.

    Kann man aus solch einer Konstellation irgendetwas Diagnostisches ableiten?

    Vielen Dank und freundlichen Gruß aus Berlin,

    Harry

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:13 Uhr

      Lieber Harry,

      aus der Wirkung von Medikamenten ist mit ganz wenigen Ausnahmen keine diagnostische Schlussfolgerung bei Kopfschmerzen zu ziehen. Es kommt auf das Kopfschmerzbild an. Das Kopfschmerzbild wiederum begründet sich durch die Mechanismen, die die Schmerzerkrankung bedingen. Diese Mechanismen wiederum sind Grundlage für die Wirkung von bestimmten Medikamenten. Entstehen Kopfschmerzen durch entzündliche Vorgänge, können Kortikoide und auch Triptane wirken. Bei der Migräne gehen wir von einer sogenannten neurogenen Entzündung aus, deshalb ist die Wirkung möglicherweise bei Ihnen präsent. Katadolon wirkt schmerzreduzierend und gleichzeitig auch leicht sedierend. Auch dieser Effekt kann bei Migräne eine bestimmte Wirkung erreichen. Auch wenn die Wirkung dieser Medikamente bei Ihnen, wie Sie beschreiben, gegeben ist, muss es dennoch nicht bedeuten, dass bei Ihnen eine Migräne besteht. Für die Diagnose ist, wie gesagt, das Kopfschmerzbild entscheidend.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Profilbild von ivitho
    ivitho 8. Juni 2015 um 12:35 Uhr

    Hallo Prof. Dr. Göbel,

    erst einmal Danke für Ihren letzten Rat. Mein behandelnder Schmerztherapeut/Anästhesist unsere Schmerzklinik war wirklich sehr dankbar, dass ich von Ihnen Feedback erhalten habe & er damit meine Migränebehandlung/Symptomatik besser einstufen konnte & ich besser zurechtkomme.

    Ich habe zwischen meinen Migräneanfällen immer wieder Anfälle, die beideitig auftreten & die gesamte Stirn, die Schläfen & den Hinterkopf, der dabei besonders schmerzt, betreffen. Diese Anfälle werden auch von typischen Symptomen wie Licht, Lärmempfindlichkeit, Übelkeit, Schwindel etc. begleitet. Aber ich stufe sie nicht als Migräne ein, weil die Anfälle beidseitig & im gesamten Kopfbereich sind!?! Dabei spricht der Schmerz auf kein gängiges Schmerzmittel an (Aspirin, Ibuprofen, Celebrex, Novaminsulfon). Alles wirkungslos. Triptan habe ich mich noch nicht getraut einzunehmen. Aber kann es sich dabei doch um Migräne handeln & ich sollte es mit Triptan versuchen? Gibt es beidseitige Migräne? Ein Medikamentenübergebrauch liegt nicht vor. Auch meine Migräneanfälle halten sich im Rahmen mit Topi (2x25mg). Ca. 10 Schmerztage/Monat inkl. dieser beidseitigen Anfälle. Was können Sie mir raten?

    Vielen Dank & liebe Grüße.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:14 Uhr

      Liebe Ivitho,

      die von Ihnen beschriebene Situation findet sich bei Migräne sehr häufig. Es gibt einseitige Attacken, jedoch auch beidseitige Attacken. Die Einseitigkeit bei der Migräne ist nur eines von 4 Schmerzmerkmalen. Von den 4 geforderten Schmerzmerkmalen (Einseitigkeit, pulsierender-pochender Charakter, Verstärkung durch körperliche Tätigkeit, schwere Intensität) müssen nur 2 präsent sein, um das Kopfschmerzbild der Migräne zu begründen. Die Einseitigkeit ist sogar das Schmerzmerkmal, das am wenigsten häufig gegeben ist. Ihre Schilderung spricht dafür, dass es sich um einen Migränekopfschmerz handelt und daher ist auch die Anwendung eines Triptans begründet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Profilbild von Marlene
    Marlene 8. Juni 2015 um 12:36 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich leide an chronischer Migräne mit besonders schweren Attacken während des Eisprungs und der Menstruation. Diese sind kaum zu behandeln; ich habe alle gängigen Prophylaxemaßnahmen und Akutmedikamente getestet, leider ohne Erfolg.
    In Absprache mit meiner Frauenärztin wollte ich daher einen Versuch mit Mönchspfeffer starten.
    Nun habe ich jedoch gelesen, dass Mönchspfeffer eine dopaminerge Wirkung hat. Auf der Internetseite der Schmerzklinik Kiel haben Sie in einem Artikel von 2009 darauf hingewiesen, dass Dopamin eine bedeutsame Rolle bei der Entstehung der Migräne spielt. Meine Frage lautet nun :
    Könnte sich die Migräne aufgrund der dopaminergen Wirkung des Mönchspfeffers noch verschlechtern?

    Vielen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße

    Marlene

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:15 Uhr

      Liebe Marlene,

      Es gibt keine Belege dafür, dass sich die Migräne durch Anwendung von Mönchspfeffer verstärkt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Profilbild von dschenny
    dschenny 8. Juni 2015 um 12:40 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    leider muss ich mich zum wiederholten Male an Sie wenden. An der Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön für Ihre Hilfestellungen in 2013 und 2014.

    Meine chronische Migräne mit Aura hat sich leider noch weiter verschlimmert.
    Seit einigen Monaten sind nun leider starke neuropsychologische Störungen in den Bereichen Arbeitsgedächtnis, Wortfindung, längerfristiges Neugedächtnis, Amnesien und eine starke Fatigue hinzugekommen, so dass ich nun seit Januar diesen Jahres leider arbeitsunfähig bin und ich meinen 40 Stunden Job momentan nicht mehr ausführen kann, der eine hohe Konzentration erfordert.
    (Neuropsychologische Tests sind erfolgt und haben mein Empfinden bestätigt)

    Meine Attackenfrequenz ist trotz Botox nicht unter 2 x die Woche, wobei ich durch anschließende Spannungskopfschmerzen und Schwindel, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen auf vielleicht 2 beschwerdefreie Tage/ Woche komme.

    Akut behandele ich mit Maxalt und Naproxen, 2 x/ Woche, ansonsten mit Magnesium, hier Migravent Classic und Diasporal, TENS, Massagen, Muskelentspannung nach Jacobsen etc.

    Können die neuropsychologischen Beschwerden und die Fatigue mit der chronischen Migräne oder/und mit den Medikamenten im Zusammenhang stehen? Welche Therapien würden Sie empfehlen?

    Vielen Dank im Voraus!

    Herzliche Grüße
    dschenny

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:18 Uhr

      Liebe Dschenny,

      leider kann die Migräne in Einzelfällen chronisch progredient verlaufen und die Beschwerden können kontinuierlich zunehmen. Im Einzelfall ist nicht sicher vorherzusagen, warum dies so ist. Migräne kann individuell in der von Ihnen beschriebenen aggressiven Verlaufsform auftreten. Es ist sehr schwer zu sagen, was passieren würde, wenn man individuell nicht die jeweils beschriebene Behandlung durchgeführt hätte. Üblicherweise wäre dann das Krankheitsbild noch weiter intensiviert. Allerdings muss dies offenbleiben, da es einen Gegenbeleg nicht gibt.

