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Mein persönlicher Schmerzverlauf

Öffentliche Gruppe zuletzt vor 8 Stunden, 1 Minute aktiv

Hier könnt Ihr über Euren persönlichen Schmerzverlauf berichten. Sei es Migräne, Aura, Sonderformen der Migräne, Spannungskopfschmerz, Clusterkopfschmerz, Neuralgien, oder sonstige Schmerzzustände.

Wie begann alles, wie entwickelte sich die Erkrankung, verstärkte oder verbesserte sie sich. Wie ging ich damit um in früheren Zeiten, wie verarbeite ich sie jetzt. Was bewegt mich, was macht mir Angst und was gibt mir Hoffnung.

Hier geht es nicht nur um den rein medikamentösen Behandlungsverlauf und was man schon alles versucht hatte, sondern auch um die psychische Ebene, mit dieser Erkrankung umzugehen.

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Darf ich mich vorstellen (Inie) (49 Antworten)

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  • Profilbild inie83 vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Hallo,
    ich lese schon seit Monaten hier mit, habe jetzt endlich die Kraft und den Mut gefunden, mich hier auch mal vorzustellen.
    Ich leide seit meinem 16 Lebensjahr an Migräne. Also mittlerweile schon 12 Jahre. :-( . Ich bin sehr schnell bei den Triptanen gelandet, weil alle herkömmlichen Schmerzmittel bei mir von Anfang an keine Wirkung gezeigt haben. Vor 7 Jahren war ich dann in einer Klinik zum Medikamenenentzug, weil sich ein MÜK eingestellt hatte. Bin danach jedoch wieder bei den Triptanen gelandet, weil auch nach dem Entzug nichts bei mir geholfen hatte.
    An Prophylaxen bin ich jetzt dann auch fast durch und bisher hat leider nichts geholfen bzw. nichts langfristig.
    Habe in den letzten Jahren “leider” viel funktionieren müssen und daher wenig auf mich Acht gegeben. Als die Migräne angefangen hat, habe ich kurz drauf meine Ausbildung begonnen. Während der Abschlussprüfungen und der Vorbereitungen ging es mir körperlich so schlecht, dass ich zusätzlich noch Panikattacken bekommen habe. Meine Ausbildung stand auf dem Spiel weil ich mich teilweise nicht in der Lage gefunden habe mit meiner Migräne und den Panikattacken weiter zumachen. Jedoch hatte ich ziemlich Druck vom Elternhaus, Geschäft etc. das ganze Durchziehen zu müssen. Habe es dann irgendwie mit viel Medikamenten und Selbstüberwindung geschafft und dann kurz drauf meinen Job angefangen. Ich arbeitet 10 Jahre unter einem kollerischen Chef, für den es Migräne nicht gab. Hatte aber auch nicht die Kraft, mir eine andere Stelle zu suchen. Der Rest passte super (Arbeitsumfeld, Kollegen etc.) Das ist alles psychisch musste ich mir immer anhören und ich solle mich zusammenreißen. Da meine Verbeamtung auf dem Spiel stand und ich wieder durch viel Druck eingetrichtert bekam, ich muss alles durchziehen, habe ich meine restlichen Jahre anstatt mich krankschreiben zu lassen meine Urlaubstag genommen, wenn ich nicht arbeiten konnte.
    Vor 20 Monaten habe ich dann eine Tochter bekommen. Die Schwangerschaft war ein einiziges Grauen. Ich hatte nur Migräne, konnte ja nichts nehmen und war dann ab dem 5. Monat krankgeschrieben. Nach der Geburt meiner Tochter wurde die Migräne so schlimm wie noch nie und hat bis heute angehalten.

