Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 14.08.2017

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

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29 Comments

  1. Marlene 14. August 2017 um 12:20 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    im Headbook wird immer mal wieder erwähnt, dass Vomex einen Einfluss auf die Migräne haben kann.
    Dies wird damit begründet, dass Vomex in einem Bereich des Gehirns wirkt, der direkt an das Zentrum der Migräneaktivität angrenzt.
    Bezieht sich die Wirkung von Vomex nur auf die Linderung der Übelkeit und eine verbesserte Schmerzmittelaufnahme oder kann Vomex auch einen direkten Einfluss auf die Migräneschmerzen haben ?

    Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Antwort.
    Liebe Grüße nach Kiel

    Marlene

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:21 Uhr

      Liebe Marlene,

      Vomex kann nicht nur Übelkeit und Erbrechen lindern, sondern auch in einem gewissen Grade positiv den Schmerzverlauf beeinflussen. Das Medikament hat eine leicht beruhigende und müde machende zusätzliche Wirkung, auch dies unterstützt die Besserung während der Migräneattacke. Allerdings muss man darauf achten, dass auch für Vomex nur eine begrenzte Einnahme pro Monat besteht. Es ist bisher nicht genau untersucht, wie häufig man das Medikament pro Monat einnehmen kann, ohne dass eine Gewöhnung eintritt. In jedem Fall wäre es ratsam, es an weniger als an 10 Tagen zu nehmen. Eine Dauermedikation ist dieses Medikament auf keinen Fall und sollte es auch nicht sein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. kris 14. August 2017 um 12:29 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich leide unter chron. Migräne und Clusterkopfschmerz. Zur Zeit komme ich nicht aus den Schmerzen heraus und das seit ungefähr Anfang des Jahres. Prophylaxe gegen Migräne habe ich quasi keine. Vor 4 Wochen habe ich eine Botox-Injektion erhalten, wofür ich gekämpft habe. Meine Ärzte zu Hause sind der Meinung, dass Medikamente nicht helfen und ich die Schmerzen aushalten soll und damit leben muss. Der Schmerztherapeut ist der Meinung, dass ich Qui Gong und chin. Tees probieren soll, sowie in eine stationäre psychosomatische Klinik soll. Ein Rehaaufenthalt im April diesen Jahres brachte keine Besserung. Die Migräne und der Cluster bringen mich um den Verstand. Meine Unterlagen habe ich nach Kiel geschickt. Müssten heute ankommen.
    Noch ein paar Fragen:
    Können Amalgam-Füllungen die Migräne verstärken?
    Was kann ich mir besorgen, um die Schmerzen erträglicher zu machen, bis der Termin in Kiel feststeht?

    Durch die ständigen starken Schmerzen macht der Körper schlapp und ich kollabiere immer häufiger. Zuletzt bin ich so unglücklich gefallen, dass ich mir eine Gehirnerschütterung zugezogen habe. Wenn ich zum Hausarzt gehe, wegen Infusionen, bekomme ich 1/2 -1l Kochsalzlösung mit Vomex , aber nichts gegen die Schmerzen. Da ich 3 Tage dann nichts bei mir gehalten habe, trockne ich scheinbar aus und es wird schwer eine Vene zu finden.
    ab dem 01.10. habe ich die Chance einen neuen Arbeitsplatz zu bekommen. Allerdings mache ich mir Sorgen, wie es klappen kann mit dem dauernden Erbrechen und den Synkopen.

    Der Leidensdruck ist sehr enorm. Ich bin zwar sehr hart im Nehmen und lasse es mir nicht anmerken, jedoch schwindet die Kraft immer mehr.

    Für Ihre Antwort bedanke ich mich schon im Voraus.

