hallo, zu allererst einmal meinen dank an bettina, die es mir überhaupt erst ermöglicht hat, mich hier anzumelden, denn entweder war ich zu dämlich oder zu schmerzverzerrt oder das system war schuld, was mir natürlich die liebste erklärung wäre.
nun aber zu mir. ich bin 53 jahre alt und leide seit nunmehr ca 40 jahren an migräne mit schwerster verlaufsform und bis zu 200 anfällen im Jahr. ich war in zwei kliniken, habe auch schon zweimal einen schmerzmittelentzug hinter mich gebracht, habe alle möglichen und auch unmöglichen therapieformen ausprobiert, seien es außenseitermethoden wie homöopathie, akupunktur, enstpannungsverfahren wie chi gogn, und andere, habe jede menge prophylaxen in meinen bauch gesteckt, war bei prof. diener jahrelang in behandlung, war schon im fernsehen als vorzeigepatientin mit ihm und prof. dobos (was zwar dem ego aber nicht der migräne hilft), habe so lange ausdauersport trainiert bis ich einen halbmarathon laufen konnte, gehe gern wandern, gern auch 8 std. am tag (aber bitte ohne migräne) habe eine langjährige psychotherapie hinter mir, um zu überprüfen, ob es tiefenpsychologische gründe geben könnte, die mich so leiden lassen und versucht in einer verhaltenstherapie mein arbeitsverhalten, dass – wie ja auch hier oft zu lesen ist – meinem kranken zustand nicht gerade immer gerecht wurde. als letzten versuch habe ich mir einen nerv veröden lassen, was auch ein paar wochen ganz schön war, weil ich zumindest keine spannungskopfschmerzen mehr hatte. die andere seite kommt in drei wochen dran, das wird vielleicht wieder für 4 wochen eine leichte besserung bringen. habe ich noch irgendetwas vergessen? klar doch, ich nehme seit 15 jahren triptane, viel zu viele natürlich, ach und ich bin mit einem arzt verheiratet, der mich wann immer nötig mit infusionen versorgen kann und sich auch so bemüht, mir zu helfen, wie es denn geht. ich bin berufstätig als lehrerin, arbeite aber nur noch 2/3, helfe wohl noch ein wenig bei der geschäftsführung der praxis, kann dies jedoch von zuhause aus machen die meiste zeit. ich habe viele hobbys, bin leidenschaftliche gärtnerin, liebe meine tiere, die die kinderlücke schließen, (konnte infolge der migräne niemals kinder austragen, die gingen unterwegs immer verloren…) . außerdem habe ich einen schwerbehindertengrad von 50% erkämpft und werde versuchen im nächsten jahr die frühverrentung durchzubekommen. sonst noch etwas? – ach ja: ich bin ziemlich verzweifelt, weil ich mich – wie schon so oft in meinem leben – in einer schrecklichen zwickmühle befinde.
sicherlich ist es mir klar, dass ich viel zu viele medikamente nehme und dass diese mir auch wieder migräne hervorzaubern. ich weiß um die 10:20 regel, allein, mir ist es unerklärlich wie sich dies umsetzen lässt. das letzte mal, als ich versuchte die migräne ohne medikamente zu überstehen, lag ich 10 std später bei meinem schmerztherapeuthen, hatte vier infusionsschläuche in zwei armen und mehr als 10.000mg von den verschiedensten medikamenten im körper. auf die frage meines mannes, was das denn wohl mit meinen nieren mache, kam die lapidare antwort: das kann ich nun wirklich nicht beachten. zuerst einmal müssen wir sie da heraus holen! er hat mich dann u.a. mit einer dormicum-gabe erst einmal schlafen geschickt und nach einer weiteren infusion stunden später war es dann auch gut. klasse. der versuch war ja mal richtig in die hose gegangen. und da haben wir mein dilemma. wie bitte schön habt ihr, die ihr ja anscheinend auch ähnliche schicksale habt wie ich, es geschafft euch auf 10:20 runter zu arbeiten? was tut man, wenn man schon 10 schmerztage hatte, der kalender einem aber sagt, dass es erst der 15. ist? ich würde das wirklich auch sehr gern schaffen, allein mir fehlt der anpack. also wenn mir jemand, der ähnlich krank war wie ich, seinen geheimtipp erzählen mag, dann werde ich gern alles ausprobieren, was helfen könnte. ach klar, ehe ich es vergesse. natürlich gab es auch bei mir immer wieder kurze phasen, in denen ich mit 10 mal schmerzen klar kam, wenn wieder ein neues medikament oder eine neue methode ausprobiert wurde. aber das hat nie länger als max 3 monate gedauert, dann war ich wieder da, wo ich nicht hin möchte.
ich freue mich über einen rat.