Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Drei Monate nach Kiel immer noch ohne Triptane, Petra stellt sich vor!

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  • Petra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Hallo zusammen!
    Endlich habe ich es geschafft mich hier anzumelden. In den letzten Jahren habe ich hier immer mal wieder reingelesen und es hat mir oft sehr gutgetan zu spüren dass man mit dieser leidigen Erkrankung nicht alleine ist. Ich bin 50 Jahre jung und habe seit meiner Kindheit Migräne. Verstärkt nach der Geburt meines Sohnes vor 13 Jahren. Direkt danachbin ich in die Wechseljahre gehüpft und die Migräne wurde chronisch. In den letzten 5 Jahren ca. 15 bis 20 Anfälle im Monat, zeitweise täglicher Dauerkopfschmerz mit MÜK. Immer wieder wechselnde Prophylaxe und Triptanpausen haben leider nicht viel Erfolg gebracht. Es wurde in den letzten drei Jahren dann so schlimm dass ich meinen Beruf als Arzthelferin ganz aufgegeben habe. Dazu muss ich erwähnen das mein Sohn Autist ist, und ich die Belastung in Kombi mit der fast täglichen Migräne nicht mehr aushalten konnte.Anfang des Jahres hat meine Neurologin mich in Kiel angemeldet. Im August bin ich dann 16 Tage in der Schmerzklinik gewesen und ich muss sagen es war das Beste was mir passieren konnte.Meine Migräne ist wieder händelbarer geworden. Ich bin mit Topiramat und Candesartan sehr gut eingestellt und meine Attacken sind milder und viel viel weniger geworden. Aktuell bei 5 im Monat. Ich weiss dass ich mich auf dünnen Eis bewege und alles sehr schnell kippen kann aber ich geniesse gerade jeden Tag. Ich habe bislang noch kein Triptan eingenommen und habe eine sehr große Hemmschwelle inzwischen. Ich werde weiter berichten und freue mich jetzt erstmal hierzusein und auch mal etwas positives zu erzählen.

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3834

    Liebe Petra,

    ich lese deine Zeil grad mit ganz großer Begeisterung. Es ist sooooo toll, dass du eine Rückmeldung gibst.

    Oft ist man nach dem Aufenthalt erst einmal mit sich selbst beschäftig. Dann nach einer guten Zeit zu Hause hat man es oft vergessen, wie wichtig solche Feedback´s sind.

    Uns hier gibt es ganz viel Kraft, einerseits im Headbook tätig zu sein und andererseits selbst in schlechten Zeiten positiv zu denken.

    Danke dafür.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 72

    Hallo liebe Petra,

    deine Zeilen machen Mut!!! Von 15-20 auf 5, das liest sich gut und fühlt sich sicher noch besser an 😊!
    Alles Gute für dich!

    Katrin

    Anyy
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 11

    Liebe Petra,

    ich wünsche Dir gutes Gelingen beim Händeln Deiner Mehrfachbelastungen und dass Deine Schmerzphasen nun überschaubar bleiben.
    Finde ich gut, dass Du (mittlerweile) einen großen Respekt vor Triptanen hast.
    Kommt mir manchmal auch so vor wie, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
    Machst Du denn etwas Gezieltes zur Entspannung, hilft Dir da etwas? Sowas wie PMR oder Autogenes Training, vielleicht auch etwas ganz Anderes.

    Liebe Grüße, Anyy

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3834

    Liebe Amyy, liebe Petra,

    tut mir leid, wenn ich hier einfach hineinplatze. Aber der Satz den Teufel mit dem Beelzebub austreiben, könnte zu falschen Schlüssen führen. Vielleicht habe aber auch ich es falsch verstanden. 🙂 🙂 🙂 Dann sorry. 🙂

    Mir ist es wichtig, dass bekannt wird, dass eine gezielte Akutmedikation bei Migräne mit den sog. Triptanen sinnvoller ist, als die mit den anderen üblichen Akutschmerzmittel.

    Das soll heißen, wenn jemand seine leichte Migräne mit einer Ibu oder einer Aspirin in den Griff bekommt, dann soll er dabei bleiben. Wie schön für ihn, dass das so klappt.