    Freundliche Grüße

    kris

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:23 Uhr

      Liebe Kris,

      es ist bedauerlich, dass bisher noch keine zeitgemäße spezifische Behandlung möglich war. Die von Ihnen genannten Maßnahmen sind bei Clusterkopfschmerz nicht wirksam. Auch können Amalgamfüllungen die Migräne nicht verstärken. Ohne spezielle Untersuchungen ist es leider nicht möglich, individuelle Vorschläge für die Übergangszeit zu machen. Aufgrund Ihrer Schilderung scheint mir aber die geplante stationäre Behandlung ein wichtiger Schritt zu sein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. kiki 14. August 2017 um 12:29 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Ich leide schon seit Jahren unter Migräne. Jahr für Jahr wird es schlimmer. Jetzt habe ich gelesen, das Ingwer wie ein Triptan wirkt. Stimmt das wirklich? Kann man Ingwer wirklich zur Migränetherapie benutzen? Das wäre ja super. Danke schon mal für die Antwort.

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:25 Uhr

      Liebe Kiki,

      der Ingwer wird immer wieder zur Behandlung von verschiedensten Erkrankungen empfohlen. Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass es bei Migräne wirkt, besteht nicht. Insbesondere ist Ingwer keine Alternative zu den Triptanen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Taglilie 14. August 2017 um 12:31 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    Ich habe eine Frage zu den Nebenwirkungen von Trimipramin.
    Ich nehme seit sieben Monaten Trimipramin,seit zwei Monaten 100 mg pro Tag.
    Seit einer Woche habe ich Sehstörungen (Anpassung von Nah/ Fernsicht). Laut Beipackzettel kann dies eine Nebenwirkung des Medikaments sein, deshalb habe ich die Dosis wieder auf 75 mg reduziert um zu wissen ob es einen Zusammenhang gibt.
    Falls die Sehstörungen eine Nebenwirkung des Trimipramin sind, wie lange kann es dauern, bis diese nachlassen?

    Vielen Dank für Ihre Mühe

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:33 Uhr

      Liebe Taqlilie,

      unter der Behandlung mit Trimipramin kann es zu einer Verzögerung des Scharfstellens kommen. Es dauert dann etwas länger, bis die Fixierung ermöglicht ist. Lassen Sie sich aber dennoch von einem Augenarzt untersuchen. Es gibt verschiedenste andere Möglichkeiten, die dafür in Frage kommen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Tina 14. August 2017 um 12:46 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich habe gelesen, dass 2018 ein neuer, triptanähnlicher Wirkstoff namens „Lasmiditan“ auf den Markt kommen soll.
    Obwohl ich mich an alle Einnahmeempfehlungen bzgl. der Triptane halte (früher Einnahmezeitpunkt, vorher Antiemetikum, zusätzlich kombiniert mit NSARs ) hat leider keines der sieben Triptane eine Wirkung auf meine Migräne (die Migräne ist eindeutig diagnostiziert und es liegt kein Mük vor).
    Meine Frage an Sie wäre nun, ob Lasmitidan in diesem Fall trotzdem eine Wirkung erzielen könnte, obwohl der Wirkungsmechanismus ja dem der Triptane ähnelt.

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen

    Tina

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:28 Uhr

      Liebe Tina,

      tatsächlich kann ein spezielles Triptan auch dann wirksam sein, wenn andere Triptane nicht wirken. Insofern kann dies eine Option zukünftig werden für Betroffene, die bisher nicht auf Triptane ansprechen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Johanna 14. August 2017 um 13:30 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    seit Juli 2014 nehme ich als Prophylaxe Venlafaxin. Ich komme gut damit zurecht und würde ungern darauf verzichten. Meine Leberwerte sind angestiegen, werden aber vierteljährlich kontrolliert und mein Arzt hier und auch in der Ambulanz in Kiel halten es für vertretbar, es weiter zu nehmen.

    Im Mai 2015 wurde bei mir Diabetes Typ 2 diagnostiziert. Ich werde engmaschig in einer Fachpraxis betreut. Trotzdem wurde es jetzt erforderlich mit dem Langzeitinsulin Abasaglar zu behandeln. Da ich bei der Eindosierung sehr häufig meine Werte kontrollieren muss und mir manchmal einen hohen Wert nicht erklären kann, habe ich folgende Fragen:

    1. Kann Venlafaxin mit verantwortlich sein, für die doch recht schnelle Entwicklung des Diabetes und vor allem hoher Morgenwerte?
    2. Kann eine lange Migräneattacke den Blutzuckerwert beeinflussen ? Ich war bei morgens 7,0-7,5, hatte jetzt eine Attacke über acht Tage und mehrfach Werte über 9,0.
    3. Kann Migräne zu länger (3-4 h) höheren Blutzuckerwerten nach Mahlzeiten führen, da ggf. der Speisebrei nicht gut weitertransportiert wird?

