Liebe Katinka,
Prof. Göbel wird sich wahrscheinlich hier auch noch äußern. Aber eines kann ich Dir auch schon sagen: Wenn Du eine Medikamentenpause machst, darfst Du kein Schmerzmittel zu Dir nehmen. Keine Triptane, kein Paracetamol, kein ASS, kein Novalgin usw.
Die Medikamentenpause und der daraus resultierende Umstellungskopfschmerz dürfen nur mit Kortison und Neuroleptika oder evtl. Diazepam erträglich gemacht werden. Das funktioniert aber gut, vor allem unter stationären Bedingungen.
In der Klinik reichen in der Regel 14 Tage aus, um aus einem MÜK wieder heraus zu kommen. Je länger man danach auf Schmerzmittel verzichten kann, umso besser ist es.
So läuft eine Medikamentenpause in der Schmerzklinik Kiel ab:
Medikamentenpause in der Klinik
Bei einem medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz wird heute eine sogenannte Medikamentenpause durchgeführt, im englischen Sprachraum wurde dafür das schöne Wort “drug-holiday”, Medikamentenferien, geprägt. In der ersten Phase der Behandlung klären wir den Patienten sehr ausführlich über die Mechanismen der Kopfschmerzentstehung und die Effekte der Dauereinnahme der Medikamente auf. Darüber hinaus wird der Patient natürlich ausführlich über die weitere Behandlung während der Medikamentenpause informiert.
Eine Medikamentenpause muss in der Regel stationär durchgeführt werden, da die so genannten Rebound- oder Umstellungskopfschmerzen während der Medikamentenpause zu Hause meist zu einer erneuten Schmerzmitteleinnahme führen. In spezialisierten Kliniken – wie z.B. in der Schmerzklinik Kiel – wird die Dauereinnahme der Kopfschmerzmedikamente von einem auf den nächsten Tag abgebrochen. Zur Beseitigung des darauf einsetzenden Umstellungskopfschmerzes erhält der Patient Medikamente, welche die verbrauchten Botenstoffe wieder vermehrt zur Verfügung stellen. Dazu wird in der Regel eine 14tägige Infusionsbehandlung durchgeführt. Begleitend werden dem Patienten in einem intensiven verhaltensmedizinischen Programm Konzepte vermittelt, um den Kopfschmerzen durch nicht-medikamentöse Maßnahmen vorzubeugen. Darüber hinaus lernt der Patient selbstverständlich auch den angemessenen Umgang mit Kopfschmerzmedikamenten, so dass der Betroffene anschließend in der Lage ist, Medikamente gezielt und richtig dosiert einzusetzen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der verhaltensmedizinischen Vorbeugung der Kopfschmerzen ohne Medikamente.
Liebe Grüße
Bettina