Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Bin neu hier-Migräne seit 25 Jahren (Affenzirkus)

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  • affenzirkus
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    Beitragsanzahl: 6

    Hallo, ihr da draußen, die so gut wissen, wie diese verdammte M. sich anfühlt…..
    Gestern mal wieder die Aura gehabt,Erschöpfung und gleichzeitig blitzschnelles Denken, depressive Verstimmungen, Sehstörungen…
    Heute ist es mal wieder soweit: Bohrende Schmerzen mal in der rechten, mal in der linken Augenhöhe, an der Schläfe pulsiert und drückt es, zieht zum Ohr, breitet sich immer mehr aus, Übelkeit, Schwindel. Ihr kennt das ja.

    Mit Anfang 20 hat es so richtig angefangen, so ungefähr, vielleicht auch schon vorher. Dachte anfangs, das wären einfach Kopfschmerzen. Vielleicht liegt der Anfang schon in der Kindheit, mir ist neulich eingefallen, dass ich schon da als sensibel beschrieben wurde und viermal ohnmächtig wurde, bei so Sachen wie Kopfstand beim Sport, Haare kämmen, Augen schminken (auf Lider gedrückt) und Schmerzen (Uarmfraktur).

    Nun denn, da meine Mutter ebenfalls an M. erkrankt ist, musste ich irgendwann einsehen, dass es sich bei mir auch um M. handelte. Anfangs waren die Abstände noch größer, mal alle 2 Monate, dann später einmal im Monat, immer mit Zyklus. Anfangs half noch Paracetamol, dann wurde ich schwanger und hatte keine M. , ich dachte, es sei für immer vorbei. Nach einem halben Jahr ging es wieder los. War wieder berufstätig, Nachtwache im Altenheim. Später griff ich zu Aspirin, ging dann so ein Jahr, dann Ibuprofen, Dosis immer höher gesetzt auf 800, dann kombinierte ich Paracetamol und Ibuprofen, dann mal Thomapyrin, nach einem Arztbesuch dann Sumatriptane, die mich benommen machten, aber der Schmerz war unterdrückt, der Anfall auch. Das ging dann so ein paarmal gut. Dann wieder: Keine Wirkung mehr. Flunitrazepan ging auch dreimal gut, dann wieder: Keine Wirkung. Inzwischen hatte ich alle 2 Wochen M. Ich probierte autogenes Training, welches mir bei Ängsten half, aber nicht so bei der M. Alexandertechnik half mir mal kurz.

    Im Urlaub hatte ich nie M. Wohl aber zu bestimmten Veranstaltungen oder Ausflüge, auf die ich mich freute. Habe immer weiter gearbeitet, auch, wenn es nicht gut ging. Ging es gar nicht, habe ich mich 1 Tag hingelegt und am nächsten Tag weitergemacht. Oft stand ich vor der Ohnmacht, einmal bin ich tatsächlich umgekippt, während meiner Arbeit, vorhanden. 8 Jahren in der Förderschule. Konnte den Lärm während meiner M. und das ständige: Frau x, der hat mich geschlagen, Frau x, hab Stress mit…, Frau x, hab keinen Bock, Frau x , was gibt es zu essen, Frau x, der hat zu mir….gesagt, mach was…..Nicht mehr ertragen. Denn alles passierte gleichzeitig und laut. Bin dann nach Hause und am nächsten Tag auch Zuhause. Nun denn, habe danach wieder weitergemacht. Menschen vertrauen mir, wenden sich immer wieder an mich, ob beruflich oder privat. Das ist schön, aber auch anstrengend.

