Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 24.04.2017

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By | 2017-04-24T19:47:22+00:00 März 7th, 2017|Livechat|34 Comments

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Profilbild von Bettina Frank - Moderatorin

34 Kommentare

  1. Profilbild von Christian
    Christian 24. April 2017 um 12:02 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    vielen Dank dass Sie sich die Zeit nehmen. Seit meinem 14. Lebensjahr leide ich an Kopfschmerzen, das sind jetzt schon 33 Jahre. Im laufe der Jahre wurde es immer schlimmer bis unerträglich. Hauptsächlich Migräne mit Spannungskopfschmerz und vor einigen Jahren kam noch Trigeminusneuropathie unklarer Ätiologie dazu (HNO und Zahnarzt alles abgeklärt, da ist nichts). Was ich so an Medis aufgeschrieben habe kamen zum Einsatz: Valproinsäure, Amitriptilyn, Metoprolol, Verapamil, Nortriptylin, Gabapentin, Flunarizin, alles bis zur Höchstdosis und über lange Zeit. Half alles null, zur Zeit nehme ich 2 x 100 mg Topiramat, 100 mg Doxepin, 100 mg Pregabalin, nützt aber auch nichts. Bekam Botox, brachte auch nichts, auch habe ich schon div. Elektrogeräte auspobiert, ohne jeglichen Erfolg. Bekomme jetzt 3 x 8 mg Dronabinol, bringt auch nicht viel, wahrscheinlich ist die Dosis viel zu nieder, aber das ist nicht bezahlbar, der Antrag für Erstattung bei der Kasse läuft. Evtl. versuchen wir es jetzt mal mit Sativex das wäre billiger und es wäre noch CBD mit dabei. Aber allmählich bekomme ich schreckliche Angst, da ich jeden Tag unerträgliche Kopfschmerzen habe, dass mir nichts mehr hilft. Ich nehme dann wieder 6-8 Tage Triptane + Novalgin, dann wieder 5 Tage 8 mg Dexamethason um wieder so halbwegs aus dem Mük zu kommen. Um jetzt die Zeit etwas zu überbrücken zu können bis die Kasse antwortet, startete der Neurologe jetzt einen Versuch mit 3 Tage Azithromycin 500 mg und dann alle 3 Tage 250 mg, die ersten Tage waren gut, dann wurde es wieder immer schlechter. Ich klammere mich noch an jeden Strohhalm den ich noch irgendwo finden kann, vielleicht haben Sie noch eine Idee, das ist keine Lebensqualität mehr. Das Problem ist auch, dass ich inzwischen eine Niereninsuffiezenz habe, deshalb wäre das Dronabinol das beste.
    Recht herzlichen Dank für Ihre Zeit!
    Christian

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 18:56 Uhr

      Lieber Christian,

      das Hauptproblem bei Ihrer Schilderung scheint mir, dass keine spezifische Diagnose besteht. Eine Trigeminusneuropathie unklarer Ätiologie ist definitionsgemäß nicht einzuordnen. Wenn eine Schädigung postuliert wird, muss diese auch auf eine Ursache bezogen werden können. Dronabinol ist bei der von Ihnen geschilderten Situation eine rein experimentelle Therapie. Es wirkt vielleicht gegen Übelkeit, gegen die Dauerschmerzen ist aufgrund der bisherigen Erfahrungen kaum ein Effekt zu erwarten. Erster Schritt sollte sein,gesicherte Diagnosen zu bekommen. Ich kann aus den wenigen Angaben dies bisher noch nicht ableiten. Überlegen Sie, ob Sie zu einem spezialisierten Kopfschmerzzentrum überwiesen werden können, bevor alle möglichen Verfahren nur experimentell ausprobiert werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Profilbild von Lora
    Lora 24. April 2017 um 12:06 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich habe seit 2 Jahren eine Chronische Migräne, Dystimie, Somatisierungsstörung und Chronische Somatoforme Schmerzstörung.

    Meine Medikation zurzeit: Venlafaxin 300 mg und Botox alle 3 Monate. Auch Verhaltenstherapie mache ich.

    Ich hatte 1 Jahr lang Topiramat 100 mg genommen , den ich vor kurzem langsam absetzen musste wegen rezidivierenden Depressionen mit sehr starken Erschöpfungszuständen.

    Seit Ende Dezember 2016 habe ich ein großes Problem mit dem Atemnot. Ich habe keine kurze Attacken, sondern Dauerzustände von einigen Stunden bis mehreren Tagen.

    Ich habe zuerst leichte Aura, dann eine leichte Migräne mit starkem Druck im Kopf beginnend im Nacken (die Druckstellen wechseln sich oft) und starkem Druck in der Brustmitte mit dem Atemnot. Das kann bis zu 3 Tagen dauern und quält mich sehr.

    Könnte das mit der Migräne zusammenhängen? Wenn ja, was könnte dagegen helfen? Gibt es da evtl. irgendwelche Akutmittel oder Prophylaxe?

