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Berufstätigkeit und Migräne

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 3 Tagen, 10 Stunden aktiv

Ein Hallo an alle Betroffenen,
ich habe Lust, mich einmal über die Erfahrungen “Berufstätigkeit und Migräne” auszutauschen.
Für mich war und ist es nach über 35- jähriger Berufstätigkeit , ein großes Problem gewesen, damit zurecht zu kommen.
Anno54

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Wie bewerbe ich mich mit Schwerbehindertenausweis (81 Antworten)

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  • Profilbild Happy vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Hallo Ihr Lieben,

    Also ich habe mal eine Frage, die vielleicht für einige von uns interessant ist.

    Ich bin ja jetzt im Besitz des Schwerbehindertenausweises und möchte mich auf einige Stellenausschreibungen bewerben, die schwerbehinderten Menschen den Vorrang bei gleicher Qualifikation geben. Jetzt möchte ich aber auch nicht, dass die Angst haben, dass ich meine Arbeit nicht gut mache.

    Bisher war ich ja trotz Migräne usw. eine gut Arbeitskraft, habe selten Fehlzeiten, bzw. habe diese sogar nachgeholt. Meisten dann eher wegen einer schweren Erkältung, die ich aber nur alle 3 Jahre bekomme, als wegen der Migräne.

    Ich habe das jetzt so formuliert, das ich im Besitz des Ausweises bin, dass dies aber keine Auswirkung auf meine Arbeitskraft, Zuverlässigkeit und meinen Fleiß hat.

    Könnt Ihr mir und anderen noch ein paar Tipps dazu geben und von Euren Erfahrungen berichten?

    Alles Liebe
    Christiane

  • Profilbild heika vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Hm. liebe Christiane, gar nicht so einfach…

    Ich würde das mit dem “keine Auswirkungen” weglassen, denn natürlich hat deine starke Migräne Auswirkungen auf dein Leben und damit auf jeden Bereich deines Lebens. Du suchst ja u.a. deswegen eine andere Stelle, damit du auch Fehl- und Urlaubszeiten in Anspruch nehmen kannst. Und wenn du deinem neuen Arbeitgeber versprichst, dass du IMMER zuverlässig bist, wirst du ein schlechtes Gewissen haben, wenn du ausfällst, falls dein Arbeitgeber unter Zuverlässigkeit regelmäßiges Erscheinen versteht.

    Du wirst bestimmt eine Probezeit haben, da kannst du deinen Arbeitgeber sicherlich von deinen positiven Eigenschaften überzeugen und er wird es nicht bereuen, dass er dich trotz deiner Schwerbehinderung eingestellt hat.

    Lieber Gruß
    Heika

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Liebe Christiane,

    Betriebe, die Schwerbehinderte bevorzugen, erhalten ja einen staatlichen Zuschuss. Daher sind sie sehr interessiert daran, die Quote zu erfüllen. Wenn sie nur ein wenig Informationen über Migräne haben, wissen sie, dass diese Mitarbeiter ganz besonders gewissenhaft sind und in den Zeiten der Anwesenheit mehr erledigen können, als die anderen Kollegen.

    Vielleicht könntest Du irgendwie mit einbringen, dass dieser Ausweis für Dich auch deshalb wichtig war, damit die Migräne von der Allgemeinheit besser zur Kenntnis genommen wird. Dass Du ziemlich sicher nicht mehr Ausfälle haben wirst, als andere Mitarbeiter, könntest Du ja während der Probezeit beweisen. Dies würde ich auch in die Bewerbung mit einbringen.

    Viel Glück, ich halte die Daumen.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Harald Rupp vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Hallo Christiane,

    meist sind es Arbeitgeber im öffentlichen Dienst, die “Schwerbehinderte bei gleicher Eignung bevorzuzgt einstellen”.

    Ich würde mich ganz normal bewerben.
    Bei einem Einstellungsgespräch dann auf den GdB hinweisen.

    Viel Erfolg bei den Bewerbungen!

    Alles Gute und viel schmerzfreie Zeit

    HR

  • Profilbild Happy vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Danke für Eure Tipps.

    Lieber Harald,

    ich habe schon etliche Absagen bekommen, bevor ich überhaupt zu einem Einstellungsgespräch zugelassen wurde, ohne dass ich da von Migräne oder irgendwas geschrieben habe (natürlich nicht). Ich möchte ja erstmal zu einem Einstellungsgespräch kommen um dann mit meiner Persönlichkeit zu überzeugen und daher MUSS ich doch bei den Betrieben, die ausdrücklich darauf hinweisen, dass sie Schwerbehinderte bevorzugen, auch schon in meiner schriftlichen Bewerbung erwähnen, dass ich solch eine habe.

