Allgemeine Informationen zum Blog

Dies ist ein Blog des Migräne- und Kopfschmerznetzes der Schmerzklinik Kiel mit allgemeinen Informationen zum Thema “Attackentherapie”.

Dieser Blog dient nicht zur Diskussion, sondern nur zum Abrufen der Informationen. Diskutiert werden kann in den Foren der verschiedenen Gruppen im Hauptblog der Community.

Die hier eingestellten Informationen erheben nicht den Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Eine Therapie muss vom behandelnden Arzt ganz individuell vorgeschlagen und erstellt werden. Umfangreiche Informationen findet Ihr auf www.schmerzklinik.de

Liebe Grüße
Bettina

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Triptane – Mittel der I. Wahl bei Migräne

In der modernen Attackentherapie haben die Triptane die Ergotamine, die überall im Körper wirken, abgelöst. Eine Kombination der beiden Medikamente kann aufgrund der gefäßverengenden Wirkung schwerwiegende Folgen haben und muss vermieden werden.

Da Triptane nicht nur den Migränekopfschmerz, sondern auch gegen Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit wirken, ist eine zusätzliche Anwendung eines Medikamentes gegen Übelkeit und Erbrechen nicht mehr erforderlich. Gelegentlich kann aber trotzdem die zusätzliche Gabe eines Antiemetikums notwendig werden.

Eine entscheidende Wirkung der Triptane: Sie blockieren die Freisetzung von Nervenbotenstoffen (Neuropeptiden und Neurotransmittern), die eine lokale neurogene Entzündung an den Blutgefäßen des Gehirns auslösen können. Zudem können Triptane während der Migräneattacke die erhöhte Nervenaktivität in verschiedenen Gehirnzentren normalisieren und erweiterte Kurzschlüsse zwischen den Arterien und Venen des Gehirns (Anastomosen) wieder verengen, wodurch eine Normalisierung der Sauerstoffversorgung des Gehirns erreicht wird.

Während die Ergotamine überall im Körper wirken, binden die Triptane im wesentlichen gezielt und selektiv an den Schaltstellen (5-HT1B und 1D-Rezeptoren), die an genau den Stellen des Gehirns lokalisiert sind, an denen die Krankheitsvorgänge der Migräne ablaufen.

Triptane dürfen nicht an mehr als 10 Tagen im Monat und nicht öfter als 3 Tage hintereinander eingenommen werden, da sonst die Gefahr eines Medikamentenübergebrauchskopfschmerzes (MÜK) besteht. Zusätzlich zum Triptan eingenommene Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können helfen, den  Wiederkehrkopfschmerz zu verhindern.

Weitere Informationen sind hier zu finden: http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/

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Allgemeiner Überblick über die 7 Triptane

Einsatz von Triptanen in der Attackentherapie der Migräne

Auch wenn in umfangreichen Studien viele Anstrengungen unternommen wurden, Vor- und Nachteile der einzelnen Substanzen herauszuarbeiten, ist es für die Praxis ausreichend, die Triptane in 3 Gruppen einzuteilen:

Gruppe 1: sehr schnelle und sehr starke Wirkung, aber kurze Wirkdauer und höheres Nebenwirkungspotential

* Sumatriptan 6 mg s.c. Imigran Inject

Gruppe 2: ausgeglichenes Wirkprofil zwischen Wirkung und Verträglichkeit sowie Wirkgeschwindigkeit und Wirkdauer

* Almotriptan 12,5 mg Tbl. Almogran
* Eletriptan 40 mg Tbl. Relpax
* Rizatriptan 10 mg Tbl./ 10 mg Schmelztablette Maxalt
* Sumatriptan 100 mg Tbl./ 20 mg nasal/ 25 mg Supp. Imigran
* Zolmitriptan 5 mg Tbl./ 5 mg Nasenspray AscoTop

Die nicht aufgeführten Darreichungsformen mit niedrigerer Dosis, d.h. Eletriptan 20 mg Tbl., Rizatriptan 5 mg Tbl./Schmelztablette, Sumatriptan 50 mg Tbl., Sumatriptan 10 mg nasal und Zolmitriptan 2,5 mg Tbl./Schmelztablette sind jeweils tendenziell schwächer wirksam bei weniger Nebenwirkungen als die höhere Dosis.

