Schwerbehinderung und Erwerbsminderungsrente

Schwerbehinderung und Erwerbsminderungsrente

Abhilfebescheid – und dann?

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  • Royan
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo,
    ich habe auch Widerspruch eingelegt damals als es um die Schwerbehinderung ging und gleichzeitig für die Widerspruchsbegründung um die Übersendung aller Unterlagen gebeten, die zu der Entscheidung geführt haben. Da hab ich dann auch die Unterlagen aller Ärzte bekommen.
    Nach Sichtung dieser Unterlagen habe ich dann meine Begründung verfasst und letztendlich die 50 % vor dem SG unbefristet durchgesetzt.
    Viele Grüße
    Royan

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 571

    Hallo zusammen!

    Vielen lieben Dank für eure Antworten! Ich werde dann erst noch mal mit meinem Neurologen sprechen und um das Gutachten, was er verfasst hat, bitten.

    Womöglich hat er auch gar nicht die Prophylaxen erwähnt, die ich vor seiner Zeit schon genommen habe, bzw. vielleicht hatte ich sie ihm gegenüber nicht genannt und im Antrag vergaß ich den vorigen Neurologen zu nennen … Hmh, blöd von mir.

    Dann werde ich auch noch mal den Schmerzkalender kopieren.

    Royan und andere: Seid ihr denn dem Sozialverband beigetreten oder habt ihr das selbst alles gemacht (Widerspruch etc.)?

    Und dann möchte ich mich noch mal vergewissern:
    Ich hatte ja im Vorfeld meinen Neurologen um ein Gutachten gebeten, das ich dem Antrag direkt beilegen wollte. War das ein korrektes Vorgehen von mir?

    Oder hatte ich euch missverstanden und ihr meintet, mein Neurologe hätte mir das Gutachten – nachdem es von der Behörde bei ihm angefordert wurde – noch mal zeigen / mit mir besprechen „sollen“?

    Ich frage deshalb noch mal nach, um meinem Neurologen dann nächste Woche keinen Schmu zu erzählen, da er ja meinte, es wäre unüblich, das Gutachten direkt schon bei der Antragstellung miteinzureichen.

    Viele Grüße
    Susisonne

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 25328

    Liebe Susisonne,

    rechtlich erforderlich ist es nicht, das Gutachten gleich dem Antrag beizulegen, aber natürlich sehr sinnvoll. Damit erspart man sich eine Menge Arbeit und letztendlich auch die zu geringe Gradzahl, gegen die man dann wieder vorgehen muss.

    Du machst nichts verkehrt, jetzt noch dem VdK beizutreten. Die Mitgliedergebühr ist gering, der Nutzen für Dich kann aber hoch sein.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 571

    Hallo Bettina,

    danke für die Infos!

    Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

    Liebe Grüße
    Susisonne

    Royan
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo Susi,
    ich bin kaufmännische Angestellte und kenne mich aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen recht gut mit solchen Verfahren aus. Deswegen mache ich das alles ohne Sozialverband und war bislang auch immer erfolgreich (niemand kennt meine gesundheitliche Situation so gut wie ich selbst). Ich schreibe auch meinem Anwalt alle Schriftsätze vor, wenn ich ihn doch mal für irgendwas brauche.
    Viele Grüße
    Royan

    Johanna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2826

    Liebe Susisonne,

    ich bin in den VdK eingetreten, habe ihn letztlich nicht gebraucht, aber bleibe drin, weil ich das eine super Sache finde. So hilft mein Beitrag vielleicht jemandem und wer weiß, was noch kommt.

    Unabhängig vom Widerspruch würde ich mir auch das Gutachten zusenden lassen, welches zu deiner Einstufung geführt hat.

    Ich erhielt vor einiger Zeit einen Bescheid zu einem Hilfsmittel auf der Grundlage eines Gutachtens, das ziemlich viele grobe Fehler enthielt. Ich habe diese alle einzeln aufgelistet und dann ein neues Gutachten erhalten, da war dann alles korrekt.

    Das Hilfsmittel (Cefaly) wurde zwar trotzdem nicht bezahlt, aber mir war schon wichtig, dass bei der Kasse keine falschen Dinge über mich gespeichert sind.

    LG Johanna

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 571

    Hallo ihr beiden,

    danke für eure Antworten.

    Ich mache mir am Wochenende Gedanken und werde dann überlegen, wie ich weiter vorgehe. Der Austausch hier im Forum ist wirklich hilfreich!

    „Ich schreibe auch meinem Anwalt alle Schriftsätze vor“
    – dann hast du sicherlich eine Rechtschutzversicherung, oder?

    Bislang habe ich noch keine, aber für zukünftige „Fälle“ ist es sicherlich eine gute Sache, die eine Investition wert ist.

    Viele Grüße
    Susisonne

    Royan
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo Susi,
    ich habe zwar eine Rechtschutzversicherung, die aber gefüllte zwanzig Jahre gar nicht in Anspruch genommen werden musste. Alle meine Klageverfahren hab ich auch ohne gewonnen, dann musste die Gegenseite die Kosten für meinen Anwalt tragen, wo einer vorgeschrieben war.
    Beim Sozial- und Arbeitsgericht ist kein Anwaltszwang, da kann ich das allein (dafür habe ich aber auch schon jahrelang für einen Anwalt im Nebenjob gearbeitet – ich weiß also, wie es geht – was ich nicht weiß, lese ich mir an).
    Viele Grüße
    Royan

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 571

    Hallo,

    leider hatte ich letzte Woche ziemlich übel Migräne (ausgehalten und Hausarzt ist gekommen) – mein Freund meint, ich hätte es immer besonders schlimm, wenn sich die Warmfront nähert (ich selbst habe schon aufgehört, Ursachen zu identifizieren.;)

    Nun aber zu meinem Anliegen.:)

    Ich schreibe gerade am Widerspruch und habe eine Frage, die veilleicht einer von euch beantworten kann:

    Seit wann ist Migräne als eigenständige Erkankung anerkannt?

