Liebes Langeselend,
ich habe Dir ja schon eine PN geschickt, aber meinen Senf vielleicht auch hier nochmal:
Ich selbst bin Reisejournalistin und damit also häufig mit dieser Problematik
konfrontiert. Ich habe auch schon eine Reise abgebrochen bzw. einige Reisen kurzfristig absagen müssen, weil es mir nicht gut ging. Das ist Mist, aber kein Weltuntergang. Ich versuche, die Gedanken daran zu ”entkatastrophisieren”.
Zudem mache ich ab und zu vor größeren, längeren Reisen bewußt eine Triptanpause (die bei mir aus EINER Attacke besteht, die ich ohne TRIPTAN durchstehe, aber mit anderem Schmerzmittel) , damit die Akutmedikation während der Reise auch bombensicher funktioniert.
Wäre es für Dich/Euch nicht eine Option, ein Ferienhaus zu mieten? Selbst wenn es Dir dann schlecht geht, was natürlich mies wäre, hättest Du einen Rückzugsraum für Dich. Und die anderen hätten ihre Ferien. Eine andere Option, die zwar nicht DIR, aber Deinem ”Gewissen” und Deiner Familie helfen könnte, wäre vielleicht, dass die Familie mal ohne Dich reist? Dann müssen Deine Lieben nicht auf die Ferien verzichten und DU hast nicht den Druck, funktionieren zu müssen. Ist zwar keine tolle Variante aber besser, als dass ALLE zuhause bleiben müssen. In diesem Falle wäre geteiltes Leid doppeltes Leid.
Nächstes Jahr kommt ja aller Voraussicht nach Telcagepant auf den Markt. Hoffentlich kannst Du davon profitieren, dann könnten diese Reiseängste für Dich endlich zur Vergangenheit gehören.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du einen guten Weg findest. Wenn Du einen guten Schmerztherapeuten findest, kann der Dich vielleicht auch besser mit
Aktumedikation versorgen.
Ich habe gerade übrigens bei einer Einladung zu einer Gruppenpressereise nach Vietnam zugesagt. Ein traumhaftes Programm. Und trotzdem fühlte ich mich kurz vor der Zusage wie auf dem 10-Meter-Sprungturm im Schwimmbad.
Natürlich schießen mir solche Gedanken durch den Kopf wie: “Oi, oi, oi – wenn das mal gut geht…” Aber ich kann und will nicht mein komplettes Leben der Migräne unterordnen. Und selbst WENN mal ein Triptan versagen und ich zwei Tage flach liegen würde: Das wäre zwar Mist im Quadrat – aber nicht der Weltuntergang und man würde auch für diese Situation eine Lösung finden…
Nur Mut und liebe Grüße
Heike