Mein persönlicher Schmerzverlauf

Mein persönlicher Schmerzverlauf

Guten Morgen, ich bin neu hier und möchte mich vorstellen (Sommerwind)

Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 93)
  • Autor
    Beiträge
  • Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Guten Morgen an alle,

    ich hoffe auf tolle Tipps zum leben mit der chronischen Migräne!

    Eigentlich weiß ich gar nicht mehr, wann es bei mir angefangen hat. Vor ca. 20 Jahren!?
    In den letzten Jahren hat es sich massiv gesteigert.

    Bisher habe ich mir keine Gedanken gemacht, wie ich es verhindern kann, worauf ich achten müsste usw., bis zu dem Tag an dem mein Hausarzt sagte, die Migränemittel verschreibe ich ihnen nicht mehr, sie nehmen viel zu viel. Irgendwas müssen wir machen.

    Nach den ersten Überlegungen stellte ich dann erschrocken fest, ja er hat recht. Irgendwie bin ich über die Jahre da so reingerutscht. Es war ja auch immer einfach, der Schmerz und die Aura kamen, ich hab meine Tablette genommen, 3 Stunden noch gequält und dann war mein Tag gerettet. Arbeit, Kinder, Haus und so weiter, hat alles funktioniert. In 95% der Attacken hat das immer geklappt. Die anderen 5% verursachen eine kleine Panik in meinem Kopf. Wie die Attacken dann ablaufen, brauche ich glaube ich nicht weiter zu erklären.

    Jetzt muss ich mich das erste Mal mit der Migräne auseinander setzen. Ich war schon deswegen in Behandlung beim Neurologen und so weiter. Die Prophylaxe mit Metoprolol seit letztes Jahr funktioniert leider nicht. Jetzt soll ich in die Schmerzklinik, weil es wahrscheinlich schon eine medikamenteninduzierte chronische Migräne ist. Ich nehme Sumatriptan 100mg zur Zeit fast täglich, jetzt habe ich das erste Mal gelesen, dass man sie nicht an mehr als 10 Tagen im Monat nehmen soll. Ich tue mich sehr, sehr schwer damit, der Migräne soviel Raum in meinem Leben zu geben :-(,
    aber ich komme wohl nicht mehr drumherum.

    Ich arbeite Vollzeit und habe 3 Kinder, einen tollen Mann und ein schönes Haus. Eigentlich keine Zeit und Lust auf die Migräne, wie alle hier wahrscheinlich 😉

    Ich bin auf eure Geschichten gespannt, wie ihr es in den Griff bekommen habt, ob ihr alle Vollzeit arbeiten könnt, wollt oder ob es überhaupt machbar ist. Wie gestaltet ihr eure Freizeit? Hilft euch Sport? Weniger Stress? Hat euch die Schmerzklinik weiter gebracht?

    Liebe Grüße sendet Sommerwind (ein eigentlich immer positiver und fröhlicher Mensch)

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26331

    Willkommen im Forum, liebe Sommerwind. 🙂

    Also nein, wir haben alle keine Lust auf Migräne – aber fragt einen jemand? 😉

    Hast Du schon die Migräne App der Schmerzklinik? Wenn nicht, lade sie Dir gleich mal. Bevor Du stationär aufgenommen werden kannst, muss es mindestens über drei Monate lange geführt worden sein, besser noch länger. Gut, dass Du einen stationären Aufenthalt in der Schmerzklinik anpeilst, denn ein MÜK ist recht wahrscheinlich bei Dir.

    Geschichten von uns kannst Du hier in dieser Gruppe sehr viele lesen. Jeder hat unterschiedliche Voraussetzungen und bei jedem ist die Belastung unterschiedlich stark.

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Hallo liebe Bettina, danke für Deine Nachricht.

    Ich habe mir einen Migräne-Zettel zum führen ausgedruckt. Und ich bin echt erschrocken, wenn ich das so schwarz auf weiß sehe, wie häufig die Migräne ist und wieviel Medikamente ich einnehme.

    Ich versuche es meistens erstmal mit Thomapyrin intensiv, allerdings gleich 2. Manchmal klappt es und ich muss keine Sumatriptan mehr nehmen, aber meistens muss ich sie doch noch nachnehmen. Wenn die Übelkeit kommt, dann weiß ich schon Bescheid. Heisshungerattacken, geräuschempfindlichkeit, flackern vor dem linken Auge und dieser grauenhafte Druck im Auge, Schläfe und Kiefer.

    Ich habe schon ganz viele Berichte gelesen und erkenne mich in so vielen Punkten wieder.

    Angst den Job zu verlieren. Meinen Kindern nicht gerecht werden zu können, Unternehmungen absagen müssen, weil es einfach nicht geht.

    Und dann immer noch das schlechte Gewissen, hör auf zu jammern, Du bist noch so jung, reiss Dich zusammen. Aber ich glaube das kennt hier auch jeder.

    Ich bin froh, wenn ich in die Klinik kann und erhoffe mir wirklich ganz, ganz viel davon.

    Bettina Frank – Admin
    Keymaster
    Beitragsanzahl: 26331

    Liebe Sommerwind,

    häufig Thomapyrin einzunehmen ist leider der beste Weg in einen MÜK. Am besten, ganz gezielt Triptane nehmen, wenn eine Migräne kommt. Und alles halt im Rahmen der 10 erlaubten Behandlungstage.

    Und dann immer noch das schlechte Gewissen, hör auf zu jammern, Du bist noch so jung, reiss Dich zusammen. Aber ich glaube das kennt hier auch jeder.

    Den Schuh solltest Du Dir gar nicht anziehen, sonst hast Du nur noch schlechtes Gewissen. Und das ist total fehl am Platz.

    Wir haben übrigens eine tolle „Migräne App“, ist leichter zu führen als ein Zettel. 😉

    Liebe Grüße
    Bettina

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Guten Morgen!

