Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 26.02.2018

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By |2018-02-26T19:32:21+00:00Februar 2nd, 2018|Livechat|40 Comments

About the Author:

40 Comments

  1. Ratzfatz 26. Februar 2018 um 12:01 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    Sie haben mir im Januar schon Ratschläge, u. a. wegen der CGRP Impfung gegeben…

    Heute brauche ich Ihren Rat wegen meiner Prophylaxe: ich musste vor ca. 3 Wochen das Doxepin 50 mg beenden, da sich bei mir das EKG Bild verändert hat. Die Kontrolle nach zwei Wochen zeigte Verbesserung.
    Ich habe nicht gedacht dass es irgendwelche besonderen Auswirkungen hätte, aber seit dem Abbau dieses Blutspiegels ist meine chronische Migräne noch schmerzhafter geworden, ich sehe seit 2 Wochen nur sehr verschwommen, so dass ich mich zur Zeit gar nicht mehr recht traue, mit dem Auto zu fahren. So schlimm war es für mich schon seit etwa 2 Jahren nicht mehr. Ich vermute, dass das mit dem beendeten Doxepin zu tun hat.
    Meine Frage: Gibt es einen adäquaten Ersatz für das Doxepin, so dass, neben dem besseren Einschlafen, auch die Migräne in Grenzen gehalten wird?

    Herzlichen Dank und freundliche Grüße aus Niederbayern

    Barbara

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 18:34 Uhr

      Liebe Barbara,

      besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob es eine Möglichkeit wäre, Doxepin zu reduzieren. Ebenfalls ist es denkbar, dass man auf ein anderes trizyklisches Antidepressivum umstellt, wie z. B. Trimipramin. Dies wirkt sowohl schlaffördernd als auch kopfschmerzvorbeugend.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. Paula Alice 26. Februar 2018 um 12:03 Uhr

    Einen wunderschönen Guten Tag Herr Prof. Göbel,
    ich freue mich, dass ich hier die Möglichkeit habe Ihnen meine Fragen zu stellen. Und danke für die Antwort.
    Gegen meine Migräne (2-4 mal Mon.a 2,5 Tg) nehme ich seit Jahren Almogran. Mein Blutdruck war bisher immer normal. Letzte Woche beim Arzt 170/80, das war 12 Std nach Einnahme von Almogra u. Domperidon. Messe z.Zt. tägl. und der Durchschnittswert liegt bei 145/80.
    Als Kontraindikation bei Triptan Einnahme steht Bluthochdruck. Sind meine Werte eine Kontraindikation? Ich kann keine anderen Schmerzmittel nehmen, da ich Allergie auf Ibuprofen habe. Oder kam der hohe Blutdruck evtl von Migräne und Triptan?
    Habe jetzt Angst vor dem nächsten Anfall…..Ohne Almogran halte ich die Schmerzen nicht aus.
    Mit herzlichen Grüßen,
    Paula Alice

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 18:35 Uhr

      Liebe Paula,

      ein nicht eingestellter erhöhter Blutdruck ist eine Kontraindikation für die Einnahme von Triptanen. Ein einmaliger Wert, der erhöht ist, begründet noch nicht einen hohen Blutdruck. Auch wenn man einen hohen Blutdruck hat und dieser gut eingestellt ist, ist es möglich, Triptane weiter zu verwenden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Yvonne 26. Februar 2018 um 12:03 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    vielen Dank erst einmal, dass sie sich die Zeit nehmen, meine Fragen zu beantworten.
    Ich war im Oktober 2017 stationär bei Ihnen in der Schmerzklinik, wo bei mir chronische Spannungskopfschmerzen und chronische Migräne diagnostiziert wurden. Medikamentös bin ich mit Doxipin 50mg eingestellt worden, sowie gegen Migräneattacken mit 5mg Zolmitriptan + Naproxen 500mg.
    Die Migräneattacken sind nach dem Aufenthalt nicht weniger geworden, sondern gleichbleibend und eher mehr Tage im Monat. Im November waren es 6, im Dezember 5; im Januar 18 und im Februar bislang 12 Tage. Zudem habe ich das Gefühl das die Reizüberflutung immer schneller eintritt.

    Ich habe die Befürchtung, das ich mit der Einnahme etwas falsch mache. Ich habe mich an die Regeln, nicht mehr als 10 Tage im Monat sowie nicht mehr als 3 Tage am Stück Triptane einnehmen, gehalten.

