Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 23.04.2018

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

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44 Comments

  1. Toni 23. April 2018 um 12:06 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich würde gerne wissen, ob Sie mir dazu raten, die Antikörpertherapie gegen chronische Migräne zu versuchen. Ich leide schon seit vielen Jahren unter chron. Migräne und habe bis hin zu mehrfache Botoxbehandlungen alles probiert. Leider ohne Erfolg, weshalb ich hoffe, dass mir die Antikörper helfen können. Sehen Sie die Möglichkeit, dass eventuell nach der Freigabe heute noch unbekannte, gravierende Nebenwirkungen auftreten?

    Was halten Sie von der sog. Stosswelletherapie?
    Wäre diese auch einen Versuch wert oder ist davon eher abzuraten?

    Ich bedanke mich herzlich für die Möglichkeit, Ihnen diese Fragen stellen zu dürfen.

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 18:21 Uhr

      Lieber Toni,

      ohne Kenntnis des individuellen Behandlungsverlaufs ist eine Empfehlung für eine bestimmte Therapie nicht möglich. Es wird erwartet, dass die neue Immuntherapie mit CGRP-Antikörpern für Patienten zugelassen wird, die auf mehrere der bisherigen zugelassenen Behandlungen nicht ausreichend angesprochen haben, oder die diese nicht vertragen. Ein Vorteil der Immuntherapie ist, dass zentralnervöse Nebenwirkungen nicht zu erwarten sind. Eine Vorhersage von heute noch unbekannten gravierenden Nebenwirkungen ist nicht möglich. Für die Stoßwellentherapie zur Migräneprophylaxe gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  2. bergel 23. April 2018 um 12:10 Uhr

    Hallo Prof Göbel,

    ich leide seit vielen Jahren an Migräne, war auch schon 2 Mal bei Ihnen in der Klinik. Als Prophylaxe nehme ich Venlafaxin ret. 75 mg und bekomme Botox. Magnesium und Vit. B2 sind selbstverständlich. Ebenso achte ich auf eine migränegerechte Lebensführung, gestatte mir aber aufgrund einer positiven Lebensqualität Ausnahmen. Ich stehe bei ca 10 Schmerztagen im Monat, welche ich aber nicht alle Medikamentös behandele.

    Ich muss leider ein etwas unangenehmeres Thema heute mit ihnen besprechen, da ich hier Unterstützung brauche.

    Leider hat sich zur Migräne ein Orgasmuskopfschmerz gesellt. Dieser tritt immer mal wieder auf und ist auch bei ihnen in Kiel entsprechend diagnostiziert worden. Genau betrachtet kenne ich dies schon lange, jedoch ist der Kopfschmerz mit dem „abkühlen und runterfahren“ des Körpers wieder verschwunden, so dass ich ihm aufgrund der Kurzfristigkeit keine Bedeutung beimaß. Dies hat sich verändert. Ich hänge mehrere Tage im Orgasmuskopfschmerz, welcher sich wie ein Hinterkopfschmerz ähnlich eines Lumbalpunktionskopfschmerzes anfühlt. Der Schmerz explodiert nahezu direkt auf Schmerzstärke 10 und geht nach einiger Zeit auf Schmerzstärke 4-6 runter, wo er 4-5 Tage verharrt. Medikamentös (Ibuporofen 600mg, Novalgin 40 Tropfen) ist kaum etwas auszurichten, ein Durchbrechen des Schmerzes ist mir nicht gelungen.

    Dies beeinträchtigt mein Leben immens, denn das Ausleben von Sexualität ist für mich aus Angst vor diesen Kopfschmerzen kaum noch möglich. Ich versuche hier psychotherapeutisch dran zu arbeiten. Da es jedoch eine sehr große körperliche Komponente hat, gibt es dabei auch Grenzen.

    Mir ist bewusst, dass diese Kopfschmerz Phasenweise auftritt. Gibt es Anhaltspunkte wie lange diese Phasen anhalten? Leider ist es bei mir keine einzelne isolierte Phase, sondern tritt immer mal wieder in unterschiedlichen Qualitäten auf.
    Meine Neurologin ist hier auch überfragt, denn sie findet kaum Studien zu dieser Thematik, die uns weiter bringen. Hier ist wohl viel Erfahrung nötig, daher wende ich mich an Sie.

    In Kiel letztes Jahr hatte man mir die Hoffnung gemacht, dass mit der Einnahme von Venlafaxin und der Beruhigung der Migränesituation sich eine Besserung einstellt. Dies hat nur insofern funktioniert, dass sich unter Venlafaxin die Lust gemindert hat und ich nicht in die Situation kam. Es verändert sich nun aber. Jetzt wo sich die Lust wieder einstellt, stellt sich der Orgasmuskopfschmerz auch wieder ein. Ein Leben ohne Sex halte ich nicht für erstrebenswert.

    Aktuell habe ich den Plan am Monatsende, sofern von der 10/20 Regel noch Schmerzmitteltage übrig sind, diese mit Naproxen oder Acorxia gezielt zu nutzen, ich dachte an eine Einnahme 30 min. vor Aktivität.

    Gerne würde ich mich mehr in die Thematik einlesen, finde jedoch kaum entsprechende Studien oder Berichte bzw. Hinweise.