    Das mit dem Thomapyrin wusste ich nicht. Das hat immer gut geholfen. Nur eben jetzt nicht mehr eine, sondern zwei. Ich wollte die Sumatriptan immer aufheben, wenn es ganz schlimm wird, aber meistens funktioniert der Plan nicht 🙁

    Die 10 Tage Regel kannte ich bis zu meinem Telefonat mit dem Professor aus der Klinik auch nicht. Leider halte ich die schon lange nicht mehr ein, unbewusst.

    Aber was macht man denn, wenn man schon 10 Tage ein Triptan genommen hat? Die Migräne kommen lassen? Das geht doch nicht. Da bekomme ich schon Schweissausbrüche, wenn ich nur daran denke.

    Die Prophylaxe mit Metoprolol hat am Anfang super funktioniert. Ich hatte nur noch 10 Schmerztage im Monat. Mein Blutdruck und Puls sind aber jetzt so niedrig, dass mehr als 50mg morgens und abends nicht geht. Aber nach einer Weile waren sie wieder voll da.

    Man soll ja versuchen die Auslöser zu verhindern, aber was mache ich mit der Frauensache einmal im Monat? Die versucht die meissten Schmerztage im Monat. Zwischen 7 und 10.
    Oder Wetteränderungen?

    Ich bin zur Zeit etwas ratlos und weiß nicht was richtig oder falsch ist.

    Wie vereinbart ihr Arbeit, Kinder mit zusätzlicher Entspannung und Sport zur Vorbeugung der Migräne? Ich weiß gar nicht, wo ich das in meinen Tag noch mit einbauen soll.

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Wo finde ich denn die App? Ich würde sie mir gern runterladen. Hab schon versucht sie zu finden, leider hatte ich keinen Erfolg. Danke!

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 248

    Guten Morgen Sommerwind,

    was für ein schöner Name!

    Du findest den Link für die App hier auf der rechten Seite, wenn du runter scrollst (Versionen für i-phone und android) oder direkt im App-Store.

    Liebe Grüße
    Katrin

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Guten Morgen Katrin, vielen Dank für die Hilfe!

    Ich liebe den Sommer und ein laues Lüftchen :-)! Danke…

    Ich habe sie gefunden und installiert und schon alles nachgetragen.

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4868

    Liebe Sommerwind,

    Tatsache ist, dass du dich der Tatsache stellen musst, dass du in dieser Häufigkeit nicht auf Dauer behandeln können wirst. Du erschöpfst damit dein Schmerzsystem, es wird immer empfindlicher werden, die Medikamente werden immer schlechter anschlagen.

    Es stimmt, viele Trigger können wir nicht vermeiden, hormonelle und wetterbedingte. Oft ist die Migräne zyklusbedingt während der Menstruation besonders schlimm. In diesen Zeiten sollte man dann auch behandeln, und zwar gleich richtig, wie Bettina schon geschrieben hat. Gleich die wirksamen Triptane nehmen. Sie belasten die inneren Organe weniger stark als die normalen Schmerzmittel (auch wenn man das oft anders einschätzt).

    Attacken ohne Schmerzmittel oder Triptane durchzustehen, bleibt bei hoher Migränefrequenz nicht aus. Ich selber nehme dann das Wochenende oder Tage, an denen ich keine wichtigen Termine habe. Man kann zu sedierenden Medikamenten greifen, damit man nachts ein wenig schlafen kann. Mir helfen die 150mg Vomex-Zäpfchen ganz gut, es gibt aber auch stärkere Mittel, die dir der Hausarzt verschreiben kann.

    Lies hier einfach mal ein bisschen nach. Unter Migränewissen (re. unten auf der Startseite) findest du schon viele gute Infos. Ansonsten kann ich dir auch das super gute Buch von Prof. Göbel empfehlen „Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne“. Dort findest du das ganze wichtige Wissen über unsere Kopfschmerzerkrankung umfassend und gut verständlich aufgeführt.

    Lieber Gruß
    Heika

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Hallo liebe Heika,

    es ist wirklich erschreckend und es verwirrt mich zur Zeit ganz schön, was die letzten Wochen so passiert ist.
    Es war wie ein Schlag ins Gesicht, als er mir sagte, dass er die Medikamente nicht mehr verschreiben wird.

    Wie ganz oben schon geschrieben, es war so schön einfach, die Migräne kam, Tablette rein, 3 Stunden quälen und alles war wieder gut. In letzter Zeit hat das nicht mehr so richtig funktioniert. Das war mir so, aber auch nicht bewusst. Erst als ich jetzt angefangen habe mich mit dem Thema zu beschäftigen, ist mir klar geworden, wie oft ich eigentlich Migräne habe und wieviele Medikamente ich einnehme. Erstaunlicherweise hatte ich im Februar eine Woche Urlaub, da waren wir unterwegs und ich musste gar nichts tun, außer in den Tag hinein leben, da war ich doch tatsächlich, 6 Tage ohne Migräne! Und trotzdem komme ich im Februar auf 18 Schmerztage :-(. Der Zyklus ist bei mir auch das Problem, der ist immer so lange und stark, dass ich da fast durchgänig 7-10 Tage Migräne habe.

    Das mit dem Schmerzempfinden des Gehirns hat der Prof. auch so gesagt, sowie der Medikamentenspiegel nachlässt, kommt der Schmerz zurück, weil das Gehirn gar nicht mehr weiß, wie es den Schmerz selber behandeln kann.

    Ich ahne, dass ich viel zu tun habe und sich in meinem Leben wohl einiges ändern muss und wird.
    Es sind auch immer diese Gedanken, bloß keinen Krankenschein abgeben, fit bleiben für die Kinder
    und und und. Das kennt ihr sicher alle. Darum ist kann ich mir auch nicht vorstellen, die Migräne einfach
    mal rauskommen zu lassen. War ja schon öfter der Fall, wenn doch nichts geholfen hat und dann liege 4 Tage flach.

