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Lebensfreude trotz Schmerzen

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 1 Woche, 1 Tag aktiv

Erfahrungsberichte und Gedanken zu einem trotz Migräne und sonstiger Schmerzen glücklichem Leben.

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Wie mit Schmerzen Urlaub machen (13 Antworten)

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  • Profilbild langeselend vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Hallo,
    aus aktuellem Anlass habe ich eine Frage an euch. Vorher aber ein wenig Information zu meinem Hintergrund:
    ich habe ohne vorherige Ankündigung Schmerzattacken die mit nur kurzen Unterbrechungen auch schon mal ein paar Wochen dauern können. Dann geht es mir wieder ein paar Wochen besser. Letztlich weiß ich nie wie es mir in den nächsten 10 min gehen wird.
    Ich habe schon einmal auf Mallorca fest gesessen und weil es mir so schlecht ging ergebnislos versucht einen früheren Rückflug zu bekommen. Seitdem fliege ich nur noch wenn es unbedingt sein muss.

    Für den diesjährigen Urlaub hatten wir eine Reise mit dem Auto in die Alpen geplant (ca. 700 km). Ich dachte diese Reise liege im Rahmen meiner Möglichkeiten. Gestern sollte es eigentlich losgehen. Schon vorgestern habe ich dann allerdings sehr heftige Schmerzen bekommen die gestern und heute anhielten. An eine Autofahrt war gar nicht zu denken. Wir sind also zuhause geblieben und haben das Hotel abgesagt. (Ich vermute, dieses Mal wird mich meine Reiserücktrittsversicherung raus werfen.)

    Mittlerweile geht es mir wieder so gut, dass ich zumindest am Computer sitzen kann. Ich weiß nicht, wie das morgen oder übermorgen sein wird. Von daher tue ich mich mit Planungen die über den heutigen Tag (in Wahrheit, die über die nächste Stunde) hinausgehen relativ schwer.
    Meine Frau ist zwar äußerst verständnisvoll, ein erneuter abgesagter Urlaub hebt allerdings die Stimmung nicht gerade wirklich.

    So nun endlich zu meiner Frage: wie macht ihr das? Vielen von euch müsste es doch eigentlich ähnlich gehen. Fahrt ihr gar nicht erst weg oder nur ins Nachbardorf oder sind eure Schmerzen so vorhersehbar dass ihr längerfristig planen könnt?

    Ich wäre euch dankbar wenn ihr ein paar eurer diesbezüglichen Erfahrungen mit mir teilen wird, so dass sich eventuell etwas lernen kann.

    Danke

  • Profilbild muri vor 10 Monaten, 1 Woche:

    hallo langeselend,

    was genau für schmerzen hast du? ist es migräne? nimmst du dagegen mittel, z.b. triptane?
    erzähl uns was mehr über den schmerz, dann bekommst du auch den ein oder anderen tipp.

    und herzlich willkommen hier!

    liebe grüße
    andrea

  • Profilbild langeselend vor 10 Monaten, 1 Woche:

    “was genau für schmerzen hast du?”

    Ach, ohje.
    Ich habe Spannungskopfschmerzen, Migräne ohne Aura, und einen sehr heftigen sekundären Kopfschmerz nach einem Riss in der Halsschlagader.
    Dazu habe ich noch eine andere sehr seltene Krankheit, die sich symptomatisch hauptsächlich durch überaus heftige tagelange Bauchschmerzattacken äussert (das alles mag ich ja selber kaum lesen).

    “und herzlich willkommen hier!”

