Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 15.01.2018

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By |2018-01-15T20:55:26+00:00Dezember 19th, 2017|Allgemein, Clusterkopfschmerz, Kopfschmerz, Livechat, Migräne|61 Comments

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61 Comments

  1. Haikka 15. Januar 2018 um 11:55 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    neben den Wünschen an Sie, Ihr Team und an alle Patienten für ein gesundes, tolles neues Jahr bin ich sehr dankbar, mich auf dieser Plattform mit folgendem Anliegen an Sie wenden zu können und bitte um kurze Einschätzung u.g. Aussagen/Vorgehen:

    – seit über 35 Jahren Migräne, seit 2014 als chron. Migräne diagnostiziert
    – seit 2016 Behandlung mit Botox in neurologischer Praxis am Ort
    – 1. Injektion in dieser Praxis Ende 2016
    – 4 Injektionen in 2017
    – letzter Termin 12/2017: Neurologin könne mich diesmal nicht spritzen; ich solle in ca. 3 Monaten wieder kommen
    – Begründung: schon beim letzten Mal sei ihr aufgefallen, das Muskeln im Schulter-/Nackenbereich atrophisch seien (durch Botox)
    – sie kann die Behandlung so nicht weiter verantworten, da die Muskeln sonst inaktiv/nicht mehr vorhanden sein würden & ich demnächst dann möglicherweise meinen Kopf nicht mehr halten könne
    – Therapieplan neu: Botoxinjektionen – wenn überhaupt – nur noch ca. alle 6 Monate

    – zudem hätte ich ja bereits 5 Injektionen erhalten und so langsam würde sich dann auch die Krankenkasse (Techniker KK) schwer tun und so viele evtl. Behandlungen nicht mehr übernehmen

    Für mich ist diese Therapie ein echter Segen und Bonus an Lebensqualität, da die früheren, fast täglichen Migräneschmerzen inkl. entspr. Medikamenteneinnahme dadurch äußerst erfolgreich therapiert werden können.

    (Kleine Randnotiz zum Thema Einordnung der Migräne selbst durch Mediziner: einzuplanende Behandlungsdauer für diese Injektionsbehandlung sei für die Ärztin länger (ca. 20 Minuten) als bei „normalen“ Praxisterminen (ca. 10 Minuten) und ich würde sozusagen schwerkranken Patienten (Demenz, Schlaganfall etc) die Zeit „stehlen“, denn ich würde doch sehen, wie voll das Wartezimmer sei…wow)

    Viele Grüße nach Kiel
    Haikka

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 18:21 Uhr

      Liebe Haikka,

      bei sachgerechter Anwendung entsprechend der Zulassung sind Muskelatrophien nicht zu erwarten. Eine Ausdehnung der Behandlungsintervalle ist bei sehr gutem Ansprechen möglich. In der Regel werden die Behandlungen jedoch im Abstand von 3 Monaten durchgeführt. Bei Vorliegen der zulassungsgemäßen Voraussetzungen werden die Behandlungen von den Krankenkassen erstattet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. boni 15. Januar 2018 um 12:07 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    mein Sohn, 18 Jahre, leidet seit ca. 3 Jahren an Migräne. Die Attacken hat er in sehr unregelmäßigen Abständen. Manchmal 1x in 6 Monaten, dann wieder 1x im Monat. Die vorletzte Attacke hatte er vor ca. 6 Monaten, die letzte vor 2 Tagen. Vor 6 Monaten war es erstmalig so intensiv, dass er Sprachstörungen hatte und sich nicht mehr verständigen konnte. Vor 2 Tagen hatte er, wie fast immer, nur Flimmern vor den Augen.
    Gibt es auch bei solch gelegentlichen Anfällen und unterschiedlichen Verläufen vorbeugende Therapien? Der Hausarzt sagt „nein“.
    Medikamente, die mein Sohn bisher bekommen hat, waren alle ziemlich wirkungslos. Er hat es auch mit 1 Tilidin Retardtablette (50mg) versucht, ebenfalls ohne große Wirkung.
    Wie weit ist inzwischen die Entwicklung medizinischer Geräte (z. Bsp. Vitos von cerbotec oder Cefaly)? Und machen diese Geräte Sinn bei seltenen/nicht regelmäßigen Anfällen?
    Wie weit ist die Studie zu Timolol-Augentropfen gegen Migräne?

    Vielen Dank für die Möglichkeit, Ihnen alle diese Fragen stellen zu können. Ich weiß sonst keinen anderen kompetenten Ansprechpartner für dieses Thema.

    boni

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 18:22 Uhr

      Liebe Boni,

      eine spezifische Vorbeugung der Behandlung bei Jugendlichen und auch bei Erwachsenen zur Vorbeugung von Migräneauren gibt es leider nicht. Bei dem von Ihnen geschilderten Verlauf sind zudem die Auren sehr selten. Daher stellt sich die Frage, ob überhaupt eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten sinnvoll ist. Opioidanalgetika wie Tilidin sind keine sachgemäße Behandlungsoption. Das Gleiche gilt auch für Timolol-Augentropfen.

      Zur Vorbeugung der Migräneaura sollten zunächst alle verhaltensmäßigen Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden. Diese können Sie auf headbook.me und schmerzklinik.de nachlesen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Felicitas 15. Januar 2018 um 12:11 Uhr

    Sehr verehrter, lieber Herr Prof. Dr. Göbel,

    ich kann es leider nicht so ganz kurz machen.
    Ich hatte das Glück, im vergangenen September die Schmerzklinik in Kiel wegen meiner über 50jährigen dauernden Kopf- und Migräneschmerzen zu erleben.
    Wegen der MÜK war die Medikamentenpause für mich eine unerwartet sehr schwere Zeit!
    Trotzdem bin ich dankbar für die angebotenen Hilfen und für Ihre wunderbaren Mitarbeiter.
    Ich hatte während der ganzen Zeit allerdings keinen schmerzfreien Tag und dehnte die Schmerzpause bis auf vier Wochen zu Hause aus. Bis heute kann ich an einer Hand die bisher wirklich schmerzfreien Tage aufzählen. Die von der Klinik empfohlenen Medikamente zur Prophylaxe und im Akutfall waren bis auf das zuverlässige Imigran Inj. wegen z.T. schwerer Nebenwirkungen, wie Durchfälle, Kribbeln, Hitzezustände, Zappelbeine…. auf Dauer unmöglich geworden.
    Da ich in der misslichen Lage bin, hier keinen Schmerztherapeuten oder Nervenarzt mehr zu haben, verschrieb mir meine Hausärztin vor längerer Zeit Sertralin morgens 100 mg,
    Stangyl abends 50 mg. Dazu morgens Candesartan 16 mg ,Vitamin B2 je 100 mg.
    Die Antidepressiva nahmen mir die heftigen depressiven Verstimmungen.

    Da ich aber nichts gegen den Dauerkopfschmerz machen konnte, der mich kaum leben lässt, verschrieb mir meine Hausärztin Tilidin comp. Retardtabletten (100 mg/8 mg) morgens und abends je 2 Tabletten. Die halfen so gut, dass ich eine Woche lang ein völlig neues Lebensgefühl hatte.
    Da meine Hausärztin nichts von einer 10/20 Regel wusste, erkundigte ich mich sicherheitshalber im Haedbook bei „Bettina“. Sie meinte, dass Tilidin uU. auch unter die 10/20 Regel fallen müsste
    (außer evt. das redard).
    Das war für mich ein Tiefschlag. Ich setzte es natürlich sofort ab und leide nun wieder pausenlos unter für mich unerträglichen (Spannungs/Migräne)Kopfschmerzen.
    Nach Botox-Behandlung seinerzeit bei Dr. Müller-Schwefe treten die Migränen inzwischen seltener als zuvor auf. Da ist Imigran inj. sehr hilfreich.