    In aller Regel treffen sich hier aber Betroffene die sehr oft ein Schmerzmittel gegen die Migräne benötigen. Da ist es wirklich sinnvoller ein Triptan, welches am Ort des Geschehens ansetzt, als irgendein Schmerzmittel, welches den ganzen Körper trifft einzunehmen.

    Wie gesagt, wenn es anders gemeint war, dann sorry. 🙂 🙂 🙂

    Alles Liebe
    Sternchen

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  sternchen.
    Anyy
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 11

    Liebes Sternchen,

    nein, so war es wirklich nicht gemeint. Ich bin total heilfroh, die Triptane ‚entdeckt‘ zu haben. Mir fällt nur auf, dass die Migräne nicht gerade an weniger Tagen dadurch auftritt, sondern zunehmend an mehr. (Da kommen durchaus und wahrscheinlich auch andere -stressbedingte- Auslöser als Ursache in Frage.) Ich persönlich muss nur aufpassen, aus Angst vor dem Ausgeknocktsein durch den Schmerz nicht zu viel zu schnell von den Triptanen einzunehmen. Stimme völlig überein mit Dir, dass es sinnvoller als eine wirkungslose Ibu-Einnahme ist, habe ich zuvor lange genug praktiziert.

    Liebe Grüße, Anyy

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3834

    🙂 Ok, dann ist mein Einschreiten überflüssig gewesen. Aber es lesen ja vielleicht noch andere. Es ist ja eine Info an alle die es noch nicht wissen. 🙂

    Schönen Abend

    Sternchen

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4580

    Liebe Anyy,

    Migräne ist in der Regel eine progressiv, also fortschreitend verlaufende Erkrankung. Auch unter den gleichen äußeren Bedingungen kann die Migräneerkrankung im Laufe der Zeit schlimmer werden, sowohl an der Stärke der Attacken zunehmen als auch an der Frequenz.

    Ich selber musste wegen einer anderen Erkrankung einmal monatelang auf Triptane verzichten. Ich konnte an der Frequenz keinen Unterschied feststellen zu meiner Triptan-Einnahmezeit.

    Allerdings wird hier immer wieder mal davon berichtet, dass die Pause nach einer Attacke bis zur nächsten nach einer ohne Triptane durchgestandenen Attacke durchaus länger sein kann als gewöhnlich.
    Ist bei mir leider nicht so…

    Lieber Gruß
    Heika

    Petra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Liebe Karin,
    Vielen Dank für die nette Begrüßung. Ich denke dass ich einfach mit Topiramat und Candesartan eine gute Prophylaxe für mich gefunden habe und denke jetzt erstmal positiv. Kiel hat mir sehr geholfen. Alles Liebe auch für Dich. Gruß Petra

    Petra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Liebes Sternchen!
    Danke für Deine lieben Worte. Ich habe gerade einfach Glück das die stationäre Medikamentenpause und die Prophylaxe mir jetzt endlich so gut helfen. Zig andere Versuche sind gescheitert. Diesmal habe ich die Triptanpause halt sehr lange durchgezogen. Ich kann nur für mich sprechen. Mir hat es sehr geholfen. Ich verfluche die Triptane auch nicht. Natürlich sind sie ein Segen für uns. Aber ich habe das Gefühl sehr schnell in den MÜK zu rutschen ….bei weniger als 10. Von daher habe ich sehr viel Respekt und versuche leichte Attacken ohne Medis auszuhalten . Ich werde meine Erfahrungen zu meiner Prophylaxe mit Topiramat noch ausführlicher erzählen. Liebe Grüße Petra

