Tiefgründiges

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  • Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 27721

    Wie wahr, liebe Josefine. 😉 Was hat Dich dazu bewogen, das heute einzustellen? Wobei warst Du am Holzweg? Bekenne! 🙂

    Josefine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1809

    Es gibt nix zu bekennen, du freche Bettina! mx10.gif
    Ich habe nur nach meiner Rückkehr aus den Ferien die Kalendersprüche der letzten Woche nachgelesen und fand den von Tucholsky am besten – einfach so! 😉

    Bei dem folgenden Spruch musste ich automatisch an Süßigkeiten denken:

    „Wenn wir der Versuchung widerstehen,
    dann gewöhnlich deshalb, weil die Versuchung schwach ist,
    nicht weil wir stark sind.“

    (Francois de La Rochefoucould)

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2017

    Liebe Josefine,
    mein erster Gedanke ging bei diesem Spruch direkt an den Film Chocolat 😉

    Vielleicht sollte ich mal sehen, was meine Tasse heiße Schokolade dazu sagt 😀 Vielen Dank für die beiden Sprüche!

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5570

    Tja, aus eigener aktueller Situation (ich meide seit Monaten Industriezucker) kann ich dazu folgendes bemerken:

    „Am Anfang war die Versuchung (nach Süßem) sehr stark, aber mein Wille noch stärker. Dann wurde die Versuchung immer schwächer, weil sich mein Körper daran gewöhnt hatte, so dass mein Wille auch schwächer werden konnte. Inzwischen bin ich in einem Stadium, in dem ich das Süße überhaupt nicht mehr vermisse, also brauche ich auch keinen Willen mehr 😉 . Echt praktisch!“ 🙂

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Endlich wieder mal was Tiefgründiges! 😉 😀
    Super Spruch! 🙂 Der von Tucholsky!

    Zu den Versuchungen zitiert mein Mann gerne folgenden Spruch aus einem Film:
    Ich kann allem widerstehen, nur nicht der Versuchung! 😉

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2017

    Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Philosophieren über Versuchungen für mich so überzeugend war 😉 Zumindest habe ich jetzt diesen schönen Frühlingstag mit herrlich leckerem Käse vom Markt und einem Gläschen Wein abgeschlossen 😀

    Passend dazu zitiere ich einmal Oscar Wilde:
    „Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!“

    Euch allen einen schönen Abend!

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Ja ja, die Versuchung … hatte es heute bei mir nicht schwer. Ich habe mich dem selbstgemachten Kuchen ohne Widerstand ergeben. 🙂

    Josefine
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 1809

    Ich bewundere deinen starken Willen, liebe Heika! 🙂

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5570

    Ich auch 😉 , liebe Josefine, ich auch! 😀

    Wobei ich den ja nur zu Anfang brauchte. Es ist erstaunlich, wie ein Mensch sich tatsächlich an ein anderes Essverhalten gewöhnen kann. Und wer mich kennt, weiß, welche Mengen Eis, Kuchen und Schokolade ich in meinem Magen in kurzer Zeit unterbringen konnte.

    Doch ich denke, ich habe den Bereich „Tiefgründiges“ schon genügend strapaziert, deshalb erspare ich allen hier weitere Ausführungen. 😉

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7350

    Oh ja, liebe Heika, ich kenn dich 😉 😉 😀 .
    Kaum vorstellbar bei dir diese Wandlung !

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2017

    Mir wurde am Wochenende auf der Marathonmesse eine Postkarte gereicht mit einem Spruch, der mich seitdem in all seinen Facetten zum Nachdenken gebracht hat:

    „Schmerz ist unvermeidlich. Leiden ist eine Option“
    Haruki Murakami

    Und als ich danach gesucht habe, von dem dieses Zitat stammt, bin ich über ein weiteres gestolpert, diesmal von Vincent van Gogh:

    „Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr“

    Ulrike
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3392

    Sehr schön! 🙂 Beide Sprüche!

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3959

    Au ha,
    den ersten Spruch finde ich hammerhart.
    Ich weiß nicht, wie ich es fertig bringen sollte, so eine echte Migräneattacke zu haben und NICHT darunter zu leiden. Ich meine, solange das Triptan nicht wirkt.
    Es gibt so viele Denkarten in dieser Richtung und so, so oft denke ich dann im Stillen: Na, du hast noch keine echte Migräneattacke ausgehalten. . .

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Der Haruki soll mal Harakiri machen und dann schauen wir, wie weit es mit seinem Leiden steht. 😉 😀

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2017

    Interessante Ansichten 🙂 An Migräne habe ich bei diesem Spruch ehrlich gesagt lange Zeit gar nicht gedacht.

