Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 09.11.2015

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2015-11-13T09:28:18+00:00 Oktober 27th, 2015|Clusterkopfschmerz, Information, Kopfschmerz, Livechat, Migräne|61 Comments

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61 Kommentare

  1. Bettina Frank - Admin 9. November 2015 um 12:02 Uhr

    Die Chat-Gruppe ist geöffnet, Fragen können eingetragen werden.

    Bitte in das Kommentarfenster schreiben und N I C H T ( ! ) nach meinem Beitrag auf „Antworten/Reply“ klicken!

  2. Leilani 9. November 2015 um 12:03 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel,

    ich (w) bin 47 Jahre alt und leide seit über 20 Jahren an Migräne. Leider hat sich diese jedoch in den letzten Jahren sehr stark verschlimmert, sodass ich über die Jahre schon sehr viele Fachärzte konsultiert und die verschiedensten Therapien (schulmedizinische als auch naturheilkundliche) verordnet bekommen, die mir leider alle nicht halfen oder immer nur zu sehr kurzzeitiger Besserung mit teils starken Nebenwirkungen führten. Leider hatten sich die Migräneanfälle auch nach einem Schmerzmittelverzicht nicht reduziert, sodass ich seit März 2014 eine Botoxtherapie zur Migränepropyhlaxe erhalte. Das Botox hilft mir auch Migräneattacken ohne Schmerzmittel auszuhalten und hat die Anzahl derTriptaneinnahmetage erfreulicherweise auch schon auf meist 8 max. 10 pro Monat reduziert.

    Seit Ende September leide ich nun jedoch auch noch unter häufigem, kurzen Schwindel, der eigentlich wie Lagerungsschwindel anfing (den ich schon zuvor einmal vor einem Jahr hatte), aber die Seite des betreffenden Bogengangs war diesmal nicht feststellbar, da der Schwindel meist bei fast allen Kopfbewegungen und selten auch in Ruhe auftritt. Auch der HNO konnte keine betroffene Seite und keinen Nystagmus feststellen und diagnostizierte Zentralen Schwindel. Der Schwindeltest beim HNO war auch gut, der Gleichgewichtsnerv ist also nicht betroffen und auch ein vorgenommenes EKG war in Ordnung. Es traten auch keine Migräneattacken in den ersten 8 Tagen mit dem Schwindel auf, dann nur die übliche Migräne um die Regel, aber der Schwindel hält seitdem leider immer noch an. Auch die Triptaneinnahme bei Migräne hat den Schwindel nicht behoben. Es ist kein Schwank- und Drehschwindel (nur anfangs), sondern eher ein merkwürdiger Schwindel im Kopf, so ein kurzes Benommenheitsgefühl, das immer wieder am Tag auftritt. Nun sagte man mir, dass es auch eine Form der Migräne mit Schwindel gibt, aber hält dieser dann so viele Wochen an? Oder könnte es sich vielleicht auch um eine Nebenwirkung der Botoxinjektionen handeln, das hoffe ich zwar nicht, aber ich habe gelesen, das Schwindel bei den Nebenwirkungen von Botox angegeben ist. Allerdings habe ich schon 6 x Botox gegen Migräne erhalten und dabei noch nie eine Nebenwirkung verspürt. Meine Ärztin meint es könnte sich auch noch um Durchblutungsstörungen handeln, ich soll aber zunächst meine HWS untersuchen lassen, der Schwindel wird daher kommen. So werde ich also meine HWS noch demnächst untersuchen lassen und ein MRT vom Kopf ist auch noch vorgesehen. Angst vorm Hinfallen oder andere Ängste habe ich überhaupt nicht, der Schwindel ist ja nur kurz und leicht und eigentlich wollte ich nächste Woche in den Urlaub fliegen… Nun habe ich gesehen, dass heute Abend ein Live-Chat mit Ihnen stattfindet und möchte Sie daher gern fragen, ob Sie vielleicht eine Idee haben, um welche Art von Schwindel es sich bei mir handeln könnte? Gibt es ‚Migräneschwindel‘ der so lange anhält?

    Vielen lieben Dank und beste Grüße

    Leilani

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 18:53 Uhr

      Liebe Leilani,

      im Live-Chat kann ich so detaillierte Fragen nicht beantworten. Es ist auch nicht möglich, Diagnosen zu stellen und komplexe Langzeitverläufe ohne eigene Befunde zu bewerten. Dafür bitte ich um Verständnis.

      Schwindel kann ein Symptom einer Migräne sein. Es gibt auch langanhaltenden Schwindel nach Migräneattacken, ebenso z.B. auch einen Tinnitus. Der von Ihnen beschriebene Schwindel spricht für einen sogenannten zentralen Schwindel. Dieser wiederum kann sehr viele unterschiedliche Ursachen haben. Falls Sie durch eine regionale Untersuchung nicht weiterkommen, gibt es auch spezielle Schwindelambulanzen, die auch komplizierte Schwindelprobleme behandeln können. Dass das von Ihnen genannte Schwindelproblem mit der Behandlung mit Botulinumtoxin zusammenhängt, halte ich für eher unwahrscheinlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Leilani 9. November 2015 um 19:17 Uhr

        Lieber Herr Professor Göbel,
        vielen lieben Dank für Ihre informative Antwort, da bin ich ja schon mal sehr beruhigt, dass der Schwindel nicht vom Botox kommen kann, er trat ja auch nicht im zeitlichen Zusammenhang mit einer Botox-Behandlung auf. Wenn die anstehenden Untersuchungen keine Klärung bringen und der Schwindel nicht von selbst aufhört, werde ich eine Schwindelambulamz aufsuchen, vielen Dank für den Tipp und dafür, dass Sie sich die Zeit für diesen Live-Chat nehmen, das ist einfach wunderbar, 1000 Dank auch dafür!
        Herzliche Grüße
        Leilani

  3. Claudia 9. November 2015 um 12:06 Uhr

    Hallo Prof. Göbel, ich war vor ca. 2 Jahren in Ihrer Behandlung und bin noch mit Ergenyl 150-0-150 als Prophylaxe therapiert. Nun habe ich leider wieder zunehmend Migräne/Kopfschmerzen und Angst wieder in einen MÜK zu kommen.
    Im Juli hatte ich z.B. nur 8 Tage mit Medikamenten , dafür im August sogar 12. Ich weiss die 10/20 Regel, nur manchmal bin ich 1-2 Tage drüber trotz Prophylaxe.
    Zwischen den einzelnen Kopfschmerz- bzw. Migränetagen liegen manchmal 1 manchmal aber auch 3-4 Tage in denen in schmerzfrei bin. Ist es richtig so, dass ich wenn ich drei schmerzfreie Tage habe nicht wieder im MÜK bin?