    Ich bedanke mich bei Ihnen für die Möglichkeit, im Chat Fragen zu stellen, für die Bereitstellung von haedbook und für Ihren unermüdlichen Einsatz für uns Patienten.

    Herzliche Grüße aus Berlin von Johanna

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:43 Uhr

      Liebe Johanna,

      aus meiner Sicht halte ich es für wenig wahrscheinlich, dass Venlafaxin für die Entwicklung eines Diabetes verantwortlich ist. Eine lange Migräneattacke kann zu einer Reduktion der Blutzuckerspiegel führen. In der Regel kann man dabei ja keine Nahrungsmittel aufnehmen, und die Blutzuckerwerte fallen dabei. Für höhere Blutzuckerwerte durch Migräne nach Mahlzeiten gibt es keine Hinweise.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Lalelu 14. August 2017 um 13:38 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    Ich bin so froh, dass Sie sich die Zeit nehmen hier für uns da zu sein.

    Kurz zu meiner Vorgeschichte: ich leider seit vielen Jahren an Migräne mit Aura (Sehstörungen, Gegühlsstörungen im Gesicht und Armen, Sprachstörungen). Angefangen hat es mit circa 17 Jahren kurz nach Beginn der Pille. Bis vor meiner Schwangerschaft hatte ich die Anfälle ganz gut im Griff und circa zweimal im Jahr. Mal auch noch weniger. Die Aura war circa eins Stunde und mit Aspirin oder IBU (1000mg) und Mcp war es erträglich. Migravent hatte ich vorbeugend.
    Die Pille hatte ich auf Rat meines Frauenarztes abgesetzt und die Hormonspirale Mirena 10 Jahre getragen, die ich gut vertragen habe. Während der Pille waren die Anfälle fast monatlich.

    Während meiner Schwangerschaft hatte ich plötzlich wieder viel öfter Anfälle und sehr lange und heftige Auren. Die Schwangerschaft ist durch künstliche Befruchtung (Icsi) entstanden.
    Unsere Tochter kam dann per Kaiserschnitt zur Welt und Musste am dritten Lebenstag operiert werden, was völlig überraschend kam und ein Schock war.

    Nach drei Wochen durfte sie heim und ich bin in ein tiefes Loch gefallen. Postpartale Ängste,Panik, Depression. Die Psychiaterin verschrieb mir Promethazin und Valdoxan und der Frauenarzt Progesteron, weil mein Spiegrl wohl zu niedrig war. Das naturidentische Progesteron nach Rimkus nehme ich weiterhin. Meine Schweißausbrüche sind besser seit dem.

    Die Ängste und Panik ist noch da aber schwächer, nachdem ich auf Opipramol umgestellt wurde.

    Meine Migräne bzw die Auren sind nach wie vor schlimm und oft. Ich hatte gehofft dass es sich nach der Geburt wieder normalisieren würde. Die Geburt war im März 2016, also liegt jetzt 1,5 Jahre zurück.

    Ich war bereits dreimal in der Notaufnahme weil die Aura sich über 5-6 Stunden zog und immerwieder wiederholte. Außer Schnerzmittel wurde mir dort nichts gegeben .
    Ct und MRT sind in Ordnung.

    Das Opipramol nehme ich nun seit zwei Monaten (50-50-50mg). Zählt das als Prophylaxe für Migräne bzw die Aura? Wann wäre mit einem Anschlagen zu rechnen?

    Ich nehme außerdem seit ein paar Wochen täglich 100mg ASS. In einem Ihrer Bücher hätten Sie das als Prophylaxemöglichkeit erwähnt.

    Migravent nehme ich auch noch.

    Ist das naturidentische Progesteron gut oder schlecht für die Migräne? Kriege hierzu nirgends eine verlässliche Aussage.

