Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 06.03.2017

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2017-03-06T20:19:55+00:00 Februar 2nd, 2017|Livechat|34 Comments

About the Author:

34 Kommentare

  1. Marlene 6. März 2017 um 12:27 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich leide seit mehreren Jahren unter chron. Migräne. Leider erzielen die verschiedenen Triptane, unabhängig von Einnahmeform und -zeitpunkt, keine Wirkung ( Prophylaxemaßnahmen sind ausgeschöpft, es besteht kein Mük ).
    Andere Schmerzmedikamente kupieren die Attacken zwar auch nicht, bewirken jedoch zumindest eine leichte Schmerzlinderung.
    Am besten, wenn auch nur minimal, helfen mir die Brausetabletten Aspirin Migräne 1000mg, wovon die tägliche Höchstdosis auf 3000mg beschränkt ist. Bei einer gleichmäßigen Verteilung nehme ich also alle 8 Std. 1000mg Aspirin, ca. zweimal monatl. auch an drei aufeinanderfolgenden Tagen ( kein Überschreiten der 10er Regel ). Da die Wirkdauer des Aspirin aber nur vier Stunden beträgt und die Wirkung dann auch tatsächlich nachläßt, führt dies dann zwangsläufig zu einem ständig schwankenden Wirkstoffspiegel im Blut.
    Meine Frage an Sie lautet nun : Besteht durch diesen schwankenden Wirkstoffspiegel eher die Gefahr der Entwicklung eines Müks, als durch die Einnahme eines langwirksamen Medikaments ( z.B. Naproxen ) oder eines langwirksamen Triptans, das zu einem gleichbleibenden Wirkstoffspiegel führt.
    Es würde mich sehr beruhigen, wenn ich wüßte, ob ich mich bei meinem Einnahmeverhalten ( dreimal täglich Asipirin im Abstand von acht Stunden ) bedenkenlos an dei 10er Regel halten kann.

    Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort.
    Liebe Grüße

    Marlene

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:22 Uhr

      Liebe Marlene,

      auch bei mehrmaliger Einnahme eines Medikamentes an einem Tag wird im Rahmen der 10er-Regel der Tag nur einfach gezählt. Es ist sogar besser, wenn man an einem Tag die Medikation wiederholt, als wenn man die gleiche Menge z.B. auf 2 oder auf 3 Tage verteilt. Ziel ist, die Migräneattacke möglichst gleich zu Beginn zu kupieren, damit das schmerzverarbeitende System nicht über mehrere Tage sensibilisiert wird. Die Halbwertzeit von Aspirin beträgt ca. 4 Stunden. In der Regel lässt nach dieser Zeit die Wirkung nach. Wenn Sie mit dreimaliger täglicher Gabe eine gute Wirkung erzielen, hat dies keine Nachteile gegenüber der Einnahme von Naproxen oder einem langwirksamen Triptan. Naproxen hat eine Halbwertzeit von ca. 12 Stunden. Der Vorteil von Aspirin gegenüber Naproxen ist, dass die Migräneattacke gleich zu Beginn mit einer entsprechenden Wirkstoffmenge kupiert werden kann. Da Naproxen viel langsamer seinen Wirkstoffspiegel aufbaut ist Naproxen oft während des Beginns der Attacke nicht so gut in der Lage, wirksam zu sein. Naproxen hat seine Stärke mehr nach Aufbau des Wirkspiegels durch die mögliche Verhinderung eines Wiederkehrkopfschmerzes.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Martina 6. März 2017 um 12:33 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    vielen Dank das Sie sich die Zeit nehmen.

    Ich bin 50 Jahre alt und habe seit ca. 12 Jahren Migräne. In 2012 und 2014 war ich stationär bei Ihnen und habe danach noch einmal die ambulante Sprechstunde besucht.
    Meine Diagnosen sind Migräne , Migräne mit Aura (prolongiert, meistens über Tage) und Migräne vom Typ Hirnstamm. Etliche Prophylaxeversuche habe ich unternommen, leider ohne Erfolg. Meine Migräne ist besonders schlimm in der Zeit von Oktober bis April. Permanent hab ich das Gefühl einen Schlaganfall zu bekommen und habe Herzrhythmusstörungen kurz bevor der Kopfschmerz einsetzt. Das Gefühl „zu sterben“ ist immer wieder an der Tagesordnung und sehr anstregend. Täglich bin ich vor allem mit Auren in dieser Zeit beschäftigt, der Kopfschmerz ist zu ertragen und Migräne Aspirin verschafft mir da Linderung. Im Mük bin ich nicht.
    Leider ist es mir nicht möglich einen Neurologen in meiner Umgebung zu finden der sich in Bezug auf meine Form der Migräne auskennt.Durch Sie habe ich gelernt Triptane nicht zu nehmen da Kopfschmerz und Auren fließend ineinander übergehen, allerdings wird es mir hier immer wieder angeboten.