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 18:54 Uhr

      Liebe Claudia,

      grundsätzlich ist darauf zu achten, dass man im Mittel nicht über 10 Einnahmetage für Medikamente kommt. Wenn in einem Monat einmal 12 Einnahmetage sind und dafür im nächsten Monat nur 7-8, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein MÜK entwickelt nicht hoch. Problematisch sind jedoch die stetige Zunahme und die Einnahmefrequenz von Akutmedikamenten. Achten Sie zunächst auf Verhaltensfaktoren, die Sie optimieren können. Auf diese Weise können Sie dann mit der jetzigen Dosierung weiter die Migräne stabilisieren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Doro 9. November 2015 um 12:15 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    kann eine „Clusterkopfschmerz-Episodikerin“ (die nicht auf Triptane anspricht), außerhalb der aktiven Phase unbedenklich eine Flugreise antreten oder besteht die Gefahr, dass dadurch eine Episode ausgelöst wird?
    Vielen Dank für Ihre Antwort,
    beste Grüße
    Doro

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 18:59 Uhr

      Liebe Doro,

      die Wahrscheinlichkeit, dass eine aktive Periode durch eine Flugreise an sich ausgelöst wird, ist sehr niedrig. Es wäre sehr ungewöhnlich, dass Flüge Clusterperioden initiieren könnten.
      Man sollte allerdings bei Flugreisen die notwendige Medikation mit sich tragen, um sie ggf. im Ausland dann einsetzen zu können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Hanni21 9. November 2015 um 12:21 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    in den ersten 10 Jahren meiner „Migränekarriere“ hatte ich ( 52 J.) nur einige Anfälle im Jahr, so dass ich die Krankeit zwischendurch immer wieder vergessen konnte. In den letzten 15 Jahren hat sich die Anfallshäufigkeit leider aber deutlich gesteigert ( 6-8 pro Monat). Seit 10 Jahren nehme ich Triptane, welche auch gut helfen, nun hat mir aber ein langjährig erfahrener Neurologe gesagt, dass es diese Zunahme der Migränehäufigkeit erst gäbe, seit es die Triptane gibt.
    Das hat mich verunsichert.
    Ohne Triptane wäre ich oft nicht arbeitsfähig, auf der anderen Seite möchte ich mir nicht noch mehr Anfälle einhandeln.
    So habe ich z.B. am Wochenende wieder Anfälle ausgehalten, was sehr quälend ist ( zwischen Bett und Badezimmer pendelnd!)
    Auf Ihre Meinung hierzu bin ich sehr gespannt und bedanke mich sehr herzlich für Ihre außerordentlich und immerwährende Mühe für uns Migränepatienten .

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:15 Uhr

      Liebe Hanni,

      es trifft nicht zu, dass die Zunahme der Migräne erst seit Einsatz der Triptane beobachtet wird. Migräne ist eine progrediente Erkrankung und in bestimmten Lebensspannen können Attackenfrequenz-Zunahmen beobachtet werden. Das gibt es auch heute bei Patienten, die noch gar keine Triptane nehmen. Gerade in der Ära vor den Triptanen war es für viele Patienten sehr schwer, die Migräne zu ertragen, wenn sie sehr häufige Attacken hatten.

      Die Angst vor wirksamen und verträglichen Behandlungsoptionen ist leider nach wie vor zu beobachten, aber nicht begründet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. myfreedom 9. November 2015 um 12:26 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    seit Ende September nehme ich ergänzend zum Venlafaxin (75 mg morgens) auch Amitriptilin, aktuell 35 mg abends. Im Zuge dessen sollte ich sowohl vorab als auch letzte Woche ein EKG zur Kontrolle machen lassen. Beim Kontroll-EKG erklärte mir die Ärztin, das QT-Intervall sei leicht erhöht(?) bei ca. 450 zu vorher ca 410 und sie würde mir empfehlen, das Amitriptilin nicht weiter zu erhöhen.
    Da ich das Amitriptilin aber evtl. noch weiter aufdosieren muss, bin ich nun etwas verunsichert, welche Gefahren und warum hier entstehen können? Bisher wirkt Amitriptilin zwar m.E. schon etwas, aber es könnte noch besser werden.
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Michaela

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:16 Uhr

      Liebe Michaela,

      Medikamente wie Amitriptylin können bei empfindlichen Patienten die Erregbarkeit des Herzens verändern, es können Herzrhythmusstörungen auftreten. Ab einem bestimmten Grad erhöht man daher die Dosierung nicht oder setzt das Medikament um. Falls Bedenken bei Ihnen bestehen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob nicht ein anderes Medikament eingesetzt werden kann, das einen ähnlichen Effekt hat. Oft tritt eine Veränderung der Herzerregbarkeit nur bei einem bestimmten Medikament auf, nicht jedoch bei einem anderen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. JenniferW 9. November 2015 um 12:26 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich (Medizinstudent, 7. Semester) würde um Ihre geschätzte Meinung bitten:

    -> 25 Jahre, weiblich, seit ~4 Jahren rezidivierende (ca. 1-2/Monat), einseitige, retroorbitale, drückende Kopfschmerzen.
    -> Keine Aura, leichte Lichtempfindlichkeit, Hinlegen angenehm.
    -> Symptomatisch mit Ibuprofen behandelt, Sumatriptan aufgrund UAW nicht fortgenommen.
    -> Druck auf entsprechenden V.1-Austrittspunkt wird als angenehm empfunden, Schmerz+Entlastung bei Druck auf den entsprechenden Bulbus; V.2-Gebiet evtl. manchmal etwas taub (gering).

    Nach 3 Monaten ohne „Pillenpause“ kam es letzte Woche -parallel zur Regelblutung- zu 5 Kopfschmerz-Tagen mit den oben beschriebenen Symptomen. (Evtl. hormonell bedingt?)

    Was empfehlen Sie, können Sie dem Kind einen Namen geben und können wir mit Ihnen einen Termin ausmachen?

    Mit besten Grüßen und Dank
    Julian und Jennifer

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:19 Uhr

      Liebe Jennifer,

      die Angaben reichen für die Stellung einer Diagnose nicht aus, diese ist auch ohne eigene Untersuchungen und Befunde nicht möglich. Es fehlen auch zahlreiche Informationen, die für die Einordnung des Kopfschmerzbildes notwendig wären. Insbesondere ist es erforderlich zu wissen, wie viele Stunden die Attacke dauert. Ob körperliche Tätigkeit die Schmerzen verstärkt, ob Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Das alles kann in einer persönlichen Untersuchung geklärt werden. Schließlich muss noch eine allgemeine und neurologische Untersuchung erfolgen, um sekundäre Kopfschmerzen zu erfassen oder auszuschließen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Lisa 9. November 2015 um 12:35 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich habe eine Frage zur 10-Tage-Regel bei diagnostizierter chronischer Migräne.
    Da ich mich mit dieser immer sehr unter Druck gesetzt habe, haben sich starke Ängste bei mir entwickelt, zum einen vor den Schmerzen, die ich nach dem 10. Schmerztag ertragen muss, zum anderen vor zuviel Medikamenten. Diese Ängste und das Leben (was man bei chronischer Migräne so Leben nennt) mit ständigen Schmerzen und Beeinträchtigungen lösten vor einigen Monaten einen Suizidversuch aus, den ich nur durch einen großen Zufall überlebte. Mein Neurologe hat mir gesagt, dass ich mich in Zukunft nicht so strikt an die 10-Tage Regel halten soll, da ich seit 20 Jahren an 10-15 Tage Triptane nehme und es nicht mehr wird und nach Perioden von 10 Schmerztagen auch mal 5-7 schmerzfreie Tage kommen. Seitdem dieser Druck weg ist, geht es mir psychisch deutlich besser. Und auch Die Zahl der Migränetage war in dieser Zeit (jetzt 3 Monate) rückläufig. Da ich Sie sehr schätze, würde mich Ihre Meinung zu dem Thema interessieren. Also 10- Tage-Regel um jeden Preis oder wie mein Neurologe bei chronischer Migräne empfiehlt, nehmen, wenn es nötig ist.
    Vielen Dank für die Zeit und Mühe, die Sie uns schenken
    Lisa

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:22 Uhr

      Liebe Lisa,

      es gibt keine Regel ohne Ausnahme und auch schon gar keine Regel um jeden Preis. Ihre Schilderung zeigt beeindruckend, wie schlimm Ihre Migräneattacken sind und mit welch großer Angst Sie diesen begegnen. Es ist daher nur zu verständlich, dass Sie aus Sorge vor einer nicht verfügbaren effektiven Therapie nicht weiter wissen. Um so bedeutsamer ist es, dass Sie eine möglichst wirksame Vorbeugung aufbauen und einen sicheren Umgang mit der Erkrankung erlernen.