    Meine Frage an Sie ist: Was empfehlen Sie mir, um den täglichen Kopfschmerz zu lindern?
    Sollten die Antidepressiva erhöht werden, um die Schmerzempfindlichkeit zu ändern?
    Ist Tilidin vertretbar in o.g. Dosierung , das zugleich meine Nacken,- Schulter- und Rückenschmerzen positiv beeinflusste….oder würden Sie Monatliche Kortisongaben bei anhaltender Migräne empfehlen? Ich hatte dies kürzlich probiert und war äußerst zufrieden.

    Die KS hindern mich massiv in meiner Arbeit als Autorin und als Organistin.

    Danke für Ihr offenes Ohr und für Ihre Rückmeldung. Liebe Grüße. Felicitas

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 18:36 Uhr

      Liebe Felicitas,

      ich bitte um Verständnis, dass ich innerhalb des Chats keine individuellen Behandlungsempfehlungen geben kann. Grundsätzlich gilt, dass ein Opioidanalgetikum wie Tilidin für die Behandlung von Migräne oder Spannungskopfschmerzen keine zielführende Option ist. Wenn man Opioidanalgetika jedoch aus anderen Gründen benötigt und diese in langsam freisetzender, sogenannter retardierter Form verabreicht, ist grundsätzlich eine Behandlung möglich, ohne dass ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entsteht. Wenn nach einer Medikamentenpause der Dauerkopfschmerz nicht abklingt, kann ursächliche eine chronische Migräne oder ein chronischer Kopfschmerz vom Spannungstyp verantwortlich sein. In diesem Fall sind leitliniengerecht in erster Linie trizyklische Antidepressiva wirksam. Eine entsprechende Ausdosierung und nachhaltige Behandlung ist dabei erforderlich. Kortikoidgaben können kurzfristig wirksam sein. Sie sind jedoch langfristig aufgrund nachhaltiger langfristiger Nebenwirkungen keine Behandlungsoption.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Claudia 15. Januar 2018 um 12:12 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich hätte eine Frage bezüglich Notfallmedikation sowie Schmerzbeschreibung:

    Ich bin chronischer Schmerzpatient (chron. Migräne + chron. Spannungskopfschmerz)
    Bei Migräne nehme ich 40 mg Relpax + Naproxen + Domperidon in der Hoffnung, dass die Tabletten anschlagen, was leider nicht immer der Fall ist.
    Sämtliche Prophylaxen durchprobiert, leider ohne großen Erfolg. Aktuelle Prophylaxe: Beloc zoc mite 47,5 mg (½ – 0 – ½) + Migravent 2 x 2 Kapseln

    Zusätzlich zur Migräne und den Spannungskopfschmerzen habe ich seit ca. 2 Jahren unerträgliche Nacken- und Schulterschmerzen sowie wahrscheinlich hieraus resultierende Kieferschmerzen. MRT der HWS ist ohne Befund (bis auf einige Vorwölbungen). Die Neurologin meint, dass es auch eine sog. „verlagerte Migräne“ sein könnte. Das hab ich allerdings noch nie gehört. Vor Weihnachten waren die Schmerzen so schlimm, dass ich vom Notdienst Flupirtinmaleat 400 mg Winthorp bekommen habe. Dieses Medikament hat mich über die Weihnachtsfeiertage gebracht. Kann ich dies abwechselnd mit den Triptanen nehmen, sofern die Nacken- und Schulterschmerzen überwiegen?
    Muss dieses Medikament auch mit der 10/20 Regel berücksichtigt werden?
    Eine andere Medikamentenempfehlung meines Arztes war Rantudil retard. Dies habe ich allerdings jetzt noch nicht genommen.

    Nächste Prophylaxe-Empfehlung der Neurologin wäre Duloxetin.

    Haben Sie noch einen Rat bzw. Tipp für mich?

    Vielen Dank vorab für die Rückmeldung.

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 18:37 Uhr

      Liebe Claudia,

      sowohl bei chronischer Migräne, als auch beim chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp ist eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Nacken- und Halsmuskulatur sehr häufig anzutreffen. Grundlage ist eine verstärkte Sensitivierung von Muskel- und Schmerzreflexen im Schulter- und Nackenbereich. Durch die erhöhte Empfindlichkeit werden reflektorisch die Nackenmuskeln angespannt. Bei Überschreiten der 10er-Regel erhöht sich paradoxerweise die Empfindlichkeit mit der Folge, dass diese Reflexe noch stärker ausgelöst werden und damit die Schmerzempfindlichkeit und die Anspannung bei Nachlassen der Medikamente noch weiter verstärkt werden. Damit ist die Behandlung dieser Symptome mit einem Schmerzmittel auf die Dauer nicht zielführend. Leider gilt es auch für Flupirtin. Dieses Medikament ist aktuell auch nur für eine kurzzeitige Behandlung vorgesehen. Es muss auch innerhalb der 10-20-Regel eingerechnet werden.

      Eine positive Behandlung ist möglich durch eine Reduktion der hohen Sensitivierung. Dafür sind die typischen Prophylaktika bei Migräne und Spannungskopfschmerz wirksam. Auch Duloxetin könnte eine Option sein, dies muss im Einzelfall jedoch geprüft werden.

      Wesentlich ist, dass die 10-20-Regel nicht überschritten wird und alle Verhaltensregeln konsequent durchgeführt werden. Man darf dabei nicht die Geduld aufgeben, die hohe Sensitivierung lässt sich im Einzelfall oft erst nach vielen Monaten und darüber hinaus verbessern.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Meiko 15. Januar 2018 um 12:16 Uhr

    leide seit meinem 27. Lebensjahr an Migräne, inzwischen gibt es keinen Tag mehr an dem ich schmerzfrei bin. Laut Uni Homburg Saar wurde festgestellt, daß der Trigeminus- Nerv rechts entzündet ist, so daß ich rechts kaum noch kauen kann. Ich nehme seit
    Juni 2017 Lyrica 75mg morgens und Lyrica 75mg abends ein. Bis jetzt keine Besserung meiner Schmerzen. Bin sehr verzweifelt……Was soll ich noch tun?

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:14 Uhr

      Lieber Maiko,

      eine Migräne, die täglich auftritt und ein entzündeter Trigeminusnerv sind unterschiedliche Diagnosen. Sie sollten sich in einem spezialisierten Kopfschmerzzentrum vorstellen, um eine genaue Differenzierung und einen Therapieplan aufstellen zu lassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Regina 15. Januar 2018 um 12:18 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel,
    vorab noch alles Gute für Sie und Ihr Team für 2018.
    Hier meine Frage:
    Gibt es einen Zusammenhang zwischen Migräne, Einnahme von Triptanen und einer Glaukom-Erkrankung der Augen? Mein Augenarzt vermutet das.
    Bin seit ca. 35 Jahren Migränikerin, war 2011 in Ihrer Klinik und habe durchschnittlich 75 Triptan-Einnahmetage im Jahr. Glaukom und Migräne rechtsseitig.
    MRT und Kardiologe unauffällig.
    LG
    Regina

