Migräne- und Kopfschmerz-Chat am 09.07.2018

Dies ist unsere Gruppe zum Migräne- und Kopfschmerz-Chat und sie funktioniert folgendermaßen: Um ca. 12:00 Uhr des jeweiligen Chat-Tages wird die Kommentar-Funktion aktiviert. Will man eine Frage eintragen, klickt man in das Fenster der Kommentarfunktion. Hat man eine Frage eingetragen, sieht man unter seinem Beitrag “Antworten”. Diese Antwortfunktion benutzt Prof. Göbel, um die Antwort auf die vorherige Frage einzustellen. Prof. Göbels Antwort ist dann ein wenig eingerückt und unterscheidet sich daher auch optisch von den Fragen. Sollte der Fragesteller zum selben Thema noch eine Folgefrage haben, bitte auch auf “Antworten” klicken – aber nur dann! Sonst bitte immer in das Kommentar-Fenster schreiben. Nach dem Chat wird die Kommentar-Funktion wieder deaktiviert bis zum nächsten Chat-Tag. Alle Fragen und Antworten bleiben in diesem Blog erhalten und bestimmte Themen können jederzeit mit der Such-Funktion wiedergefunden werden. Alle Aktionen werden am Chat-Tag auch auf der Startseite des Headbook aufscheinen.

Fragen können nur am jeweiligen Chat-Tag ab 12:00 Uhr eingetragen werden. Bitte immer auf das aktuelle Datum in der Überschrift achten, das unter “Live-Chats” eingetragen ist.

By |2018-07-10T10:44:02+00:00Juni 13th, 2018|Livechat|49 Comments

About the Author:

49 Comments

  1. Bettina Frank - Admin 9. Juli 2018 um 12:28 Uhr

    Der Chat ist geöffnet, Fragen können eingestellt werden.

    • Calendula 9. Juli 2018 um 13:49 Uhr

      Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
      ich brauche jedes 2. Quartal ein Rezept für Zolmitriptan (12 Stück), die Triptane sind das einzige Medikament, was mir zumindest etwas Erleichterung bei den Migräneattacken bringt. Können Hausärzte Schwierigkeiten wegen Regressforderungen bei Triptanen bekommen? Meine Hausärztin hatte Regressforderungen bekommen, weil sie (bei anderen Patienten) zuviel von „Migraeflux“ gegen Migräne verschrieben hatte und sie hatte Bedenken beim Verschreiben des Triptans, dass das zu teuer kommen könnte. Kann es auch zu Regressforderungen bei Triptanverschreibungen kommen? Ist es dann besser, sich immer an den Facharzt für ein weiteres Rezept zu wenden?
      Vielen Dank für Ihren Einsatz,
      mit freundlichem Gruß,
      Angelika

      • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:26 Uhr

        Liebe Angelika,

        Vertragsärzte sind angehalten, wirtschaftlich zu verordnen. Ansonsten müssen andere Versicherte für unwirtschaftliche Verordnungen über ihre Versicherungsbeiträge aufkommen. Migräflux enthält 500 mg Paracetamol und 5 mg Metoclopramid. Es wird von vornherein im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung von den Krankenkassen nicht erstattet. Für Migräne ist es einerseits medizinisch in der fixen Kombination, aber auch als Einzeltherapie nicht zielführend. Paracetamol kann grundsätzlich auch im Rahmen der Selbstmedikation erworben werden. Umso mehr ist es dann ärgerlich, wenn medizinisch notwendige Medikamente wie die von Ihnen benötigten Triptane und zudem noch in relativ geringer Anzahl bezüglich der Verordnung Schwierigkeiten machen. Das ist nicht begründet und aus meiner Sicht ist eine Verordnung sachgerecht und kann nach meiner Auffassung auch bei Nachfragen gut begründet werden.

        Freundliche Grüße
        Hartmut Göbel

  2. Ilona 9. Juli 2018 um 12:31 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel!
    Seit über 40 Jahren habe ich Migräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp.
    Beides hat sich in den letzten Jahren chronifiziert und das wurde während meiner Aufenthalte 2015 und 2016 in Kiel auch so diagnostiziert.
    Ich gehöre zu dem Teil der Patienten, denen weder Triptane, noch eines der bekannten Schmerzmittel hilft. Ich bin gezwungen, die Anfälle mit einem Eisbeutel im Bett liegend, auszuhalten.
    Viele Prophylaxen habe ich bereits versucht, zur Zeit nehme ich Doxepin und Bisoprolol.
    Nun meine Frage an Sie:
    Auf Grund der Tatsache, dass mir Triptane nicht helfen, macht es aus Ihrer Sicht für mich überhaupt Sinn, die Antikörper- Impfung auszuprobieren, wenn sie kommen wird?
    Viele liebe Grüße und herzlichen Dank an Sie und headbook,
    Ilona

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:27 Uhr

      Liebe Ilona,

      die Wirkung der Triptane hängt nicht mit der Wirkung der Immuntherapie mit CGRP-Antikörpern zusammen. Wenn keine Therapieoptionen bestehen, ist eine neue Behandlungsmethode ein Lichtblick und eine Erweiterung der Möglichkeiten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  3. Bettina Frank - Admin 9. Juli 2018 um 12:31 Uhr

    Frage von Laura:

    „Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    ich leide seit letztem Sommer unter heftigen Symptomen und bin seitdem krankgeschrieben, habe aber trotz Aufenthalt Uniklinik und Untersuchungen in der Neurologie, HNO und Kardiologie (alles zum Glück ohne Auffälligkeiten) noch keine Diagnose. Die einzige Vermutung, die geäußert wurde, ist „am ehesten verstibuläre Migräne“ mit Empfehlung Amitriptylin. Mir ist klar, dass Sie im Chat keine Diagnose stellen können, aber ich würde mich freuen, wenn Sie mir einen Rat geben könnten, ob Sie Migräne für möglich halten bzw. an wen/welche Fachrichtung ich mich zur weiteren Behandlung und Diagnose wenden kann (Neurologen im Umkreis in NRW, die als Migränespezialisten aufgeführt sind, haben mich schon ohne Diagnose nach Hause geschickt und schließen Migräne aus, hauptsächlich, weil ich keine Kopfschmerzen habe.) Kann man ohne viel Kopfschmerzen Migränepatient sein? Tritt Migräne durchgehend auf?
    Hier kurz die Symptome:
    – plötzlich aufgetretener durchgehender Kopfdruck, Benommenheit und Schwindel, hohe Empfindlichkeit gegenüber Kunstlicht, Schwierigkeiten der Augen, Entfernungen richtig zu beurteilen, Lift- und Schwankschwindel, bei Vibration des Bodens Verlust der Orientierung (Körper bleibt aber stehen), totale Empfindlichkeit gegenüber wärmeren Temperaturen mit Schwächegefühl und Zittrigkeit (nur Bettruhe möglich)
    – in den ersten zwei Monaten Verstärkung der Benommenheit im 3-Tages-Rythmus (mit 2 schwächeren Tagen dazwischen), starke Kopf- und Rückenschmerzen (weg, nachdem wieder Rehasport möglich), danach im Laufe der Monate langsame Verbesserung; Schwindel- und Augenprobleme nach 8 Monaten fast weg, nach leichtem Cardio-Training im Frühjahr wieder leichter Rückfall
    – seit wärmere Temperaturen wieder tagsüber Kopfdruck und Benommenheit, Augenprobleme, Abgeschlagenheit, Zittern, auf den Beinen halten z.T. kaum möglich; nachts bzw. bei kühlen Temperaturen sofortige Besserung und sogar sofort kleine Spaziergänge möglich
    In den Tagen vorm ersten Auftreten Kopfschmerzen, die ich aber auf meinen damals verspannten Rücken und Nacken zurückgeführt habe (Physio hat die Probleme gelöst, keine Verbesserung Kopfdruck/Benommenheit). Zwei Tage vor Beginn des Schwindels Einrenkversuch eines Arztes an HWS, hat nicht funktioniert, aber auch keine direkten Probleme verursacht. Ist das möglicher Auslöser?
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar für Ratschläge, da ich gerade keinen weiteren Ansatz habe. Herzlichen Dank im Voraus!
    Mit freundlichem Gruß
    Laura

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:28 Uhr

      Liebe Laura,

      aufgrund Ihrer Schilderungen wird der zeitliche Verlauf Ihrer Symptome nicht deutlich. Allgemein muss bei einer Migräneerkrankung kein Kopfschmerz vorhanden sein. Es gibt eine Vielzahl von neurologischen Symptomen, die im Rahmen einer Migräneattacke auftreten können, die jedoch nicht von Kopfschmerzen begleitet werden. Man spricht dann von einer Migräneaura ohne Kopfschmerz. Komplexe neurologische Symptome mit Benommenheit, Müdigkeit, Schwindel und vielen Symptomen können auch im Rahmen einer sogenannten Migräne mit Hirnstammaura auftreten. Ein Vorschlag wäre, sich bei einem Neurologen mit spezieller Kopfschmerzexpertise vorzustellen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  4. Marlene 9. Juli 2018 um 12:34 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,

    im Headbook ist immer mal wieder zu lesen, dass im Falle neuropathischer Gesichtsschmerzen bei unzureichender Wirkung von NSARs und Opioiden auch eine einmalige Gabe von Lyrica als Akutmedikation versucht werden kann.
    Da ich neben diesen Schmerzen auch chron. Migräne habe, stellt sich mir die Frage, ob die Akutgabe von Lyrica als Schmerzmitteltag im Rahmen der „10-20-Regel“ gezählt werden muss ( wie es z.B. auch bei Muskelrelaxantien wie Ortoton oder Tizanidin von Ihnen empfohlen wird ).

    Vielen lieben Dank für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    Marlene

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:28 Uhr

      Liebe Marlene,

      die Anwendung von Pregabalin als Akutmedikament muss nicht im Rahmen der 10-20-Regel gezählt werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  5. Nicole 9. Juli 2018 um 12:34 Uhr

    Hallo Prof. Göbel nehme zu Migräne Behandlung PCM Comp andere Schmerzmittel helfen nicht, Hab schon Rizatriptan, Naratriptan und Repex ausprobiert mit wenig Erfolg was würden sie empfehlen, meine schmerzen sin zurzeit wieder häufiger da ich eine Akute Belastungsstörung habe, (‚hirntumor der Mutter)
    Zur profilaxe nehme ich metoprolol 47,5‘ mg und weitere Medikamente Fluoxetin 60 mg.

    Wäre super wenn sie mir helfen Könnten

    Nicole Wittrock

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:29 Uhr

      Liebe Nicole,

      die Behandlung der Migräne mit Paracetamol in Verbindung mit Codein führt schnell zu einem Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch. Dann wirkt auch zunächst nur dieses Medikament, um den Rückschlagkopfschmerz zu behandeln. Sie sollten daher die Einnahme dieses Kombinationsarzneimittels zeitlich limitieren und in Zusammenarbeit mit einem Schmerztherapeuten eine Alternative suchen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  6. Biggie 9. Juli 2018 um 12:38 Uhr

    Lieber Hr. Prof. Dr. Göbel,
    obwohl ich im Forum schon die eine oder andere Info erhalten habe, möchte ich Sie ganz kurz etwas fragen:
    Ich habe als Zufallsbefund eine erniedrigte GFR –Rate erhalten (70 ml/min). Das Kreatinin ist im oberen Referenzbereich.
    Nun möchte ich natürlich alles tun, um meine Nieren zu unterstützen. Und da sind wir schon bei den Mitteln zur Migränebehandlung.
    Triptane belasten die Nieren nicht, richtig? Ansonsten kommt nicht viel in Frage …außer Novalgin, stimmt das auch so?
    Leider habe ich bei „Dr. Google“ unterschiedliche Aussagen dazu gefunden.
    Im Normalfall nehme ich nur noch Triptane. Trotzdem möchte ich Novalgin nicht gänzlich verbannen, da es mir bei leichten Anfällen eigentlich sehr gut hilft.
    Haben Sie vielen Dank für Ihre Antwort,Ihre Zeit und vl.den einen oder anderen Tipp hierzu.
    Liebe Grüße aus Österreich
    Biggie

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:30 Uhr

      Liebe Biggie,

      Triptane müssen bei einer Nierenfunktionsstörung hinsichtlich ihrer Dosierung angepasst werden. Triptane sind bei schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <15 ml/min) kontraindiziert. Bei einer Kreatinin-Clearance über 15 ml/min ist eine Dosisanpassung notwendig. Da bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion die Eliminationsgeschwindigkeit von Novaminsulfon vermindert ist, sollten mehrfache hohe Dosen vermieden werden. Bei nur kurzzeitiger Anwendung von Novaminsulfon im Rahmen der Migräneakuttherapie ist keine Dosisreduktion notwendig. Zur Langzeitanwendung liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  7. Peter 9. Juli 2018 um 12:39 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich habe diagnostizierte chron. Migräne, halte mich streng an die 10/20 Regel und befinde mich dementsprechend auch nicht im Mük. Trotzdem beschäftigt mich die Frage nach einer Schmerzmittelpause.
    Ich würde gerne wissen, ob Sie Ihren Patienten mit chron. Migräne auch dann eine Schmerzmittelpause empfehlen, wenn sie sich nicht im Mük befinden und Akutmedikamente zufriedenstellend wirken. Könnte die Pause auch in diesem Fall ev. das Schmerzgeschehen positiv beeinflussen und wenn ja, wie lange und häufig sollte sie dann sein.