      Die Attackentherapie sollte in der Regel an weniger als an 10 Tagen im Monat erfolgen. Der Grund, warum immer wieder ein MÜK entsteht, ist ganz einfach: Viele können die Regel nicht einhalten, weil die Attacken einfach zu schwer sind. Es ist daher verständlich, dass man dann die 10er Regel überschreitet. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass man möglichst bei der nächsten Attacke einen anderen Weg findet, auch sich sehr gut mit der Behandlung von schweren Attacken im Sinne eines Status migränosus auskennt und dazu ein Konzept hat. Hilflos sollte man niemals in einer Migräneattacke sein. Auch wenn man eine Medikamentenpause zu Hause macht, sollte man Möglichkeiten an der Hand haben, um die Beschwerden zu lindern, damit man nicht hilf- und schutzlos ist. Alles dieses kann im Rahmen einer spezialisierten Kopfschmerzsprechstunde oder falls es sein muss auch im Rahmen einer stationären Therapie vermittelt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Lulu 9. November 2015 um 12:38 Uhr

    Hallo Herr Professor Göbel,

    ich war im letzten Jahr bei Ihnen in der Schmerzklinik. Dort wurde mir zum ersten Mal Botox gespritzt. Nachdem erst eine Verschlechterung eintrat, ließ dann die Migräne ein wenig nach (die Dauer der Attacken verkürzte sich. Nach drei Monaten wurde dann im Kopfschmerzzentrum in Essen nachgespritzt. Dieses Mal leider erfolglos. Es wurde dann überlegt, ob es wirklich sinnvoll ist, die Behandlung fort zu führen. Da die Migräne aber weiterhin mit im Vordergrund steht, (mind. 2 Tage in der Woche) riet mir mein Neurologe, die Botox-Behandlung wieder zu beginnen. Da ich jedoch nach den Spritzen erst einmal für 2 – 3 Tage sehr heftige Schmerzanfälle habe, die ich auch wirklich fast ausschließlich nur im Bett verbringe, bin ich mir unschlüssig, ob ich wirlich die Behandlung fortsetzen soll.

    Wie sehen Sie das?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Lulu

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:26 Uhr

      Liebe Lulu,

      wenn andere Therapieoptionen nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden, ist bei chronischer Migräne der Einsatz von Botulinumtoxin eine der wenigen Optionen, deren Wirksamkeit belegt ist und die für diese Verlaufsform der Migräne zu überlegen ist. In der Regel versucht man 2-3 Behandlungszyklen, bevor man die Wirkung definitiv bewerten kann. Schmerzen nach der Injektion sind selten, aber bei einigen Patienten möglich. Hintergrund ist, dass die Schmerzstoffe, die in der Muskulatur eingeschlossen sind, durch die entspannende Wirkung freigesetzt werden und dann für einige Tage diese Schmerzen bedingen. Es kann helfen, wenn man für diese Zeit z.B. ein Medikament wie Naproxen 2x täglich 500 mg einsetzt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Tanja Sunny 9. November 2015 um 12:40 Uhr

    Hallo Herr Professor Doktor Göbel,

    ich war dieses Jahr bereits bei Ihnen in Kiel, danach ging es mir auch viel besser. Jetzt ein halbes Jahr später ist alles wieder so schlimm, wie vor dem Aufenthalt. Meine Ernährung habe ich umgestellt und höre täglich ihre Entspannungs CD. Ich habe immer weniger Lebensqualität, alles strengt mich an und wird direkt zur Migräne. Die 10/20 Regel kann ich nicht einhalten.
    Zur Zeit nehme ich 2.400 mg Gabapentin, 90 mg Cymbalta, 2 Kapseln Migravent.
    Arbeiten kann ich schon lange nicht mehr.
    Was kann noch machen, damit es mir besser geht? Mein Neurologe ist überfordert mit mir und Kortisoninfusionen helfen auch nicht mehr so gut.
    Zur Zeit bin ich am verzweifeln.
    Vielen Dank im Voraus
    Mit freundlichen Grüßen
    Tanja

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:26 Uhr

      Liebe Tanja,

      bei einer derartigen komplexen und aggressiven Verlaufsform der Migräne sollten Sie einen ambulanten Termin zur Verlaufskontrolle und zur Therapieanpassung vereinbaren. Es müssen dabei weitere Möglichkeiten erörtert werden, um Ihren schweren Leidensdruck zu lindern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Gitti 9. November 2015 um 12:58 Uhr

    Guten Tag Herr Professor,
    ich bin 65 Jahre und leide seit Jahren unter chronischen Ganzkörperschmerzen.

    Besonders leide ich unter meinen Hinterkopfschmerzen: starker Druck, als wenn ich einen zu engen Helm auf dem Kopf habe. Dadurch bekomme ich starke Kopfschmerzen und Gänsehaut auf dem Kopf. Meine Kopfhaut zieht sich zusammen. Nachts schlafe ich sehr schlecht, weil ich nicht auf meinen Kopf liegen kann. Auch meine Ohrmuscheln fangen an zu schmerzen.

    Da ich Valoron nicht vertragen habe, wurde im Krankenhaus auf Palexia umgestellt. Palexia vertrage ich nun auch nicht mehr und nehme seit 09.10. nach Absprache mit meinem Schmerzarzt nur noch morgens und abends je 50mg (statt je 100mg) und Duloxin 30mg morgens. Amitriptylin konnte ich wegen meiner Herzprobleme nicht nehmen. Meine Schmerzen sind seit dem wieder stärker geworden. Ich schwitze sehr extrem!

    Ich bin auch in TCM-Behandlung, bekomme Akupunktur und trinke seit 3 Monaten medizinischen (chinesischen) „Tee“. Entspannungsübungen, Achtsamkeitstraining mache ich auch. Leider merke ich keine Verbesserung oder Fortschritte. Habe im Moment eine „mürbe“ Phase und fühle mich wie eine Exotin.

    Sind Ihnen ähnliche Fälle bekannt? Können Sie mir Hinweise geben? Was halten Sie von einer Neuraltherapie?
    Mit freundlichen Grüßen
    Gitti

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:31 Uhr

      Liebe Gitti,

      eine diagnostische Einordnung ist mir aufgrund Ihrer Angabe nicht möglich. Ihre Zeilen legen nahe, dass bisher noch kein klares diagnostisches Konzept Ihrer Schmerzen besteht. Auch die Ansammlung verschiedenster Therapieverfahren spricht dafür. Lassen Sie sich in einer spezialisierten Praxis oder Klinik noch einmal detailliert beraten und untersuchen.

