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Berufstätigkeit und Migräne

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 3 Tagen, 9 Stunden aktiv

Ein Hallo an alle Betroffenen,
ich habe Lust, mich einmal über die Erfahrungen “Berufstätigkeit und Migräne” auszutauschen.
Für mich war und ist es nach über 35- jähriger Berufstätigkeit , ein großes Problem gewesen, damit zurecht zu kommen.
Anno54

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Arbeit kann depressiv machen (6 Antworten)

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  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 10 Monaten:

    Dass Arbeit und deren Bedingungen krank machen können, wissen wir schon längst. Hier ist wieder mal eine neue Studie: Arbeit macht viele Menschen psychisch krank. Psychisch krank werden können leider auch Migräniker, wenn sie sich stigmatisiert fühlen durch fehlende Anerkennung der Erkrankung. Hier muss man rechtzeitig selbstbewusst auftreten und gleichzeitig kann ich nur sehr empfehlen, Schwerbehinderung zu beantragen. So ist man zumindest ein wenig geschützt und die Angst vor ungerechtfertigter Entlassung entfällt.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Peter Schwirkmann vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Hallo Bettina!

    Es wäre auch mal sinnvoll, in solchen Betrieben eine
    Aufklärungskampagne zu starten. Das Problem ist aber,
    dass eigentlich viel zu wenig oder auch nur altes Wissen
    über die Migräne bei den Vorgesetzten besteht.

    Wer nicht selbst betroffen ist, kann sich auch schwer vorstellen,
    was mit einem Migränekranken während eines Anfalls passiert.

    Dadurch entsteht auch ein falsches Bild. Sprüche: “Das ist
    doch alles nur psychisch.” oder “Der macht doch wieder
    nur blau.” usw. Gott sei Dank ist das bei meinem jetzigen
    Arbeitgeber nicht der Fall.

    Gruß Peter

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Hallo Peter,

    da hast Du sicher recht, dass es noch an Aufklärung mangelt. Sicher ist es viel besser, als in früheren Zeiten, aber das Verständnis von “Nichtbetroffenen” fehlt noch schmerzlich oft.

    Deshalb ist es ja auch wichtig, wenn viele Schwerbetroffene offen und auch selbstbewusst mit ihrer Erkrankung umgehen und auch Schwerbehinderung beantragen. Dadurch kann man auch viel dazu beitragen, den Menschen vor Augen zu führen, wie sehr die Migräne im alltäglichen Leben beeinträchtigt.

    Du hast Glück mit Deinem Arbeitgeber! ;)

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Peter Schwirkmann vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Hallo Bettina!

    Ja, da habe ich Glück gehabt. Leider hat das Glück
    nicht jeder. Es ist wahr, dass das besser geworden ist.
    Zum Glück! Es scheint bei meinem Versorgungsamt
    wohl noch nicht durchgedrungen zu sein, dass bei
    Migränepatienten die Beschwerden nicht nur kurzfristig
    auftreten, ich meine z. B. die Lichtscheue, die laut Professor
    Göbel auch zwischen den Anfällen auftritt. Das habe ich
    nicht nur kurzfristig, sondern jeden Tag.

    Gruß Peter

  • Profilbild Julia vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Hallo Peter,
    Aufklärung ist bei der Migräne sicher dringend nötig, aber schwer zu erreichen. Es sind ja nicht nur die Kopfschmerzen, die die anderen verstehen lernen sollen. Besonders unsere vielen, sehr verschiedenen ” Macken “, die wir alle so haben, kann man nur schwer rüberbringen. Mal sind wir total euphorisch, dann wieder niedergeschlagen und extrem müde usw usw. Wer soll denn das begreifen können, der es nicht selbst erlebt.

    Ich rede in letzter Zeit sehr oft mit meiner uralten Mutter über die Migräne. Sie selber ist verschont worden, aber meine Großmutter und ich haben die Besonderheiten sehr, sehr ausgelebt. Oft hör ich jetzt: ach so, darum wart ihr immer so extrem kreativ, du und Oma. Jetzt begreif ich vieles. Niemand in der Familie konnte verstehen, warum gerade nur wir beide ständig neue Ideen entwickelten und auch durchsetzten. Oder warum wir plötzlich aus dem Nichts heraus komplett ruhig und still wurden. Wir waren immer anders, das konnte sich nur keiner erklären. Glücklicherweise sind in unserer Familie die Leute sehr tolerant, sie haben zwar den Kopf geschüttelt und sich gewundert, uns aber gelassen.

    Nur das kann man natürlich von Fremden nicht erwarten. Da muß man funktionieren, nur das können wir halt nicht immer.

    Ich denke, da wird noch eine lange Zeit vergehen, wenn überhaupt, bis sich das rumgesprochen hat.

    Trotzdem dir einen schönen Tag heute
    Julia

  • Profilbild Peter Schwirkmann vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Hallo Julia!

    Das stimmt. Da gebe ich Dir vollkommen recht.

    Wünsche Dir auch einen schönen Tag.

    Gruß Peter