    Ich hab schon viel gelesen in den letzten 2 Wochen und das Buch werde ich mir sicher bestellen.

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4868

    Liebe Sommerwind,

    ja, sich jetzt notgedrungen mit dieser Situation auseinandersetzen zu müssen, ist sehr herausfordernd.
    Das Gute bei allem ist, dass du gleich in guten Händen gelandet bist und dich nicht jahrelang mit fragwürdigen Tipps und Behandlungsmethoden herumschlagen musst. Bis ich nur schon zu meinem ersten Triptan kam, vergingen etliche mühsame Jahre.

    Es gibt 7 verschiedene Triptane. Sumatriptan wirkt nicht sehr lange. Ich nahm das früher auch mal. Anfangs wirkte es gut, dann weniger gut und immer kürzer. Am Schluss brauchte ich für meine damals zweitägigen Attacken 4 Tabletten.
    Es gibt auch länger wirkende Triptane. Vielleicht wäre das auch eine Hilfe für dich? Dann hättest du evtl. nur einen Medikamenteneinnahmetag und zwei Tage lang Wirkung. Es zählen ja die Einnahmetage, nicht die Anzahl der Tabletten.
    Mein Allegro (Frovatriptan) ist das am längsten wirkende Triptan von allen (Halbwertszeit ca. 20 Stunden), allerdings auch das sanfteste. Mit 500mg Naproxen (Halbwertszeit ca. 12 Stunden) kann man die Wirkung eines Triptans noch verstärken. Und bei kürzer wirkenden Triptanen auch verlängern. Diesen Tipp bekam ich auch erst hier in Headbook.

    Unter dem von mir schon empfohlenen Migränewissen findest du einen Überblick über die Triptane und ihre Darreichungsformen: http://www.schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/anfallsbehandlung/ueberblick/

    Migräne ist in der Regel eine progressiv verlaufende Erkrankung, d.h. sie wird mit der Zeit immer schlimmer. Rechtzeitig wirksame Strategien zu entwickeln, was man wann wie tun kann oder nicht tun sollte, ist ein wichtiger Schritt.

    Wie alt sind denn deine Kinder? Möchtest du Vollzeit arbeiten oder musst du? Eine schwer verlaufenden Migräneerkrankung, 3 Kinder, Vollzeitarbeit plus Haus – puh! Das klingt schon beim Lesen sehr anstrengend… 😉

    Ist man selber nicht fit, und das immer wieder und über einen langen Zeitraum, ist logischerweise immer die ganze Familie mit betroffen. Auch da kann man jedoch einiges ändern, manches umstrukturieren. Wir denken oft nur, dass Dinge so oder so laufen müssen und setzen uns damit oft unter starken Erwartungs- und Leistungsdruck uns selber gegenüber.

    Lieber Gruß
    Heika

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Hallo liebe Heika, ich hatte damals einen tollen Chef, der bei der ersten so heftigen Attacke sofort Naratriptan verschrieben hat. Das ging ein paar Jahre gut und 2007 hatte ich eine so heftige Attacke, da hat nichts mehr geholfen, damals dachte ich, ich sterbe an einem Hirntumor. Da bekam ich dann Sumatriptan, da ging es mir relativ schnell besser. Seitdem bin ich mit dem Sumatriptan gut ausgekommen, bis es sich die letzten zwei Jahre immer mehr gesteigert hat.

    Meine Kinder sind 15 (weiblich, tolles Alter, stets gut gelaunt und fröhlich 😉 ), 10 auch weiblich und 6 ein kleiner Mann. Vollzeitarbeit eher weil ich es muss, möchte meinen Kindern so gut es geht alles erfüllen und ermöglichen.

    Ich wusste gar nicht, daß es soviele Triptane gibt. Ich war wohl sehr ignorant in den letzten Jahren der Migräne und mir gegenüber. Ich glaube ich habe jetzt erst verstanden, dass ich mehr auf mich achten müsste. Mein Mann schimpft schon lange mit mir, aber es hat ja immer funktioniert und alles läuft.

    Ja das stimmt, man erwartet immer ganz viel sich und setzt sich selber unter Druck.

    Ich wünsche allen einen schönen Abend!

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4868

    Liebe Sommerwind,

    es kann immer mal wieder einzelne „Monsterattacken“ geben, bei denen die Triptane versagen. Wobei man ja auch beim Naratriptan die doppelte Dosis einnehmen kann, also 5mg statt 2,5mg, um eine bessere Wirkung zu erreichen. Naratriptan nimmt man ja eher bei mittelstarken Attacken, bei denen die Übelkeit nicht so stark ausgeprägt ist.

    Nun, mit dem Wechsel auf Sumatriptan bist du ja bislang gut gefahren, bis es jetzt eben immer mehr wurde. Da du auf jeden Fall die Medikamenteneinnahmetage pro Monat reduzieren musst, empfiehlt sich natürlich der Griff zu einem lang wirkenden Triptan. Wobei grundsätzlich nicht jedes Triptan bei jedem gleich gut wirkt. Eine gute Wirkung ist immer der allerwichtigste Aspekt.

    Das aktuelle Alter deiner „Brut“ 😉 ist durchaus herausfordernd, und dazu noch eine Vollzeitstelle! Ich könnte das nicht stemmen.
    Inwieweit bei euch finanzielle Abstriche möglich wären, ob eine Veränderung gewisser Prioritäten zu überlegen wären, könnt nur ihr als Familie entscheiden.
    Manchmal zwingt einem leider ein schwerer Migräneverlauf gewisse Entscheidungen auf, das ist dann weniger erfreulich, da nicht mehr so ganz „freiwillig“.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  heika.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  heika.
    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Guten Morgen liebe Heika,

    ich habe jetzt beim hier lesen auch festgestellt, dass ein Wechsel zu Naratriptan zurück vielleicht zu überlegen wäre. Und ich völlig falsch gedacht habe, wenn die Tablette wirkt und es einem besser geht, dass man die Attacke überstanden hat. Sie läuft im Hintergrund weiter und man merkt es einfach nur nicht mehr.