    Petra
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4

    Liebe Anyy!
    Vielen Dank für Deine lieben Worte! Ich bin ja noch ganz neu hier und blicke noch nicht so ganz durch wie es hier läuft. Ich habe mir gerade Deinen Schmerzverlauf durchgelesen und es hat mich sehr berührt. Sicherlich würde Dir ein Aufenthalt in Kiel guttun. Aber als Mutter von einem autistischen Kind weiß ich sehr genau ,dass es nicht immer so einfach ist loszulassen. Ich habe in Kiel viel gelernt , obwohl ich nach fast 40 jähriger Migränekarriere geglaubt habe, schon alles zu wissen. Neben einer guten Prophylaxe mache ich noch täglich eine Stunde leichtes walken, achte auf gesunde zuckerarme Ernährung, viel trinken und versuche progressive Muskelentspannung einzubauen. Ich wünsche Dir dass es ganz bald wieder etwas besser geht. Liebe Grüße Petra

    Jasmin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 281

    Hallo Petra,
    mir geht es genau wie du es beschreibst, dass ich mit weniger als 10 triptanen/Mon. eine Häufung der Migräne hervorrufe. Das ist tatsächlich zusätzlicher Stress, finde ich..
    Mir geht es zum Glück durch Botox um einiges besser, so dass ich mehrere Tage ohne Behandlung gut aushalten kann.
    Ich freue mich sehr, wenn du eine bessere Phase hast – so wie es bei mir auch momentan ist.
    Herzliche Grüße an alle,
    Jasmin

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6558

    Hallo Jasmin,
    hast du dich eben verschrieben? Tut mir Leid, dass ich mich einmische, aber ganz unwidersprochen kann das die Angst vieler Patienten vor den Triptanen bestätigen und die Behandlung damit verhindern.

    Weniger als 10 Triptane machen doch nicht mehr Migräneanfälle. Genauso wie auch mehr Triptane die Migränefrequenz nicht erhöhen, sie können nur in den MÜK führen. Fast alle von uns haben ja hin und wieder den Verdacht, aber in Kiel kann das meines Wissen nicht verifiziert werden. Die Migräne ändert sich eben immer wieder, oft zum Schlechteren. Triptane haben da wohl tatsächlich keinen Einfluss. Ich habe auch den Verdacht, schon mit 7 oder 8 Schmerzmittel-/Triptantagen in den MÜK zu geraten.
    Liebe Grüße zurück,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  Julia.
    Frank
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo zusammen,

    auch ich bin der Meinung, daß die häufige Einnahme von Triptanen, die Qualität und die Quantität der Migräne beeinflußt. Ob der Übergang in den Übergebrauch schleichend verläuft, oder ob die häufige Einnahme dafür verantwortlich ist, kann ich nicht beantworten.

    Ich merke nur, wenn ich gehäuft Triptane einnehme, daß die Wirkung nachlässt und der Wiederkehr Kopfschmerz häufiger kommt.

    Gruß

    Frank

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6558

    Hallo Frank,
    du warst doch gerade in Kiel, hast du es da nicht angesprochen?

    Du hast überhaupt noch nicht berichtet, oder hab ich es nicht gelesen? Was ist aus deinem Verdacht auf Cluster geworden? Hast du den Kopf und die Depression jetzt besser im Griff?

    Lieber Gruß
    Julia

    Frank
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Hallo Julia,

    nein ich habe es nicht angesprochen, weil ich erst jetzt rückblickend diesen Schluss für MICH ziehen konnte. Nein Cluster war kein Verdacht und kein Thema. Der Kopf geht so, die trigger sind schwer zu vermeiden, wenn ich unterwegs bin. Aber ich versuche alles um nicht wieder über 10 Tage zu kommen.

    Ich bin umgestellt auf Citalopram, es geht jetzt etwas besser.

    Danke der Nachfrage und schönes Wochenende noch

    Gruß

    Frank

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6558

    Sorry, dann hab ich das mit dem Cluster verwechselt.
    Ich wünsch dir alles Gute für die Zukunft,
    Julia

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3806

    Ihr Lieben,
    ich habe auch meine Zweifel, ob eine Häufung von Migräne an der Einnahme von Triptanen liegt.
    Nicht immer hat das, was gleichzeitig auftritt, auch eine Ursache-Wirkung Beziehung.
    Es kann doch auch an etwas ganz anderem liegen:
    wenn man eine Migräneattacke nicht behandelt, was macht man dann?
    -Ruhe, meistens im Bett,
    -Dunkelheit,
    -Reizabschirmung, so total, wie es nur geht,
    – evtl auch sedierende Medikamente
    Wenn man ein Triptan genommen hat, was macht man dann?
    -Ruhe, meistens im Bett, -Dunkelheit, -Reizabschirmung, so total, wie es nur geht, – evtl auch sedierende Medikamente . . .?
    Oder eher:
    -weitermachen, wie bisher,
    -am Leben teilnehmen,
    – sich den üblichen Reizen aussetzen, . . .?