    Vor kurzem habe ich nun einen Schmerztherapeuten (Neurochirurgen) aufgesucht. Nach nur 15 minuten Gespräch hat dieser mir empfohlen einen ONS-Stimulator zuerst für drei Wochen zu implantieren (alles wird eingesetzt nur die „Batterie“ nicht). Nach drei Wochen wird dann geschaut ob es funktioniert und wenn ja, dann wird acht Wochen später alles implantiert. Erfahrungen mit Migränikern hat er nicht.
    Ich habe nun ein wenig in diese Richtung geforscht und festgestellt das bei Migräne mit Aura ein TMS-Stimulator empfohlen wird.

    Meine Fragen sind nun:
    1. Welches Gerät ist das richtige?
    2. Bevor das Risiko zweier Vollnarkosen (habe ein Problem mit der Cortisolproduktion in der Nebenniere) eingegangen wird, sollte man es da
    nicht lieber außerhalb des Körpers ausprobieren?
    3. wenn ja, kann ich das bei Ihnen in der Klinik machen?

    Nochmals vielen Dank und einen lieben Gruß
    Martina

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:26 Uhr

      Liebe Martina,

      chronische Migräne ist leider eine der hartnäckigsten Kopfschmerzverläufe. Auf die meisten vorbeugenden Medikamente spricht diese Verlaufsform nicht gut an, dies ist der Grund auch, warum die Migräneerkrankung einen chronischen Verlauf einnimmt. Schwierig ist auch die Akuttherapie. Aufgrund der hohen Attackenfrequenz ist es nicht möglich, alle Kopfschmerzanfälle mit einem Akutmedikament zu behandeln, da sonst in der Regel eine weitere Chronifizierung mit Entwicklung eines Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes entsteht. Bei auf sonstige Behandlungsverfahren nicht ansprechenden Verläufen ist die Neuromodulation eine mögliche Option. Bis vor kurzem war die occipitale Nervenstimulation (ONS) eine zugelassene Indikation. Das für diese Erkrankung jedoch zugelassene Gerät besitzt derzeit keine Zulassung mehr und wird aktuell überarbeitet. Wenn Ihnen jetzt aktuell eine ONS-Stimulation empfohlen wird, kann dies nur aufgrund einer experimentellen Einzelfallentscheidung getroffen werden. Zur Abwägung dieser Entscheidung sollten Sie nach meiner Meinung in einem spezialisierten Kopfschmerzzentrum eingebunden sein, um alle Möglichkeiten der Behandlung zu erwägen. Leider allzu oft werden solche Verfahren eingesetzt und der Patient kommt hinterher mit der Therapie nicht klar und es erfolgt eine Entfernung des komplexen Stimulationsgerätes. Nach unserer Erfahrung ist das Ausprobieren des Gerätes durch eine zweiseitige Operation, d. h. zunächst implantieren und dann ausprobieren, bevor es vollständig eingesetzt wird, nicht zielführend. Die Migräne kann einen sehr variablen Verlauf haben und ein initiales Nichtansprechen oder ein Ansprechen hat keinerlei prognostischen Wert für die weitere Behandlung. Sollte diese Methode also in Frage kommen, wäre eine umfangreiche Erörterung der verschiedenen Möglichkeiten erforderlich. Dies kann ggf. auch hier durchgeführt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Julia 6. März 2017 um 12:34 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    immer wieder liest man hier im Headbook, dass anfangs diffuse „Spannungskopfschmerzen“ dann doch in eine Migräne übergegangen seien. Ist das so zu sehen, oder handelte es sich in solchen Fällen meist/immer von vornherein um eine Migräne? Die sofortige Behandlung mit Triptanen wäre dann ja deutlich erfolgreicher.

    Liebe Grüße und herzlichen Dank,
    Julia

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:27 Uhr

      Liebe Julia,

      tatsächlich kann eine Migräneattacke mit einer zunächst unklaren Kopfschmerzphänomenologie einhergehen. Es bilden sich zunächst Muskel- und Nackenschmerzen aus, diese ziehen dann von hinten hoch und erreichen dann den gesamten Kopf, um dann schließlich in den typischen Migränekopfschmerz überzugehen. Bei niederfrequenten Migräneattacken ist es kein Problem, möglichst frühzeitig diese Attacken mit einem Triptan zu behandeln. Patienten haben jedoch oft die Sorge, dass bei hochfrequenten Migräneattacken oder gar bei einem chronischen Migräneverlauf bei der jeweiligen sehr frühen Einnahme sehr schnell die 10er-Grenze erreicht wird und dann ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entsteht. Es ist daher immer eine Gratwanderung, wann in solchen Fällen das Akutmedikament eingenommen wird. Im Zweifelsfall muss bei hochfrequenten Migräneattacken abgewartet werden bis man sicher ist, dass es eine klare und typische Migräne wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Mau007 6. März 2017 um 12:55 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    ich leide unter vestibulärer und chronischer Migräne. Eine Prophylaxe mit ß-Blocker und Topiramat und Vagusstimulation war ohne Effekt. Zum Schluß litt ich neben täglichem Schwank- und Drehschwindel (HNO etc. wurde abgeklärt) auch unter täglichen Kopfschmerzen. Im November 2016 wurde mit Botox begonnen. Allmählich gingen die Beschwerden zurück, im Januar / Februar waren es noch 14 Kopfschmerztage, der Schwindel ging ebenfalls zurück. Nun habe ich am 15.2.2017 die zweite Behandlung mit Botox erhalten. Seitdem ist es wieder zu einer deutlichen Verschlechterung gekommen. Ich habe wieder vermehrt Migräne und Schwindel – die letzten 12 Tage durchgehen. Ich achte darauf, dass ich nicht mehr als 10x/Monat Triptane einnehme – den Rest halte ich aus. Ist eine Verschlechterung kurz nach der Botox-Gabe normal? Ich habe das Gefühl, dass die Injektion in Nacken und Trapezius meine Muskulatur zu sehr schwächen – ich bin selbsständig und muss den ganzen Tag stehen. Soll ich das Intervall verlängern falls es mir wieder besser geht oder hilft Botox dieses Mal gar nicht. Ich bin verzweifelt.
    Vielen Dank im Voraus und für Ihre genommene Zeit
    Dani