    Entspannug, Atemübungen, etc. helfen mir bei der Atemnot leider nicht. Während der starken Migräne habe ich keine Atemnot. Es gibt auch einige wenige beschwerdefreie Tage dazwischen.

    Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe!!
    Lora

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 18:57 Uhr

      Liebe Lora,

      die von Ihnen beschriebene Atemnot lässt sich nicht direkt in Zusammenhang mit der Migräne bringen. Lassen Sie sich von einem Lungenfacharzt untersuchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Profilbild von Julia
    Julia 24. April 2017 um 12:07 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich war vor kurzem bei Ihnen in der Schmerzklinik Kiel wegen Migräne begleitet von Nackenverspannungen. Da wurde mir 100mg Opipramol mit 2mg Tizanidin verschrieben. Als ich wieder zuhause war, wollte mein Neurologe mir die Medikamente nicht verschreiben. Es gäbe zu starke Wechselwirkung und wäre „off-label“ bei beiden Medikamenten und auch mit meinen Triptanen.
    Ich bin verwirrt. Kann ich die Medikamente trotzdem bedenkenlos nehmen?

    Ich bin sonst austherapiert, da ich viele Prophylaxen schon ausprobiert habe.

    Mit freundlichen Grüßen
    Julia

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 18:58 Uhr

      Liebe Julia,

      die von Ihnen genannten Medikamente sind bei komplexen Schmerzerkrankungen indiziert und auch leitliniengerecht. Off lable meint, dass eine spezielle Zulassung für ein bestimmtes Anwendungsgebiet nicht vorliegt. Dies ist jedoch bei den von Ihnen genannten Medikamenten nicht der Fall.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Profilbild von Ratzfatz
    Ratzfatz 24. April 2017 um 12:12 Uhr

    Guten Tag Herr Prof. Göbel,
    ich leide seit ca. 20 Jahren an chronischer Migräne und chronischen Spannungskopfschmerzen. Seit etwa 2 Jahren habe ich keinen schmerzfreien Tag. Im Dezember 2016 war ich in Kiel in der Schmerzklinik. Ich möchte Sie nun wegen einer
    Kortison-Therapie fragen, ob ich am 1. Tag 100 mg, am 2. und 3. Tag ausschleichen soll oder 3 Tage lang 100 mg und die Einnahme dann einfach beenden soll.
    Die zweite Frage betrifft das Cefaly-Gerät. Es kommt aus finanziellen Gründen für mich nicht in Frage. Um meine tägliche Migräne und Kopfschmerzen zu lindern, möchte ich keine Methoden auslassen; hätte ein einfaches TENS-Gerät nicht einen vergleichbaren therapeutischen Nutzen?

    Vielen Dank für Ihre Mühe!

    Mit freundlichen Grüßen aus Niederbayern
    Barbara

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 18:58 Uhr

      Liebe Barbara,

      bei einem Status migraenosus kann man im Notfall eine kurze Behandlung mit Kortison erwägen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Klingt die Migräneattacke nach dem dritten Tag nicht ab, kann man z. B. 100 mg Prednisolon einsetzen. Eine Wiederholung am zweiten und dritten Tag ist möglich. Danach kann man diese Behandlung einfach beenden, ein Ausschleichen ist nicht erforderlich. TENS-Geräte werden schon seit vielen Jahrzehnten bei chronischen Schmerzen eingesetzt. Der Vorteil des Cefaly-Gerätes ist, dass es bequem im Stirnbereich verwendet werden kann. Bei entsprechenden Einstellmöglichkeiten können Sie ähnliche Reizmuster auch mit anderen Geräten erzeugen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Profilbild von Toni
    Toni 24. April 2017 um 12:23 Uhr

    Sehr geehrtert Proffessor Göbel, meine Tochter leidet seit ihrem 4. Lebensjahr am Migräne .
    Manchmal fällt diese schwerer aus manchmal nicht.
    In regelmäßigen Abständen ca alle 4-6 Monate dauern die Anfälle länger als 10 Tage und wir sind mindestens einmal täglich auf Schmerzmittel angewiesen.
    Oft muss sie sich auch übergeben und ist sehr schwach.
    Ich mach mir Sorgen wegen der vielen Schmerzmittel.
    Sie bekommt 200 mg Ibuprofen oder 500 mg Paracetamol.
    Bei Übelkeit Vomex.
    Meist treten die Kopfschmerzen Nachts in den frühen Morgenstunden auf.
    Antonia schläft sehr tief und fest.
    Meine Frage ist wie komme ich jetzt von dieser Phase wieder weg?
    Sie hat seit dem 12.04 . täglich mindestens eine Attacke.
    Die Migräne Anfälle treten oft auch in den Ferien auf wenn Antonia zur Ruhe kommt.
    Wir waren auch schon in der Kopfschmerzambulanz in Jena und in Datteln ..Doch leider konnte uns von dort nicht geholfen werden .
    Eine weitere Frage ist, darf Antonia schon Imigran Nasenspray bekommen?
    Sie ist 10 Jahre und wiegt 36Kg.
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:00 Uhr

