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Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK)

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 1 Woche, 2 Tagen aktiv

Wie entsteht MÜK, wie erkennt man ihn und wie wird er behandelt?

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Tags: mÜk

MÜK oder andere Ursachen? (11 Antworten)

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  • Profilbild Ulrike vor 2 Jahre:

    An dieser Stelle Herrn Göbel vielen Dank für die ausführliche Antwort in der Topamax-Gruppe und auch an Dich Bettina für den Hinweis.

    Habe gestern mal eine Migränegeschehen ohne Medikament ausgehalten. War nicht schön, aber ich lebe noch. Da es aber gleich weiterging heute morgen, habe ich wieder ein Cafergot genommen, das sehr schnell gewirkt hat. Vielleicht ein Resultat des Auslasstages.
    Ich bin mir nicht sicher, ob es jetzt ein MÜK ist bei mir, da ich jetzt zwar schon im 4. Monat ca. 15 Migränetage habe (davor ziemlich regelmässig ca. 6), der Kopfschmerz sich aber nicht verändert hat, also immer der gleiche Typus ist und Cafergot und manchmal auch nur Diclofenac mehr oder weniger schnell recht gut wirkt.
    Eine andere Erklärung wäre zum einen die Hormongeschichte, also die nachlassende Östrogenproduktion. Hier habe ich begonnen, mit Hormonyoga (spezielle Übungen, die nachweislich den Hormonspiel anheben und bei vielen Frauen für u.a. einer Verbesserung der Migräne führt); dauert aber auch seine Zeit, bis eine Wirkung eintritt.
    Die andere Erklärung möglicherweise(darauf bin ich heute gestossen) ist, dass ich seit einem halben Jahr ( bedingt durch unseren Umzug nach Südafrika) mein Sportprogramm geändert habe. Vorher 2 mal die Woche 10 km langsames Joggen (also gutes Ausdauertraining) jetzt Fahrradfahren und Kraftsportübungen. Ich bin zwar körperlich so gut ausgelastet, habe aber nicht mehr am Stück das Ausdauertraining mit gleichmässig erhöhtem Puls über längere Zeit.
    Gibt es eine Definition , wieviel in welcher Form Ausdauersport betrieben werden soll als Prophylaxe?
    Evtl. muss ich dann mein Sportprogramm wieder umstellen.

    Eine Einweisung in eine Klinik (habe auch keine Ahnung, wie das hier läuft) kommt für mich im Moment nicht in Frage.
    Mit meiner Ärztin habe ich es so besprochen, dass ich versuche 14 Tage mit möglichst wenigen Medikamenten auszukommen und dann mit Flunarizin beginne.

    Wenn Dir Bettina oder jemand anderes etwas einfällt zu meiner Beschreibung, bitte gerne eine Antwort!

    Viele Grüße aus Südafrika (wie gross ist die Besuchergruppe jetzt eigentlich???)
    Ulrike

  • Profilbild heika vor 2 Jahre:

    Hallo Ulrike,

    ich habe die Empfehlung bekommen, regelmäßig 3x pro Woche 30 Min. Ausdauersport zu machen. Das sei statistisch nachgewiesen, dass das einen ähnlich guten Effekt hätte wie eine medikamentöse Prophylaxe.

    Erst dachte ich, dass das ja wirklich sehr wenig ist (habe in meiner Jugend Leistungssport betrieben und war ganz andere Trainingsheinheiten gewohnt und neige auch heute noch dazu, mich zu sehr zu fordern – und damit oft zu überfordern). Aber ich merkte, dass das so schon Sinn macht, denn für 30 Minuten rafft man sich auch an anstrengenden Tagen doch noch auf und dreht eine Runde an der frischen Luft. Ich spüre auch, dass es mir seelisch sehr gut tut und genieße diese halbe Stunde Auszeit von meinem ansonsten sehr turbulenten Alltag. Oft habe ich nach größeren Sporteinheiten Migräne bekommen, doch durch dieses Forum habe ich gelernt, dass es mit einem zu schnellen Blutdruckanstieg zusammenhängen kann. Seitdem fange ich in gemütlichem Tempo an und steigere mich langsam. Das bekommt mir supergut.