    Ich weiß, dass ich mich abgrenzen muss und endlich Neinsagen. Mein Körper hat letzte Woche Mittwoch komplett schlappgemacht, bin während einer Besprechung mit schwerer M. einfach zusammengeklappt. Mein Kopf war eine schmerzende, pochen Masse, Ohren rauschen, alles verschwommen,Schwindel, Übelkeit, totale Reizüberflutung, Kindergeschrei, Telefon, Gespräche wild durcheinander in engem Raum, Schulsekretärin mit schriller Stimme stand in der Tür. Kollegin brachte mich raus, 1 Stunde gelegen, ehe ich schleichend nach Hause fuhr. Seitdem bin ich krank geschrieben. Arbeite an dieser Schule in der OGS mit 32 Stunden und die Verhältnisse sind zum Davonlaufen: Überstrukturiert,keine Freiheit für Kreativität oder Kleingruppen, keine Zeit, Pause, Toilettengang, zu viele Kinder, Lärm, Verhaltensauffälligkeiten, Unzufriedenheit im Team, Kämpfe, Personalmangel, die Erwartung,sich durchzubeißen, komme, was wolle, immer noch mehr Erwartungen, Lärm den ganzen Tag…..
    Nun muss ich mein Leben ändern….

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7080

    Liebe A. 😉 (ich hoffe, dass du mir diese Anspielung auf dein M. für Migräne nicht krumm nimmst),

    nach einer Stunde mit Überlegungen, wie ich dir antworten kann, ohne dich zu kränken, versuch ich es jetzt einfach mal. Aber dein Vorgehen bisher kommt mir ein wenig so vor, wie das jahrelange berühmte „Kopf in den Sand stecken“. Der Affenzirkus hätte, ich kann mich täuschen, vielleicht nicht so affig werden müssen?

    Du hast ja schon im Berufstätigkeitsforum geschrieben, dass du deinen Beruf so nicht mehr ausführen kannst. Das ist bei den Anforderungen und im Zusammenhang mit Migräne sehr gut nachzuvollziehen und sicher ein großes Problem für dich.

    Was mich aber sehr stutzig macht, ist, dass du dir einerseits hier im Forum den Namen Affenzirkus gibst und andererseits die Migräne nicht einmal mit ihrem Namen benennen magst. Stattdessen schreibst du immer nur ein M. Warum???

    Dazu fällt mir auch auf, dass du eine große Anzahl an Beschwerden, die du der Migräne zuschreibst, benennst, aber keine bisher getroffene Gegenmaßnahme. Kann es sein, dass du in all den Jahren noch nicht versucht hast, etwas an dem Grundübel, nämlich der Migräne, zu verändern? Dich vielleicht sogar geweigert hast, sie zu sehen?

    Du schreibst, du musst dein Leben verändern, und gleichzeitig beschreibst du dein blitzschnelles Denken. Das blitzschnelle, oft sogar zu schnelle, Denken haben viele von uns, und da wäre doch vielleicht für dich schon mal ein Ansatz. Dein Beitrag ist für mich so extrem schnell, dass mir beim Lesen schwindelig wurde 😉. Und wenn du im Alltag auch so bist…. 😉, und dann Migräne!

    Eine gute Prophylaxe (hattest du da schon Versuche?), kann durchaus ein wenig Ruhe in den Kopf bringen und dadurch die Migräne eindämmen.
    Schreib doch, wenn du magst, ob, und wenn ja, was du bisher schon versucht hast, um die Migräne zu bändigen. Ich glaube, da ist noch Verbesserungspotential! Und auch die Akuttherapie könnte man wohl noch deutlich verbessern, nehm ich mal an 😉.

    Ich denke, über große Veränderungen im Leben wie Berufswechsel oder ähnliches ernsthaft nachzudenken, sollte erst kommen, wenn die naheliegenden Schritte gegangen wurden.

    Also, wenn du magst…, wir hätten Vorschläge für Prophylaxen und auch akut 😀.
    Erstmal alles Liebe,
    Julia

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27031

    Auch hier noch mal ein herzliches Willkommen, liebe Affenzirkus. 🙂

    Deine Schilderung ähnelt die vieler anderer Mitglieder auch. Man macht weiter, bis nichts mehr geht – fordert den Zusammenbruch praktisch heraus.