      Liebe Toni,

      eine Migräneattacke, die über drei Tage anhält, wird als Status migraenosus bezeichnet. Die Wiederholung der Einnahme von Schmerzmitteln ist hier keine sachgerechte Strategie. Bei Ibuprofen und Paracetamol muss man zudem davon ausgehen, dass die Wirkung nur ca. 3-4 Stunden anhält. Wenn die Attacken länger als 3 Tage anhalten, müssen sowohl vorbeugende Behandlungsverfahren als auch Ersatzmedikamente gefunden werden. Eine individuelle Einstellung kann jedoch nur durch genaue Kenntnis der Hintergründe und des Ablaufes erfolgen. Für die Anwendung von Imigran Nasenspray ist Ihre Tochter noch zu jung. Auch diese Option würde sich bei Attacken, die über drei Tage anhalten nicht zielführend erweisen, auch hier muss der Schwerpunkt auf vorbeugende Maßnahmen gelegt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Profilbild von Antje
    Antje 24. April 2017 um 12:25 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    seit drei Jahren leide ich an einer chronischen Migräne mit Aura + HWS Syndrom.
    Diverse Behandlungsversuche seitens meines Neurologen sind fehlgeschlagen und meine Migräne sei *therapieresistent*.
    MRT, CT waren unauffällig. Medikamentös wurden versucht : Saroten, Propanolol, Flunarizin, Topiramat, Valproinsäure, Triptane, Ibu 800,..

    Mein Hauptproblem ist, dass ich fast ununterbrochen nur die Aura habe, die meinen Alltag immens einschränkt. Meine Aura äussert sich mit ständigem Schwindel, einem Gefühl von Unterzuckerung, Paresen, Seh- / Hörstörungen, Wahrnehmungsstörungen des eigenen Körpers und meiner Umwelt bis hin zum umkippen.
    Die Schmerzattacken puffere ich derzeit mit ASS 500mg ab und nehme zusätzlich hochdosiertes Magnesium.

    Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, die Aura abzuschwächen bzw. diesen Kreislauf zu durchbrechen? Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihre Antwort im Voraus.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:01 Uhr

      Liebe Antje,

      ein sogenannter persistierender Aurastatus ist in sehr seltenen Fällen möglich. Ob eine solche Situation bei Ihnen gegeben ist, kann aufgrund der Angaben nicht sicher gesagt werden. Aufgrund Ihrer Symptomatik ist eine sehr eingehende spezifische Diagnostik notwendig, um nicht andere Ursachen für die von Ihnen beschriebenen Störungen zu übersehen. Sollten Sie an mehr als 10 Tagen Akutschmerzmittel einnehmen, ist auch eine Überlagerung mit einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz denkbar.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Profilbild von Eleni
    Eleni 24. April 2017 um 12:34 Uhr

    Guten Tag Prof. Göbel,

    seit knapp 2 Jahren leide ich an chronischer Migräne, eigentlich habe ich jeden Tag mehr oder weniger Schmerzen. Ich nehme durchschnittlich an 7 Tagen Schmerzmittel. Betablocker, Valproinsäure und Botox haben bisher nicht geholfen. Seit Ende Februar nehme ich Topiramat (seit 3 Wochen 100 mg), kurzzeitig auf 150 mg, vertrug es leider nicht, deshalb wieder auf 100 mg. Seit sich meine Migräne verschlechtert hat, leide ich auch an einem Hitzegefühl am Kopf. Ich bekomme einen „heissen Kopf“ ohne das er rot wird, nur kühlen hilft, ab besten Eis. Meistens vor der Kopfschmerzphase, während ein schlimmen Migräne habe ich nie ein Hitzegefühl. Dies habe ich leider jeden Tag, belastet mich auch sehr. Meine Frage: Gibt es ein Medikament oder etwas was man dagegen tun könnte? Meine letzte Frage: wie lange soll ich das Topiramat noch nehmen? Bis jetzt merke ich noch keine Verbesserung:

    Vielen Dank im voraus!

    Mit freundlichen Grüßen aus Augsburg

    Eleni

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:19 Uhr

      Liebe Eleni,

      die von Ihnen beschriebene Medikation hat bisher den Verlauf nicht verbessern können. Auch nach Einnahme von Topiramat über jetzt 2 Monate ist keine Besserung zu erreichen gewesen, wie Sie schreiben. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die weitere Einnahme zu einer deutlichen Reduktion der häufigen Kopfschmerzen führen wird. Eine Standardempfehlung für Ihre Situation gibt es leider nicht. Es sollte individuelle Therapieeinstellung im Rahmen einer stationären Behandlung erwogen werden. Diese muss sich auf verschiedene Therapieoptionen im medikamentösen, psychologischen und physiotherapeutischen Bereich beziehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Profilbild von Uschi-Julchen
    Uschi-Julchen 24. April 2017 um 12:49 Uhr

    Guten Tag Herr Professor Göbel !