    Danke

  • Profilbild nina vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Welche Schmerzen sind denn die, die Dich am Reisen hindern? Ich habe “nur” Migräne, die aber so oft, dass sie auch nicht im Urlaub verschwunden ist. Ich habe ein wirksames Akutmedikament (Sumatriptan), das in der Regel wenigstens soweit hilft, dass ich trotz Migräne nicht im Bett liegen muss. Natürlich kommt es vor, dass es auch mal nicht so gut wirkt, das aber sowohl im Urlaub wie auch zu Hause.
    Deine Schmerzproblematik scheint komplexer zu sein und offenbar hast Du keine wirksamen Akutmedikamente, oder verstehe ich Dich falsch? Ich versuche weitestgehend, mich von der Migräne nicht allzu sehr von meinen Wünschen/Plänen abbringen zu lassen. Gar nicht mehr zu reisen, wäre für mich auch keine Lösung. Wobei ich natürlich nachvollziehen kann, dass man sich vorher Sorgen macht, gerade in einer schlechten Schmerzphase. Deshalb denke ich, dass wirksame Akutmedikamente das A und O sind, um möglichst normal planen zu können. Bist Du bei einem Schmerztherapeuten in Behandlung?
    Liebe Grüße
    Nina

  • Profilbild Sonne vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Lass Dich von der Migräne nicht runterziehen. Ich reise trotz Migräne. Dieses Jahr sogar mit 3 Flügen an drei verschiedene Ziele. Im Handgepäck sind bei mir IMMER die Triptane und Naproxen dabei. Interessanterweise hab ich beim Fliegen selten Probleme. Höchstens der Stress am Flughafen kann bei mir ein Trigger sein. Sobald ich dann in den Lüften bin, geht die Migi (ohne Triptane) zurück. Es muss wohl am Druckausgleich liegen. Auch lass ich mir die Ferien nicht verderben und nehm bei Migräne Triptane. Da ich keine grossen Nebenerscheinungen des Medis habe, funktioniert das ganz gut.
    Du solltest auch lernen, loszulassen und Dich nicht auf die Reise zu konzentrieren, das erzeugt Verkrampfungen und fördert die Migräne. Wie Nina erwähnt, sind die Triptane ein Akutmedikament. Triptane aber nur einnehmen, wenn eine Migi im Anzug ist, denn zur “Vorbeugung” bringen die Triptane gar nichts. Ich würde Dir emfehlen, täglich Magnesium aufzunehmen. Hier im Forum findest Du genug gute Tipps.
    Ich hoffe für Dich und die Familie, dass Ihr trotzdem noch in die Ferien fahren könnt. Sei zuversichtlich :-)

    Alles Gute

  • Profilbild langeselend vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Leider darf ich keine Triptane nehmen. Naproxen wirkt nur sehr bedingt, auch andere Schmerzmittel die ich ausprobiert habe wirken nur ein wenig lindernd, aber nicht wirklich so, dass reisen möglich würde.
    Ich fühle mich von daher dem Schmerz wie er nun kommt (oder halt eben auch nicht) relativ ausgeliefert.

    Im normalen Arbeitsalltag geht das, weil ich da zur Not, das heisst wenn gar nicht mehr geht, einfach nach Hause gehe. Im Urlaub lasse ich ja gerade das zurück.

  • Profilbild Josefine vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Hallo langeselend,
    ich kann dich gut verstehen. Mir geht es ähnlich. Mir ist einfach die Lust zu reisen vergangen!
    Meine letzten Flugreisen (vor 10 Jahren…) waren wegen der Migräne so fürchterlich, und das hat mich total abgeschreckt. Bei Bahnreisen ist es nicht anders, und mit dem Auto kann ich überhaupt keine längeren Strecken mehr fahren. Meine Migräne verläuft so verschiedenartig und ist nicht einzuschätzen. Auch ist kein 100%iger Verlass auf die Triptane o.ä. Deshalb bin ich in bestimmten Situationen (z.B. Reise) auch hilflos.
    (Ich bringe es viel eher fertig, mit Schmerzen zur Arbeit gehen, als mit Schmerzen etwas Schönes (z.B. Urlaub) zu unternehmen. Denn etwas Schönes möchte ich aus vollem Herzen genießen können, was ich mit Schmerzen natürlich nicht kann.)
    Dieses Jahr möchte ich mich aber überwinden und ganz mutig sein und einen Erholungsurlaub machen!! Ich werde mit dem Zug fahren. Geht es mir gerade gut, denke ich: Ich werde die Bahnfahrt schon schaffen. Geht es mir gerade schlecht, ist die Angst sehr groß! Trotzdem möchte ich es wagen…
    LG, Josefine

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Liebes Langeselend,

    ich lasse mich nicht durch die Migräne vom Reisen aufhalten. Ich versuche alles im Leben so zu planen, als wäre ich gesund. Und meine Migräne ist genau so unberechenbar, wie die der anderen.