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:15 Uhr

      Liebe Regina,

      neuere Untersuchungen legen nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen der Migräneerkrankung an sich und der Entwicklung eines Glaukoms gibt. Dieser Zusammenhang ist jedoch sehr schwach. Auch aus diesem Grunde ist es notwendig, dass Migräne effektiv behandelt wird und die Behandlungsmöglichkeiten konsequent umgesetzt werden. Ein Zusammenhang zwischen der Triptaneinnahme und der Entstehung eines Glaukoms ist nicht bekannt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. André 15. Januar 2018 um 12:23 Uhr

    Moin Herr Prof. Göbel,
    ich lebe mit chronischem Clusterkopfschmerz (aktuell 1 – 3 Attacken pro Nacht), bin Stammgast in ihrer Klinik und nehme derzeit an der CGRP-Studie bei Herrn Dr. Heinze teil. (Noch habe ich die Hoffnung, dass ich nur Placebo bekomme.) Beim übernächsten Termin wird sich dann herausstellen, ob das Medikament bei mir Wirkung zeigt und ich muss gestehen, dass meine Erwartungen nicht ganz so hoch sind. Es wird also Zeit mich mit meiner vermeintlich letzten Alternative zu befassen: Das operative Verfahren zur Stimulation des Ganglion Sphenoplatinums. Auf anfänglich hohe Erwartungen scheint sich hier auch Ernüchterung breit zu machen. Wie stehen sie zu dieser Operation?
    Danke und liebe Grüße,

    André

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:17 Uhr

      Lieber André,

      die Stimulation des Ganglion sphenopalatinum ist derzeit die einzige zugelassene Behandlungsoption für den Clusterkopfschmerz im Rahmen der Neuromodulation. Falls keine andere Therapieoption greift, ist der Einsatz zu erwägen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Marlene 15. Januar 2018 um 12:25 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich habe seit mehreren Jahren chron. Migräne ( es besteht kein Mük ). Als Prophylaxe nehme ich 100mg Amitriptylin, Petadolex, Magnesium und Vit.B2 und und halte mich auch sonst an die von Ihnen empfohlenen nichtmedikamentösen Maßnahmen.
    Bereits seit längerer Zeit ist zu dem üblichen Migränekopfschmerz ein Schmerz im Bereich der Nase hinzugekommen, der immer nur auf einer Seite der Nase auftritt. Die betroffene Nasenseite ist dann extrem frei, während die andere Seite immer zugeschwollen ist. Jeder Atemzug verursacht beim Einatmen auf der „freien“ Seite einen reißenden, schneidenden Schmerz, ähnlich dem Gefühl, das entsteht, wenn beim Schwimmen Wasser in die Nase kommt, allerdings um ein vielfaches stärker. Weder ein Infekt noch eine allergische Reaktion treten gleichzeitig auf und die Nase läuft auch nicht. Die Dauer der Schmerzen ist ganz unterschiedlich, sie können mehrere Stunden, aber auch einige Tage anhalten. Ohne gleichzeitige Migräne triggert dieser Schmerz die Migräne, bei gleichzeitiger Migräne verstärkt er sie. Weder Triptane, NSARs oder Tilidin noch Xylocain Nasenspray haben eine Auswirkung auf diese Schmerzen. Auch die längerfristige Einnahme von Präparaten aus dem Bereich der Antikonvulsiva erzielte eine Wirkung.
    Haben Sie von einem derartigen Schmerz schon einmal gehört und können Sie mir diesbezüglich zu einer Behandlung raten?

    Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Antwort und sende liebe Grüße nach Kiel.

    Marlene

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:26 Uhr

      Liebe Marlene,

      das von Ihnen beschriebene Phänomen findet sich immer wieder auch bei Migräne. Die betroffenen Nerven sind hochsensitiv, es kommt zu autonomen Reaktionen wie Naselaufen, Schleimhautschwellung oder Verstopfung der Nase. Auch die Empfindlichkeit kann lokal sehr hoch sein. Insofern gibt es auch Überschneidungen zu den sogenannten trigemino-autonomen Kopfschmerzformen, obwohl der sonstige Migränephänotyp komplett den üblichen Merkmalen entspricht.

      Grundsätzlich sollten zunächst alle Regeln beachtet werden, die für die Behandlung der Migräne gelten. Sollten die Symptome häufig und sehr störend sein, kann ein lokales Kortikoidspray erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Thomas 15. Januar 2018 um 12:35 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    danke für die Weihnachtsgrüße und ein gutes, erfolgreiches neues Jahr für Sie, Ihre Familie und das Team.

    Haben Sie Erfahrungen bezüglich des intravenösen Verabreichens von Procain bei chronischer Migräne gemacht und können Sie eine solche Behandlung empfehlen?

    Mit freundlichen Grüßen aus Köln,

    Thomas

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:27 Uhr

      Lieber Thomas,

      die Gabe von Lokalanästhetika wurde in früheren Jahren immer wieder empfohlen und auch durchgeführt. Ein Wirkungsnachweis dazu liegt jedoch bis heute nicht vor.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Julchen 15. Januar 2018 um 12:43 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich habe eine Frage zur Behandlung der Migräne während der Schwangerschaft.

    Ich habe vor gut 5 Monaten die Pille abgesetzt (Desogestrel im Langzeitzyklus), um meine Periode wieder regelmäßig zu bekommen und möchte nun gerne versuchen schwanger zu werden. Nun weiß ich, dass viele Frauen in der Schwangerschaft weniger bis gar keine Migräne haben. Trotzdem habe ich eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Behandlung von Migräne in der Schwangerschaft. Ich kann Migräne überhaupt nicht aushalten ohne Medikamente. Gibt es Medikamente, die ich unbedenklich einnehmen kann in der Schwangerschaft bzw. für den Notfall Medikamente, welche am unbedenklichsten sind?

    Ich nehme momentan noch 4 Kapseln Migravent Classic pro Tag ein sowie je nach Bedarf bei Migräne Naratriptan in Kombination mit Naproxen (ca. 5-6 mal pro Monat). Ab und zu auch mal Vomex.

    Vielen lieben Dank für Ihren Ratschlag.

    Freundliche Grüße

    Julia

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:29 Uhr

      Liebes Julchen,

      tatsächlich zeigen viele Beobachtungen, dass die Migräne in der Schwangerschaft sich bei vielen Betroffenen deutlich bessert. Natürlich gibt es auch Ausnahmen von dieser Regel, aber im Allgemeinen ist die Zeit während der Schwangerschaft hinsichtlich des Verlaufs der Migräne sehr positiv. Wenn Migräneattacken auftreten, dann ist die Frage, wie man diese behandeln sollte. In erster Linie sollte Ruhe, Rückzug und Entspannung eingeleitet werden. Magnesium kann zusätzlich gegeben werden. Wer außerhalb der Schwangerschaft nicht auf übliche Schmerzmittel reagiert, wird dies auch nicht in der Schwangerschaft. Aufgrund der zahlreichen Studien der vergangenen Jahre mit langfristigen Nebenwirkungen von Paracetamol auf das ungeborene Kind ist dieser Wirkstoff keine geeignete Option. Darüber hinaus ist er nur für schwache und mittelstarke Schmerzen zugelassen. Diese können auch in einer solchen Situation toleriert werden. Sollten sehr schwere Migräneattacken entstehen, dann kann die Einnahme von Sumatriptan im Einzelfall erwogen werden. Insgesamt aber ist auch in der Schwangerschaft die Vorbeugung entscheidendes Thema, das im Mittelpunkt stehen sollte. Sollten Attacken häufiger und schwer auftreten, sollte beim Arzt um eine Krankschreibung nachgefragt werden und ggf. auch bei hochfrequenten Migräneverläufen ein Arbeitsverbot in Erwägung gezogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Helga 15. Januar 2018 um 12:44 Uhr