    Das Zitat stammt aus einem Laufbuch und ich möchte irgendwann gerne das gesamte Buch lesen, um den Zusammenhang zu kennen. Mein erster Gedanke, als ich das Zitat gelesen hatte, ging dahin, dass ich einst zu stur war, um mit schmerzendem Fuß mein Lauftraining zu unterbrechen und daraufhin gezwungenermaßen pausieren musste, weil ich nicht auf mich geachtet hatte.

    Da weiß ich im Nachhinein, war das Leiden, das auf den nicht beachteten Schmerz folgte, wahrlich vermeidbar 😀

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3959

    Ja, ich denke, man kann solchen Gedanken nachgehen und sinnieren.
    Vielleicht beginnt das Leiden an dem Punkt, wo man es nicht WILL, dass Schmerzen „unvermeidlich“ sind und mit seinem Schicksal hadert.
    DAS ist vielleicht das Leiden.
    Wie gesagt, ich habe mit viele Gedanken darüber gemacht. Es ist ja die Frage nach der Akzeptanz, z.B. auch von Migräne.

    Aber wenn die Attacke hämmert, dann WILL ich sie definitiv nicht und ich leide vehement.

    Ist es das „Laufbuch“ von ihm: Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede ?
    Ich habe es gelesen, aber es gibt nicht sonderlich brauchbare Lauftipps. Es sind eher seine Erlebnisse bei diversen Läufen und das war dann irgendwann nicht mehr so sehr interessant.

    Kennst du das Laufbuch von Benita Cantieni? Das finde ich sehr aufschlussreich.

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2017

    Das hast du wirklich toll in Worte gefasst!

    Immer wieder dieser schmale Grat zwischen Kampf, Aufgabe und Akzeptanz…

    Ja, dieses Buch meine ich. Da die Rezensionen recht durchmischt sind, werde ich es mir nicht kaufen, aber bei Gelegenheit ausleihen und lesen – ich bin nicht auf der Suche nach Lauftipps, sondern eher nach Geschichten und Erlebnissen, die mit dem Laufen einhergehen.
    Benita Cantieni kenne ich nicht, werde es mir aber merken. Danke für den Tipp.

    Liebe Grüße, Tanni

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Oje, liebe Dragonfly, es tut mir leid, Deine empfindsame Seele anscheinend so sehr getroffen zu haben. Wir schäkern halt auch mal gerne in Headbook und die meisten hier haben sehr viel Humor. 🙂 Es war außerdem nur ein harmloses Wortspiel. 😉

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3959

    Was er vor allem sagt, ist, dass man wählen kann, ob man leidet oder nicht. So verstehe ich den Ausdruck „Option“.
    Und diese Einstellung finde ich sehr schwierig, um es gelinde auszudrücken.

    Als trostbringendsten Autor erlebe ich ihn deswegen nicht.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Nun, liebe Dragnofly, Dir scheint entgangen zu sein, dass wir eine Kopfschmerz-Community sind. 😉 Und hier gibt es tatsächlich Menschen, die täglich viel Lebenszeit investieren und das über viele Jahre hinweg, um anderen zu helfen.

    Hier geht es nicht vorrangig darum, sich im Literatur-Forum zu profilieren, wie Du das anscheinend zu brauchen scheinst. Hilfreich einbringen wolltest Du Dich ja damals nicht, sondern nur Deinen Verlauf schildern. Ohne Wertung, richtig. 🙂

    Ich würde vorschlagen, Du machst jetzt mal was Sinnvolles hier. Nämlich Beratung anbieten, oder Tipps geben, die anderen weiterhelfen könnten. Dafür nämlich ist die Community da. Aber mich hier „unsensibel“ anzugehen, ist weder hilfreich, noch sinnvoll. Zudem hältst Du mich von der Arbeit ab, da ich Unfreundlichkeiten nicht gerne unkommentiert stehen lasse. Ich hoffe, wir haben uns jetzt verstanden! Ein für allemal!

