Hallo Bettina,
die Ergebnisse des Heilversuchs mit BOL an der Medizinischen Hochschule Hannover wurden inzwischen in der Verbandszeitschrift „Cephalalgia“ der International Headache Society publiziert:
Karst M, Halpern JH, Bernateck M, Passie T (September 2010). “The non-hallucinogen 2-bromo-lysergic acid diethylamide as preventative treatment for cluster headache: an open, non-randomized case series”. Cephalalgia 30 (9): 1140–4. PMID 20713566 http://dx.doi.org/10.1177/0333102410363490
PDF-Datei der Publikation hier: http://www.clusterheadaches.com/yabbfiles/Attachments/CH_-_BOL.pdf
Auch wer das Englisch nicht versteht, möge sich bitte einmal die Grafik der Behandlungsergebnisse auf der Seite 4 der PDF-Datei ansehen (Figure 1, Anzahl der Attacken pro Woche je Patient).
Mich findest Du in dem Bericht von Prof. Dr. Karst als „Subject 3“. Im Dezember 2008 habe ich aufgrund der gehäuften Attacken nicht mehr gewusst, wie es mit meinem Leben weiter gehen soll. Nach der Behandlung mit BOL – dreimal 29 Tropfen im Abstand von jeweils fünf Tagen – war ich für ca. sechs Monate praktisch frei von Attacken.
„Subject 5“ in dem Bericht von Prof. Dr. Karst war ca. zwei Monate vor seiner erfolgreichen Behandlung mit BOL für zwei Wochen stationär in der Schmerzklinik Kiel. Dort wurde er freundlich aber leider erfolglos behandelt: Verapamil 960mg/Tag und Kortison waren wirkungslos. Nach der Behandlung mit BOL war er für ca. zwei Monate schmerzfrei, danach ging es bei ihm leider wieder los.
Leider lassen sich nicht alle Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten erfolgreich mit den gängigen Medikationen behandeln. Deshalb gibt es ja diese Studien, zum Beispiel auch mit der Tiefenhirnstimulation und der Okzipitalnervstimulation.
Die gesetzlichen Gegebenheiten und die gesundheitlichen Risiken bezüglich LSD, Psilocybin etc. sind uns allen bekannt, denke ich. Deshalb möchte ich nicht zu meiner Behandlung illegal irgendein Zeugs unbekannter Zusammensetzung auf der Strasse kaufen oder im Wald sammeln müssen.
Gut finde ich, dass dieser von einem Cluster-Kopfschmerzpatienten per Zufall entdeckte Behandlungsansatz inzwischen wissenschaftlich untersucht wird. BOL hat keine halluzinogene Wirkung und ist auch keine Substanz, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Sicherlich sind kontrollierte und randomisierte klinische Studien erforderlich und gerechtfertigt, siehe dazu z.B. auch Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 3/2009, Seite 59-60: http://www.kopfschmerz-news.de/download.htm
Ein meiner Meinung nach ebenfalls interessanter Behandlungsansatz mit sehr guten Ergebnissen bei ansonsten nicht behandelbaren chronischen Cluster-Kopfschmerzpatienten:
http://www.ck-wissen.de/ckwiki/index.php?title=Leuprorelin
… aber dazu vielleicht demnächst mehr.