Lieber Sebastian,
ich meine auch, es es nicht um richtig oder falsch geht, sondern du gehst zur Zeit so mit deinen Schmerzen um, wie es dir möglich ist. Sei doch nicht so streng mit dir! Wir sind hier doch alle dabei, diesen Weg mit der Migräne einigermaßen hinzukriegen. Es ist immer ein Abwägen: bleibe ich zuhause oder gehe ich zur Arbeit , kann ich es schaffen oder nicht, ist es sinnvoll sich mit Migrräne durch die Arbeit zu quälen oder nicht, ist es vielleicht trotzdem mal einfach nötig usw.
Ich fehle heute auch bei der Arbeit, obwohl mein Kollege im Urlaub ist.
Du solltest es dir aber schon mal gönnen, dich hinzulegen wie Cinderella vorschlägt, das wird dir gut tun mit der Migräne, bei mir wirken dann das Treiptan schneller und besser. Gerade wenn du nicht zur Arbeit gehst, hast du doch auch Zeit dafür, da kann deine Familie doch gar nichts dagegen haben, wenn du das tust was dich schnellstmöglich wieder fit macht. Vielleicht ist es dein eigener Anspruch, dich nichr hinlegen zu wollen, wenn nicht für die Arbeit dann doch wenigstens für die Familie dasein zu wollen. Wenn du nichtt zur Arbeit gehst wegen der Migräne, aber dann das Bett oder den Schrank aufbaust für deine Familie, dann kommst du doch unglaubwürdig rüber, dann muss deine Ehefrau doch denken: na so schlimm kann die Migräne ja gar nicht sein, sonst könnte er das doch gar nicht machen.
Lass es dir gut gehen trotz Migräne, das versuche ich auch gerade.
Ich hatte das mit dem Weinen bei dir schon richtig verstanden, dass du vor Schmerzen weinst, das Weinen aus Mitleid mit sich selbst ist aber auch keine Schande – im Gegeteil! Bei mir war das Weinen aus Mitleid mit mir selbst ein wichtiger Schritt, weil ich sehr hart zu mir war.
Gute Besserung und ganz herzliche Grüße
Ronja