    Im Januar hatte ich mehrere Migräneattacken, wobei ich nach Erreichen des 10. Triptan-Tages des Monats am nächstfolgenden Migränetag Prednisolon 100mg eingenomme habe. Am Folgetag 50mg und am darauffolgenden Tag 25mg. Was erfolglos blieb und zusätzlich 2 Tage später eine völlige Migräneentgleisung eintrat mit Schmerzstärke 10 und Symptomen, wie ich sie vorher noch nie hatte.
    Daraufhin 3 Tage im Bett gelegen, Schmerzen ohne Medikation ertragen. Ab dem 4. Tag ließen die Schmerzen langsam nach bzw. hielten unterschwellig mit mittleren Kopfschmerzen noch ein paar Tage an. Seit der Migräneentgleisung am 30.1 bin ich nun krank geschrieben und habe mich an alles gehalten, was ich bei ihnen in der Klinik gelernt habe. Besonders Sehr viel Ruhe und Entspannung in abgedunkelten Räumen.
    Trotzdem kam es am 18.2. zu einer erneuten Attacke die bis heute anhält.

    Ich habe 2 Tage hintereinander Triptan eingenommen, am 3. Tag nicht, da die Triptanschwelle nicht erreicht wurde(mittlerer Kopfschmerz zeitweise Übelkeit) und am 4. Tag habe ich wieder Triptan eingenommen, weil die Triptanschwelle wieder erreicht wurde. 5. und 6. Tag kein Triptan, da wieder die Triptanschwelle nicht erreicht wurde. Am 7. Tag habe ich auch kein Triptan eingenommen, obwohl die Triptanschwelle erreicht wurde. Ich habe mich ins Bett gelegt und den Schmerz ausgehalten. Am 8. Tag Einnahme Triptan. Heute 9.Tag mittlerer Kopfdruck meist links mit unterschwelliger leichter Übelkeit, sobald ich mich mehr im Haus bewege oder lese Schmerzunahme.

    Ist der Einnahmeablauf mein Fehler, was dazu führt, dass die Migräneattacken so lange sind und nicht aufhören?
    Wie soll ich mich richtig erhalten? Was kann noch getan werden damit die Attacke endlich wieder aufhört?
    Kortison wie Prednisolon hatte ich in ihren Unterlagen gelesen darf nur alle paar Monate angewahnt werden. In meinem Medikamentenplan steht beim Status Migraenosus halt auch noch 16mg Dexamethason in 250ml NaCl 0,9% als Kl i. v. ist ja auch ein Glucocorticoid. Dürfte diese Infusion zum jetzigen Zeitpunkt gemacht werden?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Yvonne

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 18:37 Uhr

      Liebe Yvonne,

      im Rahmen des Chat kann ich nur die Fragen allgemein beantworten. Wichtig ist bei Ihnen, dass die Vorbeugung besser greift. Dies kann einmal erreicht werden, indem man das jetzt eingestellte Medikament zur Vorbeugung hinsichtlich seiner Dosis erhöht. In Einzelfällen ist es erforderlich, dass man Doxepin auf 100 oder auch 150 mg einstellt. Des Weiteren muss überlegt werden, ob bei einer chronischen Migräne weitere vorbeugende Maßnahmen erforderlich sind. Das einzige Medikament, das zur Vorbeugung der chronischen Migräne zugelassen ist, ist Botulinumtoxin. In Hinblick auf den von Ihnen beschriebenen Verlauf könnte die Notwendigkeit für die Behandlung bestehen.

      Problematisch ist die Attackentherapie. Diese funktioniert noch nicht ausreichend. Die Attacken dauern bei Ihnen immer sehr lange an. Die Anfälle laufen über vier Tage oder auch über neun Tage. Grundsätzlich ist es schwierig, bei einer hochfrequenten Migräne die Auswahl der Tage, an denen man ein Triptan einsetzt, festzulegen. Wenn das Triptan initial nicht ausreichend wirkt, dann hat es keinen Sinn, das gleiche Triptan nochmal einzunehmen. Nicht am gleichen Tag und auch nicht am nächsten Tag. Hier muss ein Ersatzmedikament eingesetzt werden, das außerhalb der Triptanfamilie wirksam ist. Ansonsten kommt man immer wieder in den Übergebrauch, ohne dass man eine Wirkung erzielt. Die Einnahme von Prednisolon bei einem Status migraenosus mit 100 mg am ersten Tag, 50 mg am zweiten und 25 mg am dritten Tag sollte auch überdacht werden. Üblicherweise nimmt man zur Kupierung einer akuten Migräneattacke 100 mg oral. Diese Dosierung kann ggf. am zweiten oder dritten Tag weitergeführt werden. Bei dieser Kurzzeitbehandlung ist ein Ausschleichen nicht erforderlich. Aufgrund der Komplexität, die Sie schildern und der Schwierigkeit im Verlauf, sollte eine spezialisierte Verlaufs- und Erfolgskontrolle durchgeführt werden. Vereinbaren Sie dazu einen gesonderten Termin.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Alice15 26. Februar 2018 um 12:12 Uhr

    Guten Tag Herr Dr. Göbel,

    ist es möglich, dass bei diesen kalten Temperaturen unter 0 Grad eine Migräne leichter ausgelöst werden kann. Ich stelle bei mir eine Verstärkung der Migräne fest, was die Häufigkei, Dauer und Schmerzintensivität angeht. Tägliches Fahrradfahren um 0 Grad scheint mir nicht gut zu bekommen, auch wenn ich mich gerne bewege. Ich bin 60 Jahre alt.
    Danke für Ihe Antwort

