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Cluster-Kopfschmerz

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 1 Woche, 1 Tag aktiv

Clusterkopfschmerzattacken treten mit stärkster Schmerzintensität einseitig im Augenbereich auf. Sie zählen zu den schwersten Schmerzen überhaupt, die Menschen heimsuchen.

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Tags: cluster

arte TV: ”LSD – Vom Trip zur Therapie?” (42 Antworten)

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  • Profilbild Friedrich vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Ausschnitt aus der arte TV-Sendung vom 21.01.2011: “LSD – Vom Trip zur Therapie?” Diese Sendung enthält einen Bericht über den Heilversuch der Medizinischen Hochschule Hannover mit BOL bei Cluster-Kopfschmerz. Wiederholungen bei arte TV: 29.01.2011 um 02:20, 11.02.2011 um 05:00 Uhr.

    Die komplette Sendung bei YouTube: YouTube – LSD – Vom Trip zur Therapie?

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Was willst Du damit sagen, Friedrich? Clusterpatienten sollen zu Drogen greifen? Da gibt es von vielen Betroffenen eine ganz klare Haltung: Keine Drogen in der Clustertherapie.
    Es gibt sehr gute und wirksame Medikamente zur Prophylaxe, sodass man auf Drogen nicht ausweichen muss.

    Der Film ist mir zu positiv gehalten, habe allerdings nur den Ausschnitt gesehen. Wie ist denn Deine Meinung dazu?

  • Profilbild markus77 vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Hallo Bettina
    Ich weiss von der Studie wo Bol positiv bei Cluster getestet wurde. Bol ist kein LSD ! Bol enthält Wirkstoffe die auch im LSD sind und wenn dies positiv getestet wurde und von den zuständigen Stellen genehmigt wird warum nicht ? Es kommt dabei nicht zu Rauschzuständen, schon deshalb nicht weil die Dosis sehr klein ist und wie gesagt es ist kein LSD. Ist auch nachzulesen bei CK Wissen imForum wo sich Teilnehmer der Studie geäußert haben. Mir ist auch bekannt das Kokain sich positiv auf Cluster auswirkt. Es gibt sicher unzählige Beispiele wo in der Medizin Gifte und Rauschmittel zur Heilung und Linderung eingesetzt werden, deshalb kann ich so was nicht verurteilen wenn es unter Nutzen Schaden Abwägung und unter Medizinischer Aufsicht erfolgt.

    Lg Markus :-)

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Markus, die Entscheidung bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Probieren die Leute das aus, weil sie keine wirksame Attacken- und Prophylaxenmedikation haben? Hilft es denn so gut? Es kann ja durchaus sein, dass solche Versuche in eine ganz normale Remissionsphase fallen und dann zu Unrecht positiv beurteilt werden.

    Natürlich gibt es in der Medizin unzählige Beispiele,wo Gifte, richtig dosiert, eine positive Wirkung haben. Gerade in der Schmerztherapie. Aber das muss gut erforscht und getestet werden. Man müsste Studien machen und auch etwas über Langzeitfolgen in Erfahrung bringen.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild markus77 vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Hallo Bettina
    Deine Zweifel sind berechtigt. Aber in einer Studie werden solche Fragen doch berücksichtigt. Ich glaube es waren auch chronische dabei das heißt Remission fällt weg. Zum Punkt Prophylaxe kann ich nur soviel sagen, es gibt viele Clusterpatienten bei denen Meikamente nicht oder nicht mehr wirken . Daher ist die Suche nach neuen Mitteln auf jeden Fall positiv. In dem Film Ausschnitt wird deutlich gesagt das es keine Rauschwirkung hat. Langzeitfolgen müssen natürlich erst noch untersucht werden, aber das ist wohl bei jedem Medikament so. Ich nehm zur Prophylaxe Lithium, wenn ich an die möglichen Nierenschäden denk wird mir schlecht-aber was bleibt sonst ?
    LG Markus

  • Profilbild Friedrich vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Hallo Bettina,

    die Ergebnisse des Heilversuchs mit BOL an der Medizinischen Hochschule Hannover wurden inzwischen in der Verbandszeitschrift „Cephalalgia“ der International Headache Society publiziert:

    Karst M, Halpern JH, Bernateck M, Passie T (September 2010). “The non-hallucinogen 2-bromo-lysergic acid diethylamide as preventative treatment for cluster headache: an open, non-randomized case series”. Cephalalgia 30 (9): 1140–4. PMID 20713566 http://dx.doi.org/10.1177/0333102410363490

    PDF-Datei der Publikation hier: http://www.clusterheadaches.com/yabbfiles/Attachments/CH_-_BOL.pdf

    Auch wer das Englisch nicht versteht, möge sich bitte einmal die Grafik der Behandlungsergebnisse auf der Seite 4 der PDF-Datei ansehen (Figure 1, Anzahl der Attacken pro Woche je Patient).