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen
    Peter

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:30 Uhr

      Lieber Peter,

      wenn Sie an weniger als an 10 Tagen im Monat Akutmedikamente für die Behandlung von Migräneattacken einnehmen, ist nicht davon auszugehen, dass ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz besteht. Es ist dann nicht erforderlich, dass Sie eine Medikamentenpause durchführen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  8. Melissa 9. Juli 2018 um 12:47 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.Göbel, ich bin nun 37 Jahre alt und bin nun das erste Mal in stationärer Behandlung wegen Depressionen. Die nun durch den Tod meiner Mutter im Februar 2018 wohl ausgelöst wurde.Seit ich 12 bin begleitet mich die Migräne. Ich habe alle Therapien durch und 2015 wurde ein PFO Verschluss gemacht. Seitdem ist die Migräne von 30 Attacken runter auf 5. Doch seit 5.7.18 nehme ich nun Citalopram 10mg , davor gab es ein Versuch mit 20mg, aber da habe ich mit Herzrasen, Übelkeit, Empfindungsstörungen, Hitze und Migräne/Cluster reagiert und es wurde abgesetzt.
    Mit dem Citalopram 10mg habe ich zwar kein Herzrasen, aber ich habe jeden Tag Migräne, die Umgebungsgeräusche sind sehr schlimm, geschwollene Beine, Zittrigkeit, innere Unruhe, innerer Antrieb und wenn die Kühlung nichts bringt muss ich auf Zolmitriptan 2,5mg Schmelztabletten zurück greifen. Bei Übelkeit brauch ich Vomex.
    Der Chefarzt sagt ich soll bis diesen Donnerstag durchhalten und dann werden die Nebenwirkungen weniger.
    Ich merke ich bin wacher, aber die Nebenwirkungen lassen mich erschöpft aussehen und ich fühle wie wenn ich neben mir stehe.

    Was halten Sie davon?
    Ich wäre sehr dankbar über Ihre Ratschläge.
    Mit freundlichen Grüßen
    Melissa

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:31 Uhr

      Liebe Melissa,

      tatsächlich ist es bei einer Neueinstellung auf ein Medikament wie Citalopram sinnvoll, einige Tage abzuwarten, ob Verträglichkeit besteht. Ansonsten kommt man auch nicht in die Situation, dass sich eine Wirkung einstellt. Sollten die Nebenwirkungen jedoch nicht tolerierbar sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob nicht eine andere Alternative möglich wäre.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  9. Tini 9. Juli 2018 um 12:52 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    Ich leide seit Jahren an Migräne ohne Aura (2-3 mal pro Woche) Seit 2 Jahren an zusätzlichen täglichen Gesichts-Schmerzen.
    Diese sind  an der Nase und Stirn.  Mein Gesicht fühlt sich jeden Tag brennend, entzündet an.
    Gegen die Migräne nehme ich Sumatriptan und Novalgin. Das hilft meistens, jedoch bin ich danach sehr erschöpft und der Gesichtsschmerz kommt bald wieder.
    Prophylaktisch aktuell Duloxetin 120 mg (Schon versucht: Amitriptilyn, Venlafaxin, Metroprolol, Topiramat, Doxepin)

    Was sind Ihre Erfahrungen mit diesem Gesichtsschmerz? Was empfehlen Sie hier?
    Hängen die beiden Schmerzen zusammen?

    Danke für Ihre Mühe

    Bettina

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:32 Uhr

      Liebe Tini,

      bevor eine Behandlungsstrategie aufgebaut wird, sollte eine diagnostische Abklärung Ihrer Gesichtsschmerzen erfolgen. Erst darauf aufbauend kann dann die Auswahl der Behandlung sinnvoll möglich sein. Gerade bei Gesichtsschmerzen ist es im Einzelfall sehr schwierig, eine genaue Diagnose zu stellen. Es gibt auch hier vielfältige Möglichkeiten, die in Frage kommen. Bei der Auswahl der beschriebenen Medikamente werden einige zur Migräneprophylaxe und andere zur Behandlung von chronischem Kopfschmerz vom Spannungstyp eingesetzt. Notwendig ist also eine diagnostische Beurteilung, um dann ein Therapiekonzept aufzubauen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  10. Paula Alice 9. Juli 2018 um 13:08 Uhr

    Lieber Prof. Göbel,
    meinen herzlichsten Dank an Sie, das ich hier im Chat die Möglichkeit habe persönlich Fragen an Sie zu richten. Und überhaupt für Ihr großartiges Engagement im Bereich Kopfschmerzen und Migräne. Ein Segen!

    Ich habe Verständnisfragen zu Ihrem Buch „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“. Auf Seite 219, 6.22.2, empfehlen Sie in der Zeit der Ankündigungssymptome 30mg Domperidon zu nehmen. Zu welchem Zeitpunkt sollte es in der Ankündigungszeit genommen werden? Und wie kann Domperidon eine Migräneattacke lindern oder verhindern? Ich nehme es bisher 15 Minuten vor Almotriptan gegen die Übelkeit.
    Oder habe ich den Absatz falsch verstanden?
    Und wie nehme ich zur Prophylaxe die 2 x 300mg Magnesium ein, dauerhaft oder wie bei der Vit B2 Empfehlung über 3 Monate? (S.197, 6.19.15)