    Haben Sie noch Anregungen für mich und meine Neurologin? Sollte es ihnen hier schwer Fallen entsprechende Hinweise zu geben, kann ich gerne eine ambulanten Termin in Kiel machen, um hier einen guten individuellen Plan zu entwickeln.

    Liebe, sonnige Grüße aus Trier
    bergel

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 18:42 Uhr

      Liebe Bergel,

      Sie beschreiben einen Kopfschmerz bei sexueller Aktivität. Es werden dabei unterschiedliche Formen differenziert. Die von Ihnen beschriebene Form entspricht dem sogenannten lageabhängigen Typ, der einem Kopfschmerz bei Liquorunterdruck ähnelt. Es gibt mehrere Möglichkeiten diesen Kopfschmerz zu behandeln. Bedauerlicherweise kann er im Einzelfall extrem schwer auftreten. Auch notfallmäßige Krankenhauseinweisungen aufgrund dieser Kopfschmerzform können möglich sein.

      Zur Vorbeugung sind zunächst Verhaltensmaßnahmen mit langsamer Steigerung der sexuellen Aktivität zu empfehlen. Zur medikamentösen Vorbeugung kann ein Betablocker eingesetzt worden. Zur Kurzzeitprophylaxe gibt es positive Behandlungsberichte über den Einsatz von Acetylsalicylsäure vor Beginn der Aktivität. Die Einnahme von Naproxen oder Arcoxia wird mit geringerer Wahrscheinlichkeit effektiv sein, da diese eine sehr langsame Anflutung haben und die initiale Schmerzentstehung wahrscheinlich nicht beeinflussen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. annabel 23. April 2018 um 12:23 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    auf Ihrer Klinikseite steht, dass es die Körperfunktionen negativ beeinflussen kann, wenn man eine Migräneattacke mit Schmerzmitteln unterdrückt und dann wie zuvor weiterarbeitet. Welche Körperfunktionen sind damit inwiefern gemeint?

    Beste Grüße,
    Annabel

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 18:43 Uhr

      Liebe Annabell,

      zu Beginn der Migräneattacke sollte immer Ruhe und Rückzug eingeleitet werden. Die Grundlage der Migräne ist eine Entzündung im Bereich von Blutgefäßen der Hirnhäute. Die Therapie in der Attacke ist umso effektiver, je früher diese Entzündungsvorgänge stabilisiert werden. Die Einleitung von Ruhe und Entspannung kann dazu beitragen, dass die medikamentöse Attackentherapie deutlich wirksamer ist, als wenn nur ein Medikament eingenommen und die übliche Aktivität nicht reduziert wird. Folge ist dann, dass die medikamentöse Attackentherapie weniger gut wirkt, die Migräneattacke mit all ihren Auswirkungen länger anhält und auch Wiederkehrkopfschmerzen auftreten. Letztlich kann dies zu einem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz und auch zu psychischen Komplikationen der Migräne beitragen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Mainz 23. April 2018 um 12:24 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    in der Regel habe ich im Moment zwischen 5-8 Migräne im Monat. Medikation aktu: Allegro/Arcoxia Dauermedikation: Saroten/Toperimat. In der Vergangenheit war ich nach der Einnahme eine Woche beschwerdefrei. Seit Eintritt in die Wechseljahre seit ca. 3 Jahre, tritt nach der Einnahmen nach 24-48 Stunden eine Wiederholungsmigräne auf. Dadurch erhöhen sich leider meine Kopfschmerztage. Kann man durch einer anderen Medikation ggf. eine Verbesserung herbeiführen?

    Wie wirkt sich Saroten auf die Schleimhaut auf. Ich habe extrem trocken Augen, Nase, Mund, dieser Zustand ist selbst durch Augentropfen/Nasensalbe extrem (kann nicht nur an den Wechesljahren liegen).

    Vielen Dank
    Ingrid

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 18:43 Uhr

      Liebe Ingrid,

      Sie berichten, dass nach der Einnahme von Akutmedikation neuerdings ein Wiederkehrkopfschmerz auftritt. Dies ist bei ca. 30-40 % der Migräneattacken der Fall. Sie können versuchen durch einen Wechsel auf ein anderes Triptan eine höhere Effektivität zu erzielen. Mögliche Optionen sind z.B. Eletriptan 40 mg oder Zolmitriptan 5 mg. Des Weiteren kann es möglich sein, dass durch eine Anpassung bzw. Erhöhung der vorbeugenden Therapie eine bessere Wirkung der Akuttherapie erfolgt und damit auch die Migräneattacken nicht erneut wieder auftreten. Amitriptylin kann eine erhöhte Mundtrockenheit bedingen. Sie könnten mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob eine Änderung der vorbeugenden Medikation erwogen werden kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Alessa 23. April 2018 um 12:24 Uhr

    Lieber Prof. Göbel,
    ich habe jetzt seit ca. 9 Jahren chronische Kopfschmerzen, 90% vom Spannungstyp.
    Was hat es zu bedeuten, wenn die Schmerzlokalisation im Laufe des Tages „wandert“ ?
    Sprich – morgens fängt es hinten an, irgendwann ist der Schmerz dann links oder später auch rechts oder vorne… trotz einseitigkeit ist es keine Migräne.
    Können Sie da eine Ursache nennen?