    Die stundenlange Aura macht mich psychisch so sehr fertig und löst zusätzlich jedes Mal eine Panikattacke aus. Ich traue mich kaum aus dem Haus in der Angst die Aura könnte kommen ( im Auto etc)

    Was halten Sie vom Lamotrigin? Das soll ja speziell Aura vorbeugen? Aber auch Allergien auslösen oder epileptische Anfälle? Ist das Mittel nach Ihrer Meinung gut verträglich? Habe Angst vor einer schlimmen Unverträglichkeitsrealtion wie Gesichtsschwellung oder einem epileptischen Anfall.

    Mein Neurologe hat mir außerdem Botox in Aussicht gestellt. Ist davon eine Besserung der Auren zu erwarten?

    Bin unsicher wie lange Zeit ich dem Opipramol, demASS u d dem Progesteron geben soll, ob es vorbeugend wirkt. Möchte nicht alle Therapien gleichzeitig starten, um zu wissen, ob und was davon hilft.

    Ich bin Ihnen unendlich dankbar für Antworten auf meine Fragen und Sorgen.

    Herzliche Grüße

    PS: Ich hatte vergessen zu erwähnen dass ich fast täglich spannungskopfschmerz habe

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:48 Uhr

      Liebe Lalelu,

      Sie haben schwere Belastungen überstehen müssen. Ich hoffe sehr, dass sich alles gut für Sie entwickelt. Opipramol kann prophylaktisch bei Migräne wirksam sei. Eine spezifische Wirkung auf die Aura ist jedoch nicht bekannt. Die Wirkung kann oft nach 2 bis 6 Wochen eintreten. Das von Ihnen verwendete naturtechnische Progesteron hat keinen bekannten Effekt auf die Migräne. Leider gibt es bis heute noch keine spezifische vorbeugende Medikation gegen die Aura. Am zuverlässigsten können schwere Auren durch das Medikament Flunarizin behandelt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob dies eine Option für Sie wäre. Die Wirkung von Lamotrigin auf Auren ist nicht gut untersucht, insofern kann es nur versuchsweise im Einzelfall probiert werden. Ob Botox Auren positiv beeinflussen kann, ist ebenfalls nicht spezifisch bekannt. Günstig ist, wenn man Maßnahmen zur Verbeugung der Migräne nicht kombiniert, sondern einzeln einsetzt. Dann kann man besser sehen, welches Medikament hilft bzw. welches Wirkstoffunverträglichkeiten bedingt. Im Hinblick auf die Komplexität Ihrer Problematik sollten Sie sich in einem speziellen Kopfschmerzzentrum vorstellen.

      Freundliche Grüße und alles Gute
      Hartmut Göbel

      • Lalelu 14. August 2017 um 19:09 Uhr

        Sehr geehrter Herr Prof Göbel,

        Herzlichen Damk für Ihre Antwort. Ich bin schon recht verzweifelt weil ich das Gegühl habe die Aura nicht in den Griff zu kriegen. Das von Ihnen genannte Medikament ist gut verträglich? Habe gelesen dass es Depression auslösen kann wovor ich Angst habe. Sollte ich es trotzdem nehmen?

        Wie lange soll ich das opipramol noch nehmen um zu sehen ob es hilft? Und ist es wichtig die volle Dosis von200 mg zu nehmen?

        Gibt es ein Kopfschmerzzentrum in Stuttgart oder Umgebung ?

        Haben Sie eine Idee warum sich die Aura seit der Schwangerschaft so verschlimmert hat?

  8. Aenne 14. August 2017 um 13:47 Uhr

    Guten Tag, Herr Prof. Göbel, ich bin neu in diesem Forum und leide seit ca. 1/2 Jahr unter Migräne mit Aura. In der letzten Woche hatte ich fast durchgehend im Wechsel Migräne mit Aura und extrem starke Kopfschmerzen die, vom Nacken ausgehend, sich bleischwer auf die Augenlider gelegt haben. Mein Hausarzt (Vertreter) verschrieb mir Zolmitriptan, was nach vielen Stunden auch half ich aber extreme Nackenschmerzen bekam.
    In diesem Forum las ich nun, das man die Triptane erst bei Einsetzen des MigräneKopfschmerz einnehmen soll. Im Beipackzettel steht: sofort bei einsetzen der Aura. Danach habe ich mich erstmal gerichtet aber was ist richtig? Ich möchte alles richtig machen, um mir diesen Zustand erträglicher zu machen.
    Vorab vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre Zeit und
    beste Grüße aus Berlin
    Aenne