    Herzlichst PaulaAlice

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:33 Uhr

      Liebe Paula,

      manche Betroffene, vor allem auch Kinder und Jugendliche, können mit einem Medikament wie Domperidon noch im Rahmen der Ankündigungssymptome eine Migräne verhindern. Ankündigungssymptome sind z. B. Müdigkeit, Gähnen, Heißhunger, Übelkeit und andere Hinweise auf eine kommende Migräneattacke. Sie können oft schon 2-3 Tage vor dem eigentlichen Schmerzanfall auftreten. In aller Regel ist im Erwachsenenalter ein solches Vorgehen nicht notwendig, da heute mit Triptanen spezifisch die Migräneattacke kupiert werden kann. Das Konzept basiert auf früheren Jahren, als es noch keine zuverlässigen und verträglichen Akutmedikamente für die Migräneattacke gab. Die Behandlung mit einem Antiemetika 15 Minuten vor der Einnahme des Schmerzmittels ist heute nicht mehr notwendig. Die Triptane wirken ebenfalls gegen Übelkeit und Erbrechen. Man hat mit der zeitlichen Einnahme vor dem Schmerzmittel oder vor dem Migränemittel versucht, eine bessere Resorption und Wirksamkeit der früheren Medikamente zu erzielen. Natürlich kann man ein solches Vorgehen weiter vornehmen, allerdings ist es in der Regel nicht erforderlich.
      Eine dauerhafte Einnahme von Magnesium und Vitamin B2 ist in aller Regel nicht erforderlich. Meist wird es für 3 Monate eingenommen. Dann macht man eine Einnahmepause und je nach klinischer Wirkung kann man die Medikation dann weiterführen. Dies muss jedoch individuell entschieden werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  11. Nordlicht_A 9. Juli 2018 um 13:16 Uhr

    Sehr geehrter Prof. Göbel
    ich habe in letzter Zeit festgestellt, dass ich öfters (aber nicht immer) nach stärkerer, sportlicher Belastung Migräne bekomme. Entweder später am Abend des gleichen Tages oder manchmal auch erst am nächsten Tag. Normalerweise bekomme ich den größten Teil meiner Migränefälle im Zusammenhang mit der Regel.
    Es scheint nicht daran zu liegen, dass ich zu wenig trinke.
    Daher bin ich etwas ratlos, wie ich damit umgehen soll. Ich fahre gerne Rennrad und möchte mich da natürlich auch steigern und nicht immer nur im „Wohlfühlbereich“ fahren.
    Gibt es da einen Zusammenhang und etwas, was ich dagegen tun kann?
    Ich habe mal gehört, dass evtl. Magnesium helfen könnte. Ist das etwas dran und wenn ja, wie sollte ich es nehmen? Als Kur oder in Zusammenhang mit der Belastung?
    Ansonsten hab ich bisher für die Migräneanfälle Zolmitriptan genommen, steige gerade um auf Relpax, da ich bei Zolmitriptan in letzter Zeit öfter Wiederkehrkopfschmerzen hatte.

    Vielen Dank für Ihre Hilfe und herzliche Grüße!

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:33 Uhr

      Liebes Nordlicht,

      Migräneattacken werden häufig nach körperlicher Belastung ausgelöst. Grund ist dafür, dass ein Blutzuckerabfall besteht und das Nervensystem zu wenig Energiesubstrat bekommt. Das Gleiche gilt auch für einen Flüssigkeitsmangel bei zu wenig Trinken. Daher sollte man vor sportlicher Aktivierung darauf achten, dass man ausreichend Kohlenhydrate aufgenommen hat und auch ausreichend trinkt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  12. KathrinB72 9. Juli 2018 um 13:28 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof.Göbel!

    Zur Zeit muss ich Schmerzmittel (Ortoton oder Naproxen) gegen mein LWS Leiden einnehmen. Zählen diese Einnahme Tage von Schmerzmitteln zusätzlich zu den höchstens empfohlenen 10 Einnahme Tagen von Schmerzmitteln gegen Migräne? Ich nehme Naproxen oft zusammen mit Sumatriptan gegen Migräne. Daher nehme ich Ortoton gegen die Rückenschmerzen.
    Werden diese Einnahme Tage mit dazu gezählt, werde ich diese 10 Tage in diesem Monat großzügig überschreiten müssen.

    Herzlichen Dank und viele Grüße
    Kathrin

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:34 Uhr

      Liebe Katrin,

      Naproxen zählt ebenfalls im Rahmen der 10-20-Regel. Da Orthoton nicht gegen akute Schmerzen hilft, muss es nicht in die 10-20-Regel integriert werden.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  13. Gabriele 9. Juli 2018 um 13:31 Uhr

    Hallo
    ich habe seit über 17 Jahren Migräne seit 7Jahren nehme ich Sumatriptan.
    stimmt es dass ich sumatiptan immer sofort einnehmen muss bevor der Schmerz richtig akut da ist?
    Wie sieht das aus mit der Migräne Impfung aus die seit kurzem auf dem Markt ist?
    Und hat Botox eigentlich bei 8 bis 10 Tagen Schmerzen eine Wirkung auf die Migräne?
    Kann es sein dass mein Körper sich auf Sumatriptan schon eingestellt hat und das Medikament nicht mehr wirkt?
    Hat man eine Chance hat das die Krankenkasse Botox oder auch diese Migräne Impfung bezahlt?
    Danke für die Antworten .
    Helena

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:34 Uhr

      Liebe Gabriele,

      Triptane sollten möglichst früh im Anfall eingenommen werden. Sie verhindern dann die Freisetzung von Entzündungsstoffen und können so schneller und effektiver wirken. Sie können jedoch auch später im Anfall noch eingenommen werden und können dann ebenfalls noch wirken. Die CGRP-Immuntherapie ist in Europa noch nicht zugelassen. Sie wird voraussichtlich im September des Jahres verfügbar. Die Wirkung von Botox zur Migränevorbeugung ist für die chronische Migräne zu erwarten, d.h. an mindestens 15 und mehr Kopfschmerztagen pro Monat. Wenn man mehr als an 10 Tagen Akutmedikamente wie auch Sumatriptan einnimmt, können Medikamentenübergebrauchskopfschmerzen entstehen. Die Folge ist dann, dass die Kopfschmerzfrequenz zunimmt und auch die Wirkung des Triptans nachlässt. Liegen die Voraussetzungen vor, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlung mit Botox zur Vorbeugung der chronischen Migräne. Nach der Zulassung wird dies auch für die CGRP-Immuntherapie gelten.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  14. Claudia 9. Juli 2018 um 13:36 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    vielen Dank für die Möglichkeit hier unsere Fragen zu stellen:

    Ich bin chronischer Schmerzpatient (44 J., weiblich) – chron. Migräne + chron. Spannungskopfschmerzen.