    Also, war das was ich jetzt jahrelang gemacht habe eine absolute Katastrophe. Mein Gehirn müsste demnach dauerhaft reizüberflutet sein und nie zur Ruhe kommen. Wie soll der Kopfschmerz/Migräne denn da auch zu durchbrechen sein und aufhören.

    Die Schwangerschaften waren die schönste Zeit in meinem Leben! Da hatte ich nicht eine Attacke in der Zeit. Da hab ich jetzt auch gelesen, dass das häufig so ist.

    Ja wir ‚kämpfen‘ jeden Tag auf’s Neue mit dem Pubertierchen ;-).

    Ich werde wohl mal ernsthaft überlegen, ob es vielleicht möglich ist, meine Stunden zu reduzieren und dann weiß ich auch wo ich Sport und Entspannung in meinem Tag unterkriegen könnte.

    Machst Du Sport, wenn ja welchen? Und was machst Du zur Entspannung?

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4868

    Liebe Sommerwind,

    Sport geht bei mir zurzeit fast gar nicht, da ich kaum schmerzfreie Tage habe. Wenn es mir gut geht, mache ich Nordic Walking oder gehe zügig spazieren.

    Bei verschiedenen Entspannungsmethoden kenne ich mich recht gut aus, doch mein aktueller Favorit: Gar nichts tun. Wirklich GAR NICHTS. Einfach mal nur entspannt sitzen oder liegen und die Seele baumeln lassen.

    Viele sagen, dass sie optimal beim Lesen oder Fernsehen entspannen, doch da wirken wieder Reize aufs Gehirn ein, weil wir das Gelesene oder Gesehene verarbeiten müssen. Früher war ich auch immer aktiv und auf Effizienz bedacht, in Wartezimmern hatte ich grundsätzlich ein gutes Buch dabei und habe die Zeit „ausgenutzt“.

    Die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen ist leicht zu erlernen und eignet sich gut, um Anspannungen überhaupt zu spüren. Und ist überall und in verschiedenen Positionen anwendbar.

    Man muss einfach etwas finden, das zu einem passt. Es sollte einem gut tun, man sollte sich drauf freuen. Quetscht man krampfhaft 20 Minuten Entspannung auch noch zusätzlich und eher widerwillig als zu erledigenden Tagesordnungspunkt ins übervolle Programm, wird man nicht viel erreichen.

    Wir sind in unserer heutigen Zeit generell extrem vielen Reizen ausgesetzt. Das Problem ist, dass wir Migräneköpfe eine Reizverarbeitunsstörung haben, Reize nicht so gut filtern und verarbeiten können. So ist es nicht verwunderlich, dass die Migräne- und Kopfschmerzerkrankungsquote ansteigt und Probleme schon bei Kindern verstärkt auftreten.

    Du hast absolut recht: Die Attacke läuft weiter, auch wenn das Triptan wirkt. Prof. Göbel rät deshalb, sich eigentlich so zu verhalten, als hätte man kein Triptan. Dann müssten wir uns ausruhen. Nur ein Triptan einwerfen und weiterpowern unterhält unser Problem.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  heika.
    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Guten Morgen an Alle!

    Liebe Heika, Du bist wahrscheinlich auch so ein Hans Dampf in allen Gassen, wie ich es bin. Und nun bremst unser Körper uns einfach aus.

    Das wird eine schwere Zeit für mich, zu lernen das es ruhiger werden muss.

    Ja, das mit den fast täglichen Schmerzen macht mich zur Zeit auch echt mürbe und müde. Es ist so nervig und ich wünsche mir einfach nur das es aufhört.

    Bekommst Du alles gut unter einen Hut? Ich weiß nicht, ob und wieviel Du arbeitest und ob Du Kinder hast. War es für Dich schwer zu akzeptieren, dass Du nicht mehr so leistungsfähig bist?

    Ich wünsche Dir bzw. Allen einen schönen Tag!

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3870

    Guten Morgen liebe(r) Sommerwind,

    ich mische mich mal ein.
    Ich glaube, als „Hans Dampf in allen Gassen“ fühlen sich die meisten von uns.
    Es fühlt sich einfach herrlich an, wenn man dem hochaktiven Migränehirn ermöglicht, dies Aktivität auch in Handlungen real werden zu lassen.
    Hier kursiert immer mal wieder das Bild von einem Porsche. mit dem wir uns vergleichen. Der „mag“ es eben auch nicht, wenn man mit ihm immer mit 30km/h durch die Lande tuckert.
    Der braucht aber auch seine Wartungszeiten, wenn er eine Weile seine Hochleistung ausleben konnte.

    Mit hilft in den scheinbar passiven Ruhephasen, die Heika so eindrucksvoll beschrieben hat, eine andere Überlegung:
    Im Unterschied zum Turbo-Porsche sind wir KEINE Maschinen.
    Unser Körper repariert und regeneriert sich selbst. Dazu aber braucht er Ruhe.
    In den Ruhephasen stellen wir dem Körper ALLE restliche Energie zur Verfügung, dass er ungestört seine Reparaturen vornehmen kann.
    Wir sind also nicht wirklich passiv, wir delegieren nur die Aktivität auf die Selbstheilungskräfte und gucken dabei in Ruhe zu.
    Auf diese Weise sind auch diese Ruhezeiten sehr produktiv.

    Die nächtlichen Schlafzeiten reichen dafür nicht aus, zumal man weiß, dass auch im Schlaf das Gehirn keineswegs ausruht, sondern sortiert und einordnet und verknüpft, was es am Tage gesammelt hat.
    In den wachen Ruhezeiten können wir dabei zusehen, in welchen Szenarien sich unsere Gedanken tummeln und was sie dort fabrizieren, ohne ihnen noch ständig neue Eindrücke und Reize zu servieren.

