Hey, Doro, du bist auch aikidoka ! Das ist ja schön.
Ich nämlich auch.
Ich bin vor allem nach dem Buch von Jon Kabat-Zinn vorgegangen.
Er ist Amerikaner und hat die Meditation qusi für den Westen “tauglich” gemacht.
Mir sagt das sehr zu.
Es heißt “Gesund durch Mediataion” ,aber der Titel führt ein wenig in die Irre, denn auch er sagt, dass nicht alle Krankheiten durch Meditation verschwinden. Aber sie gibt allen, die das mitgemacht haben, mehr Gesundheit “neben” der Krankheit. Man wird nicht mehr so sehr gebeutelt. Viele werden aber auch ganz beschwerdefrei dadurch.
In Deutschland gibt es viele Praxen, die sein Konzept anbieten unter der Bezeichnung mbsr.
Ich habe wie gesagt keine Kurse besucht. Es war nicht drin, noch wieder mich aufzuraffen und zu so etwas hinzufahren und Termine zu haben etc.
Ich habe nach der Meditation nicht das Gefühl zu schweben sondern sehr sehr erdverbunden und verwurzelt zu sein. Im aikido spricht man von “zentriert” sein und das ist genau das Gefühl, was einem so viel Energie verleiht. Das kann man irgendwann sogar im Alltag mitten in einer Stresssituation abrufen, sich kurz zentrieren und dann gerät man nicht so leicht “außer sich”.
Ich meditiere morgens nach dem Schlafen oft im Liegen. Dann geht das, ohne dass man dabei einschläft.
In der Regel mache ich das auch im Sitzen, aber ich lehne mich allen Ermahnungen zum Trotz dabei an, weil ich sonst unweigerlich Migräne kriege.
Es tut gut, die Füße dabei hochzulegen und die klassischen Positionen: im Fersensitz oder im Schneidersitz fördern die Einkehr nach innen wirklich.
Mediataion ist die “Einkehr” nach innen. Die Gedanken fliegen nicht überall in der Weltgeschichte herum sondern bleiben auf das Körperinnere gerichtet oder kehren zumindest immer wieder dorthin zurück (anfangs schweifen die Gedanken immer wieder ab) Mir fällt es am leichtesten, wenn ich auf die Atmung achte, sie einfach beobachte, nicht beeinflusse. Als Hilfe bieten viele Lehrer an, die Atemzüge zu zählen, immer bis 4 oder bis 10 und dann wieder von vorne. Immer wieder. Dann brechen die Gedanken nicht so leicht aus.
Es ist, als würde man die Gedanken zu sich nach Hause holen. Und sie immer wieder einzufangen und nach Hause zu bringen, wenn sie wieder auf Tour gehen.
Die hohe Kunst, von der die Leute sprechen, besteht darin, eine ganz Weile nichts zu tun.
GAR nichts, auch an nichts zu denken. Einfach alles “sein lassen”.
Und das ist heftig schwer.
Sehr geübten Menschen gelingt es, auch im Alltag immer “mit dem Geist dort zu sein, wo der Körper ist”. z.B. beim Essen auf das Essen zu achten, den Geschmack wahrzunehmen, ständig, nicht nur flüchtig -und nicht mit den Gedanken ganz woanders zu sein.
Ich bin ganz oft, wenn ich etwas automatisch tue, mit den Gedanken woanders.
Und das macht den Stress aus.
Letztendlich kann man es nicht wirklich beschreiben, man merkt es erst, wenn man es tut.
hier: http://www.mentalmed.de/blog/downloads.html
findet man Meditationsbegleitungen nach mbsr-Methode
ICH meditiere lieber ohne jede Begleitung, weil es mir auch so geht, dass mich die Stimmen aufregen, besonders wenn ich die zum Üben regelmäßig hören würde.
Viel Freude am Entdecken ! ! !
LG
Gisela