      Notwendig ist eine koordinierte Therapie, aufbauend auf einem klaren Konzept. Versuchen Sie dieses konsequent durchzuführen. Nutzen Sie dabei auch die Möglichkeiten von psychologischen Therapieverfahren. Es besteht dann die größte Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Schmerzen gelindert werden können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. selina 9. November 2015 um 13:07 Uhr

    Hallo Herr Professor Dr. Göbel,

    ich war letztes Jahr bei Ihnen in Kiel, da wurde Chronische Migräne diagnoziert, leider verschlimmerten sich meine Schmerzen und ein neuer Kopfschmerz ist dazu gekommen. Deswegen war ich dieses Jahr nochmals bei Ihnen, und es wurde Cluster Kopfschmerzen festgestellt. Ich wurde neu eingestellt auf Lithium. Vor paar Wochen bekamm ich von DR Heinze noch Verapramil. Doch es hilft keine Prophylaxe. Ich habe jeden Tag 8-10 Attacken, über mehrere Std.Würden Sie mir zu einer op raten, und wenn ja zu welcher. Ich habe seit letztem Jahr durchgänig Cluster, kein Tag ohne Schmerzen. Ich bin noch eine junge Frau und habe nichts von meinem Leben. bitte geben sie mir eine einschätzung. Habe viele Cortison Therapien hinter mir, dieses jahr, damit die Attacken wenigstens ein bisschen weniger werden.

    vielen dank

    LIEBE GRÜßE

    SELINA

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:30 Uhr

      Liebe Selina,

      es gibt sehr hartnäckige chronische Verläufe der Migräne, die es auch notwendig machen, eine operative Therapie zu erwägen. Sollten medikamentöse Therapieverfahren nicht wirksam sein und auch weitere Therapieoptionen insbesondere bei Migräne und auch Clusterkopfschmerz ineffektiv sein oder sich als unverträglich herausstellen, kann eine Behandlung mit Neuromodulation eine Besserung erbringen. Zu solchen Verfahren greift man dann, wenn ein Therapieeffekt anderweitig nicht zu erzielen ist. Sie sollten sich daher noch einmal zu einer weiteren Beratung vorstellen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. ivitho 9. November 2015 um 13:15 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel,

    1. Frage: Kann bei mir eine Unverträglichkeit von Zolmitriptan Sublingual vorliegen?

    Ich habe nach der Einnahme davon (+ Celebrex/Celecoxib zur Verstärkung) nachfolgende ausgeprägte Nebenwirkungen:
    – Schwindel, schwere Gliedmaßen, steifer & heftig schmerzender Nacken (wie bei Narkose), Ohrensausen wie bei
    bevorstehender Bewusstlosigkeit & vor allem Halsschmerzen & als wäre mein Hals fest eingeklammert.
    Beklemmendes Gefühl.

    2. Frage: Ist es korrekt, dass der Austausch eines Morphins eine eingetretene Wirkungslosigkeit aufheben kann?

    Habe jetzt Temgesic 0,4 erhalten, weil das Morphanton selbst bei 40 mg Einzeldosis nicht mehr anschlägt, obwohl ich es nur ca. alle 4 Wochen für 1-3 Tage einnehme. Habe ziemlich Angst, dass die Schmerzen (ausgeprägte Adenomyose) weiterhin nicht gelindert werden & diese Woche geht es wieder los. Habe ziemlich Panik wie schon lange nicht mehr.

    Vielen lieben Dank für Ihren Rat & Grüsse nach Kiel.

    Ivonne

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:41 Uhr

      Liebe Ivonne,

      eine Unverträglichkeit auf Zolmitriptan kann bestehen. Allerdings können Ihre Symptome auch im Rahmen einer spontanen Migräneattacke auftreten. Vor allem müssen Sie vergleichen, ob solche Migräneattacken auch spontan bestehen und entsprechende Symptome unabhängig von Zolmitriptan vorhanden sein können.

      Bei Unwirksamkeit eines Opioids kann ein anderes Opioid wirken. Man spricht deshalb auch von einer sogenannten Opioidrotation. Unretardierte Opioide wie Temgesic sollten allerdings nur im Ausnahmefall und kurzfristig verwendet werden, damit nicht eine Abhängigkeit entsteht. Bei längerer Therapie sollten sogenannte retardierte, d.h. langsam freisetzende Opioide, eingesetzt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. _Albert_ 9. November 2015 um 13:15 Uhr

    Sehr geehrter Dr. Göbel,
    eine Frage zur 10/3 Regel:
    Reicht es wenn nach 3 Medikamententagen 1 Tag eine Medikamentenpause
    eingelegt wird, oder sollt bis zum Ende der Schmerphase eine Pause
    eingelegt werden? Ich hab nach 24h kapituliert.
    Zur Beruhigung habe ich für diese Situation von ihrer Klinik (Aufenthalt
    2013) Melperon 10mg bekommen. In welchen zeitlichen Abständen sollte man
    es einnehmen?

    Grüße aus BADEN-Württemberg
    Albert

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:43 Uhr

      Lieber Albert,

      die 10/3-Regel als solche existiert nicht. Wesentlich ist, dass man möglichst unter 10 Einnahmetagen pro Monat bleibt. Es gibt Migräneattacken, die als sogenannter Status migraenosus über 3 Tage hinaus anhalten. Auch dann können Akutmedikamente eingesetzt werden. Man stößt dann jedoch schnell an die Grenze, wenn man bei 8 oder 9 Tagen im Monat ist. Denn dann verbleiben für die restlichen 20 Tage kaum Freiräume mehr für die Einnahme von Akutmedikation. Im Einzelfall ist es jedoch durchaus möglich, über 3 Tage hinaus Akutmedikamente bei langen Attacken einzusetzen. Allerdings ist es oft zielführend, dass man nach dem dritten Tag auf ein Ersatzmedikament umsteigt. Dies kann z.B. Melperon sein, im Einzelfall aber auch Prednisolon. Dieses muss individuell im Arztgespräch festgelegt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Katharina 9. November 2015 um 13:36 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    Bei meinem Sohn (14) wurde nach einer zweiwöchigen starken Kopfschmerzphase von der neurologischen Abteilung der Kinderkllinik der Verdacht auf Migräne ausgesprochen.
    Als Prophylaxe wurde ihm Magnesium 300 gegeben und ASS 100 empfohlen, als Akutmedikation Ibuprofen 600 und Paracetamol.
    Die Möglichkeit eines CTs oder Kernspints wurde uns überlassen.
    Was denken Sie über die jeweilige Medikation und würden Sie Kernspint oder CT empfehlen?

    Mit herzlichem Dank und vielen Grüssen nach Kiel
    Katharina

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:45 Uhr

      Liebe Katharina,

      bei Kindern ist manchmal der Kopfschmerzverlauf noch nicht eindeutig und klar. Auch können Kinder nicht immer sehr gut das Kopfschmerzbild beschreiben. Wenn erstmalig Kopfschmerzen auftreten, ist auch der weitere Verlauf noch offen, man muss diesen erst zur Kopfschmerzdiagnose abwarten. Wenn der neurologische Befund regelrecht ist, ist ein CT oder ein Kernspintomogramm nicht erforderlich. Hier reicht die sorgfältig durchgeführte ärztliche Untersuchung und gibt im Einzelfall sogar spezifischere Auskunft über die Gesamtsituation. Die Vorbeugung mit ASS 100 sollte kurzfristig kontrolliert werden. Es kommt ganz auf den Verlauf und auf die Ausbildung der Symptome an, ob eine entsprechende Behandlung notwendig ist. Die Behandlung mit Ibuprofen 600 bzw. Paracetamol entspricht dem allgemeinen Vorgehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Martina 9. November 2015 um 13:51 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich leide seit längerer Zeit an chronischer, therapieresistenter Migräne. Aufgrund eines sehr schmerzhaften Restless-Legs-Syndroms wurde mir nun Levodopa verordnet.
    In einem Beitrag aus dem Jahre 2009 weisen Sie auf die bedeutsame Rolle des Dopamins bei der Enstehung der Migräne hin. Da Levodopa ja in Dopamin umgewandelt wird, stellt sich mir nun die Frage, ob die Einnahme die Migräne ev. noch verschlimmern könnte.
    Leider habe ich keine weiteren und vor allem neuere Aussagen zum Zusammenhang zwischen Dopamin und Migräne gefunden. Ich würde daher sehr gerne wissen, ob es neue Erkenntnisse oder Erfahrungswerte bzgl. dieser Thematik gibt und ob Sie in meinem Fall eine L-Dopa-Therapie befürworten oder eher davon abraten würden.

