Liebe Bettina,
gerne komme ich Deiner Bitte nach und transferiere mein letztes Posting hierher (und überarbeite es gleich nochmals). Freue mich, dass Du einen eigenen Faden eröffnet hast.
Zur Schenkerei:
Wer sagt, dass man sich etwas schenken MUSS? Ich glaube, da kann man schon selbst Einfluss nehmen. Schenken sollte eigentlich mit dem Wunsch, jemanden Freude bereiten wollen, zu tun haben (hat es auch bei vielen, aber nicht allen).
Heute stecken dahinter aber oft Erwartungen.
Wer erwartet, dass er etwas von mir bekommt? Erwarte ich, dass ich von XY etwas bekomme und muss ich mich dann nicht auch revanchieren (dieser letzte Punkt ist leider so zentral für viele, denke ich)?
Ich glaube, dass man auf Erwartungen Einfluss nehmen kann – sogar im beruflichem Umfeld.
Man könnte es ja schon einmal im Oktober ansprechen, dass man es heuer anders machen möchte (ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen überrascht, letztendlich aber sehr positiv reagieren). Oder man macht es selbst einmal anders und die anderen ziehen nächstes Jahr mit.
Und: Wer sagt, dass man sich gegenseitig beschenken muss? Kann man nicht einmal etwas schenken, ohne beschenkt zu werden oder etwas annehmen ohne zu schenken (v.a. im Freundeskreis und der Familie!)? Ich glaube, es gibt mehr Möglichkeiten als man zunächst denkt.
In meinem Umkreis wird wenig oder gar nicht geschenkt. Wir wissen, dass wir uns mögen. Es bedarf keiner Geschenke, um das zu zeigen. Wenn wir uns beschenken, dann mit Kleinigkeiten. Und oft schenkt der eine und der andere nicht und im Jahr darauf ist es anders. Das ist völlig in Ordnung.
Da Zeit so wertvoll ist, schenken eine Freundin und ich uns regelmäßig ein Essen. Ein Jahr lädt sie mich ein, im anderen Jahr lade ich sie ein.
Kindern in meinem Umfeld schenke ich oft auch Unternehmungen – eben Zeit. Die wissen das auch sehr zu schätzen. Ich bin fassungslos, was sich in vielen Kinderzimmern abspielt. Solche Berge an Sachen!
Die Adventsfeiern, die ihr angesprochen habt:
Letztendlich muss niemand zu einer Adventsfeier. Das ist doch immer noch Eure Entscheidung.
In meiner Familie verlegen wir den “Familienadvent” extra immer auf das Datum rund um den 6.1. – damit sich das alles entzerrt. Und inzwischen finden das alle gut. Muss nur einmal jemand auf die Idee kommen.
Ich finde es absurd, was immer alles noch vor Weihnachten oder noch heuer sein muss. Als ob das Leben nach dem 24.12. oder nach dem 31.12. nicht weiterginge. Selbst Freunde möchten mich vor diesem Datum noch sehen? Wozu? Nur, weil es die letzten Monate nicht geklappt hat mit einem Treffen? Man kann sich auch danach sehen. Das ist typisch selbst gemachter Stress!
Und die Weihnachtspost:
Furchtbar finde ich lieblos “abgehandelte” Weihnachtspost, Weihnachtspost mit Vordrucken, auf die dann nur mehr die Unterschrift dazu kommt, Weihnachtsgrüße von Firmen, die mit Werbung verbunden sind ….
Wie auch immer. Ich denke, es gibt mehr Möglichkeiten, gegen den Strom zu schwimmen als man zunächst denkt. Man muss nur querdenken
Lieben Gruß, Regenbogen – nicht mittendrinnen