    Beste Grüße aus dem Sauerland
    Alessa

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 18:44 Uhr

      Liebe Alessa,

      die Schmerzlokalisation ist beim Kopfschmerz vom Spannungstyp nicht entscheidend. Sehr viele Patienten haben insbesondere bei Tagesbeginn den Schmerz im Hinterkopf- und Nackenbereich. Das Wandern des Schmerzes oder auch das Ausstrahlen im Laufe des Tages ist ebenfalls sehr häufig zu finden. Aus dieser Sicht spricht die Auftretensweise nicht gegen das Bestehen eines Kopfschmerzes vom Spannungstyp.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. SteffiN 23. April 2018 um 14:10 Uhr

    Lieber Professor Göbel,

    ich habe seit einigen Jahren Migräne, vorher habe ich auch bereits zu Kopfschmerzen geneigt. Ich stelle seit einiger Zeit fest, dass ich immer mehr verschiedene Kopfschmerzformen bekomme, die oft zwar gut auszuhalten sind, aber doch sehr nerven. Insbesondere ein brennder Schmerz in der Stirn, einmal längs durch, taucht dabei immer wieder auf. Es fühlt sich an wie eine Entzündung und wird deutlich stärker, wenn ich verkrampfe. Es wirkt für mich so, als ob die Muskeln an verschiedenen Stellen im Gesichtsbereich bei mir durch die Migräne zunehmend verkrampfen und dadurch Schmerzsignale aussenden. Zusammenfassen kann man, dass ich zunehmend verschiedene Formen der Gesichtsschmerzen habe, die auch mal einfach so wieder verschwinden können. Können Sie diese Schmerzen erklären bzw haben Sie einen Tipp, wie ich die wieder loswerden könnte? Die Migräne selbst habe ich eigentlich ganz gut im Griff, aber sehr große Angst vor den Schmerzen und so kreisen meine Gedanken nonstop um Kopfschmerzen.

    Viele Grüße,
    Steffi

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 18:44 Uhr

      Liebe Steffi,

      viele Menschen die Migräne haben, haben daneben auch andere Kopfschmerzen. Etwa die Hälfte der Patienten mit Migräne kennt auch einen Kopfschmerz vom Spannungstyp. Auch andere Kopfschmerzformen wie z.B. der Eispickelkopfschmerz oder Kopfschmerz durch äußeren Druck oder durch Kälte sind sehr häufig zusätzlich zu einer Migräne. Die genaue Analyse muss aufgrund klinischer Untersuchungen und Erfassung der Kopfschmerzmerkmale erfolgen. Darüber hinaus können auch die von Ihnen genannten Kopfschmerzen im Rahmen einer Migräne auftreten. Heute werden über 45 verschiedene Migräneunterformen differenziert.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Renate 23. April 2018 um 14:13 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    im März des vergangenen Jahres wurde ich in Ihrer Klinik als Clusterkopfschmerzpatientin entlassen, mit der für mich erstmals verordneten Prophylaxe Isoptin Retard.
    Bis heute nehme ich es in der Dosierung 240 – 0 – 240 mg ein.
    Seit geraumer Zeit stellen sich nun Nebenwirkungen ein; beidseits sehr geschwollene Fußknöchel und brennender Schmerz, bes. im linken Bein.
    Außerdem wieder gehäufte leichte Attacken in der Nacht.
    Was raten Sie mir?

    Herzliche Grüße
    Renate

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 18:45 Uhr

      Liebe Renate,

      Isoptin ist eines der bestwirksamsten vorbeugenden Mittel bei Clusterkopfschmerz. Unterschenkelödeme sind bekannte mögliche Nebenwirkungen von Isoptin. In der Regel sind sie nicht belastend und können durch Hochlegen des Beines verschwinden. Sollte es möglich sein die Dosis von Isoptin zu reduzieren, kann dies die beste Möglichkeit sein, dieser Nebenwirkung entgegenzuwirken. Wenn aber, wie nach Ihrer Schilderung, Clusterattacken auftreten, ist wahrscheinlich eine Dosisreduktion nicht zielführend. Hier wäre es möglich, das Isoptin mit einem Diuretikum (Isoptin RR Plus) zu kombinieren. Gibt man diese Form am Morgen, so können dadurch Knöchelödeme vermieden werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Chroninchen 23. April 2018 um 14:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich habe seit meiner Kindheit Migräne, die bis zu meinem 35. Lebensjahr nur vereinzelt aufgetreten ist.

    Seit etwa 15 Jahren haben die Migränetage zugenommen. Lange Zeit waren es 0-3 Tage im Monat, seit Mitte letzten Jahres ist die Zahl der Migränetage auf bis zu 15 pro Monat angestiegen, im April sind es jetzt schon 14 Tage.

    Seit etwa zwei Wochen ist eine neue Schmerzform hinzugekommen. Es fühlt sich an wie ein „Beton-Deckel“ auf dem Kopf, der im Tagesverlauf kippt und hinter den Augen „steht“.