      Bei Durchsicht der von Ihnen aufgelisteten Medikamente fällt auf, dass neben Botox keine weitere Vorbeugung mit belegter Wirkung eingesetzt wird. Möglicherweise haben Sie dies alles schon ausprobiert, Sie waren unwirksam oder nicht verträglich. Achten Sie auch darauf, dass Sie Akutmedikamente an weniger als an 10 Tagen im Monat einnehmen, die Häufigkeit der Migräne kann auch dann zunehmen.

      Die von Ihnen beschriebenen psychologischen Beschwerden und die Energielosigkeit sind typische Merkmale einer schwerverlaufenden chronischen Migräne. Die von Ihnen beschriebenen Medikamente sind wahrscheinlich nicht Grundlage der von Ihnen dargelegten Beschwerden. Zur Behandlung sind Einzeltherapien nicht adäquat, vielmehr müssen alle Möglichkeiten herangezogen werden, die für die Vorbeugung der Migräne wirksam sind. Dies betrifft sowohl Verhalten, Tagesplanung, Ernährung, Entspannung, Tag-Nachtrhythmus und Medikamente.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Profilbild von malaya
    malaya 8. Juni 2015 um 12:46 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    zunächst nutze ich die Gelegenheit, Ihnen und Bettina zu danken. Der Zeitaufwand den das headbook -gerade auch in letzter Zeit- kostet, lässt sich bestimmt nur schwer erahnen!!!

    Zu meiner Frage:
    Es kam im Forum die Diskussion auf, ob Triptane lfr. die Attackenfrequenz/-anzahl steigern, was m.W. von Ärzten bisher verneint wird.
    Was mir in diesem Zusammenhang auffiel, ist die Angabe in Ihrem Buch S. 317, dass MÜK u.a. angenommen wird bei Triptaneinnahme > 10 Tage bzw. Monoschmerzmittel > 15 Tage pro Monat (über mind. 3 Monate).
    Zudem gelten Triptane ja als die schonendsten Medikamente bei Migräne. Dennoch empfehlen Sie bei leichten Attacken ASS, NSAR (Buch S.221). Was ist der Grund hierfür?
    Hängen o.g. Aussagen damit zusammen, dass Triptane bezügl. Attackensteigerung (vlt auch nur bei manchen Personen?) kritischer zu bewerten sind als z.B. NSAR.

    Auf jeden Fall wäre es interessant zu wissen, ob es zu diesem Thema schon LANGFRISTIGE Erkenntnisse oder Vermutungen gibt.

    Herzlichen Dank und beste Grüße

    Malaya

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:28 Uhr

      Liebe Malaya,

      Triptane können wie jedes effektive Medikament in der Migräneakuttherapie bei Einnahme von mehr als an 10 Tagen im Monat die Attackenfrequenz steigern. Es entsteht dann eine zunehmende Häufigkeit von Migränetagen im Monat, die Wirksamkeit der Akutmedikation nimmt oft ab, gleichzeitig treten zunehmend Begleitsymptome sowie psychische Folgen mit Migräne auf.

      Allein dies ist der Grund, warum es bei der Migränebehandlung auf eine intensive Vorbeugung ankommt. Warum man bei leichten Attacken Schmerzmittel wie ASS und Ibuprofen etc. empfiehlt, hat allein pragmatische Gründe. Diese sind über die Selbstmedikation verfügbar und können ohne Arztkonsultation eingesetzt werden. Reichen diese nicht aus, sind Triptane verfügbar. Auch diese gibt es mittlerweile über Selbstmedikation. Hinsichtlich der Entstehung eines Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes sind Triptane nicht kritischer zu sehen als Schmerzmittel. Im Gegenteil sind Kombinationsschmerzmittel sogar mit einer viel größeren Wahrscheinlichkeit behaftet, einen Medikamentenübergebrauch zu bedingen.

      Unabhängig davon zeigen langfristige Analysen, dass durch die Einnahme von Triptanen an weniger als an 10 Tagen die Häufigkeit an Migräne nicht steigt. Leider gilt es auch umgekehrt, sie nimmt auch nicht ab.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Profilbild von Danny
    Danny 8. Juni 2015 um 12:48 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    zunächst vielen Dank dafür, dass Sie sich heute die Zeit nehmen, unsere Fragen zu beantworten.

    Meine heutigen Fragen beziehen sich auf die Prophylaxen. Momentan nehme ich morgens Candesartan, 8mg, abends Doxepin, 25mg sowie morgens und abends jeweils eine Migravent (Diagnosen bei mir: chronische Migräne, Migräne mit Aura, Migräne ohne Aura, Spannungskopfschmerz).

    Doxepin haben wir bereits zwei Mal versucht auszuschleichen – leider mit der Konsequenz, dass sich die Anzahl meiner Migräneanfälle jeweils erhöht und die Intensität verschlimmert hat. Auch habe ich beim einschleichen – jetzt seit Januar – immer etwa 5 kg zugenommen (also – bei dreimal Einschleichen – insgesamt 15 kg). Bei einer langsamen Erhöhung zunächst auf 37,5 mg und dann auf 50 mg kam leider heraus, dass sich meine Blutwerte verschlechterten und ich permanent Hunger hatte, d.h. ich habe nun wieder auf 25mg reduziert – und komme damit gut zurecht.

    Meine Frage diesbezüglich ist nun – da bereits zwei erfolglose Ausschleichversuche stattfanden – ob ein erneutes komplettes Ausschleichen Sinn macht oder ob es nicht sinnvoller wäre, die momentane Prophylaxe erst einmal länger als neun Monate so zu belassen (die Prophylaxe bewirkt keine Reduktion der Anfallshäufigkeit, wohl aber der Intensität)?

    Meine zweite Frage bezieht sich auf Nahrungsergänzung, da darüber momentan viel im headbook geschrieben wird. Momentan nehme ich morgens und abends jeweils eine Migravent. Da Magnesium bei mir eine abführende Wirkung hat, ist eine Erhöhung nicht gelungen. Gibt es eine Möglichkeit, das Magnesium langsam zu erhöhen? Muss man parallel zum Magnesium, bzw zum Migravent, noch etwas anderes – bspw. Kalzium einnehmen?

    Für Ihre Antworten danke ich bereits jetzt.
    Viele Grüße
    Danny

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:30 Uhr

      Liebe Danny,

      der von Ihnen beschriebene Verlauf legt nahe, dass ein komplettes Ausschleichen nicht sinnvoll erscheint. Wenn Sie eine wirksame Dosis gefunden habe und diese tolerieren, sollte diese zur Stabilisierung des Verlaufs beibehalten werden.

