Mein persönlicher Schmerzverlauf

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Chronische Migräne ohne Aura (Pepita)

Ansicht von 23 Beiträgen - 31 bis 53 (von insgesamt 53)
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  • Pepita
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    Liebe Heika, liebe Bettina

    Danke für die Tips. Ich habe noch von Seepferdli den Input “Migräne“ von Oliver Sacks bekommen.
    Von einer Freundin den Verweis auf Siri Hustvedt, welche selber auch Migräne Betroffen ist.

    Über was ich mich gerade zu informieren versuche ist, ob es Bücher, ausgiebige Reportagen (nicht in Magazinen) sondern als Buch, literarische oder künstlerische Werke gibt,
    die das Thema Migräne beschreiben, darstellen, zeigen, und damit einer Öffentlichkeit zugänglich machen, die eben nicht von Migräne betroffen ist.
    Ich denke wir leiden ja auch unter dem “Image”, welche diese Erkrankung hat. Und dieses Image ist nicht gerade förderlich.
    Image heisst ja Bild – und dieses gilt es vielleicht zu ändern.

    Ich bin ja Fotografin und Künstlerin und war gerade an einem Fotografenkongress. Mir ist dabei aufgefallen, dass man gerne über Konfliktsituationen im Ausland berichtet. Je exotischer desto besser. Auf jeden Fall ist dieser Berichterstattung wichtig. Seit ich aber nicht mehr Reisen kann (im Setting eines Auftrages) habe ich meinen Fokus auf das gelenkt, was vor meinen Augen und in unmittelbarer Umgebung stattfinden.

    Als Anakin durch Ihre Frage noch darauf aufmerksam machte, dass in der Schweiz die Migräne von der IV nicht (oder nur in seltenen Fällen) anerkannt ist, kam bei mir
    einfach die Frage auf, ob es hier einen Bedarf zu so einem Projekt gibt. Ich fände das eine spannende Aufgabe.

    Wenn also sonst noch jemand einen Tip oder Input hat, gerne 🙂

    Herzlich
    Pepita

    Pepita
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    Beitragsanzahl: 38

    Liebe Daniela

    Vielen Dank für Deine Erfahrungen und schön, Dich kennen zu lernen!

    Aspirin direct kenne ich bisher nicht. Probiere ich aus.
    Es wäre so toll, etwas für den Fall zu haben, wenn ich beruflich unter Leute muss.

    Mit “Wasser, Papa, ganz einfach Wasser”, bringst Du mich sehr zum Lachen! Ich kann mir schon beinahe Deinen Gesichtsausdruck dazu vorstellen.

    Ich glaube nach dem letzten Clash mit meinem Vater habe ich nun auch entschieden, dieses Feld zu meiden.Ansonsten verstehe ich mich ja gut mit ihm! Seine Freundin ist, Achtung worst case, Heilpraktikerin! „Mach doch mal einen Einlauf“ heisst es dann, oder “Du musst Dein Immunsystem stärken”.

    Ich habe für mich den Begriff “agressiv Gesund” entwickelt, versuche diesen Schlag Mensch schnellst möglichst und von weitem zu entlarven und auf biegen und brechen Gesundheitsthemen nicht anzusprechen.

    Ich habe zum Glück auch unglaublich liebe und verständnisvolle Freundinnen und ein Freund, der das extrem super macht.

    Darf ich Dich, wenn Die Kinderfrage wieder einmal brennt, per PN ein paar Sachen fragen? Im Moment bin ich gerade zu k.o. dafür.

    Alles Liebe
    Pepita

    heika
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    Liebe Pepita,

    jede Art von konstruktiver Öffentlichkeitsarbeit ist unendlich wertvoll! Ich finde das super, dass du dich damit gedanklich auseinandersetzt.
    Man bedenke, wie viel man dadurch bewegen kann. Wenn man z.B. die Krankheitsbilder der Demenz oder der Depression betrachtet, waren das lange Zeit Tabu-Themen, die nun verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind, und zwar auf eine sehr gute Art. Immer mehr Leute verstehen, dass es sich um ernstzunehmende Krankheiten handelt. Gegenüber diesen beiden Bereichen hinken wir in der Öffentlichkeit beim Thema Migräne noch ein wenig hinterher – doch es geht voran. Weil unermüdliche Kämpfer für uns Patienten zum Glück immer mehr in den Medien Gehör finden.