    Du brauchst eine engmaschige Betreuung beim Neurologen, die Medikation muss optimiert werden, eventuell eine Prophylaxe eingesetzt und an Entspannung wirst Du auch denken müssen. Ein Alltag in der Schule ist stressig und mit mehr Triggern behaftet, als man eigentlich ertragen kann. Daher muss man sein Leben mit der Migräne gut planen, damit es trotzdem klappt.

    Ich kopiere mal aus dem anderen Forum hier her:

    Liebe Bettina, Schmerzkalender habe ich in den 25 Jahren M. Nie geschrieben und ich Dumme bin in den Jahren nur selten zum Arzt gegangen. Früher hab ich Paracetamol genommen, dann Aspirin , dann Ibuprofen, auch mal Sumatriptane,Flunitrazepan Thomapyrin, Thomapyrin intensiv. Soviel zu den Medis, alles hat sich irgendwann abgenutzt, habe immer mehr genommen, Thomapyrin intensiv half noch, möchte jedoch nicht abhängig werden….Deshalb hat mein Körper letzte Woche so laut stopp gerufen, dass gar nichts mehr ging. Habe verstanden, dass ich mein Leben komplett verändern muss.

    Starte gleich mal mit einem Schmerzkalender (Migräne-App der Schmerzklinik z. B.). Dann ab zum Neurologen, das ist sehr wichtig. Die Medikation muss optimiert werden, eventuell brauchst Du auch eine Prophylaxe.

    Liebe Grüße
    Bettina

    affenzirkus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6

    Liebe Julia, danke für deine nette Antwort, keine Sorge, ich weiß Ehrlichkeit zu schätzen. Du hast Recht, ich habe die Migräne einfach nicht leiden können als Anteil von mir und sie ins Nirwana verbannt. Ich dachte immer, wenn ich versuche, sie wegzzdrücken, nach dem Motto: Migräne, du kriegst mich nicht. Und mich besser nicht an migränefreien Tagen damit beschäftigen, um nichts zu triggern. Manchmal habe ich in letzter Zeit versucht, prophylaktisch was zu unternehmen: Trinke so gut wie keinen Alkohol mehr, habe eine Knirscherschiene, bei der man mir sagte, das Knirschen mit den Zähnen könne Migräne hervorrufen. Habe eine starke Kurzsichtigkeit, Altersweitsicht kam dazu, Also trage ich jetzt Gleitsicht-Kontaktlinsen, weil man mir sagte, auch schlechtes Sehen würde Migräne begünstigen. Der Schlafmangel auch, ja, das mit dem rechtzeitig schlafen funktioniert noch nicht so gut, weil ich schwer die Eindrücke des Tages abschalten kann. Letztens habe ich eine Entspannungsmeditation von der Ohrinsel ausprobiert mit Meeresrauschen, das hat mich beruhigt und ich konnte schlafen. Die Migräne kreiste meistens um meinen Zyklus, bin seit einigen Monaten in den Wechseljahren, da hat die Migräne von der Intensität nochmal zugenommen. Ich weiß, dass der Stress und Lärmpegel bei der Arbeit verstärken wirken und es an mir ist, mich konsequent rauszuziehen, so lange, bis ich eine vernünftige Alternative gefunden habe. Ich weiß auch, dass es nun, mit 46 Jahren, dringend an der Zeit ist, mich abzugrenzen, nicht mehr alles stemmen zu müssen, privat, wie beruflich, Neinsagen! In den Ferien war ich eine Woche auf Borkum, die Natur , die Insel, das Meer, die Luft alles war so entspannt! Also, bin sehr gespannt, was Prophylaxe und auch Akut Behandlung anbelangt, und sauge hier alles auf, freue mich darauf!Gestern war wieder Aura, heute mit Migräne in den Tag gestartet, habe in letzter Zeit immer direkt Thomapyrin intensiv eingeworfen, war diesen Monat der 3. Anfall( dauern in der Regel 3 Tage). Heute habe ich mal nichts genommen und im Laufe des Tages wurde es besser…..! Wie gesagt, habe ja oben beschrieben, welche Wirkstoffe ich alle probiert habe über die 25 Jahre, auch Triptane waren dabei, alles wirkte irgendwann nicht mehr…..Ganz liebe Grüße und ganz lieben Dank an alle, auch an dich Julia, ihr bewegt mich echt, nachzudenken!

