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Öffentliche Gruppe zuletzt vor 1 Tag, 2 Stunden aktiv

Hier können wir über alles diskutieren, was nicht direkt zum Thema Migräne, Kopfschmerzen und sonstigen medizinischen Themen passt.

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Virtuelle Schreibgruppe (5 Antworten)

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  • Profilbild regenbogen68 vor 7 Monaten, 1 Woche:

    Liebe alle,

    da in den letzten Tagen mehrfach das Thema “Schreiben” zur Sprache gekommen ist und ich hier ganz gut Bescheid weiß … ;-) , eröffne ich nun eine “virtuelle Schreibgruppe”.

    Unter diesem Thema lässt sich viel besprechen und wer immer Lust hat, kann mitmachen. Ich würde mich wirklich freuen und lade Euch ein!

    Bevor ich, wie von Bettina gebeten, die Methode des Freewriting erkläre, kurz, das, was in den letzten Tagen schon zur Sprache gekommen ist (um zunächst einmal hier die Fäden zusammenzuführen):

    1. Für den behandelnden Arzt ist es eine große Hilfe, wenn man ihm Dinge schriftlich aufbereitet (chronologisch). V.a. wenn man schon einen längeren Leidensweg hinter sich hat und damit eben auch eine längere Krankengeschichte mit vielen Befunden.
    Die Zeit beim Arzt ist meist begrenzt und das Gespräch durch eine schriftliche Dokumentation schriftlich vorzubereiten, kann eine große Hilfe für alle Beteiligten sein.
    In einem Posting wurde klar, dass das Zusammenschreiben auch für den Patienten bereichernd sein kann. Damit sind wir schon bei Punkt 2.

    2. Schreiben ist eine gute Möglichkeit, Dinge zu verarbeiten. Freude, aber auch Wut, Ärger, Trauer, Stress.
    Die Verzweiflung über die immer wiederkehrende oder nicht aufhöhrende Migräne. Es ist eine Möglichkeit, loszulassen.

    Es gibt Menschen, die sagen, sie können nicht schreiben. Protest: Alle können schreiben. Und jeder schreibt nur für sich. Keiner schaut Euch über die Schulter. Außer Euer innerer Zensor, aber den schalten wir hier in unserer virtuellen Schreibgruppe aus. Und ihr müsst nicht einmal ganze Sätze schreiben.
    Man kann auch nur Worte schreiben.

    Man kann sie in schöne Büchlein schreiben, die man aufhebt oder auf große Zettel, die man dann wütend zerknüllt und ins Eck feuert. Alles ist möglich, alles ist erlaubt. Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

    Und nun zur Methode des “Freewriting”:

    Das ist eine Methode des kreativen Schreibens. Man schreibt „einfach los“. Ganz ungezwungen, ohne Zensor. Die Methode soll die Freude am Schreiben wecken. Spaß machen.

    Vorgangsweise:

    1. Überleg Dir ein Thema, eine Frage oder einen Begriff.
    Zum Beispiel: Mein heutiger Tag. Mein Kopf. Schmerz. Buch. Kaffee. Kino. Freude. Blumenwiese.
    Oder: Wie möchte ich in Zukunft mit …. umgehen? Was kann ich für mich tun? Wie kann ich liebevoller mit mir umgehen?
    Egal, was auch immer.

    2. Nimm Dir ein paar Blätter Papier und einen Stift.

    3. Leg Dir eine Uhr neben Dich oder (besser) stell Dir eine Eieruhr (Handyuhr geht auch). Du solltest maximal 10–20 Minuten schreiben (über die Länge – 10, 15 oder 20 Minuten – solltest Du vorab entscheiden; fang beim ersten Mal mit einer kürzeren Zeitspanne an).
    Wenn Dir die Sache mit der Uhr nicht gefällt, lass sie weg!

    4. Schreib los. Schreib dabei ohne Unterbrechung.
    Der Stift sollte nicht abgesetzt werden; die Hand bleibt immer in Bewegung. Schreib alles, was Dir gerade einfällt.
    Fälle keine Urteile. Den Zensor habe wir ja gerade auf Urlaub geschickt. Der ist in unserem Forum nicht dabei.
    Lies den Text während des Schreibens nicht durch. Wenn Du gerade keine Idee hast, schreib genau das auf („mir fällt gerade nichts ein“) oder wiederhole das letzte Wort („Wort, Wort, Wort …“) – bis Du wieder Ideen hast. Unsinn ist erlaubt. ;-)

    5. Streiche nichts durch. Mach Dir keine Gedanken über die Rechtschreibung oder den sprachlichen Ausdruck.

    6. Solltest Du die Uhr gestellt haben: Wenn die Zeit vorbei ist, schreib den angefangenen Gedanken fertig und hör auf.

    Manche Menschen verwenden die Methode des Freewriting, um in der Früh den Kopf (!) auszuleeren (“Morgenseiten”, Julia Cameron). Man setzt sich einfach hin und schreibt alles auf, was einem so durch den Kopf geht (geht natürlich auch abends).