    Auch wenn diese Krankheitsbilder künstlerisch zum Ausdruck kommen, ist es etwas sehr Hilfreiches. Es berührt in uns andere Bereiche als das nüchtern wirkende Wort.
    Wir haben hier in Headbook von einem Mitglied schon gemalte Kunstwerke zum Thema Migräne gesehen, die waren genial.

    Ich gehöre zu der Gruppe der nüchternen Schreiberlinge 😉 , kann dir also mit kreativen Inputs leider nicht dienen, doch es lesen hier ja sehr viele mit, du kannst also noch hoffen. 😉

    Lieber Gruß
    Heika

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Pepita,

    toll, dass Du mithelfen willst, dem Thema Migräne mehr Öffentlichkeit zu generieren. Wenn Du Fotografin bist, könntest Du Doch eine Aktion machen „Migräne im Bild“, oder so. Menschen, die oft Migräne haben, darunter leiden, ab er trotzdem gut damit leben. Bilder aus dem Alltag, in der Schmerzsituation, bei der Entspannung, beim Sport usw. Fällt mir jetzt mal grad spontan ein. Wobei man hierbei natürlich ein super gutes Händchen haben muss, damit es nicht abgleitet in ein einziges Leidensszenarium, bei dem sich die Protagonisten selbst bedauern möchten und das Ganze somit düster und wenig mutmachend rüberkommt.

    Ich habe für mich den Begriff “agressiv Gesund” entwickelt, versuche diesen Schlag Mensch schnellst möglichst und von weitem zu entlarven und auf biegen und brechen Gesundheitsthemen nicht anzusprechen.

    Klasse, muss grad richtig lachen. Darauf bin ich auch allergisch. 😀

    Liebe Grüße
    Bettina

    Pepita
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    Beitragsanzahl: 38

    Liebe Daniela

    Geschichten wie Du sie erzählst kenne ich auch viele, da könnte ich mir manchmal die Haare ausreissen!
    Irgendwie schliesst der Mensch einfach sehr gerne von sich auf Anderet.
    Ich möchte gar nicht wissen, wie oft ich ins Fettnäpfchen trete, mit Dingen, die ich einfach als selbstverständlich nehme. (zB in einem Land zu leben ohne Krieg, nicht auf der Flucht oder politisch verfolgt zu sein, immer vor vollen Regalen im Laden zu stehen, zu sehen, gehen zu können ect)!

    Und dennoch wünsche ich mir, dass wir alle dem Menschen gegenüber dem wir begegnen wach genug sind, um in gewissen Situationen zu merken, dass man zur Thematik nichts sagen muss / kann, sondern der Person den Missstand / die Situation einfach glauben kann. Mitgefühl sagt man dem glaube ich.

    Mein Vater ist eben auch ein arg lieber:)
    Ich muss mir immer sagen, er ist eben beides, dieser liebe Kerl und auch jener, der zu meiner Krankheit (die er ja selber hat. ich glaube das ist der Punkt, der mir besonders Schwierigkeiten macht) eine andere Haltung hat. Ich wäre ihm halt einfach sehr dankbar gewesen, wenn er mir ein paar Werkzeuge mit an die Hand gegeben hätte.
    Als ich als Kind Kopfschmerzen hatte, hat er mir immer gesagt, ich soll ein Glas Wasser trinken. Tzzzzzzzzz.

    Ich schreibe Dir bald mal und es eilt dann auch überhaupt nicht mit der Antwort, langsam ist sehr gut. 🙂

    Liebe Grüsse
    Pepita

    _

    Liebe Heika, liebe Bettina

    Danke für Eure Ideen!
    Die Schwierigkeit oder Tücke einer solchen Arbeit zu diesem Thema ist mir absolut bewusst, allerdings wäre aber auch genau das die Herausforderung: Wie kann ich eine solche Thematik darstellen ohne in diese Falle zu treten? Einerseits gibt es einen Missstand (Image und seine Folgen), anderseits haben wir meiner Meinung nach, mit den Erfahrungen mit der anderen Seite des Lebens auch vieles zu geben. Das müsste sich in einem solchen Projekt die Waage halten. Und wichtig scheint mir auch: Wir HABEN Migräne, und nicht: wir SIND Migräne.

