Es gibt keine festen Regeln für die Behandlung der Migräne mit Kortison. Die Dosierungen beruhen auf allgemeinen Erfahrungen und den Grundprinzipien bei der Anwendung von Kortison. Für die Anwendung bei Migräne sind meist nur die jeweiligen eigenen Erfahrungen Grundlage. Allgemein gilt: Kortison ist keine Routinemedikament. Es kann daher auch keine Standards oder allgemeine Leitlinien geben.
Wir setzten Kortison nur in speziellen Situationen ein, z.B. bei einem Status migraenosus, dann, wenn die Schmerzen über drei Tage hinaus nicht abklingen wollen. Hier kann zur akuten Kupierung Prednisolon eingesetzt werden. Die Dosierungen liegen im Bereich von 100 bis 250 mg, in schweren und komplexen Situationen auch darüber. Die Prednisolon-Behandlung muss meist mit weiteren Maßnahmen verbunden werden, wie Behandlung von Übelkeit, Erbrechen, Elektrolyt- und Wasserverlust, Stabilisierung des Blutzuckerspiegels, Sedierung etc. Es sind also immer Ausnahmesituationen, eine Notbremse, wenn man so will. Diese Behandlung kann keinesfalls nach festen Regeln und Zeitabständen erfolgen, am besten ist, man braucht sie möglichst gar nicht. Wenn aber doch, dann so selten wie möglich, höchstens einmal pro Quartal. Im Vordergrund steht immer die Vorbeugung, damit solche Eskalationen nicht notwendig werden.
Eine Dossierung über mehrere Tage mit 20 mg ist nach meiner Erfahrung nicht zielführend und wirksam.
Zur Reduktion der Umstellungskopfschmerzen bei MÜK auf der Basis einer Migräne kann ebenfalls Prednisolon eingesetzt werden. Hier versteht sich von selbst, dass auch dies eine Ausnahmesituation sein soll. Man gibt hier in der Regel 100 mg und dosiert dann über 20 mg Stufen langsam auf 0, ca. über einen Zeitraum von 10 Tagen. Allerdings wird auch hier die Therapie individuell angepasst. Auch diese Behandlung ist keine Regelbehandlung und sollte nicht unspezialisiert und leichtfertig einmal nur so durchgeführt werden. Es kommt gerade auch hier auf die Begleittherapien an, damit ein MÜK nicht gleich wieder entsteht.