    Die Augen sind dann sehr empfindlich (wie bei Migräne), Übelkeit und Schwindel bestehen nicht, außer wenn ich den Kopf drehe. Bewegung verstärkt den Schmerz etwas, der Druck auf den Kopf gleicht dem Gefühl, welches ich bei Spannungskopfschmerz habe. Manchmal tritt durch Metamizol eine Besserung ein, aber auch Sumatriptan hat den Schmerz abklingen lassen.

    Wegen chronischer Schmerzen nehme ich täglich
    – Morphin ret.: 20-0-30-0
    – Metamizol 500: 2-2-2-0

    Hinzu kommen täglich 50 mg Metoprolol als Migräneprophylaxe sowie Citalopram 30 mg, Amitriptylin 50 mg, Symbicort 160/4,5; bei Bedarf Sumatiptan 100 mg, Salbutamol und bei Atemwegsinfekten – nur auf ärztliche Anordnung – 30 mg Hydrocodein.

    Wie schätzen Sie den Schmerz aufgrund der Schilderung ein? Könnte es Spannungsschmerz, Migräne, eine Mischform von beiden sein oder ist es ein beginnendes MÜK? Gibt es eine Alternative zu Metoprolol, die sich mit meinen Medis verträgt und die Migräneattacken herabsetzt?

    LG Chroninchen

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:11 Uhr

      Liebes Chroninchen,

      individuelle Diagnosen sind im Rahmen des Live-Chats nicht möglich. Aus Ihrer Schilderung wird nicht deutlich, warum bei Ihnen eine Behandlung mit einem Opioid dauerhaft und auch bei Bedarf durchgeführt wird. Aufgrund Ihrer Angaben ist sehr wahrscheinlich, dass bei Ihnen ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch besteht. Sie sollten sich daher in einem spezialisierten Kopfschmerzzentrum vorstellen, damit eine präzise Diagnose gestellt und ein zielführendes Therapiekonzept mit Ihnen geplant werden kann.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Nicole 23. April 2018 um 15:44 Uhr

    Habe zwischen 11 schmerztage im Monat, nehme zur Profilaxe Metoprolol 47,5 , außerdem nehme ich citalopram 40 mg Das Tracedon was ich bei ihnen in der Klinik bekommen habe wurde umgestellt auf Fluoxetin 40 mg das trazedon hat leider zu gewichtzunahme geführt, außerdem habe ich ständig Nagenschmerzen.
    Nehme zur akutmedikation Naprroxen, was würden sie empfehlen wenn naproxen nicht wirkt, tramal verträgt sich nicht gut mit den Medikamente Tripptane ist dann zu spät,

    Mit Freundlichen grüßen Nicole

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:11 Uhr

      Liebe Nicole,

      die Akutbehandlung mit Naproxen kann Magenreizungen bedingen. Es eignet sich daher in der Regel nicht für eine längere Therapie oder für eine Behandlung in höherer Frequenz. Medikamente wie Tramal sind bei primären Kopfschmerzen wirkungslos und können ebenfalls Übelkeit und Erbrechen erzeugen. Eine Option ohne Auswirkung auf die Magenschleimhaut zur Akutbehandlung kann Novaminsulfon sein.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Augenrausch 23. April 2018 um 15:49 Uhr

    Sehr geehrter Professor Göbel,

    ich (w, 55) habe Migräne (zurzeit selten) und seit 35 Jahren episodischen Clusterkopfschmerz, der jetzt auch diagnostiziert und erstmalig mit Prednisolon (80 mg ausschleichend) sowie Triptan-Nasenspray behandelt wurde. Ist es bei bestehender Osteopenie vertretbar, diese Kortisonbehandlung bei Bedarf zu wiederholen? Die Episoden kommen zwei Mal im Jahr bis alle 2 ½ Jahre und dauern mehrere Wochen bis anderthalb Monate an.

    Vielen Dank und herzliche Grüße
    Augenrausch

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:12 Uhr

      Lieber Augenrausch,

      wenn eine akute Clusterkopfschmerzperiode auftritt und Episoden nur 2x im Jahr bestehen kann es gerechtfertigt sein, eine kurzfristige mit Prednisolon trotz Osteopenie durchzuführen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. heika 23. April 2018 um 15:58 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    viele Migränepatienten hoffen auf die baldige Zulassung der „Migräne-Impfung“. Wenn ich es richtig gelesen habe, gibt es zwei verschiedene Ansätze bei der Therapie: Antikörper binden den Botenstoff, der bei dem Entzündungsvorgang vermehrt freigesetzt wird. Oder die Rezeptoren, an denen der Botenstoff andockt, werden geblockt.

    Mir stellt sich die Frage, inwieweit das auch andere Entzündungsprozesse im gesamten Körper mit betrifft, z.B. bei Rheuma oder anderen Autoimmunkrankheiten. Werden diese Entzündungsvorgänge mit den Spritzen gleich mit behandelt? Gibt man dann höhere Dosen? Oder werden die Patienten von dieser Art der Behandlung ausgeschlossen?

    Ganz herzlichen Dank für Ihren Einsatz hier und dass Sie uns Headbook ermöglichen. Mir und vielen anderen hier wurde dadurch schon sehr geholfen.