      Magnesium führt über einen physikalischen Effekt zur abführenden Wirkung. Es bindet Wasser im Darm. Die sinnvolle Möglichkeit ist, die tägliche Dosis von Magnesium zu reduzieren, ein Zuviel wird sowieso nur ausgeschieden. Eine langsame Erhöhung von Magnesium führt nicht zu einer Anpassung. Die zusätzliche Einnahme von anderen Elektrolyten wie z.B. Calcium ist nicht erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Profilbild von Petra
    Petra 8. Juni 2015 um 12:49 Uhr

    Lieber Herr Prof.Göbel,
    ich habe seit über 30 Jahren Migräne, chronische Migräne, ich war auch schon 3 mal bei Ihnen in der Klinik. Ich fühle mich dort und auch bei Ihnen sehr gut aufgehoben.
    Ich wollte mir eigentlich Anfang des Jahres ein ONS einsetzten lassen, da Botox und auch sonst mir nichts hilft,hbae auch das Cefaly ausprobiert. Es ist alles ohne Erfolg, die Attacken von 19- über 20 im Monat sind wirklich hard. Nun zur Frage, da Sie mir ja empfohlen haben auf das neue Gerät zu Warten, wollte ich mich mal erkundigen ob sich da schon irgendwas getan hat auf dem Sektor. Ich konnte nirgendwo etwas lesen oder hören. Deshalb dachte ich mir, weil Sie ja immer auf dem neusten Stand sind ,das Sie mir vielleicht weiter helfen können. Ich bin sehr verzweifelt und hoffe auf baldige neu Einführung des überarbeiteten ONS Gerätes.
    Vielen Dank im Voraus
    und viele Grüsse aus Oberhausen und auch von meinem Sohn.
    Petra

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:31 Uhr

      Liebe Petra,

      der überarbeitete Neurostimulator ist zurzeit noch nicht verfügbar. Möglicherweise ist dies in der zweiten Jahreshälfte der Fall. Es wird zurzeit intensiv daran gearbeitet. Wenn die Behandlung wieder möglich ist, wird dies sicherlich auf Headbook und auf http://www.schmerzklinik.de angekündigt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Profilbild von schachgigant
    schachgigant 8. Juni 2015 um 12:53 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    2012 bin ich in stationärer Behandlung bei Ihnen gewesen. Danach hat es mit der 10-er Regel meist geklappt. Bis vor mehreren Monaten war alles ok. Dann kamen die Rückenschmerzen.

    Laut Orthopäde Verschleiß an der Wirbelsäule laut Röntgenbild. Rückentraining und wechselnde Körperhaltungen bei der Arbeit achte ich schon länger darauf. Mehr kann ich laut Arzt nicht machen.
    Im Bedarfsfall könne ich dann halt nur Voltaren oder Diclofenach nehmen.

    Das hat mich nicht zufrieden gestellt. Habe im Juli bei einem anderen Orthopäden ein Termin wegen einer zweiten Meinung.

    Meine Frage: Ich habe jetzt natürlich Angst vor einem MÜK, wenn ich, wie mir geraten wurde, zusätzlich zu den Triptanen noch Schmerzmittel für meinen Rücken nehmen muss (bisher habe ich es versucht auszuhalten).

    Haben Sie einen Rat für mich ?

    LG

    Schachgigant

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:32 Uhr

      Lieber Schachgigant,

      tatsächlich ist die zusätzliche Rückenschmerzproblematik für einen schweren Migräneverlauf erschwerend. Ist es notwendig, zusätzlich wegen einer anderen Erkrankung ein Schmerzmittel einzunehmen, zählt dies zu den maximal 10 Tagen im Monat hinzu. Voltaren oder Diclofenac haben in der Regel nur eine kurze Wirkungsdauer, je nach Darreichungsform von 4 bis 12 Stunden. Sie sind daher kaum eine gute Lösung für chronischen Schmerz. Sollte die Rückenschmerzproblematik so intensiv sein, dass eine medikamentöse Schmerztherapie notwendig ist, empfiehlt sich die Anwendung von sogenannten retardierten Opioidanalgetika, wie z.B. retardiertes Tramadol. Dies ist bei Migräne nicht wirksam und führt bei einer Dauereinstellung nicht zu einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Profilbild von akascha
    akascha 8. Juni 2015 um 13:02 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    Erst einmal vielen Dank, dass Sie sich immer wieder Zeit nehmen all die Fragen zu beantworten!!

    Ich habe heute eine Frage an Sie bezüglich des Absetzens von Flunarzin als Migräneprophylaxe, da ich meinen Neurologen telefonisch einfach nicht erreichen kann.

    Ich nehme Flunarizin (10mg) seit 6 Monaten ohne Erfolg bei chronischer Migräne ohne Mük und werde daher auf Bisoprolol wechseln. Das Flunarizin soll ich erst ausschleichen (2 Wochen 5mg und 2 Wochen 5mg jeden 2. Tag).
    Ich habe im Moment eine schlimme Phase und ca. Jeden 2. Tag einen neuen Migräneanfall (schon vor dem Ausschleichen).

    Ich würde gerne wissen, ob das lange Auschleichen wirklich notwendig ist und ich nicht doch schon früher mit der neuen Prophylaxe beginnen kann?

    Vielen Dank schon einmal & Viele Grüße!

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:33 Uhr

      Liebe Akascha,

      das Absetzen von Flunarizin wird unterschiedlich gehandhabt. Ein langsames Ausschleichen führe ich nicht durch. Bestehen Wirkungslosigkeit oder Unverträglichkeit, kann es direkt abgesetzt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Profilbild von Jonathan
    Jonathan 8. Juni 2015 um 13:03 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.Dr. Göbel,

    In einigen wissenschaftlichen amerikanischen Studien wurde festgestellt, dass bei nicht wenigen Menschen mit einer „new daily persistent headache“ ein so genannter „TNF-Alpha“ Faktor erhöht ist, und infolgedessen eine Therapie mit Doxycyclin mit zum Teil beachtlichen Erfolg begonnen wurde. Nun meine Frage : Was halten Sie grundsätzlich von diesem Therapieansatz ? Lohnt es sich einen „Test“ machen zu lassen, um zu schauen ob dieser Faktor erhöht ist ?