    Momentan bin ich für noch min. 1 Jahr mit einer anderen Publikation beschäftigt – Ich strecke mal die Fühler aus und lass das im Hintergrund wirken, ich gehe meine Projekte seeeeehr langsam an 🙂

    Einen schönen Sonntag.
    Pepita

    Pepita
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    Beitragsanzahl: 38

    Hallo Zusammen

    Ich dosiere seit 2 Wochen Trimipramin ein.
    Das macht mich unglaublich müde, meine Stimmung ist tief, ich habe die Tränen stets zuvorderst, Watte um den Kopf und Ohrendruck. Das alles kann ich irdenddwie einordnen und aushalten.

    Nun habe ich aber seit anfangs Wochen ein Ziehen und Stechen in den Gelenken. An beiden Füssen, das zieht in die Waden hoch. An den Händen, zieht es zu den Fingern und in die Unterarme, am Ellenboge im Gelenk.

    Das macht mich nun doch etwas nervös. Sind das die Nebenwirkungen? Oder bahnt sich da noch eine neue gesundheitliche Baustelle an?
    Kennt ihr das?

    Vielen Dank und liebe Grüsse
    Pepita

    sternchen
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    Hallo Pepita,

    mit einer neuen Baustelle würde ich erst einmal nicht rechnen. Auch ich habe in den letzten Tagen ein Medikament gewechselt und mit div. Nebenwirkungen zu kämpfen.

    Meist lassen diese Dinge aber nach einer gewissen Zeit nach. Der Körper muss sich erst an diese neue Situation gewöhnen.

    Man sollte in dieser Zeit versuchen nicht zu sehr in sich hinein zuhören. Ggf. kann man, nach Absprache mit seinem Arzt, die Einnahme des Medikaments etwas runter dosieren. Ein langsamer Einstieg ist oftmals sinnvoll. Jeder kann nur für sich entscheiden, ob die NW aushaltbar und möglich sind.

    Ich wünsche viel Kraft und Erfolg beim Eingewöhnen.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Pepita,

    Wir HABEN Migräne, und nicht: wir SIND Migräne.

    Ganz genau! Lass Dir Zeit, es läuft nichts davon.

    Ich dosiere seit 2 Wochen Trimipramin ein.
    Das macht mich unglaublich müde, meine Stimmung ist tief, ich habe die Tränen stets zuvorderst, Watte um den Kopf und Ohrendruck. Das alles kann ich irdenddwie einordnen und aushalten.

    Wie hoch dosiert bist Du eingestiegen? Man kann Trimipramin wunderbar und ganz sanft tröpfchenweise eindosieren, dann ist es in aller Regel auch gut verträglich. Wobei es natürlich auch paradoxe Reaktionen gibt, das muss man beobachten.

    Nun habe ich aber seit anfangs Wochen ein Ziehen und Stechen in den Gelenken. An beiden Füssen, das zieht in die Waden hoch. An den Händen, zieht es zu den Fingern und in die Unterarme, am Ellenboge im Gelenk.

    Seit wann hast Du diese Beschwerden?

    Liebe Grüße
    Bettina

    Pepita
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    Beitragsanzahl: 38

    Liebe Bettina

    Ich habe es so gemacht: Jeden Tag 1 Tropfen mehr – bis 10. Dann eine Woche Pause. Dann seit letzten Sonntag weiterhin jeden Tag 1 Tropfen mehr, bin also Heute bei 17 – Zieldosis 21 Tropfen.

    (Macht dann insgesamt mehr als 2 Wochen, habe ich oben falsch zusammengerechnet).

    Vor 1.5 Jahren hatte ich das Stechen und Ziehen im rechten Fuss und in einer Hand und am Knie bereits für etwa 2 Monate. Da ich vor einigen Jahren mal in einem Sommer 15 Zeckenstiche hatte, habe ich auf Borreliose getestet, was negativ war.