    Freundliche Grüße
    Heika

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:13 Uhr

      Liebe Heika,

      die neuen Antikörper, die im Rahmen der Immuntherapie bei Migräne eingesetzt werden, blockieren spezifisch einen Stoff, der für die Migräneentstehung entscheidend ist. Ob diese Stoffe bei anderen entzündlichen Erkrankungen ebenfalls relevant sind, ist bisher nicht im Einzelnen bekannt. Daher ist momentan nicht davon auszugehen, dass andere Erkrankungen wie z. B. rheumatoide Arthritis oder sonstige Immunerkrankungen durch die Behandlung gebessert werden können.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. Dorothea 23. April 2018 um 16:14 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    ich habe eine Frage zur Schmerzmittel-Empfehlung bei einem Migräneanfall:

    Bei mir (w, 48 Jahre alt) wurde im Januar eine Niereninsuffizien im dritten Stadium (GFR ca. 55 ml/min/1,73m²) festgestellt. Die Ursache ist noch unbekannt, ausgeschlossen werden allerdings die üblichen Verursacher (Bluthochdruck, Übergewicht, Autoimmunerkrankungen und Diabetes), es wird noch weiter untersucht. Bis zum letzten Jahr habe ich Naratriptan 2,5 mg oder Almotriptan 12,5 mg benutzt (ca. 4-8*pro Monat, bei derselben Anzahl an Migränetagen). Wegen der Kontraindikation Raynaud-Syndrom sollte ich besser Naproxen 500 mg oder Paracetamol 2*500 mg nehmen, halbwegs geholfen hat Thomapyrin intensiv.
    Nun bin ich sehr verunsichert. Triptane helfen deutlich besser, verschlechtern aber mein Raynaud-Syndrom, und Schmerzmittel belasten die Nieren.
    Wäre die Impfung gegen Migräne eine Lösung? An wen kann ich mich dafür wenden?

    Zusatzfrage:
    Es wurde auch eine Metabolische Azidose mit einem Blut pH-Wert von 7,1 ermittelt. Seit ich täglich Bicanorm (NaHPO4), 2*1000 mg nehme und wegen des Vitamin D-Mangels (11µg/l; Nierenproblematik!) Dekristol 20000 ie 1*wöchentlich verordnet wurde, haben meine Migräneanfälle deutlich abgenommen. Kann es da einen Zusammenhang geben? Anfang des Jahres hatte ich vom 01.-12.Januar an 8 Tagen Migräne, allerdings gab es zu der Zeit auch viele starke Unwetter. Seitdem ist es nicht mehr so extrem geworden, und ich kenne den Zusammenhang bei mir mit Wetterwechsel und Hormonen.

    Herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre Zeit.
    Dorothea

    • Dorothea 23. April 2018 um 16:16 Uhr

      Ich habe auch lange Magnesium als Vorbeugung genommen, aber das möchte mein Nephrologe auch nicht gerne.

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:13 Uhr

      Liebe Dorothea,

      bei einer Niereninsuffizienz ist die Behandlung mit einem Triptan im Vergleich zur Behandlung mit Schmerzmitteln vorziehen. Um möglichst wenig Schmerzmittel oder Triptane zu benötigen, wäre eine effektive vorbeugende Behandlung ebenfalls ratsam. Ob die Immuntherapie eine Option für Sie wäre, ist nur durch genaue Kenntnis Ihres individuellen Behandlungsverlaufes zu klären. Eine Störung des Säure-Basen-Haushaltes im Körper kann mit einer erhöhten Migränehäufigkeit einhergehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. lostway 23. April 2018 um 16:20 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    ich (54 Jahre) bin seit etwa 5 Jahren im Klimakterium und laut meinem Gynäkologen weitestgehend „durch“. Als Prophylaxen erhalte ich Botox und nehme Amitriptylin . Die ersten Jahre mit Hormonschwankungen war die Migräne deutlich heftiger und unkontrollierbarer. Dann trat in den letzten zwei Jahren eine leichte Beruhigung ein. Seit Ende letzten Jahres leide ich unter wochenlangen Migränephasen, bei denen die Triptane deutlich kürzer und nicht mehr so effektiv wie gewohnt wirken. (10/20 Regel wird mit viel Mühe, aber strikt eingehalten). Begleitend zu diesen Migränephasen (mind 20 Tage pro Monat) habe ich auch sehr heftige Hitzewallungen. Wenn die Migräne nachlässt, werden auch die Hitzewallungen leichter und seltener. Die Hormonproblematik wirkt also wohl triggernd.

    Eine Freundin von mir verwendet gegen die Wechseljahrsbeschwerden sehr erfolgreich gynokadin-Gel. Ich habe eine Hormontherapie bisher abgelehnt, auch wegen des Risikos der Verschlimmerung der Migräne. Im Moment bin ich aber so verzweifelt, dass ich über eine zeitweise Anwendung nachdenke, um möglicherweise den Hormontrigger zu reduzieren.

    Halten Sie dies für sinnvoll? Und verschiebt sich durch die Anwendung eines solchen Hormonpräparates die Problematik zeitlich nur nach hinten?