    Bei Migräne nehme ich aktuell 40 mg Relpax + Naproxen + Domperidon in der Hoffnung, dass die Tabletten anschlagen, was leider nicht immer der Fall ist.
    Sämtliche Prophylaxen durchprobiert, leider ohne großen Erfolg. Aktuelle Prophylaxe: Beloc zoc mite 47,5 mg (seit Dezember 2016) (½ – 0 – ½) + Migravent 2 x 2 Kapseln. Vermutung liegt nahe, dass der Betablocker nicht anschlägt, aber aufgrund meines aktuell schlechten Zustandes traue ich mich nicht, diesen auszuschleichen. Was denken Sie?

    Zusätzlich zur Migräne und den Spannungskopfschmerzen habe ich seit ca. 3 Jahren unerträgliche Nacken- und Schulterschmerzen sowie wahrscheinlich hieraus resultierende Kieferschmerzen. MRT der HWS ist ohne Befund (bis auf einige Vorwölbungen). Die BWS wurde noch nicht mit CT oder MRT unersucht. Kann es möglich sein, dass die Nacken- und Schulterschmerzen wirklich eine verlagerte Migräne sind (Meinung meiner Neurologin)? Hierfür habe ich als Notfallmedikation Flupirtinmaleat 400 mg Winthorp bekommen. Dies wurde jedoch jetzt vom Markt genommen. Gibt es hierfür eine Alternative, die genauso gut wirkt?

    Die Antikörper für CGRP sollen ja im Herbst in Deutschland zugelassen werden. Über die Nebenwirkungen ist noch nicht so viel bekannt. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Antikörperbehandlung? Würden Sie es einem chronischen Migräne-Kranken empfehlen (nachdem sämtliche Prophylaxen bzw. Botox usw. nicht angeschlagen haben)?

    Frage w/ status migraenosus:
    Wie ist hierbei nochmal die Dosierung mit Kortison über mehrere Tage?

    Vielen Dank vorab für die Rückmeldung.
    Claudia

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:35 Uhr

      Liebe Claudia,

      zu einzelnen Dosierungen kann ich hier ohne eigene Kenntnis des Krankheitsverlaufs keine begründeten Informationen geben. Aus meiner Sicht sind Nacken- und Schulterschmerzen keine „verlagerte“ Migräne. Hier scheint es erforderlich, dass eine wirksame Kopfschmerz- und Migränetherapie bei Ihnen aufgebaut wird. Häufig sind Nackenschmerzen Folge einer hohen Sensitivierung des zentralen Nervensystems, nicht die Ursache. Nach der Zulassung ist davon auszugehen, dass die gesetzlichen Krankenkassen bei Bestehen der Voraussetzungen für die Kosten für die CGRP-Immuntherapie erstatten. Da der Arzt wirtschaftlich behandeln muss, muss belegt sein, dass andere vorbeugende Medikamente leitliniengerecht in ausreichender Dosierung und ausreichender Zeit eingesetzt worden sind und diese nicht vertragen wurden oder nicht gewirkt haben.

      Bei einem Status migraenosus kann man eine Behandlung mit Prednisolon durchführen. Üblicherweise ist die Standarddosis dabei 100 mg über maximal 3 Tage. Als Infusionstherapie kann der Arzt auch andere individuelle Dosierungen vornehmen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  15. escada 9. Juli 2018 um 13:53 Uhr

    Sehr geehrter Hr. Prof. Göbel,

    Bin seit knapp 40 Jahren Migräne Patientin, die letzten 12 davon chronisch.

    Versuche mit den 10 Einnahmetagen auszukommen, bin aber immer an der Grenze und letztes Monat waren es 15 Triptantage (bisheriger Rekord)
    Seit vergangenem Mittwoch Dauermigräne, die Triptane wirkten immer kürzer, zuletzt gar nicht mehr, wie in einem Status migränosus.
    Versuche deshalb seit gestern eine Med.pause zuhause mit 100mg Aprednisolon, PPI, Magnesium und b.Bed. Doxepin durchzuziehen, was aufgrund der heftigen Schmerzen sehr fordernd ist.
    Möchte Cortison nach 3 Tagen absetzen, wie lange darf ich dann kein Triptan einnehmen. Was kann ich in der Pause bei einem beginnenden Anfall einnehmen? Gegen ASS und Novalgin bin ich allergisch, Miranax geht wegen Mb.Crohn nur im Ausnahmefall.
    Wahrscheinlich sollte ich auch gleich eine neue Prophylaxe starten, oder? Propanolol, Cymbalta, Doxepin, Topiramat, Candesartan und Botox waren eher erfolglos. Botox hat 3x einigermaßen gut gewirkt, beim 4. Mal überhaupt nicht mehr.
    Soll ich eine der alten Prophylaxen noch einmal versuchen, oder besser was Neues?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:35 Uhr

      Liebe Escada,

      aufgrund Ihrer Beschreibung ist davon auszugehen, dass ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz besteht. Bei der von Ihnen beschriebenen komplexen Situation kann ein allgemeingültiges Schema, das man ambulant durchziehen kann, nicht beschrieben werden. Hier ist ein komplexes Behandlungsprogramm mit Wissen, Information, Verhaltensmaßnahmen und ggf. auch medikamentöser Vorbeugung erforderlich. Dies muss individuell aufgebaut werden.

      Sie sollten sich bei einem Kopfschmerzzentrum vorstellen und sich einen für Sie geeigneten Behandlungsplan, ggf. auch unter Einbeziehung einer stationären Behandlung, aufbauen lassen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  16. kris 9. Juli 2018 um 14:31 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,

    ich leide unter chron. Migräne, Cluster und Spannungskopfschmerz. Jetzt kommt seit einigen Monaten heftiger Drehschwindel mit Erbrechen hinzu. Da ich letztes Jahr nach Einnahme von Sumatriptan Inject einen Sehverlust für ca. 6 Wochen hatte, kann ich nun kein Triptan mehr nehmen, da keine Differentialdiagnose gestellt werden kann und der Augenarzt nur eine Weitsichtigkeit sowie Altersfehlsichtigkeit diagnostiziert hat. Er meinte, dass man mit ein bisschen Kopfschmerz leben kann, obwohl ich den Bericht aus der Schmerzklinik ihm vorgelegt habe.