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:29 Uhr

      Liebe Dani,

      bei der Behandlung der chronischen Migräne mit Botox sollte man möglichst nicht von kurzfristigen Entwicklungen auf den gesamten Therapieeffekt schließen. Letztlich kann nur der Migränekalender über mehrere Monate Auskunft geben, wie die Behandlung anspricht. Häufig zeigt sich diese erst nach einem halben Jahr zuverlässig. Wenn bei Ihnen die erste Behandlung im November durchgeführt worden ist, sind Sie jetzt wahrscheinlich schon aus dem therapeutischen Zeitfenster heraus, es tritt jetzt wieder der Spontanverlauf auf. Insofern würde dies eher für eine effektive Behandlung sprechen, da in den ersten 3 Monaten eine deutliche Besserung sich eingestellt hat. Die Wirksamkeit der zweiten Behandlung wird erst jetzt zu erwarten sein, da in der Regel nach der Injektion es 2-4 Wochen dauert, bis die Behandlung überhaupt anspricht. Aus diesem Grunde sollten Sie sich momentan nicht beunruhigen und den weiteren Effekt abwarten. Normalerweise schwächt die Behandlung mit Botox im Rahmen der Migränetherapie nicht die Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich. Unabhängig davon ist es möglich, dass diese Bereiche entweder nur in den oberen Schichten und nicht innerhalb des Muskels behandelt werden, zum anderen kann auch die Dosis angepasst werden. Es gibt also weiterhin verschiedenste Optionen, um die Behandlung zielführend zu gestalten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Martina 6. März 2017 um 13:08 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    im Headbook wird des öfteren erwähnt, dass die Wirkdauer der Triptane mit einer zusätzlichen Einnahme von z.B. Naproxen oder Arcoxia verlängert werden kann.
    Um Schmerzmedikamente optimal einzusetzen, würde ich nun gerne wissen, wie diese Aussage zu verstehen ist. Wird das Triptan durch die zusätzliche Einnahme von z.B. Naproxen langsamer vom Körper abgebaut , ev. seine Halbwertszeit dadurch verlängert? Oder ist es einfach so gemeint, dass Naproxen, Arcoxia u. ä. aufgrund iher längeren Wirksamkeit noch auf die Migräne wirken, wenn die Wirkdauer des Triptans schon beendet ist.

    Ich danke Ihnen sehr für die Beantwortung meiner Frage.
    Mit freundlichen Grüßen

    Martina

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:30 Uhr

      Liebe Martina,

      tatsächlich setzt man Medikamente wie Naproxen oder Arcoxia ein, um den Wiederkehrkopfschmerz möglichst zu vermeiden. Zu Beginn der Attacke wirken diese Medikamente nicht sehr effektiv, deshalb sollten sie auch nicht alleine zur Attackenkupierung eingesetzt werden. Hier macht quasi das Triptan die Arbeit am Anfang des Anfalls und stoppt den akuten Migräneanfall. Die Wirksamkeit der Triptane lässt jedoch im Laufe der nächsten 4-6 Stunden nach. Jetzt haben Naproxen oder auch Arcoxia seinen Wirkspiegel aufgebaut und können nun die Arbeit übernehmen und ein Wiederauftreten der Migräneattacke weniger wahrscheinlich machen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Chloe 6. März 2017 um 13:12 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich hatte mich schon einmal am 23.1. bezüglich meiner 1. Botoxinjektion an Sie gewandt, da ich zum einen nur 100 Einheiten bekam und wochenlang wahnsinnige Nackenschmerzen hatte. Was meine Ärztin noch nie zuvor gehört haben wollte und im Übrigen konnte ich auch keine Verbesserung der Migräne bemerken.
    Darauf hatten Sie mir auch ausführlich geantwortet – nochmals herzlichen Dank hierfür.
    Ihre Antwort habe ich bei meinem letzten Termin der Ärztin vorgelegt, aber sie wollte sich dazu nicht äußern.

