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Berufstätigkeit und Migräne

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 3 Tagen, 10 Stunden aktiv

Ein Hallo an alle Betroffenen,
ich habe Lust, mich einmal über die Erfahrungen “Berufstätigkeit und Migräne” auszutauschen.
Für mich war und ist es nach über 35- jähriger Berufstätigkeit , ein großes Problem gewesen, damit zurecht zu kommen.
Anno54

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Schwerbehinderung – Vorteil im Arbeitsleben (78 Antworten)

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  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Ich habe nach 1 1/2 Jahren 50 Grad der Behinderung zuerkannt bekommen…und so banal es klingt, die 1 Stunde weniger Wochenarbeitszeit (von 41 auf 40) bringen wirklich etwas, genauso die 5 zusätzlichen Urlaubstage. Auch wenn es nicht so leicht ging wie bei manch anderen, hat man OHNE Gutachter nur aufgrund der Berichte vom Schmerzarzt und der Schmerzklinik Kiel so entschieden. Ich lebe mit diesem Ausweis ruhiger, denn (ich hätte es nicht geglaubt) meine Erkrankung wird jetzt ernster genommen und auch die Vorgesetzten zeigen mehr Verständnis, wenn ich an einem Triptantag nur eingeschränkte Leistung vollbringe.

    LG rinchen

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Ach, was mir hierzu noch einfällt: Bei meinem 1. Klinikaufenthalt wurde ich doch tatsächlich gefragt, ob ich denn überhaupt noch weiter arbeiten möchte….ich dacht ich bin im falschen Film, denn natürlich will ich arbeiten….ich empfand diese Frage fast ausverschämt.

    LG rinchen

  • Profilbild mamutschka vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    für mich ist die anerkennung der schwerbehinderung auch sehr positiv.
    ich muss mir zwar keine gedanken um meinen arbeitsplatz machen und auch der urlaub spielt nicht so eine rolle(habe genug ferien) für mich sind die zwei stunden, die ich pro woche weniger unterrichten muss sehr entscheident.
    ich habe das jetzt schon ein schuljahr durch und es macht sich schon ganz schön bemerkbar.
    und du hast recht, auch ich habe das gefühl, dass man die krankheit jetzt ernster nimmt

    lg mamutschka

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Liebe Shelley,

    ohne Dir zu nahe treten zu wollen: Aber behinderter Krüppel klingt wie ein Schimpfwort…und das isrt ja wohl nicht der richitge Ton!

    So, und nun mal zur Definition Behinderung: Wenn ein Mensch im täglichen Leben nicht oder nur mit großen Einschränkungen in der Lage ist, dem Berufsleben nachzugehen, dann hat er ein Anrecht auf HILFE. Diese ist individuell der Behinderung anzupassen. Es ist kein Makel, behindert zu sein…..oder ist ein Diabetiker ein Krüppel, oder ein Rollstuhlfahrer, der bei den olympischen Spielen teilnimmt?,,, Nein, ich gehe jetzt einfach mal davon aus, das Du mit dieser Definition nicht leben kannst, weil Du Dich noch nicht intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt hast. Bitte tue es einmal und urteile dann…

    LG Rinchen (sorry, wenn meine Worte etwas hart klingen, aber ich lebe mit vielen glüvcklichen und mit beiden Beinen im Leben stehen “Krüppeln” zusammen.)

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Liebe Shelly,

    hast Du eine Anerkennung auf Schwerbehinderung? Bist Du voll im Berufsleben? Dann wirst auch Du gewiss Vorteile für Dich herausfinden können. Und tue mir bitte einen Gefallen….das Wort Krüppel gehört hier nicht hin…es tut mir weh…

    LG Rinchen

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Liebe Shelly,

    ich glaube wir reden aneinander vorbei….ich habe nie gesagt, dass das Wort Behinderung hier nicht hergehört…ebensowenig ist es erstrebenswert, behindert zu sein….aber KRÜPPEL!!! gehört nicht zum Vokabular.
    Rollstuhlfahrer haben es nicht leicht, aber man sollte nicht nur das negative sehen. Ich wohne in einer Großstadt und Du kannst mir glauben…..trotz aller widrigen Hindernisse, oft durch das unüberlegte Handeln der “Gesunden” ist ein gutes miteinanderleben und gegenseitige Hilfe kein Problem.
    Und noch etwas ist wichtig: Kämpfe nie gegen aussichtslose Dinge, die Du nie ändern kannst sondern setze Deine Kräfte da ein, wo es Dich stets ein wenig vorwärts bringt.

    LG Rinchen (die Dich trotz allem versteht)

  • Profilbild Monika vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Ja, die Welt ist schlecht…

    Liebe Shelley,

    ich kann ja deinen Unmut verstehen. Du fühlst dich ungerecht behandelt und missverstanden.

    Dass du schlechte Erfahrungen gemacht hast und bisher noch nicht die Hilfe bekommen hast, die du dir erhofftest, tut mir leid. Allerdings darf man ganz sicher nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt so viele Menschen in sozialen Einrichtungen, die sich um Gehandicapte kümmern. Vielleicht macht es ein Bruchteil tatsächlich nicht “gut”, aber das ist mit Sicherheit nur ein kleiner Anteil.

