Mein persönlicher Schmerzverlauf

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Diagnose Münzkopfschmerzen (Caro)

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    Hallo zusammen,

    ich möchte mich und meinen „Kopf“ kurz vorstellen. Los ging alles vor zwei Jahren (Mai 2015). Ich hatte von einem Tag auf den anderen einseitige Kopfschmerzen (ausschließlich rechte Seite), die besonders am Abend und in der Nacht nicht zu ertragen waren. Der stechende Schmerz war 24 Stunden durchgehend da, mal schwächer und mal stärker aber niemals weg. Es ist genau ein Punkt, der betroffen ist. Nebenerscheinungen wie Übelkeit, Lichtempfindlichkeit usw. habe ich keine.

    Ich bin dann von Arzt zu Arzt gelaufen und fühlte mich leider zum Teil auch nicht ernst genommen. „Haben Sie Stress“ war die häufigste Frage, die mir gestellt wurde. CT hat keinen Befund ergeben also wurde ich zum Orthopäden geschickt. Daraufhin habe ich Physiotherapie absolviert. Es trat aber keine Besserung ein. Nach knapp drei Monaten war der Schmerz aber dann von heute auf morgen weg und ich einfach glücklich. Die Freude war nur von kurzer Dauer, da es im Herbst genauso plötzlich wieder losging wie beim ersten Mal. Ich habe dann Osteopathie probiert aber auch hier keine spürbaren Verbesserungen erlebt. Wieder nach drei Monaten war der Schmerz weg. Genauso ging es weiter. Drei Monate Schmerzen, drei Monate schmerzfrei und nun befinde ich mich in der fünften Schmerzphase und halte es kaum aus.

    Den letzten beiden Phasen gingen Nackenschmerzen voraus. Ich habe Neurologen, Orthopäden, Zahnärzte usw. durch und bin dann im Kopfschmerzzentrum in Essen gelandet. Diagnose: Münzkopfschmerz – leider finde ich dazu kaum Informationen um abzugleichen, ob diese Diagnose auch wirklich passt. Ich nehme nun seit einigen Tagen Amineurin, da diese Tabletten angeblich helfen sollen. Wohl fühle ich mich bei der Einnahme solcher Tabletten nicht aber es ist einen Versuch wert. Hat jemand Erfahrungen mit Münzkopfschmerzen? Oder erkennt ggf. jemand den Verlauf und hat eine andere Diagnose/andere Behandlungen erhalten? Ich danke euch schon jetzt!

    Profilbild von JuliaJulia
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    Hallo und ganz herzlich willkommen bei uns im Headbook, liebe Caro.

    Mit dem Münzkopfschmerz kenn ich mich persönlich und wohl auch fast alle Anderen hier nicht aus. Deine Beschreibung klingt für mich aber schon so, als wäre die Diagnose richtig. Zum Glück, bei allen unnötigen und schlimmen Schmerzen, ist er ja nicht gefährlich. Und da ihm ja bei dir oft für längere Zeit das Geld auszugehen scheint, hast du dann ja auch immer wieder zuverlässig deine Erholungsphase. Ich weiß, ist kein Trost 🙁 .

    Du schreibst, dass du dich bei der Einnahme solcher Tabletten nicht wohl fühlst. Grundsätzlich, weil du „sowas“ nicht magst oder hast du Nebenwirkungen? Ist es eher ein generelles Problem, solltest du versuchen, deine Einstellung ein bisschen zu korrigieren. Hast du aber echte Nebenwirkungen, könnte es sein, das du zu schnell aufdosiert hast oder gleich mit zuviel angefangen. Dann wäre eine Reduktion der täglichen Menge sinnvoll. Evtl. mit wenigen Tropfen anfangen. Das Amitryptilin ist ein wirksames Medikament, wenn​ es richtig eingesetzt wird. Bitte aber auf jeden Fall mit dem Arzt besprechen, wir sind nur Laien und Dosierungen muss der Arzt anordnen.

    Sicher meldet sich unsere Moderatorin Bettina noch und ja auch möglicherweise Betroffene.

    Alles Gute und liebe Grüße,
    Julia

    Profilbild von Bettina Frank - ModeratorinBettina Frank – Moderatorin
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    Willkommen im Headbook, liebe Caro. 🙂

    Beim Münzkopfschmerz handelt es sich (wahrscheinlich) um eine Neuralgie eines Trigeminusastes. Er spricht meist gut an auf die Therapie mit den Antikonvulsiva Gabapentin und Pregabalin. Sehr effektiv soll auch die lokale Injektion mit einer kleinen Menge Botox sein. Mit Amineurin wirst Du wohl eher keinen Erfolg haben. Vielleicht magst Du noch mal Rücksprache halten mit Deinen Ärzten und die genannten Optionen besprechen.