    Mit freundlichen Grüßen,

    Jonathan

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:37 Uhr

      Lieber Jonathan,

      die Behandlung von neu aufgetretenen täglichen Kopfschmerzen mit Doxycyclin ist hinsichtlich der Wirksamkeit nicht belegt. Ich halte diesen Therapieansatz auch nicht für begründet und empfehle ein entsprechendes Vorgehen nicht. Wissenschaftliche Studien dazu sind nicht präsent. Unabhängig davon können Sie durch die Wirkung oder durch die mangelnde Wirkung nicht auf das Vorliegen des zitierten Faktors schließen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Profilbild von su
    su 8. Juni 2015 um 13:07 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich (chronische Migräne seit 30 Jahren) nehme seit Januar diesen Jahres 500mg Valproat nachdem andere prophylaktische Maßnahmen keinen Erfolg hatten. In den ersten 2 Monaten waren die Migräneanfälle sofort stark reduziert (3-5 Triptan Einnahmetage statt sonst 8-10) im dritten Monat bis jetzt hat sich der Normalzustand mit 8-10 Triptan Einnahmetagen wieder eingestellt. Kann ich davon ausgehen, dass das Valproat dann wohl doch nicht greift oder würden Sie empfehlen es weiter zu nehmen, weil sich vielleicht erst langfristig eine Besserung einstellt? Was halten Sie von Pestwurz als alternative Prophylaxe…
    Vielen Dank für Ihre Hilfe
    Su

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:38 Uhr

      Liebe Su,

      die Migräne kann im Verlauf ihre Häufigkeit und Aggressivität verändern. Wenn zunächst über 2 Monate eine gute Wirkung vorhanden war und jetzt in einem dritten Monat eine schlechtere, sollte eine Weiterbehandlung erfolgen. Sie können dann die nächsten Wochen oder Monate eine bessere Bewertung der Wirksamkeit vornehmen. Es wäre jetzt noch zu früh anzunehmen, dass die Medikation doch nicht greift.

      Die Wirksamkeit von Pestwurz ist in einigen Studien belegt, das Medikament ist jedoch in Deutschland nicht mehr zugelassen. Im Vergleich zu Valproat ist eine deutlich geringere Wirkung anzunehmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Profilbild von Royan
    Royan 8. Juni 2015 um 13:15 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich leide seit über 40 Jahren unter Migräne und habe fast alle Prophylaxen und viele naturheilkundliche Verfahren durch; außer Betablocker und Botox – Betablocker fallen aus, weil ich Typ II Diabetiker bin und vor Spritzen habe ich sehr große Angst. Außerdem wurden bei mir noch verschiedene andere Erkrankungen diagnostiziert: Hashimoto, Depression, Tinnitus, Fibromyalgie, CFS etc.

    Jetzt habe ich auch noch Probleme mit der LWS/BWS, beiden Knien und den Füßen (Arthralgien bzw. Chondromalazie, Impingement-Syndrom).

    Meine „Hauptbaustelle“ ist aber die hormon- und wetterabhängige Migräne, die oft mit Begleiterscheinungen einher geht und mittlerweile sehr häufig und sehr schwer auftritt und mein Leben extrem einschränkt.

    Meistens komme ich auf bis zu 8 Anfällen im Monat, deren Länge sich mittlerweile bei 3 – 5 Tagen bewegt und die ich sehr häufig ohne Medikamente auszuhalten versuche, um höchstens an 8 Tagen im Monat Schmerzmittel einzunehmen.

    Die einzige migränefreie Zeit in meinem Leben waren meine Schwangerschaften, was von den Ärzten vor 25 Jahren aber als Humbug abgetan wurde. Mittlerweile kommt meine Periode im 20 Tages Rhythmus, lt. Frauenarzt liegt das aber nicht an den Wechseljahren.

    Kohlenhydrat-reduzierte Kost und regelmäßiges Training auf dem Laufband haben zwar meinem Gewicht gut getan, aber keinen Einfluss auf die Migräne gezeigt. Magnesium 400 mg und andere NEMs nehme ich auch.

    Hochmotivierte Physiotherapeuten sind schon mehrfach der Meinung gewesen, meine Migräne mit „neuen“ Griffen einfach wegzaubern zu können, leider immer mit gegenteiligem Erfolg.

    Leider kann ich nicht stationär nach Kiel kommen, weil die KKH das nicht bezahlt, daher frage ich Sie auf diesem Weg, ob Sie mir einen Rat geben können, was ich noch probieren kann.

    Vielen Dank im voraus
    Royan

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:40 Uhr

      Lieber Royan,

      bei Ihnen besteht eine sehr komplexe chronische Schmerzerkrankung. Zudem treten noch eine Reihe von begleitenden Erkrankungen auf, die die Behandlung erschweren. Sollte noch keine multimodale stationäre Schmerztherapie bei Ihnen durchgeführt worden sein, scheint mir diese erwägenswert. Besprechen Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt.

      Wenn Sie die Behandlung in unserer Klinik durchführen wollen, sollte dies bei Vorliegen der Aufnahmevoraussetzungen möglich sein. Die Schmerzklinik Kiel ist ein zugelassenes Plankrankenhaus und versorgt auch regelmäßig Patienten Ihrer Krankenkasse. Möglicherweise ist dies dem Sachbearbeiter, den Sie gefragt haben, nicht gegenwärtig. Sie können sich zu den Aufnahmebedingungen ausführlich auf unserer Homepage http://www.schmerzklinik.de informieren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Profilbild von Royan
        Royan 8. Juni 2015 um 19:12 Uhr

        D.h., es gibt tatsächlich KKH-Patienten, die einen stationären Aufenthalt in Kiel bezahlt bekommen haben? Ich wohne allerdings in Bayern und bin bei der KKH Hessen versichert.

        Auf der Homepage steht nur, dass es dazu einen Versorgungsvertrag geben muss, den die KKH aber verneint.

        VG
        Royan

  14. Profilbild von Sanni
    Sanni 8. Juni 2015 um 13:28 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel

    Aufgrund von Magenproblemen ( erovasive Gastritis, Gallereflux ) kann ich nur Novalgin nehmen bei Spannungskopfschmerz.

    Da ich nur 44kg wiege bei 171 Länge möchte ich gerne erfragen ob Sie 35 Tropfen Novalgin für unbedenklich halten.

    Weniger hilft nicht aber nach dem Beipackzettel müsste ich eigentlich weniger nehmen.
    Bin da etwas immer beunruhigt ob das ok ist. Termin bei der Neurlogin hab ich erst Ende Juni um nachzufragen.

    Vielen lieben Dank für Ihre Meinung dazu
    Herzlichen Gruß
    Sanni

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:41 Uhr

      Liebe Sanni,

      der Wirkstoff von Novalgin, das Novaminsulfon, ist nicht akutorgantoxisch. Er beeinträchtigt weder den Magen, die Leber, noch die Niere. 35 Tropfen sind aus meiner Sicht möglich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Profilbild von sandra
    sandra 8. Juni 2015 um 13:48 Uhr

    Sehr geehrter Dr. Göbel,

    im August habe ich einen Termin zum Botoxen in MR-Wehrda. Da meine Migräne (7-8 Anfälle pro Monat) immer mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht, würde mich interessieren, ob die Übelkeit von Botox auch ausbleibt und, ob Botox die Nerven „lähmt“ oder den Muskel relaxiert. Was kann ich mir von der Therapie erhoffen? Meine Migräne ist zyklusabhängig. Maxalt hilft nur noch 3 Stunden und andere Triptane gar nicht. Eine Prophylaxe nehme ich momentan nicht. Hatte über Jahre Ami mit mäßigem Nutzen. Andere Medis zur Prophylaxe habe ich nicht vertragen, bzw. konnte unter diesen kaum konzentriert arbeiten.