    Vielleicht probierst du es noch einmal, dir Hilfe zu holen. Es gibt sicherlich auch für dich Ansprechpartner, die deine Situation richtig einschätzen können. Resignation hilft hier leider nicht weiter.

    Das Internet ist eine schöne Sache um sich auszutauschen und sich zu informieren. Das Leben sollte aber immer noch woanders stattfinden. Natürlich kann man motzen und meckern über all die Ungerechtigkeiten, die man meint erfahren zu haben. Manchmal hilft es auch, den Frust einfach heraus zu lassen. Aber dann sollte man wieder aufstehen.

    Liebe Grüße

    Monika

  • Profilbild Migränchen vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Kämpfe nie gegen aussichtslose Dinge, die Du nie ändern kannst sondern setze Deine Kräfte da ein, wo es Dich stets ein wenig vorwärts bringt.

    Das sollte auch ich mir hinter die Ohren schreiben…..dieser ewige Kampf gegen die Migräne ist aussichtslos…..für Lebensqualität und einen besseren Umgang damit….dafür lohnt es sich….und hat das eine oder andere Mal sogar zu Folge, dass die Migräne bzw. die Anfälle leichter verlaufen….

    Danke Rinchen

  • Profilbild Rinchen vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Liebes Migränchen,

    dieser Lernprozess hat Jahre gedauert….und auch heute gibt es immer mal wieder den ein oder anderen Rückfall, weil man es einfach nicht verstehen bzw. akzeptieren will. Dann ziehe ich mich zurück, verfluche die Mig und alles was da noch so klemmt und rappelt mich nach vielen Zusprüchen von Mitleidenden auf, denke an diesen einfachen Satz und es geht “Aufwärts”…..

    LG Rinchen

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Ich habe mich auch vor einiger Zeit entschlossen, nicht mehr gegen die Migräne zu kämpfen. Allerdings ist mir diese Erkenntnis erst gekommen, nachdem ich Unterstützung erhielt und diesen ganzen Problemen, Schmerzen, Unverständnis von Seiten anderer und der Hilflosigkeit nicht mehr ausgeliefert war. Erst danach hatte ich die Kraft, mich wieder mehr dem Positiven zuzuwenden und nach vorne zu schauen. Aber – soweit muss man erst mal kommen und dazu braucht man meistens die Unterstützung von außen.

    Bei Dir Shelley habe ich das Gefühl, dass Du gegen Windmühlen kämpfst. Du hast noch kein Konzept für Deine diversen Einschränkungen und Probleme, keine Prognosen, wie es weitergehen soll und versuchst daher mit allen Mitteln, Dir einen Überblick zu verschaffen. Ich kann auch gut verstehen, dass Du übers Internet mit der Welt in Kontakt bleiben willst. Da Du auf fremde Hilfe angewiesen bist, die manchmal gar nicht kommt, ist es für Dich zur Zeit wohl die einzige Möglichkeit, um nicht ganz zu vereinsamen.

    Wo ist ein Ausweg? Ich weiß es auch nicht… Wenn ich in Deiner Situation wäre, würde ich mich wahrscheinlich in eine neurologische Klinik einweisen lassen, die sich auch gut mit Migräne auskennt. Es muss eine Klinik sein, die interdisziplinär arbeitet und in der Lage ist, alle Deine Probleme im Gesamten zu sehen und dann auch entsprechend agieren kann. Ich habe in der Gruppe. “Arzte….” auch Adressen von zwei Schweizer Kliniken eingestellt. Diese wurden mir von Mitgliedern empfohlen. Willst Du da mal nachfragen?

    Alles Liebe für Dich,
    Bettina

  • Profilbild alchemilla vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Dazu gibt es eine interssante Untersuchung:
    In Überlingen ist eine Fastenklinik.
    Die Ärzte dort wollten herausfinden, ob das Fasten auch Stress reduziert.
    Sie messen das an den Stresshormonen im Blut.
    Nach vielen Wochen und vielen Probanden kamen sie zu einem überraschenden Ergebnis:
    50% der Probanden hatte extrem niedirge Stresshormone im Blut
    und 50% extrem hohe, höher als vor Beginn der Fastenkur.
    Das war ihnen ein Rätsel und sie haben die Probanden genauer betrachtet.
    Das Ergebnis war:
    Die Leute mit den hohen Werten, waren die, die von ihren Ärzten oder Krankenkassen dazu “verdonnert” worden waren, diese Kur zu machen.
    Die anderen waren die, die sich ihr freiwillig unterzogen haben, mit der Überzeugung sich und ihrem Körper etwas Gutes zu tun.
    Die anderen waren angefüllt mit Gedanken wie: “Ich hasse das alles. WAS für eine Schinderei! Wie lange muss das denn noch weitergehen? Das ist ja alles widerlich. Ich habe hunger. Ich mag nicht mehr weitermachen. Ich hasse das. Aber ich MUSS das tun. Ich glaube ja nicht, dass das was bringt. ” usw.