    Es grüßt Sie herzlich Alice

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 18:38 Uhr

      Liebe Alice,

      kalte Temperaturen sind als Migräneauslöser nicht belegt. Momentan leiden jedoch viele an dem gleißenden, hellen Licht bei tiefem Sonnenstand. Die erhöhte Lichtempfindlichkeit kann möglicherweise dazu beitragen, dass Migräneattacken jetzt häufiger ausgelöst werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Olga 26. Februar 2018 um 12:13 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dr. Göbel,
    einen herzlichen Dank für ihr unermüdliches Engagement für meine Leidensgenossen und mich. Ich leide seit meiner Kindheit unter Migräne, seit ca. 15 Jahren chronisch. Zurzeit bin ich mit Bisoprolol und Amitriptylin als Prophylaxe eingestellt. Zusätzlich bekomme ich seit einem ¾ Jahr Botox, was mich zusätzlich stabiler macht. In meinem Schmerzkalender sieht man allerdings keine Änderungen. Ich habe nach wie vor 10 Tablettentage, fühle mich aber zwischen den Anfällen besser und diese verlaufen milder. Die Ärztin hier im Klinikum verlangt, dass ich die Prophylaxe absetzte. Sie meint, dass die Krankenkasse (TK) sonst kein Botox mehr genehmigen werde, weil eine Verringerung und ein späterer Verzicht auf die Prophylaxe als Wirkungsnachweis vorausgesetzt werden. Jetzt hat sie den Abstand für die nächste Spritze auf 4 Monate verlängert. Wie ist Ihre geschätzte Meinung dazu?

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 18:39 Uhr

      Liebe Olga,

      durch die Behandlung mit Botulinumtoxin werden nicht immer die Kopfschmerztage pro Monat reduziert. Häufig ist jedoch zu beobachten, dass die Schmerzintensität und auch die Aggressivität von Begleitsymptomen nachlassen. Auch die Behandelbarkeit mit Akutmedikation wird verbessert. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass die Tablettentage pro Monat nicht abnehmen. Das zeigt sich auch in Langzeitstudien. Es ist nicht vorgeschrieben, dass bei der Behandlung mit Botulinumtoxin eine weitere Vorbeugung wie z. B. mit einem Betablocker abgesetzt werden muss. Das hat auch nichts mit der Erstattung seitens der Krankenkasse zu tun. Ein Wirkungsnachweis wäre damit auch nicht verbunden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Tanni 26. Februar 2018 um 12:22 Uhr

    Lieber Prof. Göbel,
    zunächst erstmal vielen herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft, unsere Fragen zu beantworten!

    Ich habe seit bald 6 Jahren fast täglich Kopfschmerzen (Diagnose: chronischer Spannungskopfschmerz oder New daily persistant headache – mein Neurologe wollte sich nicht konkreter festlegen – und Migräne). Nach etlichen gescheiterten Versuchen mit verschiedenen Medikamenten mache ich seit 2 Monaten erstaunlich gute, wenn nicht gar herausragende, Erfahrungen mit Ortoton (2 Tabletten abends). Der Kopfschmerz ist in Dauer und Intensität deutlich zurückgegangen und ich war schon mehrere Tage nahezu schmerzfrei, allerdings geht es mir aktuell psychisch nicht gut. Normalerweise bin ich ohne Medikamente trotz Kopfschmerzen psychisch stabil und ausgeglichen, hatte zuletzt jedoch auch relativ viel Stress.

    Nun hätte ich 2 Fragen hierzu:
    In der Literatur und auch im Internet finden sich kaum Informationen zu Ortoton in Bezug auf die Behandlung von Kopfschmerzen – gibt es hierzu bei Ihnen Erfahrungswerte oder bewege ich mich auf experimenteller Ebene?

    Besteht die Möglichkeit, dass meine aktuelle psychische Labilität mit der Einnahme von Ortoton in Zusammenhang steht?

    Vielen Dank und herzliche Grüße, Tanni

    P.S.: Mir ist bewusst, dass Ortoton in Bezug auf die 10er Regel nicht unumstritten ist. Da ich mit Tizanidin über einen längeren Zeitraum keine Probleme hatte, lasse ich es nach Rücksprache mit meinem Arzt gerne auf einen Versuch ankommen…

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 18:59 Uhr

      Liebe Tanni,

      das Anwendungsgebiet für Ortoton ist die symptomatische Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen, insbesondere des unteren Rückenbereiches (Lumbago). Für die Behandlung von Kopfschmerzen ist das Medikament nicht zugelassen. Sie bewegen sich tatsächlich auf experimenteller Ebene. Das gilt auch für einen möglichen Zusammenhang mit der psychischen Labilität.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Nicole 26. Februar 2018 um 12:38 Uhr

    Hallo Prof. Göbel ich war letztes Jahr November, Dezember bei ihnen in der Klinik, zum schmerz Mittel Entzug.
    Bin jetzt bei 11-12 Kopfschmerztage im Monat, und nehme bei Bedarf Naproxen , habe leider ziemlich Angst wieder rückfällig zu werden, außerdem brauche ich regelmäßig Manuelle Therapie, haben sie vielleicht einen Tipp für mich das ich nicht noch mal rückfällig werde.

