Ich weiß nicht, ob mein Thema hierher gehört, liebe Bettina. Ansonsten verschieb es einfach.
Mich würde interessieren, in welchen Abständen Ihr – eventuell in der Klinik oder aber auch zu Hause – eine Medikamentenpause macht.
Anlass meiner Frage ist:
vom 30.12.2010 bis 13.01.2011 war ich stationär in der Schmerzklinik Kiel
wegen Migräne.
Es wurde unter Kortison ein Medikamentenentzug durchgeführt und ich wurde
eingestellt auf 150mg Venlafaxin.
An die Medkamentenpause hielt ich mich insgesamt 8 Wochen. in den 8 Wochen
hatte ich an 9 Tagen Migräne. Die Abstände zwischen den Anfällen betrugen
17/8/3/1/15Tage.
Danach sieht die Anzahl der Schmerzmitteltage in meinem Schmerzkalender aus
wie folgt:
März 8 Tage
April 6 Tage
Mai 10 Tage
Daraufhin hielt ich den ersten Anfall im Juni ohne Medikamente aus.
Juni 6 Tage
Juli 7 Tage
August 4 Tage.
Mitte August hielt ich einen Anfall ohne Medikamente aus, weil ich im Urlaub
war und auf das neu verschriebene Allegro mit heftig juckendem Ausschlag
reagierte.
September 10 Tage
Oktober 10 Tage
2 weitere Migränetage im Oktober hielt ich ohne Medikamente aus.
November 6 Tage
Dezember ( bis heute) 8 Tage
An 3 Migränetagen im Dezember brauchte ich pro Tag je 2 Maxalt, um die
Migräne zum Abklingen zu bringen, der letzte Anfall war gestern und trotz 2 Maxalt hatte ich null Wirkung und den Kopf nur im Eimer….
Ich nehme im Anfall 25 MCP-Tropfen und 10 Minute später 10mg Maxalt und
500mg Naproxen.
Da ich konsequent darauf achte, die 10 Tage nicht zu überschreiten, bin ich
mir sicher, nicht im MÜK zu sein.
Wenn ich aber nicht zwischendurch(ca. alle 2 Monate) einen Anfall aushalte,
komme ich ständig auf (oder auch mal über )10 Tage.
Meine Nerven liegen jetzt schon wieder blank, wenn ich daran denke, dass der
Dezember noch 15 Tage hat und ich nur noch 2 Tablettentage haben darf.
Ich bekomme Panik bei dem Gedanken, wieder einen Anfall aushalten zu müssen.
Nach einem Anfall ohne Migränemittel bin ich 3 Tage extrem depressiv( kann heute wegen jedem Mist heulen), auch wenn ich mir sage, die guten Tage kommen wieder.
Das Venlafxin beeinflusst meine Stimmung insgesamt sehr positiv (ich bekam
vor der Behandlung in Kiel von meinem Hausarzt wegen Depressionen Sertralin
und Lamotrigin, womit ich aber sehr unter Antriebsarmut litt), die
Nebenwirkungen sind minimal, die Wirkung auf die Migräne aber auch.
Jetzt hab ich meine Lage in einer Mail an Dr. Heinze geschrieben, weil ich dachte, es wäre an der Zeit, vielleicht bei einem Sprechstundentermin mal die Lage neu zu checken und eventuell was zu verändern. Er hat auch prompt zurückgeschrieben, was ich klasse fand, aber seine Aussage fand ich etwas deprimierend.
Er schrieb: Solange Sie Triptane einnehmen, wird die Gefahr der medikamenteninduzierten
Kopfschmerzen immer vorhanden sein und auch Triptanpausen erforderlich
werden. Vorbeugende Maßnahmen zögern den Moment nur hinaus.
Was soll ich denn dann mit der 10-20-Tage-Regel, wenn es doch auf einen Entzug hinausläuft.
Bin grad total gefrustet, denn wenn ich mir das so anschau
-die Häufigkeit nimmt zu
-die Dosis nimmt zu
-bzw. das Maxalt wirkt gar nicht mehr
dann heißt das wohl trotz aller Konsequenz…….MÜK???
Dann müsste ich nach gerade mal 1 Jahr wieder nach Kiel (es ist klasse dort, keine Frage!), aber ich hoffte, es würde bei Einhalten der Regeln länger halten.
Wie ist das bei Euch, wart Ihr schon öfter in Kiel oder zur Pause in einer Klinik? Wenn ja in welchen Abständen? Zu Hause trau ich mir das absolut nicht zu (3 Kinder, die zwar schon 15,16 und 19 sind, aber es ist halt doch ein 5 Personen-Haushalt).
Bin echt sehr daran interessiert, wie es Euch bei Euch laüft, wie oft Ihr richtige Medipausen machen müsst.
Liebe Grüße, Conny