    Ich (45 Jahre) habe seit fast 20 Jahren immer wiederkehrende, starke Kopfschmerzen. Zu Beginn wurde mir erklärt, dass käme vom Herumtragen des Kleinkinder. Das wuchs heran, wurde nicht mehr getragen. Die Schmerzen blieben. Bei meinem wiederholten Versuchen, Hilfe zu erhalten, hörte ich des öfteren, bei Frauen sei das halt so… Dann hieß es mal Ernährung umstellen, Bewegung, evtl Allergien feststellen…

    Knick-Senk-Spreizfüsse bekamen Einlagen, die Augen neue Brillengläser… Ich den Rat Paracetamol einzunehmen oder eines der anderen, frei verkäuflichen Präparate auszuprobieren.

    Da ich grundsätzlich lieber so wenig Medikamente wie möglich einnehme, habe ich das auch dabei versucht und lieber ausreichend getrunken, mich bewegt und bei Schmerzen mal mit Kühl- und mal mit Wärmepack behelfen. Doch irgendwann half nur Ibuprofen und ins dunkle Zimmer legen.

    Ein neuer Gynäkologe erhörte dann meine Schilderungen und dass ich mit 4-6 Tagen pro Monat nicht einsatzfähig bin.

    Ich bekam Gynokadin-Gel verordnet. An manchen Tagen hilft mir das auch ganz gut. Aber nachdem ich vor 2 Jahren einen Autounfall hatte, bei dem mir an einem Stoppschild einer hinten rein fuhr, haben die Genick- und Kopfschmerzen stark zugenommen. Auch Kiefer und Ohr der rechten Seite sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch habe ich seitdem Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren. Schwindel, der mich lange nach dem Unfall quälte, ist weg. Nicht aber die vermehrten Kopfschmerzen.

    Neben Physio seit 2 Jahren gehe ich zum Rehaschwimmen und bekomme Sumatriptan-Tabletten. Aber manchmal bin ich unsicher, welche Art von Schmerz da auf mich zurollt und nehme nicht sofort eine Sumatriptan-Tablette.

    Die Schmerz Häufigkeit und die Stärke haben zugenommen anstatt mal besser zu werden.

    In einer letzten Migräne-Schmerzattacke, bei der Sumatriptan nicht half und ich IBU nehmen wollte, suchte ich im Internet, ob sich das verträgt (Wochenende und kein Arzt erreichbar) und entdeckte die Homepage Ihrer Klinik.

    Tolle viele Infos und eine sehr nützliche App (bei der mir beim Eintragen der Schmerzen allerdings die Möglichkeit fehlte, die Periode einzutragen, um da Zusammenhänge zu erkennen bzw auszuschließen).

    Ich sprach daraufhin vergangene Woche meine Hausärztin an, ob nicht eine stationäre Aufnahme, eingehende Diagnostik und Therapieeinstellung sinnvoll seien.
    Sie meinte, es sei ja schon einiges untersucht und ausprobiert und wenn Sumatriptan-Tabletten alleine nicht helfen würden, könne ich ruhig Ibuprofen oder Novalgin dazu einnehmen.

    Mir scheint das jedoch recht stark und ich würde gerne mit weniger „harten Geschossen“ die Schmerzen los werden….

    Was können Sie mir da raten ?

    Ich danke Ihnen schon einmal im Voraus ganz herzlich für Ihre Antwort und Ihre Zeit, die Sie sich für uns schmerzgeplagte Patienten nehmen !!!

    Liebe Grüße
    Uschi-Julchen

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:22 Uhr

      Liebe Uschi-Julchen,

      Ihre Schilderung zeigt, dass einerseits ein schwerer Leidensdruck besteht, andererseits viele Ängste und Unsicherheiten im Zusammenhang mit einer zielgerechten Behandlung vorhanden sind. Einerseits nehmen Sie viele Therapien auf sich, von denen bekannt ist, dass sie keine gesicherte Wirkung haben. Andererseits scheint es so zu sein, als ob Sie viele bewährte Therapieverfahren noch nicht kennen. Dies bezieht sich insbesondere auch auf die Attackentherapie sowie auf medikamentöse vorbeugende Verfahren. Stellen Sie sich bei einem niedergelassenen Schmerztherapeuten mit Schwerpunkt Kopfschmerz vor. Dort kann man prüfen, ob über ambulante Therapiemaßnahmen eine deutliche Besserung zu erzielen ist. Sollte dies nicht der Fall sein, kann auch erwogen werden, eine spezielle stationäre Schmerztherapie einzuleiten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Profilbild von doris
    doris 24. April 2017 um 12:52 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ich bin 19 Jahre alt und leide seit ca. 6 ½ Jahren an Spannungskopfschmerz. Vor ca. 2 Jahren ist es zum Dauerkopfschmerz geworden. Meistens sind sie leichte bis mittelmäßige Kopfschmerzen (Schmerzskala: 2-4,5), trotzdem wäre natürlich mein Wunsch, dass ich wenigstens ein paar Tage wieder einmal dabei haben könnte, wo ich keine Kopfschmerzen habe.

    Meine Therapien mit Medikamente waren zum Beispiel: Topilex, Saroten, Iboprofen, Novalgin, Pakemed,…

    weitere Therapieversuche:
    TCM (traditionelle chinesische Medizin), progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Yoga, NIS (neurologisches Integrationssystem), viel tanzen,….