    Guten Tag,
    ich bin 72 und nehme noch Triptane. Wenn es mir besser geht nach einem Migräneanfall durch die Triptane, darf ich dann wieder Sport machen?
    Danke Helga

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:30 Uhr

      Liebe Helga,

      Triptane sind bis zum 65. Lebensjahr in Studien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht worden. Die Hersteller dürfen daher für Betroffene ab dem 65. Lebensjahr die Einnahme nicht empfehlen. Im Einzelfall können Sie und Ihr Arzt jedoch entscheiden, ob auch über das 65. Lebensjahr eine Behandlung erfolgen kann. Wenn es Ihnen nach einem Migräneanfall wieder besser geht, ist das Betreiben von Sport möglich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Ratzfatz 15. Januar 2018 um 12:48 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich bin 55 Jahre alt und habe seit 20 Jahren Migräne bzw Kopfschmerzen. Im Dezember 2016 war ich in Kiel stationär.
    Seit nunmehr drei Jahren habe ich ununterbrochen Migräne/Kopfschmerzen; im letzten Vierteljahr durchschnittlich 25 Tage/Monat Migräne, die übrige Zeit Kopfschmerzen.
    Ich bin nicht im MÜK. Ich bin äußerst geräuschempfindlich, Helligkeit tut mir oft in den Augen weh und starke Gerüche wie z.b. Putzmittel bescheren mir nicht nur heftige Migräne, sondern auch Asthmaanfälle. Den Haushalt schaffe ich schon lange nicht mehr so wie ich es mir vorstelle.

    Zur Zeit bin ich krankgeschrieben bzw. erhalte ab Febr. 2018 Teilerwerbsminderungsrente, was mich sehr entlastet!

    Ich gehe jeden Tag mit meiner Hündin spazieren bzw. fahre mit ihr Rad.
    Früher habe ich Leistungssport betrieben; die damals benötigte Disziplin hilft mir heute sehr, durchzuhalten.

    Als Prophylaxe nehme ich 150 mg Venlafaxin, 50 mg Doxepin und 100 mg Metoprolol. Daneben nehme ich noch tägl. 600 mg Magnesium und 400 mg Vitamin B2 ein. Alle 3 Monate bekomme ich Botox gespritzt, das mir die Schmerzspitzen nimmt und ich nicht mehr so oft erbrechen muss.

    Seit ca. 1 Jahr lese ich täglich hier im Forum, was mir vor allem psychisch sehr hilft.

    Meine Frage nun an Sie: Kann ich darauf hoffen, dass ich in diesem Jahr eine geeignete Kandidatin sein könnte für die CGRP Impfung?
    Was kann ich dafür tun, damit ich sie bekomme?
    Werden die Kosten für die Behandlung von der Krankenkasse übernommen?

    Herzlichen Dank und freundliche Grüße aus Niederbayern

    Barbara

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:54 Uhr

      Liebe Barbara,

      Ihre Schilderung spricht dafür, dass bei Ihnen eine sehr hochfrequente Migräne mit einer ausgeprägten Sensitivierung besteht. Es ist sehr zu begrüßen, dass Sie sich in allen Bereichen informiert halten. Ob und wann die CGRP-Antikörper zur Vorbeugung der Migräne in diesem Jahr zugelassen werden, hängt von der Entscheidung der Behörden ab. Die Zulassung wird auch darüber entscheiden, für welche Patienten mit welchen spezifischen Merkmalen die Behandlung erfolgen kann. Bei Zulassung wird unter diesen Voraussetzungen eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen zu erwarten sein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Josepha 15. Januar 2018 um 13:09 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    meine Frage zielt auch auf die Impfung gegen Migräne ab.

    2o14 war ich schon mal bei Ihnen in der Klinik , hab einen Entzug gemacht, aber die Migräne ist mir ziemlich treu geblieben.

    Bei mir wirkt leider auch das Botox nicht , dass ich mir in der ambulanten Praxis von Dr.Heinze hab spritzen lassen.
    Nun habe ich auch gehört,
    dass die Impfung in Deutschland ,
    eventuell im Herbst diesen Jahres zugelassen werden soll.

    Das wäre für mich, zur Prophylaxe ,noch mal ein Hoffnungschimmer.

    Ich denke allerdings, dass ich vor so einer Impfung wohl noch mal einen Entzug machen müsste,
    um überhaupt zu merken ,ob die Impfung wirkt.
    Meine Frage wäre, besteht Anlass zur Hoffnung, dass in der Schmerzklinik, dieses Jahr noch,
    solche Impfungen zur Migräne Prophylaxe durchgeführt werden?

    Ich danke für Ihre Antwort
    Und sende liebe Grüße:-)

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:56 Uhr

      Liebe Josepha,

      zu den Hintergründen einer möglichen Zulassung und den Voraussetzungen für die Behandlung darf ich auf die vorhergehende Frage verweisen. Es ist sinnvoll, bei Überschreiten der 10-20-Regel und bei Bestehen eines Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes eine Medikamentenpause systematisch durchzuführen. Nur unter dieser Voraussetzung kann man eine nachhaltige Behandlung nach unserer Erfahrung erwarten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Aventuera90 15. Januar 2018 um 13:15 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    ich würde gerne drei verschiedene Fragen an Sie richten:

    1. Seit einigen Wochen beobachte ich, dass ich jedes Mal sehr starke Kopfschmerzen bekomme, sobald ich beginnenden Hunger verspüre. Kann dies eventuell im Zusammenhang mit meiner Hashimoto-Erkrankung stehen? Seit ungefähr vier Monaten nehme ich nun täglich Efferox ein. Mein Arzt sagt, dass ich soweit ganz gut eingestellt wäre.

    2. Des Weiteren würde mich interessieren, wie eien Basilarismigräne von einer hemiplegischen Migräne abzugrenzen ist? Welche Unterschiede bestehen? Und wie können beide Krankheiten diagnostiziert werden?

    3. Können bei einer Migräne „Krampfanfälle“ auftreten? Falls ja, wären diese in einem EEG nachweisbar? Falls nicht, wären diese dann psychisch bedingt?

    Über Antworten würde ich mich freuen,

    Mit freundlichen Grüßen

    Melanie

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:51 Uhr

      Liebe Melanie,

      ein Abfall des Blutzuckerspiegels kann Kopfschmerzen auslösen. Daher sollte man einen möglichst regelmäßigen Blutzuckerspiegel durch regelmäßige Nahrungsaufnahme realisieren. Auch regelmäßiges Trinken ist erforderlich. Das Gehirn braucht Kohlenhydrate und Sauerstoff sowie Flüssigkeit, um regelrecht arbeiten zu können.

      Das wesentliche Merkmal einer Basilarismigräne, oder wie man heute sagt einer Migräne mit Hirnstammaura, sind Symptome, die im Hirnstamm generiert werden. Diese treten typischerweise beidseitig auf. So können z.B. beidseitige sensorische Störungen oder auch Störungen des Bewusstseins mit Müdigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit bestehen. Bei der hemiplegischen Aura treten motorische Störungen mit Halbseitenlähmungen auf. Die Erkrankungen werden durch eine genaue Beschreibung der Symptomatik seitens des Patienten von einem fachkundigen Arzt diagnostiziert.