    Vomex und Paracetamol helfen mir leider nicht weiter. Also halte ich die täglichen Schmerzen aus. Als Prophylaxe habe ich alle 2 Tage Flunarizin. Dies lässt mich nicht schlafen. Botox hilft in der Hinsicht, dass das Erbrechen nicht mehr 3 Tage am Stück ist, sondern nur noch 1-2 Tage und nicht so häufig. Der Blutzuckerspiegel war beim letzten Mal auf 58mg/dl gesunken. Jedoch komme ich kaum noch aus dem Bett heraus , da der Schwindel mir richtig zu schaffen macht. Eine psychosomatische Reha ist mir bewilligt worden. Für die Schwindelambulanz habe ich die Genehmigung der Krankenkasse, bekomme jedoch keinen Termin. Vorher hätte ich einen Termin haben können, hatte jedoch nicht die Genehmigung der Krankenkasse. Dies hatte sich in die Länge gezogen.

    Nun meine Fragen:
    Was kann ich gegen den Schwindel tun?
    Der Zahnarzt meinte, Amalganfüllungen sollten raus und eine Aufbissschiene, dann wäre die Migräne unter Kontrolle.
    Der Gynäkologe meinte, ich hätte ein Myom, die Gebärmutter solle raus.
    Aber ich denke nicht, dass mir damit geholfen ist. Wie ist Ihre Meinung?
    Kann ich nochmal ein Triptan probieren? Die Schmerzen aushalten schaffe ich nicht mehr lange.

    Herzliche Grüße

    kris

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:37 Uhr

      Liebe Kris,

      hinsichtlich des komplexen Schwindelproblems sollten Sie sich in einem Schwindelzentrum vorstellen. Lassen Sie, falls Sie keinen zeitnahen Termin bekommen, von Ihrem Hausarzt dort anrufen um einen möglichst schnellen Termin zu erhalten. Er wird dies dann ärztlich begründen können. Die Meinung, dass nach Entfernung der Amalgamfüllungen die Migräne verschwindet, ist nicht begründet. Das Gleiche gilt auch für die Entfernung der Gebärmutter, wenn sie aufgrund der Migräne entfernt werden soll. Hinsichtlich des Sehverlustes 6 Wochen nach der Sumatriptan-Einnahme sollte eine intensive neurologische und augenärztliche Untersuchung erfolgen. Die Frage, die im Raum steht, ist, ob möglicherweise ein Schlaganfall aufgetreten ist. Wenn dies der Fall ist, ist leider die Einnahme von Triptanen kontraindiziert. Das Auftreten erscheint mir sehr ungewöhnlich. Daher sollte eine eingehende neurologische und augenärztliche Diagnostik erfolgen. Möglicherweise lässt sich dann der Sehverlust erklären und die weitere Behandlung begründet planen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  17. Joker 9. Juli 2018 um 14:49 Uhr

    Hallo Herr Prof. Göbel,

    ich leide seit über 30 Jahren an chronischer Migräne und ich war auch schon bei Ihnen in Kiel. Aber nichts will so richtig helfen bei mir. Nun setze ich deshalb sehr große Erwartungen in die CGRP-Antikörper, die ja ca. im Oktober auf den Markt kommen sollen.
    Kann meine Neurologin dieses Medikament so einfach bekommen oder muss Sie sich irgendwo vormerken lassen? Oder können nur größere Praxen bzw. Schmerzkliniken die CGRP-Antikörper beziehen?
    Kann das Pharmaunternehmen überhaupt solche große Mengen liefern, die Nachfrage wird ja wohl immens sein?

    Vielen Dank für die Antwort und liebe Grüße

    Anette

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:38 Uhr

      Liebe Anette,

      wenn das Medikament zugelassen ist, können in der Behandlung der Migräne spezialisierte Ärzte die Verordnung vornehmen. Eine Vormerkung ist nicht erforderlich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  18. Jasmin 9. Juli 2018 um 14:54 Uhr

    Sehr geehrter Herr Prof. Göbel,
    meine Diagnose ist chronische Migräne und PTBS. Ich wurde im Januar 2017 in Ihrer Klinik zusätzlich zu den kurz vorher begonnenen Botox-Behandlungen auf Candesartan 8mg eingestellt. Zusätzlich nehme ich 25mg Doxepin wegen Schlafstörungen. Mit diesem Paket hatte ich phasenweise eine deutlich bessere Zeit als zuvor, im vergangenen Winter konnte ich teils mit 4-6 Triptantagen plus einige leichte Migränetage ohne Behandlung eine für mich deutlich entspanntere Zeit genießen.
    Nun kam es seit März d.J., insbesondere aber Mai, Juni und Anfang Juli zu einer sehr starken Häufung der Migräne, insbesondere Wärme und jegliche Sonne muss ich – soweit möglich – komplett meiden, weil es ein sehr starker Trigger bei mir ist. Im März und April habe ich eine Schmerzmittelpause von immerhin 5 Wochen gemacht, trotzdem die heftige Verschlechterung ohne jeglichen emotionalen Stress o.ä.

    Nun meine Überlegung und Fragen dazu:
    1. Kann Botox seine Wirkung verloren haben? Letzte Behandlung Anfang Juni

    2. Kann es sein, dass Candesartan für mich kontraproduktiv ist, da es ja die Gefäße weitet lt. meiner Recherche und gepaart mit den warmen bis heißen letzten Wochen zuviel für mich ist? Ich habe sonst eher einen niedrigen Blutdruck in letzter Zeit , auch vor Einnahme morgens, vereinzelt 90/60 an schwülen Tagen, ansonsten max.110/70.

    Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe und freundliche Grüße,
    Jasmin

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:38 Uhr

      Liebe Jasmin,

      die zeitliche Dauer der Wirkung von Botox variiert. Es ist möglich, dass die Wirkung nachlässt. Ebenso ist es jedoch auch möglich, dass Einflussfaktoren, die Sie oben beschreiben, die Migräne verstärken und die Wirkung daher limitiert ist. Candesartan weitet nicht die Gefäße. Sollten Sie den Eindruck haben, dass es Ihnen nicht bekommt, ist eine Dosisreduktion oder auch ein Absetzen möglich.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  19. Juliane 9. Juli 2018 um 14:57 Uhr

    Lieber Herr Prof. Göbel,
    ganz herzlichen Dank für Ihr ungewöhnlich großes Engagement und die Einrichtung dieses Forums.

