Liebe Elvira,
dies hatte Prof. Göbel 2006 (im Archiv) auf eine ähnliche Frage geantwortet:
“Dauert die Migräne länger als drei Tage, spricht man vom status migränosus http://62.208.122.216/de/02_klassifikation/02_teil1/01.05.02_migraine.html
Sollten die Schmerzen nicht abklingen, ist der Notarzt oder eine Klinikaufnahme erforderlich.
Zur Vorbeugung muss eine verhaltensmedizinische und medikamentöse Prophylaxe aufgebaut werden. Sie benötigen zudem einen Plan zur Akutmedikation in entsprechenden Fällen.
Dauert die Kopfschmerzphase einer Migräneattacke trotz Behandlung länger als 72 Stunden, wird diese als Status migraenosus bezeichnet. Gewöhnlich tritt ein Status migraenosus erst bei einer längeren, mehrjährigen Migräneerkrankung in Verbindung mit andauerndem Medikamenten-Übergebrauch auf. Bevor der Arzt konsultiert wird, hat der Patient dann mindestens 3 Tage mit ausgeprägter Übelkeit, Erbrechen und sehr starker Kopfschmerzintensität durchlebt. Die medikamentöse Selbsthilfe, meist mit einer bunten Mischung verschiedenster Substanzen und Kombinationspräparaten, erbrachte während der Zeit keinen Erfolg.
Dies ist ein trauriges Kapitel, weil es in den meisten Fällen unnötig ist. Ich möchte Ihnen schildern, was der Arzt in einem solchen Falle tun kann, damit Sie – sollten Sie selbst einmal wieder betroffen sein – die Behandlung selbst einschätzen können:
Der Arzt kann in solchen Fällen eine stationäre Behandlung erwägen. Mit anderen Worten: Der Patient sollte in eine Klink eingewiesen werden. Dann sollte der Patient sofort
1000 mg Lysinacetylsalicylat in Kombination
mit 10 mg Metoclopramid
intravenös bekommen.
Anschließend wird eine mit Medikamenten bewirkte Ruhigstellung (Sedierung) eingeleitet. Hierzu kann
Levomepromazin 3 x 25 mg per os
oder
Diazepam 3 x 10 mg
über 2 Tage mit allmählicher Dosisreduzierung verabreicht werden.
Als weiterer Schritt kann die zusätzliche Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten die Besserung des Status migraenosus beschleunigen. Dazu kann z.B. die Anwendung von
Dexamethason (intravenös), zu Beginn 24 mg mit nachfolgenden Einzeldosen von 6 mg in sechsstündigem Abstand für 3 bis 4 Tage, erfolgen. In Einzelfällen gibt es auch andere Therapiestrategien, die jedoch hier nicht näher ausgeführt werden können.
Damit’s nicht wieder passiert: Nach Abklingen des Status migraenosus ist eine ganz besonders tiefgehende Analyse der Migräne-Geschichte und der bisherigen Behandlung erforderlich. Gewöhnlich zeigt sich dabei eine nicht optimale Migräneprophylaxe und ein falscher Gebrauch von Medikamenten. Meist ist in solchen Fällen leider auch ein stationärer Medikamentenpause und eine medikamentösen Prophylaxe der Kopfschmerzerkrankungen notwendig. Zudem muss der Patient eingehend beraten werden und im Gebrauch nichtmedikamentöser Therapieverfahren unterrichtet werden.
Freundliche Grüße
Hartmut Göbel ”
Wenn ich in der Klinik merke, dass sich keiner auskennt (ist leider meist die Regel), “verlange” ich Aspisol, Novalgin und Paspertin. Meist hilft das schon relativ gut und ich kann dann zu Hause weitermachen mit Kortison. Wenn ich Glück habe, reicht es mit einer einmaligen Infusion. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Ärzte meist sogar dankbar sind, wenn man ihnen sagen kann, was man sonst erhält und vor allem auch, was einem hilft.
Hilft denn im Moment nichts mehr, auch keine Imigran Inject?
Alles Gute und ganz schnelle Besserung wünsche ich Dir.
Liebe Grüße
Bettina