    Ich war jetzt gerade 3 Wochen in Mutter-Kind-Kur. Das Haus war auf Migränepatienten spezialisiert. Die Ärztin dort meinte nach einem Gespräch zu mir, es tut ihr leid, dass ich so an Migräne leide, aber ich hätte ja jetzt alle Möglichkeiten von Prophylaxen etc. ausgeschöpft und sie hatten noch nie so einen schweren Fall wie meinen. (Das macht natürlich Mut).
    Bin derzeit am überlegen, wieder beruflich einzusteigen. Bin jedoch gerade so kraftlos. Weiß einfach nicht, wie ich gerade die Tage überleben soll. Habe zwar viel Unterstützung von meinem Mann, er kann auch nicht immer vom Geschäft daheim bleiben. Also, verbringe ich gerade viele Tage zu Hause und versuche irgendwie den Tag mit meiner Kleinen rumzugriegen. Die Kur hat mir zwar viel Mut gemacht, einige Dinge zu verändern, aber seit ich daheim bin (2 Wochen) geht es mir fast schlechter wie vor der Kur. Bin grad ziemlich deprimiert und weiß gerade auch nicht, wie das noch weiter gehen soll bzw. was ich noch alles ausprobieren soll. Ich habe echt alles durch.
    LG

  • Profilbild alchemilla vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Das fühlt sich schlimm an, nicht wahr? -Wenn man denkt, sagen zu müssen, dass man alles durch hat.
    Aber dein Eintritt hier in das Forum wird dir vielleicht doch noch den einen oder anderen Weg aufschließen.
    Deshalb:
    Herzlich willkommen ! ! !

    Der erste Hinweis: wenn du deine vielen, vielen Migräneattacken mit Schwangerschaft und Geburt in Zusammenhang siehst, dann lohnt es sich bestimmt, hier im Forum mal alle Beiträge zum Thema “Östrogendominanz” oder “Progesteronmangel” zu studieren. Dort gibt es ein paar links und viele Erfahrungsberichte.
    Das ist nämlich ein Gebiet, was ziemlich unerforscht ist, weswegen Ärzte oftmals diesen Weg nicht in ihrem Repertoire haben können.
    Neurologen wissen oft nichts von Hormonen und Gynäkologen nichts von Migräne.
    Also suchen wir selbst die Informationen und dann einen Arzt, der eine entsprechende Therapie durchzuführen bereit ist.
    Alles Gute, erstmal!
    LG
    alchemilla

  • Profilbild Julia vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe Inie,

    erst mal auch von mir ganz herzlich willkommen. Lass den Kopf nicht hängen, alles durch hat man in Bezug auf Migräne nie. Auch ich habe in Jahrzehnten immer wieder das Gefühl gehabt, außer MÜK gibt es nichts für mich. Jetzt habe ich eine wunderbare Prophylaxe (2. Versuch ) und fühle mich wie befreit. Sicher wird auch das nicht ewig halten, aber dann wird was neues probiert. Es gibt, das wirst du hier im Forum deutlich erkennen, immer noch Möglichkeiten. Hilfe bekommen wir hier ohne Ende.

    Auf eine für dich erfolgreiche Zeit hier bei uns
    Liebe Grüße
    Julia

  • Profilbild regenbogen68 vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe Inie,

    willkommen!
    Schnell bei den Triptanen zu landen, ist erst einmal gar nichts Schlechtes, sondern gut, wenn man Migräne hat. Viele Menschen nehmen jahrelang normale Schmerzmittel, die es in der Apotheke frei verkäuflich gibt, z.B. Aspirin, und wissen nicht, dass es Spezialmedikamente gibt.

    Könntest Du einmal etwas genauer über Dich erzählen, damit wir besser mitdenken können? Mich würde zum Beispiel interessieren:

    - Wie viele Attacken hast Du derzeit im Monat? An wie vielen Tagen im Monat nimmst Du Medikamente? Was nimmst Du?
    - Welche Prophylaxe nimmst Du derzeit? Und: Seit wann?
    - Welche Prophylaxen hast Du schon durch? Hast Du die alle mindestens 3 Monate getestet? Es sei denn, es gab schwere Nebenwirkungen.
    - Machst Du etwas auf der nicht-medikamentösen Ebene? Dazu gibt es hier seit kurzer Zeit einen eigenen Faden.
    - Wie geht es Dir derzeit mit den Panikattacken? Ist das noch ein Thema? Bist Du allenfalls therapeutisch betreut?

    Und: Kennst Du das Buch von Professor Göbel? (Die anderen mögen es mir nachsehen, dass ich das jetzt immer frage – aber mir hat es wirklich die Augen geöffnet und das bereits bevor ich hier ins Forum gekommen bin).

    Migräne ist nicht psychisch bedingt. Aber Migräne zehrt an der Psyche. Das wissen aber andere Menschen nicht.