    Wenn ich gerade starke Kopfschmerzen habe, dann haben mir die oben genannten Therapien schon gelegentlich geholfen, dass die Kopfschmerzen leichter werden aber nicht verschwinden.

    Meine Fragen wären:
    • würden Sie mir empfehlen, dass ich in Zukunft mehr medikamentöse oder nicht medikamentöse Therapien absolvieren sollte?
    • welche weiteren Therapieversuche sollte ich Ihrer Meinung nach als nächstes starten?
    • bei allen Neurologen, wo ich bis jetzt war, waren alle sehr verwundert, dass ich einen Dauerkopfschmerz habe. Sehen Sie das genauso, dass ein Dauerkopfschmerz vom Spannungstyp sehr selten ist?

    Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort.

    Liebe Grüße
    Doris

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:25 Uhr

      Liebe Doris,

      es gibt heute zahlreiche effektive Möglichkeiten, Kopfschmerzen vorzubeugen als auch im Anfall zu kupieren. Bei Ihnen scheinen noch viele Unklarheiten zu bestehen, wie man am besten vorgeht. Lesen Sie sich in verschiedenen Gruppen in Headbook ein, ebenso kann der Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich sein. Auch auf unserer Homepage können Sie zahlreiche Informationen zur Vorbeugung und zur Attackentherapie finden. In der Regel ist immer eine Kombination aus Verhaltensmaßnahmen und Medikamenten bei schweren Kopfschmerzverläufen notwendig. Eine feste Reihenfolge im Ablauf der möglichen vorbeugenden Therapieoptionen besteht nicht. Vielmehr sollte man im individuellen Fall prüfen, welche Therapie am erfolgreichsten erscheint. Dies kann nur durch eine individuelle Untersuchung und Klärung der Gesamtsituation erfolgen. Die chronische Migräne liegt bei ca. 1-2 % in der Bevölkerung vor. Unter 100 Menschen gibt es ca. 1-2 Betroffene. Der chronische Kopfschmerz vom Spannungstyp mit mehr als 15 Tagen im Monat besteht bei ca. 3 % in der Bevölkerung.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Profilbild von frechdaechsin
    frechdaechsin 24. April 2017 um 13:12 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    erst einmal vielen Dank vorab für Ihre Zeit. Ich habe eine Frage zur Medikamentenpause. Ich habe ambulant niemanden gefunden, der es mit mir durchziehen konnte/wollte und nun in einer Rehamaßnahme eine Medikamentenpause nicht gemäß Ihrer Anleitung gemacht. Hierbei gab es zunächst kein Kortison, sondern nur Eisbeutel, und im Notfall eine Infusion mit Vomex, Diazepam und Novalgin! Also doch wieder mit Schmerzmittel. Im Endeffekt war ich so nur einmal 7 und einmal 9 Tage ohne jegliche Schmerzmittel. Triptane habe ich über 28 Tage nicht genommen. Kann das ausreichen, um einen MÜK zu überwinden oder muß ich das noch einmal nach Ihrem Schema wiederholen?
    Die ersten beiden Triptane nach dieser Pause haben wieder richtig gut gewirkt, jedoch beim 3. Mal ließ die Wirkung wieder schnell nach und ich wurde ohne zusätzliche Novalgin-Tropfen nicht ganz schmerzfrei, wie vor der Pause. Auch habe ich wieder jeden Tag Schmerzen, so daß ich befürchte, nicht lange unter den 10 Einnahmetagen bleiben zu können. Drei schmerzfreie Tage hintereinander hatte ich schon Jahre nicht mehr.
    Falls die Vorgeschichte wichtig ist: Migräne seit über 40 Jahren, in den letzten Jahren fast täglich, nur noch ein Tag im Monat ohne Schmerzen. Einnahme von entweder Riza- oder Sumatriptan plus Novalgin an durchschnittlich 15 Tagen im Monat. Diverse Prophylaxen inkl. Antikörperstudie ohne großen Erfolg probiert.
    Vielen Dank noch einmal.

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:28 Uhr

      Liebe Frechdächsin,

      eine Medikamentenpause mit Einsatz von Schmerzmitteln ist nicht zielführend. Die hohe Sensitivierung im Nervensystem wird dadurch nicht verändert, im Gegenteil weiter unterhalten. Ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz kann damit nicht behoben werden. Zur genauen Durchführung einer ambulanten Medikamentenpause können Sie sich hier in den Gruppen auf Headbook informieren. Eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten oder auch mit sonstigen Therapiemaßnahmen kann bei einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz nicht wirksam werden. Daher ist eine effiziente Medikamentenpause der erste und wichtigste Schritt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Profilbild von Biene Maja
    Biene Maja 24. April 2017 um 13:36 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel

    Zuerst möchte ich mich bei Ihnen für Ihr grossartiges Engagement bedanken, mit welchem Sie sich für uns Migräne- und Kopfwehgeplagten einsetzen. Einfach super!