    Um Dich sicher fühlen zu können, brauchst Du eine gute Attackenmedikation, wie vorher schon erwähnt und eine gute Prophylaxe. Das solltest Du nach dem Urlaub mal so richtig angehen.

    Was hilft Dir denn im Akutfall überhaupt? Was hast Du schon erfolglos versucht? Wenn Du keine Triptane einnehmen darfst, was verständlich ist nach Deinem Unfall, wäre Novalgin möglich, oder vielleicht auch Dihydroergotamin, das bei weitem nicht so viele Nebenwirkungen hat, wie das “echte” Ergotamin, da es eine Ableitung ist.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Sternglitzer vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Liebes Langeselend,

    ich habe Dir ja schon eine PN geschickt, aber meinen Senf vielleicht auch hier nochmal:

    Ich selbst bin Reisejournalistin und damit also häufig mit dieser Problematik
    konfrontiert. Ich habe auch schon eine Reise abgebrochen bzw. einige Reisen kurzfristig absagen müssen, weil es mir nicht gut ging. Das ist Mist, aber kein Weltuntergang. Ich versuche, die Gedanken daran zu ”entkatastrophisieren”.
    Zudem mache ich ab und zu vor größeren, längeren Reisen bewußt eine Triptanpause (die bei mir aus EINER Attacke besteht, die ich ohne TRIPTAN durchstehe, aber mit anderem Schmerzmittel) , damit die Akutmedikation während der Reise auch bombensicher funktioniert.

    Wäre es für Dich/Euch nicht eine Option, ein Ferienhaus zu mieten? Selbst wenn es Dir dann schlecht geht, was natürlich mies wäre, hättest Du einen Rückzugsraum für Dich. Und die anderen hätten ihre Ferien. Eine andere Option, die zwar nicht DIR, aber Deinem ”Gewissen” und Deiner Familie helfen könnte, wäre vielleicht, dass die Familie mal ohne Dich reist? Dann müssen Deine Lieben nicht auf die Ferien verzichten und DU hast nicht den Druck, funktionieren zu müssen. Ist zwar keine tolle Variante aber besser, als dass ALLE zuhause bleiben müssen. In diesem Falle wäre geteiltes Leid doppeltes Leid.

    Nächstes Jahr kommt ja aller Voraussicht nach Telcagepant auf den Markt. Hoffentlich kannst Du davon profitieren, dann könnten diese Reiseängste für Dich endlich zur Vergangenheit gehören.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du einen guten Weg findest. Wenn Du einen guten Schmerztherapeuten findest, kann der Dich vielleicht auch besser mit
    Aktumedikation versorgen.

    Ich habe gerade übrigens bei einer Einladung zu einer Gruppenpressereise nach Vietnam zugesagt. Ein traumhaftes Programm. Und trotzdem fühlte ich mich kurz vor der Zusage wie auf dem 10-Meter-Sprungturm im Schwimmbad.
    Natürlich schießen mir solche Gedanken durch den Kopf wie: “Oi, oi, oi – wenn das mal gut geht…” Aber ich kann und will nicht mein komplettes Leben der Migräne unterordnen. Und selbst WENN mal ein Triptan versagen und ich zwei Tage flach liegen würde: Das wäre zwar Mist im Quadrat – aber nicht der Weltuntergang und man würde auch für diese Situation eine Lösung finden…

    Nur Mut und liebe Grüße
    Heike

  • Profilbild sternchen vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Hallo Heike,
    eigentlich betrifft es mich nicht so sehr aber ich kann gut verstehen, wie einen die Migräne außer Gefecht setzen kann. Ganz ehrlich, ich würde auch nicht gern allein zu Hause bleiben, wenn meine Familie in Urlaub fährt. Aber es ist schon richtig wie Du schreibst, wenn alle zu Hause bleiben ist geteiltes Leid, doppeltes Leid.
    Ich fand Deine Beitrag super, und er zeigt, wiewiel Möglichkeiten (vielleicht nicht alle) aber doch viele haben.
    Ganz lieber Gruß
    Sternchen