    Viele Grüße, Sandra

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 18:44 Uhr

      Liebe Sandra,

      das von Ihnen neu erfundene Verb kannte ich noch gar nicht, lerne stets dazu. Botox kann sowohl die Häufigkeit, als auch die Schwere der Begleitsymptome reduzieren, auch kann die Ansprechbarkeit von Akutmedikation verbessert werden. Insofern kann die Übelkeit reduziert werden. Bei sachgerechter Anwendung werden keine Nerven gelähmt. Aufgrund der Lokalinjektion können kleine Muskeln entspannt werden. Dies ist jedoch nur hinsichtlich der Wirkung bei chronischer Migräne belegt. Diese ist dadurch charakterisiert, dass an mindestens 15 Tagen im Monat Kopfschmerzen auftreten, davon mindestens 8 Tage vom Kopfschmerztyp der Migräne.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Profilbild von Xandrian
    Xandrian 8. Juni 2015 um 14:31 Uhr

    Sehr geehrter Dr. Göbel,

    zuerst einmal wieder vielen Dank für Ihre Bereitschaft, hier Fragen zu beantworten.

    Ich leide seit mehrern Jahren an Migräne. Aktuell wird diese mit Topiramat (100 mg) und Allegro behandelt. Dies erfolgt seit ca. fünf, sechs Jahren so und die Erfolge waren an sich relativ gut. Betablocker und Calciumantagonisten haben leider keine Erfolge gezeigt sondern Nebenwirkungen wie Depressionen verursacht.

    Seit August 2014 nehemen meine Attacken von der Anzahl und der Intensität zu. Von vormals zwei bis drei leichten Anfällen bin ich jetzt bei teilweise zehn starken im Monat (Mai 2015). Auch habe ich jetzt immer öfters eine Aura was ich früher nicht hatte. Allegro zeigt nicht immer eine Wirkung. Hier kann ich teilweise gegensteuern, indem ich Allegro z. B. mit Paracetamol kombinieren was mir mein Neurologe und Sie im Feb. empfohlen haben. Aber auch dies ist nicht immer erfolgreich.

    Was kann hier den Zuwachs der Anfälle erklären ohne das sich an Äusseren Umständen was geändert hat? MRT, Blutbild, etc. sind alle soweit ok. Gewöhnt sich der Körper an die Medikamente? Was könnte man hier theoretisch noch tun, um die Anfallszahl zu senken?

    Vielen Dank und schön Grüße

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:00 Uhr

      Liebe Xandrian,

      die Migräne ist häufig keine stabile Erkrankung, sondern sie kann sich im Verlauf ändern. Leider sind auch chronisch progrediente Veränderungen möglich, es tritt dann eine Häufigkeitszunahme oder Zunahme der Intensität auf. Eine bisherige gute Einstellung muss dann angepasst werden. Im Weiteren ist es auch erforderlich, dass ein anderes Wirkprinzip zur Vorbeugung ausgewählt wird oder sogar eine kombinierte Therapie in Erwägung gezogen wird. Lassen Sie sich diesbezüglich noch einmal von Ihrem Arzt beraten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Profilbild von Tobi
    Tobi 8. Juni 2015 um 14:31 Uhr

    Lieber Herr Prof Göbel,
    auch mich beschäftigt seit längerem eine Frage zur Rolle des Dopamins, nachdem ich Ihren Beitrag dazu im Internet gelesen habe.

    Aufgrund von Spannungskopfschmerzen und Migräne nehme ich als Prophylaxe Amitriptylin. Nun stellt sich mir die Frage, ob die Einnahme aufgrund der (wenn auch nur geringen) dopaminsteigernden Wirkung des Amitriptylins nicht ev. kontraproduktiv bzgl. der Migräne ist.

    Ganz herzlichen Dank und viele Grüße

    Tobias

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:01 Uhr

      Lieber Tobi,

      Amitriptylin kann sowohl den Verlauf von Spannungskopfschmerzen als auch der Migräne positiv beeinflussen. Eine Verschlechterung der Migräne durch Amitriptylin ist nicht zu erwarten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Profilbild von anedli
    anedli 8. Juni 2015 um 14:38 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    nach einer Magen-/Darmspiegelung wurde der Verdacht einer intestinalen Allergie geäußert (..“leichte Eosinophilie…“) Der Allergologe konnte anschließend alle Allergien ausschließen.
    Ich habe den Verdacht, dass ich in letzter Zeit das Magnesium überdosiert habe (Migräne, restless legs), d.h. ich habe es in mehreren Darreichungsformen parallel zu mir genommen.
    Es es vorstellbar, dass es eine Art Magnesium-Allergie gibt?

    Vielen Dank für Ihre Mühe,
    Anna

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:02 Uhr

      Liebe Anedli,

      grundsätzlich ist eine Allergie gegen alles möglich. Von einer Magnesium-Allergie habe ich jedoch bisher noch nichts gehört. Fragen Sie jedoch noch einmal bei Ihrem Arzt nach, ob Sie ihn richtig verstanden haben. Möglicherweise ist eine eosinophile Ösophagitis gemeint. Es handelt sich dabei um eine chronische Entzündung der Speiseröhre. Diese kann zu Schluckbeschwerden beim Schlucken fester Nahrung führen. Durch Schleimhautveränderungen kann eine Einengung der Speiseröhre entstehen. Folgen sind Schluckstörungen, Schmerzen hinter dem Brustbein oder Festsetzen von Speisen in der Speiseröhre. Einen Zusammenhang mit der therapeutischen Gabe von Magnesium halte ich nicht für relevant. Ursächlich werden genetische Faktoren, Umwelteinflüsse sowie immunologische Gründe angenommen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Profilbild von Migraenekindmutter
    Migraenekindmutter 8. Juni 2015 um 15:10 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    mein Sohn ist 11 Jahre alt. Er hat seit er 4 Jahre alt ist Migräne (1 oder mehrere Tage im Monat). Die Migräne tritt immer morgens auf. Meist tritt diese wochentags auf, manchmal auch in den Ferien oder am Wochenende.

    Früher ist er häufig in den frühen Morgenstunden mit Migräne aufgewacht. Im Moment stellt er die Migräne meist beim regulären Aufstehen oder kurz danach fest. Früher hat die Migräne ca. 2 bis 4 Stunden gedauert und er musst fast immer erbrechen (wodurch die Schmerzen deutlich weniger wurden und der ’normale‘ Tagesablauf anschließend beginnen konnte).

    Inzwischen dauert die Migräne etwas länger (häufig auch ohne Erbrechen, aber mit starker Müdigkeit), klingt aber auch gegen Mittag ab. Vor einigen Tagen hat er das erste Mal über einseitige Schmerzen zu Beginn geklagt. Schmerzmittel (Novalgin, Ibuprofen, Diclofenac) helfen nicht (es hilft scheinbar nur abwarten und evtl. erbrechen).