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:00 Uhr

      Liebe Nicole,

      gut, dass Sie sich engagiert bemühen, die 10-20-Regel einzuhalten und alles umzusetzen, was Sie gelernt haben. Es gibt nicht den einen Tipp, um Kopfschmerzen zu vermeiden. Kopfschmerzen sind sehr komplex und viele Einflussfaktoren spielen eine Rolle. Daher muss man zahlreiche Regeln und Verhaltensfaktoren beachten und diese im Alltag umsetzen. Vieles hängt auch von äußeren Faktoren wie Beruf, sozialer Umwelt und den eigenen Genen ab. Trotz alledem gilt: Wenn man sich bemüht und engagiert, wird man in aller Regel auch dafür positiv belohnt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Glockner 26. Februar 2018 um 13:03 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr.Göbel,

    unsere Tochter Tanja war im November 2017 bei Ihnen in Behandlung. Ich habe eine Frage zu dem Medikament Venlafaxin 75 mg, dass Sie mir damals verschrieben haben. Als Nebenwirkungen sind bei mir Schlaflosigkeit, Harndrang, Albträume und Darmbrobleme aufgetreten. Werden sich die Beschwerden wieder geben oder gibt es eine Alternative?
    Die Migräne ist viel besser geworden, nur noch wenige Tage mit Beschwerden. Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Viele Grüße aus Harsewinkel
    Tanja

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:01 Uhr

      Liebe Tanja,

      wenn die Migräne jetzt viel besser geworden ist, wäre es zu überlegen, das Venlafaxin zu reduzieren. Bei einer Halbierung könnten die von Ihnen beschriebenen Nebenwirkungen möglicherweise aufhören. Dies muss individuell ausgetestet werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Bayern 26. Februar 2018 um 13:21 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    Anfang des Jahres hatte ich einen sehr starken Migräneanfall. Ich kann mich weder an die Nacht, noch an den darauffolgenden Tag erinnern. Nachdem zuerst ein Schlaganfall vermutet wurde, wurde ich ins Kopfzentrum des Klinikums gebracht. Alle Untersuchungen (MRT, EEG, Ultraschall, Nervenwasser…) waren glücklicherweise negativ. Nach intravinöser Gabe von Novalgin war ich wieder einigermaßen bei Sinnen und wurde einige Tage im Krankenhaus beobachtet.
    Die Diagnose war nun „Transiente Globale Amnesie“.
    Kann die Migräne dies ausgelöst haben? Falls ja, kann ich selbst was machen, dass ich nicjt nochmal in so eine Lage komme?
    Im Krankenhaus konnte mir das niemand beantworten.
    Vielen Dank für Ihre Antwort

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:08 Uhr

      Liebe Bayern,

      schwere Migräneattacken im Sinne einer Migräne mit Hirnstammaura können mit starker Müdigkeit bis zur Bewusstlosigkeit einhergehen. Auch Gedächtnisstörungen können im Rahmen von Migräneauren auftreten. Wenn die Symptome im Rahmen einer Migräneattacke aufgetreten sind, kann angenommen werden, dass die Migräne für die neurologischen Störungen verantwortlich war. Zur Vorbeugung sollten Sie alle Regeln beachten, die zur Vorbeugung von Migräneattacken bestehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Tanja 26. Februar 2018 um 13:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Göbel. Ich war auch Patientin in ihrer klinik im Oktober 2017. Bin momentan seit zwei Wochen auf 150 mg Topiramat. Trotzdem im Februar schon bei 17 Anfällen. Halte allerdings die 10/20 Regel streng ein. Wann muss die Ehöhung greifen bzw. wann merke ich ich sollte mehr erhöhen auf 200 mg bzw. dass es nicht die richtige Prophylaxe ist? ! LG Tanja

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:09 Uhr

      Liebe Tanja,

      150 mg Topiramat ist bereits eine Dosierung im oberen Bereich. 17 Migräneanfälle können für jemanden, der von 25-30 Migränetagen pro Monat kommt, bereits positiv sein. Für jemanden, der eine episodische Migräne hat, sind 17 Tage sehr viel. Man merkt, ob eine Dosierung adäquat ist daran, dass sie eine ausreichende Wirkung entfaltet. Das zweite Merkmal ist, wenn die Dosierung Unverträglichkeiten bedingt und man nicht höherdosieren kann, ohne dass eine ausreichende Wirkung erzielt worden ist. Beides sind Argumente, eine andere Vorbeugung zu wählen. In der Regel wartet man 2-3 Monate um sicher zu sein, ob eine Vorbeugung wirksam ist. Bedauerlicherweise gibt es keine sichere Vorbeugung, bei der man voraussagen kann, ob eine Effektivität eintritt. Es ist daher im Einzelfall immer wieder notwendig, verschiedenste Wege auszutesten, bis man einen zielführenden findet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Edith0610 26. Februar 2018 um 14:03 Uhr