Gruppe 3: anhaltende Wirkung und sehr gute Verträglichkeit, geringe Wiederkehrkopfschmerzrate, aber eher langsamerer Wirkeintritt

* Frovatriptan 2,5 mg Tbl. Allegro
* Naratriptan 2,5 mg Tbl. Naramig, als Formigran auch freiverkäuflich in Apotheken erhältlich

Der Behandlungserfolg bei Einsatz von Triptanen kann optimiert werden, wenn folgende Punkte beachtet werden:

* Triptane können auch bei bereits fortgeschrittenen Migräneattacken effektiv sein, aber auch bei den Triptanen gilt: Je früher in der Migräneattacke eingenommen, um so vollständiger und so anhaltender ist der Behandlungserfolg. Die Einnahme sollte jedoch erst nach Abklingen einer eventuellen Aura mit Beginn der Kopfschmerzphase erfolgen.
* Wirkt ein Triptan in einer Migräneattacke nicht, ist die Wiederholung der Einnahme des Triptans in der gleichen Attacke in der Regel auch nicht wirksam, sofern die Startdosis gleichzeitig die empfohlene Höchstdosis der Einmalgabe war (z.B. Sumatriptan 100 mg oral oder Sumatriptan 6 mg s.c.). Beginnt der Patient jedoch mit einer niedrigen Dosis, z.B. Sumatriptan 50 mg oral oder Eletriptan 20 mg oral, kann eine Wiederholung der Einnahme nach a. 2 Stunden in der Praxis durchaus noch eine Linderung bringen. In folgenden Attacken empfiehlt es sich dann jedoch, primär eine höhere Startdosis zu wählen.
* Ist ein Triptan auch bei wiederholter Anwendung nicht effektiv, bedeutet dies bei einem Patienten nicht eine grundsätzliche Unwirksamkeit von Triptanen. In diesem Fall sollte ein Triptan aus einer Gruppe mit höherer Wirksamkeit (s.o.) gewählt werden. Endgültig Aufschluß über die individuelle Wirksamkeit von Triptanen bringt schließlich ein Therapieversuch mit Sumatriptan s.c.
* Die Sicherheit von Triptanen ist sehr gut, sofern die Kontraindikationen – hier insbesondere jegliche Durchblutungsstörungen – beachtet werden.
* Triptane sollten aufgrund einer noch unzureichenden Datenlage zur Sicherheit in der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden. In der Stillzeit ist nach Einnahme eines Triptans eine Stillpause von 24 Stunden erforderlich.
* Bei Auftreten von Wiederkehrkopfschmerzen ist eine nächste Dosis eines Triptans in der Regel wieder genauso effektiv, wie die vorherige. Die Einnahme sollte aber nicht häufiger als zweimal in 24 Stunden und an maximal 3 konsekutiven Tagen erfolgen. Berichten Patienten regelmäßig über Wiederkehrkopfschmerzen, sollte zunächst ein langwirksames Triptan wie z.B. Naratriptan oder Frovatriptan erprobt werden. Alternativ bewährt hat sich in diesen Fällen auch die Kombination von Triptanen mit einem langwirksamen nichtsteroidalen Antiphlogistikum wie z.B. Naproxen.
* Die Kombination eines Triptans mit einem Antiemetikum ist möglich, um die Resorption zu verbessern, meist jedoch nicht erforderlich.
* Kopfschmerzakutmedikation und damit auch Triptane sollten insgesamt nicht häufiger als an 10 Tagen im Monat eingesetzt werden, um einer Häufung der Migräneattacken und in letzter Konsequenz der Entstehung von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen entgegenzutreten. Für Patienten mit häufigen Attacken bedeutet dies, eventuell auch einmal Migräneattacken unbehandelt durchstehen zu müssen. Die Praxis zeigt jedoch, dass nach einer unbehandelten Attacke das beschwerdefreie Intervall häufig deutlich länger ist, als nach einer (erfolgreich) behandelten Attacke.
* Triptane waren zunächst erst ab dem 18. Lebensjahr zugelassen. Kontrollierte Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass insbesondere Sumatriptan 10 mg nasal und Ascotop nasal zuverlässig wirksam und gut verträglich ist, so dass diese Darreichungsformen nun offiziell ab dem 12. Lebensjahr zur Anwendung kommen kann.

Weitere Informationen: http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/anfallsbehandlung/ueberblick/

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