    Noch eine Bemerkung von mir zum Flunarizin: Ich hatte das vor Jahren mal für 3 Monate genommen gehabt. Anfangs hatte ich einen derart massiven Heißhunger und habe gefuttert und gefuttert und gefuttert… Ich wusste gar nicht, dass mein Magen so ein Fassungsvermögen haben kann! Leider verdaute mein Magen das wunderbar und speicherte es an diversen Stellen meines Körpers (wenn ich wüsste, wie man einen Smiley einbaut, wäre hier jetzt einer). Sollte sich bei dir der Appetit auch so steigern, würde ich da von Anfang an aufpassen, denn ich hatte damals viele Monate gebraucht, bis ich mein altes Gewicht wieder hatte.

    Liebe Grüße
    heika

  • Profilbild heika vor 2 Jahre:

    Ich habe noch eine Bemerkung vergessen: Joggen und Fahrradfahren sind ja beides Ausdauersportarten und wahrscheinlich gleich gut geeignet. Ich selber habe mit Nordic Walking angefangen. Es sieht zwar gewöhnungsbedürftig aus, obwohl inzwischen ja schon viele “Stockenten” durch die Gegend laufen, liegt mir aber am meisten. Und wichtig ist ja, dass man das, was man macht, auch gerne macht.

    Kraftsport ist gut zum Muskelaufbau und verbrennt auch viele Kalorien, doch zur Migräneprophylaxe ist es wohl nicht geeignet. Du musst eher noch aufpassen, dass du durch falsches Atmen oder falsches Belasten keine Migräne auslöst.

    Lieber Gruß
    heika

  • Super heika, Du bist ja eine Spezialistin auf diesem Thema. :) Danke für Deine Tipps. Ich bin leider zum Sportmuffel geworden und außer Schifahren, Radfahren und Schwimmen mach ich eigentlich nichts mehr. Auch die vorgenannten Sportarten viel zu selten.

    Daher beschränke ich mich mit meinen Tipps darauf, was auf Prof. Göbels Homepage steht:

    “Bringen Sie Bewegung in Ihr Leben

    Die schlechte Nachricht zuerst: Zu schnelle sportliche Aktivitäten können bei manchen Migränekranken eine Attacke auslösen. Die gute: Gewissenhaftes Aufwärmen (Warm-Up) vor dem Training hilft meist, den Anfall zu vermeiden.

    Es gibt Einzelfallberichte über sportlich aktive Menschen, die durch Joggen oder eine andere Ausdauersportart einen beginnenden Migräne-Anfall beenden können. Doch das ist die Ausnahme. Im Normalfall verschlimmert Bewegung den Schmerz und sollte von daher während einer Attacke vermieden werden.

    Generell aber ist moderates Ausdauertraining ein wichtiger Baustein innerhalb der Gesamtstrategie zur Vorbeugung der Migräne. Denn neben den allenthalben bekannten Effekten wie Training des Herz-Kreislaufsystems, der Atemfunktion sowie einer Verbesserung des Fettstoffwechsels, baut Sport zuverlässig Stresshormone ab und trainiert Körper und Geist auf einen gesunden Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung. Körperliche Bewegung wirkt somit ausgleichend auf das vegetative Nervensystem, das ja im Falle eines Ungleichgewichts maßgeblich an der Attackenauslösung und Schwere der Attacke beteiligt ist.
    Achten Sie auf die Herzfrequenz

    Wer sich als Bewegungsmuffel zum Sport entschließt, sollte sich mit seinem Arzt besprechen und nach Möglichkeit seinen optimalen Trainingspuls ermitteln lassen. Denn wirklich Sinn macht Ausdauersport nur dann, wenn er mit der individuell richtigen Intensität betrieben wird. Weder zuviel ist gut noch zu wenig. Am besten sprechen Sie dies mit einem Sportmediziner ab, der die entsprechenden Test machen kann.

    * Bitte nicht zuviel des Guten: Fast alle Anfänger neigen dazu, sich zu überfordern. Nach dem Motto “viel hilft viel” geraten sie dabei in einen Herzfrequenzbereich, der nicht nur nichts nützt, sondern sogar schadet. Halten Sie sich deshalb unbedingt an die Pulsvorgaben, die Sie von Ihrem Arzt genannt bekommen. Kleiner Tipp: Wenn Sie joggen, laufen Sie maximal in einem Tempo, so dass Sie sich noch gut nebenher unterhalten könnten. Und lassen Sie sich nicht von anderen mitziehen. Bleiben Sie bei Ihrem Tempo.

    Wie oft und wie lange?