    Ich (41J.) habe seit 27 Jahren schwere Migräne mit und ohne Aura, aktuell etwas besser und nur noch an ca.10 Tagen pro Monat. Als Prophylaxe nehme ich Topamax 75mg. Zusätzlich wurde ich vor 7 und 5 Jahren organerhaltend wegen Endometriose Stadium III operiert. Im 2010 erhielt ich für 6 Monate eine GnRH-Analoga Therapie unter welcher die Migräne eher besser wurde. Nach Wiedereinsetzen der Menstruation hatte ich über mehrere Monate täglich schwere Migräneattacken. Visanne (Bayern) vertrug ich nicht, hatte 10 Tage Dauermigräne mit Hospitalisation. Ebenfalls vertrage ich keine anderen Pillen oder Hormonspiralen. Seit 2011 nehme ich 2×1 Cerazette/tgl. in 1. Linie zur Prophylaxe der Endometriose. Seit 2012 keine Mens mehr. Nun wird eine dritte OP (Total OP) mit anschliessender Hormonersatztherapie auf Dauer diskutiert auch wenn nicht sofort, da mein Uterus wieder sehr starke Verwachsungen aufweist und ich ständig schmerzhafte Zysten auf den Ovarien bds. habe. Ich verzichte auf Schmerzmittel btr. der Unterbauchschmerzen, diese brauche dringender für die Migräne. Meine Migräne hat ganz sicher einen hormonellen Komponenten, dass ist das einzige zuverlässige Muster welche sich in den letzten Jahren eindeutig abgezeichnet hat. Seit über einem Jahr bin ich Stellenlos aufgrund der Migräne (Absenzen, kein Verständnis des Arbeitgebers. Ich wurde ausgelacht! als ich die Wahrheit erzählte und fragte ob ich auf Teilzeit reduzieren dürfte).

    Im Headbook sowie in ihrem Buch steht, dass solche Eingriffe keinen Einfluss auf den Verlauf einer Migräne haben. Nun haben mir mehrere Neurologen auch die in der Reha unabhängig voneinander gesagt resp. bestätigt, dass solche Eingriffe die Migräne negativ beeinflussen. Sie raten mir alle eindeutig von einer solchen OP ab. Angeblich haben die Schweizer Neurologen diesbezüglich Erfahrungen gesammelt. Allerdings konnte mir niemand eine Studie darüber angegeben. Alle Daten beziehen sich auf Erfahrungswerte aus der Praxis und Klinik und alle waren sehr stur diesbezüglich. Ich bin nun sehr verunsichert darüber was stimmt, was nicht. Im Internet fand ich auf die schnelle auch keine entsprechenden Studien. Was ist nun korrekt? Was raten Sie mir?

    Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen und sonnige Grüsse aus der Schweiz
    Biene Maja

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:29 Uhr

      Liebe Biene Maja,

      gynäkologische Operationen oder hormonelle Therapien zur Behandlung der Migräne sind experimentell und nach allen bisherigen Erfahrungen ohne Aussicht auf Erfolg. Sollen solche Therapien aufgrund gynäkologischer Gründe durchgeführt werden, sollte die Entscheidung unabhängig von einem möglichen Effekt auf die Migräne getroffen werden. Anderseits gibt es auch keine überzeugenden Belege, dass solche Eingriffe sich negativ auf die Migräne auswirken werden. Entsprechende Studien oder Erfahrungen sind mir nicht bekannt.

      Zur Behandlung der Migräne sollten die zeitgemäßen Therapieoptionen erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Profilbild von Bella
    Bella 24. April 2017 um 13:49 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    Ich bin 34 Jahre alt und habe seit neun Jahren chronische Migräne und chronischen Spannungskopfschmerz. Neben vielen prophylaktischen Medikamenten (Auszug: Metoprolol, Topamax, Gabapentin, Lyrica, Cymbalta,Abonal usw.)wurde jetzt zum zweiten Mal wieder mit einer Botox Therapie begonnen, die aber nicht richtig bzw gar nicht hilft. Für meinen Spannungskopfschmerz hilft mir das derzeitige von mir eingenommenen Medikament Amitriptylin 100 Milligramm retard. Dieses hilft mir, dass ich einigermaßen gut schlafen kann und hat meinen Spannungskopfschmerz von 6 auf 4,5 an den meisten Tagen reduziert. In einem Monat habe ich ca 10 Kopfschmerzfreie Tage, worüber ich sehr dankbar bin. Ich habe innerhalb der letzten neun Jahre gelernt, meine Krankheit anzunehmen und damit zu leben (ich kann meinen Beruf als Lehrerin nicht nachgehen und bin somit nicht berufstätig, was den Alltag um einiges erleichtert). Trotzdem möchte ich oder gerade deshalb möchte ich die Hoffnung auf eine Linderung aber nicht aufgeben.
    Können Sie mir sagen wann die Impfung mit den CGRP Antikörpern in etwa auf den Markt kommt und ob dieses Medikament für jeden zulässig ist?
    Ist es okay wenn ich im Monat 6 bis 8 Schmerzmittel gegen die Migräneattacken nehme oder muss ich mich drastisch reduzieren so wie es meine jetzige Schmerztherapeutin von mir verlangt dass ich zum Beispiel nur einmal im Monat eine Schmerztablette einnehme?