    Natürlich erwähne ich das in anderen Fällen nicht, auch nicht beim persönlichen Vorstellungsgespräch, dazu bin ich nicht verpflichtet.

    Es reicht, wenn ich das später bekannt gebe, wenn ich die Zusage bereits habe, soviel habe ich bereits in Erfahrung gebracht. Ich will mir ja nicht schaden.

    Aber wenn es für mich von Vorteil ist, möchte ich es auch nutzen.

    LG
    Christiane

  • Profilbild Happy vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Es ist so still beim Thema geworden. Habt Ihr keine Erfahrungen bei dem Thema gemacht?

     

    Ich würde mich freuen noch mehr von Euch zu lesen :-)

  • Profilbild heika vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Ich persönlich habe damit keine Erfahrungen gemacht, aber ich kenne einen sehr lieben Menschen mit einer sehr sozialen Einstellung, der mal eine Mitarbeiterin mit Schwerbehinderung eingestellt hat. Es gab für eine begrenzte Zeit Zuschüsse vom Arbeitsamt, dann lief alles normal. Allerdings haben Menschen mit diesem Ausweis einen speziellen Kündigungsschutz, was diese Mitarbeiterin wusste und schamlos ausgenutzt hat. Dieser Arbeitgeber ist nach dieser schlechten Erfahrung in Zukunft eher skeptisch.

    So weit ich informiert bin, MUSS man ab einer gewissen Mitarbeiterzahl eine “Behindertenquote” (sorry für den Ausdruck, mir fällt nichts Besseres ein) erfüllen.

    Eigentlich ist die Probezeit ja dazu da, sich gegenseitig zu “beschnuppern”. Vielleicht könntest du anbieten, dass du mit einer längeren Probezeit einverstanden wärst, wenn du merkst, dass dein zukünftiger Arbeitgeber skeptisch ist. Das wäre von dir ein gutes Signal. Im optimalen Fall besteht nach dieser Zeit ein Vertrauensverhältnis, bei dem jede Seite wissen sollte: Der Arbeitnehmer tut, was er/sie irgendwie kann, und wenn er/sie krank ist, dann ist es wirklich begründet und kein bequemes “Krankfeiern”.

    Bei dem oben genannten Arbeitgeber ist das übrigens mit fast allen Mitarbeitern so. Da besteht ein echtes Vertrauensverhältnis, und wenn eine Krankmeldung kommt, wird da kein Wort drüber verloren. Nein, stimmt nicht: Es wird ganz arg gute Besserung gewünscht! ;-)

    Aber die Arbeitnehmer müssen sich nicht rechtfertigen oder ein schlechtes Gewissen haben, dass sie fehlen. Das gibt´s halt nun mal. Macht ja keiner mit Absicht. Du hast dir deine Migräne auch nicht freiwillig ausgesucht.

    SO eine Atmosphäre am Arbeitsplatz wünsche ich dir auch!

    Heika

     

  • Profilbild Happy vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Liebe Heika,

    danke. Ich bin ja ein Mensch, der äußerst selten “krankfeiert”. Ich bin ja schon mit Migräne arbeiten gekommen, wo ich unterwegs wegen Übergebungsanfällen aus der Bahn aussteigen musste und nur noch den nächsten Papierkorb am Bahnsteig schnell finden musste oder mich im Auto übergeben musste oder vom Fahrrad, wenn ich selbst gefahren bin (das war schon übermenschlich, was ich da geleistet habe) – es gab sogar noch schlimmere Situationen, die ich nicht ausbreiten möchte…. Bei mir bekommt kein Arbeitgeber was vom Arbeitsamt, weil ich nicht ARBEITSLOS bin. Ich bin alles mögliche, ich bin selbständig, ich habe einen Minijob, ich habe einen Teilzeitjob und muss auf vielen “Baustellen” gleichzeitig sein. Das ist der Grund warum ich so einen unregelmäßigen Lebensrhytmus habe und trotzdem nicht genug Geld für meinen Lebensunterhalt. Das möchte ich einfach dringend ändern, darum bin ich auf Jobsuche.

    Heute hatte ich ein persönliches Vorstellungsgespräch. Das ist ja schon viel, wenn man von dem dicken Stapel Bewerbungsunterlagen so weit kommt, dass man zum persönlichen Gespräch geladen wird. Die Stelle gefällt mir, es scheint ein nettes Arbeitsklima zu sein. Die Frauen, mit denen ich zusammen arbeiten soll sind nett, meine Chefin und meine Kollegin.