    Evken
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 484

    Liebe Dragonfly,
    Das ist kein respektvoller Weg hier Menschen anzugreifen.
    Bettina geht hier immer sehr achtsam mit Menschen um und leistet großartige Hilfe (wie viele andere hier).
    Wenn du ein Forum brauchst zum Streiten dann findest du viele andere im Internet

    glückdererde
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 478

    Liebe Literaturleser,

    das Netz ist ein gefährliches kommunikatives Pflaster. Man postet in der der Öffentchkeit (auch wenn man es anonym tut) und man fühlt sich schnell bloß gestellt, beleidigt oder nicht ernst genommen. In der direkten Kommunikation haben wir Hunderte von Möglichkeiten der Relativierung von Aussagen, der Abschwächung oder Verstärkung. Eine liebevolle Berührung des Anderen bei einer Äußerung kann Wunder wirken und Verletzungen in liebevolle Sorge verwandeln. Ich bin manchmal schon tief gekränkt wenn ich keine Antwort bekomme.
    Dann merke ich: Ob man eine Antwort bekommt kann man manchmal nicht beeinflussen. Wie sehr es mich kränkt aber schon.

    All das fehlt im Netz und die Emoticons sind nur ein müder Ersatz.

    Murakamis Äußerung hat im Buddhismus und der Achtsamkeit eine lange Tradition und ist nur eine schöne Zusammenfassung derselben.

    Wenn wir Schmerzen haben meldet sich sofort unser Alarmsystem und sagt: die werden stärker werden, die werden nie aufhören, und wenn ich doch einen Tumor/Schlaganfall habe, wenn ich heute nicht zur Arbeit gehe werde ich entlassen etc.
    Wir alle kennen das.

    Der Schmerz ist vielleicht unausweichlich (auf das ganze Leben bezogen ganz sicherlich). Wir verstärken den Schmerz aber durch unsere Projektionen und Phantasien und Bedeutungszuschreibungen erheblich. Oscar Wilde war es, glaube ich, der schrieb, er hebe hundertfach die größten Tragödien des Lebens erlitten. Einige davon seien sogar real eingetreten.

    Insofern ist der Schmerz tatsächlich grundsätzlich unausweichlich, aber die Bedeutung die wir ihm geben ist zumindest modulierbar – wenn wir uns heftig bemühen eventuell auch für Normalsterbliche.
    Von daher ist die Tiefe des Leids möglicherweise wirklich eine Option.

    Ich heisse ja auch nicht mehr
    langeselend sondern glückdererde

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3959

    Lieber Kumpel Glückdererde,
    du weißt, ich übe und studiere auch lange und intensiv diese Einstellung und die Übungen, die man dazu ersonnen hat.
    Grundsätzlich sehe ich sehr sehr viele Situationen, in denen ich MICH und MEIN Denken als Ursache für mein Leiden erkenne.
    Da sind auf der einen Seite die realen Ereignisse und da sind auf der anderen Seite MEINE Vorstellungen davon, dass sie nicht so sein sollten und dass es anders sein müsste usw.
    Angefangen bei dem Zusammenleben mit meinen Mitmenschen, von denen ich oft denken möchte, dass sie anders sein sollen
    und weiter über alle möglichen Ereignisse, dass die Benzinpreise nicht so sein sollen und dass das Essen anders schmecken sol und dass das Wetter anders sein soll.

    Bei Migräneschmerzen empfinde ich die Wahlmöglichkeit nicht. Die sind, wenn ich sie unbehandelt lasse, so derart heftig, dass mein ganzer Körper zunehmend verkrampft. Und da ist mir jede Gelassenheit einfach unmöglich. Da empfinde ich das Leiden ganz unmittelbar.
    Ich habe nicht das Gefühl, ihm Bedeutung zu geben. Er scheint einfach dominant da zu sein.

    Ich weiß nicht, ob man dazu kommen kann durch ein imenses Übungespensum, auch dabei gelassenes Hinnehmen praktizieren zu können und damit WENIGER zu leiden. Mir ist das unvorstellbar.

    Vielleicht werde ich eines Tages erleuchtet sein und über diesen Text lächeln. Dann schreibe ich dir auf jeden Fall 😉

    Vielen Dank für deine Überlegungen!
    Liebe Grüße
    alchemilla

    Mirjam
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 126

    Hallo zusammen,

    Ich finde eure Beiträge zu dem Spruch sehr interessant und muss jetzt mal meinen Senf dazugeben 😉

    Ich finde ( für mich persönlich ) es gibt physisches und psychisches Leiden. Und ich bleibe jetzt auch bei dem Beispiel einer schlimmen Migräneattacke. Denn da leidet man ja definitiv physisch. Und das ist wirklich keine „Option“ !!!!

    Früher habe ich während der Migäne auch psychisch sehr gelitten. Ich habe mich mit meinen negativen Gedanken noch weiter runtergezogen als ich es eh schon war.