    Musst Du ruckzuck in den Beruf? Würdest Du in dasselbe Umfeld einsteigen, das dir nicht gut getan hat?

    Grundsätzlich denke ich, es wäre gut, würdest Du erst einmal Boden unter den Füßen bekommen! Das sollte an oberster Stelle stehen. Alleine Mutter zu sein, ist schon ein Full-time-Job.

    Herzlich, Regenbogen

  • Profilbild regenbogen68 vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    P.S.: Hier gibt niemand auf!!! ;-)

  • Profilbild Doro vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    liebe Inie,

    schön dass Du uns gefunden hast. Und egal was kommt, hier bist Du nicht alleine!!!
    Schau Dir die einzelnen Foren an und stell Deine Fragen. Ich bin mir sicher, dass es auch für Dich noch neue Wege gibt.
    Nur Mut, wie regenbogen schon sagt: hier gibt niemand auf :-)
    Verzweiflung kennen wir alle, aber gestützt von den lieben LeidensgenossenInnen ist oft ein Persektivenwandel möglich….
    Alles Liebe
    Doro

  • Profilbild heika vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe Inie,

    auch ich würde dich gerne fragen, WAS dich in den Beruf zurücktreibt. MUSST du wieder arbeiten gehen?
    Mit 20 Monaten ist dein Kind in einem für die Eltern noch sehr anstrengenden Alter. (Später können Kinder zwar auch noch anstrengend sein, aber dann anders anstrengend ;-) .) Die Erziehung eines kleinen Kindes und der gesamte Alltag mit ihm ist eh schon eine große und wichtige Herausforderung, dazu kommt noch deine schwere Migräneproblematik. Puh, da noch eine Berufstätigkeit draufzupacken, würde ich mir momentan mehr als gut überlegen.

    Lieber Gruß
    Heika

  • Profilbild Bettina Frank – Moderatorin vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Willkommen bei uns, liebe Inie,

    Du hast viel mitgemacht, aber glaube mir, hier bist Du in bester Gesellschaft. ;)

    Du bist also schon verbeamtet? Wenn ja, stehen Dir drei volle Jahre für die Kinderbetreuung zu und Dein Platz muss Dir freigehalten werden. Wenn es finanziell machbar ist, würde ich Dir sehr raten, Dir und Deinem Kind diese Zeit zu gönnen und Dich auch währenddessen intensiv um Deine Gesundheit zu kümmern.

    Dazu gehören:
    Ein engagierter Neurologe, der Dir immer zur Seite steht.
    Viel Wissen und Information – auch erhältlich über unser Forum.
    Verhaltensanpassung
    Entspannungsverfahren

    Erzähl noch ein wenig über Dich, damit wir Dir besser raten können.

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Profilbild inie83 vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Hallo,
    wow, bin überwältigt, von den lieben Antworten. Schreibe leider erst jetzt zurück, da ich gestern morgen eine furchtbare Migräneattacke bekommen habe und nur noch liegen konnte. Hatte in den letzten zwei Wochen soviel Migräne, dass ich diesen Anfall ohne Triptane ausgehalten habe.

    Kennt ihr das? Wenn man einen Anfall mal so aushält, ist es danach ein paar Tage wieder besser. Ist zwar die Hölle durch die man da geht, aber mir bringt das danach öfters Erleichterung. Heute ist es auch nicht viel besser, aber ich glaube, es liegt an diesem furchtbaren Sturm draußen.

    @ Julia: Welche Prophylaxe nimmst Du?

    So, nun noch ein bisschen zu mir. :-) Ich habe derzeit im Monat zwischen 7-10 Anfällen, die derzeit dann auch bis zu 3 Tage anhalten. Wobei ich immer nur die Tage zähle, an denen ich Triptane nehme.