    Das ist doch auch gut, oder?

    Ich wünsche dir ein ruhiges besinnliches Wochenende!

    LG
    alchemilla

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4868

    Liebe Sommerwind,

    ja, ich war auch sehr leistungsfähig, habe neben meiner Familie noch gearbeitet (allerdings nur Teilzeit) und auch ansonsten viel gemacht. Woher weißt du das nur? 😉
    über viele Jahre hinweg bin ich mit meiner Migräneerkrankung auch ganz gut klar gekommen. Ich hatte gut begrenzte Attacken von ca. 48 Stunden, die ich (fast immer) wirkungsvoll mit Triptanen behandeln konnte.

    Doch dann begann sich meine Schmerzsituation zu ändern. Die Attacken wurden häufiger, immer öfter bekam ich einen Migränestatus, meist einige Tage hintereinander. Einmal hatte ich 6 Wochen am Stück fast durchgehend Migräne, mehr oder weniger stark ausgeprägt. Da die Schmerzphasen länger wurden, die Erholungszeiten dazwischen kürzer, musste ich mein Leben der sich verändernden Situation anpassen. Da ich mein Leben so, wie es war, geliebt habe, war das alles andere als einfach. Außerdem habe ich mich immer bis zu einem gewissen Grad über meine Leistung definiert. Das Loslassen von Erwartungen an mich selber oder von Erwartung anderer an mich musste ich erst lernen. Und tu es noch!

    Ich habe meinen Beruf gewechselt und bin nun zeitlich flexibel, d.h. an schlechten Tagen arbeite ich nicht, dafür an guten, und das kann dann durchaus auch mal am Samstag oder Feiertag sein.
    Vieles kann ich nicht mehr machen, auch feste Termine sind immer ein gewisse Herausforderung für mich. Die Triptantage spare ich mir für wichtige Dinge/Termine.

    Ein Grundsatz für mich ist, das Beste aus einer Situation zu machen. Jammern nützt nichts, dagegen Ankämpfen genauso wenig, es kostet nur unnötig Kraft und Zeit. Also ist es ratsam, beides gleich bleiben zu lassen. 😉
    Und man sollte die Dinge rechtzeitig angehen und nicht erst, wenn man zusammenklappt und alles notfallmäßig zusammengeschustert werden muss.

    Es wäre äußerst nett, wenn wir alle aufgrund der Durchführung gewisser empfohlener Maßnahmen mit einer deutlich spürbaren Schmerzverbesserung „belohnt“ werden würden. Manchmal klappt das auch. Doch man kann nicht davon ausgehen. Ich warte noch drauf… 😉

    Lieber Gruß
    Heika

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4868

    Und dann noch ein paar allgemeine Worte zum Regenerieren unseres Gehirns, das Alchemilla beschrieben hat.
    Wir alle sind heute viel stärkeren Reizen ausgesetzt als früher. Da dieser Prozess langsam verläuft, nehmen wir das oft nicht wahr, doch es ist so.

    Heute war ich in einem Einkaufsmarkt, in dem sehr laute und nach meinem Geschmack aufdringlich grässliche Musik ertönte. Ich verspürte förmlich Fluchttendenzen. Auch in Restaurants, beim Friseur, in Liften, fast überall werden wir inzwischen „bedudelt“.

    Wenn man Zeichentrickfilme von früher und heute mal direkt vergleicht, erkennt man, wie viel hektischer, massiver, und lauter die neuen sind. Vielleicht kann sich der eine oder andere sogar noch an früher, an „die guten alten Zeiten“ erinnern, in denen ein Film noch von einer Fernsehansagerin in aller Ruhe angekündigt wurde? Dann kam erst mal ein langer (und langweiliger 😉 ) Vorspann mit Namen, heute beginnt oft gleich die Handlung, die Namen werden zusätzlich eingeblendet. Früher plätscherte der Film ungestört vor sich hin, heute gibt es ständig Werbeunterbrechungen (die vom Ton her auch lauter sind) oder während des Films am Rand Einblendungen. Der neueste Schrei ist, dass der Film weiterläuft und Werbung von der Seite her parallel eingeblendet wird, bereits einen größeren Teil des ganzen Bildschirms einnehmend. Und wenn ein Film endet, wird beim Abspann schon lautstark Werbung für einen anderen Filmbeitrag gemacht, man kommt gar nicht zum Luftholen. Reizüberflutung pur, schon für Gesunde.

    Über die Veränderungen in der Arbeitswelt will ich gar nicht groß anfangen, immer weniger Leute sollen immer mehr Leistung bringen. Es gäbe noch vieles…

    Wo gibt es wirklich noch Zeit und Raum für Ruhepausen? Wo nehmen wir sie uns? Wo „leisten“ wir uns „Faulsein“? Mal auf einer Bank sitzen und nur in den Garten, in einen Park schauen, einfach nur so? Ohne Handy!? 😉

    Dieses Thema beschäftigt mich schon länger intensiv. Denn ich merke, dass es vielen Menschen in unserer Gesellschaft damit nicht gut geht, wie es heutzutage läuft. Doch ich will euch nicht erschlagen. Deshalb jetzt Punkt. 🙂

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Liebe Alchemilla, ja bitte misch Dich ein! Ich freue mich über alles was ich erfahren, austauschen und lesen kann, über euer Leben, wie es bei ist und war! Darum bin ich hier 🙂

    Der Vergleich mit dem Porsche ist wirklich super.
    Ich bin nur gerade wieder erschrocken darüber, wie weit wir unsere Körper treiben können, bis sie letztendlich doch streiken.

    Und ich frage mich immer wieder, warum haben wir immer ein schlechtes Gewissen und fühlen schlecht, wenn wir nicht mehr so leistungsfähig sind, wie es sonst war.