    Ich freue mich auf Ihre Antwort und danke für Ihre Zeit
    Beste Grüße
    Bettina

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:15 Uhr

      Liebe Bettina,

      eine sichere Wirkung eines Östrogendeals zur Migränebehandlung ist nicht zu erwarten. Im Einzelfall kann es jedoch sinnvoll sein auszuprobieren, ob dadurch eine Reduktion von schweren Migräneattacken erzielt werden kann. Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden mit Hormonpräparaten sollte nur in enger Abstimmung mit dem Frauenarzt erfolgen. In der Regel ist von einer Wirksamkeit einer Hormontherapie zur Vorbeugung der Migräne nicht auszugehen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Sanni 23. April 2018 um 16:32 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel

    Ich habe nun 3 mal versucht Bisoprolol zu nehmen.
    1.25 mg und kurz erhöht auf 2.5 mg

    Mir ging es jedes mal sehr schlecht, krank dadurch.
    Meine Mutter der gleiche Effekt bei dem Mittel.
    Andere Beta Blocker bei ihr ebenso.

    Ist es zu erwarten, dass ich die anderen Beta Blocker auch nicht vertrage und Sartane da besser angeraten sind ?
    Es soll eigentlich gehen hohen Puls bei mir gegeben werden. Mit Hoffnung auf Migräne Verbeeserung natürlich .

    Lieben Dank und Gruß
    Sanni

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:16 Uhr

      Liebe Sanni,

      im Einzelfall können Betablocker wie Bisoprolol nicht gut verträglich sein. Eine Reihe von Nebenwirkungen, die Betablocker aufweisen, können durch die Behandlung mit Sartanen vermieden werden. Daher wäre ein Therapieversuch zu erwägen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. Nicole 23. April 2018 um 16:58 Uhr

    Hallo Prof. Göbel, ist schon bekannt, wann die Impfung auf den Markt kommt, und ob es denn fur Jeden Migräniker geeignet ist, und was ist denn mit die profilaxe,

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:16 Uhr

      Liebe Nicole,

      es wird vermutet, dass die vorbeugende Immuntherapie gegen Migräne im September dieses Jahres verfügbar sein wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. Katzenfee 23. April 2018 um 16:59 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel,

    nach einem Aufenthalt vor 2 Jahren bei Ihnen in der Klinik habe ich meine Migräne mit einmaliger Einnahme von Ascotop 5 ( und täglicher Einnahme von Amineurin )gut im Griff.
    Allerdings gibt es ca alle 4 Wochen einen Migräneanfall der sich über 3 Tage zieht : Ascotop wirkt dann nicht so gut wie sonst und der Kopfschmerz kommt immer wieder.
    Bei diesem Anfall habe ich an der Kopfhaut einzelne Stellen die extrem schmerzhaft sind.
    Haben Sie mir diesbezüglich einen Rat ?
    Ausserdem nehme ich schon seit längerem MIGRAVENT. In der Presse gibt es verschiedene Aussagen zur Dosierung .
    Was würden Sie empfehlen ( Pause machen ?).
    Vielen Dank für Ihre Antwort und viele Grüsse
    Friede

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:17 Uhr

      Liebe Friede,

      auch bei guter Einstellung kann es möglich sein, dass schwere und aggressive Migräneattacken sich über ddrei Tage hinziehen. In diesem Fall treten typischerweise sogenannte Wiederkehrkopfschmerzen auf. Diese können durch Wiederholung des primär wirksamen Triptans behandelt werden. Eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit des Kopfes ist ein typisches Symptom während einer Migräneattacke. Die von Ihnen beschriebene vorbeugende Behandlung kann nach sechs Monaten pausiert werden, um den weiteren Effekt zu bewerten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Melli 23. April 2018 um 17:15 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    ich leide seit vielen Jahren unter chronischer Migräne, bis vor einem Jahr mit bis zu 20 Schmerztagen. Seit letztem Jahr habe ich endlich eine Prophylaxebehandlung bei der ich zwischen 8-10 Migränetagen liege.
    -Escitalopram 10mg 1×1 und Valproat 300mg 3×1. Ich bin total glücklich, dass es mir hiermit so gut geht. Trotzdem interessiere ich mich für die ,Migräne-Impfung‘ da sich unter dem Valproat meine Leber-und Nierenwerte
    verschlechtert haben. Ich leide seit vielen Jahren unter einer Niereninsuffizienz I. Grades und muss deshalb etwas aufpassen. Jetzt meine Frage: Kann ich zusätzlich zu meinen Medikamenten mit der Impfung anfangen und dabei
    dann meine Medikamente ausschleichen, oder muss ich erst alles absetzen und kann dann die Impfung bekommen? Mein Schmerztherapeut konnte mir diese Frage nicht beantworten. Ich habe echt Sorge, dass es mich etwas aus
    der Bahn wirft, wenn ich das Valproat wieder absetze. Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Grüße aus dem Münsterland
    Melli

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:17 Uhr

      Liebe Melli,

      ob die kommende Immuntherapie für Sie eine sinnvolle Option darstellt, kann nur unter Kenntnis des langjährigen Verlaufes bei Ihnen beurteilt werden. Die von Ihnen aktuell durchgeführte vorbeugende Behandlung kann nach jetzigem Kenntnisstand zunächst beibehalten und bei guter Wirksamkeit dann ggf. abdosiert werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Katniss 23. April 2018 um 17:16 Uhr

