Liebe alle,
da in den letzten Tagen mehrfach das Thema “Schreiben” zur Sprache gekommen ist und ich hier ganz gut Bescheid weiß …
, eröffne ich nun eine “virtuelle Schreibgruppe”.
Unter diesem Thema lässt sich viel besprechen und wer immer Lust hat, kann mitmachen. Ich würde mich wirklich freuen und lade Euch ein!
Bevor ich, wie von Bettina gebeten, die Methode des Freewriting erkläre, kurz, das, was in den letzten Tagen schon zur Sprache gekommen ist (um zunächst einmal hier die Fäden zusammenzuführen):
1. Für den behandelnden Arzt ist es eine große Hilfe, wenn man ihm Dinge schriftlich aufbereitet (chronologisch). V.a. wenn man schon einen längeren Leidensweg hinter sich hat und damit eben auch eine längere Krankengeschichte mit vielen Befunden.
Die Zeit beim Arzt ist meist begrenzt und das Gespräch durch eine schriftliche Dokumentation schriftlich vorzubereiten, kann eine große Hilfe für alle Beteiligten sein.
In einem Posting wurde klar, dass das Zusammenschreiben auch für den Patienten bereichernd sein kann. Damit sind wir schon bei Punkt 2.
2. Schreiben ist eine gute Möglichkeit, Dinge zu verarbeiten. Freude, aber auch Wut, Ärger, Trauer, Stress.
Die Verzweiflung über die immer wiederkehrende oder nicht aufhöhrende Migräne. Es ist eine Möglichkeit, loszulassen.
Es gibt Menschen, die sagen, sie können nicht schreiben. Protest: Alle können schreiben. Und jeder schreibt nur für sich. Keiner schaut Euch über die Schulter. Außer Euer innerer Zensor, aber den schalten wir hier in unserer virtuellen Schreibgruppe aus. Und ihr müsst nicht einmal ganze Sätze schreiben.
Man kann auch nur Worte schreiben.
Man kann sie in schöne Büchlein schreiben, die man aufhebt oder auf große Zettel, die man dann wütend zerknüllt und ins Eck feuert. Alles ist möglich, alles ist erlaubt. Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Und nun zur Methode des “Freewriting”:
Das ist eine Methode des kreativen Schreibens. Man schreibt „einfach los“. Ganz ungezwungen, ohne Zensor. Die Methode soll die Freude am Schreiben wecken. Spaß machen.
Vorgangsweise:
1. Überleg Dir ein Thema, eine Frage oder einen Begriff.
Zum Beispiel: Mein heutiger Tag. Mein Kopf. Schmerz. Buch. Kaffee. Kino. Freude. Blumenwiese.
Oder: Wie möchte ich in Zukunft mit …. umgehen? Was kann ich für mich tun? Wie kann ich liebevoller mit mir umgehen?
Egal, was auch immer.
2. Nimm Dir ein paar Blätter Papier und einen Stift.
3. Leg Dir eine Uhr neben Dich oder (besser) stell Dir eine Eieruhr (Handyuhr geht auch). Du solltest maximal 10–20 Minuten schreiben (über die Länge – 10, 15 oder 20 Minuten – solltest Du vorab entscheiden; fang beim ersten Mal mit einer kürzeren Zeitspanne an).
Wenn Dir die Sache mit der Uhr nicht gefällt, lass sie weg!
4. Schreib los. Schreib dabei ohne Unterbrechung.
Der Stift sollte nicht abgesetzt werden; die Hand bleibt immer in Bewegung. Schreib alles, was Dir gerade einfällt.
Fälle keine Urteile. Den Zensor habe wir ja gerade auf Urlaub geschickt. Der ist in unserem Forum nicht dabei.
Lies den Text während des Schreibens nicht durch. Wenn Du gerade keine Idee hast, schreib genau das auf („mir fällt gerade nichts ein“) oder wiederhole das letzte Wort („Wort, Wort, Wort …“) – bis Du wieder Ideen hast. Unsinn ist erlaubt.
5. Streiche nichts durch. Mach Dir keine Gedanken über die Rechtschreibung oder den sprachlichen Ausdruck.
6. Solltest Du die Uhr gestellt haben: Wenn die Zeit vorbei ist, schreib den angefangenen Gedanken fertig und hör auf.
Manche Menschen verwenden die Methode des Freewriting, um in der Früh den Kopf (!) auszuleeren (“Morgenseiten”, Julia Cameron). Man setzt sich einfach hin und schreibt alles auf, was einem so durch den Kopf geht (geht natürlich auch abends).
Ihr könnt nach den Begriffen “Freewriting” und “Morgenseiten” auch googeln.
Ihr findet im Netz problemlos noch Infos dazu.
Vielleicht hat jemand Lust, sich schreibend ein wenig mit der Migräne oder anderen Themen auseinanderzusetzen? Ärger und Frust loszuwerden? Aber natürlich kann schreibend auch Freude ins Leben kommen.
Man kann so viel mit Bleistift und Papier machen.
Herzlich, Euer Regenbogen
P.S.: Das Foto, das mir der Computer bei der Anmeldung zugeteilt hat, ist wunderbar. So schau ich aus, wenn ich Migräne hab. An dem Foto würd’ ich nix ändern wollen