    Da er eine Zeitlang zusätzlich auch Spannungskopfweh hatte, wurde er für einige Monate mit 25mg Amitriptylin behandelt. Das Spannungskopfweh hat sich dadurch verbessert, die Migräne ist aber immer noch da.

    Weitere Untersuchungn (MRT zum Ausschluss eines Hirntumors, EEG, Blutzucker) haben keine Auffälligkeiten ergeben.

    Laser-Akkupunktur, Magnesiumbrausetabletten, Craniosacraltherapie, autogenes Training für Kinder, Physiotherapie hat er schon ausprobiert, es hat alles nicht geholfen.

    Wir sind inzwischen ratlos, was wir tun können.

    Weitere ‚Eigenschaften‘ unseres Sohnes: er hat einige Eigenschaften, die im Internet unter dem Begriff ‚Hypersensibel‘ beschrieben werden. Geruchssinn und Gehör scheinen überdurchschnittlich ausgeprägt zu sein (Diagnose von mir als Mutter). Er hat eine Pollenallergie (vor allem gegen Birkenpollen) und eine leichte Aortaklappeninsuffizienz.

    Haben Sie eine Idee, was wir tun können?

    Vielen Dank für Ihre Mühe.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:03 Uhr

      Liebe Migränekindmutter,

      Sie beschreiben sehr gut nachvollziehbar den Verlauf einer Migräne bei Ihrem Sohn. Eine spezifische vorbeugende Migränetherapie kann ich Ihren Schilderungen nicht entnehmen. Behandlungen wie Laserakupunktur, Cranio-Sacral-Therapie, autogenes Training etc. sind bei Migräne nicht wirksam.

      Es ist für mich immer wieder überraschend, warum trotz des hohen Leidensdruckes gerade Kindern solche unwirksamen Therapien empfohlen werden und damit auch Zeit verloren geht. Sie sollten Ihren Sohn einer spezialisierten Praxis für Migräne vorstellen. Es kann dann von dort eine spezifische Behandlung aufgebaut werden.

      Die hohe Reizsensivität ist eines der Charakteristika der Migräne. Betroffene können Reize schneller und intensiver wahrnehmen, verarbeiten diese flinker, „hören den Wasserhahn quasi schon 3 Zimmer weiter tropfen“, fühlen emotionaler und „haben bereits 5 Antworten auf Fragen, die noch gar nicht gestellt sind“. Grundlage ist eine schnelle Verarbeitung von Reizen im Nervensystem, diese ist genetisch bedingt. Behandlungen wie Laserakupunktur oder Cranio-sacral-Therapie können diese Besonderheiten nicht verändern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Profilbild von kerstin jansen
    kerstin jansen 8. Juni 2015 um 16:14 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich war vom 13.05. bis zum 28..05.15 in Ihrer Klinik und auch bei Ihnen persönlich in Behandlung.
    Ich habe eine Medikamentenunterbrechung vornehmen müssen, die ich auch nach meiner Abreise noch 5 Tage schmerzfrei einhalten konnte. Danach hatte ich einen Migräneanfall über 4 Tage, den 4. Tag habe ich ohne Schmerzmedikamente überstanden.
    Zum Erfolg durch die Medikamentenpause kann ich natürlich nach der kurzen Zeit noch keine Aussage treffen.
    Meine Frage betrifft die Prophylaxe.
    Seit Therapiebeginn -also fast 4 Wochen- bekomme
    ich neben Magnesium und Vitamin B2
    Doxepin, seit 3 Wochen beträgt die Dosis 50 mg.
    Leider ist die erwünschte einschlaffördernde Wirkung nach wenigen Tagen ausgeblieben, so dass ich wieder unter Schlaflosigkeit leide. Außerdem hat sich schon nach dieser kurzen Einnahmezeit meine ohnehin durch eine Hashimoto Thyrioiditis und hormonelle Faktoren bedingte und mit viel Disziplin abgebremste Gewichtszunahme deutlich gesteigert. Noch mindsetens 6 Monate Doxepin einnehmen zu müssen trägt also nicht unbedingt zur Stimmungsaufhellung bei .
    Gibt es eine Alternative wenn neben der Schmerzprophylaxe auch eine spannungslösende und schlaffördernde Wirkung erwünscht ist und deshalb z.b. Topiramat und Venlafaxin nicht in Frage kommen?
    Falls nicht, was kann ich gegen meine Einschlafprobleme tun?
    Ich hatte Zopiklon gerade ausgeschlichen, kann zur zt. aber nicht ganz darauf verzichten, weil zu wenig Schlaf mit Sicherheit Migräne auslöst.
    Bleibt die appetitsteigernde Wirkung trizyklischer Antidepressiva auch bei längerer Einnahmedauer bestehen ?

    Herzlichen Dank für ihre Hilfe hier
    und in Kiel wo ich mich sehr gut betreut gefühlt habe

    Khadja

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:05 Uhr

      Liebe Kerstin,

      ich bitte um Verständnis, dass ich hier keine individuellen Behandlungsvorschläge öffentlich machen kann. Daher einige allgemeine Informationen:

      Zu der akuten Migränevorbeugung gehört auch ein ausgeglichener Tag-Nachtrhythmus mit einem erholsamen Schlaf. Bei der Behandlung der Migräne, die mit Schlafstörungen einhergeht, empfiehlt sich die Anwendung von sogenannten trizyklischen Antidepressiva. Diese führen nicht zu einer Gewöhnung, können gleichzeitig den Schlaf verbessern und auch sich sehr positiv auf den Migräneverlauf auswirken. Eine Gewichtszunahme muss nicht auftreten. Viele Menschen, die diese Medikamente nehmen, nehmen nicht zu oder sie nehmen sogar ab. Andererseits nehmen auch viele Betroffene, die diese Medikamente nicht einnehmen, zu und haben ständig Gewichtsprobleme.

      Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass man sich offen dem Thema widmet und zunächst einmal sein Ernährungsverhalten analysiert. Eine ausreichende Dosis sollte angestrebt werden, damit eine schlaffördernde Wirkung erzielt wird. Häufig reicht diese Einnahme schon für 4 bis 6 Wochen aus, anschließend kann wieder reduziert werden. Der ständige Konflikt zwischen der Behandlung, Diäten zur Gewichtsreduktion und Attribution einer Gewichtszunahme durch die Therapie, kann das Behandlungsergebnis erschweren. Eine möglicherweise appetitsteigernde Wirkung muss bei längerer Einnahmedauer nicht bestehen bleiben. Ein einfacher Trick ist, sich bei den Hauptmahlzeiten satt zu essen und dabei im Wesentlichen komplexe Kohlenhydrate wie z.B. Kartoffeln zum Stillen des Hungers zu verzehren. Zwischen den Hauptmahlzeiten sollten keine weiteren Nahrungsmittel aufgenommen werden. Der Hunger zwischendurch ergibt sich in aller Regel dann, wenn bei den Hauptmahlzeiten keine ausreichende Sättigung erfolgt. Unterstützend sollte bei aufkommendem Hunger Wasser getrunken werden. Dieses füllt den Magen und kann das Hungergefühl in der Regel schnell beseitigen. Verzehrt man dagegen Snacks oder Süßigkeiten, wird man dabei viel Fett aufnehmen, das dann in die Fettzellen eingelagert wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Profilbild von velonautin
    velonautin 8. Juni 2015 um 16:14 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich war 2011 im September bei Ihnen in der Klinik aufgrund von chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp und Migräne. Da ich in Österreich wohne und mittlerweile auch in Österreich versichert bin, ist ein erneuter Klinikaufenthalt leider schwierig zu organisieren.