    Vielleicht liegt es daran?
    Prof Göbel betont immer wieder, dass eine Migräneattacke nicht vorbei ist, nur weil der Schmerz durch das Triptan gebändigt ist.
    Im Grunde müsste das Verhalten nach einer Triptaneinnahme genau das sein, als hätte man keines genommen.

    Aber wer macht das schon?
    LG
    alchemilla

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3834

    ja genau alchemilla, so denke ich oft, wenn hier die Vermutung geäußert wird, dass die Triptane die Häufigkeit der Atacken erhöhen.

    Sicher ist auch ein wenig dran, aber vor allem habe ich den Eindruck, dass das „weiter so im gleichen Trott“ die Hauptursache ist.

    Schlimm ist es dann, wenn dadurch auch noch anstelle von Triptanen andere Akutmittel eingesetzt werden und eine halbherzige Medikation das Leiden verschlimmert.

    Lieber Gruß
    Sternchen

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 139

    Ich habe das früher auch geglaubt, aber seit ich den Migränekalender führe, sehe ich, dass es nicht stimmt.
    Ich habe schon durchgek.. Nächte hinter mich gebracht und zwei Tage später war die Migräne wieder da und ich habe schon voll medikamentiert und hatte anschließend 3 Wochen nichts.

    LG Anna

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6558

    Ich denke auch nicht, dass was dran ist. Da würden wir sicher in Kiel was drüber hören.

    Und durch weniger Triptantage, wie Jasmin meint, eine Erhöhung der Anfälle, wäre medizinisch ja schon gar nicht erklärbar.

    Eher hat man, warum auch immer, mal mehr Migräne und behandelt dann, vorausgesetzt man hat noch Spielraum, auch öfter. Irgendwann kommt es einem so vor, als wäre erst das Triptan dagewesen, dabei war es schon die Frequenzerhöhung der Migräne, die wahrscheinlich langsam angefangen hat.
    Mal sehen, was Bettina dazu zu sagen weiß.

    Euch allen eine gute Nacht,
    Julia

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  Julia.
    Frank
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 64

    Guten Morgen zusammen,

    wie ich schon geschrieben habe, bin ich anderer Meinung und ich kann das natürlich nur für mich sagen. Die 10/20 Regel ist ja nun mal nicht in Stein gemeißelt. Wenn man jeden Monat 10 Tage behandelt, kann es sehr wohl sein, daß ein Teil dadurch schon in den Übergebrauch kommt.

    Ich bin auch der Auffassung, daß dies kein plötzlicher Zeitpunkt ist, sondern ja schleichend passiert. Für meinen Teil kann ich sagen, wenn ich viele Triptantage habe, geht das schleichend so voran, daß die Wirkung kürzer wird. Ob das dann schon ein Übergebrauch ist, oder eine Station dazwischen, weiß ich nicht.

    Ich möchte damit natürlich nicht auf den Einsatz von Triptanen schimpfen, oder gar davor warnen. Ich möchte nur meine Einschätzung dazu geben. Und ich lese es sehr häufig, wie heilig manche auf die 10/20 Regel schauen. Ich sehe dies nur als einen Anhaltspunkt. Einige werden schon bei 8 Tagen in den Übergebrauch kommen, andere erst bei 12 oder 13, bei längerer Überschreitung.

    Wenn ihr andere Erfahrungen habt, dann kann das ebenso sein. Ich schreibe über meine Erfahrungen der letzten 10 Jahre.