    Das hat sich aber geändert. Ich kann behaupten, dass ich während einer Migräneattacke an den Schmerzen leide aber nicht mehr psychisch. Klar bin ich nicht super drauf! Aber ich denke daran, dass es wieder weg geht usw. Ich versuche es … Wie soll ich es sagen… Realistisch zu sehen?

    Versteht ihr, was ich meine? Vielleicht geht es da auch mehr um Selbstmitleid als um Leid!?

    Ok, mein Gehirn fängt an sich zu verknoten 🙂 diskutiert mal weiter, ich finde es höchst interessant!!!!

    Liebste Grüße und möglichst kein Leiden für die nächste Zeit
    Mirjam

    Evken
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 484

    Ja, so geht es mir auch!
    Ich kann mittlerweile die Seele vom Körper trennen ….wenn man das so sagen kann.
    Ich leide körperlich …..aber ich schaffe es diese Schmerzen im Jetzt zu erleiden und nicht in Katastrophengedanken zu verfallen ! (So wie früher)
    Migräne ist furchtbar, keine Frage. Aber wenn man zu den Schmerzen auch noch negativen Gedanken nachgibt setzt man noch Leid oben drauf!

    Allerdings gelingt mir das auch nicht immer. Wenn ich mehrere Tage am Stück leide dann muss ich mich sehr kontrollieren um nicht auf den negativen Gedankenzug aufzuspringen

    Liebe Grüße

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3959

    Ob Murakami und die Buddhisten allgemein DAS meinten?
    Es gibt angeblich Zen-Meister, die die Schmerzen in den Knien beim Meditieren willkommen heißen, weil sie ihnen helfen, mit den Gedanken bei der Sache zu bleiben und nicht Geschichten zu ersinnen.
    Das finde ich sehr schwer zu verstehen.

    ICH sehe es aber auch so wie ihr.
    Es gibt die Dinge, die passieren und dann gibt es die unendlichen und zermürbenden Gedankenspiralen, die oftmals mit dem Wort „Warum“ anfangen.

    Wir haben schon eine Menge gelernt im Lauf der Zeit , nicht?

    Schönen Abend!
    alchemilla

    Tanni
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2017

    Lieber Glückdererde,
    von mir ein ganz herzliches Danke für deinen Beitrag hier!

    Ich finde eure Beiträge hier wirklich wertvoll und werde sie in aller Ruhe dann durchlesen, wenn ich wieder klar im Denken bin.

    Liebe Dragonfly – deinen vorletzten Satz bezweifle ich tatsächlich. Schmerzen sind lebensnotwendig! Ohne diese würden wir nicht lange überleben, sei es, weil wir uns im schön warmen Kamin schlafen legen, weil wir eine Blinddarmentzündung nicht bemerken oder weil wir keine Verletzung mehr bemerken würden.

    Unser Problem ist, dass chronische Schmerzen ihre Warnfunktion verloren haben, dass Migräne uns zwar signalisiert, dass wir unser System überreizt haben, aber darüber hinaus keine lebenswichtige Botschaft für uns bereithält. Und DIESEN Schmerz zu akzeptieren ohne den Kampf aufzugeben oder in die zermürbende Gedankenspirale zu rutschen – das ist etwas, das wir immer wieder von neuem lernen müssen…

    Soweit meine Ansicht, jetzt gehts lieber ins Bett, weil so langsam seh ich die Tastatur nicht mehr 😉
    Liebe Grüße, Tanni

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27721

    Ich denke, Schmerz wird dann ein Problem, wenn man nicht gegensteuern kann. Wenn man ihm ausgeliefert ist, keine wirksame Medikation zur Hand hat. Angst vor dem Schmerz und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, verstärkt ihn wiederum.

    Schwierig wird es, wenn das Schuldprinzip wieder ins Spiel kommt. Nicht alles hat man in der Hand und nicht alles kann man steuern. Menschen mit schwierigem Umfeld werden Schmerzen schlechter tolerieren können, als Menschen, die aufgefangen werden und Verständnis spüren. Da kann man weder werten, noch vergleichen, denn fast nichts ist individuell unterschiedlicher und intimer, als der Umgang mit Schmerz.

    PS: Dragonfly, wirst Du es jetzt irgendwann man schaffen, Deine Sticheleien zu unterlassen? Sie stören nicht nur mich, sondern auch die anderen Teilnehmer in diesem Forum.

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3959

    „Leiden ist eine Option“ heißt, wer leidet ist selber schuld, weil derjenige die falsche Wahl getroffen hat.