    Durch Zufall hat mir nun eine Bekannte ihr aktuelles „Spritzschema“, welches Sie von Herrn Dr. Heinze (Schmerzklinik Kiel) zur Verfügung gestellt bekam, übermittelt.

    Hier stelle ich mit Erstaunen fest, dass ganz viele „Einspritzungen“ bei den Punkten Occipitalis und Zervikal paraspinal gesetzt werden. Hier bin ich 100% sicher, dass bei mir diese Punkte viel weniger gespritzt wurden, dafür wurde bei mir hauptsächlich der komplette Nacken auf beiden Seiten gespritzt. Der wiederum wird auf „diesen Plan“ von Dr. Heinze überhaupt nicht gespritzt.

    Nun stellt sich mir natürlich die Frage:
    Wird das „Spritzschema“ individuell angepasst oder wie kann es sein, dass bei mir viel in den Nacken gespritzt wurde bzw. ob falsche „Punkte“ gespritzt wurde und ich deshalb keine Verbesserung der Migräne bemerken konnte und zudem noch sehr lange diese schlimmen Nackenbeschwerden hatte? Leider ist, wie schon beschrieben, meine Ärztin in nicht sehr kommunikativ, deshalb wende ich mich noch einmal an Sie.
    Ich bedanke mich im Voraus recht herzlich für Ihre Antwort.

    Ich möchte auch nochmals betonen, dass ich Ihr Engagement und den tollen Service des Livechats sehr zu schätzen weiß. Vielen Dank auch hierfür!

    Viele Grüße
    Chloé

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:31 Uhr

      Liebe Chloe,

      die Behandlung der chronischen Migräne mit Botulinumtoxin erfolgt zulassungsgemäß nach einem bestimmten Schema, dem sogenannten PREEMPT-Schema. Folgt man diesem Schema, kann man die Behandlungsergebnisse in den klinischen wissenschaftlichen Studien reproduzieren. Nach diesem Schema wird das Medikament an bis zu 39 Stellen injiziert. Bei der entsprechenden Verteilung ist auch eine muskuläre Schwäche nicht zu erwarten, selbst mimische Veränderungen sind in der Regel dadurch kaum zu verursachen. Auch Schmerzen im Muskelbereich sind eine große Rarität, weil an den einzelnen Punkten eine entsprechende Dosiskonzentration nicht erfolgt. Eine individuelle Anpassung erfolgt nur in geringem Maße, der Arzt kann zusätzliche Punkte erforderlichenfalls noch extra behandeln und hier ist er in der Auswahl frei.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. MelS 6. März 2017 um 13:26 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    Ich habe einige Fragen zu chronischen Clusterkopfschmerzen. Nach einer Cortison Stoßtherapie wurde gleichzeitig das Verapamil retard Isoptin auf 720mg pro Tag hochdosiert, was zur Zeit zur völligen Attackenfreiheit führt. Am 15.03. soll das Ausschleichen beginnen. Wie soll ausgeschlichen werden? Was soll gemacht werden, wenn die Attacken wieder anfangen? Soll dann wieder hochdosiert werden? Wie lange kann so eine hohe Dosis an Verapamil eingenommen werden? Vielen Dank im Voraus für Ihre Zeit.

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:32 Uhr

      Liebe Mels,

      Verapamil kann in der Regel zeitlich unbefristet eingesetzt werden. Wenn die Attacken komplett sistieren kann z. B. nach 6-8 Wochen erwogen werden, Verapamil abzudosieren um zu prüfen, ob überhaupt noch eine weitere Behandlung notwendig ist. Die Geschwindigkeit der Abdosierung wird an den jeweiligen Behandlungsfall angepasst. Hier spielt es auch eine Rolle, ob ein primär episodischer oder ein chronischer Clusterkopfschmerz bestand. Ein Standardschema wäre z. B. eine Abdosierung um jeweils 120 mg pro Woche. Spürt der Patient, dass die Clusterattacken wieder anziehen, bleibt die Dosis aufrecht oder wird sogar wieder erhöht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Annette 6. März 2017 um 14:06 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich bin 45 Jahre alt und leide seit Sept. 2015 unter chronischem Clusterkopfschmerz und chron. paroxsymaler Hemikranie. Meine aktuelle Prophylaxe ist: 2×360 mg Verapamil, 3×25-50mg Indomethacin, 10 mg Melatonin, 2xtgl Gammacorestimulation, Attackenkuppierung mit Sauerstoff und Ascotop, zusätzliche Gammacorestimulationen. So konnte ich eine Reduzierung der Attacken von max. 8 auf 2-3 in 24 Stunden reduzieren, die Intensität von 9-10 auf 5-6.
    Weitere medikamentöse Prophylaxe musste ich entweder wg. Unverträglichkeit oder Wirkungslosigkeit absetzen (Lithium, Lyrica, Topiramat, Ergotamin i.v. und oral, Ketamin i.v.)
    Kurzzeitige Hilfe verschaffte mir mit nachlassender Wirkung die Cortisonstosstherapie , ein GON-Block hält ca. 7-10 Tage (wobei sich die Attacken nur abschwächen und zu kalten Attacken werden; mein Schmerztherapeut möchte sie nicht allzuoft wiederholen.
    Mein Schmerztherapeut riet mir nun nach einer Radiofrequenztherapie (keine Verbesserung, keine Verschlechterung) zu einer ONS ( 1 Woche Testsimulation und ggf. danach Implantation)
    Kann ich von einer ONS eine weitere Reduzierung oder Abschwächung der Attacken erwarten oder ist mit meiner Prophylaxe schon das meiste herausgeholt?
    Hat die ONS Einfluß auf meine Hemikranie?
    Ist die ONS eine reelle Therapieoption für mich, auf die Gefahr hin, dass sie wirkungslos ist ?