    Ich denke immer, dass ich später keine Rente bekomme, wenn ich meine Arbeit verliere, dass ich ein schlechtes Vorbild für meine Kinder bin, wenn ich nicht arbeite und ‚jammere‘ das es mir nicht gut geht. Meine Kinder haben bisher wirklich nur die ganz schlimmen Attacken mitbekommen, sonst lächle ich tapfer.

    Wie meistert Du Deinen Alltag mit der Migräne?

    Danke für Deine Antwort!

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Meine liebe Heika,

    ich verstehe genau was Du meinst, ich liebe mein Leben auch genauso wie es ist, hektisch und doch perfekt organisiert und jetzt muss ich lernen zu akzeptieren das es mir und meinem Körper überhaupt nicht gut tut.

    Ich habe auch gerade die verrückte Idee meinen Job zu ändern. Von Medizin auf ?
    Meine Freundin meinte letztens, mach doch was, wo Du Menschen glücklich machst, das setzt noch mehr positive Gedanken frei…

    Von wo nach wo hast Du gewechselt?

    Wir haben 2004 ein Haus gekauft und neben der Arbeit und unserer Großen aus- und umgebaut. 8 Monate lang gebaut, nachdem wir umgezogen waren hat es mich umgehauen. Ich hatte einen Bandscheibenvorfall. Schnerztherapie und Reha und alles war zu ertragen.

    Und trotzdem fühlt man sich nutzlos, wenn man einfach mal auf der Couch sitzt und nichts tut. Faul sein geht gar nicht! Verrückt…

    Und Dein 2. Text, grandios, besser hätte ich es nicht formulieren können, ich finde auch man wird von allem regelrecht erschlagen.
    Höher, weiter, schneller…

    Leere im Kopf sowas gibt es gar nicht mehr. In manchen Situationen mit den Kindern, kommt von ihnen immer ‚das war bei euch früher so‘. Früher? Ich bin 38. Ich hoffe immer, daß meine 3 Schätze, später mit mehr Ruhe leben können. Vor allem weil meine Zweite schon 3 Migräneattacken hatte mit erbrechen. Die letzten Monate war Gott sei Dank nichts.

    Darum liebe ich meine Urlaube an der Ostsee. Sitzen und gucken, mehr nicht. Das rauschen und die weite vom Meer, was braucht man mehr zum entspannen und glücklich sein. Gut, der Wind ist Gift für das Migräneköpfchen, aber der Rest ist ein Paradies.

    Schlaft alle gut!

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  Sommerwind.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  Sommerwind.
    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4868

    Liebe Sommerwind,

    ich habe früher in meinem Beruf mit Menschen gearbeitet, einzeln und in Gruppen. Das war in beiden Bereichen, körperlich und seelisch, sehr anstrengend und dazu sollte man wirklich fit sein. Ich bin auf einen Bürojob umgestiegen. Nicht das, was ich mir von Anfang an ausgesucht hätte, mit kleinen Kindern jedoch äußerst kompatibel, da ich auch von Zuhause aus arbeiten konnte.

    Gibt es für dich wirklich einen schöneren Beruf als Medizin? 😉 Kann man Menschen mit etwas noch glücklicher machen als damit, sie wieder gesund zu machen bzw. wenigstens das Optimum an möglicher Gesundheit herauszuholen? Für mich ist das bereits eine massive Zusammenballung an freigesetzten, positiven Energien und kaum zu toppen. 🙂

    Mein Mann und ich urlauben auch gerne am Meer, am liebsten auf einer kleinen einsamen Insel. Einfach mal nur SEIN, ohne die ganze Hektik dieser Welt. Vielleicht treffen wir uns ja mal zufällig? 😉

    Tja, die Generation unserer Kinder… Ob sie ein Leben ohne Handy überhaupt aushalten könnten? 😉

    Da scheint deine jüngere Tochter wohl deine Migränegene vererbt bekommen zu haben. Ich habe sie leider auch an ein Kind weitergegeben. Wie gut, dass ihr euch gleich viel Wissen aneignen und gezielt auf gewisse Dinge achten könnt, z.B. regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Trinken, immer wieder mal Ruhepausen einlegen, etc.
    Bei Kindern ist noch vieles im Fluss. Meine Tochter war im Grundschulalter stark betroffen, dann später noch mal in einer seelisch für sie recht belastenden Situation (es lag nicht an uns Eltern! 😉 ), seit Jahren ist sie migränefrei.

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate von  heika.
    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Guten Morgen liebe Heika,

    Nein es gibt keinen schöneren Beruf als die Medizin.
    Leider sind wir aber eine Praxis, die nur Diagnosen stellt und keine Behandlung vornimmt. Was oft traurig ist, wie Du Dir vorstellen kannst.

    Und eigentlich arbeite ich sehr gerne dort, aber ich denke das ständig klingelnde Telefon und den ganzen Tag am PC sind vielleicht auch Trigger. Aber vielleicht reicht auch wirklich eine Stundenreduktion. Ich bin im Moment noch sehr durcheinander wie es weitergehen soll.

    Ich hoffe auf die Schmerzklinik, dass sie mir auf den richtigen Weg helfen. Ich tue alles was sie sagen.

    Ich war mit meinem Kind auch schon beim Arzt und er sagte auch, wenn wir Glück haben verwächst sich die Migräne noch. Ich hoffe es wirklich sehr.

    Ja vielleicht sehen wir uns mal am Meer! Wir fahren auch am liebsten dahin, wo es nicht so überlaufen ist 🙂

    Hab einen schönen Sonntag!

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 248

    Liebe, liebe Heika,

    Wir alle sind heute viel stärkeren Reizen ausgesetzt als früher. Da dieser Prozess langsam verläuft, nehmen wir das oft nicht wahr, doch es ist so……….