  • Profilbild Schnucki vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Hallo Langeselend,

    ich denke auch, dass bei Dir einfach nach einer richtigen Attackenmedikation gesucht werden muss. Hier nehmen z.B. die meisten Triptane, ich komme mit Novalgin und auch Indometacin hervorragend zurecht. Wäre ein Versuch bei Dir wert, Indometacin 50 mg allerdings als Zäpfchen, wirkt besser.

    Ich war auch ne Zeit hilflos, bevor ich diese Medikation bekommen habe. Nichts half mehr, ich hatte richtige Angst, wieder Schmerzen zu bekommen und verkrampft. Seitdem ich o.g. Medikamente nehme – und zwar frühzeitig – kann ich alles machen, was ich will. Weil ich weiß, wenn Schmerzen kommen, dass ich sie eben im Griff habe – und zwar bei einer heftigen Attacke auch binnen einer Stunde.

    Bevor Du eben diese Sicherheit nicht hast, verstehe ich Deine Angst. Je mehr Angst, desto mehr Angespanntheit. Wenn Dir der Gedanke nicht behagt, dann lass es. Suche einen Schmerzarzt auf und probiere alles mögliche durch.

    Übrigens: Naxopren hilft mir gar nicht, genauso wenig wie ASS, Ibu, Paracetamol etc. No way.

    LG

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 10 Monaten, 1 Woche:

    Liebe Heike,

    ich mach das ganz genau so wie Du und würde nie die Angst über mein Leben bestimmen lassen. In diesem Frühjahr ging es mir wirklich nicht gut und ich habe trotzdem eine Fernreise mit 10-Stunden-Flug gewagt. Alles ging bestens und die Hin- und Rückreise verliefen völlig ohne Schmerzen. Ich hatte aber in meiner Handtasche alles zum Noteinsatz dabei – bin ja Realistin. ;)

    Zusätzlich bin ich mehrmals im Monat unterwegs. Manchmal nur eine Übernachtung, gelegentlich auch mehr. Ich liebe es zu reisen und ich werde mir das nicht nehmen lassen. Auch wenn ich schon Urlaube hatte, in denen ich versuchte, einen früheren Rückflug zu organisieren, so überwiegen die schönen Erlebnisse doch bei weitem!

    Du brauchst eine gut wirkende Attackenmedikation und damit kannst Du Deine Angst über Bord werfen. :)

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild langeselend vor 10 Monaten, 1 Woche:

    So, erst einmal vielen Dank für die vielen Antworten!
    Vieles davon habe ich schon ausprobiert. Das mit dem Ferienhaus gefällt mir am besten. Es ist halt teilweise schwierig eines zu bekommen. Dieses Jahr waren wir zu spät.
    Meine Familie ist auch schon alleine verreist.Ich unterstütze das, weil es mir den Druck nimmt – zuhause bleiben ist allerdings schon auch etwas traurig obwohl ich dann, wenn ich mal keine Schmerzen habe wunderbar Motorrad fahren kann.

    Ich denke das wichtigste für mich wird die Suche nach einer wirksamen Attackenmedikation sein.
    Tramal und Tilidin sind nicht so optimal, weil ich Doxepin nehme.
    Triptan geht nicht, Novalgin hilft nicht wirklich, Paracetamol auch nur weil ich so viel davon nehmen muss und dann glaube, dass doch bei so vielen Tabletten irgend etwas besser werden muss.
    Mit Naproxen habe ich noch nicht so viel Erfahrungen, bislang war die Wirkung bescheiden. Indomethacin habe ich 9 Monate jeden Tag hochdosiert als Prophylaxe genommen (und dabei eine Art Hassliebe entwickelt), wie es als Attackenmedikament wirkt habe ich noch nicht ausprobiert.