    Schönen Sonntag

    LG

    Frank

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6558

    Liebe Jasmin, Ihr Lieben,

    ich merke gerade (hat ja lange gedauert 😉 ), dass ich dich wohl gründlich missverstanden hab.
    Natürlich gibt es Migräniker, die auch schon mit deutlich weniger als 10 Schmerzmitteltagen in den MÜK geraten.

    Ich glaube, wir bräuchten mal eine Stellungnahme zum Thema: was ist MÜK und was nur eine normale Schwankung oder Erhöhung der Migränefrequenz? Wie ist das bei chronischer Migräne zu sehen? Welche Rolle spielen die Triptane dabei?
    Vielleicht kann Bettina uns nach ihrem Urlaub dazu was sagen.

    Euch einen schönen Sonntag und sorry Jasmin,
    Julia

    Anna
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 139

    Hallo Frank,

    ist doch klar, dass hier jeder nur über seine persönlichen Erfahrungen schreiben kann.
    Zudem ist die Migräne ja auch nicht bei jedem gleich.
    Deshalb ist die 10/20er Regel sicherlich nur eine Richtschnur.
    Das Wichtigste an der Regel ist, wie ich finde, dass man überhaupt sensibilisiert für einen MÜK ist und nicht unkontrolliert vor sich hin medikamentiert.

    Übrigens habe ich auch schon erlebt, dass die Triptane bei mir manchmal auch nicht so gut wirken, selbst dann, wenn ich vorher drei Wochen nichts genommen habe.
    Das ist halt auch nicht immer gleich.

    LG Anna

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von  Anna.
    choir
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 118

    Guten Morgen allerseits,
    mir juckt es gerade in den Fingern, mich hier einzumischen. Und zwar deshalb, weil nach meiner Erfahrung (über 35 Jahre Migräne, seit längerem chronisch, viele viele verschiedene Therapien und Mittel, Kiel in 2012…) eine Triptangabe nie, wirklich nie(!) die nächste Migräne schneller kommen lässt, oder eine höhere Anzahl von Triptanen ihre jeweilige Wirkung verkürzt.
    Da ich mich inzwischen sehr gut eingestellt fühle, was Prophylaxe und Akut-Einnahme angeht, glaube ich durch meine Erfahrung behaupten zu können, dass ein Präparat, welches wirkt, immer die gleiche Wirklänge (bei mir exakt 24 Stunden im Akutfall) hat.
    Wenn sich da etwas verkürzt, hat man möglicherweise ein nicht ganz passendes oder ein zu gering dosiertes Präparat.
    Ich wünsch erstmal einen schönen Sonntag mit freiem Kopf (mir gehts heut gut, es regnet, das mag mein Kopf meistens gern, grins)
    Liebe Grüße,
    eure choir

    sternchen
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3834

    Also Kiel, und damit meine ich die Aussage von Prof. Göbel am letzten Forentreffen, sagt, dass die Triptaneinnahme eine vermehrte Attackenfrequenz hervorrufen kann.

    Sicher können im Einzelnen viele Gründe für eine Attackenhäufung eine Rolle spielen. Es wird schwer sein, dass genau und mit absoluter Sicherheit herauszufinden.

    Ich kann mich nicht der absoluten Erfahrung von choir anschließen. Alleine schon aus dem Grund, da sich meine Migräne im Laufe der Zeit, (und ich bin auch schon, mit unter auch chronisch seit über 30 Jahre dabei) 🙂 🙁 immer wieder verändert. Den Satz, „wenn sich da etwas verkürzt, hat möglicherweise ein nicht MEHR ganz passendes oder ein zu gering dosiertes Präparat.) Ist für mich nur mit dem kleinen Wörtchen „MEHR“ richtig.

    Es ist eben, und bleibt individuell.

    Alles Liebe
    Sternchen

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3806

    . . .und ICH persönlich weiß, dass ICH zusätzlich zu all diesen sehr wertvollen Aspekten mein Verhalten ganz bewusst beobachten muss.
    Ich stehe sehr gerne so sehr ständig unter Strom, dass es sich für mich NORMAL anfühlt und ich es deswegen ganz automatisch immer wieder praktiziere.
    Daher muss ich zusätzlich zu den Triptanen Ruhe hineinbringen, Stille, um so die Attackenfrequenz und die Wirksamkeit des Triptans zu beeinflussen.
    Es ist schön, wie viele Aspekte hier wieder zusammenkommen. Da lernt man nie aus . . .