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7080

    Liebe Affenzirkus,

    über deine positive Antwort freue ich mich ganz besonders, denn mein Text war ja für dich eventuell doch nicht so ganz leichte Kost. Aber ich hatte in meiner sehr langen Migränegeschichte auch schon Phasen, in denen ich sie gerne ignoriert hätte. Leider bringt das absolut gar nichts.
    Bin schon auf dem Weg ins Bett und da ich nach unserer Unterhaltung heute sicher auch etwas länger brauchen werde, meinen Dauerrappelkopf runterzufahren, nur noch schnell für dich zwei Tipps als Hilfe zum Aufsaugen von gutem Wissen über eine vernünftige und wirksame Migränebehandlung: besorg dir den Patientenratgeber von Prof. Göbel „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“, in meinen Augen unverzichtbar, wenn man, wie Prof. Göbel immer sagt, inpunkto Migräne sein eigener Anwalt werden möchte. Du findest ihn unten rechts in der Sidebar. Und auch das Migränewissen rechts auf der Schmerzklinikseite solltest du aufsaugen 😀.

    So, jetzt lass ich dich (erstmal 😉) in Ruhe und wünsche dir eine gute Nacht,
    Julia

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3917

    Liebe Affenzirkus,
    ich mag dich gar nicht so anreden.
    Nach deinem letzten Beitrag bin ich erst recht überzeugt, dass du
    -kein Affenzirkus bist,
    -keinen Affenzirkus brauchst,
    -keinen Affenzirkus repräsentierst.

    Ich kenne dieses Gefühl des völligen Ausgeliefertseins, das du beschrieben hast. Wer von uns kennt das nicht?
    Ich finde es ziemlich schwer, sich davon frei zu machen. Zum Einen sind wir es seit Jahtzehnten so gewohnt. Zum anderen sind unsere Gene so angelegt, dass wir schnell dazu neigen, immer wieder zu rotieren.

    Mir hat es sehr geholfen, wovon Julia schreibt: sich das Migränewissen anzueignen.
    Ich habe allmählich begriffen, dass die Migräne kein eigenständiges Wesen ist, kein Dämon, der uns x-beliebig heimsucht.
    Migräne ist schlicht eine Reaktion des Körpers. Er KANN gar nicht anders als mit Migräne zu reagieren.
    Er reagiert auf ein Zu-viel von etwas oder auf ein Zu-wenig von etwas anderem.
    Und ich versuche jetzt immer wieder und immerzu, rechtzeitig zu spüren, wann ein Zuviel entsteht und was ich nachkarren kann von dem, was zu wenig da ist.
    Diese beiden Pole hast du ja auch sehr anschaulich beschrieben.
    Meine Betonung liegt auf rechtzeitig, denn das ist das Schwierige daran.
    Ich weiß, dass das in einem Beruf mit Kindern sehr schwer ist, sich da raus zu ziehen, selbst wenn man es spürt.
    Aber meiner Erfahrung nach liegt die Veränderung im Leben weniger in den äußeren Bedingungen, denn ich habe mit der Zeit gemerkt, dass man NIE ideale Bedingungen herstellen kann. Oft grätschen die Ereignisse, auf die man keinen Einfluss hat, dazwischen.
    Die Veränderungen, auf die wir Einfluss haben, liegen in uns. In der Art, wie wir auf diese Umstände reagieren.
    Ich habe 40 Jahre lang als Hauptschullehrerin gearbeitet. Peu à peu habe ich geübt, mich soagr hin und wieder für ein paar Sekunden IN dem ganzen turbulenten Geschehen zu entspannen.
    Und Lautstärke z.B. habe ich unterbunden, vor allem, weil ich gemerkt habe, dass auch viele Schüler dankbar dafür waren, dass es bei uns nicht so laut und chaotisch war.
    Ich glaube, dass ich in der Schülergruppe mehr Gestaltungsfreiraum hatte, als ich es z.B. in einem Großraumbüro hätte.
    Ich vermute, dass es in der OGS ähnlich ist, wenn auch nicht so, wie im Unterricht.