    Dazwischen ist es immer wieder ein bisschen aufgetaucht, aber ich habe es ignoriert, auch weil ich das Ärzte sehen sehr müde bin. Nun ist es seit einer Woche wieder da und irgendwie schlimmer und an mehreren Orten als vorher. Ich versuche mich wirklich nicht herein zu steigern, aber es ist einfach recht deutlich.

    Was würdest Du empfehlen?

    Liebe Grüsse
    Pepita

    Liebes Sternchen

    Ja das sehe ich eben grundsätzlich auch so – habe schon mehrere Medikamente eingeschlichen und weiss, dass es mich jeweils herumwirbelt, niederschlägt ect. Das nehme ich hin und versuche nicht auf alles zu Achten, was das auftaucht und tut und macht.

    Das in meinen Gelenken ist einfach gerade recht konkret und ich habe ein ungutes Gefühl dabei.

    Alles Liebe
    Pepita

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4299

    Nun ja, wenn es nicht im Zusammenhang mit der neuen Prophylaxe steht, dann sollte man es abklären lassen. Das macht ja auch Sinn, um in Zukunft ein klares Bild zu haben. Es ist sicher auch für deinen Kopf nicht förderlich, im Hinterkopf immer die Unklarheiten dieser Symptome zu haben.

    Alles Liebe
    Sternchen

    Bettina Frank – Admin
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    Beitragsanzahl: 26871

    Liebe Pepita,

    Vor 1.5 Jahren hatte ich das Stechen und Ziehen im rechten Fuss und in einer Hand und am Knie bereits für etwa 2 Monate. Da ich vor einigen Jahren mal in einem Sommer 15 Zeckenstiche hatte, habe ich auf Borreliose getestet, was negativ war.

    Du kannst zwar weiter mutmaßen, aber das bringt Dich nicht weiter. Lass es abklären, dafür hat man ja Ärzte. Sollte es in die Richtung Fibromyalgie (schmerzen auch die Muskeln, oder nur Knochen?), könnten sich trizyklische Antidepressiva insgesamt auch gut auswirken.

    Du könntest mit den Tropfen noch langsamer hochgehen. Und zwar in Deinem eigenen Rhythmus, nach Deiner persönlichen Verträglichkeit.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Liebe Bettina

    Ja ich weiss, mutmassen bringt nichts.
    Ich hatte die naive Hoffnung, es könnten die Nebenwirkungen sein…
    Ja, die Schmerzen sind auch in den Muskeln.
    Bei welchem Arzt lässt man Fibromyalgie abklären? Kann ich mich auch an meinen Neurologen wenden?

    Liebe Grüsse
    Pepita

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Ihr Lieben

    Ich habe eine Frage zu Tinnitus.

    Seit etwa 2 Wochen bin ich auf der vollen Dosis (21 Tropfen) Trimipramin.
    Ich schlafe wie ein Stein, mein Gehirn sagt mir die Welt ist in Ordnung und im Letzten Monat hatte ich nach 3 Monaten Terror bereits 10 Schmerzfreie Tage! Übers Ganze sind auch die Schmerztage weniger giftig.
    Ich habe das Gefühl, da ich schon beim Amitryptilin gute Erfahrungen gemacht habe, dass ich mit trizyklischen Antidepressiva auf dem richtigen Weg bin und gleich mehrere Fliegen auf einmal schlagen kann. Also schonmal wirklich „good News“.

    Unter Amitryptilin hatte ich starken Schwindel welche von Ohrengeräuschen begleitet wurden. Nach 3 Monaten blieb ein solches hängen und wurde zum Tinnitus. Mit Rücksprache mit meinem Neurologen habe ich das Präparat dann abgesetzt. Der Tinnitus blieb, wurde aber leiser.
    Nun, seit einer Woche, ist er wieder signifikant lauter geworden und ein zweiter Ton ist dazu gekommen. Es ist nun so laut, dass er mich am Tag stört, was vorher nicht der Fall war.