    Mit deinem gesamten Beitrag sprichtst du mir so aus der Seele!!! Ich komme mit all diesen Dingen nicht (mehr) zurecht, und such(t)e nach Möglichkeiten, es für mich passend einzurichten. So schaue ich gar keine Privatsender mehr, sondern nehme einen Film, den ich unbedingt sehen möchte, auf (kommt eher selten vor). Ich schaue auch gerne „Leute heute“ vom ZDF, aber mittlerweile aufgrund der Werbung „…sehen Sie in 90 Sekunden…“ nicht mehr direkt im TV, sondern in der Mediathek in Ruhe an meinem Paddy. Genau, Filme o.a. fingen früher direkt an, jetzt bekommt man vor Filmbeginn eine aggressive Ankündigung nach der anderen. Und so gar in Sendungen wie „Visite“ werden Sendungen wie die „Weltbilder“ angekündigt oder „erfahren Sie gleich…“! Wissen denn die Fernsehmacher nicht, dass es Fernsehzeitungen o.a. Wege gibt, sich über das Programm zu informieren??? Aber am allerschärfsten sind Fernsehberichte o.ä. über Migräne, die sich ein Migräniker wegen der vielen Reize nur unter Schwierigkeiten anhören oder ansehen kann, und dann hat man sie danach meist gleich an der Backe…😠! Mich stinkt das alles gewaltig an!

    Ich war vorgestern beim Arzt, und was erwartet mich außer anderen Patienten und Zeitschriften noch im Wartezimmer! Radio-Gedudel! Aber auch das ertrage ich nicht mehr und nehme es nicht mehr hin. Nach Rücksprache mit meiner Ärztin schalte ich das Ding gleich ab, bevor ich mich hinsetze. Noch fühle ich mich damit den anderen Wartenden gegenüber blöd, aber entschuldigt – Scheiß drauf 💩💩💩 – ich übe das so lange, bis es für mich „normal“ ist!

    Und apropos 💩💩💩 – nicht mal das kann man mehr überall ungestört machen – 😡!

    Oh mann, ich bin so angefressen und wütend – nicht nur wegen des Themas – ich höre jetzt besser auf, bevor ich mich noch mehr hochschaukel!

    Liebe Sommerwind,

    Ich hoffe auf die Schmerzklinik, dass sie mir auf den richtigen Weg helfen. Ich tue alles was sie sagen.

    Ja, lass dir auf den richtigen Weg helfen! Aber tu nicht alles, was sie oder andere dir sagen, sondern picke dir das aus dem Gesagten raus, was dir entspricht und gut tut!

    So, ich frühstück jetzt noch gemütlich und daaaaaaaann fahre ich mit meinem lieben Mann nach Rügen, ich höre das Meeresrauschen und die Fossilien schon rufen – komm, komm! Erhole dich und finde uns!!!

    Ich grüße euch heute sehr aufgebracht aber trotzdem ganz herzlich!

    Katrin

    Was auch immer deiner Seele gut tut – MACH ES!!! 🐵🐵🐵

    mirabelle
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 52

    Ich will auch nach Rügen! ♥♥♥

    Sommerwind
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 31

    Liebe Katrin, ich sehe das alles genau so, wie Du es beschreibst! Und es wird immer schlimmer. Überall ist es laut, nirgends ist es mehr einfach leise.

    Da ich ja immer sehr zeitig wach bin, genieße ich die Wochenenden morgens so sehr.
    Da blubbert nur meine Kaffeemaschine und danach genieße ich in absoluter Stille meinen Kaffee 🙂
    Ich freue mich schon auf den Frühling und Sommer, da laufe ich morgens mit meiner Tasse Kaffee in der Hand durch meinen Garten, höre nur den Vögeln zu und erfreue mich an meinen Blumen und unsere Katzen und unser Hund laufen mit mir durch den Garten 🙂

    Nach Rügen… Oh wie schön! Genieße diesen Tag am Meer! Die Luft ist sicher richtig schön frisch und man richtig gut durchatmen. Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag!

    Liebe Grüße
    Sommerwind

    alchemilla
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 3870

    Ihr Lieben,
    das ist wirklich ein brenzliges Thema.
    Dem zunehmenden Lärm oder auch nur Beschallung können wir uns nur schlecht entziehen.
    Der zunehmenden Hektik aber vielleicht doch.
    Dein Bericht, liebe Sommerwind, über den Genuss des Morgenkaffees, der ist richtig wohltuend.
    Das Bild nehme ich mir mit und übertrage es auf andere Situationen, wo man das reine Genießen zelebrieren kann.
    Schön !! !

    Ich glaube, wir können uns am besten helfen, indem wir die Dinge so nehmen, wie sie sind ( jedenfalls, wenn wir keinen Einfluss nehmen können). Ärgern darüber macht es nur schlimmer.
    Und wenn wir genau hinspüren, so wie ihr es beschrieben habt, und merken, was uns wann zu viel wird und dann die Situation beenden, weggehen, Stille aufsuchen, dann ist das der beste Schutz. Der einzige Schutz.
    Der Trick, sich der Hektik im Fernsehen zu entziehen, indem man die Mediathek oder den Recorder benutzt, ist super.

    Ich selbst denke oft darüber nach, wie viel ärmer mein Leben tatsächlich ist, wenn ich dies oder jenes nicht mitmache, Filme nicht gucke, Nachrichten nicht mitbekomme, Feiern nicht besuche.
    Meistens ist der Verlust nicht wild.
    Ich glaube auch, dass es nicht das Problem ist, mit smartphone aufzuwachsen, sondern ob man lernt, es auch mal auszuschalten.

    In einem anderen Forum hat sich mal jemand beklagt: „Ich finde einfach keine Ruhe.“ Die Antwort war: „Ruhe findet man nicht. Die liegt nicht irgendwo herum.“
    Das ist wohl etwas, was man aktiv und absichtsvoll gestalten muss. Und OHNE schlechtes Gewissen.
    Dieses Nichts-Tun, von dem Heika schrieb, und was unsereins täglich eine Stunde lang praktizieren sollte, das musste ich regelrecht üben.
    Nein, nicht aufspringen und das noch eben schnell erledigen, und das noch und das auch noch . . . einfach sitzen bleiben und sich spüren und keine Gedanken durchkauen. DA SEIN und wahrnehmen, was gerade ist.
    Ich übe es wie ein Muskeltraining in der Muckibude. Anfangs ist es fast unmöglich aber täglich macht man Fortschritte.