    Meine Migräneanfälle beginnen fast immer in den frühen Morgenstunden zwischen 4 und 7 Uhr. Was könnte die Ursache sein?
    Vielen Dank schon jetzt für Ihre Antwort

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:10 Uhr

      Liebe Edith,

      es ist charakteristisch, dass die Migräne in den frühen Morgenstunden genau in der Zeit zwischen 04.00 und 07.00 Uhr beginnt. Grund dafür könnte sein, dass die Energievorräte in den Nervenzellen über Nacht sich entleeren und dann das Nervensystem nicht genügend Energie besitzt, um die Steuerung zu organisieren. Vielen hilft es, wenn man vor dem Zubettgehen noch einmal kohlenhydratreiche Nahrungsmittel aufnimmt. Manche Patienten haben auch Erfolg damit, dass sie sich den Wecker stellen und um 02.00 Uhr noch einmal Kohlenhydrate aufnehmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. mari 26. Februar 2018 um 14:05 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Goebel,

    dank des Aufenthalts bei Ihnen in der Schmerzklinik und der Umstellung auf Trimipramin blieb ich sehr lange Zeit von der Migräne fast verschont. Allerdings verursachte das Trimipramin bei mir Herz- stolpern/rasen, weshalb ich es schweren Herzens absetzte. Ein Ausflug zu Metoprolol führte wieder zu wöchentlichen Migräneattacken. Jetzt nehme ich seit 1 Woche Mirtazapin 15 mg und habe ein Taubheitsgefühl in einem Ohr und gelegentlich Schwindel. Mein Schmerztherapeut sagt, Taubheitsgefühl im Ohr und Schwindel nach Mirta habe er noch nie gehört,- also weiternehmen. Der Ohrenarzt mahnt jedoch zur Vorsicht. Wie ist da Ihre Erfahrung? Bevor es jetzt doch zum Absetzen von Mirta kommen sollte und ich dann wild nacheinander irgendwelche passenden trizykl. Antidepressiva ausprobiere,- welche sind denn erfahrungsgemäß besonders gut verträglich?
    Viele Grüße und vielen Dank !

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:11 Uhr

      Liebe Mari,

      bei Herzstolpern und Herzrasen wäre zunächst eine kardiologische Untersuchung sinnvoll, um Ursachen dafür herauszufinden. Grundsätzlich können trizyklische Antidepressiva dafür verantwortlich sein. Häufig hilft dabei eine Dosisanpassung, um eine Verbesserung zu erzielen. Möglicherweise können Sie mit einer Reduktion von Trimipramin den gleichen Effekt erzielen. Alternativ wäre es möglich, eine Begleitmedikation für den schnellen Herzschlag zusätzlich einzusetzen. Dies sollte in Absprache mit dem Kardiologen überlegt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Gabriele_L 26. Februar 2018 um 14:10 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
    Seit 2010 habe ich die Diagnose Clusterkopfschmerz (re. episodisch)
    Habe den Schmerz mit Sauerstoff , die Attackenanzahl mit Sumatriptan injekt und Verapamil als Prophylaxe in den Griff bekommen.
    Durch neue Erkrankungen (NierenarterienStenose mit Stent, Hochgradige Abgangstenose Truncus Coeliacus) wurde mir abgeraten die Triptane zu nehmen.
    Meine Frage an sie: ist Sumatriptan injekt Kontraindiziert bei Fibromuskulärer Displasie?
    Was kann ich dann alternativ nehmen?
    Bin zur Zeit wieder in einer heftigen Phase und suche nach Möglichkeiten die Attackenanzahl besonders Nachts zu verringern. Bin durch den wenigen Schlaf den ich bekomme, sehr gerädert.
    Lieben Gruss und herzlichen Dank
    Gabriele