    Nun bin ich in einer Zwickmühle: Einerseits seien trizyklische Antidepressiva dafür bekannt, einen Tinnitus auslösen zu können (wenn auch selten), anderseits setzt man sie gegen Tinnitus ein. Ich hatte früher nie Ohrenprobleme (ausser dass ich ein sehr feines Gehör habe) – ich bin so froh, dass das Medi wirkt und möchte es eigentlich nicht absetzen – anderseits ist so ein Tinnitus schon extrem nervig… Ich kann einfach nicht sagen, ob es ein Zufall ist, dass der Tinnitus gleichzeitig mit der Medikamenteneinnahme auftritt.

    Kennt sich jemand damit aus?
    Rein Hypothetisch, würde der Tinnitus, wenn er eine Reaktion auf das Medikament ist, nach Absetzen verschwinden auch wenn ich es über längere Zeit nehmen würde oder setzt er sich dann unabhängig davon fest zum charmanten Begleiter auf Lebzeiten?

    Ich habe betreffend Propylaxe nicht mehr so viele Möglichkeiten. Betablocker und Topiramat fallen wegen Anfälligkeit auf Depressionen weg und alles in allem ist der Tinnitus das kleinere Übel (aber dennoch ein recht saurer Apfel).

    Vielen Dank und liebe Grüsse
    Pepita

    Bettina Frank – Admin
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    Liebe Pepita,

    Tinnitus korreliert recht oft mit Migräne. Soll heißen, dass Migränepatienten auffallend oft Tinnitus noch mit im Gepäck haben, ihn sozusagen über die Zeit hin erwerben. Ich habe schon lange Tinnitus und hatte zu dieser Zeit noch nie ein Antidepressivum eingenommen.

    Es kann also sehr gut sein, dass der Tinnitus so oder so gekommen wäre und das Antidepressivum damit nichts zu tun hatte.

    Erst kürzlich hatte ich eine Studie aus Taiwan zum Tinnitus im Newsletter:

    Eine Fall-Kontrollstudie aus Taiwan ermittelt eine erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Innenohrs bei Patienten mit Migräne. Sie litten dreimal häufiger an Tinnitus, auch plötzliche Taubheit war in Relation zu einer Kontrolle-Gruppe häufiger.

    Design

    Anhand von Versicherungsdaten wurden in Taiwan 1056 Patienten identifiziert, bei denen zwischen 1996 und 2013 Migräne diagnostiziert worden war. Etwa 2/3 der Patienten waren weiblich, das mittlere Alter betrug 36,7 Jahre. Zum Vergleich dienten 4224 Personen aus der selben Datenbank mit ähnlichen Merkmalen, aber ohne Migräne. Gemessen wurde die Inzidenz kochleärer Erkrankungen wie Tinnitus, Innohrschwerhörigkeit und/oder plötzliche Taubheit.
    https://bit.ly/2RlcXnQ

    Wenn Trimipramin nun so gut hilft, würde ich es an Deiner Stelle nicht absetzen. Meist vergeht der Tinnitus nicht mehr, wenn er über längere Zeit täglich besteht. Man kann aber gut lernen, ihn auszublenden und gar nicht richtig wahrzunehmen.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Bettina Frank – Admin
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    Nun noch Deine Frage vom September:

    Bei welchem Arzt lässt man Fibromyalgie abklären? Kann ich mich auch an meinen Neurologen wenden?

    Ja, kannst Du beim Neurologen abklären lassen. Oder auch bei einem Schmerztherapeuten, der damit Erfahrung hat.

    Pepita
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    Beitragsanzahl: 38

    Ihr Lieben

    Ich hoffe der Herbst ist bei Euch ebenso goldig wie hier!

    Nach langer innerer Überwindung habe ich es zu meiner Hausärztin geschafft, um meine seit vielen Wochen anhaltenden Muskel und Gelenkeschmerzen zu besprechen.
    Von Ihrer Seite ist Arthritis und Fibro ausgeschlossen, ebenfalls hat sie nochmals auf Borreliose (ich bin viel im Wald und habe regelmässig Zeckenstiche) getestet, ebenfalls negativ.

    Nun sagt sie aber, mein Eisenwert sei tief.
    Die Symptome, wie ich mich nun informiert habe, entsprechen so ziemlich genau meinem sonstigen (neben Migräne) Portfolio: Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Schlafstörungen, Depressionen, Muskelschmerzen.