      Durch Migräneattacken können epileptische Anfälle getriggert werden. Das kann im Einzelfall auch in einem EEG sichtbar gemacht werden. Notwendig sind aber epilepsietypische Potenziale dort nicht. Epileptische Anfälle sind durch eine erhöhte elektrische Erregbarkeit von Nervenzellen bedingt, sie können durch psychische Situationen ausgelöst werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Doddo 15. Januar 2018 um 13:16 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    Ist es möglich, dass Sumatriptan 100, das ich seit ca. 8 Jahren nehme, von einem auf den anderen Monat nicht mehr zuverlässig wirkt? Der Schmerz verschwindet nicht mehr vollkommen und kehrt anstatt alle 8-12 Stunden schon nach 4 Std. zurück. Da meine Schmerzphasen teilweise bis zu 7 Tagen andauern können, kann ich wegen der Möglichkeit desSchmerzmittelübergebrauchs, die Sumatriptan nicht mehr nehmen. Meine Memophase hat ebenfalls scheinbar begonnen, eventuell besteht hier ein Zusammenhang. Welche Alternativen bieten sich an, die ich am kommenden Mittwoch mit meinem Hausarzt besprechen kann. Ich war Patientin bei Ihnen im Feb. 2015. Mit freundlichen Grüßen

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:49 Uhr

      Liebe Doddo,

      es ist ungewöhnlich, dass ein Triptan von einen auf den anderen Monat nicht mehr zuverlässig wirkt. Dies ist meist der Fall, wenn ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entsteht und die Wirkung zunehmend nachlässt. Es stellt sich dann ein dumpfer Dauerkopfschmerz ein, der dann erst immer wieder durch die neue Gabe reduziert wird. Die Einnahmehäufigkeit wird immer stärker erhöht. Einige Äußerungen in Ihren Schilderungen sprechen für diese Entwicklung. Notwendig ist jetzt eine sehr intensive vorbeugende Behandlung und ggf. bevor diese greifen kann zunächst eine systematische Medikamentenpause.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

      • Doddo 15. Januar 2018 um 20:03 Uhr

        Lieber Herr Prof. Göbel,

        Mük kann ich mir nicht vorstellen, da ich darauf achte und ich vor dieser Situation eine Pause von 15 Tagen hatte. Was ist eine vorbeugende Behandlung. Steht das in Ihrem Buch? Der Kopfschmerz ist auch nicht dumpf sondern , scharf, bohren, einseitig.

        Da ich keinen Kopfschmerz-Spezialisten hier in Kempten habe, wäre ich dankbar, wenn Sie mir nochmals antworten könnten.

        Guten Abend

        Doddo

  16. Evelyne 15. Januar 2018 um 13:23 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    seit ca 40 Jahren habe ich Migräne. In den letzten 3 Jahren ca 7 Tage im Monat, Tendenz der Kopfschmerzen werden weniger, leicht -mittel, Begleiterscheinungen, Schwindel, Gliederschmerzen gleichbleibend.
    Ich bin jetzt 67 Jahre und nehme bei der Attacke 1 Sumatripten 50 mg,, nach 2 Stunden Schlaf sind dann alle Symptome verschwunden. Ich komme damit gut zurecht. Lese aber im Beipackzettel von Sumatriptan,dass
    eine Einnahme über 65 Jahre nicht empfohlen wird. Ich möchte dies gerne ignorieren, bin aber dennoch etwas unsicher.
    Ich freue mich über eine Information.

    Freundliche Grüße

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:57 Uhr

      Liebe Evelyne,

      die Arzneimittelhersteller haben Studien zur Sicherheit und Verträglichkeit sowie Wirksamkeit von den Triptanen nur bis zum 65. Lebensjahr durchgeführt. Sie dürfen daher die Einnahme nicht empfehlen. Verboten ist sie nicht. Wenn Ihr Arzt und Sie individuell die weitere Einnahme aufgrund Ihres Gesundheitszustandes für möglich halten, ist die weitere Behandlung damit begründet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Matthias 15. Januar 2018 um 13:29 Uhr

    Sehr geehrter Hr. Professor Göbel,

    Leider habe ich außer Triptane bisher keine Hilfe gefunden, weder akut noch Prophylaxe.
    Wann wir das erste CGRP-Antikörper Präparat zur Verfügung stehen? Welches wird dies sein?
    Gibt es irgendwelche Möglichkeiten dieses schon eher zu bekommen?
    Gibt es noch aktuelle oder in kürze beginnende Studien, an denen man noch teilnehmen kann?

    Cannabis wird inzwischen sogar in Studien als hilfreich erwähnt. Sehen Sie darin eine Perspektive?

    Vielen Dank.

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:58 Uhr

      Lieber Matthias,

      bezüglich des Einsatzes von CGRP-Antikörpern darf ich auf die obigen Fragen zu diesem Thema verweisen.

      Cannabinoide wirken sehr schwach auf die Übelkeit bei Migräne, für die Schmerzen sind sie nach unseren Erfahrungen nicht wirksam. In Ländern, in denen diese Stoffe frei verfügbar sind, wie z. B. Holland, ist die Migräne ein genauso großes Problem wie in anderen Ländern auch.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Johanna 15. Januar 2018 um 13:44 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    nach zweimaligem Aufenthalten und aktuell ambulanter Betreuung in der Schmerzklinik Kiel, sowie durch das headbook fühle ich mich sehr gut über meine Krankheit cchronische Migräne und Spannungskopfschmerz informiert und ich führe ein „angepasst“ gutes Leben.
    Etwa aller drei Jahre gerate ich trotz allem in den MÜK, den ich mit einer Medikamentenpause im Krankenhaus gut in den Griff bekomme.

    Im vergangenen Dezember hatte ich mir dazu eine wohnortnahe Klinik gesucht und alles genau abgesprochen. Sie verlief erfolgreich.

    Trotzdem hatte und habe ich sowohl mit meinem ambulant behandelnden Arzt in Berlin als auch mit dem Chefarzt, Oberarzt und Stationsarzt in der Klinik immer wieder Diskussionen über den Schmerzmittelübergebrauch, dem daraus bei mir resultierenden MÜK und der Medikamentenpause.

    – es ist nich nachgewiesen dass es MÜK gibt
    – Rückenschmerzpatienten bekommen auch keinen MÜK
    – NSAR machen keinen MÜK, es gibt nur triptaninduzierten
    – wir geben Ihnen Arcoxia, Sie müssen sich schon helfen lassen
    – gut wäre jedes Jahr so eine Pause

    sind einige der Argumente mit denen ich konfrontiert werde und wurde. Ich hab mich permanent auf die Schmerzklinik bezogen, wurde aber natürlich als schwierige Patientin „eingestuft“.

    Nun zu meiner Frage, gint es ein paar einfache Argumente

    – zur Entstehung von MÜK bei Patienten mit primären Kopfschmerzen
    – zum Verzicht auf Schmerzmittel in der Pause
    – zur Sinnhaftigkeit einer jährlichen „prophylaktischen“ Pause

    Vielen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz für uns Patienten.

    Herzliche Grüße von Johanna

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:02 Uhr

      Liebe Johanna,

      der Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch findet sich als richtige Krankheitsgruppe in der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft mittlerweile in der 3. Auflage.

      Rückenschmerzen sind Schmerzen, die im peripheren Nervensystem entstehen. Hat man Schmerzen, wie primäre Kopfschmerzen, die im zentralen Nervensystem in schmerzverarbeitenden Zentren generiert werden, gelten völlig andere Regeln.

      NSAR bedingen ebenso wie alle für die Akuttherapie wirksamen Medikamente einen MÜK.

      Arcoxia ist für die Attackentherapie der Migräne nicht zugelassen und die Wirkung ist nicht belegt.

      Bei Einhalten der 10-20-Regel ist eine Pause nicht erforderlich, dann besteht kein Medikamentenübergebrauch.