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:12 Uhr

      Liebe Gabriele,

      leider ist eine Nierenarterienstenose mit Stent und eine hochgradige Abgangsstenose eine Kontraindikation für die Anwendung von Triptanen: Grundsätzlich sollte bei Clusterkopfschmerzen auch nicht auf eine Akuttherapie mit Triptanen gezielt werden, das Hauptaugenmerk liegt auf einer effektiven Vorbeugung mit komplettem Stoppen der Attacken. Dann sind Akutmedikamente wie Triptane gar nicht mehr erforderlich. Die fibromuskuläre Dysplasie ist eine Erkrankung des Bindegewebes im Bereich der glatten Muskulatur in den Arterienwänden. Sie kann mit allen Symptomen von Gefäßbettverengungen einhergehen. Dabei finden sich häufig Verengungen der Nierenarterie, Bluthochdruck und Verengungen der Halsschlagader mit neurologischen Symptomen. Da auch Sumatriptan zu Gefäßverengungen führen kann und es nicht bekannt ist, ob bei dieser Erkrankung möglicherweise die Arterien atypisch reagieren im Vergleich zu nichtbetroffenen Personen, besteht aus Sicherheitsgründen eine Kontraindikation und das Medikament sollte nicht angewandt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Alexandra 26. Februar 2018 um 14:26 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Dr. Göbel, ich war im Dezember 2017 stationär in Ihrer Klinik und bin seit Kind Migränepatietin. Ich habe 2 Fragen:
    1.Die Akuttherapie mit Sumatriptan bleibt nach Entlassung und Medikamentenpause bestehen. Ist es möglich, daß Sumatriptan von einer anderen Firma als bislang verschrieben (früher 1A teilbare Tabletten, jetzt Rezept von MYLAN dura über 100 mg Sumatriptan)das dieses Medikament schlechter anschlägt, ich habe es 2mal genommen und es hat ca 2 Stunden bis zum Wirkungseintritt gedauert, 1A-Tabletten wirkten immer schneller. Ich habe einige Berichte über Medikamenten-Fälschung gelesen und gehört, wie kann ich erkennen, daß das neue Medikament „gute Qualität hat“? Vielen Dank für Ihre Antwort.
    2. Die Langzeittherapie mit Amitriptillin wurde in Ihrer Klinik begonnen, ich nehme jetzt 75 mg abends und der Schlaf hat sich sehr gebessert, auch Stimmung und allgemeines Befinden ist viel besser. Wann kann ich jedoch ausschließen, daß es NICHT auf die Migränehäufigkeit wirkt? Ich nehme das Präparat nun seit Mitte Dezember und habe keinerlei Effekt auf meine Kopfschmerzhäufigkeit oder Stärke bemerkt. Ich mache seit dem Kile-Aufenthalt viel Entspannungsübungen, bewege mich an der frischen Luft, seit Jahren kein Alkohol, regelmässiger Schlag und Essenszeiten. Jedoch immer noch oft (zu oft) Attacken.

    Vielen Dank für eine Antwort auf meine beiden Fragen.
    Alexandra

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:13 Uhr

      Liebe Alexandra,

      wenn Sie den Eindruck haben, dass das Medikament eines bestimmten Herstellers besser wirksam ist, können Sie Ihren Arzt bitten, dass er Ihnen dieses Präparat verordnet. Tatsächlich kann je nach Aufbereitung des Wirkstoffes und Zusammensetzung der Medikation eine unterschiedliche Wirkung möglich sein.

      Üblicherweise sollte man bei einer Neueinstellung einer vorbeugenden Medikation 2-3 Monate abwarten, um den Effekt zu beurteilen. Bedenken Sie bitte, dass Amitriptylin oder andere vorbeugende Mittel den Krankheitsverlauf nicht grundlegend alleine ändern können. Von einem Erfolg einer vorbeugenden Medikation geht man in der Regel aus, wenn mindestens 50 % weniger Attacken auftreten. Die Migräne ist eine komplexe Erkrankung, die auch eine komplexe Therapie erfordert. Diese besteht in zahlreichen Maßnahmen, insbesondere durch Verhalten, Lebensplanung, Wissen, Information, Aktivität, Ernährung und vielen anderen. Ein Medikament kann im Gesamtkonzept einen Beitrag bilden, ist jedoch nicht allein ausschlaggebend für den Therapieeffekt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Osita 26. Februar 2018 um 14:34 Uhr

    Lieber Herr Prof. Goebel,

    ich habe Fragen zu Doxepin und den Migräneauslösern, habe eine vererbte Migräne.

    1. Ich habe häufiger Migräne bei täglichem Wetterwechsel. Stress habe ich kaum noch. Gibt es einen Zusammenhang zum hin und her des Luftdrucks? Oder sind es meine labilen Gefäße? Eine Freundin, Neurologin, meinte vor Jahren, es hätte evtl. mit einer Gefäßlabilität zu tun? Ihre Meinung , H. Prof. Goebel, würde mich sehr interessieren.

    2.Ich nehme nur noch 10mg Doxepin, da ich sonst zu müde werde. Ich schlafe eh sehr lang, wenn möglich, frühes Aufstehen fiel mir schon als Kind sehr schwer.
    Können 10 mg überhaupt Einfluss nehmen auf die Migräne, oder eher nicht. Ich hatte auch eine Pause von 6 Monaten gemacht, davor nahm ich 20 mg. Nach den 6 Monaten fing ich wieder mit Doxepin an, da es ohne – m.E. – wieder mehr Schmerztage gab.

    Maxalt und Novalgin helfen zum Glück, manchmal brauche ich auch 2 Triptane. Entspannungsübungen und Bauchatmung mache ich auch! Und Grenzen setzen, nein sagen und ausruhen!