    Also, Kopfschmerztage habe ich über 10. Aber da ich ja schon einen MÜK hatte bin ich sehr vorsichtig mit der 10-Tage-Regel geworden. Derzeit nehme ich Sumatriptan 100. Hatte davor jahrelang AscoTop und Maxalt lingual. Jedoch sind die wohl ausgereizt. Helfen nicht mehr. Sumatriptan ist gerade das einzige Triptan, welches noch Wirkung zeigt.
    Im Moment nehme ich gerade nichts ein zur Prophylaxe. Habe bis vor 3 Monaten Amlodipin probiert. Die Anfälle wurde dadurch zwar schwächer, aber häufiger. Musste es leider wieder absetzen, da der Triptanverbrauch dadurch auch anstieg.
    Sonst habe ich bis jetzt Betablocker, Topamax probiert. Mein Neurologe meinte, dass die für mich in Frage kommenden medizinischen Prophylaxen durch wären?!
    Habe in der Klinik jetzt von “Amitriptilin” (heißt das so) gehört. Zählt wohl zu den Antidepressiva. An so etwas hab ich mich bis jetzt noch nicht hingetraut.

    Ansonsten hab ich mehrfach Akupunktur gemacht, Eigenbluttherapie, versch. Heilpraktiker (weiß nicht wie viel Kügelchen und Tröpfchen ich schon genommen habe :-) ), Ostheopatie, geh regelmäßig zur Massage, etc. Muskelentspannung nach Jacobsen, Feldenkrais etc.
    Habe sehr lange Migra 3 genommen. Hatte das Gefühl, dass es ein bisschen was gebracht hat. Jedoch nicht den Erfolg, den ich mir gewünscht hatte. Und mit derzeit einem Verdienst, war es doch dann sehr teuer auf Dauer.
    Versuche jetzt wieder bisschen in die sportliche Richtung was zu machen. Hab dort in der Kur gute Ansätze bekommen (Walken, Schwimmen, etc.) und hoffe mal, dass ich dadurch auf Dauer die Attacken etwas eindämmen kann.

    Meine Panikattacken hatte ich die letzten Jahre ziemlich gut im Griff. Seit meine Kleine auf der Welt ist, haben sie wieder zugenommen. Einfach durch das Gefühl, da ist jemand, um den du dich kümmern musst und funktionieren musst und wenn ich dann nachts schon merkte, die Migräne fängt an, und mein Mann aber am nächsten Tag nicht daheim bleiben konnte, wurden die Panikattacken schlimmer.

    Wobei es sich jetzt durch die Kur wieder ein wenig gelegt hat. Aber die haben mir dort geraten, eine Gesprächs- Verhaltenstherapie anzufangen, damit die Attacken nicht mehr so häufig kommen.
    Das Buch von Prof. Göbel kenne ich nicht, wie heißt das? Würde mich interessieren.

    @Bettina. Ja, ich bin verbeamtet. Das war ja der harte Kampf in den letzten Jahren. Mein Geschäft sagte zu mir, mit dieser Krankheit werden wir sie nie verbeamten!!!! (kam mir vor, als hätte ich eine tötliche, ansteckende Krankheit). Hatte mich dann damals doch entschieden zu kämpfen und letztendlich hat es dann geklappt. Bin nun zwar froh drum, aber es war ein harter Weg, der mir viel abverlangt hat.

    Zurück in den Beruf muss ich “eigentlich” noch nicht. Also, würden auch noch ein Jahr mit einem Verdienst um die Runden kommen. Meinen alten Chef gibt es nicht mehr bei uns und sonst hat sich auch ziemlich viel in der Führungsebene getan. Ich habe zwar Anspruch auf eine Stelle, aber nicht mehr auf meine. Die können mich überall hinversetzen als Beamtin.

    Ich hätte evtl. die Möglichkeit dieses Jahr wieder für ein paar Stunden in meine alte Abteilung einzusteigen. und da ich ein “Gewohnheitstier” bin und dort einfach schon alles und jeden kenne und weiß was auf mich zukommt, sehe ich es evtl. als Chance wieder reinzukommen. Die Psychologin in der Klinik meinte, dass sie es sogar als positiv für meine Migräne sehe, da man dann wieder andere Aufgaben hat und anderst gefordert wird. Und manchmal frag ich mich echt abends, ob ich einen entspannteren Tag gehabt hätte, wenn ich heute einfach 8 Stunden gearbeitet hätte anstatt mich um meine kleine Hexe zu kümmern. ;-)
    Ich bin einfach hin und hergerissen. Auf der einen Seite denke ich mir, dann wär sie für ein paar Stunden im Kindergarten und ich hätte wieder eine andere kleine Aufgabe am Tag und wir hätten einen richtig festen Tagesablauf (was ja für die Migräne nicht schlecht wäre). Auf der anderen Seite hab ich ziemlich Angst davor, dass alles auf dir Reihe zu bekommen. Also, ich bin gerade hin und her gerissen. Hatte eigentlich nicht vor, wieder so früh zu arbeiten, aber habe Angst, dass ich die Chance wieder zurückzukommen nicht wahr nehme und sie mich dann evtl. in einem Jahr irgendwo hinstecken, wo es mir gar nicht gefällt und ich es dann bereue.
    So, erstmal soviel zu mir.
    Vielleicht könnt ihr mir ja noch andere Prophylaxen nennen, die euch etwas geholfen haben. Bin sehr offen für Neues.
    Wünsche euch allen einen schönen, schmerzfreien Tag. Hoffe, der Sturm macht euch nicht so zu schaffen.
    LG