    Meine Frage an Sie: kann ich die Triptanwirkung durch 10 ml MCP Lösung 12 min. (oder welches Zeitfenster empfehlen Sie) vor Einnhame des Triptans verbessern und/oder sollte/kann ich ein Schmerzmittel zusätzlich nach 2 Stunden, falls Bedarf einnehmen, um die Wirkung zu verbessern, oder erst doch vier Stunden aushalten und ein zweites Triptan nehmen? – (falls ich mal nicht ruhen kann oder der Schmerz trotz Ruhe und Triptan schon wieder ansteigt)

    Ich war bei Ihnen stationär im letzten Herbst – habe chronifiz. Migräne mit ca. 12 MTs / Monat – Triptane helfen für einige Stunden ( ca.2-4h bis im Glücksfall ca.8), > 4 nur vorausgesetzt ich ruhe und unterlasse fast jegliche Aktivität, jedoch habe ich so gut wie immer deutlichen oder sogar heftigen Wiederkehrkopfschmerz und muss 2-3 Tage je ein-zwei Triptane einnehmen. Wegen der 10/20 Regel nehme ich also bei einigen Attacken nichts, oder nur am ersten Tag Akutmittel ein.
    (derzeitige Prohpylaxe ist Amlodipin 10mg/ Magnesium 2x300mg und Vit. B2 2x 100mg)

    Viielen Dank für Ihre Hilfe und herzliche Grüße
    Juliane

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:39 Uhr

      Liebe Juliane,

      üblicherweise ist die zusätzliche Behandlung mit einem Antiemetikum bei Behandlung mit einem Triptan nicht erforderlich. Sie können es jedoch individuell ausprobieren. Bei einigen Patienten besteht ausgeprägte Übelkeit, so dass eine schnellere Reduktion der Übelkeit und eine verbesserte Aufnahme des Triptans zu erwarten ist. Dies kann jedoch nicht verallgemeinert werden. Auch die gleichzeitige Einnahme eines Schmerzmittels mit dem Triptan ist möglich. Eine spätere zeitliche versetzte Einnahme scheint mir nicht zielführender. Das Aushalten von 4 Stunden bei initialer Wirkungslosigkeit und Wiederholung des Triptans nach diesen 4 Stunden ist nicht sinnvoll. Wenn das initial eingenommene Triptan nicht wirkt, wird auch die Wiederholung des Triptans keine Wirkung erzielen. In dieser Situation sollte ein Ersatzmedikament mit einem anderen Wirkmechanismus verwendet werden.
      Wenn bei Ihnen die Wiederkehrkopfschmerzen im Mittelpunkt stehen, sollten Sie möglichst zu Beginn der Attacke gleich eine ausreichend hohe Dosis des Triptans einnehmen. Im Einzelfall ist es jedoch manchmal nicht möglich den Wiederkehrkopfschmerz zu verhindern. Dann muss man so vorgehen, wie Sie es beschrieben haben. Zusätzlich sollte eine möglichst gute Wirkung der vorbeugenden Behandlung erzielt werden. Im medikamentösen Bereich scheitert dies manchmal an der Verträglichkeit.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  20. Andrea 9. Juli 2018 um 15:54 Uhr

    Hallo Herr Professor Göbel
    seit über 40 Jahren leide ich unter hormonell bedingter Migräne ohne Aura. Sumatriptan hilft einigermaßen. Ein Zusammenhang ist mir aber bei folgenden Aktivitäten unklar:

    1. Kann ein Saunabesuch Migräne auslösen, aber an einem anderen Termin auch bessern.

    2. Selbst bei leichtem Training der Bauchmuskulatur und Rückenmuskulatur bei dem auch die Hals/Nackenmuskulatur mit angesprochen wird kann Migräne auslösen.

    Haben Sie eine Erklärung?
    Bei Gewitterlagen ist die Migräne auch extrem.

    Herzlichen Dank für Ihre Mühe. Durch die Mitgliedzeitschrift der Migräneliga konnte schon manche Frage geklärt werden. Ihr seid ein tolles Team. Liebe Grüße Andrea

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:40 Uhr

      Liebe Andrea,

      Migränetrigger wirken nicht primär von sich aus. Es kommt vielmehr auf die jeweilige Sensitivierung und Empfänglichkeit des Körpers für die Trigger an. So kann es sein, dass ein Saunabesuch einerseits Migräne auslöst, andererseits Migräne verhindert. Das Gleiche gilt auch für Stress und für andere Faktoren. Aus diesem Grunde ist die frühere Annahme, dass man nur Trigger vermeiden muss, heute nicht mehr sachgerecht. Es kommt vielmehr darauf an, dass man seine eigene Empfindlichkeit so stabilisiert, dass Trigger sich möglichst nicht auswirken.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  21. Ella 9. Juli 2018 um 16:06 Uhr

    Lieber Herr Professor Göbel,

    kann man nach 16 Tagen Status Migraenosus aus dem Dauerkopfschmerz herauskommen, indem man lediglich alle Akutmedikamente für 3-4 Tage wegläßt, oder ist eine Medikamentengabe wie Cortison zwingend notwendig?
    Ist man als Veganer besonders anfällig für vermehrte Migräne, weil z.B. weniger Eiweiß gegessen wird, was das Schmerzlevel ggf. ansteigen läßt?

    Vielen Dank für Ihre Antwortund vielen Dank, daß man Sie fragen kann! 🙂

    Herzliche Grüße
    Sue

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:40 Uhr

      Liebe Ella,

      wenn ein Dauerkopfschmerz über 16 Tage besteht und man an all diesen Tagen Akutmedikamente eingenommen hat, ist anzunehmen, dass eine hohe Sensitivierung im Rahmen eines Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes besteht. Dann kann eine Medikamentenpause erfolgreich sein. 3-4 Tage sind dabei jedoch in der Regel nicht ausreichend. Die Cortisongabe alleine ist nicht sachgerecht. Sie mag zwar für ein paar Tage die Rückschlagskopfschmerzen leichter machen, aber nach Weglassen des Cortisons hat man keine ausreichende Behandlung zur Vorbeugung aufgebaut. Dieses ist jedoch erforderlich, um den weiteren Verlauf günstig zu beeinflussen. Wenn man als Veganer ausreichend Kohlenhydrate (Kartoffeln, Reis, Vollkornprodukte) zu sich nimmt, muss eine erhöhte Anfälligkeit für Migräne nicht bestehen. Tierisches Eiweiß wird im Nervensystem nicht als Energieträger eingesetzt.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  22. Koppwehdaag 9. Juli 2018 um 16:35 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Göbel,

    inzwischen habe ich meinen 70. Geburtstag gefeiert, Migräne attackiert mich immer noch regelmäßig, im 1 bis 2-Wochen-R., dann dauern die Beschwerden oft 3 Tage. Ich war 2004 bei Ihnen in der Klinik, habe eine gute Behandlung und viele Ratschläge mitgenommen, schlucke im Akkutfall Sumatriptan 100 und Metamizol 50 und entspanne, entspanne, entspanne.
    Meine Frage ist: Gibt es Cannabis schon auf Rezept und – falls ja – wäre das für meine Altersklasse zu empfehlen? Sind Medis für 65plus bereits getestet worden?
    Ich werde versuchen, einen neuen ambulanten Termin bei Ihnen zu bekommen.
    Vielen Dank für das Chatangebot.
    Sommerliche Grüße