    3.Ich habe im Schnitt 10-12 Schmerztage, davon ca. 6 Tage mit Schmerzmitteleinnahme. Einen Mük hatte ich nicht laut meinem Aufenthalt in Kiel Dez. 2015. Ich begann mit 15 Jahren mit der Einnahme von Tomaperin. Ich frage mich, warum ich immer noch Migränemittel nehmen muss mit 61Jahren. Meine Mutter hatte mit 40 J. keine Migräne mehr. Damals gab es Novalgin-Spritzen.

    Vielen herzlichen Dank für Ihre Zeit und evtl. Beantwortung meiner Fragen. 🙂

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:27 Uhr

      Liebe Osita,

      Luftdruckabfall wird mit der Auslösung von Migräneattacken in Zusammenhang gebracht. So gibt es z. B. eine interessante japanische Studie die zeigt, dass der Verkauf von Akutschmerzmittel gegen Kopfschmerzen bei einem Abfall des Luftdruckes deutlich zunimmt.

      Auch 10 mg Doxepin können einen sehr positiven Einfluss auf den Migräneverlauf haben. Die Dosierung sollte immer individuell angepasst und nicht standardisiert eingesetzt werden.

      Der individuelle Verlauf der Migräne ist im Einzelfall nicht vorherzusagen. Grundsätzlich gilt, dass heute Migräne aufgrund der deutlich gesünderen Lebensbedingungen auch noch mit bis zu 70 und 75 Jahren auftreten kann. Frühere Generationen hatten wesentlich schlechtere Lebensgrundlagen und eine reduzierte medizinische Versorgung. Migräne benötigt ein aktives Gehirn. Vielleicht ist es ein Trost, dass durch die heutigen Lebensmöglichkeiten das Gehirn länger jünger bleibt, aber damit auch die Wahrscheinlichkeit für Migräne länger bestehen bleibt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Nicole 26. Februar 2018 um 15:30 Uhr

    Hallo Prof. Göbel, zu meiner 1 Frage.
    Nehme wegen meine schmerzen( Migräne, Spannungskopschmerz) nehme ich Naproxen allerdings muss ich 2tbl. Gleichzeitig nehmen, sonst habe ich keine Wirkung.

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:28 Uhr

      Liebe Nicole,

      die individuelle Dosierung von Schmerzmitteln variiert sehr. Üblicherweise sind 500 mg Naproxen eine ausreichende Dosierung. Im Einzelfall werden auch höhere Dosierungen benötigt. Allerdings ist Naproxen als alleiniges Schmerzmittel für die Behandlung von akuten Schmerzen zu Beginn des Anfalles nicht optimal. Es dauert deutlich länger als bei anderen Schmerzmittel, bis ein ausreichender Wirkspiegel aufgebaut wird. Der Vorteil von Naproxen liegt in der langen Wirkzeit von ca. 12 Stunden. Möglicherweise versuchen Sie mit der hohen Dosierung auch zu Beginn einen schnelleren Wirkspiegel zu erreichen, damit eine Wirkung verspürt werden kann. Sie werden damit jedoch auch eine höhere Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen bedingen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Sonia 26. Februar 2018 um 15:35 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    Guten Abend aus Griechenland!!!
    Ich leide seit 30 Jahre,15 Mal pro Monat unter Migräne.
    Ich habe alle Therapien gemacht ohne Erfolg!! Der Schmerzklinik ,der ich seit einem Monat besuche hier in Griechenland,verschreibte mir diese Therapie:
    a) Drei Tabletten LONARID N. pro Tag (jede Tablette hat 400 mg Paracetamol,10 mg Codeine &50 mg Coffeine) und 60 mg Codidol retard pro Tag.
    Weil ich Angst vor Codeine habe,nehme ich nur die 3 Lonarid N.und kein Codidol und es geht mir gut.
    Meine Fragen aber sind:

    1.Was ist Ihre Meinung über diese Therapie?
    2.Welche langfristige Nebenwirkungen werde ich vielleicht in Zukunft bekommen?

    Ich danke Ihnen im Voraus!!
    Sonia

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:29 Uhr

      Liebe Sonja,

      schönen guten Abend nach Griechenland.
      Mit der von Ihnen beschriebenen Therapie wird ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch unterhalten. Für eine gewisse Zeit wird damit eine akzeptable Situation möglich. Mittel- und vor allem langfristig werden die Kopfschmerzen sich hinsichtlich ihrer Intensität verstärken und auch ihre Häufigkeit zunehmen. Zudem können auch psychische Auswirkungen zu erwarten sein. Besteht eine Dauerbehandlung mit Codein, wird auch eine Abhängigkeit von dem Medikament zu erwarten sein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Sanni 26. Februar 2018 um 16:54 Uhr

    Lieber Herr Prof. Dr. Göbel

    Gerne würde ich erfahren ob es Langzeitfolgen von Triptanen gibt wie Nervenschmerzen, Durchblutungsprobleme.
    Speziell in den Beinen bzw Füßen.