    Ganz herzlichen Dank für Ihre Mühe und liebe Grüße nach Kiel.
    Martina

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:46 Uhr

      Liebe Martina,

      es ist nicht anzunehmen, dass durch die Behandlung mit Levodopa sich die Migräne verändert. Dopamin spielt im Zusammenhang mit der Entstehung von Übelkeit und Erbrechen auch bei der Migräne eine Rolle. Levodopa kann bei hoher Dosierung ebenfalls Übelkeit bedingen. Auf den Migräneverlauf selbst hat dies jedoch keine Auswirkung. In der Regel dosiert man bei Restless-legs-Syndrom nicht sehr hoch, so dass diese Nebenwirkung nicht zu erwarten ist.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Tina 9. November 2015 um 13:52 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    auch ich möchte mich heute wieder mit einer Frage an Sie wenden.
    Ich leide unter chron. Migräne. Um einen zusätzlichen Mük auszuschließen, habe ich vor, eine ambulante Medikamentenpause durchzuführen, bin mir aber über die notwendige Länge der Pause nicht im Klaren.
    In Ihrer Publikation vom April 2014 über die Therapie des Müks schreiben Sie, dass in Abhängigkeit von den übergebrauchten Substanzen eine Medikamentenpause in der Regel über 2−4 Wochen erfolgen muss, unter stationären Bedingungen sei Kopfschmerzfreiheit durchschnittlich nach 8 – 12 Tagen zu erreichen. Im Headbook der Schmerzklinik Kiel berichten einige Patienten von der Empfehlung der Klinik, eine Pause von sieben Wochen durchzuführen, es sei denn, es treten vorher kopfschmerzfreie Tage auf.
    Meine Frage lautet nun, wie lange eine Medikamentenpause zum Ausschluss eines Müks dauern sollte, wenn während dieser Zeit keine kopfschmerzfreien Tage auftreten und welche übergebrauchten Substanzen welche besondere Zeitdauer erfordern.

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen

    Tina

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:49 Uhr

      Liebe Tina,

      das Vorgehen zur Durchführung einer Medikamentenpause hat sich in den letzten Jahren geändert. Bis zur Einführung der 3. Auflage der Internationalen Kopfschmerzklassifikation galt die Regel, dass man eine Medikamentenpause bis zu 8 Wochen durchführt und abwartet, ob Kopfschmerzfreiheit entsteht. Dies ist in ganz seltenen Fällen tatsächlich möglich, in aller Regel ist dies jedoch zu lange, da sich über 4 Wochen hinaus kaum noch eine Änderung beobachten lässt. Konsequenterweise wurde dann in der 3. Auflage diese Regel von 2 Monaten fallengelassen. Tatsächlich gibt es nun keine internationale Vorschrift mehr, wie lange man eine Medikamentenpause durchführt. Wir haben uns aus pragmatischen Gründen darauf festgelegt, dass man die Pause bis maximal 4 Wochen einhalten sollte. Man kann sie bereits früher als erfolgreich ansehen, wenn mindestens 3 kopfschmerzfreie Tage am Stück aufgetreten sind, ohne dass man eine Akutmedikation eingenommen hat. Die Tage müssen auch nicht komplett kopfschmerzfrei sein, der Schmerz sollte jedoch so gering sein, dass man normalerweise keine Akutmedikation verwenden würde. Tritt diese Situation nicht innerhalb von 4 Wochen nach Beginn der Pause ein, kann man die Pause abbrechen, eine weitere Verbesserung ist dann kaum wahrscheinlich. Es muss dann davon ausgegangen werden, dass eine chronische Migräne besteht. Übrigens bedeutet eine chronische Migräne nicht, dass diese Verlaufsform lebenslang bestehen muss. Auch diese Situation kann sich wieder in eine episodische Verlaufsform zurückbilden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Sonne 9. November 2015 um 14:00 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel

    Ich leide seit bald 50 Jahren unter Migräne, teils mit Aura, welche mal über mehrere Jahre verschwand und jetzt hie und da wieder der Vorläufer der Migräne ist.

    Seit längerem nehme ich auch keine Prophylaxe mehr. Die Aura verkürze ich mit einem Magnesium-Tütchen und täglich nehme ich 4 Kapseln Migravent-classic.

    Ich werde nächstes Jahr 65ig und habe vor ca. 1/2 Jahr von Sumatriptan 50 mg auf Allegro (bei uns in der Schweiz heisst es MENAMIG) umgestellt.
    Glücklicherweise hilft mir dieses meistens. Wenn ein Restschmerz bleibt, nehme ich nach ca. 2 Std. noch 500 mg Naproxen, was zu 90% auch diesen Schmerz noch nimmt.

    Die 10/20-Regel kann ich meistens einhalten. In der Regel bleibt es an der Grenze von 8-10 Anfällen.

    Da ich schon des Oeftern gelesen habe, sollte man ab 65ig keine Triptane mehr nehmen.
    Leider bringen mit die Alternativen zur Akutbehandlung eher nichts. Der Versuch mit Ass, Paracetamol, Ibuprofen bezweckt höchstens, dass es mir übel wird und die Migräne ausartet.

    Da ich mit dem sanften Triptan keine Nebenerscheinungen habe, mich ausser der Migräne relativ fit fühle nun meine Frage;

    muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich die Allegro weiter nehme?

    Freundliche Grüsse aus der Schweiz
    Esther Hertig

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:52 Uhr

      Liebe Sonne,

      Sie müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn Sie ein Triptan auch über 65 hinaus nehmen. Es ist immer wieder erstaunlich, dass Migränepatienten mehr Angst vor wirksamen Therapien haben als vor der Migräne selbst. Dabei wurden gerade Triptane deshalb entwickelt, um möglichst verträglich und wirksam die Attacken zu behandeln. Die Herstellerfirmen haben Triptane nur bis zum 65. Lebensjahr getestet. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit ist also nur bis zu diesem Alter belegt. Aus diesem Grunde dürfen die Herstellerfirmen die Arzneimittel nicht für den Einsatz von Personen empfehlen, die diese Altersgrenze überschreiten. Der Arzt und der Patient können jedoch im Einzelfall von dieser Empfehlung abweichen und das Medikament einsetzten. Bestehen keine Hinweise auf Gefäßerkrankungen ist auch ein Einsatz im Alter über 65 Jahre im Einzelfall möglich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. glückdererde 9. November 2015 um 14:01 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich war schon mehrfach in Ihrer Klinik und bekam von dort die Diagnosen:
    Sekundärer Kopfschmerz nach Carotisdissektion sowie Migräne ohne Aura.

    Ich habe mittlerweile 7 unterschiedliche Versuche zur medikamentösen Prophylaxe hinter mir. Alle haben den Kopfschmerz leicht bis stark verstärkt. Einzig Opipramol ist neutral, vermindert den Kopfschmerz aber eben halt auch nicht.