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:49 Uhr

      Liebe Aenne,

      Triptane sind für die Behandlung der Kopfschmerzphase der Migräne zugelassen. Sie sollten nicht für die Behandlung der Aura eingesetzt werden. Die Einnahme erfolgt bei Beginn der Kopfschmerzphase, also dann, wenn die Kopfschmerzen beginnen. Darauf weist auch der Beipackzettel hin, in dem beschrieben wird, dass bei Beginn der Kopfschmerzen das Medikament eingenommen werden sollte.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Simone 14. August 2017 um 14:00 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich leide unter häufigem episodischen Kopfschmerz vom Spannungstyp, der mit starken Nackenverspannungen einhergeht. Die Schmerzen bestehen seit sieben Jahren und nehmen in Intensität und Dauer kontinuierlich zu (derzeit ca. 5-7 Tage/Monat mit Intensität 5-8 auf einer Schmerzskala bis 10). Ich nehme bei Bedarf Ibuprofen 600. Außerdem versuche ich Wärme, Bewegung und Entspannung anzuwenden, weil es den Schmerz manchmal positiv beeinflusst.

    Sie schreiben, dass ein Zusammenhang mit Menstruation beim Spannungskopfschmerz nicht erkennbar ist. Dies ist bei mir aber der Fall. Die Schmerzen begannen als Dauerkopfschmerz im letzten Drittel meiner Schwangerschaft, die bis zum Abstillen blieben. Seitdem treten die Kopfschmerzen regelmäßig auf, also ausschließlich innerhalb des „menstruellen Fensters“, meist beginnend mit dem ersten Tag der Menstruation. Eine Hormontherapie (Gestagen und Östrogen-Gel) hat keine Besserung gebracht, eher im Gegenteil.

    Ich will mich mit den immer stärker werdenden Kopfschmerzen nicht abfinden. Gibt es Erfahrungen, Ansätze oder Experten, die sich mit „hormonell getriggerten“ Spannungskopfschmerzen befassen? Was raten Sie?

    Besten Dank,
    Simone

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:51 Uhr

      Liebe Simone,

      aufgrund Ihrer Schilderung ist es möglich, dass bei Ihnen nicht Kopfschmerzen vom Spannungstyp bestehen, sondern Migräneattacken. Sie können das selbst herausfinden, indem Sie den Kopfschmerzschnelltest in der Migräne-App durchführen. Lassen Sie sich noch einmal eingehend von einem Neurologen untersuchen und die Diagnose klären.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. venus 14. August 2017 um 14:16 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Goebel,

    ich merke als langjährige Migränepatient, dass die Abstände zw. den Anfällen zur Zeit immer kürzer werden. Ich bin zwar immer noch unter den 10 Triptaneinnahmen/Monat, doch belastet es mich, wenn ich dann doch häufig (6 – 7 x im Monat) zwar gut wirkendes Triptan (Relpax) einnehmen muss. Zwischen den Einnahmen liegen manchmal nur zwei oder drei Tage.

    Ich kann für mich dann auch nicht unbedingt den Trigger ausfindig machen, außer was schon sein kann, ist dass psychische Belastungen bei mir triggern.
    Meine Frage: Kann ich einfach ein Triptan nehmen, wenn es noch gut wirkt (dauert zwar manchmal ein bißchen länger, doch es hilft) oder – muss – ich mal einen Anfall aushalten? Dies möchte ich mir natürlich, wenn es nicht sein muss, nicht antun: Zwei bis drei Tage total eingeschränkt und auch mit Erbrechen. Oder was würden Sie raten?

    Vielen Dank für Ihre Antwort und auch Ihre Mühe.