    Das Gute ist, dass der Job mir nicht zuviel abfordert. D. h. ich kann das alles. Ich bin den Aufgaben vollends gewachsen, habe viel Erfahrung damit und mache zur Zeit in Teilzeit ähnliches. Es wird mir ein Leichtes sein, mich einzuarbeiten. Es ist zwar eine 40 Stundenstelle, was mir noch ein bissl Angst macht, aber das könnte stressfreier sein, als das ganze Hickhack, als ich jetzt habe. Wenn ich das rechne, was ich jetzt unterwegs bin und die ganze Arbeit, einschließlich Büroarbeit zuhause im eigenen Business, dann komme ich sicherlich auf wesentlich mehr Arbeitszeit. So habe ich wenigstens das Wochenende für mich.

    Mein finanzieller Druck wird dadurch jedenfalls schnell weniger. Das ist ja zur Zeit auch eine einzige Katastrophe.

    Morgen bekomme ich Bescheid. Von dem Ausweis habe ich nichts gesagt. Das erwähne ich nur, wenn es ausdrücklich gefragt wird. Da die über 25 Mitarbeiter sind, werde ich es irgendwann erwähnen, damit sie die “Strafgebühr” nicht umsonst zahlen müssen. Falls ich den Job bekomme. Also drückt mal Eure Däumchen.

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Liebe Christiane,

    das ist ja wirklich toll, dass Du eingeladen wurdest. Ich halte auch ganz fest die Daumen, dass es klappt. Ist das denn ein Ganztagsjob? 

    Liebe Grüße

    Bettina

  • Profilbild Happy vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Liebe Bettina,

     

    habe es gerade noch korrigiert. Ja ist ein Ganztagsjob, was mir einerseits etwas Angst macht, auf der anderen Seite Erleichterung verschafft, wegen mehr sicheren Verdienst und ich mit meinen ganzen verschiedenen Jobs und Selbständigkeit habe wahrscheinlich wesentlich mehr gearbeitet als 40 Stunden.

    Danke für Dein Daumendrücken.

    Toll übrigens, dass man jetzt seine Beiträge nachträglich noch korrigieren und bearbeiten kann :-) ))

    Liebe Grüße

    Christiane

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Liebe Christiane,

    bearbeiten konnte man seine Beiträge schon immer. ;) Aber die Funktion zitieren ist jetzt nicht mehr da. Na ja, ist nach jedem update so, dass man das eine oder andere nachkorrigieren muss.

    Ich denke auch, dass ein einziger Job viel weniger anstrengend ist, als mehrere Jobs und dann zu Hause noch nacharbeiten.

    Hoffentlich klappt es!

    Liebe Grüße

    Bettina

  • Profilbild Ronja vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Liebe Christiane,

    sicher drücke ich dir auch ganz fest die Daumen, dass du die Zusage bekommst. Ganz sicher schaffst du die 40 Stunden-Arbeit, du hast schon so viel geschafft bisher, mit Migräne arbeiten, das ist sehr sehr hart!

    Herzliche Grüße

    Ronja

  • Profilbild Happy vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Liebe Bettina,

    danke für die guten Wünsche und fürs Daumendrücken. Da kannst Du mal sehen, ich habe mich hier immer noch nicht richtig umgeschaut, dafür aber schon ordentlich “Tagebuch geschrieben” ;-) .

    Ich glaube, dass vor allem eine angenehme Atmosphäre hilfreich sein kann, einen langen Arbeitstag gut zu überstehen. Das Büro, in dem ich sitzen soll macht auf mich einen schönen klaren Eindruck, so wie die Kollegin auch, die auch – welch ein Glück – nicht nach übermäßigen Parfüms und Deos riecht (das kann ich überhaupt nicht vertragen – Migräne und Allergie wegen – und sie ist sie auch nicht der Typ, wie die Chefin auch nicht).

    Morgen weiß ich mehr.

    Liebe Grüße

    Christiane

  • Profilbild Happy vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Danke liebe Ronja :-)

  • Profilbild Happy vor 1 Jahr, 4 Monaten:

    Hallo Ihr Lieben,

    gerade habe ich eine Absage bekommen. Einerseits saß ich den ganzen Tag auf heißen Kohlen, andererseits denke ich, es war auch nicht ganz so ideal von der Arbeitszeit. 8 – 17 Uhr 5 Tage die Woche war mir wirklich ein bisschen zu streng. Ich hätte schon gern etwa Gleitzeit (wäre schon wegen der Migräne günstiger) oder eine Dreiviertel-Stelle würde mir auch erstmal reichen.

    Leider habe ich heute Morgen vergessen den Wecker zu stellen, prompt zu lange geschlafen und dann noch die Aufregung den ganzen Tag, nun habe ich gleich wieder Migräne, ätz… irgendwie bin ich auch traurig, obwohl es für mich ok ist.

    Liebe Grüße

    Christiane