    Ich verspüre jedoch eine deutlich positive Wirkung durch Magnesium, das ich viermal am Tag á 150 mg nehme. Ich habe jeden Tag Kopfschmerzen, zum Glück meistens eher leicht bis mittel. Werden die Schmerzen stärker, hilft Magnesium häufig sie wieder in den Hintergrund zu bringen.

    Jetzt die Frage:

    Was halten Sie von einer weiteren Steigerung der Magnesiumdosis auf z. B. 900 mg. Einfach ausprobieren?
    Untersuchungen darüber wird es wohl nicht geben. Aber so weit ich weiss ist eine Überdosierung kaum zu erwarten.

    Vielen Dank

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:55 Uhr

      Lieber Glückdererde,

      Magnesium führt zu einer Stabilisierung der neuronalen Erregbarkeit im Nervensystem. Normalerweise reicht ein Ausgleich der Magnesiumspiegel aus, eine starke Erhöhung der Dosierung bringt oft keinen weiteren Zuwachs an Wirksamkeit. Dies kann jedoch im Einzelfall anders sein. Üblicherweise werden Magnesiumdosierungen von 900 mg pro Tag nicht von vielen Patienten vertragen. Das überschüssige Magnesium wird im Darm gebunden, es bindet dort Wasser, führt zu einem Völlegefühl und bald auch zu Diarrhöen. Falls Sie hohe Dosierungen jedoch gut vertragen, ist ein Ausprobieren ohne weiteres naheliegend. Sollten Überdosierungserscheinungen auftreten, können Sie ja Magnesium jederzeit reduzieren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. lepeklaja 9. November 2015 um 14:17 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,
    ich war in den letzten 10 Jahren schon 4x in Ihrer Klinik in Behandlung und bin eigentlich relativ gut eingestellt, z.Zt. mit 75mg Venlaflaxin und 6mg Tizanidin und Magnesium. Als Akutmedikation wechsel ich im dreier Rhythmus ab zwischen Relpax, Zolmitriptan und Allegro.
    Jetzt hänge ich aber seit unglaublichen 8! Wochen in einer Attacke fest, die einfach nicht enden will. Ich habe es versucht, die Attacke mit Cortison (100-75-50-25) zu unterbrechen und habe auch schon Infusionen beim Hausarzt bekommen (250mg Cortison, Novalgin, Vomex und Diazepam), auch dies hat nur kurzfristigen „Erfolg“ gebracht, einen vollkommen kopfschmerzfreien Tag hatte ich noch nicht. Am Freitag war ich von morgens bis nachmittags um 15 Uhr kopfschmerzfrei, so dass ich dachte, ich hättte es geschafft, aber in der Nacht kam die Attacke so schlimm zurück, dass ich dachte, ich gehe kaputt. Ich hatte regelrechte Panikattacken, dass gleich etwas in meinem Kopf platzt. Samstag mittag hat meine Hausärztin mir dann zuhause eine Infusion gegeben, da ich nicht transportfähig war. Seit gestern ist der Schmerz im mittleren Bereich, aber immer noch nicht weg und ich habe eine riesige Angst vor so einer extremen Schmerzspitze. Was soll ich tun? Wann ist der Zeitpunkt richtig, sich in stationärer Behandlung zu begeben, um dort die Attacke zu unterbrechen. Vor allem womit? Oder kann ich ambulant weitermachen?

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:56 Uhr

      Liebe Lepeklaya,

      es spricht einiges dafür, dass bei Ihnen ein Status migränosus mit dem Übergang in einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entstanden ist. Auch bei zu häufiger Einnahme von Kortison kann dies eintreten. Deswegen ist die stetige Gabe von Infusionen und Medikamenten auf die Dauer keine adäquate Lösung. Eine stationäre Behandlung ist sicherlich dringlich zu erwägen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • lepeklaja 9. November 2015 um 20:18 Uhr

        Wäre das Klinikum Osnabrück bei Prof. Dr. Stögbauer dafür eine gute Adresse? Oder eher wieder in die Schmerzklinik Kiel?

  21. J. Maria 9. November 2015 um 14:50 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich war kürzlich stationär in Ihrer Klinik und bin sehr zufrieden mit dem Behandlungskonzept. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese 2 Wochen in Kiel hatte, die mir sehr gut getan haben und von denen ich bisher insgesamt sehr profitiere.

    Meine Frage ist, da ich zusätzlich zur Migräne drückende und ziehende Schmerzen in der Schulter(einseitig) habe, ob diese mit der Migräne in Verbindung stehen, da sie meist nach einem akuten Migräneanfall auftreten und dann u.u. sehr lange andauern. Mein Neurologe hat diese als mögliche Fibromyalgie bzw. als Ausdruck des Schmerzgedächtnis‘ bezeichnet, das sehr schwer zu behandeln sei. Ich nehme jetzt als Migränevorbeugung Doxepin 50 mg täglich und zusätzlich 600 mg Magnesiumcitrat. Damit soll ich auch die Schmerzen in den Schultern in den Griff bekommen. Diese sind jetzt wieder lin milder Form aufgetreten, jedoch keine Migräne. Soll ich erst mal die 50 mg Doxepin weiter einnehmen oder die Dosis erhöhen? Diese Dosis nehme ich jetzt seit 3 Wochen ein. Oder physiotherapeutische Maßnahmen ausprobieren; bei Ihnen hatte ich eine Massage gegen Faszienverklebungen. Vielen Dank.

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:58 Uhr

      Liebe Maria,

      die einseitigen Schulterschmerzen sind nicht ohne weiteres mit der Migräne in Zusammenhang zu bringen. Schulterschmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Die hohe Beweglichkeit des Schultergelenks kann bei auch nur leichten Verletzungen zu lang anhaltenden Schmerzen führen, die oft auch nur schwer zu behandeln sind. Lassen Sie sich von einem versierten Schulterexperten untersuchen. Oft braucht es auch sehr viel Geduld, bis die Beschwerden abklingen. Erfreulicherweise tun sie das meistens spontan, auch wenn es oft über 1 Jahr dauern kann bis Schulterschmerzen aufhören.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Islay 9. November 2015 um 15:01 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich bin 52 Jahre und leide seit 2002 an derzeit durchschnittlich 10 Tagen Migräne pro Monat. Derzeit Prophylaxe mit Metoprolol 47,5mg ( zeitweise Bisoprolol) und Opipramol 50mg ( zur Nacht). Ohne Opipramol Schlafstörungen. Valdoxan hat zur Migräneprophylaxe und zur Schlafregulierung nichts genutzt.
    Ich schlafe derzeit gut, mit nur knapp 7h etwas zu wenig. Tagsüber bin ich chronisch müde und schlapp, kann mich manchmal nicht konzentrieren und in der Mittagsbesprechung fallen mir schon um 12 Uhr die Augen zu.
    Ich würde gerne eine Betablockerpause machen, da sie nach über 3 Jahren Einnahme ja wohl eh nicht mehr viel nutzen und ich gerne wüsste, ob sie für die Müdigkeit mit verantwortlich sind. Betablocker sollen ja die Schlafarchitektur stören.
    Welche Prophylaxe macht Ihrer Erfahrung nach am wenigsten müde und beeinträchtigt die kognitiven Fähigkeiten am wenigsten?
    Topamax habe ich nicht vertragen.
    Ein Antidepressivum wäre im Prinzip nicht verkehrt. Venlafaxin?
    Am liebsten wäre mir Lisinopril oder Candesartan, wie ist die Erfolgsrate und was wären die Zieldosen ( neige zur Hypotonie) und nach welcher Zeit wäre ein Erfolg zu erwarten?
    Ich bin sehr froh, diese Fragen stellen zu dürfen und bedanke mich für die Antwort,
    mit besten Grüßen,
    Islay