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 18:52 Uhr

      Liebe Venus,

      wenn Sie innerhalb der 10er-Regel an weniger als an 10 Tagen im Monat Akutmedikamente einnehmen, sind Sie im sogenannten grünen Bereich und Sie müssen sich nicht sorgen, dass Kopfschmerzen mehr werden. Sie sollten dann auch ohne langes Zögern die Attacken behandeln, damit Sie möglichst effektiv und verträglich die Schmerzen in den Griff bekommen. Solange Sie weniger als an 10 Tagen im Monat Akutmedikamente einnehmen, ist es nicht erforderlich, dass Sie eine kurze Zeitpause einlegen müssen und eine Migräneattacke aushalten müssen. Dies ist erst dann der Fall, wenn Sie über die 10 Tage hinaus kommen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Sanni 14. August 2017 um 15:46 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel

    Kann die Wirkung von Opipramol nach 3 Monaten plötzlich ganz aufhören ?
    Wie hoch kann ich mit ca 50 kg erhöhen. Bin zur Zeit bei 200 mg am Tag.
    Wie ist da Ihre Erfahrung ?

    Vielen Dank und Gruß
    Sanni

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 19:10 Uhr

      Liebe Sanni,

      im Einzelfall kann leider die Wirkung einer vorbeugenden Medikation sich im Verlauf ändern und auch bedauerlicherweise ganz aufhören. Bei dem von Ihnen beschriebenen Körpergewicht von 50 kg sind Sie mit 200 mg am Tag ausreichend dosiert. Wenn jetzt keine Wirkung mehr zu bemerken ist, sollte ein Umsetzen der Behandlung erwogen werden. Dies sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. mirabelle 14. August 2017 um 16:37 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    auch von mir zunächst ein ganz herzliches Dankeschön an Sie und das Team der Kopfschmerzklinik für das Angebot dieses Chats.

    Ich möchte Sie fragen, ob Sie empfehlen würden, Opipramol als Prophylaxe weiterzunehmen/abzusetzen und ggf. Propranol zu nehmen.

    Hintergrund:
    Ich leide seit 13 Jahren unter Spannungskopfschmerzen, erst jetzt vor 2 Monaten wurde dann (zusätzlich?) Migräne diagnostiziert. Triptane helfen mir nun gegen akute Schmerzen, ich bin noch dabei das Richtige zu finden, bei dem die Schmerzen nicht so schnell und so stark wieder kommen.

    Seit gut 2 Jahren nehme ich Opipramol 50-100mg abends zur Vorsorge gegen die Spannungskopfschmerzen. Zunächst hat es sehr gut geholfen. Eine deutliche Besserung trat ein – trotz weiterer Belastungssituationen und Sorgen, die für Anspannung bei mir sorgen. Ich habe auch in Stressphasen auf 100 mg hochdosiert und es war eine deutliche Erleichterung.
    Nach ca. 1,5 Jahren Opipramol fing nun im November eine extreme Schmerzphase an (unter extremer Belastungssituation), die sich bis ins mir bisher Unbekannte gesteigert hat und nun seit ca. 4 Monaten für permanente Schmerzen sorgt. Schwankend in der Intensität aber dauerhafte Schmerzen in Nacken, Schultern, Kiefer, teilweise dann starke Kopfschmerzanfälle (Anfälle 17-20 Tage im Monat; Medikamente im Akutfall an 10 Tagen/Monat).

    Nun sagt der Arzt, ich solle Opipramol absetzen und Propranol 10 mg abends und morgens nehmen.
    Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

    Ganz herzlichen Dank und viele Grüße
    mirabelle

    PS: Ergänzung: Derzeit nehme ich 50mg Opipramol abends. Die konkrete besondere Belastungssituation habe ich gelöst.

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 19:13 Uhr

      Liebe Mirabelle,

      aufgrund Ihrer Schilderung entnehme ich, dass bisher unter Opipramol eine gute Wirksamkeit zu erzielen war. Erst in letzter Zeit lässt die Wirkung nach. Bei Ihnen ist erst eine untere bis mittlere Dosierung von dem Opipramol eingesetzt worden. Daher können Sie mit Ihrem Arzt besprechen, ob nicht zunächst eine weitere Dosisanpassung erwogen werden sollte. Bei chronischem Spannungskopfschmerz ist Propranolol nicht wirksam. Auch die Dosierung von 10 mg abends und morgens ist nach den Leitlinien deutlich zu niedrig. Insofern ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass dadurch eine Wirkung erzielt wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Maria 14. August 2017 um 17:25 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Dr. Goebel,