    Im Voraus vielen Dank für Ihre Mühe und Ihren EInsatz
    und mit herzlichen Grüßen
    Annette

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:32 Uhr

      Liebe Annette,

      bei schweren therapierefraktären Verläufen eines chronischen Clusterkopfschmerzes kann die occipitale Nervenstimulation (ONS) sehr wirksam sein. Eine Zulassung für diese Indikation ist zurzeit in Arbeit. In den unterschiedlichen Zentren werden jedoch ganz unterschiedliche Vorgehensweisen durchgeführt. Eine offene Teststimulation ist nach unserer Erfahrung nicht erforderlich und auch nicht sinnvoll. Sie führt zu einem höheren Risiko einer Infektion. Eine Aussagefähigkeit für die Wirksamkeit auf die mittelfristige und langfristige Dauer kann dadurch nicht abgeleitet werden. Leider besteht bei dieser Situation immer die Möglichkeit, dass keine Effektivität resultiert. Umso wichtiger ist es, dass solche Methoden in hochspezialisierten Zentren durchgeführt werden und dass diese Behandlung in ein Gesamtkonzept integriert wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. MelS 6. März 2017 um 14:42 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich hätte noch eine Frage bzgl. chronischen Clusterkopfschmerzen und Ernährungsumstellung. Ist es sinnvoll eine Histaminarme und vlt auch eine Purinarme Ernährung anzustreben?

    Vielen Dank im Voraus.

    Herzliche Grüße
    Melanie

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:33 Uhr

      Liebe Melanie,

      der Effekt einer Ernährungsumstellung auf chronischen Clusterkopfschmerz ist nicht belegt. Grundsätzlich sollte eine ausgeglichene Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung erfolgen. Eine spezielle Diät gegen Clusterkopfschmerzen gibt es nicht. Allgemein ist jedoch zu empfehlen, dass Nitrate (oft in gepökelten Speisen enthalten) vermieden werden. Nitrate führen zu einer Gefäßerweiterung und können Clusterattacken auslösen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Frank 6. März 2017 um 14:43 Uhr

    Guten Tag Prof. Göbel,

    ich war auch bereits 2 maliger Gast bei ihnen in Kiel. Jetzt habe ich das erste mal ambulant eine 2 wöchige Medikamentenpause durchgeführt. Einzige Medikation war Dexamethason, von 12mg abdosiert. In den 14 Tagen konnte ich kaum schlafen. Nach der Abdosierung ging es einige Tage schlecht und am Wochenende war ich total erschöpft, so daß ich fast nur noch liegen konnte. Auch jetzt nach einer Woche bin ich schwach, habe Kreislaufprobleme und starkes Schwitzen. Können das noch die Nachwirkungen vom Cortison sein, da der Körper die Eigenproduktion vorerst eingestellt hat? Besten Dank und Gruß

    Frank

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:34 Uhr

      Lieber Frank,

      Dexamethason ist ein Stresshormon. Bei längerfristiger Gabe kann es zu ausgeprägten Schlafstörungen führen. Im Einzelfall kann auch eine muskuläre Schwäche mit Erschöpfung auftreten. Auch starkes Schwitzen kann damit im Zusammenhang gesehen werden. Wir verwenden daher Dexamethason im Rahmen der Medikamentenpause nicht systematisch, sondern bevorzugen das natürlichere Prednisolon. Die Symptome sollten jedoch in den nächsten Tagen abklingen, ansonsten lassen Sie sich von einem Internisten untersuchen und klären, ob die körpereigene Produktion von Cortisol intakt ist.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Centaura 6. März 2017 um 15:18 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    seit 2,5 Jahren bekomme ich Botox gegen chronische Migräne gespritzt. Am Anfang hatte ich 14 schmerzfreie Tage am Stück, jetzt sind es gerade mal ca. 5 – 6 Tage schmerzfreie Tage am Stück. Insgesamt komme ich immer noch auf 13 – 15 Migränetage im Monat. Sämtliche empfohlene Prophylaxen haben nichts gebracht. Welche Medikamentprophylaxe im „Off-Label-Use“ (ohne Gewichtszunahme) kämen noch in Frage?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.
    MfG
    Renate