    Niemand nimmt gerne Medikamente ein, aber Schmerzen sind halt auch nicht toll. 😉 Es ist immer ein Abwägen, was man aushalten will und was nicht. Ich bin einfach froh und glücklich, dass wir heutzutage Schmerzmedikamente haben, die uns die Lebensqualität wieder zurückgeben.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Bettina

    Profilbild von CaroCaro
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    Vielen Dank! Ich werde den Vorschlag der Medikamente gerne mit meinem Arzt besprechen . Das verschriebene Medikament habe ich nicht in Frage gestellt, da ich davon ausgegangen bin, dass die Experten im Kopfschmerz Zentrum schon wissen werden was sie tun. Aber so bekannt scheint diese Kopfschmerzvariante leider nicht zu sein. Würde mich daher sehr freuen jemanden mit der gleichen Diagnose kennenzulernen um sich gegenseitig auszutauschen.
    Toll, dass es dieses Forum gibt!
    Viele Grüße
    Caro

    Profilbild von Bettina Frank - ModeratorinBettina Frank – Moderatorin
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    Liebe Caro,

    ich bin sicher, dass die Experten wissen was sie tun. Trotz allem kann man auch als Patient mitdenken und gewisse Überlegungen mit seinem Arzt diskutieren. Der Münzkopfschmerz ist keine Variante eines anderen Kopfschmerzes, sondern eine primäre Kopfschmerzart. Eine von 367 Formen. 😉

    Ich würde Dir wünschen, dass sich noch jemand mit derselben Diagnose hier meldet, sodass Du Dich austauschen kannst. Wir hatten das Thema bisher noch nicht, aber vielleicht liest ja wer mit und beteiligt sich am Gespräch. Immerhin lesen in Headbook täglich mind. 20000 Menschen mit, so auch viele nicht registrierte Mitglieder.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Profilbild von CaroCaro
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    Liebe Bettina,

    vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich nehme deine Tipps bzgl. der Medikamente auf jeden Fall mit. Bisher habe ich nur einen Hausarzt und keinen Neurologen, der mich „betreut“. Am besten gehe ich mit der Diagnose des Kopfschmerzzentrums wohl mal zu einem Neurologen und bespreche dort das weitere Vorgehen. Ich habe hier vieles gelesen und bin auf der einen Seite natürlich froh, dass ich nicht wie viele andere durchgehend Schmerzen habe. Auf der anderen Seite bin ich aber auch frustriert, dass es so wenig Erfahrungen / Informationen über diese Art des Kopfschmerzes finden kann. Google gibt auch extrem wenig her…. Vielleicht findet sich ja doch noch jemand, der diese Diagnose gestellt bekommen hat oder über ähnliche Symptome berichtet. Komme mir gerade wie eine Außerirdische vor :-). Ich bin aber natürlich auf froh, dass ich nach zwei Jahren endlich eine Diagnose habe mit der ich arbeiten kann. Der Besuch bei den ganzen Ärzten, die mich und meine Schmerzen nicht erst genommen haben, war wirklich frustrierend und haben natürlich auch Selbstzweifel ausgelöst. Auch wenn ich hier noch niemanden gefunden habe der meine Diagnose teilt, so finde ich hier dennoch viele Parallelen bzgl. des Gemütszustandes usw. und bin daher trotzdem dankbar euch gefunden zu haben.

    Viele Grüße und schönes Wochenende!
    Caro

    Profilbild von Bettina Frank - ModeratorinBettina Frank – Moderatorin
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    Liebe Caro,

    am kommenden Montag ist der Live-Chat mit Prof. Göbel. Frage ihn doch mal danach, eventuell auch nach der für diese Kopfschmerzart übliche Medikation. 😉 Das wäre jetzt mal eine gute Gelegenheit, der Austausch mit Betroffenen kommt ja vielleicht auch noch zustande.

    Zu der Ärztin, die Dich nie ernstgenommen hatte, gehst Du wohl nicht mehr. Ein Neurologe ist sehr wichtig für Dich, damit die Betreuung vor Ort sichergestellt ist. Eventuell hat er ja auch noch eine andere Empfehlung für Dich.

    Liebe Grüße
    Bettina

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