Akutmaßnahme bei jugendlicher Migräne?

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  • Anatevka70
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    Hallo, meine Töchter sind 13 Jahre alt und haben beide Migräne von mit geerbt. Eine Tochter z. G. selten, die andere öfter.
    Wir haben bislang immer 15-20 Tropfen Iberogast (wg Übelkeit und zur besseren Aufnahme des Schmerzmittels) und dann 7,5 ml Nurofen (6-12 Jahre) gegeben. Kind schläft oder ruht rund zwei Stunden, alles gut.
    Nun ist Iberogast in die Kritik geraten. Was ist da dran? Was für Alternativen gibt es? Bin gespannt auf Eure Erfahrungen, auch was Schmerzmittel bei Jugendlichen betrifft. Schönen KS-freien Abend noch😊

    heika
    Teilnehmer
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    Liebe Anatevka,

    was wird denn bei dem Mittel Iberogast beanstandet? Kannst du mir das bitte erläutern, dann kann ich dem mal nachgehen.

    Lieber Gruß
    Heika

    Anatevka70
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6

    Hallo Heike, die letzten Tage wurde in der Presse vermehrt davon berichtet, dass das Schöllkraut die Leber schädigen kann. Nun nimmt Kind ja nicht so oft oder viel – aber ich bin doch verunsichert….

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7197

    Liebe Anatevka, liebe Heika,

    ich misch mich mal eben ein, darf ich? 😉

    Das Schöllkraut wurde in Studien als lebertoxisch entlarft. Hatte bisher nur niemand drüber nachgedacht, weil es schon immer genommen wurde und keiner neuen Prüfung unterzogen wurde. Davon würde ich meinem Kind keinen einzigen Tropfen mehr geben, auch, weil es wie erhofft, die Magendarm-Peristaltik, die bei Migräne oft lahmliegt, nicht wieder in Gang bringen kann.
    Wesentlich besser geeignet sind MCP oder Domperidon.

    Anatevka, schreib doch bitte ein bisschen mehr über die Behandlung deiner Töchter, damit wir dann gezielter darauf eingehen können.

    Gute Nacht und liebe Grüße,
    Julia

    Anatevka70
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6

    Hallo Julia, gerne doch.
    Sie nimmt (betrifft in erster Linie Eine Tochter) 15 Tropfen Iberogast in Wasser, dann 7,5 ml nurofen für 6-12 jährige. Damit und ein/zwei Stunden Ruhe gingen Migräne und Übelkeit weg und es kam nicht zum Erbrechen.
    MCP hsbe ich persönlich als nicht so gut verträglich erlebt. Domperidon nehme ich selbst bei Migräne- ja, weiss nicht, lieber wäre mir was pflanzliches (aber dann tatsächlich risikofrei).
    Eine Prophylaxe erscheint nicht sinnvoll, glücklicherweise hat sie nur alle 4-8 Wochen Migräne. Die andere Tochter vllt. 2x im Jahr.

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5456

    Liebe Julia,

    hast du wirklich gedacht, ich hätte was dagegen, dass du hier dein Wissen kund tust? 😉 😀
    Genau das ist doch der Sinn unseres Forums! 🙂 Danke für deine Info!

    LG Heika

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5456

    Liebe Anatevka,

    habt ihr Vomex schon mal ausprobiert? Das ist ein Mittel gegen die Übelkeit, ein Mittel, das frei in Apotheken verkäuflich ist und gegen Reiseübelkeit genommen wird. Der Wirstoff ist Dimenhydrinat, kannst ja ein günstiges Produkt wählen.

    Vomex hilft oft gut bei Migräneattacken, die mit starker Übelkeit einhergehen. Es wirkt rein gegen die Übelkeit, bringt allerdings nicht die Magenperistaltik in Schwung, das wäre dann bei MCP und Domperidon der Fall. Aber vielleicht ist das ja auch gar nicht nötig. Oft ist schon viel gewonnen, wenn die Übelkeit besser wird. Das Nurofen (Wirkstoff Ibuprofen) kann ja trotzdem gut wirken. Mein Triptan wirkt auch immer gut, obwohl ich nichts zusätzlich zum Anregen der Magenperistaltik nehme.

    Wegen der Dosierung würde ich mich in der Apotheke beraten lassen.

    Wie gut, dass die Attacken so selten sind. Da braucht es wirklich nur eine gute Akutmedikation.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 10 Monate, 1 Woche von  heika.
    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3945

    Liebe Anatevka,
    befreie dich bitte, bitte von dem Irrglauben, dass pflanzliche Mittel harmloser und sanfter seien als chemische.
    Kein Präparat in Pillen- oder Tropfenform ist „harmlos“, wenn es eine Wirkung erzielt.
    Selbst simple Vitaminpräparate können hochgiftig wirken und Schäden anrichten.
    Selbst wenn man die Pflanzen pur und unverfälscht aus der Natur entnimmt, sind sie teilweise giftig und schädlich.
    (Schöllkraut pur könntest du aus meinem Garten bekommen – aber mach’s lieber nicht).
    Die so oft verurteilten chemischen Substanzen sind zumindest gründlich geprüft.
    Wirkung und Nebenwirkung sind dokumentiert. Ein Arzt sollte über die Einnahme Bescheid wissen. Domperidon ist ja verschreibungspflichtig, damit die Einnahme „überwacht“ wird.