    Ich war im Januar diesen Jahres im neurologischen Zentrum vom Krankenhaus Hietzing in Wien am Rosenhügel für eine Woche in stationärer Behandlung aufgrund von chronischer Migräne und MÜK. Der Klinikaufenthalt diente zur Medikamentenpause.
    Als Prophylaxe hat sich mein behandelnder Arzt in Absprache mit mir für das tetrazyklische Antidepressivum Mirtazapin entschieden, das ich seit Ende Januar einnehme. Ich habe bis vor 3 Wochen 30mg am Abend eingenommen. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass es gut funktioniert. Die Anzahl der Kopfschmerztage ging etwas zurück bzw. waren die Schmerzen weniger stark und ich hatte auch weniger Migräneanfälle. Seit Mai gibt es wieder weniger schmerzfreie Tage und mehr Migräneanfälle. Mein behandelnder Arzt (Neurologe, KH Hietzing) hat mir daher vor 3 Wochen empfohlen, die Dosis vom Mirtazapin auf 45 mg zu erhöhen.
    Ich merke keine Veränderung was die Kopfschmerzen betrifft, allerdings ist mir seit 4 Tagen oft schwindlig, was eine Nebenwirkung sein könnte. Vor 4 Jahren, als ich bei Ihnen in der Klinik war hatte ich Stangyl genommen mit mittelmäßigem Erfolg (trotz Einnahme nach 8 Monaten wieder Dauerkopfschmerzen). Meiner Meinung nach macht es wenig Sinn, dieses Antidepressivum weiterhin einzunehmen, wenn ich wieder so oft Kopfschmerzen habe (im Mai 7 schmerzfreie Tage, 13 Tage mit Migräne), depressiv bin und nun auch Schwindel als Nebenwirkung habe. Ich bin momentan krank geschrieben, weil ich meinen Job (in einem universitären Forschungsprojekt + Dissertation) nur mehr eingeschränkt ausüben kann.

    Was raten Sie mir und können Sie mir ein anderes Medikament empfehlen?

    Vielen Dank für ihre Mühen und liebe Grüße,
    Gudrun

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:21 Uhr

      Liebe Velonautin,

      Sie beschreiben eine sehr aggressive Migräneverlaufsform. Da aktuell erst vor 3 Wochen eine Änderung der Dosierung empfohlen wurde, scheint es mir derzeit noch zu früh, einen Wechsel zu erwägen. Sie sollten mindestens 6 bis 8 Wochen die neue Einstellung wirken lassen, bevor Sie die Wirkung bewerten. Sehr häufig sind gerade in den Anfangswochen einer Umstellung Nebenwirkungen präsent. Diese können dann im Laufe der weiteren Fortführung der Behandlung abklingen. Ob ein anderes Medikament besser wirkt, kann nicht sicher vorhergesagt werden.

      In jedem Fall wäre es ratsam, ein Medikament erst dann aufzugeben, wenn eine ausreichende Wirksamkeit nicht mehr nach entsprechender Verlaufsbeobachtung zu erwarten ist oder die Verträglichkeit nicht ausreichend ist. Man vergibt sonst zu schnell mögliche Behandlungschancen mit der Folge, dass weitere Optionen immer weniger verfügbar werden. Sollte der Verlauf weiter in der beschriebenen Intensität bestehen und durch ambulante Maßnahmen nicht reduziert werden können, sollten Sie erwägen, eine sogenannte multimodale Schmerztherapie erneut durchzuführen, um alle Möglichkeiten der Vorbeugung zu erhalten bzw. aufzufrischen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Profilbild von Zuckerschaukel
    Zuckerschaukel 8. Juni 2015 um 16:33 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,

    vielen Dank für Ihre Beratung!
    Ich habe eine Frage zur Anwendung von Mutterkraut bei Migräne.

    Ich habe chronische Migräne und nehme bereits eine Prophylaxe ein.
    Bei mir ist der Zyklus auch immer ein Trigger für Migräne und die Unterleibskrämpfe sind sehr schmerzhaft.
    Da ich Schmerzmittel spare, damit ich an meinen anderen Migränetagen nicht über 10 Einnahmetage komme, hat mir meine Frauenärztin eine zusätzliche pflanzliche Prophylaxe mit Mutterkraut empfohlen. Es wikt wohl hormenell verändernd und auch auf die Migräne.

    Ich nehme es jetzt seit einem Monat und stelle fest, dass die Migräne leider noch häufiger geworden ist unter der Einnahme. Meine Ärztin meinte, dies könnte evt. ein Umstellungsphänomen sein und sich wieder bessern.
    Sie weiss es aber nicht sicher, da sie noch nicht viel Erfahrung mit schwerer Migräne hat.
    Ich mache mir Sorgen, ob bei zu langer Testphase sonst ein MÜK entstehen könnte.
    Deshalb wollte ich Sie nach Ihrer Meinung und Erfahrung fragen.
    Vielen Dank!

    Mit Freundlichen Grüßen,
    Zuckerschaukel

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:27 Uhr

      Liebe Zuckerschaukel,

      die bisherigen Studien zur Wirkung von Mutterkraut bei Migräne haben leider keinen überzeugenden Effekt gezeigt. Daher wäre es in Ihrer Situation überlegenswert, eine Vorbeugung zu wählen, bei der die Wirksamkeit auch belegt ist. Tatsächlich besteht sonst ein erhöhtes Risiko, dass ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch entsteht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Profilbild von Silvana
    Silvana 8. Juni 2015 um 17:38 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    2007 verbrachte ich, heute 59jährig, 2 Wochen in Ihrer Klinik. Diagnose: chron. Migräne u. Nackenkopfschmerzen an bis zu 18 Tagen/Monat. Ihre medikamentöse Einstellung, Verhaltenstherapie, regelmäßiges Essen und ständige leichte sportliche Betätigung an der frischen Luft führten zu einer deutlichen Verbesserung meines Zustandes. Häufigkeit u. Schwere der Migräne gingen sehr stark zurück.
    Seit ca. 2 Monaten stelle ich unerwartet wieder eine Verschlechterung, zumindest der Kopfschmerz- und Migränehäufigkeit fest: ca. alle 3 bis 4 Tage/Monat. Zudem beunruhigt mich ein bisher unbekanntes Phänomen: einige Fingergelenke wurden vor einer mittleren Migräneattacke rot und schmerzten.
    Bei einem Migräneanfall habe ich seit Jahren vorübergehend schmerzende Hände, dies hatte ich auf die Einnahme von Sumatriptan (50mg/Attacke) zurückgeführt. Nach der Attacke war der Handschmerz vollständig verschwunden. Meine 2 Fragen:
    1) Was kann es mit den geröteten u. schmerzenden Fingergelenken auf sich haben?
    2) Muss ich mich über die neuerliche hohe Kopfschmerz- u. Migränerate beunruhigen oder sollte ich in Ruhe abwarten?
    Vielen Dank für Ihren Rat,
    mit freundlichen Grüßen
    Silvana