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:36 Uhr

      Liebe Renate,

      bei der chronischen Migräne ist lediglich Botox die einzige zugelassene Option zur Vorbeugung. Sämtliche anderen Prophylaktika wurden entweder bei der chronischen Migräne nicht geprüft oder haben keine Wirkung erzielt. Im Mittel kann durch Botox eine Reduktion der Migränetage pro Monat um ca. 8-9 Tage erwartet werden. Schmerzfreiheit über 14 Tage ist grundsätzlich ein sehr gutes Ergebnis. Individuell kann diese Effektivität jedoch schwanken. Wichtig ist, dass man sich nicht nur auf die Effektivität des Wirkstoffes verlässt, sondern alle Regeln durchführt, die zur Vorbeugung der Migräne wichtig sind. Dazu zählen insbesondere nichtmedikamentöse Behandlungsverfahren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Lars 6. März 2017 um 15:31 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    vielen Dank für diese Möglichkeit der Beratung.
    ich bin 34 Jahre und leide seit ca. 10 Jahren an periodischen Clusterkopfschmerz. Alle 2 bis 3 Jahre kommen die Attacken. Seit ca. 4 Monaten habe ich eine anhaltende Periode. Anfänglich mit Cortison behandelt und sofort mit Verapamil begonnen auf nunmehr 360 mg. Bei Attacken sofort Sauerstoff und nur selten Sumatriptan. Die Intensität der Schmerzen ist zurück gegangen, leider ist die Häufigkeit konstant. Allerdings muss ich sagen, dass ich Verapamil nicht gut vertrage – habe starke Nebenwirkungen wie Nervösität, Müdigkeit, Schwindel,Blutdruckabfälle, Verstopfungen usw.. Darüberhinaus habe ich Mirtazapin zur Nacht und Escitralopram am Tag verschrieben bekommen. Mirtazapin setze ich grade wieder ab, da ich das Gefühl habe das es einen negativen Einfluss auf die Clusterkopfschmerzen hat. Wie sehen Sie das mit den AD? Cluster soll ja irgendwas mit dem Serotonin zu tun haben.
    Zudem habe ich immer wieder Bluthochdruckspitzen von 190/ 90 zu tun (aber im Durschnitt bin ich normal). Könnte dies Auswirkungen auf Cluster haben?
    Welche Alternative bietet sich zum Verapamil und wäre eine Umstellung jetzt sinnvoll? Lithium und Topiramat u.ä wurden noch nicht ausprobiert.
    Wäre eine Aufnahme ich einer Schmerzklinik für mich sinnvoll? Welche Möglichkeiten würden sich noch bieten?

    Vielen Dank und freundliche Grüße

    Lars

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:38 Uhr

      Lieber Lars,

      Verapamil führt üblicherweise nicht zu den von Ihnen geschilderten Nebenwirkungen wie Nervosität und Müdigkeit. Möglicherweise hängt diese Situation mit den von Ihnen beschriebenen Antidepressiva zusammen oder ist Folge der Grunderkrankungen. Antidepressiva führen jedoch nach aller Erfahrung nicht zu einer Verschlechterung der Clusterkopfschmerzen. Wenn bei Ihnen die Attackenfrequenz weiter hoch ist, muss geprüft werden, inwieweit Verapamil in retardierter Darreichungsform gesteigert werden kann und wie gut die Verträglichkeit ist. Erfolgt die Hochdosierung langsam in kleinen Schritten, wird oft eine sehr gute Verträglichkeit auch bei höheren Dosierungen erreicht. Schließlich kann erwogen werden, ob auch ein Medikament wie z. B. Lithium zusätzlich verabreicht werden kann, damit eine weitere Effektivitätssteigerung erreicht wird. Die von Ihnen geschilderten Blutdruckspitzen können ebenfalls sinnvoll mit einer Dosiserhöhung von Verapamil behandelt werden. So können zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Bei den von Ihnen geschilderten komplexen Rahmenbedingungen und der mangelnden Ansprechbarkeit auf die Therapie wäre auch eine stationäre Behandlung zu erwägen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Nicole 6. März 2017 um 15:34 Uhr

    Sehr geehrter Herr. Prof. Göbel,
    Ich nehme seit mehreren Jahren Topiramat zur Migräne Prophylaxe, 100 mg Abends.
    Müsste das mal umgestellt werden? wenn ja welches Medikament würden sie vorschlagen.