    Kennt Ihr Euch damit aus?
    Ich bin etwas skeptisch, für mich riecht es etwas nach Alternativmedizin (im Sinne von einem fehlenden Stoff der dann die Lösung für Alles bringt).
    Natürlich versuche ich nun aber das mit den Eisentabletten.
    Wenn es was nützt, werde ich darüber informieren.
    Eisenmangel scheint bei Frauen häufig zu sein und ich meinerseits, habe noch nie davon gehört.

    Allen ein schönes Wochenende
    Pepita

    @bettina
    Danke für den Artikel zum Thema Tinnitus – sehr interessant. Ich kann mir so eine Komorbidität sehr gut vorstellen eigentlich: Das Hirn rast und das Ohr singt irgendwann mit.
    Mein Tinnitus ist immer noch da. Es stimmt, dass man sich teilweise daran gewöhnt und ihn nicht mehr wahrnimmt, ich habe den Verdacht, dass er bei mir bei der PMS stärker wird oder mein Filter dann durchlässiger ist und es mir in dieser Zeit nicht gelingt, ihn zu ignorieren. In diesen Nächten höre ich dann mit dem I Pod Vogelgesänge und Tropische Regenfälle 🙂
    Jedenfalls hat mir Dein Input geholfen, beim Trimipramin zu bleiben.

    heika
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    Liebe Pepita,

    ich kenne mich bei Eisenmangel sehr gut aus, habe jahrelang damit zu tun gehabt und war sogar in eine schwere Eisenmangel-Anämie gerutscht gewesen.

    Einen Eisenmangel zu beheben, hat mit Alternativmedizin wirklich gar nichts zu tun. Es ist eine medizinische Notwendigkeit, die dir bei den von dir beschriebenen Symptomen wirklich gut Abhilfe schaffen kann. Und dich vor noch größeren Problemen bewahren kann.

    Bitte darauf achten, dass du die Eisentabletten mit einem Abstand von mindestens 2 Stunden zu den Mahlzeiten einnimmst und dass du genügend Vit. C zu dir nimmst, dann kann der Körper das Eisen besser aufnehmen. In der Apotheke haben sie mir damals geraten, die Tabletten mit Orangensaft zu schlucken, wobei die Gleichzeitigkeit nicht das Wichtigste ist; es sollte einfach genügend Vit. C im Körper sein, was auch der Fall ist, wenn du beim Frühstück entsprechendes Obst gegessen hast.

    Bei manchen Frauen können Eisentabletten zu Verstopfung führen. Das im Blick behalten. Falls ja, auf ballaststoffreiche Nahrung und genügend Flüssigkeitsaufnahme achten, notfalls mit Flohsamen o.ä. Abhilfe schaffen. 😉

    Man sollte diesen Eisenmangel nicht verwechseln mit vielen anderen in der Werbung oft beschriebenen angeblichen „Mängeln“, die meist gar keine sind. Uns wird von geschäftstüchtigen Firmen gerne eingeredet, dass wir durch unsere Nahrung nicht mehr genügend versorgt sind und zusätzliche Unterstützung brauchen. Dies trifft jedoch nur für wenige Menschen in ganz bestimmten Situationen zu. Dann sollte eine zusätzliche Versorgung aber unbedingt vorher mit dem Arzt abgesprochen werden.

    Lieber Gruß
    Heika

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Liebe Heika

    Da bin ich froh, dass Du das schreibst – manchmal kann ich nicht mehr gut unterscheiden was Ernst zu nehmen ist und was nicht, ich hatte wirklich den Verdacht, dass ist wie Du beschreibst: das Einreden von Mängeln die keine sind.

    Jedenfalls gehe ich also auf jeden Fall das mit den Eisentabletten an! Danke für die Einnahmetips.

    Was ich nicht herausfinde – wie lange dauert es in etwa, bis man einschätzen kann, ob es wirkt. Tage – Wochen – Monate?

    Magst Du erzählen, wie es bei Dir war und was sich bei Dir dadurch verändert hat?

    Alles Liebe
    Pepita

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Liebe Pepita,

    du solltest auf jeden Fall mit mehreren Wochen rechnen, gib dir mal zwei Monate. Bei Eisentabletten ist es so, dass der Körper von dem Eisen im Darm nur ca. 10% aufnehmen kann, bei starkem Mangel bis zu 20%, der Rest wird ausgeschieden. Und es braucht Zeit, bis das Eisen aufgenommen und verwertet wird.