    Ihr könnt nach den Begriffen “Freewriting” und “Morgenseiten” auch googeln.
    Ihr findet im Netz problemlos noch Infos dazu.

    Vielleicht hat jemand Lust, sich schreibend ein wenig mit der Migräne oder anderen Themen auseinanderzusetzen? Ärger und Frust loszuwerden? Aber natürlich kann schreibend auch Freude ins Leben kommen.

    Man kann so viel mit Bleistift und Papier machen.

    Herzlich, Euer Regenbogen

    P.S.: Das Foto, das mir der Computer bei der Anmeldung zugeteilt hat, ist wunderbar. So schau ich aus, wenn ich Migräne hab. An dem Foto würd’ ich nix ändern wollen ;-)

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 7 Monaten, 1 Woche:

    Das ist ein ganz wichtiger Ansatz, lieber Regenbogen und ich freue mich sehr, dass Du dieses Forum eröffnet hast. :)

    Freewriting wird sogar in psychotherapeutischen Sitzungen angeboten, kann auch die Seele entlasten bei Depressionen, Posttraumatischen Belastungsstörungen und vielem mehr.

    Das gute alte Tagebuch von früher hatte ja eine ähnliche Funktion. Dort schrieb man sich auch alles von der Seele. Vom ersten Liebeskummer angefangen bis zum Ärger mit den Eltern.

    Beim Freewriting scheint ja noch bedeutend zu sein, dass man ständig in Bewegung bleiben sollte, den Stift wohl auch nur mal schwingen kann. Weißt Du hierüber mehr, wieso das von Bedeutung ist? Werden hierbei bestimmte Hirnareale aktiviert?

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Piggy1963 vor 7 Monaten, 1 Woche:

    Lieber Regenbogen, ich habe mir die “Anleitung” jetzt erstmal ausgedruckt und packe sie zu meinem Büchlein mit den leeren Seiten auf meinen Schreibtisch…., ich habe heute in diesem Forum so viel geschrieben, dass ich jetzt nicht mehr kann, es ist aber auch inspirierend in dieser Runde….
    Gute Nacht wünscht Johanna

  • Profilbild regenbogen68 vor 7 Monaten, 1 Woche:

    Liebe Johanna,

    Muße braucht man auf jeden Fall ;-) Ich bin gespannt, was Du berichtest!

    Liebe Bettina,

    ja, das therapeutische Schreiben ist ein großes und interessantes Thema.
    Schreiben als Mittel der Selbsterkenntnis, als Weg, um Probleme zu lösen, um Klarheit zu gewinnen, um Ballast abzuwerfen … Wenn man es noch nie gemacht hat, ist es vielleicht ungewöhnlich, aber ich finde es eine großartige Sache.

    Wir reden ja dauernd mit uns selber, den ganzen Tag (manchmal wünschte ich mir, diese Gespräche abstellen zu können). Warum nicht einmal mit sich selbst schreiben? Das ist viel produktiver als die vielen, oft sehr sinnlosen und destruktiven Selbstgespräche, die man so führt ;-)

    Soweit ich weiss, sollen beide Gehirnhälften angesprochen werden. Es geht um das Denken in Bildern und in Worten. Um Deine Frage aber wirklich präzise zu beantworten, müsste ich in die Spezialliteratur einsteigen. Ich habe zwar allerhand Material hier, aber nicht die Literatur, die auf diese Frage eine richtig gute Antwort gibt. Daher muss ich erst einmal passen.

    Den Stift sollte man nicht absetzen, weil es um unzensuriertes Schreiben geht, ohne Grübelei, locker und leicht … ;-)

    Es grüßt herzlich, der (nein: die) Regenbogen

  • Liebe Regenbogen,

    hab ein wenig recherchiert und so soll das kreative/therapeutische Schreiben beide Gehirnhälften trainieren, ansprechen, währenddessen z.B. in der Schule eher nur die linke Gehirnhemisphäre gefordert wird.

    Generell ist die so genannte dominante Hirnhälfte (gewöhnlich die linke) mehr für die Kontrolle sprachlicher Funktionen (Schreiben, Lesen, Sprechen) und die rechte mehr für optische Funktionen (optisches Gedächtnis, Zeichnen, Rhythmus auch Gefühle usw.) zuständig. Während man nun den Stift dauernd in Bewegung hält, während Denkpausen auch mal nur schwingen lässt, wird durch das Rhythmusgefühl zunehmend auch die rechte Hirnhälfte aktiviert. Dies bedeutet wohl auch, dass somit die Gefühle nach oben (aufs Papier) kommen und nicht länger unterdrückt werden. So habe ich das aus den verschiedenen Beiträgen dazu entnommen.

    Sehr interessant, was es so alles gibt. ;)

    Liebe Grüße
    Bettina