Liebe Sandy,
deinen Frust kann ich gut verstehen, aber dass du hier im Forum bist, ist auf jeden Fall nicht “doof”, sondern richtig schön!
Warum hast du ihn nicht ganz konkret danach gefragt, ob er dir das Tramal oder Arcoxia verschreibt? – Ich weiß, das ist nicht immer so einfach… Wir Patienten trauen uns immer noch viel zu wenig.
Eine “frozen Shoulder” ist wirklich extrem schmerzhaft, eine Schonhaltung nur allzu logisch, aber die Bewegungseinschränkungen sind leider nicht zu unterschätzen. Das Allerwichtigste ist auf jeden Fall, dass du den Arm mindestens auf 90 Grad heben kannst, damit es nicht zu Verklebungen in der Schultergelenkkapsel kommt. Aber wenn du den Arm bis Brusthöhe heben kannst, wie du ja schreibst, klingt das schon mal gut.
Noch ein paar Tipps:
1. Diverse leere Joghurtbecher mit Wasser füllen, evtl. Holzstäbchen reinstecken, in den Tiefkühler stellen. Später das Eis aus dem Becher holen und am Holzstäbchen oder mit einem Waschlappen halten und die Schulter samt Schultergelenk damit gründlich einreiben. Dies hat eine gewisse schmerzstillende Wirkung, und erst DANACH würde ich Übungen fürs Schultergelenk machen. Ich weiß nicht, welchen “Sport” er dir empfohlen hat. Ganz ehrlich: Eine gute Physiotherapie wäre bei dir dringend angeraten, doch wahrscheinlich hat er Angst um sein Budget und geizt deshalb mit Rezepten. Oder hat er dir das angeboten?
2. Nimm bei den Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit den anderen Arm zur Hilfe und stell oder setz dich am besten vor einen Spiegel, damit du dich beobachten und sehen kannst, wenn du mit der schmerzenden Schulter Ausweichbewegungen machst. Du kannst die Hände falten und in diverse Richtungen bewegen, günstig ist auch ein Holzstab (notfalls Kochlöffel), waagrecht gehalten, an dem du dich mit beiden Händen festhältst und den Arm bewegst. Durch die Unterstützung des anderen Armes wird es dir ein wenig leichter fallen.
Mit gebeugten Ellenbogen ist es übrigens leichter, weil der Hebelarm kürzer ist.
3. Geeignet ist auch die Rückenlage (Beine dabei anstellen, ist für die Lendenwirbelsäule angenehmer), dann kannst du je nach Bewegungsausmaß MIT der Schwerkraft arbeiten.
Es ist effektiv, diese Übungen öfter am Tag zu machen (3 x), dafür weniger lang (insgesamt ca. 10 Minuten). Bitte, liebe Sandy, frag mich jetzt aber bitte nicht, wie du das mit drei Kindern und Migräne in deinem ohnehin turbulenten Alltag unterbringen sollst.
Ansonsten würde von mir die “knallharte” Antwort kommen: “Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.”
Du tust mir echt total leid und ich hoffe, dass deine Schulter bald besser wird!
Alles Liebe
Heika