    Mein Alltag sieht jetzt so aus, dass ich die Berufstätigkeit beendet habe (altersbedingt) und reichlich Zeit habe für Ruhe und Pause. Aber Zeit ist nicht das Problem. Das Problem sind die Hummeln im Hintern und das Bedürfnis und der Druck, etwas leisten und schaffen zu müssen in der Denkerei.
    Stundenreduzierung oder Berufänderungen allein machen nicht automatisch den Unterschied.
    Die Stille im Inneren, die Gelassenheit, die Frage, wie wichtig es denn wirklich ist, was man da tun soll, das sind die Trainingsprojekte, die uns gut tun.

    Vielleicht nicht direkt mit weniger Migräne aber ganz bestimmt mit mehr Lebensqualität.

    Ich wünsche uns allen einen schönen besinnlichen erholsamen Sonntag.

    LG
    alchemilla

    Katrin
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 248

    Liebe Sommerwind,

    Da blubbert nur meine Kaffeemaschine und danach genieße ich in absoluter Stille meinen Kaffee 🙂
    Ich freue mich schon auf den Frühling und Sommer, da laufe ich morgens mit meiner Tasse Kaffee in der Hand durch meinen Garten, höre nur den Vögeln zu und erfreue mich an meinen Blumen und unsere Katzen und unser Hund laufen mit mir durch den Garten 🙂

    Diese absolute Stille, von der du schreibst, genieße ich auch jeden Morgen. Mein herrlicher Kaffee bei Kerzenschein und mit Leckerli, Lesen und Schreiben im headbook – und alles ohne Zeitdruck. Ich habe mir das so angewöhnt, dass es für mich schon völlig selbstverständlich ist.

    Nach Rügen… Oh wie schön! Genieße diesen Tag am Meer! Die Luft ist sicher richtig schön frisch und man richtig gut durchatmen.

    Wir bleiben für ein paar Tage auf Rügen…😊😊😊! Heute scheint die Sonne, der Himmel ist blau soweit das Auge reicht und 2 Grad Celsius. Nach dem Kaffee 😉 machen wir uns auf den Weg zum Kap Arkona, dort finden wir eigentlich immer die meisten Fossilien aller Art – wir freuen uns schon…!

    Ich wünsche euch einen guten und hoffentlich schmerzarmen oder sogar -freien Tag und grüße euch ganz herzlich!

    Katrin

    Viva la Vida! 🍀

    heika
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 4868

    Liebe Sommerwind,

    ich würde in dem Bemühen, gegen die sich deutlich verschlechterte Migränesituation etwas unternehmen zu wollen, nicht gleich die ganze Welt aus den Angeln heben 😉 . Erst mal mit kleinen Schritten anfangen. Mal in Ruhe überlegen, wo man bei sich Ansatzpunkte findet.

    Wo kann man entschleunigen, was kann man ganz lassen, mit welchen Abstrichen kann man gut leben?
    In der Schmerzklinik gibt es die Möglichkeit, solche Dinge mal in Einzelgesprächen mit den Psychologen vor Ort zu überlegen. Dann kann man gemeinsam eine Struktur reinbringen und bekommt sicherlich den einen oder anderen hilfreichen Tipp. Selber sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. (Bei mir ist das zumindest öfter mal so.)

    Auch wenn ihr in eurer Praxis „nur“ befundet, seid ihr doch ein ganz wichtiger Teil in dem gesamten Patienten-finden-Hilfe-System. Eine bedeutsame, hilfreiche Arbeit! Heilungen auch zu sehen, wäre natürlich eine Steigerung.

    Inwieweit Telefon oder PC-Arbeit triggern, ist unterschiedlich. Trigger sind ja eh was ganz Individuelles. Ich war neulich in einer Arztpraxis, in der die Helferinnen nur selten ans Telefon gehen, das klingelt dann dort so gut wie IMMER. Mich würde so etwas in den Wahnsinn treiben. Reine PC-Arbeit geht bei mir jedoch auch mit Migräne relativ gut. (Sofern ich nicht mit meinem Mann am PC sitze und wir etwas gemeinsam suchen und er scrollt. Das stresst mich ungemein. Er weiß das aber schon, die Maus gehört also relativ schnell mir. 😉 )

    Deine Beschreibung vom Kaffeetrinken im Garten ist wirklich wunderschön. Das hat man gleich innerlich vor Augen und entspannt schon beim Gedanken daran. 🙂

    Und wir beide sehen uns ja dann eh bald mal auf einer kleinen, einsamen Insel am Meer. 😉
    Ginge auch Nordsee? 😉 😉

    Lieber Gruß
    Heika

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 4 Wochen von  heika.
    Julia
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 6849

    Hallo Ihr beiden. Wenn Ihr euch treffen wollt, schlage ich vor, dass Ihr euch auf Föhr einigt und dann auch bitte bald, denn dann könnte ich euch zum Eisfuttern einladen. Heika, es gibt auch einen Doppelbecher!!! (Natürlich auch für dich liebe Sommerwind, aber von Heika weiß ich sehr genau, dass sie mindestens einen Partnerbecher braucht) 😁

    Also, wie wär’s, bis bald?

    Liebe Grüße an alle, die kommen möchten,
    Julia

    PS: Katrin kommst du auch eben mal rüber an die Nordsee? Ich würde mich sehr freuen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 3 Monate, 4 Wochen von  Julia.
Ansicht von 30 Beiträgen - 1 bis 30 (von insgesamt 93)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.

Zur Werkzeugleiste springen