    Mich findest Du in dem Bericht von Prof. Dr. Karst als „Subject 3“. Im Dezember 2008 habe ich aufgrund der gehäuften Attacken nicht mehr gewusst, wie es mit meinem Leben weiter gehen soll. Nach der Behandlung mit BOL – dreimal 29 Tropfen im Abstand von jeweils fünf Tagen – war ich für ca. sechs Monate praktisch frei von Attacken.

    „Subject 5“ in dem Bericht von Prof. Dr. Karst war ca. zwei Monate vor seiner erfolgreichen Behandlung mit BOL für zwei Wochen stationär in der Schmerzklinik Kiel. Dort wurde er freundlich aber leider erfolglos behandelt: Verapamil 960mg/Tag und Kortison waren wirkungslos. Nach der Behandlung mit BOL war er für ca. zwei Monate schmerzfrei, danach ging es bei ihm leider wieder los.

    Leider lassen sich nicht alle Cluster-Kopfschmerz Patientinnen und Patienten erfolgreich mit den gängigen Medikationen behandeln. Deshalb gibt es ja diese Studien, zum Beispiel auch mit der Tiefenhirnstimulation und der Okzipitalnervstimulation.

    Die gesetzlichen Gegebenheiten und die gesundheitlichen Risiken bezüglich LSD, Psilocybin etc. sind uns allen bekannt, denke ich. Deshalb möchte ich nicht zu meiner Behandlung illegal irgendein Zeugs unbekannter Zusammensetzung auf der Strasse kaufen oder im Wald sammeln müssen.

    Gut finde ich, dass dieser von einem Cluster-Kopfschmerzpatienten per Zufall entdeckte Behandlungsansatz inzwischen wissenschaftlich untersucht wird. BOL hat keine halluzinogene Wirkung und ist auch keine Substanz, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Sicherlich sind kontrollierte und randomisierte klinische Studien erforderlich und gerechtfertigt, siehe dazu z.B. auch Kommentar in der DMKG Kopfschmerz-News 3/2009, Seite 59-60: http://www.kopfschmerz-news.de/download.htm

    Ein meiner Meinung nach ebenfalls interessanter Behandlungsansatz mit sehr guten Ergebnissen bei ansonsten nicht behandelbaren chronischen Cluster-Kopfschmerzpatienten:

    http://www.ck-wissen.de/ckwiki/index.php?title=Leuprorelin

    … aber dazu vielleicht demnächst mehr.

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    @ Markus: Ich kann bestens nachvollziehen, dass Patienten, die keine wirksame Prophylaxe haben, nach Alternativen suchen (müssen). Über eventuelle “Nachwirkungen” der Prophylaxen nachzudenken, macht keinen Sinn. Ich lebe mit Prophylaxen seit 20 Jahren und da es ohne nicht geht, denke ich nicht mehr darüber nach. ;)

    @ Friedrich: Die Berichte lesen sich sehr positiv. Warum wurde die Studie so klein gehalten? Wenn man den weiterhin Alkohol trinkenden Teilnehmer weglässt, waren es nur 4. Wie geht es jetzt konkret weiter mit BOL-148? Wurde mit randomisierten und placebokontrollierten Studien schon begonnen?
    Es sieht ja so aus, als würde man nach kurzzeitiger Einnahme dieser Substanz einige Monate fast komplett schmerzfrei sein. Sollten sich diese Erfolge auch in weiteren Studien bestätigen und das Mittel auf den Markt kommen, würde mich das sehr freuen für alle Betroffenen.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Hartmut Göbel vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Dieser Bericht ist ein offener Erfahrungsbericht ohne wissenschaftlichen Aussagewert. Es gibt keinerlei Kontrollen in der Studie. Eine Aussage über die mögliche Wirksamkeit ist damit nicht möglich. Wir haben eine Euphorie mit vielen Substanzen und Maßnahmen erlebt. Die Überprüfung später durch andere Wissenschaftler konnte die Effekte nicht bestätigen. Ich würde es sehr bedauern, wenn mit diesen vorläufigen Erfahrungen Patienten animiert werden, Substanzen einzunehmen, deren Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit nicht belegt sind. Man kann leicht fünf Patienten offen zusammensammeln und mit irgendwelchen Methoden solche Ergebnisse erzielen. Es ist in Ordnung, dass eine solche Studie gemacht wird. Allerdings sollte man vor Propagierung eines Effektes sich die Mühe machen, eine kontrollierte doppelblinde Studie mit Gruppenzuteilung per Zufall und Placebo-Kontrolle durchzuführen. Das wäre hier sehr einfach gewesen. In der jetzigen Form werden mehr Zweifel geweckt als Grundlagen geschaffen.
    PS: Auch die tendenzielle Darstellung von Vorbehandlungen anderer Probanden, die nicht in der Publikation zu finden ist, ist kaum geeignet, die Daten zu untermauern. Wenn z.B. Verapamil ausdosiert werden muss, kann die Wirkung erst mit einer längeren Latenzzeit auftreten. Was dann die Wirkung erzielt, ist im Einzelfall völlig offen.