    Vielleicht sind solche Überlegungen,
    gepaart mit der Suche nach einer Prophylaxe, die einen dabei unterstützt. dass das Hirn nicht dauernd so hochfährt,
    hilfreich für dich, deine Forschungsreise in Sachen Migräne zu gestalten.
    Und bei all der Quälerei: manchmal finde ich es fast spannend, was man da entdecken und erkennen kann. . .

    Liebe Grüße
    alchemilla

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  alchemilla.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5265

    Eine Sache wollte ich noch aufgreifen: Von Schmerzmitteln oder Triptanen wird man nicht abhängig wie von Alkohol, Nikotin oder Drogen. Sie sind keine Suchtmittel. Es ist eher unser gefühltes, drängendes Verlangen, diesen Schmerz nicht aushalten zu wollen.

    In vielen Arbeitsbereichen wird es in der heutigen Zeit schwieriger: An allen Ecken und Enden wird Personal eingespart, immer weniger Menschen sollen nach Möglichkeit immer mehr leisten. Kindergärten und Schulen sollen neben ihren ursprünglichen Aufgaben auch noch soziale und emotionale Auffälligkeiten ausbügeln, mangelnde Erziehung nachholen und nebenher am besten noch das Gesamtpaket Integration stemmen.

    Es ist schon für Gesunde oft eine große Herausforderung, damit klarzukommen, für uns Kranke noch viel mehr. Doch wie das gelingen kann, ist in den vorigen Beiträgen schon super geschrieben worden.

    In einen Beruf zu wechseln, der nicht unbedingt den eigenen Fähigkeiten entspricht bzw. den man nicht von Herzen gerne tut, also sozusagen aus medizinischen „Vernunftsgründen“ ist auf eine ganz andere Art anstrengend, die nicht zu unterschätzen ist. Ich habe nämlich diesen Berufswechsel vollzogen. Mein „Herzblut“ hängt eher an meiner früheren Arbeit… 😉

    Was mir allgemein sehr gut für die richtige Prioritätensetzung in meinem Leben hilft und um meine eingeschliffenen Verhaltensweisen zu überdenken: Ich frage mich tief innen ganz ehrlich nach meiner Motivation. Weshalb tue ich, was ich tue?

    Wenn du auch noch ein Ratgeber und „seelischer Mülleimer“ für alle möglichen Menschen um dich herum bist, ist das eine zusätzliche Belastung, das hast du bereits selber festgestellt. Und ja, es tut natürlich auch gut: Man fühlt sich gebraucht, geschätzt, fühlt sich wichtig, und anderen helfen können, ist etwas sehr Gutes und Wertvolles.
    Wir sollten uns nur immer wieder mal fragen, ob die Relationen für uns stimmen, wenn es uns selber nicht gut geht. Das wäre bei dir vielleicht ein wichtiger Ansatzpunkt, an dem du effektiv schon ab sofort etwas ändern könntest.