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:40 Uhr

      Liebe Nicole,

      die Umstellung Ihrer Prophylaxe hängt vom Verlauf ab. Wenn die Migräne sich darunter sehr gut stabilisiert hat ist auch zu erwägen, die Prophylaxe auszuschleichen um zu prüfen, ob sie überhaupt noch notwendig ist. Können Sie jedoch mit der jetzigen Vorbeugung keine gute Effektivität erzielen, sollte eine Umstellung erwogen werden. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die vom individuellen Verlauf abhängen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Melli 6. März 2017 um 16:17 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof, Göbel,

    ich leider unter chronischer Migräne (10-12 Migränetage). Betablocker, Amitriptilin, Botox etc. ohne Wirkung. Mitte letzten Jahres habe ich eine Prophylaxe mit Mirtazapim gestartet. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass es mir damit besser geht (ca. 8-10 Schmerztage). Hochdosiert habe ich es bis 30mg. Gegen Ende letzten Jahres war ich aber wieder bei 12 Schmerztagen im Monat und hatte auch das Gefühl, dass es keine Wirkung mehr zeigt. Anfang Januar habe ich es dann über 4 Wochen langsam abgesetzt. Im Januar als auch im Februar hatte ich 15 Schmerztage mit Einnahme von Maxalt in Kombi mit Ibuprofen. Außerdem hatte ich sehr starke Schulter-/Nackenschmerzen. Ich habe meinem Schmerztherapeuten vorgeschlagen, mir Duloxetin zu verordnen. Davon hat er aber nichts gehalten, er meinte damit gäbe es zu viele Nebenwirkungen und außerdem bräuchte ich eher was zur ,,Dämpfung“. Er hat mir dann Escitalopram verordnet. Dieses nehme ich jetzt seit 3 Wochen zur Zeit noch mit 5mg morgens. Außer Müdigkeit verspüre ich noch keine Besserung. Migräne habe ich in den letzten 3 Wochen täglich und muss diese auch behandeln. Wenn ich Maxalt nehme, bin ich anschl., für ca. 10 Stunden schmerzfrei, dann geht es wieder los und ich muss etwas einnehmen. 2x habe ich schon eine Medikamentenpause mit absteigendem Cortisonschema gemacht. Danach war ich aber sehr schnell wieder bei 12 Schmerztagen. Bin ich wieder im MÜK? Macht es Sinn evtl. nur 1x Prednisolon 100mg zu nehmen um den Kreislauf zu unterbrechen oder muss es direkt wieder eine Medikamentenpause sein? Haben Sie gute Erfahrungen mit Escitalopram oder würde Sie ein anderes Mittel zur Prophylaxe empfehlen? Vielen Dank für Ihre Hilfe!!

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:43 Uhr

      Liebe Melli,

      aufgrund Ihrer Schilderung scheint es wahrscheinlich, dass bei Ihnen wieder ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entstanden ist, Sie nehmen an über 10 Tagen aufgrund Ihrer Schilderung Akutmedikamente ein. Eine langfristig zielführende Behandlung kann nur erfolgen, wenn eine systematische Medikamentenpause durchgeführt wird und danach die Akutmedikation möglichst unter 10 Tage im Monat verabreicht wird. Vorbeugende Medikamente haben in der Regel keine Wirkung, wenn ein Medikamentenübergebrauch besteht. Daher ist es zielführend, wenn man möglichst konsequent eine Medikamentenpause einleitet. Erst dann können Prophylaktika wieder wirksam sein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Dorothea 6. März 2017 um 17:16 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich leide seit ca. 20 Jahren an Migräne. In den Anfängen (mit 30) waren es ca. 1-2 Attacken im Jahr, und seit ca. 5 Jahren (ab 40) wurden es immer mehr. Zur Zeit sind es 3-4 Attacken im Monat, meist am Wochenende. Die Migräne ist mit Aura und dauert 8-12 h mit häufigem Erbrechen.
    Seit fast 2 Monaten benutze ich täglich das Cefaly-Gerät im Prophylaxe-Modus. Seitdem bin ich fast frei von Migräne-Attacken, ich hatte nur eine einzige.

    Triptane (bisher: Naratriptan 2,5 mg und Rizatriptan 10 mg) soll ich wegen Morbus Raynaud nicht nehmen (das wurde auch deutlich schlimmer, jetzt habe ich auch Probleme mit allen Fingern bei normalen Temperaturen und zusätzlich mit meinen Zehen), bisher hatte ich sie allerdings trotzdem benutzt (es war weder mir noch meinem Arzt bewusst, wie stark es sich auswirkt).
    ASS und Ibuprofen vertrage ich nicht (Magenprobleme). Naproxen vertrage ich sehr gut (Rückenprobleme), allerdings habe ich bei einem Anfall einen sehr starken und mehrmaligen Brechreiz. Darf ich die Naproxen 500 mg dann mir Vomex zusammen benutzen?
    Ich hoffe weiter auf die Verbesserung durch Entspannungstechniken, Ausdauersport und Cefaly. Mit der Medikation für den Fall einer Attacke bin ich jetzt aber unsicher.

    Und ich habe eine Frage zum Verhalten nach einer Attacke:
    Falls ich sie durch Cefaly abwenden kann (das konnte ich bereits einmal mit der Akutstufe): Wie soll ich dann den weiteren Tag verbringen? Darf ich dann weiterarbeiten, oder soll ich doch lieber den Körper zur Ruhe kommen lassen? Ich hatte bei Medikamenten (Naratriptan 2,5 mg und Rizatriptan 10 mg) das Problem, dass die Anfälle bei nicht ausreichendem Rückzug (nämlich nur Naratriptan 2,5 mg und Schlafen bis zum nächsten Tag) dann gleich am nächsten und eventuell auch am übernächsten Tag erneut auftraten.
    Ich habe mich auch noch nie wegen der Migräne krankschreiben lassen (müssen), da sie im Lauf des Tages kommt und ich dann Überstunden wegnehme. Soll ich einen weiteren Ruhetag einplanen (also zum Arzt gehen sobald ich verkehrsfähig bin)?