    Vielen Dank und Gruß
    Sanni

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:29 Uhr

      Liebe Sanni,

      die von Ihnen beschriebenen Symptome sind keine bekannten Langzeitfolgen von Triptanen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Rmot 26. Februar 2018 um 17:01 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,
    ich leide unter chronischer Migräne, die gegen jegliche Prophylaxe resistent ist (nur Triptane helfen einigermaßen).
    Natürlich habe ich schon von einer neuen Behandlungsmethode mit sog. CGRP – Antagonisten (Erenumab) gehört und setze darauf große Hoffnung (vielleicht die letzte…).
    Wie sehen Sie denn die Chancen und Risiken einer Behandlung mit dem Medikament? Rechnen Sie bald mit einer Einführung und würden Sie es Ihren Patienten verordnen?

    Gestatten Sie mir bitte ausnahmsweise noch eine zweite Frage: Neuerdings gibt es Studien, die erhöhte cardiovaskuläre Risiken für Migränepatienten nachweisen. Habe sonst keine Herzprobleme – sollte ich dennoch (wegen der starken Migräne) eventuelle Herzprobleme durch einen Kardiologen ausschließen lassen? Bin 64 Jahre alt. Anfälle meist ohne Aura, aber gelegentlich.

    Herzlichen Dank und beste Grüße

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:31 Uhr

      Lieber Rmot,

      Migräne geht mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einher. Dies betrifft sowohl die Migräne mit Aura als auch die Migräne ohne Aura. Das Schlaganfallrisiko, das Risiko für Herzinfarkt und auch für Blutdruck ist erhöht. Aus diesem Grunde ist auch eine sorgfältige und nachhaltige Behandlung der Migräne wichtig, um langfristige Komplikationen zu vermeiden. Eine Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems gehört zum festen Programm bei Migränepatienten.

      Die CGRP-Antagonisten befinden sich zurzeit im Zulassungsprozess. Es ist möglich, dass Zulassungen im 2. Halbjahr 2018 vorliegen. Bis dahin muss entschieden werden, bei welchen Kriterien die Medikamente zum Einsatz kommen können und welche Voraussetzungen bestehen müssen. Ein weiterer Punkt ist, dass bisher keine Vergleichsstudien mit den bisher etablierten Medikamenten zur Verfügung stehen und damit auch ein Vergleich der Wirksamkeit mit den bisherigen Therapieoptionen offen ist. Die bisherigen Studien legen nahe, dass die klinische Wirkung ähnlich wie bei den bisherigen vorbeugenden Medikamenten ist.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Sabine 26. Februar 2018 um 17:56 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Göbel,

    vorab vielen Dank für die Zeit die Sie sich nehmen. Ich war im November 2017 in Ihrer Klinik und sie haben mir sehr geholfen. Ich war im MÜK und habe eine 4 wöchige Medikamentenpause gemacht. Außerdem habe ich bei ihnen Magnesium, Vitamin B2 und Dociton 2x40mg bekommen. Es hilft alles sehr gut und ich hatte im Januar nur 5 und im Februar bisher nur 1 mal einen Migräneanfall (sonst waren es ca. 10 im Monat) Ich merke auch, dass ich wesentlich gelassener und entspannter dadurch geworden bin. Wenn da nur nicht die Gewichtszunahme wäre…Ich habe seitdem 4 Kilo zugenommen. Obwohl ich mich gesund ernähre und regelmäßig Sport treibe. Haben sie einen Rat für mich? Ich möchte nicht noch mehr zunehmen auch wenn ich dadurch kaum noch Schmerzen habe, denn das belastet mich psychisch sehr. Vielen Dank für Ihre Antwort und schöne Grüße nach Kiel.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sabine Zimmermann

    • Hartmut Göbel 26. Februar 2018 um 19:31 Uhr

      Liebe Sabine,

      es gibt viele Gründe, warum man Gewicht zunimmt. Magnesium zum Beispiel bindet Wasser und man kann innerhalb von wenigen Tagen 2-3 kg mehr Gewicht auf der Waage angezeigt bekommen, weil im Darm dieses Wasser eingelagert wird. Viele Patienten erschrecken und vermuten, dass es sich hier um Körperfett handelt, dies ist nicht der Fall. Die Dosierung mit dem Betablocker kann grundsätzlich eine reduzierte Verstoffwechselung von Energie im Körper bedingen. Bei nicht angepasster Ernährung kann es dann zu einer Gewichtszunahme kommen. Ich bin zuversichtlich, dass Sie bei der Weiterführung der von Ihnen beschriebenen Verhaltensmaßnahmen wie gesunde Ernährung mit Fettreduktion und regelmäßigem Sport Ihr Gewicht halten können. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und alles Gute.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.

Zur Werkzeugleiste springen