    Erythrozyten, die roten Blutkörperchen, bestehen zum größten Teil aus Hämoglobin – ein Protein, das Sauerstoff binden kann. Da Hämoglobin Eisen enthält, sehen Erythrozyten rot aus, und da Blut sehr viele Erythrozyten enthält, ist auch unser menschliches Blut rot. Deshalb sind Menschen mit starkem Eisenmangel oft blass.

    Das Eisen ist also wichtig, damit die roten Blutkörperchen richtig funktionieren und Sauerstoff in der Lunge aufnehmen und in den gesamten Körper transportieren können.

    Wie ich das bei mir gemerkt habe? Nun, ich bin von Natur aus nicht zimperlich veranlagt und meine Krankheitswahrnehmung ist deshalb „etwas“ 😉 verschoben. Meine Kraftlosigkeit und Schlappheit habe lange Zeit auf zu wenig Sport geschoben, der mir durch die viele Migräne einfach nicht mehr möglich war. Ich dachte immer, wenn ich mal wieder mehr Sport machen könnte, wäre ich auch wieder fitter. Zudem werde ich älter, da hüpft man nicht mehr herum wie eine 20-Jährige. 😉

    Erst als ich unter ständiger Atemnot litt, ging ich zum Arzt. Da waren die Werte schon dermaßen im Keller, dass ich Eisen-Infusionen brauchte. Meine roten Blutkörperchen waren nicht mehr richtig ausgebildet worden, und da die sich nur ca. alle drei Monate erneuern, dauerte es bei mir so lange, bis die Sache wieder im Lot war.

    Ich schreibe das deshalb hier so ausführlich, weil die meisten Leser hier weiblich sind und wir Schmerzpatienten bei Erschöpfungszuständen meist zuerst an unsere Schmerzerkrankungen als Ursache denken. Es gibt durchaus noch anderes. 😉

    Und weil mein Eisen-Spezialist mir damals versicherte (!), wenn meine Eisenwerte wieder im Lot wären, meine Migräne mit verschwinden würde. Nein, das tat sie nicht. Sie blieb völlig unbeeindruckt. Da hat wohl wieder ein Arzt „normale“ Kopfschmerzen und Migräne in deren Ursachen nicht unterscheiden können…

    Lieber Gruß
    Heika

    Pepita
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 38

    Liebe Heika

    Tausend Dank! Es ist genau wie Du sagst – diese dauernde Erschöpfung habe ich darauf zurückgeführt, dass mir die ständigen Schmerzen die Batterie einfach leer saugen.

    Das tun sie sicher auch aber vielleicht sind sie nicht der einzigen Verursacher.
    Ich habe auch seit 2 Jahren eine Infektanfälligkeit, die ich mir nicht recht erklären kann – ich schnappe alles auf was in der Luft rumfliegt, wirklich mühsam. Ich weiss nicht ob ich blass bin, aber ich fühle mich schal und trocken.
    Früher ging ich regelmässig schwimmen, das tut mir super gut, dazu habe ich jetzt aber kaum noch Kraft. Das ist schon unschön.

    In meiner Logik glaube ich auch nicht, dass die Migräne sich davon beeindrucken lässt, aber doch vielleicht die Spannungskopfschmerzen. Es zieht mich wie am ganzen Körper in den Boden. Als nun auch noch die Muskeln angefangen haben… hui.

    Weisst Du, was war bei Dir die Ursache für den Mangel war?
    Ich habe keine starke Menstruation, esse aber seit vielen Jahren fast kein Fleisch (1-2 mal im Monat). Da ich dies aus finanziellen und nicht ethischen Gründen tu, bezeichne ich mich nie als Vegetarier und habe nie darüber nachgedacht.

    Eine letzte Frage, wobei Du ja schreibst, Du hättest Infusionen.
    Weisst Du, ob es mit den Nebenwirkungen der Tabletten wie bei der Migräne Prophylaxe ist, also der Körper sich mit der Zeit daran gewöhnt?
    Ich habe starken Durchfall und ich denke, über 2 Monate müsste ich dem dann schon entgegensteuern.