  • Profilbild regenbogen68 vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe Inie,

    Du tust wirklich viel, da kann man nichts sagen. Aber ich denke, es gibt bestimmt noch Optionen. Wegen Prophylaxen melden sich bestimmt noch ein paar.

    Ich kann Dir zumindest einmal den Buchtitel nennen: Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne.

    Wenn ich Dir so zuhöre, denke ich, dass es noch etwas zu früh ist, mit dem Arbeitengehen. Ich würde warten, bis es Dir besser geht.

    Erscheint es Dir nur denkbar, eine Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen, wenn Du arbeiten gehst?

    Warum die Kleine nicht so auch stundenweise in eine nette Betreuung geben (wenn es finanzierbar ist)? Dort hat sie andere Kinder um sich herum und Du hast Luft für Dich. Und Du wärst auch mit den Panikattacken evt. entlastet?
    Bist Du sonst mit der Betreuung der Kleinen ganz auf Dich gestellt oder gibt es Freundinnen, die in der Not einmal aushelfen oder Familienmitglieder? So ein Netzwerk ist wichtig.

    Einen regelmäßigen Tagesablauf kann man sich auch ohne Job “basteln”. Indem Du die Kleine zur Betreuung bringen musst, anschließend z.B. zum Sport gehst (oder, wenn es Dir schlecht geht: eben wieder entspannt ins Bett).
    Was denkst Du?

    Herzlich, Regenbogen

  • Profilbild Doro vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    hallo liebe Inie,
    so ein kleines Kind ist in der Tat sehr anstrengend. Ich erinnere mich sehr gut an diese Zeit mit meiner Tochter, sie brachte mich auch an meine Grenzen.
    Als sie 2 Jahre alt war, habe ich sie mir mit meinem Mann *geteilt*. Wir waren dann beide halbtags unterwegs. Und das kann ich dir auch nur empfehlen. Denn das war eine Lösung, die für uns und für unsere Tochter super war. Mit 3 Jahren kam sie dann in den KIndergarten und mein Mann hat seine Arbeitszeit wieder hochgeschraubt. Mein Mann kann es auch nur jedem Vater empfehlen. Gut, es ist immer noch nicht üblich, dass sich Väter so einsetzen, aber es lohnt. Und mein Mann steht ganz bestimmt mit beiden Beinen im Leben und ist durchaus eine sehr starke Persönlichkeit.( Nur um eventuelle Missverständnisse vorzubeugen ;-) )
    Vielleicht wäre das ja auch mal eine Option, die Aufgabenteilung neu zu überdenken…..
    Meine Prophylaxe sieht wie folgt aus:
    - 4x die Woche (wenn migränefrei) Ausdauersport – laufen (40 Min)
    - 1x wöchentlich Yoga
    - tägliche Meditation
    - 1x monatlich Osteopathie
    - alle 2 Wochen Akupunktur
    - 2x täglich jeweils 2 Tabletten Migravent
    - regelmäßiger Schlaf-Wachrhythmus ( das wird mit dem Kind bestimmt schwer :-( )
    - Ernährung (ausreichend Kohlehydrate, keinen Alkohol, keine Schokolade, keine Hartkäse, kein altes Obst, kein Glutamate, immer frisch kochen! etc)