    Wenn jemand seine Migräne unbehandelt durchsteht ohne sich zu wehren, in tiefer Gelassenheit, wohl wissend, dass sie zu seinem Leben gehört, seinen inneren Frieden überall und zu jeder Zeit walten lässt und die Migräne kommen und gehen lässt ohne dagegen aufzubegehren, sohne sich zu wehren, immer wieder, 6mal, 8 mal 10mal im Monat, dann verneige ich mich in allertiefstem Respekt. Von diesem Menschen werde ich viel lernen können.
    Vielleicht passiert es ja dann wirklich, dass durch so eine Haltung die Migräne weniger und leichter wird.
    Wer aber solche Sprüche kreiert und sie anderen als Spiegel vorhalten will und selbst diese oder eine ähnlich Nagelprobe NICHT besteht oder gar nicht erst entstehen lässt, den halte ich für anmaßend und hoffärtig.
    Sprüche erfinden ist leicht, interessant wird es immer ,wenn sie klein klein auf das reale Leben herunter gebrochen werden. Bis in die letzte Konsequenz.

    Ich glaube auch gar nicht, dass Murakami irgendwelchen Menschen irgendwelche Spiegel vorhalten will.
    Er erfindet seine Geschichten einfach aus sich heraus und schenkt sie der Welt und jeder kann schauen, was er mit diesem Geschenk macht.

    *

    Liebe Dragonfly.
    Bei unserem ersten Zusammentreffen hier im headbook hast diu mir geschrieben, dass du dich nicht verantwortlich siehst für die Empfindlichkeiten anderer Menschen, die durch deine Worte verletzt werden könnten.
    Und umgekehrt gilt das nicht?
    Bettina ist sehr wohl verantwortlich dafür, dass du durch ihre Worte verletzt worden bist?
    Und wird dafür heftigst attackiert, dass sie ungewollt und unwissentlich deine Empfindlichkeit getroffen hat?
    Wie passt das ?

    Liebe Grüße
    und freudvolles Grübeln, (freudvolles ! ! )

    alchemilla

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5570

    Eine interessante Diskussion. Wenn auch teilweise recht emotional.

    Ob wir die Absolutheit eines solchen Spruches für uns annehmen, DAS ist unsere Option 😉 .

    Als ich den Spruch las, dachte ich für mich: „Interessant, aber nur teilwahr, denn da hat wohl jemand noch keine Migräneattacke unbehandelt überstehen müssen.“ Und hab den Spruch aber einfach so stehen lassen.

    Eine Frage ist immer auch, wie wir der Begriff „Leiden“ definiert wird, was der Autor damit genau gemeint hat.

    Aus meiner Sicht der Dinge, trifft der Spruch zu, wenn ich mich bewusst dazu entscheide, eine Migräneattacke unbehandelt durchzustehen. Oder wenn ich einen Marathon laufe, bei dem ich irgendwann mit dem „Leidenspunkt“ rechnen muss. Oder wenn sich jemand in seinem (nicht allzu schweren) Leiden suhlt, um Aufmerksamkeit zu erregen und vermehrte Zuwendung zu erlangen, usw.

    Oder wenn man Leiden nicht als die schlimme Erfahrung des Schmerzes auf Körper und Seele definiert, sondern als das über das individuell übliche Maß hinaus vollkommen übersteigerte Sich-gefangen-nehmen-lassen von diesem belastenden Zustand.

    Wir alle beurteilen die Dinge aus unserer ganz persönlichen Perspektive, das ist ganz normal, und jeder tut das in seiner eigenen Unvollkommenheit 😉 . – Das sollte man auch anderen Menschen zugestehen.
    Wobei ich es wichtig finde, dass man für sich selber gewisse Dinge als absolut wahr definieren darf. Wenn dieser Autor Leiden als Option für sich so sieht, darf er das. Ich toleriere (ertrage) diese Sicht, akzeptiere (annehme) sie für mich persönlich aber noch lange nicht in allem.

    Und da der Spruch auf einer Marathonmesse verteilt wurde und nicht auf einem Schmerzkongress, kann ich das recht entspannt sehen.

    Wäre es übrigens nach mir gegangen, hätte ein Günter Grass niemals den Nobelpreis bekommen 😉 . Andere halten seine Werke für hohe literarische Kunst.
    Manche stehen entzückt vor seltsamen modernen Kunstwerken und zahlen horrende Preise dafür, und bei den meisten Bildern denke ich, dass meine damals 2-jährige Tochter das genauso hinbekommen hätte. 😉

    Die Welt ist bunt… 😉 🙂 😀

    Fröhliche Grüße
    Heika

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