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Die kindliche Migräne

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 4 Monaten, 3 Wochen aktiv

Diagnose, Therapie und Vorbeugung.

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12jährige Tochter schwer betroffen (3 Antworten)

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  • Profilbild Kopflos vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hallo Ihr alle da draußen,

    ich bin neu hier und noch etwas unsicher in der Benutzung. Ich selbst bin nicht von Migräne betroffen sondern meine zwölfjährige Tochter leidet seit ca. einem halben Jahr extrem stark darunter. Es ist wirklich schlimm, wir kommen noch nicht so recht klar damit. Oft bin ich mit erforderlichen Entscheidungen total überfordert.

    Sie befindet sich in Behandlung bei einem Schmerztherapeuten,bis jetzt allerdings erfolglos.

    Nach der letzten Attacke, selbst starke Schmerzmittel bringen erst nach Tagen Linderung, hat der Kinderarzt Antidepressiva verschrieben. Eigentlich ohne
    mit mir darüber zu sprechen, (was ich natürlich noch einfordern werde und solange gebe ich Ihr das auch nicht).

    So wie das letzte halbe Jahr kann es nicht weitergehen, (Krankenhausaufenthalte, starke Schmerzmittel als Infusionen, Triptan-Nasenspray, aber vielleicht zu spät eingesetzt…), sie ist so ein fröhliches Kind und ich habe große Angst, dass sie sich durch die Antidepressiva verändert.

    Gibt es hier Erfahrungen damit, oder vielleicht auch eine ”Mutter”.

    Kann ich hier auch dem Professor Goebel direkt Fragen stellen?

    Liebe Grüße an alle, Kopflos

  • Profilbild Monika vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Hallo “Kopflos”,

    einen ähnlichen Beitrag wie du hatte ich vor einem dreiviertel Jahr im alten Forum verfasst ;) .

    Mein damals noch 11jähriger Sohn litt unter chronischer Migräne, bis das heraus gefunden wurde, dauerte es eine ganze Weile. Auch sprachen bei ihm Schmerzmittel fast nie an, erst, als er Domperidon vor dem Schmerzmittel einnahm (hilft bei der Resorption, da der Magen bei einer Attacke meistens die Arbeit einstellt) halfen sie manchmal.

    Letzter Ausweg bei uns war eine wirksame Prophylaxe. Ferner haben wir großes Augenmerk darauf gelegt, die Migränetrigger möglichst auszuschließen.

    Dazu gehört ein ganz regelmäßiger Tagesablauf, kohlenhydratreiches Essen, limitierte Zeiten vor dem Fernseher u. Computer (bitte Flachbildschirme benutzen!), Austausch von den Sparlampen in normale Glühbirnen, Vermeidung von Stress u. körperlicher Überbelastung etc..

    Die wirksame Prophylaxe und die Verhaltensmaßregeln haben dazu geführt, dass die Migräneattacken momentan nur noch sehr selten sind. Mein Sohn kann wieder ein “ganz normales Leben” führen, nachdem er monatelang im abgedunkelten Zimmer liegen musste.

    Die Prophylaxefindung ist gerade bei Kindern ziemlich schwierig, da nur wenige Mittel für sie zur Verfügung stehen. Antidepressiva sind in der Migräneprophylaxe ein gängiges Medikament, das sollte dich erst einmal nicht ängstigen. Auch mein Sohn hatte sich durch seine Prophylaxe (kein Antidepressiva) verändert. Er ist “langsamer” geworden und hat innerhalb kürzester Zeit ganz viel an Gewicht zugenommen, aber er hat endlich wieder am Leben teilnehmen können. Was sind da schon ein paar Kilos (die er momentan, nach Absetzung der Prophylaxe, regelrecht wieder “abwirft” – in 2 Wochen 4 1/2 Kilo weniger)? Ob die Prophylaxe deiner Tochter tatsächlich das beste Mittel der Wahl ist, kann ich allerdings nicht einschätzen.

    Bist du denn mit eurem Schmerzspezialisten zufrieden? Wieso hat er denn nicht die Prophylaxe angeordnet, sondern der Kinderarzt? (das ist mir nicht so ganz klar)

    Ich bin mir ganz sicher, dass auch für deine Tochter ein Weg gefunden wird, ihre Migräne in den Griff zu bekommen.

    Liebe Grüße

    Monika

  • Profilbild Bettina Frank – Moderator vor 1 Jahr, 6 Monaten:

    Liebe Kopflos,

    Monika hat Dir ja schon viele gute Tipps gegeben. Meine beiden Kinder sind auch betroffen (Tochter 18, Sohn 14). Die schulische Belastung ist für die Kinder oft sehr groß. Da heißt es dann, gezielt gegenzusteuern, was Monika auch schon erwähnt hat.

    Antidepressiva sind in der Migräneprophylaxe bei Kindern eher nicht üblich, so viel ich weiß. Vorab stelle ich Dir schon mal gute Informationen von Prof. Göbels Hompage hier ein: Die kindliche Migräne und Kopfschmerz in der Schule.

    Seid Ihr denn in einer auf Migräne spezialisierten Klinik gewesen? Besonders sollte sie Erfahrung mit der kindlichen Migräne haben, die ganz anders abläuft und daher auch anders behandelt werden muss, als die Migräne im Erwachsenenalter.

    Liebe Grüße
    Bettina

    PS: Habe Deinen Titel geändert, da Deiner nicht aussagekräftig war. ;)