      Das schmerzverarbeitende System im zentralen Nervensystem reguliert bei sehr häufiger Einnahme von Medikamenten, die darauf eingreifen, die Empfindlichkeit. Das kennen wir von vielen anderen Körperreaktionen auch, z. B. bei permanenter Gabe von Cortison. Die Schmerzmittel reduzieren die Schmerzempfindlichkeit, das schmerzverarbeitende System versucht eine normale Schmerzempfindlichkeit aufrechtzuerhalten und erhöht die Schmerzempfindlichkeit. Lässt dann die Wirkung des Medikamentes nach, besteht netto eine stark erhöhte Schmerzempfindlichkeit, ein neuer Kopfschmerzanfall mit Rebound-Kopfschmerzen oder mit Rückschlagkopfschmerzen wird bedingt. Durch eine Schmerzmittelpause wird eine Rückstellung der Schmerzempfindlichkeit eingeleitet. Eine prophylaktische Pause hilft nicht weiter. Wenn man unterhalb der 10-Tages-Regel liegt, stellt sich die Schmerzempfindlichkeit nicht um. Überschreitet man diese jedoch, nutzt auch eine feste jährliche Pause nichts, sehr schnell wird man wieder in den Medikamentenübergebrauch hineinkommen.

      Informierte und aufgeklärte Patienten sind nicht schwierig, sie optimieren das Behandlungsergebnis.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Melanie 15. Januar 2018 um 13:51 Uhr

    Guten Tag Herr Professor Göbel,
    Seit nun etwa 7 Jahren leide ich unter Phasen mit starken Kopfschmerzen, sehr starken schwindel, kribbeln im Gesicht, Benommenheit, Sehstörungen,(gegenstände werden in falscher Entfernung oder grösse wahrgenommen teilweise mit Doppel bildern) Lichtempfindlichkeit, sowie Geruchs und Lärmempfindlichkeit. Bei ganz schlimmen Anfällen trat
    ein loocked-in- Syndrom auf. Nach zahl reichen Arzt besuchen wurde eine fokale Epilepsie diagnostiziert. Da aber einige Symptome aber nicht mit meinen übereinstimmten ging ich zur Abklärung letztes Jahr nach Bonn ins Uniklinikum dort wurde ein Langzeit Eeg gemacht sowie ein Mrt des Schädels. Die Diagnose fokale Epilepsie stellte sich als Fehldiagnose heraus und alle Medikamente wurden abgesetzt das uk bonn diagnostiziert eine Migräne mit dem Verdacht das es sich möglicherweise um eine basilaris Migräne handeln könnte. Während der letzten Jahre nahm ich zuerst Keppra ein das wegen Nebenwirkungen durch Lamotrigin ersetzt wurde (50-0-50). Seit dem das Medikament abgesetzt wurde treten die Attacken wieder auf etwa 5-7 Attacken im Monat.
    Nun zu meinen 2 Fragen welche weiteren Untersuchungen würden Sie mir anraten um eine sichere Diagnose zu erhalten das es sich um eine basilaris Migräne handelt oder nicht? Und würde Sie mir zu einer Prophylaxe mit einem betablocker raten ?
    Vielen Dank im voraus schon
    Mit freundlichen Grüßen

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 19:51 Uhr

      Liebe Melanie,

      die Diagnose einer Basilarismigräne oder wie man heute sagt einer Migräne mit Hirnstammaura basiert auf der genauen Beschreibung der Symptomatik seitens des Patienten. Der Arzt muss spezifische Fragen stellen, um den genauen Ablauf und die genaue Lokalisation der Symptome zu erfragen. Im Zusammenhang mit einer neurologischen Untersuchung und ggf. auch mit weiterführenden apparativen Untersuchungen wie einem EEG kann dann die Diagnose gestellt werden. Die von Ihnen geschilderte Medikation kann typischerweise bei den von Ihnen beschriebenen Symptomen eingesetzt werden und erfolgsversprechend sein. Vermutlich ist sie wirksamer als die Behandlung mit einem Betablocker. Dies muss jedoch im Einzelfall geprüft werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Roel 15. Januar 2018 um 14:01 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    Seit verschiedene Monaten verwende ich CBD Öl und es geht mir viel besser.
    Meine Migraine sind mehr geworden aber nicht mehr so schmerzhaft.
    Es geht öfter ohne Triptanen.
    Ich bin begeistert.

    Meine Frage Gibt es Nachteile an diese Cannebisöl?

    Herzliche Grüße
    Roel Lubberts

    • grossmutter32 15. Januar 2018 um 15:00 Uhr

      Hallo,
      habe mir das CBD Öl auch gerade besorgt, darf ich fragen, wie die Dosierung bei Ihnen ist ??
      Danke

      • Roel 15. Januar 2018 um 15:40 Uhr

        Wenn ich spüre das ich Migraine bekomme dann nehme ich drei Tropfen in Zucker gelegt und dann so lange im Mund zergehen lassen.
        Mann kann es auch in ein Getränk einnehmen aber dan Dauer et etwas länger vor das es wirkt.
        Nach 3 Stunden wirkt es nicht mehr. Oder ich wiederhol es oder der Migraine ist weg. Dass letzte kommt öfter vor.
        Weiter Probier ich auch ein esspresso mit Gepresste Zitrone. Schmeckt nicht gut aber dass hilfst mir manschmal auch.
        Grüße. Roel

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:08 Uhr

      Lieber Roel,

      systematische Studien zu den Nebenwirkungen von CBD-Öl sind nicht bekannt. Es ist ja gerade das Problem, dass wissenschaftliche Analysen ausstehen. Es gibt Hinweise aus experimentellen Studien, dass Zebrafische schlechtere Gedächtnisleistungen bei regelmäßigem Einfluss von CBD-Öl aufweisen, gleichzeitig sind sie emotional weniger ängstlich. Während der Schwangerschaft kann eine Störung der Placenta auftreten. Durch hohe Dosen können Schläfrigkeit und Durchfall entstehen.

      In diesem Zusammenhang möchte ich auch darauf hinweisen, dass durch die Einnahme einer Substanz und einer Besserung der Symptomatik keinesfalls auf die Wirksamkeit geschlossen werden darf. So reduziert sich z. B. die Migränehäufigkeit in den CGRP-Antikörper-Studien durch eine Placebobehandlung um 25 %. Auch in Studien zur Vorbeugung der Migräne durch Botulinumtoxin erreicht die Behandlung mit Placebo nahezu 70 % der Behandlung mit dem eigentlichen Wirkstoff.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. MW 15. Januar 2018 um 14:15 Uhr

    Guten Tag Herr Professor Göbel,
    ich habe Kluster- Kopfschmerz und war im März 2017 bei Ihnen in stationärer Behandlung. Ich habe Trimipramin 75 mg zum Abend bekommen. Meine Schmerzen waren weg.
    Nach 80 Tagen ( N3 Packung) waren die Schmerzen wieder da . Die Tabletten hatten auch nach Erhöhung der Dosis von 100 mg keine Wirkung mehr.
    Was ist passiert?