    Immer, wenn mich der Frust über die dauernde Migränerei überkommt, muss ich daran denken.
    Wie widersetzliche Gedanken dem Körper zusetzen!
    Überschwemmen ihn mit Stresshormonen!
    Meine arme Seele wird nicht nur geprügelt mit den Schmerzen sondern zusätzlich auch noch mit Hassgedanken.
    DAS hat sie nicht verdient.

    Es hat mir seeeehr zu denken gegeben.

    Euch auch?

    LG
    Gisela

  • Profilbild Peter Schwirkmann vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Hallo Shelley!

    Habe mit Schrecken Deinen Bericht gelesen,
    aber gib bitte nicht auf. Ich war auch in dieser
    Lage, wo ich dachte: “Jetzt geht nichts mehr.”

    Aber da sind liebe Menschen gekommen,
    die einen aufrichteten und einem Mut gaben.

    Bitte gib nicht auf. Es gibt ganz sicher
    Menschen, die Dir helfen können.
    Ich wünsche, dass Du diese
    Menschen findest und das
    vom ganzen Herzen.

    Gruß Peter

  • Profilbild Sille vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Hallo,
    ich habe im Momemt eine sehr schlechte Phase. Habe seit ca. 4-5 Wochen fast täglich Mirgräne und bin dadurch warscheinlich in den Medik- Schmerz reingeruscht.Aber da zur Zeit Urlaubszeit ist möchte ich meinen Kollegen natürlich nicht noch eine kranke Kollegen zumuten. Also kommt dieser Kreislauf zustande. Jetzt geht es mir aber richtig schlecht.
    Ich weiss, das ich eine Entgiftung machen muss. Fühle mich sehr deprimiert, keine sozialen Kontakte, schaffe wenig im Haus ect. kann schlecht schlafen.Ich jammere jetzt mal ein bischen ab, denn meine Fam. kann es auch nicht mehr hören.

    Eine Frage hätte ich noch zum Behinderten Antrag, kann ich es einfach mal versuchen? Bin schon zeit einiger Zeit in Behandlung in der Schmerzklinik in Kiel.

    Liebe Grüsse
    Sille

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Liebe Sille,

    wahrscheinlich bist Du im MÜK, aber ich kann auch Deine Bedenken bezüglich der Kollegen verstehen. Wie lange musst Du denn in der Firma noch “durchhalten”? Eventuell können einige Tage Kortison den Kreislauf durchbrechen. Sprich doch Deinen behandelnden Arzt an, oder rufe Deine Ärztin/Arzt in Kiel an und frage um Rat. Langfristig gesehen müsstest Du dann halt eine richtige Pause machen.

    Hier in dieser Gruppe gibt es Informationen zum Thema Schwerbehinderung.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild alchemilla vor 1 Jahr, 9 Monaten:

    Hallo, Sille,
    zu deiner eigentlichen Frage:
    ich meine, du solltest auf jeden Fall einen Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung stellen.
    Aber NICHT
    “einfach mal versuchen”
    Es ist ganz wichtig, dass du das sehr sorgfältig durchführtst und dir viele Gedanken machst.
    Ich habe mir zuallererst das Formular besorgt und studiert,
    dann habe ich es weggelegt und es “wirken” lassen und jede “Wirkung” habe ich auf einem Stichwortzettel notiert.
    Erst ein paar Tage später habe ich begonnen, es auszufüllen.
    In die Rubrik “Schildern Sie Ihre Einschränkungn” (oder so, ich weiß nicht mehr genau, wie das hieß) habe ich nur eingetragen SIEHE ANLAGE.
    Dann habe ich auf einem gesonderten Blatt alle Schwierigkeiten geschildert, die ich habe.
    “Schwere Migräne, mehrere Tage, 10-12 mal im Monat”
    und was die Lichempfindlichkeit für Folgen hat
    und die Lärmempfindlichkeit
    und die Erschöpfung
    der Verzicht auf Dinge, die andere Leute am Wochenende unternehmen,
    die fehlende Erholung an den Wochenenden
    keine Pläne (Z.B. bzgl Urlaub. Einladungen) machen können
    häufig Depressionen ( ! unbedingt drauf hinweisen)
    NICHTS GELOGEN, aber auch NICHTS VERSCHWIEGEN

    Zweitens ist es wichtig, dass du die Unterstützung möglichst mehrerer Ärzte hast,
    die dich behandeln und deinen Zustand kennen
    UND
    bereit sind, dich zu unterstützen. Ich bin vorher noch einmal zu all meinen Ärzten gegangen und habe ihnen meine Absicht vorgetragen und mich rückversichert, dass sie das auch für richtig halten.
    Alles, was du an Arztberichten besitzt kopieren und gleich mit einreichen,

    Es muss den Leuten im Versorgungsamt leicht gemacht werden, die Dinge nachzuvollziehen.

    Und dann hoffe ich, dass sie ein Einsehen haben.

    Viel Erfolg!!!

    wünscht
    Gisela