    Schönen Sonntag euch allen!
    alchemilla

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4580

    Das Zusammentragen unserer Erfahrungen ist wirklich wertvoll. Man sieht wieder einmal, dass das gleiche Vorgehen bei dem einen so, bei dem anderen anders wirken kann.

    Bei mir kommt es – zum Glück selten – vor, dass mein Triptan kaum wirkt. Beim nächsten Mal dann wieder zuverlässig.
    Deshalb wird auch immer darauf hingewiesen, dass die Einnahme eines weiteren Triptans während der gleichen Attacke nur dann sinnvoll ist, wenn die erste Dosis Wirkung gezeigt hat. Offensichtlich kann die Wirkung auch mal ausbleiben, egal wie viel Triptan man dann noch nachschieben würde.

    Vor vielen Jahren hatte ich ein Triptan, das mit seiner Wirkung bei mir aber wirklich spürbar nachließ. Über Wochen hinweg merkte ich, dass die Wirkung immer früher nachließ und ich deshalb immer früher nachlegen musste. Daraufhin habe ich das Triptan gewechselt und dieses neue funktioniert auch nach vielen Jahren noch gleich gut.

    Ein Gewöhnungseffekt an Triptane ist jedoch allgemein nicht bekannt. Das hat Prof. Göbel mal in einem Live-Chat geschrieben.

    Wichtig ist auch immer, zwischen einem MÜK und einem Status zu unterscheiden, auch wenn die Grenzen da fließend sein können und das sicherlich in der Beurteilung gar nicht so einfach ist.
    Bei mir ist es so, dass bei einem mehrere Tage anhaltenden Migränestatus die Wirkung des immer wieder neu genommenen Triptans deutlich nachlässt. Ich erkläre mir das so, dass das Triptan die Ausschüttung der CGRP unterdrückt. Diese stauen sich also vor der Synapse. Hält die Attacke über mehrere Tage an, kann man aber nicht beliebig lange „stauen“, sondern irgendwann kommen sie wieder durch und lassen den Schmerz wieder aufflammen. So ähnlich wie bei einem Stausee: Staut sich das Wasser immer höher, läuft es irgendwann über den Staudamm drüber.

    Deshalb ist die Kombination mit Naproxen bei schweren Attacken auch so sinnvoll. Diese Art Schmerzmittel wirkt nach der Synapse und sammelt sozusagen das an CGRP ein, das die Synapse passieren konnte.

    Und noch ein letzter Aspekt: Lässt die Wirkung des Triptans nach, werden die CGRP geballt freigesetzt; schon das kann wiederum ein Trigger für eine nächste Attacke darstellen.

    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6558

    Vielleicht können wir uns vorerst darauf einigen, dass nicht jedes einzelne Triptan per se zu einer Erhöhung der Migränefrequenz führt, sondern erst die längerfristige (3 Monate ca.) Überschreitung der ganz persönlichen Obergrenze? Damit nimmt man dann denjenigen, die eh Bedenken bei der Einnahme von Triptanen haben, ein wenig die Scheu davor.

    Triptane sind und bleiben sicher die 1. Wahl zur Behandlung der Migräneattacken, denn andere, gesundheitlich eher bedenklichere Mittel, führen ja bei Überschreiten des persönlichen Limits genauso in den MÜK.
    Und dann gibt es ja auch noch die Menschen, die nur sehr spät oder gar nicht in den MÜK geraten.

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3806

    Es geht ja eh nicht darum, dass hier irgendjemand Recht hat und andere weniger.
    Gerade die Vielfalt der Erfahrungen macht es aus, dass jeder Leser sich da irgendwo wiederfinden kann und Erklärungen bekommt, die er für sich testen kann.

    Und auch bei denen, die gar nicht in einen MÜK geraten, schwankt die Wirksamkeit und die Wirkdauer.
    Meistens auf unerklärliche Weise.

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