    Mit frendlichen Grüssen
    Martin

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:20 Uhr

      Lieber Martin,

      möglicherweise ist bei Ihnen eine neue aktive Clusterperiode aufgetreten. Dabei hilft Trimipramin nicht. Es ist daher erforderlich, dass eine neue spezifische Behandlung für Clusterkopfschmerzen eingeleitet wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Muddle 15. Januar 2018 um 14:27 Uhr

    Hallo Herr Prof. Dr. Göbel,

    Ich bin 29 Jahre alt, habe seit rund 9 Jahren chronische Migräne (täglich, leicht bis mittelstark). Die bisherige Prophylaxe bestand aus Versuchen mit Vitamin B2, Magnesium, Topiramat, Venlafaxin, Doxepin, Betablockern. Keines der Medikamente wirkte ausreichend, dauerhaft oder mit vertretbaren Nebenwirkungen. Seit einiger Zeit erhalte ich Botox in Kombination mit Betablockern (Metoprolol 50 mg, mehr aufgrund von Müdigkeit nicht möglich). Im letzten Jahr kam ich damit soweit zurecht, zwar weiterhin mit täglichen Schmerzen, aber zumindest konnte ich damit meinen Tag bestreiten und kam mit 7 – 8 Triptanen pro Monat zurecht.

    Seit einigen Monaten ist dies aus beruflichen Gründen nicht mehr der Fall, die Schmerzintensität wurde immer höher und der Zeitpunkt, an dem ich zu einem Triptan greifen musste, kam immer früher, so dass ich häufig schon zur Monatsmitte 10 Triptantage habe und den restlichen Monaten mit „Augen zu und durch“ durchstehen muss. Ich bin daher nun zwei Wochen krankgeschrieben; die Situation auf der Arbeit muss geklärt werden, was aber nicht alleine in meiner Macht liegt und nicht von heute auf morgen machbar ist.

    Nun würde ich daher gerne wissen, ob es noch medikamentöse Alternativen gibt. Mein Arzt hatte mir vor einiger Zeit Procain vorgeschlagen (hierzu ist oben bereits von einem anderen Nutzer ein Beitrag eingestellt, daher werde ich bei der dortigen Antwort gucken). Wäre ein Therapieversuch mit Cannabis in meinem Fall sinnvoll? Wenn ja, welches der Medikamente wäre geeignet und wie wäre das weitere Vorgehen? Ich habe meinen Arzt ehrlich gesagt darauf noch nicht angesprochen, weil es doch irgendwie einen negativen Beigeschmack hat. Mittlerweile habe ich aber viel Positives darüber gelesen und wäre daher nicht abgeneigt es mal auszuprobieren.

    Viele Grüße und vielen Dank im Voraus!

    muddle

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:21 Uhr

      Liebe Muddle,

      aufgrund Ihrer Schilderung ist davon auszugehen, dass sich bei Ihnen ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch zur Migräne hinzugesellt hat. All das Ausprobieren der möglichen Therapieverfahren, die üblicherweise bei Migräne wirksam sein können, wird nicht zielführend sein, so lange der Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch nicht spezifisch behandelt worden ist. Notwendig ist dazu eine Medikamentenpause, die konsequent durchgeführt wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. Holger 15. Januar 2018 um 14:29 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel!

    zuerst einmal wünsche ich Ihnen ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2018!

    Meine Frage lautet *Migräne oder Cluster*?
    Ich bin 65 Jahre alt, männlich und habe seit 36 Jahren Migräne, die auch mehrfach als Migräne ohne Aura diagnostiziert wurde. Seit einigen Jahre beginne ich an dieser Diagnose, an der meine Neurologin immer noch festhält, aus folgenden Gründen zu zweifeln:
    – Der Schmerz ist auf ein schmales Segment am oberen, mittleren Augapfel begrenzt.
    – Der Schmerz ist weder pochend noch dumpf klopfend, sondern grell stechend – wie mit einer glühenden Stricknadel.
    – Tränenfluss und Naselaufen auf der Schmerzseite, zudem hängende Augenlider (wird E-Jan. mittels MRT abgeklärt).
    – Der *Migräneanfall* tritt immer nachts (01:00 – 03:00) oder am frühen Morgen (04:00 – 05:00) auf.
    – Die Auswahl der gut wirksamen Triptane und anderen Medikamente ist sehr begrenzt. Am besten wirkt Imigran Injekt und (falls verfügbar) 1000 mg Aspisol. ImigranNasal und AscotopNasal helfen nicht immer zuverlässig.
    – Die Attacke dauert 3 bis 18 Stunden, kommt häufig am nächsten Tag wieder, was durch die Einnahme von Naproxen oft verhindert werden kann.
    – Der Schmerz hat während der Attacke nicht immer das gleiche Level und verschwindet manchmal für 0,5 bis 1,5 h.
    – Alles was ich bisher an Prophylaxe (3 versch. Betablocker, Kalziumantagonist, Migravent und aktuell Topiramat) ausprobiert habe, wirkte nicht oder hebte nur geringfügig die Schmerzschwelle (Flunarizin, Migravent), nicht aber die Anfallshäufigkeit.
    – Die Migräne ist das ganze Jahr über präsent, ohne jahreszeitliche Vorlieben. Schmerzfreie Zeiten sind nicht länger als höchstens 10 Tage.
    – Es besteht kein MÜK.

    Zu meiner am Anfang gestellten Frage hier der Zusatz *Wie kann der Verdacht auf einen Cluster ausgeschlossen werden? Oder denke ich in eine völlig falsche Richtung?

    Herzlichen Dank und beste Grüße aus Braunschweig

    Holger

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:22 Uhr

      Lieber Holger,

      es ist verständlich, dass Sie bei Ihrer Schilderung der Symptomatik Unklarheiten bezüglich der diagnostischen Einordnung Ihrer Kopfschmerzen haben. Eine Reihe der Merkmale, die Sie schildern, spricht für das Bestehen eines Clusterkopfschmerzes. Andere, wie z. B. die Angabe, dass die Attacken bis zu 18 Stunden anhalten können, sprechen dagegen. Daher ist es erforderlich, dass Sie sich in einer spezialisierten Kopfschmerzsprechstunde einen Termin holen, um diese Fragen klären zu lassen. Für die genaue diagnostische Bewertung ist es notwendig, zahlreiche Rückfragen zu stellen und den Verlauf insbesondere auch durch einen Schmerzkalender genau zu analysieren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. grossmutter32 15. Januar 2018 um 14:58 Uhr

    Guten Tag zusammen,

    bin jetzt mit über 70 Jahren schon über 50 Jahre mit Migräne, Spannungskopfschmerz geplagt, habe drei HWS OP hinter mir, zwei OP nach Janetta wegen nicht medikamentös behandelbarer Trigeminusschmerzen, und und und.

    Natürlich Klinikaufenthalte, Entzüge , Alternativbehandlungen auch Botox, unter dem Strich……keine Linderung, keine Lebensqualität mehr bei täglichen andauernden Schmerzen. Einen stat. erneuten Entzug traue ich mir nicht zu.
    Jetzt hat mein Schmerzarzt Dronabinol /Cannibis als eine mögliche Alternative vorgeschlagen.

    Gibt es dazu bei Ihnen Herr Professor schon Erfahrungen , oder hätten Sie noch eine andere neue Idee, um die Lebensqualität wenigstens etwas zu verbessern ????
    gerne stehe ich auch für Studien zu Verfügung, komme aber ohne Immigran nicht aus, sogar muss es das Original sein , kostet jedesmal ca 60 € Zuzahlung.

    Danke und Gru0 aus Hessen

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:24 Uhr

      Liebe Großmutter,

      bei dem von Ihnen beschriebenen komplexen Verlauf ist es mir leider nicht möglich, eine detaillierte Information zum Vorgehen zu geben. Die Behandlung mit Dronabinol/Cannabis bei primären Kopfschmerzen und Trigeminusneuralgie ist nach allen Erfahrungen nicht besonders wirksam. Sollten Sie Akutmedikamente an mehr als an 10 Tagen im Monat einnehmen, ist auch möglicherweise die Therapie das Problem: Es ist die Frage zu stellen, ob ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz besteht. Das alles muss jedoch im Rahmen einer spezialisierten Behandlung geklärt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  25. Kajuko 15. Januar 2018 um 15:08 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    begünstigen Angststörung und Depression die Migräne und die Häufigkeit?