    Vielen Dank im Voraus!
    LG Bella

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:36 Uhr

      Liebe Bella,

      Sie haben einen für sich möglichen Weg zur Bewältigung Ihrer schweren Kopfschmerzerkrankung gefunden. Das Verständnis für die notwendigen Schritte und auch Einschränkungen durch die Kopfschmerzerkrankung hilft Ihnen zur Bewältigung. Auch bei langen schweren Verläufen kann sich immer wieder eine gute Besserung einstellen. Wann die Behandlung mit den CGRP-Antikörpern verfügbar sein wird, kann heute niemand sicher voraussagen. Diese Medikamente befinden sich noch in der klinischen Prüfung. Dies bedeutet, dass die Ergebnisse abgewartet werden müssen. Im besten Fall erwarte ich eine Zulassung in ca. 3-4 Jahren. Welche Gegenanzeichen für die Einnahme bestehen, wird derzeit in den klinischen Prüfungen untersucht. Die Einnahme von Akutmedikamenten an 6-8 Tagen im Monat ist leitliniengerecht. Es gibt aus meiner Sicht keine Begründung, dass man nur 1x im Monat eine Schmerztablette einnehmen solle. Dies ist weder mit den Leitlinien vereinbar, noch aus meiner Sicht sachgerecht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Profilbild von Maria
    Maria 24. April 2017 um 13:51 Uhr

    Lieber Herr Prof. Dr. Göbel,

    vielen Dank, dass Sie Ihre kostbare Zeit zum beantworten unserer Fragen opfern.
    Ich leide schon lange unter chronischer Migräne, habe alles incl. Botox ausprobiert, und nur Topamax half und hilft.Leider sind die Nebenwirkungen bei mir hoch, da ich auch noch 10 mg Cipralex nehme bin ich fast den ganzenTag (bis auf abends ab 20Uhr) sehr müde und antriebslos.
    Ich nehme es jetzt erneut seit einem halben Jahr und bis März, als das sonnige Wetter los ging, hatten mir 75 mg gut geholfen. Dann erhöhte ich auf 100 und seit 2 Wochen muss ich 125 mg nehmen. Dafür brauchte ich seit November kein Triptan mehr und nur noch selten Dolormin Migräne.
    Mein Problem ist nur, wenn ich das Topamax in 2 Dosen aufteile und morgens nach dem Frühstüch eine Hälfe oder auch nur 25 mg nehme, ist mir bis mittag schrecklich übel. Kann ich alles auf einmal auch abends nehmen oder gibt es ein Mittel gegen die Übelkeit z.B. Paspertin?
    Noch eine kurze Frage:Welches Schmerzmittel wirkt sich nicht so starkt negativ auf die Nierenwerte aus, meine sind nämlich schon außerhalb der Norm, wobei die Leberwerte okay sind.
    Vielen Dank für Ihre Antwort

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:37 Uhr

      Liebe Maria,

      die Einnahme von Topiramat in einer Dosis am Abend ist möglich und auch in vielen Fällen genauso effektiv wie die Verteilung auf zwei Gaben pro Tag. Bei Nierenfunktionsstörungen sollten Schmerzmittel sehr vorsichtig eingesetzt werden. Triptane sind hier zu präferieren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Profilbild von Clusterkopf12
    Clusterkopf12 24. April 2017 um 16:06 Uhr

    Sehr geehrter​ Herr Prof. Dr. Göbel,
    vielen Dank, dass Sie Ihre Zeit für uns zur Verfügung stellen.

    Ich bin schwer chronisch betroffene Clusterkopfschmerzpatientin. Bei meiner Recherche bin ich auf Ketamin i.V. aufmerksam geworden. Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich? Wird dieses Verfahren bei Ihnen in der Schmerzklinik angewendet?

    Vielen Dank im Voraus!

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:38 Uhr

      Liebe Clusterkopf,

      die Behandlung von Clusterkopfschmerzen mit intravenös eingesetztem Ketamin ist eine experimentelle Therapie. Sie ist nicht leitliniengerecht und auch nicht praktikabel. In Hinblick auf die vielfältigen effektiven Therapiemöglichkeiten heute setzen wir solche Behandlungen nicht ein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Profilbild von Nevermissasunset
    Nevermissasunset 24. April 2017 um 16:39 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
    vielen Dank, dass sie sich so viel Zeit für Fragen nehmen.
    Ich bin gerade in der 4. Woche der Medikamentenpause und frage mich ob es sinnvoll ist, auch nach der Medikamentenpause bei leichteren Attacken und wenn ich Zeit habe, mich hinzulegen, nur mit Vomex und / oder Melperon (welches mir besser hilft als Vomex) zu behandeln, um nicht wieder in den MÜK zu geraten?
    Vielen Dank im Voraus!