    In verschiedenen Online-Artikeln oder auch bei Prof. Göbel habe ich gelesen „erst seit einigen Jahren“. Ich konnte bislang keine genaue Jahresangabe oder Quelle hierzu finden, dachte mir jedoch, dass das im Widerspruch womöglich gut ankommt, wenn ich dies genau „beziffern“ kann, zumal in meinem Bescheid die Migräne unter „psychovegetativer Störung“ und nicht separat genannt wurde.

    Viele Grüße
    Susisonne

    Royan
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 44

    Hallo Susi,

    Migräne als eigenständige Erkrankung ist in Deutschland schon seit den 70er bekannt, da wurde sie bei mir erstmals diagnostiziert. Leider hatte sie damals schon den Stempel der „Unlust“-Ausrede von Frauen und eigentlich erst in den 90ern wurde das so langsam anders.

    Mittlerweile ist aber auch bekannt, dass Migräne schon bei den alten Ägyptern vorkam, die haben dann schöne große Löcher in den Schädel gebohrt, um die Schmerzen zu lindern ;-).

    Viele Grüße
    Royan (ach ja, Du hast PN)
    🙂

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 25328

    … und manche hatten diese Trepanationen sogar überlebt, wie man anhand des Knochenwachstums um die Bohrlöcher herum sehen konnte.

    Ich glaube nicht, dass Du für Deinen Widerspruch ein exaktes Datum brauchst, um zu argumentieren. Das wird niemanden beeindrucken, denn Fakt ist doch nur, dass Migräne jetzt anerkannt ist und es Leitlinien für die Therapie und Prophylaxe dieser neurologischen primären Erkrankung gibt.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 571

    Hallo,

    ich hatte ja Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt (Migräne wurde nicht speziell genannt und %-Zahl fand ich zu niedrig) und dem Schreiben u. a. den Schmerzkalender und den Entlassbericht von Kiel beigelegt. Der war zwar von 2011, aber mein Neurologe hatte in seinem Gutachten reingeschrieben, dass „Der Aufennthalt in der Schmerzklinik Kiel … aber an den Auswirkungen der Migräne nur bedingt etwas verändern können“, was meiner Meinung nach als Hinweis zu verstehen war, dass ich aktuell noch genau so oft Migräne habe wie 2011.

    Im nun neuen Bescheid, der vor einigen Tagen angekommen ist, steht geschrieben, dass mein Widerspruch begründet sei. Ich habe nun statt GdB 30 GdB 40.

    Im ersten Bescheid wurde die Migräne gar nicht genannt. Es stand nur im Text:
    Psychische und vegetative Störung (Einzel-GdB: 30)

    Im aktuellen Bescheid steht:
    Psychische und vegetative Störung, Migräne (Einzel-GdB: 40)

    Im Entlassbericht aus Kiel 2011 stand:
    „Behinderung“: Midas IV, schwere Beeinträchtigung, 45 Punkte“

    und unter Diagnosen:
    1. Migräne ohne Aura (13 Tage/Monat), ICD_10G43.0
    2. Myofasziales Schmerzsyndrom im Schulter-Nackenbereich, ICE-10 M62.8

    An der Migräne hat sich seit Kiel nichts geändert, eher wie ich damit umgehe.

    Meine Frage an Euch:
    Ist 40 % wohl angemessen?

    Mir erscheint es immer noch zu wenig.

    Viele Grüße aus dem heißen Niedersachsen!
    Susisonne

    PS: Ich glaube, ein „Problem“ ist, dass mein Neurologe wohl hauptsächlich Psychiater ist. So fragt er z. B. auch nie nach meinem Schmerzkalender. Aber dies habe ich nun auch mit ihm besprochen und werde es anders handhaben. Womöglich wechsle ich auch bald zu einem „richtigen“ Schmerztherapeuten. (In Kiel habe ich Anfang September einen ambulanten Termin, da die letzten Monate voller Migräne-Tage waren und das jetzt, wo sich beruflich was entwickelt.:()

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 25328

    Liebe Susisonne,

    ab einem Grad von 30 kannst Du Gleichstellung beim Arbeitsamt beantragen und bist gleichgesetzt mit denjenigen, die einen Grad ab 50 haben.

    Ob ein erneuter Widerspruch jetzt Sinn macht, kann ich nicht beurteilen. Ich denke aber eher nicht. Geh das mal mit der Gleichstellung an, dann bist Du im Arbeitsleben adäquat geschützt. Eventuell kannst Du später mal einen Verschlimmerungsantrag stellen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    susisonne
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 571

    Hallo Bettina,

    danke für deine Einschätzung.

    Bzgl. Verschlimmerungsantrag – hmh … Muss ich mir mal Gedanken machen. Finde, dass ich es jetzt schon arg schlimm habe.

    Mein Mann erzählte gerade von einer Kollegin, die sich von einer bekannten Anwältin hat beraten lassen. Die werde ich noch mal kontaktieren und dann euch auf dem Laufenden halten.

    Sonnige Grüße
    Susisonne

    PS: Die Kürzel in der Antwortfunktion verstehe ich noch nicht – aber da werde ich wohl noch hinterkommen.:)

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