    Auch bei allen pflanzlichen Präparaten gilt: keine Wirkung ohne Nebenwirkung.

    LG
    alchemilla

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7197

    Nein, liebe Heika, das hab ich natürlich nicht gedacht. Aber zum Grundprogramm von Headbook gehört auch, dass die gegeseitige Wertschätzung nie verloren geht.

    Euch allen einen schönen sonnigen Tag,
    Julia

    Anatevka70
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6

    Hallo, ich danke Euch allen für die guten Tipps und Hinweise. Ja, ich weiß, im Garten gibt es eine Menge giftiger Dinge, pflanzlich ist nicht immer gleich harmlos. Iberogast wurde uns von einer Apothekerin wärmstens vor einige Zeit empfohlen, so kamen wir dazu.
    Ich denke, wir werden Vomax mal testen. Langfristig Domperidon, aber dafür muss ich mit Kind erstmal zum Arzt, was spontan wg Feiertag nicht möglich ist.
    Vllt frge ich bei der Apotheke unseres Vetrauens auch nochmal nach. Ich werde berichten.
    Lieben Dank an euch alle, genießt möglichst schmerzfrei das schöne Wetter. Liebe Grüße!

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7197

    Liebe Anatevka,

    das Iberogast, ich habe es auch noch im Haus, war auch ohne das Wissen um die Lebertoxizität ein bewährtes Mittel gegen Magenbeschwerden.

    Wenn du die Apotheke deines Vertrauens um Vomex bittest, wäre es schön, wenn sie dir das gleiche Medikament in der billigeren Variante als Dimenhydrat anbieten. Das gibt es sehr günstig und keineswegs schlechter als Reisetabletten in verschiedenen Stärken. Ich würde mit 50mg beginnen, du kannst aber unbesorgt bis 150mg geben. Bis zur Not 400mg pro Tag, auch bei Kindern. Macht evtl. aber sehr müde, muss man testen.
    Dimenhydrinat ist gegen Übelkeit gedacht, kann aber auch ganz gut beruhigend auf die Migräne wirken, da das Brechzentrum im Gehirn direkter Nachbar der „Migränemotors“ ist.

    Lies doch auch mal auf der Schmerzklinikseite zur kindlichen Migräne und auch die Filme über „Mütze“. Sehr hilfreich für Eltern und Kinder.

    Euch alles Liebe,
    Julia

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 474

    Hallo,

    Dimenhydrat wirkt meistens super gegen Übelkeit, macht allerdings die meisten auch müde. Manchmal ist das ja auch gerade erwünscht.

    Eine mögliche Alternative zu Iberogast ist Pascoventral (macht nicht müde), oder aber, wenn man sich de Mühe macht, man kocht gleich entsprechenden Tee.

    Liebe Grüße

    glückdererde

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 474

    Jetzt habe ich den Beginn des Threads erst richtig gelesen:

    Also Nurofen ist einfach mit 200 mg niedrig dosiertes Ibuprofen. Da kannst Du auch gleich Ibuprofen nehmen und die 400 mg Tabletten teilen. Oder Naproxen in einer gewichtsangepassten Dosis.

    Ich bin was das Schöllkraut angeht kein vollständiger Experte. Meine Informationen sind aber so, dass es die Leber angreife KANN. Man sollte daher, wenn man es dauerhaft nimmt, die Leberwerte kontrollieren.

    Auf die entsprechende Seite der Akutmedikamente der Kieler Schmerzklinik wurde hier glaube ich schon verwiesen. Man kann sich aber auch noch mal zu Schöllkraut und Nurofen die Visite Sendung von gestern in der NDR Mediathek ansehen.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7197

    Oder auch die Sendung auf ARTE, „Angst vor Schmerzen“ von gestern. War auch sehr interessant und aufschlussreich.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27484

    Liebe Anatevka,

    nun melde ich mich auch noch kurz dazu. War auf Reisen mit fast fehlendem Internet. 😉

    Du hast schon viele Infos dazu erhalten und bist jetzt eh im Bilde. Natur pur kann zuverlässig töten, das muss man sich einfach bewusst machen.

    Das Schöllkraut steht schon seit 10 Jahren in der Kritik und Bayer weigert sich, einen entsprechenden Warnhinweis einzustellen. Andere Firmen, die Produkte mit Schöllkraut anbieten, sind dieser Forderung bereits nachgekommen.

    Hier mal etwas zum Lesen: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/arzneimittel-neuer-streit-umiberogast-1.3897572
    https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/01/24/leber-warnhinweise-zu-iberogast-angeordnet

    Und hier noch die Visite-Sendung, die auf die Gefahren von Naturheilmitteln hinweist: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Rezeptfreie-Medikamente-mit-Nebenwirkungen,medikamente376.html

    Ich würde dieses Produkt, das sowieso wenig ausrichtet in der Migränetherapie, überhaupt nicht einsetzen. Die sinnvollen Alternativen zu diesem Produkt wurden Dir oben schon genannt.

    Liebe Grüße
    Bettina

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