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:39 Uhr

      Liebe Nevermissasunset,

      tatsächlich gibt es Hinweise dafür, dass eine längere Medikamentenpause einen größeren Langzeiteffekt für die Behandlung hat. Auch eine kurzfristige Medikamentenpause kann diesen Effekt stabilisieren, wenn man merkt, dass man wieder an der Grenze von 10 Einnahmetagen pro Monat ist. In diesem Fall ist es ratsam, z. B. am Wochenende sich besser hinzulegen und die Migräne ohne die Einnahme von Akutmedikation ausklingen zu lassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Profilbild von Dorothea
    Dorothea 24. April 2017 um 16:56 Uhr

    Profilbild von Clusterkopf12
    Clusterkopf12 24. April 2017 um 16:06 Uhr- Antworten

    Sehr geehrter​ Herr Professor Göbel,

    ich möchte einen GdB beantragen weil ich eventuell demnächst wegen einer Umstrukturierung meiner Abteilung im Schichtdienst arbeiten soll. Nachdem ich schon einiges an privater Prävention durchführe um unter die vorher üblichen 6 Tage Migräne mit Aura und Übergeben im Monat zu kommen, würde es ein völliger Rückschlag werden.
    Es handelt sich dabei um Schichten im Vier-Schicht-Betrieb bei dem alle drei Tage der Arbeitsbeginn verschoben wird und zusätzlich spontan als Vertretung eingesprungen werden muss.
    Wie sieht Ihre Erfahrung mit Migräne und Schichtdienst aus? Können Sie das Befürworten oder lehnen Sie das eher ab?

    Jetzt habe ich zeitweise drei Tage lang Migräne (72 h) mit mehr oder minder möglicher Arbeitsfähigkeit. Thomapyrin intensiv (2 Tabletten) hat nicht gewirkt, und Triptane soll ich wegen Morbus Raynaud nicht mehr nehmen. Ibuprofen wirkt nicht, Aspirin vertrage ich nicht. Was schlagen Sie vor? Es dauert einfach sehr lange, auch nach 5 Tagen habe ich noch Konzentrationsschwächen und bin fahrig; nur die Kopfschmerzen/Migräne ist weniger stark.

    Vielen Dank für Ihre Mühe
    Dorothea

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:42 Uhr

      Liebe Dorothea,

      Schichtdienst und unregelmäßige Arbeitszeiten können sich leider negativ auf einen Migräneverlauf auswirken. Eine berufliche Umorientierung kann daher geboten sein. Ein Morbus Raynaud kann gelegentlich eine Nebenwirkung der Behandlung mit einem Triptan sein. Eine Kontraindikation stellt der Morbus Raynaud für die Behandlung mit Triptanen nicht dar.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Profilbild von Jessy
    Jessy 24. April 2017 um 18:49 Uhr

    Hallo Prof.Göbel
    Ich leide seit über 10 Jahren an Migräne und es wurde so viel schon kontrolliert. Sogar Gehirnwasser gezogen,MRT und alles mögliche.. Leider alles in Ordnung gewesen. Ich hab auch schon Mal überlegt in eine Schmerz Klinik zu gehen da Ich 5 Mal im Monat ibu nehme weil dies mir hilft. Es wird irgendwie immer aggressiver die Schmerzen und ich finde einfach nicht raus woran es liegt. Nur ich habe Angst sag ich irgendwann noch kränker werde wenn ich so viel Schmerztabletten nehme. Mein Arzt meint dass ich froh sein soll das alles in Ordnung ist und ich weiß dass alles körperlich in Ordnung ist aber trotzdem nimmt es mir nicht die Schmerzen.. Ab und an Versuch ich auch Mal ohne Tabelle aber dann wird es so schlimm mit Übelkeit.. Ich hab jetzt Sumatriptan bekommen zum aus testen und ich hoffe dass dies Erfolg hat auch wenn ich Angst habe dies zu nehmen.. Ich hoffe dass sie mir ein Rat geben können.. Liebe Grüße

    • Profilbild von Hartmut Göbel
      Hartmut Göbel 24. April 2017 um 19:43 Uhr

      Liebe Jessy,

      die Migräne ist eine eigenständige Erkrankung. Sie entsteht nicht durch irgendeine andere fassbare Ursache. Häufig wird dies vermutet und in der Hoffnung, dass wenn man eine entsprechende angenommene Ursache meidet, dass Migräneleiden sich in Wohlgefallen auflöst. Migräne ist eine komplexe Erkrankung, bei der sowohl genetische Faktoren als auch Verhaltensfaktoren zusammenwirken. Für die Diagnosestellung müssen die von Ihnen genannten Untersuchungen regelrechte Befunde ergeben. Ihrer Schilderung macht deutlich, dass bei Ihnen noch sehr viele Unklarheiten zur Entstehung, zur Aufrechterhaltung und insbesondere zur Behandlung der Migräne vorliegen. Lesen Sie sich daher ausführlich auf Headbook in den verschiedenen Gruppen ein. Sie werden dort sehr wichtige Informationen zum Verständnis und zur Behandlung der Migräne erhalten. Tatsächlich gilt auch hier: Wissen ist die beste Medizin!

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

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