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 19:59 Uhr

      Liebe Islay,

      nach langer Zeit ohne ausreichende Wirkung ist tatsächlich an eine Umstellung der Migräneprophylaxe zu denken. Eine Behandlung mit Lisinopril, Candesartan oder ggf. auch Amlodipin verstärken eine Müdigkeit in der Regel nicht. Ihre Wirksamkeit muss individuell ausgetestet werden, es gibt jedoch Studien, die diese nahelegen. Auch die Behandlung mit einem Antidepressivum wie Venlafaxin oder Cymbalta kann erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Sonja 9. November 2015 um 15:16 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    Ich bin jetzt seit ca 8 Wochen auf 75 mg Topiramat seitens meiner Neurologin eingestellt bei bekannten Cluster und zunehmend starken Migräne Episoden. Seit Beginn der Einnahme ist die Migräne praktisch erfolgreich behandelt, ich brauche keine Triptane mehr, allerdings habe ich immer noch sehr starke Nebenwirkungen, wie ständiges Kribbeln im Gesicht, Händen und Füßen, teilweise mit Parese im Mundbereich. Kann ich da etwas gegen unternehmen und wie lange muss ich ungefähr mit Nebenwirkungen rechnen? Zumal meine Neurologin mich auf 100 mg einstellen wollte, ich aber mit meinen 75 mg schon Kopfschmerz frei bin und mit den Nebenwirkungen im Berufsleben auch ausgelastet bin. Herzliche Grüße.

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 20:00 Uhr

      Liebe Sonja,

      Kribbelmissempfindungen können bei der Behandlung mit Topiramat häufig eintreten. Die gleichzeitige Behandlung mit Kalium kann dies oft verhindern. Bei einer derartig guten Wirkung, wie Sie sie beschreiben, ist eine weitere Erhöhung der Behandlung nicht erforderlich, im Gegenteil könnte man erwägen, die Dosis zu reduzieren, damit weniger Nebenwirkungen auftreten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. manderley 9. November 2015 um 15:44 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel,

    ganz herzlichen Dank für Ihren tollen Einsatz, der auch, wie das Forum und natürlich die tolle Bettina, das Migräneleiden etwas erträglicher macht, auf jeden Fall aber viel Mut macht.

    Ich habe eine Frage zu meinen ständigen Nebenwirkungen. Ich bin 52 Jahre jung komme aus Köln und leide seit 40 Jahren an Migräne. Ein Antrag für Kiel läuft :)), juchheeeeee!

    Ich habe gerade eine Medikamentenpause durch. Ich habe das ambulant gemacht, mit Hilfe der Familie, und bin mehr als superstolz auf mich!

    Nun mein Problem, ich reagiere auf alle Medikamente mit allen möglichen Nebenwirkungen. Ich lese mir die Packungsbeilage gar nicht durch, das macht mein Mann. Damit ich nun weiss, ich bilde mir das nicht ein. Aber es geht von wirklich verheerenden (dyskinetisches Syndrom, Herzrasen mit Notarzt) bis hin zu Tremor, Depression,Haarausfall,schlechte Leberwerte).

    Die Pause war für mich wirklich schlimm, durch melperon,lorazepam,zoplicon und Pregabalin. Aber auch das Cortison. Meine Sehschärfe ist erst nach drei wochen wieder da. Mein Geschmack kam auch erst vor zwei tagen langsam zurück.

    jetzt bin ich verzweifelt, weil ich an Prophilaxen bestimmt alles durchhabe und absetzen musste, aber mein Neurologe immer noch etwas Neues hervorzaubert.

    Ich habe Verständnis, wenn Sie schreiben,dass Sie auf dieses Thema nicht so eingehen können.

    Gibt es denn vielleicht für solche „Fälle“ einen Spezialisten in Köln oder Umgebung?

    Herzliche Grüße
    Manderley

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 20:10 Uhr

      Liebe Manderly,

      Sie haben ja bereits die Weichen zu einer spezialisierten stationären Behandlung gestellt. Ziel muss jetzt sein, eine vorbeugende, wirksame, verträgliche Behandlung zu finden. Diese muss jedoch begleitet sein von aktuellem Wissen, wie Sie durch Verhalten, Entspannung, Sport, Tagesplanung und anderem selbst der Migräne effektiv begegnen können. Auch im medikamentösen Bereich gibt es zahlreiche Therapieoptionen, die nicht mit den beschriebenen Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten einhergehen müssen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. kopflottegr 9. November 2015 um 16:40 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel,

    in Schmerzsendungen hörte ich von einer Art RESET bei chronischer Mgräne.
    Können Sie dazu etwasd sagen?

    Danke für die regelmäßige Möglichkeit zum Chat!

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 20:11 Uhr

      Liebe Kopflotte,

      mir ist nicht klar, was genau mit diesem Begriff gemeint ist. In der Fachwelt existiert der so nicht. Man könnte aber z.B. den Effekt einer Medikamentenpause als einen Reset bezeichnen. Übermäßige Schmerzempfindlichkeit wird wieder normalisiert und die Empfindlichkeit kehrt zum Ausgangswert zurück.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  26. Katniss 9. November 2015 um 16:52 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof Göbel,
    Ich (52J.)leide, eigentlich schon immer, an Migräne. In den letzten 6-8Jahren steigerten sich meine Attacken bis zu 15 x im Monat. Seit ca. 2Jahren ist mir bei jeden 2./3. Attacke so übel, dass ich mich ständig übergeben muss, ich kann an diesen Tag nicht mal einen Schluckt Wasser behalten.Nachdem ich seit Februar 2015 Dociton nehme war starke die Übelkeit für ein halbes Jahr verschwunden. Seit September jedoch ist die starke Übelkeit wieder da, allerdings nicht so häufig. Ich erholen mich nach diesen scheren Attacken nur sehr langsam, bin ständig müde und verliere Gewicht. Ich wiege derzeit 43Kilo bei einer Grösse von 164cm. Kaum habe ich mich einigermaßen erholt, kommt die nächste Attacke. Sollte ich Docition ,wie vom Neurologen empfohlen, erhöhen? Nehme derzeit 50mg am Tag, eine Dosierungserhöhung habe ich vor ein paar Wochen versucht, jedoch bekam ich so starke Kreislaufproblemen dass ich bei der gewohnten Dosis blieb. Haben Sie einen Tipp für mich?
    (Seit 3 Monaten praktiziere ich PMR und Yoga – bis jetzt noch kein durchschlagender Erfolg. Bin ich zu ungeduldig. Viele Grüße Katniss
    Me

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 20:13 Uhr

      Liebe Katniss,

      Ihre Migräneattacken haben eine sehr schwere Ausprägung. Deswegen muss eine wirksame Vorbeugung gefunden werden. 50 mg Dociton sind in der Regel zu niedrig dosiert, deswegen ist eine Erhöhung der Dosierung tatsächlich erwägenswert. Eine Umstellung auf ein Medikament, das nicht kreislaufaktiv ist, kann erwogen werden. Schließlich sollte auch an eine effektivere Attackentherapie gedacht werden, beispielsweise kann bei schwerer Übelkeit oder Erbrechen ein Triptan in Form eines Autoinjektors gegeben werden. Damit können Sie sich mit einer Fertigspritze selbst behandeln, so dass das Medikament am Magen vorbei in den Kreislauf gelangen und wirken kann. Auch ein Nasenspray kann einen ähnlichen Effekt bei schwerer Übelkeit oder Erbrechen haben.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  27. Maria 9. November 2015 um 17:17 Uhr