  • Profilbild markus77 vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Hallo Herr Prof. Göbel
    Sicher haben sie Recht das dies im Einzelfällen zu Selbstveruchen führen könnte. Aber ich glaube das so eine Studie auch für viele nicht behandelbare Clusterpatienten ein Lichtblick für die Zukunft sind. Ich hatte 7 Jahre lang keine bzw. eine Fehldiagnose. Die letzten zwei Jahre mit der richtigen Diagnose waren dagegen wie Tag und Nacht. Trotz einer Episode von 3 Monaten und letztes Jahr 7 Monaten. Alleine das Wissen was es ist hilft unwahrscheilich, und dann noch wirksame Medikamente. Was mich allerdings etwas wundert, diese Studie liegt ja schon einige Zeit zurück, warum wird nicht weitergemacht ? Kann nur vermuten das es am Geld liegt, vieleicht wäre es auch eine zu große Konkurenz für die üblichen Medikamente ?
    Mit den besten Güßen Markus

  • Profilbild Friedrich vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Hallo Bettina,

    das war ja keine Studie, sondern ein Heilversuch. Nicht zur Forschung gedacht, sondern dazu, Patienten zu behandeln, denen mit den üblichen Medikamenten nicht geholfen werden konnte.

    Experten schätzen, dass die Entwicklung von BOL zum zugelassenen Medikament ca. 7 Mio. USD kosten würde. Kaum vorstellbar, dass man dies mit Spendengeldern und öffentlichen Fördermitteln finanzieren könnte. Die Pharmaindustrie hat anscheinend kein Interesse daran, der Absatzmarkt ist dafür wohl zu klein?

    Tja, wenn es denn tatsächlich keine Pharmafirmen gibt, die sich für die Erforschung von neuen Medikamenten zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz interessieren, dann muss man eben solche Firmen gründen. Das ist bereits im Januar 2010 geschehen, siehe

    http://www.entheogencorp.com/ (Englisch)

    Eine (Hoch-) Risikokapitalanlage, zur Mittelbeschaffung für die weitere BOL Forschung – und wenn das gut geht, um den Reichtum der Gründer und Investoren zu mehren. Wenn das schiefgeht, dann ist deren Kohle halt futsch, das ist etwa so wie Lotto spielen.

    Die Vergabe der Aktien erfolgt als ” Private placement ” http://en.wikipedia.org/wiki/Private_placement In diese Firma investieren kann jeder Interessierte, der mindestens USD 25.000,- reinsteckt und die Voraussetzungen als “Accredited Investor” (Anlegerschutz) nach http://www.sec.gov/answers/accred.htm erfüllt. Wer Millionäre (USD reicht) kennt, die in die Entheogen Corp. investieren wollen, bitte her damit!

    Ich hoffe die kriegen das Geld zusammen und BOL gibt es dann irgendwann zuzahlungsfrei in der Apotheke. Patienten und Mediziner, die an dieser Forschung interessiert sind, können sich auf der Website der Entheogen Corporation für die hoffentlich kommenden Studien registrieren: http://www.entheogencorp.com/community/

    Interessanter als BOL finde ich übrigens Leuprorelin. Das ist als Medikament bereits zugelassen, allerdings nicht zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerz . Es gibt eine erfolgreiche placebokontrollierte klinische Studie zur vorbeugenden Behandlung von Cluster-Kopfschmerz und einen Bericht über die erfolgreiche Behandlung von 67 weiteren Patienten aus 2010, mehr dazu siehe:

    http://www.ck-wissen.de/ckwiki/index.php?title=Leuprorelin

  • Profilbild Harald Rupp vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Hallo zusammen,

    es gibt ja bislang kein einziges Medikament, das speziell gegen den Cluster-Kopfschmerz entwickelt wurde.
    Ob ich es noch erlebe, daß so etwas geschieht???

    Auch wenn es einem Großteil der Betroffenen hilft, wenn die Standardmedikationen beim CK eingesetzt werden, gibt es doch viele Cluster-Kopfschmerz Patienten, bei denen es nicht so ist.

    Zudem ist es aber auch so, daß es unzählige CK Betroffene gibt, die immer noch nicht einmal eine leitliniengerechte Behandlung erfahren.

    Leider.

    Alles Gute und viel schmerzfreie Zeit

    HR

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Harald, es gibt auch keine Migräneprophylaxe, die speziell für Migräne entwickelt wurde. Auf ein spezielles Medikament hoffen wir wohl alle.

    Friedrich, habt Ihr denn schon einen Investor? Was soll in dieser Firma eigentlich gemacht werden? Nur die Herstellung des Medikaments, oder auch die Studien? Das alles ist natürlich extrem schwierig, wenn man keine große Pharmafirma im Rücken hat. Ist so etwas überhaupt im “Alleingang” durchzuführen? Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

    Fragt doch mal bei Bill Gates an? Es spendet enorm viel für gesundheitliche Themen.

  • Profilbild markus77 vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Kleiner Scherz am Rande:
    Würde ja gern die Finanzierung übernehmen, aber mein Sparschwein ist leer…..Ticket zum Mond war so teuer.
    Gruß Markus

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Nichts als Ausreden….;)

  • Profilbild markus77 vor 1 Jahr, 3 Monaten:

    Ausreden ?….hätte vieleicht Politker werden sollen ?