    Um die gewünschten Effekte zu erzielen, sollten Sie pro Woche drei oder vier Mal eine halbe Stunde einplanen. Auch hier gilt natürlich: Tragen Sie sich die Zeiten in Ihren Wochenplan ein und halten Sie sich nach Möglichkeit daran. Studien haben übrigens gezeigt, dass Training am späten Nachmittag zu besseren Anpassungsreaktionen führt als am Morgen. Falls es sich mit Ihrer Tätigkeit vereinbaren lässt, wäre eine Startzeit zwischen 16:00 und 18:00 optimal.
    Die richtige Sportart wählen

    Optimal sind vier Sportarten: Walking, Joggen, Biken und Schwimmen. Welche Sie davon wählen, ist im Wesentlichen eine Geschmacksfrage. Allerdings nicht ganz. Biken und Schwimmen, mit Einschränkungen auch Walking eignen sich auch für Menschen mit Gelenkschäden und/oder Übergewicht. Für diese Personengruppe kann Joggen zu ernsthaften Problemen führen. Walking ist besonders zu empfehlen für ältere Menschen, die noch nie oder lange Zeit keinen Sport betrieben haben. Biken ist für fast jeden optimal, zumal es sich sommers hervorragend im Freien und winters in den eigenen vier Wänden auf einem Ergometer praktizieren lässt. Besonders gelenkschonend durch den Auftrieb des Wassers ist natürlich Schwimmen.”

    Also liebe Leute, bewegt Euch! ;)

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild Julia vor 2 Jahre:

    Hallo Heika,
    Sport mach ich im Prinzip auch, komme nur leider nicht dazu , weil die Anfälle immer dazwischen kommen. Ich komm einfach nicht hin. Wenn aber doch, mach ich das Zirkeltraining. Eine Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining. Bringt enorm viel und ist, weil computergesteuert, genau auf mich zugeschnitten. Nach 3 Monaten war mein Rücken wieder in Ordnung. Fragen sie Dich beim Nordic Walking auch immer, ob Du Deine Skier vergessen hast? Wir können uns ja mal zum Walken treffen.
    LG
    Julia

  • Profilbild heika vor 2 Jahre:

    Hallo Julia,

    nach den Skiern hat mich noch niemand gefragt, aber mit gewissen Blicken muss man schon rechnen, wenn man durch die Gegend stöckelt.

    Vor langer Zeit hatte ich es mal mit Joggen probiert, doch das ist einfach nicht mein Ding. Ich fühlte mich wie ein alter, tonnenschwerer Plumpsack, an dem alles rumschwabbelt. Nicht dass ich wirklich dick wäre (naja, ein paar Pfündchen weniger wären nicht schlecht…), aber wenn man sich unwohl dabei fühlt, bringt es nichts. Dann ist es purer Stress, und gerade den soll man ja vermeiden.

    Wenn man oft Migräne hat, ist es mit den drei Mal pro Woche wirklich nicht so einfach. Am besten bewegt man sich dann IMMER an den Tagen, an denen man keine Migräne hat. Ich weiß, dass das schwer ist, denn dann holt man normalerweise die Arbeit auf, die liegen geblieben ist, als es einem schlecht ging, aber trotzdem wäre es natürlich gut, sich genau DIESE halbe Stunde abzuzwacken.

    Soweit die Theorie, grins, gegen den inneren Schweinehund muss jeder kämpfen, meiner grunzt auch immer laut und will mir klar machen, dass Entspannung doch auch so wichtig ist und das Auf-die-Couch-liegen doch sooooo entspannend ist. Doch das mit den 30 Minuten hat mir echt geholfen, weil es überschaubar ist und nicht gleich “der ganze Nachmittag” weg ist.

    Schön, dass du deine Art Training gefunden hast, die dir gut tut und auch deinem Rücken hilft.
    Die Idee sich zum Walken zu treffen, klingt reizvoll. Falls du mal mit Stöcken vor meiner Tür stehst, komme ich mit!

    Lieber Gruß
    heika

  • Profilbild Julia vor 2 Jahre:

    Ich nordicwalk schon mal los. Wieviel Kilometer sind das? Hab nachgesehen, 813 von Stadtmitte zu Stadtmitte, da können wir dann gleich weiterlaufen.
    Für mich scheint der bloße Gedanke an Sport schon ein Riesentrigger zu sein. Weiß also nicht, ob ich ankomme.