    Hallo Hert Professor Göbel,
    Ich war letztes Jahr in Kiel. Ich bekam Trmipramin 25 mg und MetoHexal 23,75 mg
    Seit einigen Wochen werden Migräneattacken wieder häufiger und dauern auch länger. Derzeit nehme ich von den Tabletten jeweils eine halbe abends . Sollte ich diese Dosis wieder erhöhen ? Normalerweise soll die Prophylaxe zeitlich begrenzt sein. Vielen Dank

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:19 Uhr

      Liebe Katniss,

      die bei Ihnen durchgeführte vorbeugende Behandlung ist im unteren Bereich dosiert. Eine Dosisanpassung bei erwünschter höherer Wirksamkeit kann erwogen werden. Üblicherweise führt man eine vorbeugende Behandlung zunächst für einen Zeitraum von sechs Monaten durch. Dann kann bewertet werden, ob die Dosis aufrechterhalten wird um den Therapieeffekt weiterzuführen. Sollte eine sehr gute Wirkung bestehen, kann auch erwogen werden, die vorbeugende Behandlung abzusetzen und den Spontanverlauf zu beurteilen. Bei mangelnder Wirkung oder bei nicht gegebener ausreichender Verträglichkeit kann auch dann eine neue vorbeugende Behandlung erwogen werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. espressodoppio 23. April 2018 um 17:41 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel, In Ergänzung zur obersten Frage von Toni zu den Antikörpern… Meine medikamentöse Prophylaxe besteht aus Betablocker und Migravent und Petadolex. Amitriptylin, Topiramat und Botox waren nicht hilfreich bei mir und im Fall von Topiramat zu nebenwirkungsträchtig.
    Ich kämpfe immer hart rund um die 10-15-Tage-Regel mit Triptanen und Ibu, mal drüber, mal <15 Tage…also nicht zufriedenstellend. Vor dem Schmerzklinikaufenthalt 2010 war es täglich ein Triptan….also alles schon besser, aber nicht wirklich zufriedenstellend.
    Meine Frage: Die Schmerzklinik hat an den Studien zu den Antikörpern ja mitgewirkt. Wer ist ein Kandidat für diese Therapie? Ist schon eine Zulassung erfolgt, und gibt es schon Hinweise auf die Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung?
    Vielen Dank!

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:19 Uhr

      Liebe Espressodoppio,

      der genaue Zulassungstext für die Immuntherapie ist derzeit noch nicht bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass die Behandlung für Patienten erwogen werden kann, bei denen die bisherigen Therapieoptionen nicht ausreichend wirksam waren oder nicht verträglich waren. Eine Zulassung ist bisher nicht erfolgt, sie wird für den September dieses Jahres erwartet.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. claudiasophia 23. April 2018 um 17:52 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,

    seit 1998 leide ich an einer chronischen Pansinusitis, weshalb ich 1999 vier mal an den NNH operiert wurde, zwei mal mit Beck´scher Bohrung. Seither habe ich einen andauernden Stirnkopfschmerz. Alles, was die Schleimhäute in irgendeiner Weise reizt, verschlimmert die Kopfschmerzen.
    2006 war ich dann stationär auch bei Ihnen in Kiel. Sie haben mich auf MST eingestellt, was mir seither das Leben etwas erleichtert hatte. Nach 11 Jahren der Einnahme habe ich das MST langsam heruntergefahren und bin dann nach einem dreiviertel Jahr ohne Schmerzmittel zum Glück sofort schwanger geworden. Mittlerweile befinde ich mich in der 29. Schwangerschaftswoche und es verläuft alles sehr gut. Außer der lokalen Anwendung eines Kortikoids (Nasonex) habe ich die Schwangerschaft ohne Medikamente durchgestanden.

    Die ständigen, manchmal starken Kopfschmerzen sind natürlich sehr kräftezehrend und ich beschäftige mich gedanklich bereits mit dem Thema, welche Medikamente ich nach der Schwangerschaft/ Stillzeit einnehmen werde.
    Sie hatten mir im Rahmen meiner Schwangerschaftsvorbereitung hier geschrieben, dass die Behandlung mit Opioidanalgetika im Langzeitverlauf zu den wirksamsten und verträglichsten Therapiemöglichkeiten zählt. Ist es ratsam, wieder mit MST zu starten, oder käme auch ein anderes Opioid in Frage?
    Genau wie beim Valoron fiel mir auch beim MST (trotz peniblen Einhaltens der Einnahmezeiten) eine gewisse Toleranzentwicklung auf, die ich natürlich in Zukunft gerne, soweit möglich, vermeiden möchte. Was für Möglichkeiten hat man auf Jahrzehnte gesehen (ich bin jetzt erst 36)? Sollte ich häufiger Schmerzmittel- Pausen einlegen? In welchen Zeitabständen? Oder eine Opioid- Rotation? Was wäre hier das vernünftigste Vorgehen?

    Am Besten wäre wohl ein erneuter stationärer Aufenthalt bei Ihnen in Kiel, aber mit Baby/Kind wird das ja erst einmal nicht möglich sein.

    Ich danke Ihnen sehr für Ihre Hilfe in der Vergangenheit und bewundere Ihren Einsatz hier im Headbook!