    vielen Dank, dass Sie sich die Mühe machen, unsere Fragen zu beantworten.
    Ich leide unter chronischer Migräne und habe vor 6 Wochen Topamax 100mg abgesetzt, was zwar meine Migräne reduzierte, mich aber schrecklich müde machte. Aus dem selben Grund habe ich gleichzeitig Cipralex 10 mg ausgeschlichen, was mir wegen der starken Absetzs-symptome aber nicht gelang und ich es daher weiter nehme.Auf Rat meines Arztes versuchte ich als Prophylaxe zunächst 600mg Magnesium und anschließend Amitryptylin, beide Mittel konnte ich wegen der unerträglichen Müdigkeit nicht ständig nehmen.
    Nun habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass bei leicht beginnender Migräne (z.B.Nackenschmerzen) eine Einzeldosis von 25-50 mg
    Amitryptylin diese erst gar nicht zum Ausbruch kam. Es kann auch Zufall sein(ich hatte vor ca.4 Wochen ein einmaliges sehr stressiges Ereignis) ich bekomme – besonders wenn ich Amitryptylin genommen habe – starkes Herzrasen (Puls ca. 110) und leichte Atemnot, was stundenlang anhält und nur mit Dociton(was mich als Prophylaxe auch total schlapp macht) 2 bis 3 mal 10mg sich- bis auf leichte Beklemmungen- wieder beruhigt.
    Nun meine Frage: Kann das beängstige Herzrasen vom Amitryptylin (evtl. neuerdings auch vom Cipralex) kommen oder könnte es eher eine organische Ursache haben? Interessant ist, wenn ich seltenerweise mal ein Schlafmittel nehme (Zopiclon), verschwinden die Beklemmungen nach kurzer Zeit.
    Für Ihre Antwort im Voraus schon herzlichen Dank.

    Liebe Grüße
    Maria

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 19:16 Uhr

      Liebe Maria,

      die Frage ist etwas komplex, für die Beschwerden gibt es verschiedenste Möglichkeiten. Sie nehmen Amitriptylin zur Behandlung eines Anfalles ein. Tatsächlich kann Amitriptylin den Pulsschlag erhöhen. Es kannr zur Pulserhöhung kommen, starkes Herzrasen mit einem Puls von ca. 110 ist jedoch unwahrscheinlich. Es kann auch möglich sein, dass die Gesamtsituation zur Unruhe führt und eine entsprechende Anhebung der Pulsfrequenz bedingt. Alternative Optionen zu Amitriptylin wären zum Beispiel Doxepin oder Trimipramin. Diese haben in vielen Fällen weniger Auswirkungen auf die Herzfrequenz.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Nicolaus 14. August 2017 um 18:18 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Göbel,

    ich war bis zum 21.07.2017 für 16 Tage in der Schmerzklinik in Kiel. Der Aufenthalt hat mir sehr gut gefallen, die Therapien, Vorträge, Seminare und Gespräche mit den anderen Patienten haben mir sehr gut getan. Zur Zeit bin ich noch sehr schwach, bin schnell müde und bekomme häufig Schwindelanfälle. Seit dem Klinikaufenthalt hatte ich zwei Clusteranfälle. Manchmal treten auch noch Synkopen auf. Nun meine Frage: seit ca. zwei bis drei Woche höre ich eine schwirrendes Rauschen im Kopf, ähnlich als wenn mann ein Seil oder eine Peitsche in der Luft wirbeln bzw. schwingen lässt. Das Geräusch tritt immer häufiger und belastet mich neben den Schmerzen doch sehr. Worum könnte es sich handeln? Was muss ich tun?

    Herzliche Grüße

    Nicolaus

    • Hartmut Göbel 14. August 2017 um 19:17 Uhr

      Lieber Nicolaus,

      aufgrund Ihrer Schilderung scheint mir eine kardiologische Untersuchung notwendig. Weitere Einzelheiten zum Behandlungsverlauf müssten wir persönlich besprechen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

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