  • Profilbild schandrea vor 2 Jahre:

    hallo Zusammen,

    ich kann nur bestätigen; Als ich vorgestern nach x Tagen Migräneattake aus laute Wut und Verzweiflung auf den Stepper von meinem Mann stieg und aus volle Kraft lostretete, bedankte sich mein Kopf am nächsten Tag mit einer Attake 2 mal so stark wie bis dahin. Ich muss dazu sagen, dass ich nie Sport mache. Ich wollte den Schmerz aus dem Körper treiben.

    Nun, jetzt weiß ich was ich falsch gemacht habe .-)

    Liebe Grüße
    Andrea

  • Profilbild staubfinger vor 1 Jahr, 8 Monaten:

    Hallo Bettina, hallo Ihr Lieben,
    also, ich habe etwa seit dem ich meine Periode habe, und das war mit 17 Jahren, Migräne (1980). So richtig bewusst, dass es sich um Migräne handelt, ist mir das seit 1995 ungefähr. Vorher habe ich einfach ein Paracetamol genommen und fertig.
    Die letzten Jahre bin ich mit 8 Maxalt im Monat gut klargekommen, konnte sogar damit arbeiten gehen.
    Seit 1 Jahr wird das ganze aber schlimmer. Und seit Januar diesen Jahres habe ich mehr als 10 Anfälle im Monat und die gehen teilweise über 5 Tage.
    Ich habe mir jetzt Naramig i. v. m. Naproxen verschreiben lassen, was ich aber noch nicht ausprobiert habe, da ich seit dem Pfingstwochenende (5 Tage am Stück Migräne mit Maxalt) keinen starken Anfall mehr hatte.
    Ich nehme aber seit 5 Tagen täglich Aspirin zu mir (1 Brausetablette von 600 mg), weil ich immer glaube, einen Anfall zu kriegen und im Buch von Prof. Goebel gelesen habe, dass man bei Verdacht, einen Anfall zu kriegen, 500 mg Acetylsalicsäure zu sich nehmen soll.
    Ich will ja die 10er Regel beachten, deshalb versuche ich es mit Aspirin, das zählt ja nicht zu der 10er Regel…
    Das Aspirin rettet mich vor einem Anfall, aber so richtig gut geht es mir einfach nicht.
    Meine Fragen:
    1. Bin ich doch schon abhängig und habe deshalb täglich Kopfschmerzen?
    Oder
    2. Könnte ich täglich 600 mg Aspirin zu mir nehmen, ohne abhängig zu werden?

    Ich freue mich über Beiträge!
    Liebe Grüße
    staubfinger

  • Profilbild Bettina Frank – Moderator vor 1 Jahr, 8 Monaten:

    Liebe Staubfinger,

    auf gar keinen Fall darfst Du täglich 600 mg Aspirin einnehmen. Aspirin zählt, wie alle anderen Schmerzmedikamente, zu der 10er Regel. Prophylaktisch darfst Du es schon gar nicht nehmen. Gemeint ist, wenn ganz eindeutig ein Anfall beginnt, kann man versuchen, ihn damit noch zu stoppen. Aber nicht, wenn Du einfach nur Angst hast, es könnte einer kommen. So bist Du schneller im MÜK, als Du ahnst.

    Nimm nur ein Medikament, wenn Du eindeutig Kopfschmerzen hast. Solltest Du weiterhin mehr als 10 Schmerzmedikamente einnehmen – dazu zählen Triptane, Paracetamol, Aspirin, Ibuprofen… – solltest Du über eine Medikamentenpause und eine anschließende Prophylaxe nachdenken.

    Gute Besserung und liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild heika vor 1 Jahr, 8 Monaten:

    Liebe Staubfinger,

    du hast ja wirklich eine hohe Migränefrequenz und Migränedauer. Bist du denn bei einem guten Arzt in Behandlung, der sich mit Migräne auskennt? Das wäre das Allerwichtigste! Und dann würde ich mit ihm zusammen ein gutes Behandlungskonzept entwickeln, wann du wie was genau nimmst und wann aber auch nicht. Auf eigene Faust würde ich an deiner Stelle nicht mehr rumexperimentieren.

    Das Prophylaxe-Thema würde ich auf jeden Fall angehen. Es ist wichtig, dass sich deine Migräne wieder bessert, damit auch die Angst vor den Attacken nachlässt. Die alleine ist ja schon ein nicht zu unterschätzender Dauertrigger!

    Alles, alles Gute,
    Heika