    Lieber Gruß
    Heika

    affenzirkus
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6

    Hallo Heika,
    danke für deine nette Antwort. Ich merke, du weißt, worüber ich berichte. Wahrscheinlich ist es von Vorteil, das mal miterlebt zu haben….Ja, ich denke schon, der Ansatz liegt in mir selber. Ich kann nur selbst positiven Einfluss nehmen auf die Lage, indem ich vom Besten ausgehe. Klar, der Personalmangel macht vernünftiges, verantwortungsvollen Arbeiten sehr schwer….Mit Kreativität und Flexibilität die Situation bestmöglich zu entspannen, das wünsche ich mir. Auch deshalb kümmere ich mich um mich selbst, um wieder leistungsfähig zu werden. Nehme seit einigen Tagen hochdosiertes Magnesium ( Wechseljahre) , habe mich zur Akupunktur in spezialisierter Praxis angemeldet, eine Freundin hat Reiki gemacht mit mir( zunächst Verschlechterung, dann wurde die Migräne besser). Die progressive Muskelentspannung von hier probiere ich jetzt regelmässig.Nehme mir Zeit für mich und für Menschen, die mir gut tun. Bin gerade sehr froh, schon der 2. Tag hintereinander, an dem es mir gut geht!
    Wie gesagt, probiere es gerade ohne Medis aus der Schulmedizin, Aspirin alleine wirkte nicht mehr, Ibuprofen auch nicht wirklich, Novalgin nicht, Paracetamol auch nicht mehr, Sumatriptane nicht mehr, Thomapyrin classic nicht. Das Einzige, was die Migräne linderte, war Thomapyrin intensiv. Möchte das einfach nicht mehr dauernd meiner Leber zumuten. Nun wurde mir Venlafaxin verschrieben. Halte nicht viel davon, da als Dauermedikation und die Nebenwirkungen sind enorm. Wenn es wieder ein harter Anfall ist, werde ich dann doch Thomapyrin intensiv nehmen müssen. Oder aber noch ein anderes Triptane….Jedenfalls bin ich schon stolz, diesen Monat mit nur 2 Thomapyrin intensiv durchgestanden zu haben und sehr froh über diese beiden Tage jetzt, komplett migränefrei, und es werden noch mehr!! Sicher!!Fühlt euch alle gedrückt!!☉

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5265

    Aber ganz sicher werden es noch mehr!! 🙂 Ich wünsche es dir auf jeden Fall!

    Hast du denn Venlafaxin schon einmal genommen? Nebenwirkungen können auftreten, müssen aber nicht. Auch bei den bekannten Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen, etc. liest sich die Nebenwirkungsliste nicht gerade entspannt. Nur liest die kaum noch jemand, weil es sehr bekannte und viel verwendete Mittel sind. Oft denkt man dann, dass die harmloser sind als Triptane, doch das stimmt so nicht.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen diversen Maßnahmen, halte uns gerne auf dem Laufenden.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Monate, 3 Wochen von  heika.
    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27031

    Hallo Affenzirkus,

    ich drücke auch fest die Daumen, dass Du mit nichtmedizinischen Methoden gut über die Runden kommt. In besseren Zeiten geht das auch, dass man mit Magnesium, Entspannung usw. auskommt, in schlechten Phasen leider nicht.

    habe mich zur Akupunktur in spezialisierter Praxis angemeldet, eine Freundin hat Reiki gemacht mit mir( zunächst Verschlechterung, dann wurde die Migräne besser).

    Hierfür gibts leider keinerlei Evidenz und eine Besserung, die „danach“ eingetreten ist, wäre wohl ohne diese Maßnahmen auch eingetreten. Das sollte man nur wissen, damit man nicht falschen vermeintlich wirksamen Therapien hinterher hängt.

    Venlafaxin kann sehr gut helfen und die meisten vertragen es auch ohne Prophylaxe. Stark beeinträchtigende Nebenwirkungen treten nur bei einem Bruchteil der Patienten auf. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

    Alles Gute weiterhin und liebe Grüße
    Bettina

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