    Herzlichen Dank für Ihre tolle Arbeit und die Chat-Möglichkeit!
    Freundliche Grüße von
    Doro

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:43 Uhr

      Liebe Dorothea,

      es ist schön, dass Sie durch systematische Strategien einen wirksamen Weg zur Vorbeugung und Behandlung Ihrer Migräne gefunden haben. Wenn Sie durch Cefaly eine Attacke abwenden können, wäre es zusätzlich zielführend, wenn Sie Ruhe und Entspannung einleiten. Sie können damit verhindern, dass Wiederkehrkopfschmerzen auftreten und eine weitere Stabilisierung erreicht wird. Zumindest sollte dies für die nächsten Stunden nach Anfallsbeginn durchgehalten werden. Wenn Sie sich dann gut fühlen, müssen Sie nach meinem Verständnis für den Folgetag Ihre Aktivität nicht anpassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Margit 6. März 2017 um 17:22 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.Göbel,
    ich leide seit ca. 1Jahr unter fast täglichen,einseitigen Kopfschmerzen rechts.Die Schmerzen sind stechend bis ziehend.Ich habe keine Begleitsymptome,wie Übelkeit usw.Die Schmerzen erstrecken sich vom Oberhaupt bis zur Augenbrauengegend ,manchmal bis zu den Augen (hinter den Augen).Lesen,schreiben und arbeiten am Computer verstärken die Symptome.
    Am Abend wenn ich auf Stuhl oder Couch sitze und plötzlich aufstehen muss, bekomme ich einen einschiessenden sehr starken Schmerz re.für etwa 2-3min.Kurioser Weise geschied das nur abends (täglich).Die selben einschiessenden Schmerzen bekomme ich auch beim husten, bücken und pressen .MRT war unauffällig. Ich weiß mir keinen Rat mehr .Wollte Sie um Ihre Meinung bitten.
    Vielen Dank Margit L.

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:44 Uhr

      Liebe Margit,

      einseitige Kopfschmerzen, die permanent vorhanden sind, können verschiedenste Ursachen haben. Hier ist eine spezifische diagnostische Klärung erforderlich. Es kommen zahlreiche Optionen in Frage, z. B. die Hemicrania continua, ein Kopfschmerz vom Spannungstyp, aber auch sekundäre Kopfschmerzen können dafür verantwortlich sein. Die abendlichen einschießenden, plötzlichen Kopfschmerzen können ebenfalls verschiedene Ursachen haben. Es kann sich um einen sogenannten gutartigen Anstrengungskopfschmerz handeln, der typischerweise beim Husten, Bücken und Pressen auftritt. Aber auch mehrere andere Formen kommen in Frage. Die Ursache und die genaue Klassifikation kann nur durch spezielle Untersuchung geklärt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Petra 77 6. März 2017 um 17:59 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    im Dezember 2016 war ich zwei Wochen in Ihrer Klinik. Seit dem 20.12. nehme ich täglich 10 mg Doxepin. Die Migräneattacken haben sich reduziert. Ich möchte nun das Doxepin nach drei Monaten absetzen, da ich seit der Einnahme gedämpft bin, mich schlechter konzentrieren kann, depressive Stimmungen habe und nicht mehr die Alte bin, so sagen Freunde es mir…
    Ich habe am letzten Freitag angefangen, Doxepin von 10 mg auf 5 mg zu reduzieren. Ich wollte eine Woche später um weitere 2,5 mg reduzieren. Mein Körper hat nach der ersten Reduktion, also nach 3 Tagen, mit Schlafstörungen, Heulattacken und Albträumen reagiert. Ist die Reduktion zu schnell oder wie muss ich Doxepin nach drei Monaten genau absetzen, um möglichst wenige Nebenwirkungen zu haben?

    Schon jetzt herzlichen Dank für eine Antwort.

    Herzliche Grüße nach Kiel
    Petra

    • Hartmut Göbel 6. März 2017 um 20:44 Uhr

      Liebe Petra,

      10 mg Doxepin ist eine außerordentlich niedrige Dosis. Üblicherweise kann man sie direkt absetzen. Aufgrund Ihrer Schilderung muss man sich auch mit der Frage beschäftigen, ob die Dosis nicht zu niedrig für Ihre Situation ist und im Gegenteil eine Erhöhung erforderlich wäre. Die jetzige Abdosierung könnte auch dafür sprechen, mit Ausschleichen des Wirkstoffes verspüren Sie eine Verschlechterung. Erörtern Sie daher mit Ihrem behandelnden Arzt, ob eine Dosisanpassung und ggf. Weiterführung der Behandlung erfolgen soll.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Zur Werkzeugleiste springen