    Vielen Dank für die Möglichkeit Ihnen Fragen stellen zu können.

    Herzliche Grüße
    Kajuko

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:25 Uhr

      Lieber Kajuko,

      die Migräne steht mit psychischen Erkrankungen in enger Verbindung. So können Angststörungen und Depressionen 6x häufiger auftreten als bei nicht von der Migräne betroffenen Menschen. Ängste und Depressionen können einerseits Migräneattacken auslösen, andererseits können Migräne und Ängste sowie Depression sich gegenseitig verstärken. Daher ist eine spezifische Therapie konsequent erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  26. Emma 15. Januar 2018 um 15:54 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich befand mich in den Jahren 2008/2009 zweimal stationär in der Schmerzklinik Kiel, wo ein chronischer CKS diagnostiziert wurde. Über die folgenden Jahre wurde dann das gesamte Medikamentenkontingent ausgeschöpft, die Behandlung jedoch immer entweder wegen ausbleibenden Nutzens oder extremer Nebenwirkungen abgebrochen. Mir wurde gesagt, der CKS sei therapierefraktär und man könne nichts mehr für mich tun; eine OP käme in meinem schlechten Allgemeinzustand nicht in Frage.
    Nun wurden bei mir im letzten Jahr das Ehlers-Danlos-Syndrom und damit zusammenhängend zahlreiche andere Erkrankungen diagnostiziert, die mich teilweise seit frühester Kindheit – ich bin nun 27 Jahre alt – plagen: Dysautonomie, Veneninsuffizienz, Versagen des Magen-Darm-Traktes mit massiver Kachexie bei Malabsorption und -assimilation und paradoxen Diarrhoen mit anstehender künstlicher Ernährung, POTS, Endometriose, Arthrose, häufige (Sub-)Luxationen, progrediente Resorption der Kiefergelenke, Mastzellaktivitätssyndrom, Blutungsneigung, chronische Schwäche, V.a. Erythromelalgie etc.
    Von anderen EDS-Patienten weiß ich, dass Cluster-Kopfschmerzen recht häufig in Verbindung mit Ehlers-Danlos und Dysautonomie auftreten. Meine Frage ist nun, ob es wahrscheinlich ist, dass das Ehlers-Danlos-Syndrom den Erfolg der Behandlung des CKS so massiv behindert hat (vor allem, da EDS-Patienten so häufig veränderte Gefäße im Gehirn haben) und ob es in diesem Fall vielleicht eine andere Behandlungsmöglichkeit gibt?

    Vielen Dank im Voraus und entschuldigen Sie bitte die etwas komplexe Fragestellung!

    Freundliche Grüße

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:25 Uhr

      Liebe Emma,

      bei einer solch komplexen Erkrankung ist es leider im Einzelfall nicht möglich, die verschiedenen Therapieoptionen auszudosieren, um eine Wirksamkeit bei schweren Clusterkopfschmerzattacken zu erzielen. Aus diesem Grunde behindert ein Ehlers-Danlos-Syndrom den Erfolg der Behandlung von Clusterkopfschmerzen. Es muss daher im Einzelfall genau analysiert werden, welche Möglichkeiten bestehen, die effektiv und verträglich die Schmerzen reduzieren können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  27. Roman 15. Januar 2018 um 16:04 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    als Betroffener und regelmäßiger Leser des Headbooks finde ich keine Angaben zu folgenden Fragen. Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen. Hier meine Fragen:

    1. Ist das eine chronische Migräne oder sollte das zusätzlich noch einmal abgeklärt werden?: Seit zwei Jahren Dauerkopfschmerz. Täglichen Migräneattacken immer nachts beginnend, abklingend nach ca. 7-8 Stunden, danach erträglicher Restschmerz bis die Migräne nachts neu beginnt. Kein MÜK. Schmerzmittel wie Aspirin, etc. und auch Sumatriptan schlagen nicht an. Seit 2 Monaten wieder sehr starke Attacken, Dauer ca. 16 Stunden, nur absolute Bettruhe möglich.

    2. Wenn die Migräne mich täglich 16 Stunden ans Bett fesselt und ich nicht essen und aufstehen kann, soll ich mich dann zum Essen und Aufstehen zwingen um den Kreislauf anzuregen und den Kohlehydratspiegel konstant zu halten?

    3. Hat die Anwendung von mehreren Prophylaxemitteln (Pestwurz + Betablocker + Magnesium/B2) gleichzeitig Vorteile gegenüber der Einnahme nur eines Prophylaxemittels zur Zeit?

    Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    Roman

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:26 Uhr

      Lieber Roman,

      der von Ihnen beschriebene Verlauf ist untypisch und sollte eingehend in einem Kopfschmerzzentrum untersucht werden.

      Falls irgendwie möglich, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und auf die Aufnahme von Kohlenhydraten geachtet werden.

      Die Kombination von mehreren Prophylaxemitteln kann dann notwendig sein, wenn ein einzelner Wirkstoff nicht ausreichend wirkt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  28. Nelie 15. Januar 2018 um 16:06 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    von Herzen vielen Dank an Sie und Ihr Team für Ihr Engagement für uns Migräniker!

    Bin 55 Jahre alt, Migräne seit Jugendtagen, seit 5 Jahren chronifiziert, diverse Prophylaxen seit 2001, zur Zeit Venlafaxin ret. 150mg, Amitryptilin 35 mg (10 + 25 mg abends), Bisoprolol 1,25 mg, Botox alle 3 Monate.

    Meine Frage: Die MÜK Problematik ist mir vertraut, halte mich streng an die 10/20 Regel: Bei Akuttherapie Domperidon+ Relpax 40 + Naproxen 500.

    Aufgrund meiner zusätzlichen Morbus Bechterew Erkrankung möchte ich wissen: zählen die Medikamente Ortoton, Flupirtin, Oxaceprol auch zu den Medikamenten, die wie die Triptane etc unter die 10/20 Regel fallen?

    Im voraus vielen Dank für Ihre Antwort und herzliche Grüße

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:27 Uhr

      Liebe Nelie,

      grundsätzlich gilt die Regel, dass alle Wirkstoffe, die auch für die Attackentherapie der Migräne wirksam sind, einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz bei zu häufiger Einnahme bedingen können. Die von Ihnen genannten Medikamente wirken typischerweise nicht im akuten Migräneanfall, daher ist eine Interferenz mit der 10-20-Regel nicht anzunehmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  29. grossmutter32 15. Januar 2018 um 16:28 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    Wie sieht bei Ihnen in der Klinik eine sinnvolle migräneprophylaxe aus, für einen 72 jährigen Patienten, der schon über 50 Jahre leidet und evtl. nicht richtig eingestellt ist.
    Vieles versucht, vieles nicht vertragen, jetzt nur. 1 Metoprolol 50 .
    Danke für Ihre Mühe
    Gruß
    Maria

    • Hartmut Göbel 15. Januar 2018 um 20:27 Uhr

      Liebe Maria,

      zu den verschiedensten Möglichkeiten der Migräneprophylaxe darf ich Sie auf die entsprechenden Gruppen hier auf headbook oder auch auf die Ausführungen auf schmerzklinik.de verweisen. Es gibt zur Vorbeugung mannigfaltige Möglichkeiten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

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