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:27 Uhr

      Liebe Silvana,

      errötete und schmerzende Fingergelenke können zahlreiche Ursachen haben. Ich empfehle, dass Sie sich bei Ihrem Hausarzt vorstellen, um dort Untersuchungen auf entzündliche Ursachen zu veranlassen. Im Rahmen einer Migräneattacke können z.B. Entzündungen der Fingergelenke sich verstärkt symptomatisch auswirken. Möglich sind jedoch auch Nebenwirkungen der von Ihnen eingesetzten Akutmedikamente. Aus Ihren Schilderungen kann ich nicht genau entnehmen, wie viele Migränetage bei Ihnen pro Monat auftreten. Meinen Sie, dass an allen 3-4 Tagen pro Monat Migräneattacken auftreten? Dann kommt es darauf an, wie lange die einzelnen Attacken andauern und wie viel Migränetage Sie insgesamt pro Monat haben. Oder meinen Sie, dass pro Monat 3-4 Tage insgesamt vorhanden sind? Wenn bei Ihnen pro Woche ca. 2 Migränetage auftreten, kommen Sie auf insgesamt 8 Tage im Monat. Es wäre zu überlegen, ob nochmals eine neue medikamentöse Therapie neben den von Ihnen bereits beschriebenen umfangreichen Verhaltensmaßnahmen erwogen wird. Diese kann dann zur Stabilisierung des Verlaufes mit beitragen und muss nicht unbedingt längerfristig eingesetzt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Profilbild von Manuela
    Manuela 8. Juni 2015 um 17:46 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich war vom 28.1.-11.2. bei Ihnen in der (großartigen) Klinik und wurde mit der Diagnose „chronische Migräne“ entlassen. Als Prophylaxe wurde Topiramat von 100mg auf 75mg herunter dosiert und von Amitriptylin auf Doxepin umgestellt. Botox wurde mir noch in Kiel gespritzt.
    Die Schmerzmittelpause habe ich eingehalten, im Monat Februar brauchte ich nur ein Triptan, danach allerdings steigerte es sich im März auf 6, im April auf 8 und im Mai (ich bekam dann erneut Botox) auf 10 Triptantage. Dennoch würde ich von einem Erfolg sprechen, da ich davor an ca. 15 Tagen behandeln musste. Aber nun vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht einen leichten Migräneschmerz – wenn auch nur stundenweise – verspüre. Der vergeht dann nach ein paar Stunden, kommt dann aber nach einigen Stunden wieder, wie in einer Wellenbewegung. Das hatte ich vorher nie. Bei diesen Schmerzen behandele ich auch nicht, aber ich möchte wissen, ob das die chronische Migräne ist oder ob das an dem Doxepin liegt.
    Hinzu kommt, dass ich mehrmals am Tag eine bleierne Müdigkeit empfinde, die ich vorher auch nicht hatte, obwohl ich das Doxepin in Absprache mit meiner Schmerztherapeutin auf 15mg herunter dosiert habe, da ich auch andere Nebenwirkungen hatte (Schwindel, Haarausfall).
    Könnte ich vieleicht trotz relativ niedrigem Bludrcks und minimaler Mitralklappeninsuffienz einen Betablocker probieren, der nicht – wie die ADs – zu Gewichtszunahme führt?
    Mit dankbaren und freundlichen Grüßen,
    Manuela

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 8. Juni 2015 um 19:28 Uhr

      Liebe Manuela,

      Sie beschreiben, dass Sie nahezu jeden Tag einen leichten Schmerz, wenn auch nur stundenweise, verspüren. Dies ist eines der typischen Verhaltensweisen der chronischen Migräne. Neben schweren Attacken mit dem klaren Bild der Migräne treten zwischen den einzelnen schweren Anfällen dumpf-drückende Kopfschmerzen auf, die unspezifisch sind und häufig das Bild eines Kopfschmerzes vom Spannungstyp haben. Zur Verbesserung dieser Intervall-Kopfschmerzen ist das Doxepin gedacht. Es soll nicht nur die Häufigkeit und die Schwere der Migräneattacken reduzieren helfen, sondern auch die dazwischenliegenden leichteren Kopfschmerzen. Die Dosierung von 15 mg ist in der Regel nicht ausreichend wirksam. Möglicherweise hat die Zunahme damit zu tun. Ob Schwindel und Haarausfall damit zusammenhängen ist ungewiss. Auch Topiramat kann entsprechende Nebenwirkungen bedingen. Da Sie dieses gleichzeitig einnehmen, ist zusätzlich eine additive, sich gegenseitig verstärkende Wirkung möglich.

      Betablocker können aufgrund der Reduktion des Grundumsatzes zu einer Erhöhung des Körpergewichts beitragen. Grundsätzlich ist es zielführender, ein Medikament gezielt auszuwählen und das dann ausreichend zu dosieren um eine Wirkung zu erzielen. Die Kombination verschiedener Wirkmechanismen führt meistens zu einer Addition von Nebenwirkungen. Von einer mangelnden Wirkung einer Substanz sollte erst dann ausgegangen werden, wenn diese ausreichend dosiert wird. Leider gibt es gerade bei aggressiven Migräneverläufen keine ideale Lösung. Ein Teil von Begleitwirkungen muss mitgenommen werden, um eine Wirkung zu erzielen. Es kommt dann im Einzelfall darauf an, die Vor- und die Nachteile abzuwägen. Da Topiramat bei Ihnen bereits ausdosiert war, wie Sie schreiben, könnte dieses abdosiert werden und dafür z.B. Doxepin noch einmal auf eine therapeutisch wirksame Dosis angehoben werden. Ist die Wirkung dabei nicht ausreichend, könnte dieses Medikament wieder abdosiert werden und dann ein neuer Wirkstoff erwogen werden. Ist Gewichtskonstanz ein Thema, wäre z.B. die Anwendung eines ACE-Hemmers eine Option.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin
    Bettina Frank - Moderatorin 8. Juni 2015 um 18:02 Uhr

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