    Mit herzlichen Grüßen aus Süddeutschland
    Claudia Sophia

    • Hartmut Göbel 23. April 2018 um 19:21 Uhr

      Liebe Sophia,

      bei einem schweren Deafferentierungsschmerz nach wiederholten Eingriffen in den Nasennebenhöhlen kann eine längerfristige Behandlung mit Opioidschmerzmitteln notwendig sein. Da Sie bereits gute Erfahrungen mit MST gemacht haben, spricht vieles dafür, nach der Schwangerschaft diese Medikation wieder zu erwägen. Aber auch andere Opioide könnten eingesetzt werden. Bei einer Toleranzentwicklung können eine Dosisanpassung oder auch eine Opioidrotation erwogen werden. Grundsätzlich ist es möglich, dass das Baby zur Behandlung mitgebracht wird.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Nelie 23. April 2018 um 17:59 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Göbel,
    bin weiblich, 56 Jahre, seit 40 Jahren Migräne, seit 5 Jahren chronisch, Prophylaxe Venlafaxin 150, Bisoprolol 1,25, Amitryptilin 35 (25+10), Botox alle 3 Monate.
    Akuttherapie Domperidon, dann Relpax 40 + Naproxen 500, ggf ein 2. Mal am gleichen (Kalender-)tag.
    Die 10/20 Regel ist seit jeher mein oberstes Gebot, bei ca. 20-25 Schmerztagen im Monat ist es also ein permanentes Abwägen:
    Schmerzmittel ja oder nein, Durchhalten ja oder nein, um „Reserve“ für die Tage zu behalten, an denen ich zB aus beruflichen Gründen behandeln muss.
    Ich kenne Ihre Haltung bezüglich der Formel 1 Schmerzmitteltag = 1 Kalendertag, um sich nicht selbst zu beschummeln.
    Eine Einnahme zB um 20:00 und dann wieder um 7:00 morgens am Folgetag sind 2 Einnahmetage.
    D.h. in meiner Situation halte ich oft durch bis 00:05, um dann den ganzen Tag bis 23:59 als Einnahmetag zur Verfügung zu haben.
    Dieses Verhalten scheint mir kontraproduktiv (zumindest für mich), fördert (bei mir) ein gedankliches „um die Migräne kreiseln“
    Dazu der Zweifel, ob nicht doch eher „in 24 Stunden maximal 2 Akuteinahmen“ für mich hilfreich wären.
    Darf ich deshalb um Ihre Stellungnahme zu dieser Frage bitten?
    Herzlichen Dank und Grüße

  22. Feuerdorn97 23. April 2018 um 18:06 Uhr

    Och nö. Bin ich wirklich zu spät dran? Bitte nicht!!! Habe bis eben gearbeitet

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    vielen Dank für das Anbieten des Chats.
    Technische Daten: Jede Woche 1 bis 2 Migräneattacken, die mit Sumatriptan 100, Naproxen 500 und MCP-Tablette zu handlen sind.
    Prophylaxe: Metoprolol 47,5: ½ – 0 – 1 (Häufigkeit hat sich nur wenig reduziert, dafür aber die Schmerzstärke; ich habe kaum noch Krankheitstage deswegen)
    Zusätzlich mache ich noch PMR und 1 bis 2x pro Woche für 30 Minuten Training auf dem Ergometer

    Die Attacke an sich äußert sich durch Leuchtpunkte beim Sehen einige Stunden vorher. Der Attackenbeginn wird durch permanentes Gähnen „eingeläutet“. Das ist für mich immer das Zeichen, die o. g. Medikation zu nehmen. Nach 1,5 bis 2 Stunden ist es wieder erträglich/weg.

    Am nächsten Tag fühle ich mich recht schlapp. Teilweise kommt am übernächsten Tag die nächste Attacke.

    Meine Fragen:
    Ist das am übernächsten Tag die nächste Attacke, oder noch Reste der letzten?
    Kann man an meiner medikamentösen Prophylaxe noch optimieren? (Topiramat hat bei mir zu Panikattacken geführt)

    Vielen Danke

    Feuerdorn97

    • Hartmut Göbel 24. April 2018 um 18:33 Uhr

      Lieber Feuerdorn97,

      Migräneattacken haben eine Zeitdauer von 4-72 Stunden. Sogenannte Wiederkehrkopfschmerzen können innerhalb eines Anfalls nach initialer Besserung durch die Akutmedikation erneut auftreten. Aufgrund Ihrer Schilderung ist davon auszugehen, dass es sich noch um die primäre Attacke handelt und die Kopfschmerzen am übernächsten Tag als Wiederkehrkopfschmerz der ursprünglichen Attacke auftreten. Die von Ihnen durchgeführte medikamentöse Vorbeugung scheint eine Linderung des Verlaufes zu erbringen. Die Medikation ist hinsichtlich der Dosis im unteren Bereich. Daher wäre es naheliegend, wenn ein höherer Effekt erreicht werden soll, z .B. die morgendliche Dosis auf eine ganze Tablette anzuheben. Ansonsten schildern Sie eine sehr engagierte Behandlung, die Sie selbstverantwortlich übernehmen. Sie haben wesentliche Dinge umgesetzt. Auch dabei können Sie versuchen, noch weiter zu optimieren und Verhalten, Wissen und Tagesplanung hinsichtlich der Migränevorbeugung zu intensivieren.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

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