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:41 Uhr

      Liebe Koppwehdaag,

      herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Geburtstag. Wenn Sie bereits 70 Jahre sind und immer noch Migräneattacken bestehen, spricht das für ein sehr aktives und leistungsfähiges Nervensystem. Triptane sind in klinischen Studienprogrammen nur bis zum 65. Lebensjahr getestet worden. Die Firmen dürfen sie daher für den Einsatz im höheren Alter nicht empfehlen, der Arzt und die Patienten sind jedoch bei der Auswahl in Abhängigkeit von der medizinischen Situation frei, diese einzusetzen. Cannabis gibt es zwar mittlerweile auf Rezept, es ist jedoch bei Migräne kaum wirksam und auch unpraktisch. Der Einsatz ist daher aus meiner Sicht in aller Regel nicht zielführend.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  23. SallieSahne 9. Juli 2018 um 17:04 Uhr

    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Göbel,

    ich bin weiblich, 35 Jahre alt und leide seit 20 Jahren an Migräne und episodischem Clusterkopfschmerz. Bisher hat sich der Cluster Max. Einmal im Jahr für einige Wochen gezeigt und ließ sich bisher mit hochdosiertem Cortison gut durchbrechen bzw. konnte die Episode beenden. Vor 4 Jahren bin ich Mama geworden, in der Schwangerschaft war alles ruhig und ebenso 2 Jahre nach der Geburt – insgesamt glücklicherweise also 3 Jahre Pause. Herbst 2016 nur eine kurze, gut in den Griff zu bekommende Episode.

    Seit November 2017 ist nun der Wurm drin, ich hatte eine 3 monatige Episode (linke Kopfhälfte), Kortison wirkte zwar, beim Abdosieten flammte der Cluster ab 25 mg wieder auf. Mitte Februar ging die Episode dann zuende. Allerdings kam Ende April dann die nächste Episode (rechte Kopfhälfte). Ein Versuch mit Verapamil wurde aufgrund starker Nebenwirkungen abgebrochen und mein Neurologe schlug einen Versuch mit Lithium vor.

    Aktuelle Dosis ist 1.5-0-1.5 quilonum retars. Ich habe zwar weniger und leichtere Anfälle, aber der Cluster geht eben nicht ganz weg.

    Meine Frage ist nun: kann ich eine komplette Attackenfreiheit unter Lithium überhaupt erwarten oder muss ich mich mit der Besserung zufrieden geben? Eventuell geht diese Episode auch langsam zuende und das Lithium ist gar nicht der Grund – wie kann ich das feststellen?
    Ich behandele nun den dritten Monat in Folge täglich und habe Angst in den MüK zu kommen. Deswegen ist die Frage ob es sich „lohnt“ meinem Körper das Lithium zuzumuten, wenn ich dadurch nur eine Attacke am Tag weniger hab. Denn ob ich nun ein oder zwei Ascotop verwende, ist auch schon egal.

    Was würden Sie mir raten? Und wann und
    wie wird das Lithium wieder abgesetzt?

    Herzlichen Dank vorab für Ihre Hilfe!

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:42 Uhr

      Liebe Sallie,

      Lithium ist in der Regel nicht so gut wirksam wie Verapamil. Aus diesem Grunde wird es auch nicht primär eingesetzt, sondern ist ein Ausweichmedikament. Bevor Verapamil aufgegeben wird, sollte noch einmal genau geklärt werden, in welcher Dosierung und in welcher Darreichungsform der Einsatz erfolgte und ob nicht ein erneuter Versuch zielführend ist. Grundsätzlich ist sowohl unter Verapamil als auch unter Lithium eine komplette Attackenfreiheit möglich. Bei Clusterkopfschmerz, insbesondere bei episodischen Verläufen, ist eine Strategie, kurzfristig eine Dauereinstellung mit einem Triptan vorzunehmen. Da bei Clusterkopfschmerz ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz nicht zu erwarten ist, kann dies zielführend sein. Da bei Ihnen jedoch auch eine Migräne besteht, muss man davon ausgehen, dass ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz induziert wird. In dieser Situation kann man dann überlegen, nach Abklingen der Clusterepisode eine Medikamentenpause einzuhalten. Sollte Lithium aus medizinischen Gründen abgesetzt werden, kann dies direkt erfolgen.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

  24. Miggy 9. Juli 2018 um 17:35 Uhr

    Lieber Professor Göbel,

    sollte ich als Chronikerin vor der „Migräne-Impfung“ eine Schmerzmittelpause machen? (Ich habe täglich Migräne.)

    Herzlichen Dank Miggy

    • Hartmut Göbel 10. Juli 2018 um 10:43 Uhr

      Liebe Miggy,

      wenn man im Medikamentenübergebrauch ist, sollte immer vor Aufnahme einer neuen vorbeugenden Behandlung eine Medikamentenpause durchgeführt werden. Das Medikament ist nicht zur Behandlung von symptomatischen Kopfschmerzen geeignet und auch nicht zugelassen. Es ist lediglich zur Vorbeugung der Migräne gedacht. Ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz ist jedoch keine Migräne, insofern ist auch eine Wirkung nicht zu erwarten. Dies wird zwar immer wieder suggeriert, es ist jedoch nach meiner Überzeugung nicht begründet. Auch für die Vorbeugung mit Botulinumtoxin wird immer wieder kommuniziert, dass dies auch bei Medikamentenübergebrauchskopfschmerz eingesetzt werden kann. Fakt ist jedoch, dass selbst im Beipackzettel explizit beschrieben ist, dass dafür weder eine Zulassung besteht, noch wissenschaftliche Daten dies begründen. Aus meiner Sicht macht es zudem keinen Sinn ein Medikament einzusetzen, das die Komplikationen eines anderen Medikamentes beheben soll, obwohl eine Medikamentenpause dies in aller Regel sehr leicht ursächlich ermöglicht.

      Freundliche Grüße
      Hartmut Göbel

Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.

Zur Werkzeugleiste springen