    Ganz liebe Grüsse.
    Ich fahr jetzt in die Ferien 🙂

    Pepita

    PS: Entschuldige, dass ich hier das Migräne Thema sprenge, ich denke aber wirklich auch, dass es allenfalls für andere „erschöpfte“ Frauen hier wichtig sein könnte, darüber Bescheid zu wissen. Ich selber habe noch nie davon gehört, was mich nach all den Arztbesuchen doch etwas erstaunt.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26871

    Danke für die tollen und wichtigen fachkundigen Informationen zum Thema Eisenmangel, liebe Heika! 🙂

    Liebe Pepita, Dir wünsche ich gute Besserung, schnelle Hilfe durch das zugeführte Eisen und schönen Urlaub. 🙂

    Liebe Grüße
    Bettina

    Daniela
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 642

    Hi Pepita,

    das hier ist DEIN Schmerzverlauf, hier kannst du alles schreiben, was dich grad bewegt. Und wie du gemerkt hast, finden sich oft Leute die wertvolle Erfahrungen weiter geben können.

    Meine Mutter hatte früher so starken Eisenmangel, dass sie oft umgekippt ist; meistens nachts….sie ging aufs Klo und kam nicht zurück…dann hat mein Papa sie gesucht und hat sie ohnmächtig aufm Klo gefunden…

    Sie hat das dann aber auch wieder recht schnell in den Griff bekommen, mit Medikamenten und ein bisschen mit eisenreicher Ernährung. Ich fands immer gruselig, wenn sie sich Leber gebraten hat…weil die so eisenhaltig ist…die roch immer so komisch *g*; aber als Kind nimmt man so was ja ganz anders auf. Was meine Mutter damals auch gelernt hat: keinen Kaffee direkt zum Essen – denn der Kaffee zieht das Eisen aus der Nahrung und es kann nicht gut aufgenommen werden – lieber 2h später den Kaffee trinken und dann geht das besser. Keine Ahnung ob das noch aktuell ist – aber man hat es sich halt so angewöhnt.

    Der Eisenwert war immer das erste was man bei mir kontrolliert hat, als es mir nicht gut ging. Aber bei mir war der immer gut. Mein Immunsystem ist eher übermotiviert, ich bin zwar selten erkältet, aber es hat auch seine Nachteile 😉

    Auf dass dir das Eisen bald das Leben erleichtet!
    Grüßle Daniela

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 5175

    Liebe Pepita,

    da bei mir durch eine Magen- und Darmspiegelung in diesen Bereichen Blutungsquellen ausgeschlossen werden konnten, blieben nur die „fraulichen Gründe“ 😉 . Ich habe übrigens sowohl Eisen-Infusionen bekommen als auch jahrelang Eisentabletten genommen, nur nicht parallel, kenne mich also bei beidem aus.

    Warte einfach mal ab, ob du überhaupt Nebenwirkungen verspürst. Ich würde das locker angehen. Und die bei manchem Frauen auftretende Nebenwirkung der Verstopfung käme dir ja eigentlich gerade recht 😉 . Falls du Nebenwirkungen verspüren solltest, würde ich an deiner Stelle nicht erwarten, dass diese nachlassen. Doch das Gute ist, dass du die Tabletten ja wieder absetzen kannst, wenn dein Eisenmangel behoben ist. Es ist für dich ja nur eine Behandlung auf Zeit. Ab dann könntest du hin und wieder mal eine Eisentablette als Erhaltungsdosis zu dir nehmen.

    Das Problem mit dem Eisenmangel ist übrigens deshalb in den letzten Jahren ein bekannteres Thema geworden, weil er verstärkt auftritt. Früher bekamen die Frauen mehr Kinder. Auch wenn der Eisenspiegel in der Schwangerschaft gewöhnlich absinkt, wird doch durch die langen Schwangerschafts- und Stillmonate auch wieder Eisen „gespart“. Zudem kommen die Mädchen viel früher in die Pubertät und die Menopause hat sich deutlich nach hinten verschoben.

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Urlaub mit möglichst ruhigem Kopf!

    Lieber Gruß
    Heika

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