    Lieber Professor Dr. Göbel,

    vielen Dank, dass Sie einen Teil Ihrer kostbaren Zeit zur Beantwortung unserer Fragen opfern.
    Nach Absprache mit meinem Arzt, habe ich vor 5 Wochen eine 10-tägige Schmerzmittelpause mit Prednisolon (140 mg,120,100,100, 80, 80, 60, 60,40, 40, 20) gemacht. In dieser Zeit hatte ich nur den letzten Tag Migräne. Danach ging es mir sehr schlecht. Ich hatte besonders morgens und nachmittags einen sehr hohen Puls(130), Atemnot, totale Erschöpfung und trotz Appetit 3 kg abgenommen(sind jetzt wieder drauf). Mein Arzt meinte, der Körper hätte die eigene Cortisolproduktion nicht im benötigten Maße wieder aufgenommen.
    Nur habe ich vor einer Woche wieder 200 Einheiten Botox bekommen und -wie schon öfters- jetzt seit 8 Tagen starke Migräne. Außer Imigran-Injekt, was immer wirkt, allerdings nur für einige Stunden, hat mir leider nur 1mal Relpax 80 mg geholfen, am nächsten morgen war leider die Migräne wieder da. Mein Arzt meint, um den Status migraenous zu unterbrechen, soll ich 2-3 Tage Prednisolon 100 mg nehmen. Ich habe aber Bedenken wegen evtl. erneutem Auftreten der oben beschriebenen Symptome. Würden Sie mir trotzdem auch dazu raten oder was könnte sonst noch helfen?

    Vielen Dank für Ihre Antwort und liebe Grüße
    Maria

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 20:18 Uhr

      Liebe Maria,

      bei dem von Ihnen beschriebenen Verlauf ist zunächst eine verbesserte Vorbeugung erforderlich. Die sehr häufigen Migräneattacken sowie die Schwere der Anfälle muss durch eine vorbeugende Behandlung möglichst gemildert werden. Hier scheint die Behandlung mit Botox zur Prophylaxe empfehlenswert.

      Ob durch die Medikamentenpause, die durch Prednisolon unterstützt worden ist, eine Nebenniereninsuffizienz aufgetreten ist, wäre denkbar. Tatsächlich sollte man nur sehr zurückhaltend mit längerer Kortisongabe sein. Es ist daher in der Regel besser, kurzfristig mit Kortison zu behandeln. Bei schweren Migräneattacken im Sinne eines Status migränosus kann die Gabe über 2 Tage 100 mg erforderlich sein. Bei dieser Anwendung ist es unwahrscheinlich, dass eine Veränderung der körpereigenen Cortisonproduktion bedingt wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  28. Bubble 9. November 2015 um 17:22 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich habe seit Jahren eine Augenmigräne ohne Kopfschmerz. 2015 hatte ich bislang 4 Auren (2* Februar, 1 * Juni, 1 * November). Dauer jeweils 15-30 Minuten. MRT, Hirnstrommessung und Schachfeldtest (sry, weiss nicht genau wie die Tests heißen) wurden gemacht, ohne Befund. Magnesium (Diasporal tgl. 1 Tütchen) habe ich bereits langfristig getestet, das hat jedoch scheinbar keine Änderung erzielt.

    Mein Neurologe möchte, dass ich Flunavert 5 mg nehme. Meine Frage: ist eine dauerhafte Medikation mit Flunavert bei 4 Auren jährlich angesagt oder in Anbetracht der geringen Anzahl meiner Auren eher nicht zu favorisieren? Ich persönlich würde es gern vermeiden.

    Verunsicherte Grüße von
    Bubble

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 20:19 Uhr

      Liebe Bubble,

      bei viermaligem Auftreten innerhalb eines Jahres von visuellen Auren über 15-30 Minuten ist in der Regel eine medikamentöse Prophylaxe nicht notwendig. Letztlich entscheiden Sie das direkt über den Schweregrad des Leidensdruckes.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  29. Nadine 9. November 2015 um 17:38 Uhr

    Hallo Herr Dr. Göbel, ich bin Nadine, 32 und leide unter starker Migräne. Betablocker, Topiramat und andere Medis haben prophylaxemäßig nix gebracht. Nahezu alle 2-3 Tage schleicht sich meist über die linke Kopfseite sehr rasch der Migränekopfschmerz ein. Ohne Sumatriptan 100mg bekomme ich kaum 1 Tag rum. Mittlerweile hat sich auch dauerhafter Bluthochdruck eingeschlichen. Wird nun behandelt mit Telmisartan. 4 Neurologen konnten mir leider krine Besserung bringen. Pille Maxim nehm ich komplett durch. Was kann ich tun? Ich mach Sport, ess wenig Süßigkeiten 🙁

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 20:20 Uhr

      Liebe Nadine,

      Ihre Schilderungen sprechen dafür, dass sich bei Ihnen ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz gebildet hat. Dieser muss zunächst behandelt werden. Dann sollte eine wirksame Prophylaxe gefunden werden, die ausreichend wirkt. Wenn durch die beschriebenen Behandlungsmaßnahmen keine ausreichende Wirkung erzielt wird, sollten Sie eine stationäre Behandlung erwägen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  30. Mara 9. November 2015 um 17:46 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich bin 52 Jahre und habe seit 14 Jahren Migräne mit Aura (Sehstörung). Die Migräne begann unmittelbar nach einem operativen Eingriff, bei dem es anders ausging, als erwartet. Bisher hatte ich die Migräne ca. 10- 12 mal pro Jahr. Seit Januar diesen Jahres befinde ich mich nun endgültig in der Menopause und hatte mit ausbleiben des Zyklus´ ein dreiviertel Jahr lang überhaupt keinen Migräneanfall mehr. Das war noch nie. Im September habe ich Oekolp mit 0,03 mg Estriol als Zäpfchen verschrieben bekommen und angewendet. Man kann sagen, nahezu jeder Anwendung folgte ein Migräneanfall. Hierzu steht auch etwas in der Packungsbeilage. Eigentlich sollte ich das Medikament 2 x pro Woche anwenden. Ich hatte es alle 10 Tage probiert, aber nun wieder abgesetzt. Meine Frage: Ich gehe davon aus, dass die Migräneanfälle „hormonindiziert“ sind, obwohl das Medikament die geringste Dosierung hat und nur lokal, also eigentlich nicht wirklich systemisch wirkt. Kann es sein, dass der Zeitraum (alle 10 Tage) zu lang war und es dadurch zu Hormonschwankungen als Migräneauslöser gekommen ist? Wäre es evtl. einen erneuten Versuch wert, es alle 2 Tage anzuwenden, damit bei stabilerer Zuführung evtl. keine Anfälle mehr kommen? Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

    • Hartmut Göbel 9. November 2015 um 20:20 Uhr

      Liebe Mara,

      besprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, ob die Gabe des Hormonpräparates unbedingt notwendig ist. Aufgrund Ihrer Ausführungen ist es unklar, wieso Sie dieses Medikament bekommen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

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