    Durch diese KONSEQUENTE Prophylaxe konnte ich bis jetzt meine Anfallshäufigkeit von 10-12 Tage monatlich auf 3-5 Tag senken und die Dauer ist nicht mehr so heftig. In den letzten beiden Monaten hatte ich nur noch 1 Anfall der über 4 Tage ging mit Erbrechen und dem kompletten Programm. Ansonsten komme ich mit 1 Ibuprofen bei den ersten Anzeichen ganz gut klar. Die richtig schlimmen Attacken kann ich also durch diese Prophylaxe um mindestens die Hälfte minimieren. Was bleibt ist ab und an der Schwindel, aber damit kann ich ganz gut .
    leben….
    Du siehst, man kann einiges tun, es ist halt Arbeit.
    Ich habe irgendwann für mich beschlossen, dass ich mir das Wert bin.
    Ich fordere mittlerweile auch mehr Unterstützung ein. Und, was soll ich dir sagen, da kommt einen ganze Menge zurück. Meine Famillie ist nicht mehr nur zum *Mitleiden* verdonnert. Das Familienleben hat sich dadurch auch entspannt….
    LG
    Doro

  • Profilbild sternchen vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Liebe Inie,
    ich finde Regenbogen´s Anregungen super toll. Deinen Arbeitsplatz wieder gut besetzten zu können bedeutet, gut vorbereitet zu sein. Zuerst eine wirklich gute Betreuung für die “Kleine” finden. Dann für Dich ein bißchen tun, (Sport etc.) eine gute Prophylaxe finden, wenn alles etwas besser läuft, ist es sicher ganz wichtig an Arbeit zu denken. Aber alles ganz entspannt. Das mindert die Migräne und die Panikattacken. Manchmal ist es nützlich sich einen Plan zu machen. Prioritäten setzten, und abharken.
    Viel Erfolg.
    Lieber Gruß
    Sternchen

  • Profilbild regenbogen68 vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Das Maximum an Entlastung bringt ein nettes Au-Pair.
    Aber man muss Platz in der Wohnung / im Haus haben und es akzeptieren, dass man ein Familienmitglied mehr hat. Ich kenne mehrere Familien, in denen das wunderbar klappt. Sowohl mit kleinen als auch größeren Kindern. Das Au-Pair wird sogar heiß geliebt! ;-)

    Liebe Doro, ich glaube, so genau hast Du Dein Programm noch nie gepostet. Wie auch immer, ich bin sehr beeindruckt – es motiviert mich! DANKE!! Der Satz, dass Du Dir das wert bist – ja, genau. Den können wir uns auf die Fahnen heften!
    Liebe Inie, ich denke, Doro gehört bei uns wirklich zu den Besten und Konsequentesten. Nicht gleich denken, dass wir hier alle so toll sind. ;-)

    Herzlich, Regenbogen

  • Profilbild sternchen vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Ein nettes Au-Pair finde ich auch klasse. Aber es birgt auch einige Gefahren. Ich spreche aus eigener Erfahrung. M.E. muss man einem Au-pair auch gerecht werden. D.h. zusätzliche Unternehmungen, Kümmerung, Sprache und Einstellen auf andere Persönlichkeiten etc. Manchmal stimmt die Chemie nicht, und Probleme sind vorprogramiert. Ich will hier nicht negativ schreiben, denn ich habe viele Jahre von wirklich sehr netten Au-pair´s profitiert. Ohne Au-pair wäre für mich ein Arbeitsleben nicht möglich gewesen. Da bin ich sehr dankbar.
    Aber, ich möchte auch vermeiden, dass ein Au-Pair zu blauäugig als Wohlfühlprogramm angesehen wird.
    Unser letztes Au-Pair hat einen Kollegen meines Mannes geheiratet. Eine super nette Geschichte. Am Jahreswechsel haben wir die beiden wiedergesehen. Einfach schön.
    bb
    Sternchen

  • Profilbild regenbogen68 vor 4 Monaten, 2 Wochen:

    Liebes Sternchen,
    da hast Du ganz Recht. Ein Wohlfühlprogramm ist ein Au-Pair nicht und darf es nicht sein, denn es ist ein junger Mensch, der Land, Menschen und Sprache (kennen-)lernen möchte und auch soll.
    Es hat auch ein fixes Stundenpensum, aber da kann man sich in der Regel zusammenreden.
    Was Du schreibst, klingt besonders nett. Ich kenne auch, “hängen gebliebene” Au-Pairs.
    Herzlich, Regenbogen