Mein persönlicher Schmerzverlauf

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Gesichtsschmerz (Laura)

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    Beiträge
  • Laura
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    Beitragsanzahl: 7

    Hallo zusammen,

    ich bin neu im Forum und hoffe, dass ich Hilfestellung bzgl. meines Gesichtsschmerzes bekommen kann.
    Deshalb erzähle ich euch erst mal meine Geschichte…

    Anfang Dezember 2018, also vor etwa 5 1/2 Wochen bekam ich eine große Herpesblase an der Lippe. Das ist für mich nichts ungewöhnliches, das habe ich ab und zu, Gesichtsschmerzen hatte ich zuvor aber noch nie. Dazu kam ein Druck in der rechten Gesichtshälfte, auf der gleichen Seite wie der Herpes. Der Druck entwickelte sich allmählich zu einem Schmerz. Erster Verdacht: beginnende Gesichtsrose, deshalb habe ich Brivudin, ein Mittel gegen Viren, eingenommen. Es zeigten sich rechts auch ein paar Pusteln im Gesicht, die gejuckt haben. Laut meiner Hausärztin reichte diese Symptomatik allerdings nicht für eine Gesichtsrose, habe zu dem Zeitpunkt allerdings schon Brivudin genommen. Vielleicht wurde die Gesichtsrose auch nur unterdrückt. Die Pusteln sind schnell wieder verschwunden, die Schmerzen nicht. Nach etwa 1 1/2 Wochen begannen die Schmerzen auch in der linken Gesichtshälfte, sie fühlen sich bohrend und brennend an, auch Lippen und Zungenbrennen kam dazu. Zusätzlich habe ich Missempfindungen, wie Kribbeln im Gesicht, die sich „elektrisch“ anfühlen und stechende Ohrenschmerzen. Der HNO hat aber nichts gefunden. Auch ein Druck auf die Zähne und Schmerzen beim Einatmen durch die Nase (Brennen) war zu spüren. Die Schmerzen wurden unerträglich, deshalb war ich über die Weihnachtsfeiertage im Krankenhaus. Neurologisch konnte nichts gefunden werden, Diagnose: atypischer Gesichtsschmerz.

    Pregabalin zeigte bei mir keine Wirkung. Habe es jedoch nur für ein paar Tage in einer geringer Dosierung (max. 75 mg) genommen. Seit meinem Krankenhausaufenthalt nehme ich abends 50 mg Amitriptylin. Nach etwa 10 Tagen war ich für etwa zwei Tage so gut wie beschwerdefrei und dachte, ich hätte ein wirksames Mittel gefunden. Normale Schmerzmittel wie Ibuprofen, Novalgin oder auch Diclofenac helfen überhaupt nicht.
    In der letzten Nacht bin mit ich mit stechenden Schmerzen im linken Kiefergelenk und im linken Ohr aufgewacht. Die Schmerzen haben heute den ganzen Tag über nicht nachgelassen und nun habe ich die Vermutung, dass es doch etwas mit dem Kiefergelenk zu haben könnte. Das Gelenk schmerzt auch wenn ich leicht dagegen drücke und das linke Ohr fällt ständig zu. Bei CMD werden auch Schmerzen im Gesicht und Ohrenschmerzen beschrieben. Die brennenden Nervenschmerzen sind nach wie vor verschwunden, momentan tut das Kiefergelenk und der ganze Kiefer einfach höllisch weh. Ich knirsche seit vielen Jahren mit den Zähnen, vielleicht gibt es hier einen Zusammenhang?!
    Ich bin langsam verzweifelt, da ich in den letzten vier Wochen bei vielen Ärzten war und keiner mir wirklich helfen konnte. HNO, Neurolgie und Zahnarzt ohne Befund. Es könnten sich ja auch mehrere Schmerzzustände überlagern? Seitdem die Beschwerden begonnen haben, habe ich Angst, dass ich sie nicht mehr los werde und bin auch psychisch ziemlich angeschlagen. Habe viele Nächte wegen des Schmerzes nicht geschlafen und mache mir viele Sorgen. Es ist natürlich möglich, dass der Stress, der durch die Schmerzen entsteht, das Ganze noch verschlimmert und die Muskulatur angespannter ist und ich noch mehr knirsche.
    Wie kann man zwischen atypischem Gesichtsschmerz und Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) unterscheiden?
    Kennt jemand diese Beschwerden oder hat jemand eine Idee was ich noch unternehmen könnte? Ich bin seit 5 Wochen krank geschrieben und habe Angst, dass ich jetzt mit diesen Schmerzen leben muss.

    Vielen Dank schon mal für eure Antworten.

    Laura

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27207

    Willkommen im Headbook, liebe Laura. 🙂

    Wie Du den Verlauf schilderst, könnte es sich doch um eine Post-Zoster-Neuralgie handeln. Fiel diese Diagnose denn noch nicht? Warum die Diagnose atypischer Gesichtsschmerz nach einem Zoster gefällt wurde, würde ich dringend hinterfragen.

    Du nimmst Amitriptylin ein zur Zeit und Du hattest dadurch bereits Schmerzfreiheit. Es gehört zur Mittel der Wahl bei der Post-Zoster-Neuralgie und scheint Dir ja auch zu helfen. Trotzdem können immer wieder mal Schmerzen durchkommen, zumal von der Dosierung her ja noch Luft nach oben ist.

    Vielleicht könnte es Sinn machen, Amitritpylin höher zu dosieren? Sprich doch mal mit Deinem Arzt darüber. Sonst wären noch die Antiepileptika eine Option, denn Pregabalin kannst Du noch keinesfalls abschreiben. Die Dosierung war zu gering, die Einnahmezeit viel zu kurz.

    Es gibt übrigens seit kurzer Zeit eine äußerst erfolgreiche Impfung gegen Herpes Zoster. Schau Dir die Infos dazu mal an, wenn Du wieder gesund bist. Herpes Zoster kann man öfter bekommen, daher macht die Impfung auf jeden Fall Sinn.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Laura
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 7

    Hallo Bettina,

    vielen Dank für deine Antwort!

    Naja ich hatte ja nur Lippenherpes. Ob der durch einen Herpes Simplex oder einen Zoster ausgelöst wurde weiß ich nicht. Und ob sich die juckenden Pusteln im Gesicht zu einer Gesichtsrose weiterentwickelt hätten, ist unklar. Habe ja zu dem Zeitpunkt schon Brivudin genommen.
    Zuerst wurde auch die Diagnose Neuralgie auf Grund des Herpes von meiner Hausärztin gestellt. Die Ärtze im Krankenhaus waren allerdings der Meinung, dass der Herpes nicht die Ursache sein kann, da ich die Beschwerden beidseitig habe.

    Viele Grüße
    Laura

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 27207

    Hallo Laura,

    Zuerst wurde auch die Diagnose Neuralgie auf Grund des Herpes von meiner Hausärztin gestellt. Die Ärtze im Krankenhaus waren allerdings der Meinung, dass der Herpes nicht die Ursache sein kann, da ich die Beschwerden beidseitig habe.

    ich würde da eher mal die Diagnose der Hausärztin im Hinterkopf behalten. Es bestand die Erkrankung und danach haben die Schmerzen begonnen. Man hat beim neuropathischen Schmerz selten so ein Zusammentreffen von „eventueller“ Ursache und Wirkung. 😉

    Alles Gute,
    Bettina

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